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Anti-Ökologie

Neoliberal Ex-Ökos ++ CDU hetzt ++ Marxistische Anti-Öko-Positionen ++ Gegen Radikalität

Ex-Ökos auf neoliberalem Kurs

Aus Dirk Maxeiner/Michael Miersch, 2002: "Die Zukunft und ihre Feinde", Eichborn in Frankfurt
Dass man in den nachholenden Nationen vollkommen andere Vorstellungen von der Zukunft hat als ökologische Oberaufseher aus Deutschland, zeigt einmal mehr Südafrika: "Ein neues Zeitalter der Kernkraft ...", verkündet die südafrikanische Industrie. ... mit den neuen Technologien wäre es später ungleich einfacher gewesen, der Anti-AKW-Bewegung und der Tschernobyl-Hysterie glaubwürdige Argumente entgegenzusetzen. (S. 147f.)
Neuere ökologische Erkenntnisse lassen Zweifel daran aufkommen, ob Ökolandbau in jedem Fall die bessere Alternative für Mensch und Natur darstellt. (S. 197)

Dirk Maxeiner, der Werdegang der Zeitschrift "natur" und frohe Botschaften

Maxeiner kommt aus Ecken, die Ökos eher ein Graus waren. Noch heute feiert er sich als Narr starker Autos - und begann seine journalistische Laufbahn bei der Motorpresse. Im Zuge der Entpolitisierung der Umweltbewegung und einer Orientierung auf Geld, reiche Klientel und profitträchtige Anlagewerte wurde Maxeiner auf wichtige Posten gespült - über die Zeitung Chancen auf den Chefredakteursposten der "natur". Die Zeitung verkam damals endgültig zum Lifestylemagazin. Werbeanzeigen für Atomkraft sind schon lange Alltag des Magazins. Für Maxeiner war das alles aber nur ein Durchgangsstadium. Seine platten Inhalte, unbegründete, aber spektakuläre Polemiken passten besser in Fokus, Welt und Bildzeitung, dazu Manager Magazin, Playboy und andere. Dort ist er heute zuhause. Seine Bücher, die von Vorneherein weitgehend auf Quellenangaben verzichten, verlegt er in renommierten Verlagen. Ebenso wurde er überschüttet mit Preisen. Die gesellschaftlichen Eliten hatten ihren Vorzeige-Öko gefunden und machten Maxeiner (zusammen mit seinem Dauerpartner Miersch) zur Speerspitze eines modernen Umweltschutzes, der die Zukunft vollständig in die Hände eines entfesselten Marktradikalismus und einer profitorientierten Forschung um jeden Preis und ohne jeden Skrupel legt.
Einen Preis für hervorragende Umweltkommunikation des Kommunikationsverbandes Bayern erhielt Maxeiner zusammen mit Michael Gleich (HR-Umweltredakteur) und Michael Miersch - ausgerechnet für das Umweltmagazin Change der Firma Hoechst. Seine Leistung war in der Tat vorbildlich - ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zum Greenwashing, den modernen PR-Strategien der Konzerne, die sich selbst als Vorreiter für eine ökologische Zukunft inszenierten. Menschen mit anderen Meinungen, darunter immer auch alle GentechnikkritikerInnen, beschimpfte er als solche, "die die Zukunft als Bedrohung empfinden, und ihr im Schutz von Verboten zu entkommen trachten. Um ihr statisches Weltbild zu retten, wollen sie eingrenzen und bevormunden. Ihre Vorstellung vom Morgen hat den Charme einer energieoptimierten Erziehungsanstalt unter der gütigen Führung des Club of Rome." Es gibt aber keine Texte von ihm und seinen Mitstreitern, in denen überhaupt die Argumente von GentechnikkritikerInnen mal erwähnt und analysiert wurden - von eigenen Quellenangaben ganz zu schweigen. Populisten wie Maxeiner brauchen ihre Aussagen nicht zu belegen. Sie schreiben - und die deutschen Zeitungs- und Buchverlage empfangen sie mit offenen Armen. Plattheit bringt Quote.

Im Original: Dirk Maxeiner ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Gentechnik ist super
Aus "Neue Lust auf Zukunft", in: Die Welt vom 11.11.2005 (Fehler im Original)
Technologien, die von grünen Aktivisten abgelehnt werden, tragen Immer häufiger zur Lösung von Umweltproblemen bei. ...
So ist es jetzt zehn Jahre her, dass Bauern erstmals gentechnisch verändertes Saatgut ausbrachten. Heute wachsen diese verbesserten Nutzpflanzen auf riesige Flächen von Indien bis Argentinien, von Kanada bis Südafrika. Eine britische Studie nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Bilanz. Ergebnis: Es wurden über 170 000 Tonnen Pestizide eingespart, weil die Pflanzen gegenüber Schädlingen robuster sind. Außerdem fallen in der landwirtschaftlichen Produktionskette weniger Treibhausgase an. Der Effekt über zehn Jahre ist so groß als hätte man fünf Millionen Autos still gelegt. ...
Die ideologisch geprägte Umweltpolitik läuft erkennbar auf ein Dilemma zu: Die eigenen semi-religiösen Überzeugungen stehen der praktischen Lösung der beklagten Probleme immer häufiger im Wege. Die kompromisslose Ablehnung der grünen Gentechnik und der Atomenergie sind nur die auffälligsten Beispiele. Und die Verrenkungen die unternommen werden, um das eigene Weltbild zu retten, werden immer verrückter. ...
Der von den Gewerkschaften IG Bergbau, Chemie und Energie formulierten Positionen zur Grünen Gentechnik, sowie der auch von "Verdi" mitgetragene Vorstoß zur Verlängerung der Restlaufzeiten der Atomkraftwerke zeigen, dass die weltanschaulichen Fronten ins Wanken geraten. Dem Stand der Dinge nach übernimmt eine Physikerin das Kanzleramt und ein Elektrotechniker wird an der Spitze der SPD stehen. Gemeinsam haben sie die Chance die Ressorts Umwelt und Forschung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft ideologisch zu entrümpeln und das Land wieder mit Wissenschaft und technischem Fortschritt zu versöhnen. Auch dies wäre ein Schritt um das ökonomische Jammertal zu verlassen.


