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Den Markt zum Gärtner machen
Ich will den Kapitalismus lieben, und ich schaff' es auch!

Zitate ++ Pro Markt ++ Rettet die Banken ++ Mehr Wachstum ++ Alternativ-Profitler ++ Kritik ++ Links

Heiteres Zitateraten: Von wem (Organisation bzw. Person) stammen diese Zitate?
1. "Die ... hat von Anfang an auf die Marktwirtschaft gesetzt." (bei "..." stand die Organisation, die es zu erraten gilt)

2. "Ich bin kein Antikapitalist. Im Übrigen war ich nie gegen jegliche Militäreinsätze."
" Ich bin nach realistischer Abwägung der Vor- und Nachteile ein Befürworter der Marktwirtschaft."

3. Antwort auf die Frage "Was tun, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht?":
"Doch es gibt eine intelligente Lösung, die sowohl mit Überschuss- als auch mit Mangelproblemen fertig werden kann, die Marktwirtschaft."

4. "Die Stärke des Marktes liegt darin, über den Wettbewerb alle Teilnehmer zu veranlassen, beständig auf den bestmöglichen Einsatz von Kapital, Material, Menschen und Zeit zu achten."

5. "In einem in obigem Sinne reformierten System, das die richtigen Marktanreize setzt, könnten die dem Kapitalismus innewohnenden innovativen Kräfte positiv genutzt werden."
(Lösungen unten auf der Seite)

Im Original: Lobeshymnen auf den Kapitalismus ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Pro Vermarktwirtschaftlichung der Energie weltweit
Aus: Ergebnisse der Commission on Sustainable Development, in Umwelt 6/2001, BMU Berlin (S. 373)
In der energiepolitischen Diskussion wurde u.a. die Notwendigkeit des freien Zugangs zu Energiedienstleistungen als Voraussetzung für die Beseitigung von Armut und die Verbesserung der Umwelt- und Gesundheitsbedingungen hervorgehoben ...

Thilo Bode, Geschäftsführer von Greenpeace International in einem Thesenpapier zum 7. Jahreskolloqium der Alfred Herrhausen Gesellschaft am 2./3.7.1999 in Berlin (Quelle)
In einem in obigem Sinne reformierten System, das die richtigen Marktanreize setzt, könnten die dem Kapitalismus innewohnenden innovativen Kräfte positiv genutzt werden.

Michael Miersch in einem Interview der "Ö-Punkte", Winter 2001/02 (S. 12)
Die Voraussetzungen für effizienten und langfristigen Umweltschutz sind Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum. Dies zeigt sich nicht nur in den alten kapitalistischen Ländern, sondern auch in den schnell aufholenden Schwellenländern. Beispielsweise schreitet in Schwellenländern die „Effizienzrevolution“ (d.h. die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch) viel schneller voran als in Europa oder Nordamerika. ... Die Globalisierung. Sie verhilft armen Menschen zu mehr Wohlstand.

Michael Miersch, Bin Laden ist kein Robin Hood, in: Die Welt, 9.10.2001*
In vielen Kommentaren wird die angebliche Ausbeutung der Entwicklungsländer einfach als gegeben vorausgesetzt, um dann auf dieser scheinbar allgemeingültigen Basis weiter zu argumentieren. Doch diese Grundannahme ist falsch und wird auch durch ständige Wiederholung nicht wahr. Alle messbaren ökonomischen Tatsachen sprechen dagegen. Die ärmsten Länder haben die geringsten Wirtschaftsbeziehungen zur westlichen Welt. Die viel geschmähten Multinationalen Konzerne sind gerade dort kaum vertreten. Entwicklungsländer, die sich jedoch dem Weltmarkt öffneten, wandelten sich von armen Agrarstaaten zu erfolgreichen Konkurrenten ihrer ehemaligen Kolonialherren. ... Die Ursachen von Hunger und Elend können beseitigt werden. Nicht durch internationale Sozialhilfeprogramme, sondern durch die Ausbreitung von Freiheit und Marktwirtschaft.
*Der Verband UnternehmensGrün (sich selbst als ökologisch verstehende Betriebe) äußerte sich in seinem Magazin "Forum" 2/2002 begeistert über die Theorien von Miersch und Maxeiner (S. 22).

Aus: Natur&Kosmos, Juli 2001 (S. 46)
Den Kapitalismus pauschal zu verteufeln, ist fraglos Unsinn.

Klaus Werner/Hans Weiss, 2001: Schwarzbuch Markenfirmen (S. 30)
Arm und Reich ... Nicht nur Wirtschaftsvertreter argumentieren, dass gerade dieses Ungleichgewicht eine Dynamik erzeugt, in der Investitionen von reichen Ländern in die ärmeren Länder fließen und dort langfristig Wohlstand erzeugen werden. Und damit haben sie im Prinzip Recht. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass nicht alle Einwohner ärmerer Länder von der Subsistenzwirtschaft, also von der Hand in den Mund leben wollen. „Es gibt nur eines, das schlimmer ist, als von den Multis überrollt zu werden: nicht von den Multis überrolt zu werden“, schreibt Ulrich Beck.

