Geldanlagen
Zitate ++ Profite mit ko-Touch ++ -Punkte "Gr nes Geld" ++ Energie ++ Neue Natur

Realsatire: Titel eines Anlage-Werbeblattes ... der Fonds heißt tatsächlich so!
Kann Geld anlegen Sünde sein?
Nein, natürlich nicht: ... Der Markt für ökologische und ethische Kapitalanlagen ist eines der wenigen Wachstumssegmente auf dem Kapitalmarkt. ... Dieser Venture-Capital-Fonds investiert vor allem in dynamisch wachsende Unternehmen der regenerativen Energiebranche. Ziele des Venture Capital Fonds sind neue Produkte oder Projekte, deren Erfolgsaussichten groß, deren Risiken joedoch ebenfalls nicht gering sind, bis zur Marktreife zu entwickeln, z.B. die gigantischen Offshore-Projekte der kommenden Jahre. Unternehmen, die sich an diese Produkte und Projekte wagen, brauchen neben einem qualifizierten Management vor allem eines: Kapital.
(aus: Umweltkontor-Magazin, Nr. 1/2001, Werbeprospekt der Firma Umweltkontor)

Rechts und links: Ausschnitte aus den Titeln von Öko-Geldanlagenprospekten
"business as usual" nach dem Ökobank-Aus
Der Erfolg der UmweltBank mit ihrem Ansatz „finanzieller Gewinn durch Nachhaltigkeit“ zeigt nicht zuletzt, dass sich der Imageschaden für das ethisch-ökologische Finanzgeschäft durch das unglückliche Ende der Ökobank wohl in Grenzen halten wird. Wahrscheinlicher ist, dass links-alternative Werte wie Renditeverzicht und genossenschaftliche Transparenz endgültig zusammen mit der Ökobank zu Grabe getragen werden ... Trotz des Scheinters der Ökobank haben Alternativbanken eine Zukunkt. Voraussetzung dafür sei allerdings ein Paradigmenwechsel im Selbstverständnis ... Warum also nicht „Kopiervorlagen“ für Großbanken entwickeln und sich diese angemessen bezahlen lassen?
(aus: punkt.um, 7-8/2001, S. 10f)Schwieriger wird es beim Kauf von Fondsanteilen und von Aktien an der Börse. Hier wird auf den ersten Blick nur das Vermögen des Fonds oder des Vorbesitzers der Aktien erhöht. Die Firmen selbst haben davon nichts. Fliegt der Vorbesitzer mit dem Aktiengewinn für 14 Tage auf die Seychellen, erscheint der Öko-Nutzen des Kaufs fraglich.
(aus: kraut&rüben 8/2001)
Nach dem Boomjahr 2000 und der Kurskonsolidierung 2001 herrscht Katerstimmung für Wind- und Solaraktien. In den vergangenen 8 Wochen ist es zu einem massiven Kursverfall gekommen.
Das Ausmaß der Kursverluste ist aus Sicht von Murphy&Spitz Umwelt Consult nicht begründet. Nur ein Teil der Kursverluste ist auf fundamentale Aspekte zurückzuführen. So leidet Vestas A/S unter dem Ausstieg aus einem der bedeutendsten Märkte (Spanien) und einer geringeren Wachstumsdynamik, Umweltkontor AG unter dem Scheitern verschiedener Projekte (Biomasseprojekt, Venture-Capital-Gesellschaft) oder Energiekontor AG unter Fehlern der Vergangenheit (Fehlplanungen bei Windparkfonds) sowie Fehlern in der Kapitalmarktkommunikation (verbale Angriffe auf Wirtschaftspresse). Das Beispiel SolarWorld AG zeigt, dass positive Nachrichten - eine EBIT-Marge von 8 bis 9% in 2001 (ohne außerordentliche Gewinne), ein prognostiziertes EBIT-Wachstum 2002 über 25% - den Kursverfall aufgrund der negativen Stimmung derzeit nicht aufhalten können. Auf dem Kursniveau von 27 sehen wir ein sehr günstiges Kurs-/Gewinn-Verhältnis 2002 für SolarWorld von 13,2, für die Windparkprojektierer wird mit KGVs 2002 zwischen 7 und 20 gerechnet. Der Kursverfall vieler Unternehmen ist auch auf die Unsicherheit institutioneller und privater Investoren zurückzuführen. Offensichtlich dominieren bereits 8 Monate vor den Bundestagswahlen Befürchtungen über einen möglichen Wechsel der Regierung das Investorenverhalten. Murphy&Spitz Umwelt Consult hingegen sieht eine positive Weiterentwicklung auch unter veränderten politischen Rahmenbedingungen: Die Solarenergie ist eine High-Tech-Branche, die neue Arbeitsplätze und Exportchancen für Deutschland aufbaut. Gerade eine liberale Partei wird es sich nicht erlauben können, eine innovationsfeindliche Politik zu betreiben. Aufgrund der Vorbehalte in Teilen der CDU (Baden-Württemberg) und FDP (Möllemann) könnte es zu Kürzungen von Fördermaßnahmen für die Windenergiebranche kommen. Dies ändert jedoch nicht an den sehr guten internationalen Wachstumschancen.