Aus "Die Revolte der Realisten", in: Die Welt vom 27.05.02
Während Naturschützer und Grüne in der Bundesrepublik die Gentechnik in der Landwirtschaft verteufeln und den Ökolandbau als alleinseligmachend propagieren, fordern prominente internationale Naturschützer einen intensiveren Landbau mit Hilfe der Gentechnik. Nur so könne verhindert werden, dass künftig weitere Wildnisgebiete in Ackerflächen verwandelt werden.
Es wird unmöglich sein, die verbliebenen Wälder und Wildnisgebiete des Planeten zu bewahren, wenn die Menschen bei extensiver oder traditioneller Landwirtschaft bleiben - oder gar zu ihr zurückkehren wollten. Die Experten weisen nachdrücklich darauf hin, dass die Weltproduktion an land- und forstwirtschaftlichen Produkten zur Versorgung der wachsenden Menschheit in den nächsten 50 Jahren schlicht und einfach verdoppelt werden muss. Alle Fortschritte der Biologie, Ökologie, Chemie und Technologie müssten genutzt werden, um den Landwirten, kleinen Bauern und Selbstversorgern der Welt höhere Ernten ohne Umwandlung weiterer Flächen zu ermöglichen. ...
Anstatt die Forschung und Erprobung gentechnisch gezüchteter neuer Pflanzen zu fördern und zu gestalten, versucht man sie hierzulande im angeblichen Interesse der Verbraucher unmöglich zu machen. Die Einführung ertragreicherer und schädlingsresistenter neuer Sorten wird durch politische Schikanen und gezielte Angstkampagnen von Umweltorganisationen nicht nur in Europa, sondern auch in den Entwicklungsländern zurückgeworfen.


Gentechnikgesetz soll Gentechnik behindern - sagen Maxeiner/Miersch. Die Wirklichkeit hat sie widerlegt ...
Aus "Eiserner Verbraucherschutz", in: Die Welt vom 23.06.2004
Vor längerer Zeit hatten wir mal öffentlich vorgeschlagen, den beiden Gentechnik-Pionieren Ingo Potrykus und Peter Beyer den mit 500.000 Euro dotierten deutschen Umweltpreis zu verleihen. Ihr gentechnisch gezüchteter "Goldener Reis" ist reich an Vitamin-A. Weltweit leiden Millionen Kinder an schwerem Vitamin-A-Mangel, viele sterben daran, noch mehr bekommen massive Sehstörungen. Der Goldene Reis könnte viele von ihnen retten. ...
Mit Täuschen und Tarnen und allen parlamentarischen Tricks hat die Regierung ein Paragraphenwerk durchgepaukt, dass vordergründig den herkömmlichen Anbau schützen, tatsächlich aber die Erforschung und Anwendung der Gentechnik in Deutschland unmöglich machen soll. Was geht in den dafür Verantwortlichen grünen Beamten, Staatssekretären und Ministern vor sich? Sie sind vermutlich gut informiert und wissen ganz genau, was die Sicherheitsforschung nunmehr seit über einem Jahrzehnt zeigt: Von gentechnischen Pflanzen geht keine gesundheitliche Gefahr aus, die das Risiko herkömmlicher Neuzüchtungen übersteigen würde. Sie wissen ebenso: In Entwicklungsländern können verbesserte Pflanzen die Not der Menschen und die Zerstörung der Umwelt in vielfacher Hinsicht lindern. Sie wissen überdies: Länder wie Thailand, die auf Reisexport auch nach Deutschland angewiesen sind, werden aus Angst vor Einbussen die dringend benötigten neuen Pflanzen allenfalls zögernd anbauen.


Nicht nur mehr Gentechnik, auch Pestizide sind eine schöne Sache
Aus "Wir sind nicht eine Welt", in: Die Welt vom 27.10.2004
Afrikanische Länder brauchen wirksame und billige Pestizide um Heuschreckenplagen bekämpfen zu können. ...
In der gleichen Woche, in der WWF vor der "globalen Bedrohung" durch Chemikalien warnte, bettelten Regierungen und Hilfsorganisationen aus der afrikanischen Sahelzone um eben solche Chemikalien. Genauer gesagt: um Pestizide.
Dort wütet die größte Heuschreckenplage seit 15 Jahren, die Auswirkungen auf die Ernährung der Menschen sind nach UN-Angaben jetzt schon verheerender als die aller Kriege in Afrika. Die Heuschreckenschwärme sind bis zu 70 Kilometer lang. Millionen von Hektar wurden bereits kahl gefressen. Ein Ende ist nicht absehbar, die Frühjahrsernten in Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Marokko und Algerien gelten aufgrund der ungebremsten Fortpflanzung der Tiere bereits als verloren.
Inzwischen hat die FAO 1,2 Millionen Liter Pestizide bestellt und etwa eine Million Hektar mit Flugzeugen besprüht. Doch das ist teuer und schwierig. Am effektivsten sind die Insekten auszurotten, solange sie noch nicht fliegen können. Das wirksamste und billigste Mittel dagegen wäre das Insektizid Dieldrin gewesen.