Aus "Die Frohe Botschaft" Nr. 11 (von Dirk Maxeiner und Michael Miersch), www.maxeiner-miersch.de
In großen deutschen Magazinen wirbt das Umweltministerium mit geistreicher Symbolik. Ein junger Fußballspieler tritt mit dem Fuß auf die runde Reaktorkuppel eines Kernkraftwerkes. Text: "Deutschland wird Weltmeister. Jedenfalls beim schnellsten Atomausstieg." Wir vermuten, das wird ein Eigentor. Viele Menschen würden sich wünschen, Deutschland würde Weltmeister in Wissenschaft, Bildung und Wirtschaftswachstum.

Vorwort von Murphy&Spitz, "Green Capital" Nov./Dez. 2003 (S. 1)
Deutschland modernisiert sich
Demokratische Mehrheiten in der Politik, der Wunsch der Menschen, die technische Machbarkeit und da ökonomische Interesse von Unternehmen/Landwirtschaft bilden eine Koalition des Fortschritts. Eine mächtige Koalition des Fortschritts. ... Heute - zum Zeitpunkt des Durchbruchs zukunftsgerichteter Konzepte - profitiert unser Land davon, der Erfolg wird sichtbar: Die Erneuerbaren-Energien haben mehr als 100.000 Menschen Arbeitsplätze gebracht, bei den biogenen Treibstoffen bleibt die Mehrheit der Wertschöpfung in Deutschland. Nicht bei den Herrschern der von Kriegen zerrütteten Ländern wie Irak, Tschetschenien oder Afghanistan. Die "Scholle", Jahrtausende gepflegter Nährboden der Menschen, wird wieder mit Würde und einem nachhaltigen Plan für die Zukunft von der biologischen Landwirtschaft gepflegt. Deutschland entwickelt sich zu einem Vorreiter in die nachhaltige Moderne. ... Wie vom Team von Murphy&Spitz Umwelt Consult sind stolz darauf, Ihnen Projekte und Beteiligungen vorzustellen zu können, die die Finanzierung dieses Fortschritts mitermöglichen.

Interview mit Richard Stallman über die Open Source Bewegung
Nun, wir sind überhaupt nicht gegen Kapitalismus.

Ex-Öko feiert Gentechnikunternehmen - Ablenkung durch Monsanto hilft deutschen Unternehmen
Michael Miersch (Ex-Umweltredakteur beim HR) in Welt-Online, 18.8.2008
Der größte Erfolg, den die Gentechnik-Labors der KWS bisher verzeichnen konnten, war - gemäß der Firmentradition - eine Rübe: die Roundup-Ready-Zuckerrübe. Obwohl sie erst 2007 in den Vereinigten Staaten auf dem Markt kam, wird sie dort bereits auf 250 000 Hektar angebaut. Ein stolzer Erfolg. Sie ist resistent gegen ein spezielles Unkrautvernichtungsmittel. So kann der Bauer alle konkurrierenden Wildpflanzen auf einmal abtöten, und nur die Rübe bleibt am Leben. ...
Über Monsanto hat inzwischen jeder schon mal etwas gehört, meistens nichts Gutes. Aber wer kennt die KWS? Vorstandssprecher Philip von dem Bussche ist diese Windschattenposition sehr recht. "Die Menschen sollen nicht das Gefühl kriegen, überrollt zu werden", sagt der gelernte Landwirt, dessen Familie heute noch mehrere Agrarbetriebe bewirtschaftet. "Wir führen den Dialog, aber wir werden uns unsere Forschung nicht kaputt machen lassen."

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Pro Markt

Ein Teil der Natur- und Umweltschutzbewegung kommt aus konzernnahen Sphären. Der heutige Naturschutzbund wurde von VogelliebhaberInnen aus Unternehmerfamilien gegründet. Schlimmer erging es dem WWF, zu dem sich Wirtschaftsführer, Jäger und Adlige zusammenfanden. Auch der Club of Rome hat solche Wurzeln. Doch unumstritten war eine solche Orientierung nicht. Andere Wurzeln der Umweltbewegung (z.B. der BN als Vorläufer des BUND in Bayern) wollten obrigkeitsstaatliche Konzepte stärken und hatten kaum Beziehungen zu Konzernen. Die Bürgerinitiativen der 70er und 80er Jahre gründeten sich meist aus konkreten Konflikten. Nicht selten waren Firmen dabei ihre direkten Gegenspieler. Kleine, aber laute Strömungen mit betont antikapitalistischen Positionen entstanden z.B. in den Kämpfen gegen Atomkraftwerke. Es ist also eine eher neue Erscheinung, dass Ökonomie und Ökologie in den meisten Teilen der Umweltbewegung als gut vereinbar betrachtet werden.

Dieser Schwenk der Umweltschutzbewegung Richtung Neoliberalismus vollzog sich vor allem in den 90er Jahren und fand auch in den Symbolen einen deutschen Ausdruck. Wer z.B. das Folgende in den 80er Jahren angekündigt hätte, wäre ausgelacht worden - und doch passierte es: Der Förderverein Ökosteuer schuf einen Adam-Smith-Preis, benannt nach dem Theoretiker des totalen Marktes. Er vergab ihn 2009 ausgerechnet an den Erfinder des börsennotierten Handelns mit Luftverschmutzungsrechten.
Was sich hier zugespitzt zeigt, ist aber in den vergangenen zwei Jahrzehnten der Mainstream einer durch Begriffe wie Nachhaltigkeit oder entkoppeltes Wachstum, später mit modernen Anglizismen wie "Green New Deal" geprägten Umweltdebatte.

