NGOs und Konzerne
Beispiele nach Verb nden sortiert ++ Greenwashing und ko-Manager ++ Seitenwechsel ++ Expo 2000 ++ Links
Beispiele für die Kooperation Umweltverbände - Konzerne
- Text zu Spendeneinnahmen, Sponsorings und Industrienähe der großen Umweltverbände in der taz vom 3.9.2004 (S. 4)
- Naturschutzbund kooperiert mit Vodafone
- Grüne Liga kooperiert mit EnBW ... und beendet nach Jahren die Kooperation
- Der Nabu, der Flughafen Frankfurt und das Geld ... in: FR, 14.2.2006 (S. 35)
- Nachhaltigkeitskongress: Konzerne und Umweltverbände Hand in Hand (August 2008)
Anzeige des Verbandes der Chemischen Industrie im Club Forum 1+2/2002 (Club of Rome)
Chancen für den Standort Deutschland
Europa will mit der Biotechnologie an die Weltspitze!
... Aufholbedarf ... für Deutschland als rohstoffarmes Land ... ist diese Zukunftstechnologie ein wichtiger Baustein für die Sicherung des Standortes ... wenn sie mehr Informationen ... wünschen, schreiben Sie an Herrn Dr. Jens Katzek ...
(Anmerkung: Katzek war Mitte der 90er Jahre Leiter des Referates gegen Gentechnik beim BUND!)
Auszug aus der DBU* aktuell Nr. 7+8/2002 (S. 1)
DBU baut Biotechnologie-Engagement weiter aus
... Biotech-Unternehmen ... litten auch sie unter der wachsenden Skepsis der Anleger, vor allem der Risikoanleger ... weitere Problempunkte seien der mangelnde Fachkräftenachwuchs ... Nicht zuletzt aufgrund des Stimmungswandels in Deutschland, wonach gegenwärtig 74% der Bevölkerung die sogenannte rote Gentechnik (medizinische Anwendungen) befürworteten, sieh Marquardt* aber dennoch mit Zuversicht in die Zukunft. ... Höhepunkt zum Abschluss der Veranstaltung war das Referat eines der beiden Erfinder des "Golden Rice" ...
*DBU=Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Marquardt kommt von der Vereinigung Deutscher Biotechnologie-Unternehmen.Rechts: Aus der NABU-Zeitung "Naturschutz heute"
Auszug aus "Grüne Gentechnik zwischen "wie" und "ob" in Verbraucher konkret 5/2002 (S. 3+4, Autor: Gerd Spelsberg, Bundesvorstand Verbraucherinitiative)
Es geht darum, ob eine Koexistenz zwischen einer Landwirtschatt "mit" und "ohne" Gentechnik möglich ist - und zwar so, dass Konsumenten und Landwirte auch in Zukunft die Freiheit der Wahl haben. Allen vorn BUND und Gerenpeace, zuweilen auch die Verbraucherverbände und kirchliche Organisationen, blieben stur. ... Auch die gesellschaftlichen Gruppen - die VERBRAUCHER INITIATIVE eingeschlossen - müssen sich entscheiden, ob sie die Gentechnik stur bekämpfen oder Einfluss nehmen wollen, wenn die Bedingungen für Wahlfreiheit und Koexistenz ausgehandelt werden.
Die Verbraucher Initiative betreibt seit 1997 die Internetplattform www.transgen.de zusammen mit Regierung und Genkonzernen.