Murphy&Spitz Umwelt Consult rechnet mit einer Kursverdopplung von ausgewählten Solar- und Windaktien noch in diesem Jahr.
(Pressemitteilung von Murphy&Spitz Umwelt Consult, 28.2.2002)
Krieg nützt Öko-Wirtschaft
Aus einer Pressemitteilung der Umweltfinanz, Berlin, am 14.2.2003
Ethisch-ökologisch orientierte Anleger haben jetzt die Möglichkeit ein Zeichen zu setzen.
Jörg-Henning Frank, Vorstand des Berliner Finanzdienstleisters Umweltfinanz AG, sagt: „Jeder kann Zeichen setzen! Neben den Möglichkeiten der demokratischen Meinungsäußerung ist auch ein Protest am Kapitalmarkt möglich. Mit einem enormen Hebel kann hier auf wirtschaftliche und damit auch auf politischen Entscheidungen Einfluß genommen werden.“ Privaten Kapitalanlegern könnte dabei eine besondere Bedeutung zukommen. Bereits während des Vietnamkrieges haben viele Anleger im Zuge der Antikriegsbewegung ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen, indem sie Aktien des Napalm Produzenten Dow Chemical verkauften und auf ethische Anlagen ohne Rüstungsbeteiligung zurückgriffen. Ein Ruck ging durch den Kapitalmarkt und eine neue Aktienkultur war geboren. So wurden auch aufgrund dieser Proteste 1968 die US-Bombardierungen in Vietnam eingestellt.Damals wie heute sind ethische Kapitalanlagen gefragt.
Finanziell erfolgreich und mit gutem Gewissen investieren.
Umweltbankgründer und -chef Horst P. Popp im Interview des eigenen Infodienstes bank&umwelt, 1/2007 (S. 6)
Wir sind sozusagen die bessere Ökobank und die bessere Deutsche Bank.
- Vorschlag für Mitbestimmungskriterien bei ethischen Geldanlagen
Der Profitwahn des Öko-Neoliberalismus
Scans aus der Zeitung "Euro Wirtschaftsmagazin" zum Schwerpunkt "Grünes Geld" (in Kooperation mit Öko-Invest)







Spekulation und Ökologie passen zusammen ... Übersicht über die Seiten der Aktienhandelfirma VALORA EFFEKTEN HANDEL AG
Auszüge aus der Ö-Punkte Schwerpunkt "Grünes Geld"
Die Winterausgabe 2001/02 der "Ö-Punkte" behandelte den Schwerpunkt "Grünes Geld". Hier folgen Auszüge ... (mehr hier ...)
Es gibt nicht „das Richtige“ – Qualität entsteht durch Entscheidungsfindung von unten
Der Schutz der Umwelt kann aus vielen Gründen erfolgen, z.B. zum Erhalt langfristiger Produktions- und damit Profitmöglichkeiten (Nachhaltigkeit), aus ästhetischen Gründen (Geschmackssache), als Gewinnanlage (Grünes Geld) oder als Argument für imperialistische Kriege (Grünhelme usw.). In allen diesen Fällen ist nicht klar, welche gesellschaftliche Bild der Natur vorherrscht und wieweit Umweltschutz gegen Menschen ausgespielt wird. Das aber senkt die Akzeptanz und wird langfristig den Umweltschutz schwächen.
Es gibt nur einen Garanten für einen langfristigen Umweltschutz – und das ist der Mensch selbst. Er ist, wenn er nicht (wie heute viele) über die Machtmechanismen verfügt, sich die Arbeitskraft oder die Umwelt anderer (Nahrungsmittel- und Energieerzeugung fernab, Tourismus usw.) anzueignen, auf eine intakte, lebenswerte Umwelt an seinem Lebensort angewiesen. Darum werden Menschen, die nicht über Herrschaftssysteme verfügen und nicht in Profitlogiken denken, kollektiv ihre Umwelt so gestalten, wie es für sie gut ist. Dann, wenn der Mensch wieder die Verfügungsgewalt über seine Umwelt hat, wird der Egoismus, d.h. der Wunsch zu einem besseren Leben, zum Antrieb, die Umwelt zu gestalten und zu schützen.
Dieser Logik widersprechen die meisten Projekte grüner Geldanlage und Fond“politik“. Statt eines Prozesses „von unten“ werden hochrentable Projekte durchgeführt, immer öfter auch gegen die Menschen, aber mit Hilfe der Herrschaftsstruktur Staat. Dadurch entstehen zwei Probleme: Die Akzeptanz sinkt und die AkteurInnen werden immer mehr in die Logik des Profitdenkens gedrängt, in der Umweltschutzgesichtspunkte am Ende keine Rolle mehr spielen. Umweltschutz ist dann gut, solange damit Gewinn zu machen ist (was zur Zeit einige Gesetze vor allem im Energiebereich herbeiführen). Ändern sich die Rahmenbedingungen, ist alles aus.
