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NGOs und Konzerne

Beispiele nach Verb nden sortiert ++ Greenwashing und ko-Manager ++ Seitenwechsel ++ Expo 2000 ++ Links

Beispiele für die Kooperation Umweltverbände - Konzerne

Anzeige des Verbandes der Chemischen Industrie im Club Forum 1+2/2002 (Club of Rome)
Chancen für den Standort Deutschland
Europa will mit der Biotechnologie an die Weltspitze!
... Aufholbedarf ... für Deutschland als rohstoffarmes Land ... ist diese Zukunftstechnologie ein wichtiger Baustein für die Sicherung des Standortes ... wenn sie mehr Informationen ... wünschen, schreiben Sie an Herrn Dr. Jens Katzek ...
(Anmerkung: Katzek war Mitte der 90er Jahre Leiter des Referates gegen Gentechnik beim BUND!)

Auszug aus der DBU* aktuell Nr. 7+8/2002 (S. 1)
DBU baut Biotechnologie-Engagement weiter aus
... Biotech-Unternehmen ... litten auch sie unter der wachsenden Skepsis der Anleger, vor allem der Risikoanleger ... weitere Problempunkte seien der mangelnde Fachkräftenachwuchs ... Nicht zuletzt aufgrund des Stimmungswandels in Deutschland, wonach gegenwärtig 74% der Bevölkerung die sogenannte rote Gentechnik (medizinische Anwendungen) befürworteten, sieh Marquardt* aber dennoch mit Zuversicht in die Zukunft. ... Höhepunkt zum Abschluss der Veranstaltung war das Referat eines der beiden Erfinder des "Golden Rice" ...
*DBU=Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Marquardt kommt von der Vereinigung Deutscher Biotechnologie-Unternehmen.

Rechts: Aus der NABU-Zeitung "Naturschutz heute"

Auszug aus "Grüne Gentechnik zwischen "wie" und "ob" in Verbraucher konkret 5/2002 (S. 3+4, Autor: Gerd Spelsberg, Bundesvorstand Verbraucherinitiative)
Es geht darum, ob eine Koexistenz zwischen einer Landwirtschatt "mit" und "ohne" Gentechnik möglich ist - und zwar so, dass Konsumenten und Landwirte auch in Zukunft die Freiheit der Wahl haben. Allen vorn BUND und Gerenpeace, zuweilen auch die Verbraucherverbände und kirchliche Organisationen, blieben stur. ... Auch die gesellschaftlichen Gruppen - die VERBRAUCHER INITIATIVE eingeschlossen - müssen sich entscheiden, ob sie die Gentechnik stur bekämpfen oder Einfluss nehmen wollen, wenn die Bedingungen für Wahlfreiheit und Koexistenz ausgehandelt werden.
Die Verbraucher Initiative betreibt seit 1997 die Internetplattform www.transgen.de zusammen mit Regierung und Genkonzernen.

Auszug aus der Presseinfo 20. Mai 2003/Nr. 23/2003 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zum Ausscheiden des bisherigen Chefs, Ex-Bundesbankpräsident Tietmeyer:
Ihm als damaligem Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und seinem damaligen Chef Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel ging es Ende der 80er Jahre vor allem darum, „neues Wissen und Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen und zu einer vorsorgenden Umweltpolitik beizutragen", wie es Tietmeyer selbst formuliert. Und ergänzt: „Es geht nicht nur um ein Konservieren von Natur. Es geht darum, neue Wege im wirtschaftlichen Prozess in Gang zu bringen - für Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit."