Auszug aus der Presseinfo 20. Mai 2003/Nr. 23/2003 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zum Ausscheiden des bisherigen Chefs, Ex-Bundesbankpräsident Tietmeyer:
Ihm als damaligem Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und seinem damaligen Chef Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel ging es Ende der 80er Jahre vor allem darum, „neues Wissen und Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen und zu einer vorsorgenden Umweltpolitik beizutragen", wie es Tietmeyer selbst formuliert. Und ergänzt: „Es geht nicht nur um ein Konservieren von Natur. Es geht darum, neue Wege im wirtschaftlichen Prozess in Gang zu bringen - für Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit."Pressemitteilung von Euronatur im November 2003
Internationaler Umwelt-Kommunikationspreis "Environmental Communication Award" verliehen
DaimlerChrysler, Umweltjournalistin Luisa Schmidt und philippinische Aktionsgruppe ausgezeichnet
Magdeburg. Mit dem erstmals verliehenen internationalen Umweltkommunikationspreis "Environmental Communication Award" wurde jetzt DaimlerChrysler als innovatives Unternehmen in Magdeburg ausgezeichnet. In der Kategorie Einzelpersonen erhielt die Auszeichnung die portugiesische Umweltjournalistin Luisa Schmidt; für innovative Natur- und Umweltkommunikation im Bereich der Verbände und Gruppierungen wurde Penny Reyes-Velasco als Vertreterin der "Happy-Earth"-Organisation aus den Philippinen gewürdigt. Schirmherr des von der internationalen Umweltstiftung Euronatur und dem Bellagio Forum für nachhaltige Entwicklung initiierten weltweiten Awards ist der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Prof. Dr. Klaus Töpfer.
Die drei Gewinner haben sich unter zahlreichen Bewerbungen aus allen Kontinenten im Bereich Medien, Kunst und Kommunikation mit besonders innovativen und pragmatischen Arbeiten für den Schutz der natürlichen Ressourcen und für ein nachhaltiges Wirtschaften qualifiziert.
"Im Zeitalter von globaler Kommunikation und fortschreitender Urbanisierung bleibt die Naturverbundenheit und damit die Natur und Umwelt viel zu oft auf der Strecke. Deshalb gilt es mehr denn je, die Möglichkeiten moderner Kommunikation für die Erhaltung unserer Umwelt einzusetzen", so Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter bei der Preisverleihung am Montag Abend (17. Nov. 2003) in Magdeburg.
"Die Journalistin Luisa Schmidt ist durch ihre beharrliche Arbeit als Buch-Autorin zu Umweltthemen, regelmäßige Teilnehmerin an Fernsehdebatten, Sprecherin auf Konferenzen und Umwelt-Journalistin für die führende portugiesische Zeitung EXPRESSO in der Umweltszene der portugiesischen Medien eine zentrale und anerkannte Persönlichkeit", betonte UNEP-Chef Töpfer in seiner Laudatio. Es komme heute besonders darauf an, im Rahmen breiter gesellschaftlicher Kommunikation Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft für Umweltthemen zu sensibilisieren. Hier sei Luisa Schmidt ein besonderes Vorbild.
Dies gelte in gleichem Maße für die ideenreiche Arbeit der "Happy Earth"-Organisation auf den Philippinen. Mit-Gründerin Penny Reyes-Velasco, gleichzeitig Autorin des Kinderbuchs "Are You the Forest King?", sei es ideenreich gelungen, auf die Zerstörung der philippinischen Regenwälder aufmerksam zu machen und die Leser zum konkreten Handeln aufzufordern: Jeder Käufer des Buches erhält einen Samen einer einheimischen Baumart, den er selbst pflanzen oder einem von der Organisation unterstützten Aufforstungsprojekt zur Verfügung stellen kann.
Die DaimlerChrysler AG hat - nach Auffassung der internationalen Jury - neben der umweltrelevanten Verbesserung vieler Produkte und Produktionsverfahren, etwa durch den Einsatz von Naturfasern bei der Autoherstellung, sein Umweltengagement auch besonders erfolgreich kommuniziert. "Dank eines umfassenden Umwelt-Kommunikationskonzeptes steht die DaimlerChrysler AG sowohl unternehmensintern mit seinen Beschäftigten, als auch mit der Industrie, der Politik und Öffentlichkeit in einem internationalen, kreativen und konstruktiven Dialog, um Themen der nachhaltigen Entwicklung voranzubringen", sagte Töpfer in seiner Laudatio.