Im Original: Jubel über Marktwirtschaft ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Ex-ÖDP-Bundesvorsitzender Hans-Joachim Ritter im Interview der Ökologie&Politik März 2002 (S. 24)
Die ÖDP hat von Anfang an auf die Marktwirtschaft gesetzt.

Aus Dirk Maxeiner/Michael Miersch, 2002: "Die Zukunft und ihre Feinde", Eichborn in Frankfurt (S. 198)
Auch Ökolandbau ohne Marktwirtschaft wird zu neuen Fehlentwicklungen führen.

Aus Eppler, Erhard (2005): "Auslaufmodell Staat?", Suhrkamp Verlag in Frankfurt (S. 169)
Mit der Komplexität moderner und überdies globaler Wirtschaft kommt nur der Markt zurecht.

Antwort von Wolf von Fabeck, Vorsitzener des Solar-Fördervereins, auf die Frage "Was tun, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht?", in: Solarbrief 2/07 (S. 27)
Doch es gibt eine intelligente Lösung, die sowohl mit Überschuss- als auch mit Mangelproblemen fertig werden kann, die Marktwirtschaft.

Aus der Kurzfassung der Studie "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt" (BUND, EED, Brot für die Welt im Jahr 2008, S. 19)
Die Stärke des Marktes liegt darin, über den Wettbewerb alle Teilnehmer zu veranlassen, beständig auf den bestmöglichen Einsatz von Kapital, Material, Menschen und Zeit zu achten

Pro Privatisierung der Rente
Aus energiewerkbrief 1/2002 (S. 7)
Die Branche für erneuerbare Energie und Energie-Effizienz wird von der gesetzlich vorgegeben Struktur der "Riester-Rente" profitieren. Der nachhaltigken Energiewirtschaft lassen sich beste Zukunftsaussichten vorhersagen.
Aus dem Hauptantrag zum neuen ÖDP-Parteiprogramm, Quelle: Delegiertenunterlagen zum Parteitag 13./14.4.2002 in Halberstadt (S. 69)
Es müssen ... marktkonforme Steuerungsmechanismen ... entwickelt werden.

Gilt auch für politische Organisationen selbst
Aus dem Vorwort in der iz3w Januar 2007 (S. 3)
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns den Gesetzen des Marktes zu unterwerfen: Kosten sparen und trotzdem mehr verkaufen.
Die Zeichen des Wandels

Die Wende vom staats- zum marktorientierten Umweltschutz ist ein Kind der Zeit gewesen. Der Neoliberalismus mit seinem Hang, alles zu privatisieren, dem freien Spiel der ausbeutenden Kräfte im Markt zu überlassen und davon auch noch etwas Gutes zu erwarten, prägte die Politik aller Parteien. Die SPD arbeitete sich auf das zu, was Gerhard Schröder als Genosse der Bosse dann ab 1998 bundesweit umsetzen sollte. Die Grünen wurden vom Schrecken zum Partner der Industrie - und selbst die Linken machten dort, wo sie an der Regierung waren, von Gentrifizierung (wie in Berlin) bis zur Förderung der Agrogentechnik (wie in Mecklenburg-Vorpommern) oder anderer Industriezweige alles mit.

Das Ergebnis ist heute ein weitgehend marktorientierter Umweltschutz. Ohne großen Widerspruch, oftmals sogar unter Beifall der Umweltverbände, konnten profitorientierte Konzepte wie der börsennotierte Zertifikatehandel von Luftverschmutzungsrechten politisch durchgesetzt werden. Es waren Umweltschutzorganisationen selbst, die für den Abbau der BürgerInnenbeteiligung kämpften, um die von ihnen favorisierten Ökoprojekte (z.B. Windenergieanlagen) durchsetzen zu können. Die Menschen waren und sind die Feinde des Umweltschutzes. Das waren sie in Zeiten der Umweltpolitiken, die kraft autoritärem Staat das vermeintlich Gute erzwingen wollten. Und das sind sie in Zeiten des Marktglaubens.

Aus Thomas Barth (2014), "Politik mit der Umwelt" (S. 236)
BUND und Greenpeace setzten in den 1990ern bei einigen Differenzen auf eine neue Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie. Der BUND argumentierte allerdings im Rahmen der Standortlogik und kehrte gemeinsam mit Akteuren aus den 'grünen' Kapitalfraktionen (hier dem BJU) die Argumentation lediglich um: Gerade eine ökologisch ausgerichtete soziale Marktwirtschaft sei vorteilhaft für den innovativen Standort Deutschland und schaffe Arbeitsplätze (BUND 3/94). Greenpeace wiederum begrenzte das eigene Lösungsangebot auf die Forcierung technisch machbarer Verfahren, wobei weder soziale noch gesellschaftsstrukturelle Gesichtspunkte in den Blick kamen (GP 2/93). Den letztgenannten Standpunkt vertrat von den hier untersuchten Organisationen allein Robin Wood, indem die kapitalistische Produktionsweise als maßgebliche Ursache der ökologischen Krise thematisiert und technische Lösungen, aufgrund ihrer Tendenz zur Problemverschiebung, als unzureichend betrachtet wurden (ROWO 4/92a).

Aus Friedrich Schmidt-Bleek (2014), "Grüne Lügen", Ludwig-Verlag in München (S. 20 im gleichen Absatz!)
Wir sind Gefangene einer Zivilisation, die uns zwingt, die Umwelt zu zerstören, um Erfolg zu haben. ...
Es bedarf eines Richtungswechsels, durch den wirtschaftliches Wachstum von materiellem Wachstum abgekoppelt wird (zum Beispiel durch die Stärkung von Dienstleistungen).

