Die Agenda
21 ist ein Dokument der Herrschenden, verabschiedet von den RegierungschefInnen
der Welt in Rio 1992.
Die Agenda fordert den Ausbau
der Atomtechnik in allen Ländern der Welt, eine Weiterentwicklung
der Gentechnik sowie eine Stärkung der Privatunternehmen, vor allem
multinationaler Konzerne, bis hin zur Gleichberechtigung mit den politischen
Gremien.
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Die Agenda stärkt die Rechte
der Wirtschaft, während sie für die BürgerInnen im allgemeinen
oder besondere Gruppen (Jugendliche, Frauen, ArbeitnehmerInnen) nur unverbindliche
Formulierungen aufweist (Dialog, Konsultationsprozeß ...).
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Die Agendadebatte verschleiert
die aktuelle Politik. Während an Agendatischen unverbindlich geredet
wird, schaffen die Mächtigen Fakten: Deregulierung, d.h. Beschneidung
der Beteiligungsrechte und wichtiger Umweltschutzstandards, Verfahrensbeschleunigungen,
neues Atomgesetz, internationales Abkommen zum Schutz der Großkonzerne
(MAI).
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Die Agenda ist Werk und Werkzeug
der Mächtigen auf Bundes- und Landesebene. Wer den Namen populär
macht, nützt denen, die mit der Expo 2000, dem MAI, Müllverbrennungsanlagen
usw. ganz andere Akzente setzen.
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Die Agenda verschlingt Gelder,
Personal und Zeit ohne sichtbare Ergebnisse für den Umweltschutz oder
eine gerechte Welt. Die runden Tische der Agenda werden inzwischen in der
Öffentlichkeit, bei der Mittelvergabe und Informationsweitergabe gegenüber
unabhängigen Arbeitsformen bevorzugt.
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Die Agenda grenzt aus. Sie bezieht
neben Firmen und staatlichen Stellen in der Regel nur bestimmte Organisationen
ein, während unabhängige Aktionsgruppen und Initiativen ausgegrenzt
werden. Die Agenda spaltet.
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Die Agenda schafft einen Zwang
zum Konsens mit denen, die verantwortlich sind für die Zerstörung
der Umwelt und die Ausbeutung vieler Menschen. Konsenszwang dort, wo gegenteilige
Interesse vorliegen, schafft Handlungsunfähigkeit. Die Agenda ist
daher strukturell ungeeignet, wirksame Arbeitsbedingungen zu entwickeln.
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Der von der Agenda formulierte
Begriff der Nachhaltigkeit klammert die Fragen der Herrschaftsstrukturen,
Unterdrückung, Gleichberechtigung und der wirtschaftlichen Monopolbidlung
aus und reduziert wirtschaftliche Forderungen auf die Produktionsmethoden
und den Ressourcenverbrauch (Effizienzrevolution). Die Folge wäre
eine optimierte Produktion vor allem bei den Großkonzerne ohne sonstige
gesellschaftliche Verbesserungen.
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Die Agenda ist Etikettenschwindel:
Die meisten der als Agendaprojekte gefeierten Projekte sind ohne konkrete
Wirkung oder waren auch ohne Agenda schon in Planung, d.h. haben nur nachträglich
den Stempen "Agenda" erhalten".
Um dem Kampf für
den Schutz der Umwelt und für eine gerechte Welt wieder Nachdruck
zu verleihen, ist wichtig, daß gesellschaftliche Bewegungen wieder
aktionsfähig und durchsetzungsstark werden.
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Die notwendige Kooperation zwischen
sozialpolitischen, internationalistischen und Umweltgruppen muß selbstbestimmt
erfolgen. Sie muß gestärkt werden und darf nicht von staatlichen
Stellen abhängig sein.
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Die politischen Gruppen müssen
klare politische Positionen entwickeln und gegenüber den Mächtigen
einbringen. Dazu ist eine bessere Zusammenarbeit der Gruppen nötig,
die für gesamtgesellschaftliche Änderungen im Sinne einer herrschaftsfreien
und ökologischen Welt eintreten.
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Klare Positionen und Forderungen
müssen immerwährende Kompromißbereitschaft ersetzen.
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Politische Gruppen müssen
den Ausbau echter Beteiligungsrechte (direkte Demokratie, Akteneinsicht,
Dezentralisierung politischer Entscheidungen) fordern und sich selbst zu
InitiatorInnen solcher Prozesse machen, vor allem da, wo sie selbst privilegiert
beteiligt werden (z.B. als anerkannter Naturschutzverband, als NGO, in
Gremien usw.).
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Der Monopolisierung und Globalisierung
muß die Forderung nach einer Ökonomie von unten entgegengesetzt
werden. Politisch bedeutet das die Abschaffung jeglicher Förderung
überregionaler Konzernstrukturen sowie die Bevorzugung selbstverwalteter
Betriebe. Politische Gruppen sollten Kollektive als PartnerInnen bevorzugen.
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Lobbyarbeit und Dialog (runde
Tische usw.) ist nur sinnvoll, wenn in den Verhandlungen ein Druckpotential
besteht. Dieses kann nur in öffentlicher Aktionsfähigkeit bestehen
(Boykott, direkte Aktion, Widerstand, Öffentlichkeitsarbeit). Sie
wiederzuerlangen, muß primäres Ziel aller politischen Gruppen
sein, denn von ihr hängt alles ab.
Kein Fuß breit
den BefürworterInnen der Atom- und Gentechnik, von Herrschaft und
Ausbeutung!
Stoppt die Agenda und
andere Machtinstrumente!
UnterstützerInnen des
Anti-Agenda-Aufrufs:
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ASTA der Gesamthochschule Kassel
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Ökoscouts, Braunschweig
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BI Lüchow-Dannenberg
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Institut für Ökologie,
Marburg
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Jugend-Umwelt-Projektwerkstatt,
Bad Oldesloe
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BürgerInnen gegen Castor
e.V.
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Anarchistische Gruppe c/o ALICE,
Hamburg
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Gruppe Landfriedensbruch, Saasen
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Lüneburer Bündnis
gegen Gen
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Widerstand weiltweit (WiWa)
Wendland
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Anti-Expo-AG und Büro für
mentale Randale, Recklinghausen
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BUNDjugend Lüneburg
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AKTION 3. WELT Saar
(aus
dem Jahr 1998) |