Hanns Michael Hölz, Präsident des Bellagio Forums für nachhaltige Entwicklung: "Der Environmental Communication Award zeichnet Initiativen aus, die auf innovative Weise eine der größten Herausforderungen angenommen haben, mit welcher die Menschheit konfrontiert ist: Ein globales Gleichgewicht zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Erfordernissen zu finden." Die Ausschreibung für den Environmental Communication Award 2004 läuft bereits; Einsendeschluss ist der 1. Februar 2004.(Stiftung Europäisches Naturerbe; Konstanzer Str. 22; D-78315 Radolfzell)
Rückfragen:
Stiftung Europäisches Naturerbe - Euronatur
Konstanzer Str. 22; 78315 Radolfzell
Tel: 07732 - 92 72 0; Fax: 07732 - 92 72 22
E-mail: info@euronatur.org
www.euronatur.org
Bellagio Forum for Sustainable Development e.V.
c/o Deutsche Bundesstiftung Umwelt
An der Bornau 2; 49090 Osnabrück
Tel.: 0541 - 963 34 90; Fax 0541 - 963 34 91
Email: info@bfsd.org
www.bfsd.org
BUND
Kooperation mit Atombefürwortern und Klimaschutzbremsern
Der BUND machte 2005 eine Kampagne "Abenteuer Schmetterling" gemeinsam mit dem
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Die Helmholtz-Gemeinschaft betreibt
vor allem Atomforschung, praktisch alle großen Anlagen in diesem Bereich
gehören dazu (Kernforschungszentrum Karlsruhe, Jülich, GKSS).
Rechts: Gentechniklobby darf auf BUND-Seiten gegen FeldbefreierInnen hetzen
Am 8.9.2008 veröffentlichten BUND und AbL auf ihrer Seite www.gentechnikfreie-regionen.de den Jubelartikel des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter zum skandalösen Prozess gegen Feldbefreier mit hohen Verurteilungen in Gießen - als einzige Info zu dem Ereignis (größer durch Klick!)

Anzeige des Atomkonzerns E.on im Magazin der BUND-nahen Stiftung DAVID (A4 Größe)
Naturschutzbund Deutschland (Nabu)

Links: NABU wirkt bei Mitgliedern für Bestellungen bei einem konventionellen Kleidungsversand
Rechts: Nabu-Fußballmannschaft mit Vodafone-Werbung ... und Chearleaders im gesellschaftlich üblichen Geschlecht
(aus der NABU-Zeitung "Naturschutz heute", 3/06 (S. 14)
WWF
Auszüge aus Murr, Günter (1996): „Entwicklung und Handlungsmöglichkeiten von Umweltverbänden in der internationalen Politik“, Ökom Verlag Schriftenreihe Nr. 1, München:
(S. 51)
1971 wurden die Finanzen des WWF auf eine neue Grundlage gestellt. Prinz Bernhard gründete den Exclusiv-Club The 1001: A Nature Trust. Er bat 1000 wohlhabende Personen, jeweils 10 000 US-Dollar dem WWF zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Kapitalstock sollte die Verwaltung der Organisation finanziert werden, so daß die eingehenden Spenden voll für die Naturschutzarbeit verwendet werden können. Die Idee für The 1001 stammte ursprünglich von dem südafrikanischen Tabak-Industriellen Anton Rupert, Präsident von WWF-Südafrika und später Vizepräsident von WWF-International. Zur Anwerbung der Spenden stellte Rupert dem WWF Charles de Haes, einen Mitarbeiter seines Tabakkonzerns Rothmans, kostenlos zur Verfügung. 1975 wurde de Haes neben Fritz Vollmar Ko-Direktor und 1977 alleiniger Generaldirektor von WWF-International (bis 1993). Im November 1973 hatte de Haes die angestrebte Zahl von 1000 Spendern zusammen (das 1001. Mitglied ist Prinz Bernhard selbst). 60 davon kamen aus Deutschland. Neue Spender können in den Club nur eintreten, wenn ein Mitglied ausscheidet. Mittlerweile wurde die Höhe der Einlage auf 25 000 Dollar aufgestockt, das Gesamtvolumen der Stiftung beträgt somit mehr als 14 Millionen Schweizer Franken. Die Mitgliedslisten des "Clubs der 1001" behandelt der WWF streng vertraulich. Raymond Bonner vermutet, daß die Organisation einige Clubmitglieder von zweifelhafter Reputation verheimlichen möchte. So sollen zum Beispiel Präsident Mobutu von Zaire und ein amerikanischer Industrieller, der Regenwälder abholzen läßt, Mitglieder des Clubs sein. Überproportional vertreten seien weiße Südafrikaner. Laut Bonner war das für viele von ihnen zu Zeiten der Apartheld eine der wenigen Möglichkeiten, Mitglied in einem internationalen Club zu werden und Kontakte zu Industriellen und Adligen zu knüpfen. Der starke Einfluß der Südafrikaner ist für Bonner auch ein Grund dafür, warum der WWF lange Zeit Südafrikas Widerstand gegen ein Verbot des Elfenbeinhandels unterstützt hat ...