Maxeiners wichtigster Partner war und ist Michael Miersch. Der kommt ebenfalls aus der Umweltecke, startete sogar aus eher linkem Milieu, arbeitete als Sozialarbeiter und bei der taz. Über freie Tätigkeit und Beiträge sowie dann fest Mitarbeit im Hessischen Rundfunk kam er zum Magazin Chancen und von da zum wirtschaftsnah gewordenen Blatt natur, wo er dann ein unzertrennliches Paar im Kampf gegen die "Behinderung technischen Fortschritts" und den "Ökologismus" mit Maxeiner bildete (Wikipediaeintrag). Seine Arbeiten wurden mit Preisen überhäuft, darunter auffällig viele Preise für marktwirtschaftliche (Ludwig-Erhard-Preis) und wissenschaftliche Publizistik, welche den Eindruck erwecken, eher das politische Engagement für die Befreiung von Wirtschaft und Wissenschaft aus jeglicher gesellschaftspolitischer Rückkopplung als die inhaltliche Qualität auszuzeichnen.

Im Original: Michael Miersch ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus Michael Miersch, "Hurra, wir werden die Welt retten", in: NOVO 88, Mai/Juni 2007
Ein permanenter Wettbewerb um effizientere Technik wäre die beste Antwort auf Ressourcenabhängigkeit und Klimawandel. Die Chancen dafür stünden am besten, wenn nicht nach deutscher Art von vornherein einige Technologien ideologisch ausgeschlossen würden. Atomtechnologie und Gentechnik könnten wichtige Komponenten einer grünen Zukunft sein.

Kommentar von Michael Miersch in "Die Welt" am 9.9.2010
Wir brauchen die Grüne Gentechnik: Rin in die Kartoffeln

Manchen Gentechnikgegnern ist in ihrem Kreuzzug gegen den Fortschritt jeder noch so fadenscheinige Vorwand recht. Schließlich muss die Welt vor den bösen Genen gerettet werden. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) gehört offenbar zu jener Sorte von Glaubenskriegern, die an wissenschaftlichen Fakten völlig desinteressiert sind. Zum zweiten Mal in diesem Jahr trifft er eine rein symbolische und völlig unsinnige Entscheidung, deren einziger Zweck es ist, eine weltweit angewandte nützliche Technologie aus Deutschland zu verbannen. Nur um sich selbst als eine Art "Markus Söder des Nordens" zu inszenieren, blockiert er den einzigen nach allen unsinnigen Hürden verbliebenen kommerziellen Anbau einer gentechnisch verbesserten Pflanze (die obendrein nur als Industrierohstoff dienen soll, nicht zum Essen).
Der angebliche Grund, warum die Amflora-Kartoffel nun nicht geerntet werden darf, ist eine Nachricht aus Schweden, wo auf einem Amflora-Acker 0,1 Prozent einer anderen Kartoffelsorte entdeckt worden war, die bisher nur für Feldversuche, aber noch nicht zum kommerziellen Anbau zugelassen ist. Jetzt müssen die 14 Hektar Amflora verrotten. Wie schon der Mais, in dem Anti-Gentechnik-Aktivisten im Juni 0,1 Prozent Durchmischung mit einer (in der EU zugelassenen!) gentechnisch erzeugten Sorte entdeckten. "Keiner will oder braucht Amflora", tönt Backhaus. Und verschweigt, dass die Stärkehersteller die optimierte Knolle nur deshalb scheuen, weil sie Angst vor Stimmungsmachern wie ihm haben.
So wird die nächste Technologie zu Grabe getragen, in der deutsche Wissenschaftler hervorragende Pionierarbeit leisteten. Während gleichzeitig bis zu 80 Prozent der Lebensmittel im Supermarkt mithilfe der Gentechnik erzeugt und pro EU-Bürger alljährlich 60 Kilo Gentechnik-Soja importiert werden.
In England musste im 19. Jahrhundert vor jedem Automobil ein Fußgänger laufen und zur Warnung eine rote Flagge schwenken. Die Lobby der Pferdebesitzer hatte diesen berüchtigten "Red Flag Act" durchgesetzt. Im Deutschland erzwingt die Protestindustrie einen "Red Flag Act" nach dem nächsten. Dass ein SPD-Politiker sich vor deren Karren spannen lässt, ist kläglich. Denn in der Sozialdemokratie stand die rote Fahne für etwas anderes: für Fortschritt.