Pressemitteilung von Euronatur im November 2003
Internationaler Umwelt-Kommunikationspreis "Environmental Communication Award" verliehen
DaimlerChrysler, Umweltjournalistin Luisa Schmidt und philippinische Aktionsgruppe ausgezeichnet
Magdeburg. Mit dem erstmals verliehenen internationalen Umweltkommunikationspreis "Environmental Communication Award" wurde jetzt DaimlerChrysler als innovatives Unternehmen in Magdeburg ausgezeichnet. In der Kategorie Einzelpersonen erhielt die Auszeichnung die portugiesische Umweltjournalistin Luisa Schmidt; für innovative Natur- und Umweltkommunikation im Bereich der Verbände und Gruppierungen wurde Penny Reyes-Velasco als Vertreterin der "Happy-Earth"-Organisation aus den Philippinen gewürdigt. Schirmherr des von der internationalen Umweltstiftung Euronatur und dem Bellagio Forum für nachhaltige Entwicklung initiierten weltweiten Awards ist der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Prof. Dr. Klaus Töpfer.
Die drei Gewinner haben sich unter zahlreichen Bewerbungen aus allen Kontinenten im Bereich Medien, Kunst und Kommunikation mit besonders innovativen und pragmatischen Arbeiten für den Schutz der natürlichen Ressourcen und für ein nachhaltiges Wirtschaften qualifiziert.
"Im Zeitalter von globaler Kommunikation und fortschreitender Urbanisierung bleibt die Naturverbundenheit und damit die Natur und Umwelt viel zu oft auf der Strecke. Deshalb gilt es mehr denn je, die Möglichkeiten moderner Kommunikation für die Erhaltung unserer Umwelt einzusetzen", so Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter bei der Preisverleihung am Montag Abend (17. Nov. 2003) in Magdeburg.
"Die Journalistin Luisa Schmidt ist durch ihre beharrliche Arbeit als Buch-Autorin zu Umweltthemen, regelmäßige Teilnehmerin an Fernsehdebatten, Sprecherin auf Konferenzen und Umwelt-Journalistin für die führende portugiesische Zeitung EXPRESSO in der Umweltszene der portugiesischen Medien eine zentrale und anerkannte Persönlichkeit", betonte UNEP-Chef Töpfer in seiner Laudatio. Es komme heute besonders darauf an, im Rahmen breiter gesellschaftlicher Kommunikation Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft für Umweltthemen zu sensibilisieren. Hier sei Luisa Schmidt ein besonderes Vorbild.
Dies gelte in gleichem Maße für die ideenreiche Arbeit der "Happy Earth"-Organisation auf den Philippinen. Mit-Gründerin Penny Reyes-Velasco, gleichzeitig Autorin des Kinderbuchs "Are You the Forest King?", sei es ideenreich gelungen, auf die Zerstörung der philippinischen Regenwälder aufmerksam zu machen und die Leser zum konkreten Handeln aufzufordern: Jeder Käufer des Buches erhält einen Samen einer einheimischen Baumart, den er selbst pflanzen oder einem von der Organisation unterstützten Aufforstungsprojekt zur Verfügung stellen kann.
Die DaimlerChrysler AG hat - nach Auffassung der internationalen Jury - neben der umweltrelevanten Verbesserung vieler Produkte und Produktionsverfahren, etwa durch den Einsatz von Naturfasern bei der Autoherstellung, sein Umweltengagement auch besonders erfolgreich kommuniziert. "Dank eines umfassenden Umwelt-Kommunikationskonzeptes steht die DaimlerChrysler AG sowohl unternehmensintern mit seinen Beschäftigten, als auch mit der Industrie, der Politik und Öffentlichkeit in einem internationalen, kreativen und konstruktiven Dialog, um Themen der nachhaltigen Entwicklung voranzubringen", sagte Töpfer in seiner Laudatio.
Hanns Michael Hölz, Präsident des Bellagio Forums für nachhaltige Entwicklung: "Der Environmental Communication Award zeichnet Initiativen aus, die auf innovative Weise eine der größten Herausforderungen angenommen haben, mit welcher die Menschheit konfrontiert ist: Ein globales Gleichgewicht zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Erfordernissen zu finden." Die Ausschreibung für den Environmental Communication Award 2004 läuft bereits; Einsendeschluss ist der 1. Februar 2004.(Stiftung Europäisches Naturerbe; Konstanzer Str. 22; D-78315 Radolfzell)
Rückfragen:
Stiftung Europäisches Naturerbe - Euronatur
Konstanzer Str. 22; 78315 Radolfzell
Tel: 07732 - 92 72 0; Fax: 07732 - 92 72 22
E-mail: info@euronatur.org
www.euronatur.org
Bellagio Forum for Sustainable Development e.V.
c/o Deutsche Bundesstiftung Umwelt
An der Bornau 2; 49090 Osnabrück
Tel.: 0541 - 963 34 90; Fax 0541 - 963 34 91
Email: info@bfsd.org
www.bfsd.org

BUND

Kooperation mit Atombefürwortern und Klimaschutzbremsern
Der BUND machte 2005 eine Kampagne "Abenteuer Schmetterling" gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Die Helmholtz-Gemeinschaft betreibt vor allem Atomforschung, praktisch alle großen Anlagen in diesem Bereich gehören dazu (Kernforschungszentrum Karlsruhe, Jülich, GKSS).

Rechts: Gentechniklobby darf auf BUND-Seiten gegen FeldbefreierInnen hetzen
Am 8.9.2008 veröffentlichten BUND und AbL auf ihrer Seite www.gentechnikfreie-regionen.de den Jubelartikel des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter zum skandalösen Prozess gegen Feldbefreier mit hohen Verurteilungen in Gießen - als einzige Info zu dem Ereignis (größer durch Klick!)


Anzeige des Atomkonzerns E.on im Magazin der BUND-nahen Stiftung DAVID (A4 Größe)

Naturschutzbund Deutschland (Nabu)

Links: NABU wirkt bei Mitgliedern für Bestellungen bei einem konventionellen Kleidungsversand
Rechts: Nabu-Fußballmannschaft mit Vodafone-Werbung ... und Chearleaders im gesellschaftlich üblichen Geschlecht
(aus der NABU-Zeitung "Naturschutz heute", 3/06 (S. 14)

WWF

Auszüge aus Murr, Günter (1996): „Entwicklung und Handlungsmöglichkeiten von Umweltverbänden in der internationalen Politik“, Ökom Verlag Schriftenreihe Nr. 1, München:

(S. 51)
1971 wurden die Finanzen des WWF auf eine neue Grundlage gestellt. Prinz Bernhard gründete den Exclusiv-Club The 1001: A Nature Trust. Er bat 1000 wohlhabende Personen, jeweils 10 000 US-Dollar dem WWF zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Kapitalstock sollte die Verwaltung der Organisation finanziert werden, so daß die eingehenden Spenden voll für die Naturschutzarbeit verwendet werden können. Die Idee für The 1001 stammte ursprünglich von dem südafrikanischen Tabak-Industriellen Anton Rupert, Präsident von WWF-Südafrika und später Vizepräsident von WWF-International. Zur Anwerbung der Spenden stellte Rupert dem WWF Charles de Haes, einen Mitarbeiter seines Tabakkonzerns Rothmans, kostenlos zur Verfügung. 1975 wurde de Haes neben Fritz Vollmar Ko-Direktor und 1977 alleiniger Generaldirektor von WWF-International (bis 1993). Im November 1973 hatte de Haes die angestrebte Zahl von 1000 Spendern zusammen (das 1001. Mitglied ist Prinz Bernhard selbst). 60 davon kamen aus Deutschland. Neue Spender können in den Club nur eintreten, wenn ein Mitglied ausscheidet. Mittlerweile wurde die Höhe der Einlage auf 25 000 Dollar aufgestockt, das Gesamtvolumen der Stiftung beträgt somit mehr als 14 Millionen Schweizer Franken. Die Mitgliedslisten des "Clubs der 1001" behandelt der WWF streng vertraulich. Raymond Bonner vermutet, daß die Organisation einige Clubmitglieder von zweifelhafter Reputation verheimlichen möchte. So sollen zum Beispiel Präsident Mobutu von Zaire und ein amerikanischer Industrieller, der Regenwälder abholzen läßt, Mitglieder des Clubs sein. Überproportional vertreten seien weiße Südafrikaner. Laut Bonner war das für viele von ihnen zu Zeiten der Apartheld eine der wenigen Möglichkeiten, Mitglied in einem internationalen Club zu werden und Kontakte zu Industriellen und Adligen zu knüpfen. Der starke Einfluß der Südafrikaner ist für Bonner auch ein Grund dafür, warum der WWF lange Zeit Südafrikas Widerstand gegen ein Verbot des Elfenbeinhandels unterstützt hat ...

(S. 101)
Prinz Philip, der internationale WWF-Präsident, sagte 1986'bei der 25-Jahr-Feier des WWF, kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl: "Hören Sie doch mit dieser ewigen Hetze gegen Atomkraft auf. Kümmern wir uns lieber um existierende Probleme statt um mögliche."

(S. 104)
Die spanische Organisation des WWF, die Asociaciön de Defensa de la Naturaleza (ADENA), wurde 1968 als erste Naturschutzorganisation in Spanien gegründet. Heute ist sie mit 30 000 Mitgliedern neben Greenpeace die wichtigste Umweltorganisation des Landes. Die Aktivitäten erstrecken sich vor allem auf den Schutz von Naturräumen wie den Coto Donana-Nationalpark. Das rasche Mitgliederwachstum in den ersten Jahren wird unter anderem auf Werbekampagnen in Zusammenarbeit mit Großunternehmen wie Coca-Cola zurückgeführt. Verschiedene Ökologiegruppen werfen ADENA die guten Verbindungen zur Industrie und auch zu staatlichen Verwaltungen vor. Seit den 80er Jahren bezieht ADENA aber zunehmend regierungskritische Positionen. Die 1985 gegründete Stiftung FONDENA soll vor allem finanzielle Mittel für ADENA beschaffen.

Greenpeace

DUH (Deutsche Umwelthilfe)

Die Spendenwaschanlage der deutschen Umweltverbände kooperiert mit allem, was geht. Wo BUND und Nabu lange Angst hatten, ihren Ruf zu verlieren, ist die von Nabu und BUND gegründete Vorfeldorganisation skrupellos. Beispiel: Das Projekt "Living Lakes":


A4-Anzeige in DUHwelt 3/2007 (S. 22)


Auszug aus DUHwelt 2/2008 (S. 25)

Weitere NGOs

Für Kernenergie, für mehr Markt und gegen Klimaschutz
Auszüge aus dem Papier "Mehr Realismus in der Energie- und Umweltpolitik erforderlich" von den Gewerkschaften IG BCE und ver.di sowie den Atomkonzernen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall (PDF-Download hier ...)

Für sinkenden CO2-Preis!
Dem Emissionshandelssystem muss in der derzeitigen Erprobungsphase und insbesondere für die Periode ab 2008 mehr Liquidität zugeführt werden. Dazu sollte die Europäische Kommission ihre bisherige Politik anpassen und mehr Zertifikate in den Handel geben. Sie sollte zudem die osteuropäischen Länder und Russland schneller als geplant in den Handel einbeziehen, gegebenenfalls auch unter Änderung der europäischen Richtlinie. Ziel muss ein deutliches Sinken des CO2-Preises sein, um das Handelssystem politisch akzeptabel auszugestalten. ...
Für sog. Energiemix
Alle Regelungen müssen so angelegt sein, dass langfristig die notwendige Investitionssicherheit gegeben und ein vielfältiger Energiemix auch künftig gewährleistet bleibt.
Für mehr Strommasten und -leitungen
Durch eine Beschleunigung des Leitungsbaus ist das deutsche Übertragungsnetz zügig den gewachsenen Erfordernissen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien anzupassen.
Für Atomkraft
Die Kernenergie trägt mit einem Anteil von 30% an der Stromerzeugung erheblich zur Diversifizierung und zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Energiemixes bei. Zugleich leistet sie einen Beitrag zum Klimaschutz. Selbst ein Ersatz durch die effizientesten Gaskraftwerke – energiewirtschaftlich realistisch ist eher ein Ersatz durch einen Mix aus Erdgas und Steinkohle – würde zu zusätzlichen CO2-Emissionen von rd. 60 Mio. t pro Jahr führen und damit die deutschen CO2-Emissionen um etwa 8% pro Jahr steigern. Ferner können mit der Kernenergie angesichts der mittelfristig anhaltenden Knappheiten im europäischen Strommarkt preisdämpfende Effekte erzielt werden. Zudem kann durch den Einsatz der Kernenergie die Zeitachse zur Erreichung der Wirtschaftlichkeit neuer Energieoptionen entscheidend erweitert werden. Vor diesem Hintergrund sollte angedacht werden, den Einsatz der Kernenergie allein auf den Sicherheitsnachweis der Anlagen abzustellen. Die Erkundung des Salzstockes Gorleben sollte wieder aufgenommen und zu Ende geführt werden. Ziel ist rechtzeitig über ein Endlager für abgebrannte Brennelemente zu verfügen. Weiterhin ist das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Elemente, der Schacht Konrad, für den eine Genehmigung bereits vorliegt, nach positivem Ausgang des anhängigen Rechtsverfahrens zügig in Betrieb zu nehmen. ...
Zudem bedarf es der Weiterführung der Energieforschung im Bereich der Kernenergiesicherheitstechnik. Hier darf der Anschluss an die internationale Entwicklung nicht verloren gehen.