(S. 101)
Prinz Philip, der internationale WWF-Präsident, sagte 1986'bei der 25-Jahr-Feier des WWF, kurz nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl: "Hören Sie doch mit dieser ewigen Hetze gegen Atomkraft auf. Kümmern wir uns lieber um existierende Probleme statt um mögliche."
(S. 104)
Die spanische Organisation des WWF, die Asociaciön de Defensa de la Naturaleza (ADENA), wurde 1968 als erste Naturschutzorganisation in Spanien gegründet. Heute ist sie mit 30 000 Mitgliedern neben Greenpeace die wichtigste Umweltorganisation des Landes. Die Aktivitäten erstrecken sich vor allem auf den Schutz von Naturräumen wie den Coto Donana-Nationalpark. Das rasche Mitgliederwachstum in den ersten Jahren wird unter anderem auf Werbekampagnen in Zusammenarbeit mit Großunternehmen wie Coca-Cola zurückgeführt. Verschiedene Ökologiegruppen werfen ADENA die guten Verbindungen zur Industrie und auch zu staatlichen Verwaltungen vor. Seit den 80er Jahren bezieht ADENA aber zunehmend regierungskritische Positionen. Die 1985 gegründete Stiftung FONDENA soll vor allem finanzielle Mittel für ADENA beschaffen.
- Bayer wirbt mit WWF-Aktivistin in Thailand, in: Junge Welt, 15.9.2006 (S. 9)
- Kungel mit Energiekonzernen? Schweizer Bauernaktivist greift WWF und FSC wegen Palml- und Soja- Zertifikaten an (mehr im PDF)
- WWF mit Konzernverband OVID bei der Erfindung "nachhaltiger Palmölplantagen": 8.12.2009 Werbekonferenz in Berlin
- WWF und TetraPak
Greenpeace
- Stern enthüllt seltsame Verbindungen zwischen Lidl und Greenpeace (aber Achtung! Der Stern schreibt, was die Auflage erhöht - und nicht, was sie wirklich recherchiert haben ... kann also stimmen oder auch nicht)
- Kurz danach (Quelle):
Greenpeace-Magazin zukünftig nicht mehr bei Lidl ++ Ehrenvoller Rückzug: Das war ein Fehler
Einen ehrenvollen Rückzug hat die Umweltorganisation „Greenpeace“ angetreten. Ihr gebührt Respekt und unsere Achtung. Es war ein Fehler, sagt Roland Hipp und meint das vermeintlich gute Geschäft mit Lidl. Die Glaubwürdigkeit war den Umweltaktivisten wichtiger. Kein „Geschnörkel“ und kein „Geeiere“. Einfach nur den Fehler eingestanden. Doch Freunde wird sich Greenpeace in der Branche der Umwelt- und Verbraucherschützer wohl nicht gemacht haben. Zu undurchsichtig sind die Finanzen bei den Mahnern, die die Moral bei anderen unermüdlich vermissen. Greenpeace hat die Latte höher gelegt und daran werden sich jetzt viele Verbände und Organisationen messen lassen müssen.