Aus Dirk Maxeiner/Michael Miersch, 2001: "Das Mephisto-Prinzip", Eichborn in Frankfurt
Auch wenn es keiner hören mag: Dagobert Duck, McDonald's und Coca-Cola haben sich um die Arbeiterklasse verdient gemacht. Auf dem kapitalistischen Markt wird individuelle Besitzgier in gemeinnützige Produktivitätssteigerung und Wohlstandsmehrung umgewandelt. ... (S. 12)
Schon der zweite Weltkrieg wurde von einer entschieden antikapitalistischen Bewegung entfacht, den Nationalsozialisten. ... (S. 25)
Fazit: Der Kapitalismus hat in erheblichem Maße verwirklicht, wovon die Sozialisten träumten: Internationalismus, Frieden, Gemeineigentum an den Produktionsmitteln und Wohlstand für alle. ... (S. 26)
1999 in Seattle ... Die hauptberuflichen Bedenkenträger aus der talkenden Klasse wettern bei diesen Gelegenheiten vor jedem hingehaltenen Mikrophon gegen die bösen Globalisierer, und auf dem Buchmarkt stürmen die Antiglobalisierungskampfschriften die Beststellerlisten. Ob "Die Globalisierungsfalle" (Martin und Schumann, Deutschland), "der Terror der Ökonomie" (Forrester, Frankreich) oder "Das Ende der Arbeit" (Rifkin, USA): Ein begeistertes Publikum in Europa kauft, liest, glaubt und erschaudert vor den Grausamkeiten der Weltwirtschaft. In Entwicklungsländern sind die Auflagen nicht so hoch. Das mag daran liegen, daß die Menschen in den aufstrebenden Wirtschaften Asiens und Südamerikas den Welthandel gar nicht so übel finden. In Staaten jedoch, die von erklärten Globalisierungsgegnern regiert werden - Nordkorea und Kuba etwa - ist auch der Buchhandel nicht globalisiert. Dort müssen die Menschen nicht nur auf die Schriften von Forrester, Rifkin und Co. verzichten. ... (S. 45)
Ein bayrisches Ärztekollegium hatte beispielsweise 1832 wissenschaftlich bewiesen, daß Bahnfahren "unausweichlich zu einer Gehirnerkankung führen muß". ... Auch König Ernst August von Hannover, ein Vorfahre ds heutigen "Prügelprinzen", ballte die Faust:"Ich will nicht, daß jeder Schuster und Schneider so schnell reisen kann wie ich" ... Die hoheitliche Argumentation wurde dann eineinhalb Jahrhunderte später basisdemokratisch aufgegriffen, um die Transrapidstrecke nach Berlin erfolgreich zu verhindern. (S. 92)

Aus Dirk Maxeiner/Michael Miersch, 2002: "Die Zukunft und ihre Feinde", Eichborn in Frankfurt
Die Armen würden noch ärmer, weil sie uns noch nicht einmal mehr ihre Rohstoffe verkaufen könnten (geschweige denn technische oder finanzielle Unterstützung erwarten dürften). Ein Prozent weniger Inlandsprodukt in den Industrienationen heißt für die Entwicklungsländer 60 Milliarden Dollar Exportausfall. ... (S. 65)
Öko-Aktivisten fördern ungewollt Unterentwicklung, Armut und Krankheiten. Die Durchsetzung ihrer idologischen Prinzipien untergräbt die Fähigkeit der Menschen, gegenwärtige und künftige Probleme zu lösen ...
(S. 139)
Es wird Zeit, die Debatte um die Grüne Gentechnik neu zu führen. Denn bei genauerer Betrachtung ist es keinesfalls so, dass Gentechnikgegner die Moral für sich gepachtet haben. Nicht weil ohne Gentechnik die Menschheit verhungern würde, wie es aus den Propagandaabteilungen der Agrokonzerne tönt. Das trifft - jedenfalls zur Zeit - nicht zu, denn die Potenziale von Flächenerweiterung und konventionellen Züchtungsmethoden sind noch immer nicht ausgereizt. Ein Stopp der grünen Gentechnik wäre aus anderen Gründen verantwortungslos: Er blockiert ökologische Zukunftsoptionen. Noch sind die Fortschritte der Gentechniker im Agrarbereich nicht besonders spektakulär. Aber manche Projekte, an denen Wissenschaftler derzeit arbeiten, könnten drängende Umwelt- und Menschheitsprobleme lösen. Der Goldene Reis ist nur ein Beispiel unter vielen. Dürretolerantes oder salztolerantes Getreide wären für trockene Regionen ein wahrer Segen. Eine wiederkehrende Reissorte, die wie ein Beerenstrauch jede Saison neue Früchte trägt, könnte die alljährliche Bodenbearbeitung überflüssig machen und damit Erosionsprobleme eindämmen. Ertragreichere Sorten retten Regenwälder und Savannen vor der Umwandlung in Ackerland. Denn nur, wenn auf gleicher Ackerfläche höhere Ernten erzielt werden, können die bisher ungenutzen Naturgebiete weiterhin geschont weden. Auch dies ist ein guter Grund, Kulturpflanzen gentechnisch zu verbessern ...
(S. 162 f.)
Dass man in den nachholenden Nationen vollkommen andere Vorstellungen von der Zukunft hat als ökologische Oberaufseher aus Deutschland, zeigt einmal mehr Südafrika: "Ein neues Zeitalter der Kernkraft ...", verkündet die südafrikanische Industrie. ... mit den neuen Technologien wäre es später ungleich einfacher gewesen, der Anti-AKW-Bewegung und der Tschernobyl-Hysterie glaubwürdige Argumente entgegenzusetzen. ...
(S. 147f.)
Neuere ökologische Erkenntnisse lassen Zweifel daran aufkommen, ob Ökolandbau in jedem Fall die bessere Alternative für Mensch und Natur darstellt.
(S. 197)

Aus Dirk Maxeiner/Michael Miersch (1996): "Öko-Optimismus", Metropolitan in Düsseldorf
Auf lange Sicht macht die Konservierung nicht erneuerbarer Rohstoffe keinen rechten Sinn. (S. 313)
Für die Ansprüche kommender Generationen ist die Wachstumsfrage jedenfalls irrelevant. (S. 316)
Als im März 1989 der Tanker Exxon Valdez vor Alaska auseinanderbrach, galt dies als ökologische Mega-Katastrophe. Alle glaubten, daß sich die Natur des betroffenen Prince William Sunds nie wieder erholen würde. Doch nach nur drei Jahren waren die meisten Tiere wieder zurückgekehrt und fühlten sich wohl.