Eisenbahner-Gewerkschaft für Bahn-Privatisierung
Auszug aus Junge Welt, 23.8.2006 (S. 8)

Ein Arbeitskampf drohe, »falls die Politik mit weiteren Tricks versuchen sollte, den Privatisierungsprozeß zu stören«, so Hansen. Die Verschleuderung öffentlichen Eigentums zugunsten privater Investoren soll also bitte schön ruhig und in geordneten Bahnen vonstatten gehen.

Transnet-Chef wechselt in den Bahnvorstand ... und macht sich sofort für Entlassungen stark
Bericht über den Ex-Gewerkschaftschef Norbert Hansen, in: Junge Welt, 17.5.2008 (S. 4)

Der neue Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn AG, Norbert Hansen, hat weiteren Personalabbau in dem Konzern angekündigt. »Wir werden bei der Bahn weiter rationalisieren müssen. Und das wird in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau gehen«, wurde Hansen in der Bild-Zeitung (Freitagausgabe) zitiert.Von den Beschäftigten des Konzerns forderte Hansen mehr Effizienz. Es gäbe mittlerweise viele private Bahngesellschaften, die zeigten, wie es gehen könnte. »Da ist dann zum Beispiel ein Lokführer nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern, sondern kann in den Zugabteilungen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken«, sagte der ehemalige Chef der Gewerkschaft Transnet.

InTransparency National (IN)

Quelle: Peine, den 8. Dezember 2006 gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz

Transparency International (TI) beschäftigt sich weltweit mit Korruption. Clickt man die TI-homepage an, so liest man von denkbar anspruchsvollen Zielen. Man erfährt beispielsweise, dass Einzelmitglieder „sich aktiv für die Bekämpfung von Korruption einsetzen und die Ziele von Transparency Deutschland öffentlich vertreten.“ Auch für die sog. „korporativen Mitglieder“ bedeute die Mitgliedschaft „mehr als eine verbale Bekundung und pauschale Zustimmung.“ Nicht nur in den USA stellt die TI-Mitgliedschaft quasi eine Anti-Korruptionsbescheinigung dar. Korporative Mitglieder sind so schillernde Unternehmen wie Allianz, Daimler-Chrysler, Price-waterhouseCoopers und Siemens. TI ist gleichsam deren bezahltes Anti-Korruptions-Feigenblatt.
„Durch die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung verpflichten sich die Mitglieder zu hohen ethischen Standards im Geschäftsverkehr und erklären, dass sie Korruption in jeder Form ablehnen und sie im eigenen Bereich weder anwenden noch dulden, dass sie ihre Beschäf-tigten gegen Korruption sensibilisieren und schulen, und dass sie sich in den jeweiligen Interes-senverbänden aktiv zur Bekämpfung von Korruption einsetzen.“ Zitat Ende. So weit die Theorie.
Doch wie sieht das Wirken der deutschen Transparenzler wirklich aus? Wer einmal das zweifel-hafte „Vergnügen“ hatte, sich mit TI-Vorstand von Blomberg persönlich über reale deutsche Korruptionsfälle zu unterhalten, weiß, dass dieser Herr an allem interessiert ist, nur nicht an der Aufdeckung realer Korruption! Man arbeite nicht an „konkreten“ Fällen, „nicht konfrontativ“, wie TI auch auf seiner Seite verlautbart. Man suche vielmehr „Koalitionen mit Regierungen, Verwaltungen und Politikern, mit der Wirtschaft und mit Gruppen der Zivilgesellschaft, die eine vertrauenswürdige, transparente, wertorientierte, zivile demokratische Kultur vertreten." QED!
TI-D-Vize-Chef von Blomberg, ein ehemaliger Allianz-Bezirksvorstand, hat außer unverbind-lichen Sprüchen und einigen Kubikmetern an heißer Luft bislang keinerlei konkrete Erfolge auf-zuweisen. Eher lässt sich sein persönlicher Erfolg wohl am Kontostand der Organisation ablesen - gespeist von z. Tl. aktiv korporativ-korrupten Mitgliedern. Beispiel: Die Siemens AG.
Die Firma Siemens ist bereits seit Ende der 90er-Jahre in einschlägigen Kreisen bekannt. Damals flossen Schmiergelder in Millionenhöhe nach Italien. Bereits seit 2004 ermitteln die Behörden in Liechtenstein, seit 2005 in der Schweiz. Seit einigen Tagen - nun endlich - auch die eigentlich zuständigen Strafverfolger in Deutschland. Es geht um nicht weniger als um dreistellige Millio-nenbeträge. Von 70 bis 100 Mio. Euro pro Jahr ist intern die Rede. Die Siemens-Führung war darüber voll informiert. Revision und Wirtschaftsprüfer - selbstverständlich - auch.
Den Siemens-Aufsichtsrat und TI-D habe man indes - angeblich - nicht informiert. „Siemens muss sich vorwerfen lassen, eine gewisse Geschichte in Bezug auf Korruption zu haben“, be-merkt derweil sogar Herr von Blomberg. Staatsanwälte sehen laut Wirtschaftswoche vom 4. 12. 2006 in den Begriffen „Siemens“ und „Korruption“ sogar „Synonyme“. Im Fall der Siemens AG fühlt sich Herr von Blomberg daher mittlerweile „gewissermaßen gemeinsam auf dem Grill“.
Fraglich ist, ob von Blombergs TI-Vorstands-Kollegen und die übrigen, ehrbaren TI-Mitglieder sich auf Dauer nicht nur die Hände beschmutzen wollen? Wie glaubhaft ist das Wirken einer Organisation, die vorgibt, Schwarzgeld zu bekämpfen, sich selbst aber mit Geld aus schwarzen Kassen finanziert. Sollte man der TI-D-Kasse nicht statt dessen den einen oder anderen Euro aus den Mannesmann-Untreue-Millionen zuführen? Damit würden die deutschen Transparenzler weiterhin „angemessen“, jedoch nicht mehr derart intransparent gefördert. Bezeichnend, dass im aktuellen Gallup-Korruptionsindex Deutschland inzwischen auf dem einigermaßen realistischen Platz Nr. 48 liegt. Eingerahmt von anderen Bananenrepubliken wie Bolivien und Mexico.
Derweil kann man Transparency International nur raten, den deutschen Zweig, TI-D, aus der Organisation zumindest solange zu entfernen, bis TI-D sich wieder konform der Statuten bewegt. In der Zwischenzeit schlage ich vor, Transparency International Deutschland in InTransparency National Deutschland (IN-D) umzutaufen. Damit wäre zumindest die Intransparenz transparent.