DUH (Deutsche Umwelthilfe)
Die Spendenwaschanlage der deutschen Umweltverbände kooperiert mit allem, was geht. Wo BUND und Nabu lange Angst hatten, ihren Ruf zu verlieren, ist die von Nabu und BUND gegründete Vorfeldorganisation skrupellos. Beispiel: Das Projekt "Living Lakes":

A4-Anzeige in DUHwelt 3/2007 (S. 22)
Auszug aus DUHwelt 2/2008 (S. 25)
Weitere NGOs
Für Kernenergie, für mehr Markt und gegen Klimaschutz
Auszüge aus dem Papier "Mehr Realismus in der Energie- und Umweltpolitik erforderlich" von den Gewerkschaften IG BCE und ver.di sowie den Atomkonzernen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall (PDF-Download hier ...)
Für sinkenden CO2-Preis!
Dem Emissionshandelssystem muss in der derzeitigen Erprobungsphase und insbesondere für die Periode ab 2008 mehr Liquidität zugeführt werden. Dazu sollte die Europäische Kommission ihre bisherige Politik anpassen und mehr Zertifikate in den Handel geben. Sie sollte zudem die osteuropäischen Länder und Russland schneller als geplant in den Handel einbeziehen, gegebenenfalls auch unter Änderung der europäischen Richtlinie. Ziel muss ein deutliches Sinken des CO2-Preises sein, um das Handelssystem politisch akzeptabel auszugestalten. ...
Für sog. Energiemix
Alle Regelungen müssen so angelegt sein, dass langfristig die notwendige Investitionssicherheit gegeben und ein vielfältiger Energiemix auch künftig gewährleistet bleibt.
Für mehr Strommasten und -leitungen
Durch eine Beschleunigung des Leitungsbaus ist das deutsche Übertragungsnetz zügig den gewachsenen Erfordernissen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien anzupassen.
Für Atomkraft
Die Kernenergie trägt mit einem Anteil von 30% an der Stromerzeugung erheblich zur Diversifizierung und zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Energiemixes bei. Zugleich leistet sie einen Beitrag zum Klimaschutz. Selbst ein Ersatz durch die effizientesten Gaskraftwerke – energiewirtschaftlich realistisch ist eher ein Ersatz durch einen Mix aus Erdgas und Steinkohle – würde zu zusätzlichen CO2-Emissionen von rd. 60 Mio. t pro Jahr führen und damit die deutschen CO2-Emissionen um etwa 8% pro Jahr steigern. Ferner können mit der Kernenergie angesichts der mittelfristig anhaltenden Knappheiten im europäischen Strommarkt preisdämpfende Effekte erzielt werden. Zudem kann durch den Einsatz der Kernenergie die Zeitachse zur Erreichung der Wirtschaftlichkeit neuer Energieoptionen entscheidend erweitert werden. Vor diesem Hintergrund sollte angedacht werden, den Einsatz der Kernenergie allein auf den Sicherheitsnachweis der Anlagen abzustellen. Die Erkundung des Salzstockes Gorleben sollte wieder aufgenommen und zu Ende geführt werden. Ziel ist rechtzeitig über ein Endlager für abgebrannte Brennelemente zu verfügen. Weiterhin ist das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Elemente, der Schacht Konrad, für den eine Genehmigung bereits vorliegt, nach positivem Ausgang des anhängigen Rechtsverfahrens zügig in Betrieb zu nehmen. ...
Zudem bedarf es der Weiterführung der Energieforschung im Bereich der Kernenergiesicherheitstechnik. Hier darf der Anschluss an die internationale Entwicklung nicht verloren gehen.