Miersch und Maxeiner in: Zeitschrift Focus 6/2002
"Noch sind die Fortschritte der Gentechnik im Agrarbereich nicht besonders spektakulär. Aber manche Projekte, an denen Wissenschaftler zurzeit arbeiten, könnten drängende Umwelt- und Menschheitsprobleme lösen. Dürretolerantes oder salztolerantes Getreide wäre für trockene Regionen ein wahrer Segen. Eine wiederkehrende Reissorte, die wie ein Beerenstrauch jede Saison neue Früchte trägt, könnte die jährliche Bodenbearbeitung überflüssig machen und damit Erosionsprobleme eindämmen. Ertragreichere Sorten retten Regenwälder und Savannen, denn ohne höhere Ernten auf gleich bleibender Fläche gerät die Natur immer stärker unter Druck. Führende Köpfe des internationalen Naturschutzes begrüßen deshalb die grüne Gentechnik. Nicht Greenpeace und Vandana Shiva, sondern Wissenschaftler wie Beyer und Potrykus haben die Moral auf ihrer Seite. Den Deutschen Umweltpreis verdienen sie für ihre Leistung allemal."

Michael Miersch in einem Interview der "Ö-Punkte", Winter 2001/02 (S. 12)
Die Voraussetzungen für effizienten und langfristigen Umweltschutz sind Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum. Dies zeigt sich nicht nur in den alten kapitalistischen Ländern, sondern auch in den schnell aufholenden Schwellenländern. Beispielsweise schreitet in Schwellenländern die „Effizienzrevolution“ (d.h. die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch) viel schneller voran als in Europa oder Nordamerika. ... Die Globalisierung. Sie verhilft armen Menschen zu mehr Wohlstand.

Michael Miersch, "Bin Laden ist kein Robin Hood", in: Die Welt, 9.10.2001
Die Ursachen von Hunger und Elend können beseitigt werden. Nicht durch internationale Sozialhilfeprogramme, sondern durch die Ausbreitung von Freiheit und Marktwirtschaft.

Michael Miersch in Welt-Online, 18.8.2008
Der größte Erfolg, den die Gentechnik-Labors der KWS bisher verzeichnen konnten, war - gemäß der Firmentradition - eine Rübe: die Roundup-Ready-Zuckerrübe. Obwohl sie erst 2007 in den Vereinigten Staaten auf dem Markt kam, wird sie dort bereits auf 250 000 Hektar angebaut. Ein stolzer Erfolg. Sie ist resistent gegen ein spezielles Unkrautvernichtungsmittel. So kann der Bauer alle konkurrierenden Wildpflanzen auf einmal abtöten, und nur die Rübe bleibt am Leben. ...
Über Monsanto hat inzwischen jeder schon mal etwas gehört, meistens nichts Gutes. Aber wer kennt die KWS? Vorstandssprecher Philip von dem Bussche ist diese Windschattenposition sehr recht. "Die Menschen sollen nicht das Gefühl kriegen, überrollt zu werden", sagt der gelernte Landwirt, dessen Familie heute noch mehrere Agrarbetriebe bewirtschaftet. "Wir führen den Dialog, aber wir werden uns unsere Forschung nicht kaputt machen lassen."

Hetzen, hetzen, hetzen - der journalistische Stil der Marke Maxeiner und Miersch
Kommentar der Marktradikalen Ex-Ökos Dirk Maxeiner und Michael Miersch in: Die Welt, 2.7.2009
Gurus der Gentechnikgegner Vandana Shiva und Percy Schmeiser ... Die beiden genießen bei ihren Anhängern Kultstatus, gelten jedoch unter Wissenschaftlern als Scharlatane. Wer sich eingehender über die Inderin und den Kanadier informiert, stellt fest, dass sie in ihren eigenen Ländern ungefähr so bedeutend sind wie hierzulande der Vorsitzende des Rohkost-Vereins in Hinterpfuiteufel. Doch in Deutschland werden sie auf jedes Podium gehievt, wo sie seit Jahren die gleichen, längst widerlegten Behauptungen über Grünen Gentechnik abspulen.

Aus: Die Frohe Botschaft Nr. 8, Rundbrief von Dirk Maxeiner und Michael Miersch
Maurice Strong, Vorsitzender des Umweltgipfels in Rio 1992 hat die aus seiner Sicht zwölf wichtigsten Schritte vorgeschlagen, mit denen den weltweiten Umweltproblemen am besten begegnet werden kann. Die meisten davon sprechen uns zutirefst aus dem liberalen Herzen. Zum Beispiel Vorschlag Nummer Drei: Behandelt die Erde und ihre Ressourcen als ob sie ein Unternehmen wäre.