Mehr Links

Internationale Umwelt-NGOs und ihre Nähe zu Großkonzernen

Auszüge aus Klaus Pedersen, "Partner der Multis", in: Junge Welt, 19.5.2008 (S. 10)
Die älteste und – budgetmäßig betrachtet – größte Organisation ist die TNC, die Mitte der 1940er Jahre von einer Handvoll US-amerikanischer Biologen mit dem Ziel gegründet wurde, die Unterschutzstellung bestimmter Naturflächen innerhalb der USA zu erreichen. Es dauerte rund 25 Jahre, bis für den TNC-Präsidenten erstmals eine voll bezahlte Stelle zur Verfügung stand. Heute ist der Posten des TNC-Präsidenten mit einem ansehnlichen Managergehalt dotiert. In den 1990er Jahren durchlief TNC eine Phase exponentiellen Wachstums und verfügt heute über knapp 3700 bezahlte Mitarbeiter sowie ein Vermögen von über vier Milliarden Dollar und operiert in 50 Bundesstaaten der USA sowie 30 weiteren Ländern. Zu den wichtigsten der nahezu 2000 Firmensponsoren von TNC gehören neben mehreren Holz- und Mineralölkonzernen auch Monsanto und Pfizer.
CI mit aktuell knapp 800 Angestellten wurde 1987 von TNC-»Deserteuren« gegründet, die TNC nach internen Querelen verlassen hatten. Mit Hilfe von »aggressivem« Fundraising wuchs diese Organisation rasant und verfügte 2005 über ein Vermögen von 173 Millionen Dollar. Drei Viertel der Einnahmen – 92,7 Millionen Dollar – wurden von Stiftungen, Regierungen und anderen Geldgebern für Projekte eingeworben. Das hebt CI gegenüber TNC und WWF ab, die sich stärker aus individuellen und Firmenspenden finanzieren. Aber auch CI macht von dieser Möglichkeit Gebrauch. Von den rund 250 Firmen-»Partnern« werden jährlich zwischen sieben und neun Millionen Dollar eingesammelt. Zu den Sponsoren gehört eine Reihe notorischer Umweltsünder wie die Ölmultis BP, ConocoPhilips, ChevronTexaco, die Papier- und Holzkonzerne International Paper und Weyer-haeuser sowie bekannte Namen wie McDonald's, Coca-Cola und Wal-Mart. Sie alle bekommen durch diese »Partnerschaften« die Möglichkeit, sich mit der Unterstützung von Natur- und Umweltschutz zu brüsten. ...
Chapin bescheinigt den großen Naturschutz-NGO, daß sie über die Köpfe der lokalen Bevölkerung hinweg agieren. ... Die Lobbyarbeit der Naturschutzmultis, mit dem Ziel, das eigene Budget zu vergrößern, spielt der weltweiten neoliberalen Agenda in die Hände – der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung zurück und überläßt »zivilgesellschaftlichen Organisationen« von zum Teil fragwürdiger Legitimität das Feld, wodurch »der Öffentlichkeit nicht rechenschaftspflichtige Märkte, Unternehmen und zwischenstaatliche Institutionen bei der Festlegung von Werten und Politikzielen, die den Kontext des Alltagslebens bestimmen, allzu dominant werden« (Jepson 2005). Von außen betrachtet wirkten die großen Naturschutzorganisationen wie ein Hybrid aus transnationalen Konzernen und (zwischen)staatlichen Institutionen der Entwicklungshilfe, meint Jepson.
Im Zeitalter der Gen- und Biotechnologie, das zugleich das Zeitalter der massiven Zerstörung tropischer Regenwälder und anderer Lebensräume ist, wird Bioprospektion jedoch auf völlig neuem Niveau durchgeführt. Einerseits bietet die moderne Molekularbiologie analytische Möglichkeiten, die vor zwei Jahrzehnten noch völlig unvorstellbar waren. Andererseits wird es in Anbetracht fortdauernder Zerstörung von Lebensräumen in Zukunft immer schwieriger werden, neue biologische Ressourcen zu finden. Deshalb vertreten Institutionen wie das US-amerikanische FIC (Fogarty International Center) die Meinung, daß die Erforschung des medizinischen Potentials der Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen dringend notwendig sei. Das FIC, einer der wichtigsten Geldgeber für die globale Bioprospektion, weist darauf hin, daß knapp die Hälfte aller in den letzten 20 Jahren entwickelten Arzneimittel ursprünglich aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen isoliert wurde. Die diesbezüglichen Zahlenangaben schwanken, aber in der Grundaussage decken sie sich. (...)
Von ähnlichen Motiven waren und sind übrigens auch die Akteure im Agrarsektor getrieben. Die genetischen Ressourcen der Länder des Südens werden seit vielen Jahrzehnten von den Pflanzenzüchtern Deutschlands sowie anderer Länder Europas und Nordamerikas begehrt.