Verengungen des marktorientierten Umweltschutzes

Ob nachhaltiges Wirtschaften, "Green New Deal" oder andere, kunstvolle Verknüpfungen des strukturell Unvereinbaren (Profit- und Verwertungszwang versus Mensch/Umwelt) - all diese Konzepte weisen Blindflecke und analytische Probleme auf. Sie ähneln sich.

Im Original: Nicht mehr als Verbraucher_in?... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus Thilo Bode (2003): "Die Demokratie verrät ihre Kinder" (S. 150)
Die Hersteller jedoch verlangen von den Verbrauchern mehr, als sie sich selbst zumuten, nämlich unökonomisches Verhalten. Sie agieren wie Hehler, die Kunstwerke zum Schleuderpreis anbieten und sich dann entrüsten, daß Kunstliebhaber die Angebote zu einem derartig, unter dem Wert liegenden Preis erwerben. Hersteller und Verbraucher befinden sich in einer Täter Opfer Beziehung, in der der Täter alles versucht, dem Opfer nicht nur die Mittäterschaft, sondern auch die Alleinverantwortung zuzuweisen. Beide verhalten sich aber auch als ökonomische Akteure, jenseits moralischer Kategorien. Vom Unternehmen zu erwarten, freiwillig Verluste zu machen, ist genauso weltfremd, wie von den Verbrauchern zu erwarten, sich freiwillig gegen ihren Geldbeutel zu entscheiden.
Internationaler Wettbewerb - die freie Marktwirtschaft ist das Wichtigste

Aus einer Mail am 9.8.2013 von Reinhard Wiesemann, Erfinder des Unperfekthauses und anderer Einrichtungen in Essen
Unsere freie, offene Gesellschaft im Westen ist der wahre Konkurrenzvorteil, und die Megaerfolge "Google", "Facebook", "Twitter" sind die ersten Produkte, die nicht mehr auf Rohstoffen, Wissenschaft oder Technologie basieren, sondern darauf, dass wir frei und offen im Westen leben können, und dass freier Umgang miteinander ein Vorteil ist. In China und vielen anderen Ländern sieht man das ganz anders, da sind Produkte dieser Art, die im Westen entstehen und Megaerfolg haben, über mindestens eine Generation nicht möglich. Schön, dass wir weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal im Westen haben - auch wenn dieses bisher völlig unerkannt ist m.E..

Hunger als Kaufkraftproblem: Arme Länder sollen "ertüchtigt" werden
Valentin Thurn (abgehobener Nutznießer des Container/Lebensmittelwegwerf-Medienhypes) in: konkret 1/2015 (S. 45)
Hunger ist mangelnde Kaufkraft.
Frage: Wie können die Hungernden ihre Kaufkraft steigern?
Die Länder und Regionen müssen dazu ertüchtigt werden, sich selbst zu versorgen ...

Schon wieder "Schaffen statt raffen"? Realwirtschaft ist super!

Aus "bankspiegel extra" der GLS Bank zur Ausgabe 3+4/2008 (S. 4)
Da in der arbeitsteiligen und global organisierten WIrtschaft nichts ohne Geld und Kapital funktioniert, ist die gesamte Wirtschaft von einem funktionsfähigen Finanzsystem abhängig. Vor dem Hintergrund der Krise ist zu fragen, welche Leistungen des Finanzmarktes der Realwirtschaft und damit dem Wohlstand der Gesellschaft dienen, und welche Leistungen nur Selbstzweck des FInanzmarktes sind. Dort, wo es mit abstrakten Produkten und auf spekulative Weise nur darum geht, mit Geld Geld zu verdienen, liegt die Vermutung nahe, dass es sich nicht um eine Dienstleistung für die Realwirtschaft handelt. Dort, wo konkrete Investitionen finanziert werden, geht es nachvollziehbar um eine wirksame Dienstleistung des Finanzmarktes.

Rettet die Banken

Lange Zeit waren die Banken das personifizierte Schreckgespenst ... in peinlich oberflächlicher Analyse polemisierten Linke gegen die Finanzwirtschaft, die die gute Realwirtschaft (Atomkraftwerke, Flughäfen, Autobahnen, Rüstung ...) ruinieren würden. Als es aber 2008 den Banken an den Kragen ging, wollten alle sie retten. Statt Feierlaune über das Ende einer Profitbranche gab es Steuermilliarden und den Ruf nach mehr Sicherheit für die Finanzjongleure - auch von links.

Aus "Unsere Gelben" in: FR, 4.11.2008 (S. 17)
Die Commerzbank bekommt mehr als acht Milliarden Euro vom Staat. Und das ist gut so, auch wenn das Steuergeld genauso dringend von Universitäten, Krankenhäusern oder den vom Staat bewusst in Armut gehaltenen Beziehern von Arbeitslosengeld II benötigt wird. Denn an einem können auch die Stammtische der Republik nichts ändern: Deutschland braucht starke Banken, mit deren Hilfe die Unternehmen in die Zukunft investieren können.

Aus "bankspiegel extra" der GLS Bank zur Ausgabe 3+4/2008 (S. 2)
Auch diejenigen, die schon seit langem vor dem Wall Street Kapitalismus gewarnt haben, sind darum angehalten, jetzt konstruktiv an Lösungen mitzuarbeiten. ...