Ausschnitte aus der Dankesrede von Michael Miersch auf dem InnoPlanta-Forum am 6.9.2010 nach Erhalt des InnoPlanta-Preises (Abschrift Tonbandmitschnitt, Originalworte in Anführungsstrichen)
Dank der Tageszeitung „Die Welt“ und TransGen, die er als solide Datenquelle selbst benutzt „gute Daten und Fakten ... eine wunderbare Institution“ ... „Raus aus der Defensive“ ... vergleicht Gentechnik mit Eisenbahn und veräppelt dann die Gegner von Stuttgart 21: „Bahnhöfe gehören jetzt auch schon den unverantwortbaren Risikotechnologien“ und vergleicht dann Notwendigkeit zu klaren Ansagen mit dem, was auch bei muslimischen Einwanderern besser nützt ... lobt von der Bussche und Marcinowski (37:16)

Dirk Maxeiner und Michael Miersch in "Die Welt", zitiert im im InnoPlanta/AGIL-Newsletter 2/2012
Offenbar glauben viele Menschen an eine Zukunft, in der Biobauern die Bevölkerung ernähren und Homoöpathen die Kranken heilen. ... In der Kampagne gegen die grüne Gentechnik haben nicht Argumente gesiegt, sondern eine irrationale Technik- und Wissenschaftsfeindlichkeit.

Die religiös anmutende Fortschrittsgläubigkeit gilt also nicht nur für die Gentechnik. Da dürfen für den Fortschritt schon mal Bomben fallen: "Doch wer Freiheit und Wandel mehr fürchtet als alles andere, dem hilft auch keine Lichterkette." (Miersch und Maxeiner in: Literarische Welt vom 26.04.2003) Dass sich verarmte Schichten überall in der Welt vor ihren autoritären Regierungen fürchten und zwangsweise ihre Phantasie einsetzen müssen, um mit alltäglichen Geschäften irgendwie das Überleben zu sichern, nennen Miersch und Maxeiner einfach mal "Kapitalismus von unten". Fazit dort: "Das Motto der kapitalistischen Graswurzel-Revolution in den Schwellen- und Entwicklungsländern könnte daher lauten: 'Freiheit kann man essen'." (Die Weltwoche Nr. 43 vom 23.10.2003)

Auf jeden Fall bleibt festzustellen: Bei Maxeiner und Miersch kann mensch Bücherberge durchlesen und Internetseiten in Massen konsumieren, ohne auf Quellenangaben oder Begründungen für die Behauptungen zu stoßen. Auch das ist ein typisches Kennzeichen. So wie etliche GentechnikforscherInnen mit ideologisiertem neu=gut und technisch=fortschrittlich ihren KritikerInnen die Wissenschaftlichkeit absprechen, so hauen Maxeiner und Miersch den GentechnikkritikerInnen immer wieder die Behauptung rein ideologischer Ablehnung um die Ohren. Aber tatsächlich sind sie, wie die Pro-Gentechnik-Wissenschaft auch, selbst die Prototypen solchen Denkens. Wer behauptet, die Kritik an der Agro-Gentechnik "sabotiere damit die Zukunft von Dritte-Welt-Ländern" (und nicht etwa Kriege, Vertreibung, Marktdiktat usw.) und "blockiere vielmehr ökologische Zukunftsoptionen", ohne auch nur ein Argument, geschweige denn eine Quelle zu nennen, ist Ideologe durch und durch. Erstaunlich ist der Erfolg solcher Phrasendrescher. Für die beiden letzten Zitate räumte ihnen die taz am 24.8.2002 Platz für einen umfangreichen Artikel ein. Ihre Bücher sind in etlichen renommierten Verlagen zu finden, die kritische Bücher seit Jahren ablehnen. Die eigene Laune rettet vielleicht, wer sich einredet, das läge nicht am Inhalt, sondern am plakativ-platten Niveau der Texte. Denn in der Literatur ist es ja oft wie in der Musik: Es verkauft sich meist nur gut, was richtig schlecht ist.
Das Buch mit PR-Projekt "Life counts" von Miersch, Maxeiner und ihrem Kollegen Michael Gleich wurde im übrigen unter anderem von Aventis finanziert und präsentiert. Deren Gentechniksparte ist jetzt Bayer CropScience.

Wer mehr genießen will, findet als Internetseiten, an der Maxeiner und Miersch mit Henryk M. Broder und mehreren stark konservativ eingefärbten PolitikerInnen und PublizistInnen arbeitet, die Achse des Guten. Hier herrscht Ideologie pur. Die BetreiberInnen stellen sich auf die Seite der US-Kriegspolitik nach den Anschlägen vom 11. September 2001, um damit eine ihrer Meinung nach gegebene "deutsche und europäische Mentalität der Zurückhaltung" anzuprangern, die sie als „Gutmenschentum“ oder „Appeasement“ bezeichnen. Antifaschisten seien "80%-Kommunisten", selbstverständlich ohne jede Quellenangabe. Nach eigener Darstellung ist die politische Ausrichtung des Weblogs „liberal und prowestlich“ - und auch mit diesen Begriffen bewegen sich die Autoren ausschließlich auf einem ideologischen Parkett (Wikipedia zur Achse des Guten). Die Neue Züricher Zeitung rezensierte Werke des Maxeiner/Miersch-Partners Broder schlicht als "Kampfschriften zur Verteidigung Europas und des Westens".