Kapitalbegrünung: Green-Washing, Ökomanager des Jahres und mehr

Der Preis des Ökomanagers wird jedes Jahr vom WWF und der Zeitschrift "Capital" vergeben.

"Wir verstehen Nachhaltigkeit nicht als Ausschnittsveranstaltung", betont Zech. ... Die Pressemeldung des Lobbyverbands formuliert es bestimmter: Es sei ein "gravierendes Problem", dass "Fragen der Ökologie die Nachhaltigkeitsdebatte dominieren".
(Bericht über Jürgen Zech vom Bundesverband der Deutschen Industrie, Ökomanager des Jahres 1998, aus: natur&kosmos September 2001, S. 105)

Natur genießt er bei Alpenwanderungen mit den Kollegen Schrempp (Daimler Chrysler) und Weber (Lufthansa).
(Zeitschrift "natur&kosmos" über BDI-Funktionär Jürgen Zech, der als ökologisch orientierter Manager vorgestellt wurde, September 2001, S. 101)

Interview mit Norbert Walter, Vordenker der Deutschen Bank und Lieblings-Gesprächspartner vieler Umwelt-NGOs in der FR, 21.10.2005 (S. 5)
Einige Subventionen gehören sofort komplett in den Reißwolf. Die Pendlerpauschale und die Eigenheimzulage zum Beispiel. Es macht doch keinen Sinn, die Zersiedelung des Landes und den Bau von Wohnungen und Häusern zu fördern, wenn wir gleichzeitig viel Leerstand haben. ... Mittelfristig sollte man, wenn der Ölpreis sich beruhigt, zum bekannten Ökosteuer-Prinzip zurückkehren: kleine, mit zeitlichem Vorlauf angekündigte, regelmäßige Aufschläge und daraus Mitfinanzierung der Lohnebenkosten, aber gleichzeitig eine Reform der Sozialversicherungssysteme.

Umweltpreise für seltsame Großunternehmen

Hans-Olaf Henkel

1992 war Hans-Olaf Henkel als IBM-Manager, zum Ökomanager des Jahres gewählt worden. Der Preis wird von WWF und Capital verliehen.
Henkel blieb den Ökos verbunden. Im Jahr 2005 hielt Henkel sogar den Hauptvortrag bei der neuen Preisvergabe, trat also als Öko-Vordenker auf! Was dieser von Umwelt-Funktionären hofierte Mann sonst so trieb:

Wechselspiele, Anpassung, Etablierung ...

Vom Öko zum Geschäftsmann

Klatschmohn in Gießen (Text aus der FR, 20.10.2005 (S. 30)
Der benannte Preis wurde von der CMA verliehen, der Propaganda-Agentur vor allem derben Agrarbusiness. Die Kampagnen "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft" und ähnliche der Vergangenheit kamen von dort. Nun also der Ex-Ökoladen aus Gießen, der schon seit Jahren peinlich genau darauf achtet, dass keine Verbindung mit politischen Gruppen oder Ideen mehr erkennbar ist ...