Das Gegenmodell wäre eine Wirtschaft, die von unten organisiert wird. Jedes Dorf, jeder Häuserblock usw. produziert die eigene Energie aus Sonne, Wind, je nach Standort Wasser und vor allem der Biomasse. Sie organisieren ihre Versorgung und ihren Austausch mit anderen selbst.
(Grundtext als Einleitung des Schwerpunktes, Autor: Jörg Bergstedt, Institut für Ökologie)
Zuerst muss man sich doch fragen, ob der Aufbau nachhaltiger Strukturen ohne wirtschaftliche Anreize überhaupt in Gang kommen kann? Meine Antwort ist ein klares Nein. ... Unter der Voraussetzung fairer Rahmenbedingungen (...) führt Wettbewerbsdruck zu Effizienzsteigerungen und damit zur Reduktion von Ressourcenverschwendung. Das kommt letztlich auch Mensch und Natur zugute.
(Oliver Storz, Umwelt+Investition, im Interview der Zeitschrift "Ö-Punkte", Winter 2001/02, S. 15)Es ist zu sehr zentralisiert und schränkt durch die wirtschaflichen Spielregeln zu sehr ein - in dem Sinne, daß der Mensch sozusagen nur als Kunde am Spiel beteiligt ist, aber wenn er kein Geld mehr hat, sich eigentlich aus der Arena verabschiedet.
(Jörg Blunk, Ex-Geschäftsführer UmweltSecur, im Interview der Zeitschrift "Ö-Punkte", Winter 2001/02, S. 17)Leider werden z. B. bei der Windenergie die Projekte immer teuerer. In jedem Fond werden die selben hohen Kosten für Konzeption, Bankgarantien, Vermittlungsgarantien oder –gebühren, um nur einige zu nennen, angesetzt obwohl es sich um die xte Wiederholung handelt. Durch den Steuerrückfluss werden diese overhead-kosten, bis zu 30 % des ein-gelegten Eigenkapital „kompensiert. Für mich sind – und ich habe einige Projekte durchgerechnet- die meisten Wind-fonds grüne Bauherrenmodelle ...
(Jürgen K. Hermannsdörfer, HerMerlin, im Interview der Zeitschrift "Ö-Punkte", Winter 2001/02, S. 17)
Die verfügbaren ökonomischen und ökologischen Daten zeigen: In Länder mit einem hohen Grad an wirtschaftlicher Freiheit geht es den Menschen und der Umwelt besser als in Systemen, die die angeblich schädliche „die Logik des Profitdenkens“ durch planwirtschaftliche Instrumente außer Kraft setzen. Die Voraussetzungen für effizienten und langfristigen Umweltschutz sind Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum. Dies zeigt sich nicht nur in den alten kapitalistischen Ländern, sondern auch in den schnell aufholenden Schwellenländern. Beispielsweise schreitet in Schwellenländern die „Effizienzrevolution“ (d.h. die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch) viel schneller voran als in Europa oder Nordamerika. Vergleicht man die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Daten von vor 50 Jahren, vor 25 Jahren und heute, zeigen sich für die kapitalistischen Länder eindeutig folgende Trends:
- Weniger Hunger
- Weniger Armut
- Geringere soziale Unterschiede
- Längere Lebenserwartung
- Geringere Kindersterblichkeit
- Mehr Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln
- Höhere Bildung
- Mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen
- Mehr Länder mit demokratischen Systemen
Nimmt man die am weitesten entwickelten Staaten (Europa und Nordamerika) zeigen sich zusätzlich folgende Trends (die bereits auch in Schwellenländern sichtbar werden):
- Bessere Luftqualität
- Bessere Gewässerqualität
- Strengere Umweltgesetze
- Verbot von immer mehr Umweltgiften
- Mehr Naturreservate
- Rückkehr einstmals nahezu ausgerotteter Tierarten
... Mehr marktwirtschaftlichen Naturschutz, besonders in Entwicklungsländern. Wenn es gelingt, den Erhalt von Naturgebieten konkurrenzfähig zu machen gegen Getreideanbau und Viehwirtschaft, dann wird der Kampf um die Artenvielfalt gewonnen.
(Michael Miersch im Interview der Zeitschrift "Ö-Punkte", Winter 2001/02, S. 17)
- Ö-Punkte 4/2001 mit Schwerpunkt "Grünes Geld" (PDF)
Regenerative Energien - immer mehr profitabel, immer weniger ökologoisch
Beispiel: Neue Solaranlage
Vorher
Nachher
- Mehr auf der Extra-Seite zu Profit und regenerative Energie
Das neue Leitbild der Natur: Ordentlich und profitabel
Abbildung in einem Prospekt der Firma "Abakus Finanz GmbH" mit Werbung für nachhaltige Geldanlage: Schön ist eine ausgeräumte, ordentliche Rapslandschaft.

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