Noch ein Fall: Edgar L. Gärtner

Wer es schafft, Texte voll triefender Ideologie zu verfassen und dabei noch der anderen Seite genau das vorzuwerfen (ohne deren Argumente überhaupt zur Kenntnis zu nehmen), ist Kandidat für den absurdesten Preis in der Agro-Gentechnik: Den Journalistenpreis des Lobbyverbandes InnoPlanta. 2009 erhielt den beim ersten Mal Thomas Deichmann, der mit unfassbaren Dummheiten wie der Absage an einen gleichbleibenden Meeresspiegel und platter Werbung für die Atomenergie in der Tageszeitung "Die Welt" und andernorts auffiel. Ein Jahr später erhielt den Preis ein sehr ähnlich schreibender Kollege, nämlich Michael Miersch. 2011 nannte ZEIT-Redakteur Andreas Senkter Feldbefreiungen "Terror" - das war den Preis wert. Und 2012? Hier kommt ein Vorschlag, der auch an die ersten beiden Preisträger anknüpft, denn die hatten noch etwas Weiteres gemeinsam - sie waren ehemals Aktivisten in linken bzw. Ökogruppen. Das würde auch auf diesen Vorschlag zutreffen: Edgar L. Gärtner. Er war Macher der "Ökologischen Briefe" (zusammen mit Ex-DKP- und -Ökotest-Chef Räuschel), dann Chefredakteur des WWF-Journals und rutschte dann (wie so viele) immer mehr in die Arme der (zahlenden) Industrie. Heute betreibt er www.gaertner-online.de, eine platt-ideologische Kampfplattform für totalen Marktliberalismus. Und hetzt gegen die GentechnikkritikerInnen. Um den schon bestehenden Reigen an Plattitüden zu erweitern, nannte er diese jetzt "kindisch" und befand, dass es "ethisch geboten" sei, die Gentechnik zu nutzen. Seine Texte veröffentlicht er gerne in "eigentümlich frei", einer rechtslastigen Zeitung, die auch ansonsten versucht, die Thesen ziemlich wirrer Leute zu verbreiten, z.B. Thilo Sarrazins.
Also: InnoPlanta-Preis 2012 für Edgar Gärtner. Er steht für alles Dumme, was diesen Preis zu einzigartig macht!

Im Original: Edgar L. Gärtner auf seiner Homepage ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Ausgewählte Gärtner-Sprüche
Wenn die Staatsquote auf zehn Prozent gesunken ist, können wir wieder über Politik reden.
Der Normalzustand der Menschheit ist vermutlich das Mittelalter. Deshalb heißt dieses auch so.
Rechts ist in Deutschland verboten. Also sind wir alle links und der Teufel freut sich.
Linke können zwar im Prinzip, wollen aber nicht klar denken.
Wie kann sich in Europa jemand für kultiviert halten, der die Grundlagen des Christentums nicht kennt?
Deutsche Solarwirtschaft: Dumme auf Dummenfang.


Was Gärtner als Links empfiehlt bzw. auf seine Seite setzt:
Leugner des Klimawandels: Hartmut Bachmann, Liberalismus-Portal.de
Rechte und Verschwörungstheoretiker: Kopp-Verlag, ef-magazin, ZeitGeist, Wahrheiten.org
Anarcho- und Turbokapitalisten: Maxeiner/Miersch, Achse des Guten, Institut für unternehmerische Freiheit, NOVOargumente
Wind- und SolarkraftgegnerInnen: Nationale Anti-EEG-Bewegung (naeb), solarkritik.de, Wind & Crime
Konservative Politik: Vera Lengsfeld, Tageszeitung DIE WELT

Edgar Gärtner, Ex-Macher von Ökotest und anderen, stellt sich auf die Seite der USA und der Großindustrie in Sachen Klimaschutz, in: Novo, 11/2005 (S. 23 f.)

Insgesamt ist es gar nicht so selten, dass Ex-Ökos später die heftigsten GegnerInnen ökologischer Ideen sind. Das lässt sich psychologisch erklären: Die Personen bekämpfen mit ihrer besonderen Härte zum einen die ständigen Zweifel angesichts ihrer eigenen Biographie. Und zum anderen müssen sie besonders beweisen, jetzt auf der richtigen Seite zu sein - sich selbst und den anderen.

Weitere

 

CDU-Hetze gegen Umweltschutz

Besonders geeignet: Die CDU in Hessen. Der energiepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Roger Lenhardt, hetzte gegen die Vorstellungen des SPD-Ministerkandidaten Herrmann Scheer von einer weitgehenden Energiewende in Hessen. Mit diesem Text soll nicht Scheer verteidigt werden, der an einer seltsamen Loyalität zur Kriegs- und Sozialbbaupartei SPD festhält (auch wenn er oft sagt, dass er damit nicht übereinstimmt). Doch der CDU-Text spricht für sich.