Was die CMA sonst noch zu bieten hat, zeigt sie per Anzeige z.B. im Spiegel:

Auszüge aus "Bio-Boom!", in: Rabe Ralf 10/2008 (S. f.)
Ich brauchte einen Job und fand ihn in einem Biosupermarkt. Die Kontakte aus meinem Engagement für eine ökologische Landwirtschaft halfen dabei. Bei meiner Einarbeitung fiel der Satz: „In diesem Supermarkt sind unsere Kunden bereit, mehr Geld auszugeben. Dafür verlangen sie aber auch mehr.“ In der Tat gehören die meisten Kunden der Mittel- und Oberschicht an. Man kann sie in vier Gruppen aufteilen:
1. Oberschicht und obere Mittelschicht, mit Anspruch auf Exklusivität. ...
2. Gebildet, mit Sinn für Lebensqualität und Gesundheit. ...
3. Gebildet, mit Sensibilität für ökologische Themen. ...
4. Die New-Age-Gruppe. ...
Ökologie als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung ist nur selten der Hauptgrund, um Bio zu kaufen. Gleiches gilt für das Angebot. Im Biosupermarkt darf zum Beispiel nichts fehlen: Obst aus fernen Ländern, Tomaten das ganze Jahr. Ökologie kommt auch hier nicht als Verzicht vor.
Zusätzlich bemüht sich der Marketingapparat der größten Bioketten um eine klare Abgrenzung zum „Öko-Milieu“. Die meisten Kunden lassen sich sehr ungern als „Ökos“ bezeichnen. Ästhetik ist ihnen besonders wichtig. Erdteilchen auf den Salatblättern oder Würmer in den Äpfeln sind tabu. Aber es soll trotzdem „Bio“ sein: Wie soll das gehen? Einerseits sollen die Produkte so natürlich wie möglich hergestellt sein, andererseits will keiner die echte Natur sehen. So kommt es, dass manche Bioprodukte besonders künstlich wirken und dass Obst abgepackt in Plastikfolien zum Verkauf steht. An anderen Stellen wird die Natur ästhetisch vorgetäuscht. Mit solchen Tricks lässt sich die gesundheitsbewusste Kundschaft der Mittel- und Oberschicht locken - und das ist profitabel. Das haben inzwischen auch große konventionelle Unternehmen verstanden. ...
Der normale Mitarbeiter eines solchen Biosupermarktes verkauft Produkte mit dem Label „Fair Trade“, die er sich selber nicht leisten kann. Meine Leiterin gab zu: „Ja, ein solcher Lohn ist bitter!“ Für 7,30 Euro pro Stunde würde sie nie arbeiten. Eine andere Mitarbeiterin erzählte: „In diesem Unternehmen arbeite ich seit 20 Jahren. Früher war es viel besser. Dann nahm der Druck zu, die realen Gehälter wurden immer niedriger, die Arbeit immer mehr.“ ...

Der Wechsel zur Gegenseite

Jens Katzek (Gentechnik): Vom BUND zur KWS Saat AG und weiter zu Industrie- und Lobbyverbänden
Der BUND musste den "Verlust" eines Experten beklagen: Jens Katzek wechselte vom BUND zur "KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG". Beim BUND Bundesverband hatte sich der studierte Biochemiker Katzek als Kritiker der Gentechnologie einen Namen gemacht. Bei KWS, einem der größten deutschen Saatguthersteller, ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Unternehmen will gentechnisch veränderte Nutzpflanzen vermarkten. Danach war Katzek Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) in Frankfurt/Main - eine berufliche Veränderung aus Überzeugung? So hätte es die Gen-Lobby gerne und so stellte die Industrie den Seitenwechsel gerne dar. War Katzek bereits gezielt beim BUND eingesetzt und sein späterer Wechsel zur Industrie lange geplant? Ging es bei seinem Seitenwechsel gar nur ums Geld? Fragen, die nur Herr Katzek beantworten kann. Interview mit Greenpeacemagazin 3/1998 ...

Stefan Köhler (Energie): Von BUND und Öko-Institut zu RWE
Auszug aus Energiedepesche Juni 2009 (S. 5) zum Fast-Wechsel zu RWE
... wo er tatsächlich hingehört, wird aber den neuen Chefposten bei RWE doch nicht antreten. Er hatte, wie zu erfahren war, den Vertrag zur Leitung einer neuen RWE-Tochter unterschrieben, die im Bereich Energieeffizienz und Energiedienstleistungen tätig werden will. Vor vier Monaten hatte er den Wechsel noch entschieden bestritten. Kohlers denkwürdige Karriere begann als Vorstandsmitglied des Freiburger Öko-Instituts. Durch seine gute politische Vernetzung mit SPD-Granden wie Gerhard Schröder und Frank-Walter Steinmeier brachte er es zum Leiter der Niedersächsischen Energie-Agentur und zum Geschäftsführer der „Deutschen Energie-Agentur", die im Oktober 2000 als eine Art gemeinsame PR-Einrichtung von Wirtschaftsministerium und Energiekonzernen gegründet wurde.
Der Öko-Lack blätterte schon ab, als er noch energiepolitischer Sprecher des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) war. Als dena-Chef machte Kohler auch nicht gerade eine untadelige Figur. Zuletzt war er dem Wirtschaftsminister Glos (CSU) zu Diensten. Beispielsweise kam er Glos in der propagandistischen Auseinandersetzung mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zu Hilfe, indem er in einer von E.on und RWE mitfinanzierten „Kurzanalyse" vor einer angeblichen Kraftwerkslücke durch den Atomausstieg warnte. Dennoch blieb er weiterhin nach allen Seiten hin gut vernetzt: Seine Ehefrau ist Büroleiterin bei Gabriel. Pech für Kohler: Sein Arbeitsvertrag bei der dena läuft noch bis 2013 und deren Gesellshafter wollten Kohler nicht vorzeitig gehen lassen. Er hatte, so war zu hören, den Vertrag mit RWE unterschrieben, bevor sein vorzeitiger Abgang bei der dena genehmigt worden war. Nun ist offenkundig, wo Kohler gerne sei möchte. Aber sein Geld bekommt er weiterhin als dena Geschäftsführer.

