Ziele und Programme von NGOs

Diese Seite ist umgezogen nach hier ...

Definitionen

Nach Wahl (...) sind unter NGO freiwillige Zusammenschlüsse zu verstehen, die staats- und parteiunabhängig, nicht an wirtschaftlichen Gewinn und auch nicht an den Eigeninteressen ihrer Mitglieder orientiert sowie weder ethnisch, noch national, religiös oder geschlechtsspezifisch exklusiv sind. Dies ist freilich zunächst einmal eine eher rnormative und selbstbeschreibende Konstruktion, die in der Realität kaum volle Entsprechungen finden dürfte. ...
NGO sind in der Regel eben nicht nur idealistische Sachwalter wie auch immer definierter Menschheitsinteressen sondern notwendigerweise auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und Kalkülen arbeitende "Moral"-Unternehmen.
(Joachim Hirsch, Des Staates neue Kleider, in: Ulrich Brand u.a., 2001, Nichtsregierungsorganisationen in der Transformation des Staates, Westf. Dampfboot in Münster, Seite 15f)
Programmatische Aussagen von NGO
Positiv an der Entwicklung seit „Rio“ ist nach Ansicht des DNR, dass Themen wie die Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Entwicklungsfragen aus der Weltpolitik nicht mehr wegzudenken seien.  Für den nächsten Weltgipfel 2002 in Johannesburg bestünden im Zusammenführen von Globalisierung und Nachhaltigkeit sowie in der Ökologisierung der Weltwirtschaftsverhandlungen die größten Herausforderungen. „Vielleicht gelingt es in Johannesburg, den Vorschlag des deutschen ‚Rats für nachhaltige Entwicklung‘ zu verwirklichen und eine Weltkommission für Nachhaltigkeit und Globalisierung einzurichten“, bezeichnete Weinzierl als wichtiges umweltpolitisches Ziel für 2002.
(Pressetext auf ots zur Jahresbilanz von DNR-Präsident Hubert Weinzierl)
... dass NGO auch an charakteristischen Schwächen der neuen sozialen Bewegungen teilhaben (...):
  • Themenselektivität ... Konzentration auf Einzelthemen und spezifische Themenbereiche ... damit wächst die Kluft zwischen den jeweils punktuell wahrgenommenen globalen Problemen einerseits und der zu ihrer Lösung notwendigen Veränderungtiefe andererseits, die nur durch integrierte und umfassende Konzepte zu erzielen wäre.
  • Moralisierung ... viele Bewegungsmobilisierungen reduzieren komplexe Themen au simple Bilder, um damit mediengerechte Kampagnen ausstaffierehn zu können. Die politische Auseinandersetzung wird so auf Skandalisierungen verkürzt, die nicht sonderlich zur politischen Aufklärung, verbesserten politischen Willensbildung ode Aktivierung geeignet sind.
  • Legitimationsprobleme. Interne Demokratie und öffentliche Legitimation (z.B. der Einfluß von Spendern und Mitgliedern auf Kampagnen) sind nicht nur ein Problem der traditionellen bürokratischen Großorganisationen der Interessensvermittlung, sondern stellen sich gleichermaßen für NGO und soziale Bewegungen. Je größer der Einfluß, der letzten im politischen Prozeß zugebilligt wird, desto drängender werden solche Demokratieprobleme.
(Roland Roth, NGO und transnationale soziale Bewegungen ..., in: Ulrich Brand u.a., 2001, Nichtsregierungsorganisationen in der Transformation des Staates, Westf. Dampfboot in Münster, Seite 54)
NGO stellen gewissermaßen eine Parallele zur Entwicklung von grünen Parteien dar. Im letzteren Fall professionalisieren sich politische Aktivisten, indem sie zu beruflichen Parteipolitikern und Parlamentariern werden. In einem kleinen Segment der sozialen Bewegungen, vor allem dem Umweltbereich, professionalisieren sich Bewegungsaktivisten, indem sie Nichtregierungsorganisationen gründen. Eine vergleichbare Entwicklung gibt es auch im Bereich der internationalistischen Solidaritätsbewegung. Durch die vor allem von der Sozialdemokratie mit dem Brundtland-Report vorangetriebene Diskussion über nachhaltige Entwicklung und die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro wurden beide politischen Stränge Ende der achtziger und frühen neunziger Jahre eng miteinander verknüpft. Mehr als in anderen erlangten NGO in diesen beiden Bereichen die Anerkennung durch zwischenstaatliche Organisationen und durch nationale Regierungen. Einzelne Staatsapparate und Stiftungen unterstützen NGO direkt finanziell und indirekt durch Steuererleichterungen sowie durch Kooptation in den politischen Beratungsprozeß. ...
... im Zusammenspiel mit den Medien reduzieren einige der von diesen aufgewerteten NGO die Komplexität weltgesellschaftlicher Zusammenhänge auf wenige und scheinbar unmittelbarer politischer Praxis zugängliche Themen, Personen oder Verhandlungsarenen.
(Alex Demirovic, NGO, Staat und Zivilgesellschaft, in: Ulrich Brand u.a., 2001, Nichtsregierungsorganisationen in der Transformation des Staates, Westf. Dampfboot in Münster, Seite 142ff)
Frage: Ist der Kapitalismus mit seiner Wachstumslogik überhaupt zukunftsfähig?
Loske: In der Studie haben wir gesagt: Gut leben statt viel kaufen.
(Interview der taz mit Reinhard Loske, Grünen MdB, taz 28.1.2002, S.5. Gemeint ist die Studie Zukunftsfähiges Deutschland, die Antwort ist vollständig zitiert!)

Irgendwie alles ist schuld ...
Auszug aus einem Rundbrief des Forum Umwelt&Entwicklung, zitiert in konkret 4/96 (S. 36)

Doch die Hindernisse, die einer nachhaltigen Entwicklung entgegenstehen, sind vielfältig. Sie reichen von menschlicher Habsucht und Gleichgültigkeit gegenüber natürlichen Ressourcen, Armut und sozialer Ungerechtigkeit bis zur Unausgeglichenheit nationaler und internationaler Zahlungs- und Handelsbilanzen. So hat sich die Menschheit in einem Netz vieler sich gegenseitig verstärkender Faktoren verfangen.

Links

Zu Hoppetosse +++ projektwerkstatt.de +++ Direct Action. Zum Anfang.