Eisenbahner-Gewerkschaft für Bahn-Privatisierung
Auszug aus Junge Welt, 23.8.2006 (S. 8)
Ein Arbeitskampf drohe, »falls die Politik mit weiteren Tricks versuchen sollte, den Privatisierungsprozeß zu stören«, so Hansen. Die Verschleuderung öffentlichen Eigentums zugunsten privater Investoren soll also bitte schön ruhig und in geordneten Bahnen vonstatten gehen.Transnet-Chef wechselt in den Bahnvorstand ... und macht sich sofort für Entlassungen stark
Bericht über den Ex-Gewerkschaftschef Norbert Hansen, in: Junge Welt, 17.5.2008 (S. 4)
Der neue Arbeitsdirektor der Deutschen Bahn AG, Norbert Hansen, hat weiteren Personalabbau in dem Konzern angekündigt. »Wir werden bei der Bahn weiter rationalisieren müssen. Und das wird in einigen Bereichen nicht ohne Personalabbau gehen«, wurde Hansen in der Bild-Zeitung (Freitagausgabe) zitiert.Von den Beschäftigten des Konzerns forderte Hansen mehr Effizienz. Es gäbe mittlerweise viele private Bahngesellschaften, die zeigten, wie es gehen könnte. »Da ist dann zum Beispiel ein Lokführer nicht nur dafür verantwortlich, den Zug zu steuern, sondern kann in den Zugabteilungen auch einmal aufräumen oder auf einem kleinen Bahnhof mit anpacken«, sagte der ehemalige Chef der Gewerkschaft Transnet.
InTransparency National (IN)
Quelle: Peine, den 8. Dezember 2006 gez.: Prof. Dr.-Ing. Hans-Joachim Selenz
Transparency International (TI) beschäftigt sich weltweit mit Korruption. Clickt man die TI-homepage an, so liest man von denkbar anspruchsvollen Zielen. Man erfährt beispielsweise, dass Einzelmitglieder „sich aktiv für die Bekämpfung von Korruption einsetzen und die Ziele von Transparency Deutschland öffentlich vertreten.“ Auch für die sog. „korporativen Mitglieder“ bedeute die Mitgliedschaft „mehr als eine verbale Bekundung und pauschale Zustimmung.“ Nicht nur in den USA stellt die TI-Mitgliedschaft quasi eine Anti-Korruptionsbescheinigung dar. Korporative Mitglieder sind so schillernde Unternehmen wie Allianz, Daimler-Chrysler, Price-waterhouseCoopers und Siemens. TI ist gleichsam deren bezahltes Anti-Korruptions-Feigenblatt.
„Durch die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung verpflichten sich die Mitglieder zu hohen ethischen Standards im Geschäftsverkehr und erklären, dass sie Korruption in jeder Form ablehnen und sie im eigenen Bereich weder anwenden noch dulden, dass sie ihre Beschäf-tigten gegen Korruption sensibilisieren und schulen, und dass sie sich in den jeweiligen Interes-senverbänden aktiv zur Bekämpfung von Korruption einsetzen.“ Zitat Ende. So weit die Theorie.
Doch wie sieht das Wirken der deutschen Transparenzler wirklich aus? Wer einmal das zweifel-hafte „Vergnügen“ hatte, sich mit TI-Vorstand von Blomberg persönlich über reale deutsche Korruptionsfälle zu unterhalten, weiß, dass dieser Herr an allem interessiert ist, nur nicht an der Aufdeckung realer Korruption! Man arbeite nicht an „konkreten“ Fällen, „nicht konfrontativ“, wie TI auch auf seiner Seite verlautbart. Man suche vielmehr „Koalitionen mit Regierungen, Verwaltungen und Politikern, mit der Wirtschaft und mit Gruppen der Zivilgesellschaft, die eine vertrauenswürdige, transparente, wertorientierte, zivile demokratische Kultur vertreten." QED!
TI-D-Vize-Chef von Blomberg, ein ehemaliger Allianz-Bezirksvorstand, hat außer unverbind-lichen Sprüchen und einigen Kubikmetern an heißer Luft bislang keinerlei konkrete Erfolge auf-zuweisen. Eher lässt sich sein persönlicher Erfolg wohl am Kontostand der Organisation ablesen - gespeist von z. Tl. aktiv korporativ-korrupten Mitgliedern. Beispiel: Die Siemens AG.