Tierschutzvereine als kriminelle Wirtschaftszocker

Spekulation und Veruntreuung von Immobilien beim Hamburger Tierschutzverein, in: Junge Welt, 6.6.2007 (S. 5)
Der HTV hatte 1998 zwei Häuser in der Herbertstraße auf St. Pauli geerbt. Die Wohnungen in dieser Straße werden traditionell ausschließlich zur Prostitution genutzt und haben einen entsprechend hohen Wert. Der HTV vermietete die Häuser zunächst zwei Jahre lang an eine Verwaltungsgesellschaft zu einer lächerlich geringen Miete und verkaufte sie im Jahr 2001 weit unter Wert: Nach Recherchen des NDR lag der Preis bei umgerechnet 880000 Euro, obwohl die Immobilien gut 1,5 Millionen Euro wert waren.
Seit Poggendorf 1995 unter zwielichtigen Umständen als HTV-Geschäftsführer eingestellt wurde, gilt er innerhalb und außerhalb des Vereins als »umstritten«. Poggendorf, der sich öffentlich damit brüstet, »ein Machtmensch« zu sein, regiert Tierheim und Verein mit despotischen Methoden. Aber Behörden und Politiker hielten eisern zu Poggendorf. Das Tierheim erhält heute von der Stadt fünf bis sechs Mal so viel Geld wie 1998, obwohl die ausgewiesenen Kosten nur um etwa 15 Prozent gewachsen sind.

Unterwandern, Bespitzeln, Einschleusen ...

Das Unterwandern von Umweltgruppen, die sich mit der Wirtschaftslobby anlegen, ist in den USA noch ausgeprägter als in Deutschland. John Stauber and Sheldon Rampton berichten in Ihrem Buch "Lies, damn lies and the public relations industry": "Bud, jener Spion, der ins Jeremy Rifkin-Büro eingeschleust wurde, wurde auf einer Presse-Konferenz der ‚Beyond-Beef-Kampagne' ‚enttarnt', als ihn ein Journalist mit den Worten: ‚Arbeiten Sie immer noch für McDonald's?' begrüßte. Bud antwortete: ‚Ich weiß nicht, was Sie meinen. Sie müssen mich verwechseln.' Aber der Journalist bestand darauf. Bud war tatsächlich eingeschleust worden. Sein wirklicher Name ist Seymour D. Vestermark."
Die Fachautorin Claudia Peters berichtet von einem Fall, in dem sich Undercover-Agenten in England besonders auffällig verhielten: "McDonald`s trieb diese Methode zur Kabarett-Reife. Anfang der 90er Jahre machte die Gruppe Greenpeace London (nicht zu verwechseln mit der großen Organisation Greenpeace) mit Flugblättern gegen den Fress-Konzern mobil. Zu den Treffen kamen nie mehr als 10 Leute. McDonald´s beauftragte Detektive, die Gruppe auszuspionieren. Nachweislich waren sechs Undercover-Agenten aktiv. Die sechs wussten nichts voneinander und haben sich fleißig gegenseitig bespitzelt. Zutage kam das bei einem Prozess, den Mc Donalds gegen zwei Mitglieder von Greenpeace London anstrengte. Die Firma blamierte sich dabei bis auf die Knochen."
Die Fachautorin Claudia Peter berichtet über die "Gefahr im Altpapier": "In Holland schlich sich ein Spion bei mindestens 30 Organisationen aus der Umwelt- und Dritte Welt-Bewegung ein und bot sich an, ihr Altpapier zu entsorgen. Angeblich wollte er den Erlös einer Hilfsorganisation in Afrika spenden. Das ging acht Jahre lang, bis er aufflog. Die betroffenen Gruppen wunderten sich sehr, dass ihre internen Informationen plötzlich an Industrieverbände und Zeitungen gelangten. Des Rätsels Lösung: Der Spion arbeitete für eine private Sicherheitsfirma, die General Security Consultancy in Amsterdam. Die Firma sammelte das Material und verkaufte es weiter.

Expo 2000: Verbände mischen mit

Beteiligung der Grünen Liga am Expo-Projekt "Agendahaus Berlin/Rummelsburger Bucht"
Die Entscheidung, die EXPO in der Rummelsburger Bucht zusätzlich mit dem Projekt Agendawerkstat auszustatten, wurde vom Senat, Abgeordnetenhaus mit großer Eile und Intransparenz durchgeboxt (Abgeordnetenhausbeschluss 23.9.1999), um zur EXPO-Eröffnung die Einweihung feiern zu können. ... Mehrere Umweltverbände und Umwelteinrichtungen hatten im Sommer 1999 eine Projektträgerschaft dankend abgelehnt. ... Auf einem Workshop Mitte März 2000 wurde die Projektkonzeption erstmals öffentlich vorgestellt ... Ein Beirat wurde gebildet. Darauf änderte z.B. die Grüne Liga ihren Sprecherratsbeschluss Ende März für eine Ausnahmeregelung zur Beteiligung an Berliner EXPO-Projekten (Agendawerkstatt und Urban 21-Kongress der EXPO).
(aus: Stachelige Argumente 5/2000, S. 32f.)

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