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Zum Thema Atomenergie findet
sich in der Agenda u.a. folgende eindeutige Aufforderung zum Ausbau der
Entsorgungsanlagen:
22.4 Die Staaten sollen,
gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den einschlägigen internationalen
Organisationen, a)... c) eine sichere Zwischenlagerung, Beförderung
und Endlagerung radioaktiver Abfälle sowie zur Endlagerung vorgesehener
abgeklungener Strahlungsquellen und abgebrannter Kernelemente aus Kernreaktoren
in allen Ländern, insbesondere aber in den Entwicklungsländern,
durch Erleichterung der Transfer einschlägiger Technologien an diese
Länder und/oder durch Rückgabe der Strahlungsquellen an den Lieferanten
nach beendetem Gebrauch ... fördern; ...
Das Ganze begründet
die Agenda, denn "mit zunehmender Zahl neu in Betrieb genommener
Kernkraftwerke ... nehmen diese Abfallmengen zu".
(aus:
Agenda 21, Kapitel 22)
Auf
die Kritik an der Agenda (siehe "Aufruf gegen die
Agenda 21") konterte Heinz Schulze vom Agendabüro München
dennoch:
Nach
dem Durchlesen des Aufrufs habe ich nochmals das dicke Agenda-Dokument
durchgearbeitet, um zu sehen, was an der fundamentalistischen Kritik "dran
ist". ...
Ich
hab nun wirklich geschaut und keinen Anhaltspunkt dafür gefunden,
dass die Agenda 21 den Ausbau der Atomenergie fordert.
(aus:
Zeitschrift für befreiende Pädagogik, Februar 2000, S. 16)
Reaktion
auf die Kritik an Agenda 21 und Moderation in der Zeitschrift Contraste:
...
ist mein entsetzen ueber den schlechten stil der schmaeh-berichterstattung
noch in der letzten ausgabe in dem artikel zu moderation und zukunftswerkstatt
fortgesetzt worden: mir ist nach abbestellen.
es
ist die diffamierende art des schreibers, die bei mir nicht einmal eine
erwiderung herausfordert, sondern das unqualifizierte weglegt.
(Absender
war Fritz letsch, Theaterpädagoge und Mitarbeiter der Agenda in München)
eine Reaktion
auf die Agendakritik
Der
nachfolgende Text gibt die private Meinung von Stefan Kuhn wieder, der
als Acting Director des International Council for Local Environmental Initiatives
(ICLEI) verantwortlich ist für: European Local Agenda 21 Programme
und somit ein guten Überblick über die Agenda-Diskussionen besitzt.
"Inhaltlich
gebe ich dem unten stehenden Papier nur teilweise recht:
Die
Agenda 21 ist natürlich kein Dokument der Atom- und Globalisierungslobby,
sondern der 1992 international größtmögliche Konsens über
ein Entwicklungsmodell für die Welt, in dem sowohl Elemente der Globalisierungsbefürworter
(freier Handel etc.) vorkommen als auch solche der Gruppen, die heute Statements
wie das unten stehende schreiben: Dezentralisierung, Partizipation etc.
Reine Polemik ist es daher, in dramatischer Manier alles in einen Topf
zu werfen: freier Handel immer gleich Großprojekte, Agenda immer
gleich Atomkraft; VW und die EXPO haben nie die Agenda gebraucht.
Politisch
halte ich das Pamphlet für vorgestrig: Die Agenda 21 mag nicht ganz
so fortschrittlich sein wie die Verfasser der Kritik, jedenfalls wurde
sie (anders als deren Dokumente!) international beachtet und zum Ausgangspunkt
einer globalen Bewegung für mehr Nachhaltigkeit. Damit ist sie - mit
all ihren Kompromissen - ein Schritt in die richtige Richtung, so wie die
ökologische Steuerreform in Deutschland oder auch die Ratifizierung
des Kyoto-Protokolls im Moment zwar schwachsinnig in ihrer Ausgestaltung,
aber Schritte in die richtige Richtung sind.
Es
ist billig, mit Maximalforderungen, die noch in 20 Jahren ein Nischendasein
fristen werden, auf die einzudreschen, die sich um schrittweise Bewegung
des groben Konsenses bemühen. Andererseits braucht es die Verfasser
solcher Kritiken, damit diejenigen, die sich über den ausgehandelten
Kompromiss freuen, nicht vergessen, dass sie noch lange nicht am Ende des
Weges angelangt sind.
Und
so findet sich hier just dasselbe wie in einem guten lokalen Agendaprozess
oder in der täglichen Politik: Interessengruppen haben Interessen
zu vertreten, Politiker und andere lösungsorientiert arbeitende Akteure
suchen den gemeinsamen Nenner, der sich durch die unermüdliche Kritik
der natürlich weiterhin unzufriedenen Interessengruppen weiter entwickelt. Arbeitsteilung also...
Gleichzeitig
glaube ich einen Generationenkonflikt auszumachen: die heute Engagierten
(jüngeren) sind anders als ihre von den 68er Idealen beeinflussten
Eltern nicht mehr so prinzipiell in ihrer Arbeit:
Da
kann es durchaus mal recht sein, "gegnerische" Papiere o.ä.
dazu zu benutzen, um eine pragmatische Lösung für das eigene
Interesse zu beschleunigen. Also: Wenn sich "Agenda"-Kaffee besser verkauft
als "Soli"-Kaffee, dann auch gut. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Ich habe
vor 20 Jahren GEPA-Kaffee vor der Kirche verkauft, den kannte da überhaupt
niemand, und die wenigen, die ihn kauften, taten es als Opfer für
die armen Neger, für die man ausnahmsweise auch mal einen furchtbar
schmeckenden Kaffee trinken konnte. Heute bestellen ihn Großküchen
und Kantinen und Yuppies schwören auf den ursprünglichen Geschmack."
Wie
gesagt, es handelt sich hierbei um kein offizielles ICLEI-Statement.
Viele
Grüße, Charlotte Kleinwächter
Lokale
Agenda 21 Trier e.V.
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13
D
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