Die Firma Siemens ist bereits seit Ende der 90er-Jahre in einschlägigen Kreisen bekannt. Damals flossen Schmiergelder in Millionenhöhe nach Italien. Bereits seit 2004 ermitteln die Behörden in Liechtenstein, seit 2005 in der Schweiz. Seit einigen Tagen - nun endlich - auch die eigentlich zuständigen Strafverfolger in Deutschland. Es geht um nicht weniger als um dreistellige Millio-nenbeträge. Von 70 bis 100 Mio. Euro pro Jahr ist intern die Rede. Die Siemens-Führung war darüber voll informiert. Revision und Wirtschaftsprüfer - selbstverständlich - auch.
Den Siemens-Aufsichtsrat und TI-D habe man indes - angeblich - nicht informiert. „Siemens muss sich vorwerfen lassen, eine gewisse Geschichte in Bezug auf Korruption zu haben“, be-merkt derweil sogar Herr von Blomberg. Staatsanwälte sehen laut Wirtschaftswoche vom 4. 12. 2006 in den Begriffen „Siemens“ und „Korruption“ sogar „Synonyme“. Im Fall der Siemens AG fühlt sich Herr von Blomberg daher mittlerweile „gewissermaßen gemeinsam auf dem Grill“.
Fraglich ist, ob von Blombergs TI-Vorstands-Kollegen und die übrigen, ehrbaren TI-Mitglieder sich auf Dauer nicht nur die Hände beschmutzen wollen? Wie glaubhaft ist das Wirken einer Organisation, die vorgibt, Schwarzgeld zu bekämpfen, sich selbst aber mit Geld aus schwarzen Kassen finanziert. Sollte man der TI-D-Kasse nicht statt dessen den einen oder anderen Euro aus den Mannesmann-Untreue-Millionen zuführen? Damit würden die deutschen Transparenzler weiterhin „angemessen“, jedoch nicht mehr derart intransparent gefördert. Bezeichnend, dass im aktuellen Gallup-Korruptionsindex Deutschland inzwischen auf dem einigermaßen realistischen Platz Nr. 48 liegt. Eingerahmt von anderen Bananenrepubliken wie Bolivien und Mexico.
Derweil kann man Transparency International nur raten, den deutschen Zweig, TI-D, aus der Organisation zumindest solange zu entfernen, bis TI-D sich wieder konform der Statuten bewegt. In der Zwischenzeit schlage ich vor, Transparency International Deutschland in InTransparency National Deutschland (IN-D) umzutaufen. Damit wäre zumindest die Intransparenz transparent.
Mehr Links
Internationale Umwelt-NGOs und ihre Nähe zu Großkonzernen
Auszüge aus Klaus Pedersen, "Partner der Multis", in: Junge Welt, 19.5.2008 (S. 10)
Die älteste und – budgetmäßig betrachtet – größte Organisation ist die TNC, die Mitte der 1940er Jahre von einer Handvoll US-amerikanischer Biologen mit dem Ziel gegründet wurde, die Unterschutzstellung bestimmter Naturflächen innerhalb der USA zu erreichen. Es dauerte rund 25 Jahre, bis für den TNC-Präsidenten erstmals eine voll bezahlte Stelle zur Verfügung stand. Heute ist der Posten des TNC-Präsidenten mit einem ansehnlichen Managergehalt dotiert. In den 1990er Jahren durchlief TNC eine Phase exponentiellen Wachstums und verfügt heute über knapp 3700 bezahlte Mitarbeiter sowie ein Vermögen von über vier Milliarden Dollar und operiert in 50 Bundesstaaten der USA sowie 30 weiteren Ländern. Zu den wichtigsten der nahezu 2000 Firmensponsoren von TNC gehören neben mehreren Holz- und Mineralölkonzernen auch Monsanto und Pfizer.