Aus der CDU-Zeitung "Hessenkurier", August 2007 (S. 16)
Ypsilantis Energiedebakel: Gegenwind aus der eigenen Partei

Preiswerte Energie muss zu jeder Zeit in ausreichender Menge umweltschonend für unsere Wirtschaft und Bevölkerung zur Verfügung stehen. Das ist die oberste Prämisse, an der sich das Handeln der Energiepolitik orientieren muss.
Die aktuelle Diskussion wird davon bestimmt, wie hoch der Anteil einzelner Energieträger im Energiemix zukünftig sein kann. Die YpsilantiSPD hat sich bereits festgelegt: Die durch den Ausstieg aus der Kernenergie wegfallende Stromproduktion soll bis 2012 ZU 100 Prozent durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Im Klartext heißt das für Hessen: In nur fünf Jahren sollen 6o Prozent des hessischen Stroms, die derzeit vom einzigen hessischen Kernkraftwerk in Biblis kommen, vollständig ersetzt werden. Auch fossile Großkraftwerke schließt Ypsilanti explizit aus damit stehen insgesamt sogar go Prozent der hessischen Stromerzeugung nach dem SPD-Willen infrage.
Woher soll der Strom dann kommen? Wind, Sonne und Biomasse stehen bei Ypsilanti ganz oben auf der Wunschliste und sollen es richten. Allein zum Ersatz von Biblis wären das für Hessen rund 700 Fotovoltaikanlagen mit einem Flächenbedarf von jeweils 14 Fußballfeldern, rund 300 Biogasanlagen, die pro Landkreis über 10.000Hektar Ackerfläche für Energiepflanzen binden, und rund 600 Windkraftanlagen mit einer Höhe von 18o Metern, wie sie bislang ausschließlich vor der Küste im Einsatz sind. Dass sich die Ypsilanti-SPD über Größe und Zahl noch unschlüssig zeigt, verdeutlicht die Aussage des SPDGeneralsekretärs Schmitt zuletzt. Angesprochen auf diese Problematik, sagte er, es könnten ja durchaus auch 1.200 Anlagen werden.
Blind vertraut wird in der Parteizentrale unter Ypsilanti auf den Heilsbringer Hermann Scheer: Während auf Bundesebene der SPD längst klar ist, dass Scheer mit seinen Vorstellungen als energiepolitischer Geisterfahrer mehr Schaden anrichtet denn unterstützt, hat ihn Ypsilanti sogar zu ihrem Schattenminister für Wirtschaft und Umwelt erkoren. In sieben Jahren rotgrüner Bundesregierung wollte kein Verantwortlicher seine Energiepläne auch nur mit spitzen Fingern anfassen, er ist bis heute kein ordentliches Mitglied im zuständigen Fachausschuss im Bundestag und in BadenWürttemberg endete sein Engagement für die SPD mit einem Wahldesaster. Scheer ist seit Jahren überall in Deutschland mit seinem Versuch gescheitert, seine skurrilen Vorstellungen an den Mann zu bringen: Jetzt hat er mit der Ypsilanti-SPD einen dankbaren Abnehmer befunden. Zweifel? Während die Argumente des Gutmenschen und Heilsbringers Scheer von den SPDOberen für bare Münze genommen werden, galant den Fragen nach der Finanzierung oder Machbarkeit ausgewichen und die Verantwortung mal auf kommunale, dann auf regionale Ebene abgeschoben wird, scheint sich das Parteivolk an der Basis doch vermehrt und berechtigt Gedanken zu machen: über sichere, preiswerte und umweltschonende Energieversorgung Zum Beispiel auch über das nicht unerhebliche Problem der so genannten Grundlastversorgung um die Mindestmenge an Strom beispielsweise, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss. Diese Strommenge wird zwingend benötigt: also auch dann, wenn beispielsweise kein Wind weht, oder nachts, wenn die Solaranlagen nicht arbeiten.
In dem nicht unbedeutenden SPDBezirk HessenNord mit rund 26.000 Mitgliedern ist man jüngst zur Erkenntnis gekommen, dass Ypsilantis Vorstellung mit der Realität und Stimmung vor Ort unvereinbar ist. Der Bezirk hat ihr den sprichwörtlichen Wind aus den Segeln genommen: „Windenergie ist ... nach wie vor ungeeignet zur Absicherung der für die Sicherheit der Stromversorgung unentbehrlichen Grundlast", heißt es in einem Beschluss vom Parteitag im Juni. Aufgescheucht durch einen Focus-Bericht, versuchte Generalsekretär Schmitt vergeblich, die tiefe Spaltung der Partei in dieser Frage zu kitten vergeblich: Denn landauf, landab, wie auch im Odenwald, regt sich Widerstand. So sprach sich SPDLandrat Horst Schnur gegen weitere Windräder in seinem Kreis aus und erklärte ihn zur "Tabuzone".
Anspruch und Wirklichkeit auch die hessische SPD spürt, dass es ein großer Unterschied ist, naive Träumereien einer Landesvorsitzenden mit unzähligen Luftschlössern zu Papier zu bringen, diese aber auf der anderen Seite auch umzusetzen.

Nebenwiderspruch! Marxistische Phrasen und Abwege

Pöbelei gegen Umweltbewegung der 70er Jahre in: Junge Welt, 11.10.2007 (S. 16, d.h. die Sportseite!)
Vierzig Jahre später, eine sich am ökologischen Nebenwiderspruch abarbeitende soziale Bewegung ...

Gegen Radikalität

Neue Energie, Mai 2000
Die Einwände gegen die Protz-Show an der Leine bleibt oft oberflächlich und wenig fundiert. Auf die Frage nach konkreten Zahlen, beispielsweise zum Energieverbrauch während der Expo, findet Jörg Bergstedt von der Widerstandsgruppe „Projektwerkstatt“ in Reiskirchen bei Gießen nur eine polemische Antwort: „Die Expo ist eine Werbeveranstaltung für Atomkraft, Gentechnik, Bevölkerungskontrolle und so weiter. Da finde ich die Frage, wie viel Energie für diese Propaganda ausgegeben wird, völlig unwichtig. Die Propaganda selbst ist der Skandal.“