Mehr "Realwirtschaft" & Wachstum (Autos, Straßen, Flugplätze, AKWs, Panzer ...?)

Aus der Linkspartei-Zeitung Clara 10/08 (S. 9) im "Lexikon der Finanzkrise" (zum Artikel von Ulrich Maurer)
Die Europäische Zentralbank muss die Zinsen kräftig senken. Niedrigzinsen stärken die Realwirtschaft im Abschwung und machen das Zocken unnötiger.

Gejammer über "Wirtschaft im Kriechgang", in: Junge Welt am 16.1.2013 (S. 9)
Bruttoinhaltsprodukt wächst um magere 0,7 Prozent ... Das war nicht so toll ... Tribut ...

Alternative Ökonomie

Im Text "Kornkraft statt Kernkraft" blickt Autorin Helma Heldberg zurück auf die Anfangszeit der Bioläden und die Veränderungen. Dort schreibt sie (BioBoom Sommer 2011, S. 7): "Aus der Nische wurde eine Branche. 1994 öffnete der erste Bio-Supermarkt, Discounter beginnen, "Bio"-Eigenmarken einzuführen. Politische Motive rücken immer mehr in den Hintergrund. "Bio kaufen", das tat man in erster Linie für sich selber. Es hatte sich herumgesprochen: Bio-Tomaten schmecken bsser als unreif geerntete Tomaten aus holländiscen Gewächshäusern. Die neue Kundengeneration wählte nicht zwangsläufig die Grünen, glaubte nicht unbedingt an die Wirksamkeit von Sitzblockaden. Bio-Kunden suchen den besonderen Genuss, wollen Gesundheit konsumieren, sogar als Statussymbol taugt der Bio-Einkauf mittlerweile."

Im Original: Abfeiern profitorientierter Ansätze ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus CONTRASTE Nr. 208 (Januar 2002)
GENOSSENSCHAFT FÜR DIENSTLEISTUNG UND MANAGEMENT, HAMBURG
Mehr als ein gemeinsames Dach ueber dem Kopf
Die Genossenschaft fuer Dienstleistung und Management (GDM) e.G. ist ein branchenuebergreifender Zusammenschluss von Existenzgruendern und Jungunternehmern mit dem Ziel der erfolgreichen Bewaeltigung der Gruendungs-, Aufbau- und Absicherungsphase ihrer Unternehmen.
Seit Anfang 1999 hat die GDM ihren Sitz in Hamburgs City Nord. Sie verfuegt dort ueber gut 1.000 qm Bueroflaechen, die sie an 30 von zur Zeit 55 ihr angeschlossenen Unternehmen als Bueros mit Buero-Services vermietet.
Ralf Lubnow, Red. Genossenschaften - Der Ursprung der GDM liegt in der gemeinsamen Erfahrung ihrer Gruendungsmitglieder: Junge Unternehmensgruender sahen sich zu Beginn ihrer Selbstaendigkeit 1996/1997 nach einem Netzwerk Gleichgesinnter um und riefen die „Hamburger Gruendertreffs“ ins Leben. Sie waren zuvor Teilnehmer eines Hamburger Pilotprojektes, das die Foerderung von Firmengruendungen aus der Arbeitslosigkeit zum Ziel hatte. Wie sich im Verlauf der regelmaessigen Gruendertreffs 1997 herausstellte, sahen sich diese „StartUps“ - obwohl in unterschiedlichen Branchen taetig - aehnlichen Herausforderungen gegenueber:
  • die Erfahrung des „Einzelkaempfer-Daseins“ im laufenden Tagesgeschaeft und der fehlende Austausch mit anderen Firmengruendern;
  • die Suche nach kompetenten, kurzfristig erreichbaren Ansprechpartnern bei fachlichen Fragen (in steuerlicher oder rechtlicher Hinsicht oder in Fragen der Einstellung von Mitarbeitern);
  • praxisnahe und auf den Gruendungsalltag zugeschnittene Trainings- und Beratungsangebote;
  •  geeignete, bereits ausgestattete Bueroraeume, die der Dynamik der Gruendungs- und Aufbauphase entsprechen, z.B. mit kurzen Kuendigungszeiten und kurzfristigen Erweiterungsmoeglichkeiten
Dieser offensichtliche Bedarf nach Austausch, Kooperationen und Support fuehrte zur Idee eines Zusammenschlusses von Selbstaendigen und Unternehmern in Form einer neu zu gruendenden Genossenschaft. Gesagt - getan. Der Norddeutsche Genossenschaftsverband in Kiel stimmte schliesslich dem Wirtschaftskonzept der Genossenschaft zu. Anfang des Jahres 1999 wurde die GDM in das Genossenschaftsregister eingetragen.

Unter einem Dach
Zu Beginn stand die Finanzierung und die Bereitstellung von guenstigem Bueroraum fuer die Genossenschaftsmitglieder im Vordergrund. Im Verlauf von wenigen Monaten konnten geeignete Raeumlichkeiten ausfindig gemacht und umgebaut werden. Ab Februar 1999 zogen die ersten Unternehmen in die Etagen ein: Eine Fachvermittlung fuer Fuehrungskraefte arbeitet Tuer an Tuer mit einem Architekturbuero, eine Trendproduktfirma gegenueber einem Multimedia-Betrieb, eine Werbeagentur neben einer Softwarefirma usw. Nach und nach konnte ein gut funktionierendes BueroCenter-Management aufgebaut werden. Ausgestattet u.a. mit einem besetzten Empfangs-Counter, Internet-Standleitungen und Konferenzraeumen mit entsprechender Praesentationstechnik.
In dieser ersten Phase der GDM (Ausbau der Bueroumgebungen und -dienstleistungen) zeigte die taegliche Praxis des Nebeneinanders der Firmen auf den Fluren ein lebendiges geschaeftiges Bild. Schon bald bahnten sich die ersten Geschaefte an, sowohl der Firmen untereinander als auch Kooperationen von Firmen bei der Durchfuehrung von externen Auftraegen. Eine PR-Agentur z.B. entwirft fuer ihren Kunden nicht nur ein schluessiges PR-Konzept und fuehrt die Mediaplanung durch, sondern zieht fuer die Gestaltung und den Druck der Printmedien die benachbarte Werbe-Agentur hinzu.

Wissensuebertragung
Der Beginn von Phase zwei ist gekennzeichnet durch informelle „Flur-Coachings“ und Knowhow-Transfer zwischen Tuer und Angel:
Fragen, Tips, und Hinweise rund um das taegliche Gruendungs-Business der Firmen. Im weiteren Verlauf wurden Fachleute aus den eigenen Reihen und externe Referenten / Trainer zu Vortraegen, Seminaren und Beratungen in der GDM verpflichtet, etwa zur Vorbereitung von Bankgespraechen oder Verkauftrainings.
Die zunehmend professionelle Durchfuehrung von Fortbildungsund Beratungsangeboten zu den Bereichen „Unternehmensgruendung /-sicherung“ in Verbindung mit dem praxiserprobten Gruendungs-Knowhow der Firmen fuehrte zur Akquisition des ersten Grosskunden.
Im Auftrag des Arbeitsamtes Hamburg - dem groessten
Arbeitsamt Deutschlands - wurde der „Beratungsdienst der GDM“ als die zentrale Informations- und Anlaufstelle der Hansestadt fuer angehende Firmengruender etabliert, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstaendig machen. Der Beratungsdienst koordiniert in diesem Zusammenhang hamburgweit das nach ESF-Kriterien gewaehrte Coaching-Programm fuer Unternehmensgruender mit Ueberbrueckungsgeldbezug.

Gemeinsame Angebote
Die in der GDM kooperierenden Klein-Unternehmen agieren flexibel und innovativ fuer ihre Kunden und im Markt.  Bei groesseren komplexeren Auftraegen werden solche Kooperationen immer haeufiger gewuenscht, aber auch zusaetzliche Sicherheiten. Die GDM beantwortet diese Entwicklung durch die Uebernahme von Vertragspartnerschaften, wenn zur Auftragssicherung eine breitere finanzielle und personelle Struktur erwartet wird. Sie werden auch erforderlich durch die zunehmende Akquisition von Grossauftraegen, die dann an Arbeitsgemeinschaften der Mitgliedsfirmen delegiert werden.
In diesem Zusammenhang konzentriert sich die GDM zunehmend auf den Ausbau der gemeinsamen Vertriebsaktivitaeten. Zunaechst wurden die Produkte der Mitgliedsfirmen erfasst und dann zu branchenbezogenen „Leistungspaketen geschnuert“. Den Kunden kann so im Bereich Neue Medien z.B. ein Komplettangebot von Internetzugang und Web-Hosting, Konzeption und Realisation von Internetpraesenzen bis hin zu Web-Design und multimedialen CD-Rom-Anwendungen aus einer Hand geboten werden. Im Bereich Hardware-Software-Handel etwa reicht das Angebot von der Programmierung und Software-Entwicklung, ueber Einrichtung von Netzwerken, deren Pflege und Support, bis hin zum Vertrieb, der Konfiguration und Wartung von Soft- und Hardware.

Nachahmung erwuenscht
Im Unterschied zu staatlich subventionierten Gruender-Zentren stellte sich die GDM von Anfang an den Bedingungen des Marktes und konnte sich bis heute erfolgreich entwickeln. Fuer viele neue StartUps aus dem benachbarten Gruendungszentrum und dem Hamburger Wirtschaftsraum ist die Genossenschaft eine attraktive Adresse. Die Satzungsziele der GDM gehen in der Praxis auf:
  • Nach innen foerdert die Genossenschaft die Zusammenarbeit, das Wachstum und Synergie-Effekte der in ihr kooperierenden Firmen.
  • Nach aussen tritt die GDM als gemeinsame Repraesentantin auf und uebernimmt den Vertrieb branchenbezogener Loesungen.
Kontakt: Genossenschaft fuer Dienstleistung und Management
e.G., Mexikoring 27-29, 22297 Hamburg, Tel: (0
40) 63 30 47, Fax: 63 30 49 99, Email: info@gdmhh.de
Genossenschaften als Alleskleber gesellschaftlicher Probleme


Einleitung auf dem Titel zu einem Abfeiern der Idee von Genossenschaften (Contraste Juni 2007, S. 1)

Vom Politprojekt zur Firma: TeeKampagne als Beispiel

Vorweg: Da die TeeKampagne im Untertitel auch den Begriff "Projektwerkstatt" trägt, waren sie an der Domain www.projektwerkstatt.de interessiert. Unter politischen Projekten wäre jetzt sicher eine Kontaktaufnahme und der Versuch einer freien Vereinbarungen sinnvoll. Doch die TeeKampagne war längst ein knallhart-kapitalistisches Projekt geworden. Ohne Vorwarnung flatterte in der Projektwerkstatt ein Brief ein, der die Haltung zeigte. Aber das Machtspiel ging nicht so aus, wie die TeeKampagneros der wohl erhofften ...

Im Original: Briefwechsel mit TeeKampagne ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Domain: projektwerkstatt.de
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin Geschäftsführer der Projektwerkstatt, Gesellschaft für kreative Ökonomie und wir halten die Rechte an diversen "domains". Unter anderem auch an "projektwerkstatt.com". Unser bekanntester Geschäftsbereich ist die Teekampagne.
Wir sind unter dem Namen Projektwerkstatt seit mehr als 15 Jahren geschäftlich tätig. In der jüngeren Vergangenheit haben wir einen beachtenswerten Zuwachs an online-Bestellungen.
Durch den Umstand, dass Sie die domain "projektwerkstatt.de" halten kommt es regelmässig zu "Verwunderungen" und teilweise auch zu extremer Verärgerung bei unseren Kunden.
Wir möchten daher mit Ihnen einen Weg finden, uns den domain-Namen "projektwerkstatt.de" zu übertragen und würden es begrüßen, von Ihrer Seite hierzu einen konstruktiven Vorschlag zu erhalten.
Da ich selbst bis zum 30.4.2001 nicht erreichbar bin, wäre es schön, wenn wir dann gleich Anfang Mai von Ihnen hören könnten.
Uns ist natürlich bekannt, dass die aktuelle Rechtssprechung in durchaus vergleichbaren Situationen sehr deutlich zu Gunsten der Unternehmen ausgerichtet ist.
Es ist uns aber ausdrücklich daran gelegen, eine auch für Sie akzeptable und mit Ihren Projekten verträgliche Lösung zu finden.
Ihrer baldigen Antwort entgegensehend verbleiben wir
mit freundlichen Grüßen
Projektwerkstatt GmbH - Thomas Räuschle -

Die Antwort aus der Projektwerkstatt in Saasen lautete so:
Sehr geehrter Herr Räuchle,
hiermit melde ich mich auf Ihr Schreiben an die www.projektwerkstatt.de. Daß es Ihr Unternehmen schon lange gibt, ist mir bekannt. Früher einmal gehörten Sie zu dem, was mensch unpräzise als politische Bewegung bezeichnet hat. Aus dieser "Szene", in der Selbstorganisation wichtig war, sind die heutigen härtesten und modernsten KapitalistInnen geworden. "Uns ist natürlich bekannt, dass die aktuelle Rechtssprechung in durchaus vergleichbaren Situationen sehr deutlich zu Gunsten der Unternehmen ausgerichtet ist", ist eine Formulierung, die KapitalistInnen der alten Garde sich nicht erlauben würden. Der Neoliberalismus, der rücksichtslos alles zu seinen Gunsten aufsaugt oder ausradiert, ist halt ein Kind rot-grüner und ökokapitalistischer Kreise.
Verbunden mit diesen Freundlichkeiten haben Sie uns aufgefordert, Vorschläge für unseren eigenen Selbstmord zu machen - falls wir das nicht tun, wollen sie die www.projektwerkstatt.de dann erledigen. Ich gebe diese Frage aber gerne an Sie zurück: Was genau wollen Sie? Daß Sie die Domain haben und wir nichts? Und Sie glauben, daß Sie, verbunden mit plumpen Drohungen, das erreichen können?
Wir sind FreundInnen freier Kooperationen und freier Menschen in freien Vereinbarungen. Insofern sind wir durchaus ansprechbar, uns so zu verhalten, daß es auch anderen nützt. Was Sie vorschlagen, wäre keine freie Kooperation.  Machen Sie einen anderen Vorschlag.
Bis dahin komme ich Ihnen aber gerne entgegen und werde auf der www.projektwerkstatt.de einen Link zu einer Seite legen, wo Ihr Text und meine Antwort zu lesen sind - sagen Sie nicht, das sei unfair. Ihren Text haben Sie schon selbst verfaßt, oder?
Beste Grüße von jemandem, der die Teekampagne noch kennt aus der Zeit, wo es nicht nur um Profit und Ellenbogen ging  ...
Jörg Bergstedt

Kritik

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Saral Sarkar, Nachhaltige Entwicklung, in: Tarantel Dez. 2001, Vierteljahresschrift der ökologischen Plattform bei PDS
Die Grundidee des Begriffs "nachhaltige Entwicklung" ist einfach die Versöhnung zwischen Ökologie und Ökonomie sowie die Lösung des Ressourcenproblems. Die Idee hat seit Anfang der achtziger Jahre mehrere Ausdrücke gefunden. 1982 schrieb Joseph Huber, ein namhafter Publizist der Alternativbewegung: "Die Industrie passt sich ökologisch an, und die Ökologie verliert ihre industrielle Unschuld. Wenn die Ökologie eine Zukunft hat, dann nur in industrieller Form ... Es gibt Alternativen in der Industriegesellschaft, aber keine zu ihr." (...) Gleiches schrieb der DGB 1985 (...). 1986 erklärten die Grünen, ihr Programm sei ökologischer und sozialer Umbau der Industriegesellschaft, und redeten qualitativem und selektivem Wachstum das Wort. (...) 1987 forderte die World Commission on Enviroment and Development (WCED) in ihrem "Brundtland-Bericht" weiteres weltweites Wirtschaftswachstum, d.h. auch in den hochentwickelten Ländern. Sie meinte, das sei möglich, ohne die Umwelt zu zerstören. (...) Die Idee kam auch bei "Sozialisten" an. Jablokow, ein Perestroika-Ökologe, schrieb 1988, "dass der Hinweis auf die Unvermeidbarkeit ökologischer Probleme bei der Entwicklung von Industrie und Volkswirtschaft nicht der Kritik standhält".

Über Attac
Christian Stock in iz3w September 2001 (S. 7)
... so ist der eigene Anspruch, „Sand im Getriebe“ der Finanzmärkte sein zu wollen, kaum mehr als Koketterie. Tatsächlich wäre die Tobinsteuer eher ein Schmiermittel, denn Finanzmärkte brauchen Regulierungsmaßnahmen, wollen sie langfristig stabil sein. Große Fraktionen des Kapitals sehen dies mittlerweile selbst so.
Der kritische Teil der Bewegung ist nun gefragt, sich der NGOisierung kapitalismuskritischer Positionen zu entziehen, ohne selbst mit platten Parolen hausieren zu gehen.

Aus Dieterich, Heinz: "Historische Chance", in: Junge Welt, 2.2.2007 (S. 10 f.)
Der Grundfehler dieser herrschenden Ideologie der europäischen Linken, die an die metaphysischen Konstruktionen des Eurokommunismus erinnert, liegt darin, daß sie statt Marktanalyse Marktfetischismus betreibt.

Aus Ralf Hutter, "Konsum statt Kollektiv" in: Neues Deutschland, 17.9.2013
Die Verbindung der Suche von Marktlösungen mit einer individualistischen Perspektive ist ein Grundsatz des politischen Liberalismus. Die Grünen wollen den guten Kapitalismus (Stichwort Green New Deal) mit gutem, reflektiertem Konsum, zu dem jeder Einzelne durch Argumente gebracht werden soll (»Macht der Verbraucher«). Selbst bei ihren Kernthemen Klimawandel und Gentechnik sind sie nicht so drastisch, wie sie es eigentlich sein müssten, wenn sie ihre eigenen Sorgen ernst nehmen würden, und reden viel von Marktlösungen.
Die marktvermittelte Subjektbildung durch finanzielle (Entscheidungs-)Macht finden wir schon bei der historischen bürgerlichen Klasse, die durch ihre kapitalistischen Möglichkeiten selbstbewusst wurde. Heute erleben wir die Extremform: Ein Denken, wonach es vor allem auf die persönliche Entscheidung - sei es im Konsum oder bei Wahlen - ankommt, und erst nachrangig auf gesellschaftliche Realitäten sowie kollektive Betroffenheiten und Prozesse. Die Masche der Grünen ist Ausdruck des bürgerlichen Idealismus: Ich entscheide mich für das politisch Gute, und wenn die anderen es mir nachtun würden, wäre die Welt gerecht.


Aus dem Vorwort von Dr. Volker Buddensiek, Chefredakteur_in von Sonne, Wind & Wärme 3/2016
Von Elefanten und Solarenergie
Heute will ich Ihnen "keinen vom Pferd erzählen". Aber vom Elefanten. Seit ein paar Jahren ist zu beobachten, dass viel mehr Elefanten gewildert werden, als anschließend Elfenbein auf den (Schwarz-)Markt kommt. Die Erklärung dafür ist so einfach wie erschreckend: Das Elfenbein wird in asiatischen Lagerhäusern gehortet fur die Zeit, wenn Elefanten in freier Wildbahn ausgerottet sind. Denn es stent zu erwarten. dass sich der Preis für Elfenbein dann vervielfacht. Je schneller und je mehr Elefanten verschwinden, umso eher ist dieser Zeitpunkt erreicht. Darum werden auch gern schon mal ganze Herden einschließlich der Elefantenkalber abgeschossen.
Warum ich das hier berichte? Weil es so ein einfaches System ist, aus wenigen Komponenten besteht und schnell deutlich macht, dass gesellschaftliche Werte — hier der Artenschutz — sich nicht von selbst verwirklichen, wenn man sie einfach der ökonomischen Vernunft überlasst. Denn legt man ausschließlich betriebswirtschaftliche Logik an, dann ist so eine Maßnahme zur Wertsteigerung ja durchaus konsequent.

Links

Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail mit Begründung genügt und der Name wird, wenn das Argument überzeugt, gestrichen bzw. hinzugefügt.

Lösung des Zitateratens:
Zu 1.) Ex-ÖDP-Bundesvorsitzender Hans-Joachim Ritter im Interview der Ökologie&Politik März 2002, S. 24
Zu 2.) Sven Giegold (damals Attac-Führung, heute Grünen-MdEP) am 1. Mail 2004 als Hauptredner auf der DGB-Demo in Fulda
Zu 3. Wolf von Fabeck, Vorsitzender des Solar-Fördervereins, , in: Solarbrief 2/07, S. 27
Zu 4. Aus der Kurzfassung der Studie "Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt" (BUND, EED, Brot für die Welt, S. 19)
Zu 5.) Thilo Bode, Geschäftsführer von Greenpeace International in einem Thesenpapier zum 7. Jahreskolloqium der Alfred Herrhausen Gesellschaft am 2./3.7.1999 in Berlin