CI mit aktuell knapp 800 Angestellten wurde 1987 von TNC-»Deserteuren« gegründet, die TNC nach internen Querelen verlassen hatten. Mit Hilfe von »aggressivem« Fundraising wuchs diese Organisation rasant und verfügte 2005 über ein Vermögen von 173 Millionen Dollar. Drei Viertel der Einnahmen – 92,7 Millionen Dollar – wurden von Stiftungen, Regierungen und anderen Geldgebern für Projekte eingeworben. Das hebt CI gegenüber TNC und WWF ab, die sich stärker aus individuellen und Firmenspenden finanzieren. Aber auch CI macht von dieser Möglichkeit Gebrauch. Von den rund 250 Firmen-»Partnern« werden jährlich zwischen sieben und neun Millionen Dollar eingesammelt. Zu den Sponsoren gehört eine Reihe notorischer Umweltsünder wie die Ölmultis BP, ConocoPhilips, ChevronTexaco, die Papier- und Holzkonzerne International Paper und Weyer-haeuser sowie bekannte Namen wie McDonald's, Coca-Cola und Wal-Mart. Sie alle bekommen durch diese »Partnerschaften« die Möglichkeit, sich mit der Unterstützung von Natur- und Umweltschutz zu brüsten. ...
Chapin bescheinigt den großen Naturschutz-NGO, daß sie über die Köpfe der lokalen Bevölkerung hinweg agieren. ... Die Lobbyarbeit der Naturschutzmultis, mit dem Ziel, das eigene Budget
zu vergrößern, spielt der weltweiten neoliberalen Agenda in die Hände – der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung zurück und überläßt »zivilgesellschaftlichen Organisationen« von zum Teil fragwürdiger Legitimität das Feld, wodurch »der Öffentlichkeit nicht rechenschaftspflichtige Märkte, Unternehmen und zwischenstaatliche Institutionen bei der Festlegung von Werten und Politikzielen, die den Kontext des Alltagslebens bestimmen, allzu dominant werden« (Jepson 2005). Von außen betrachtet wirkten die großen Naturschutzorganisationen wie ein Hybrid aus transnationalen Konzernen und (zwischen)staatlichen Institutionen der Entwicklungshilfe, meint Jepson.
Im Zeitalter der Gen- und Biotechnologie, das zugleich das Zeitalter der massiven Zerstörung tropischer Regenwälder und anderer Lebensräume ist, wird Bioprospektion jedoch auf völlig neuem Niveau durchgeführt. Einerseits bietet die moderne Molekularbiologie analytische Möglichkeiten, die vor zwei Jahrzehnten noch völlig unvorstellbar waren. Andererseits wird es in Anbetracht fortdauernder Zerstörung von Lebensräumen in Zukunft immer schwieriger werden, neue biologische Ressourcen zu finden. Deshalb vertreten Institutionen wie das US-amerikanische FIC (Fogarty International Center) die Meinung, daß die Erforschung des medizinischen Potentials der Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen dringend notwendig sei. Das FIC, einer der wichtigsten Geldgeber für die globale Bioprospektion, weist darauf hin, daß knapp die Hälfte aller in den letzten 20 Jahren entwickelten Arzneimittel ursprünglich aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen isoliert wurde. Die diesbezüglichen Zahlenangaben schwanken, aber in der Grundaussage decken sie sich. (...)
Von ähnlichen Motiven waren und sind übrigens auch die Akteure im Agrarsektor getrieben. Die genetischen Ressourcen der Länder des Südens werden seit vielen Jahrzehnten von den Pflanzenzüchtern Deutschlands sowie anderer Länder Europas und Nordamerikas begehrt.
Kapitalbegrünung: Green-Washing, Ökomanager des Jahres und mehr
Der Preis des Ökomanagers wird jedes Jahr vom WWF und der Zeitschrift "Capital" vergeben.
"Wir verstehen Nachhaltigkeit nicht als Ausschnittsveranstaltung", betont Zech. ... Die Pressemeldung des Lobbyverbands formuliert es bestimmter: Es sei ein "gravierendes Problem", dass "Fragen der Ökologie die Nachhaltigkeitsdebatte dominieren".
(Bericht über Jürgen Zech vom Bundesverband der Deutschen Industrie, Ökomanager des Jahres 1998, aus: natur&kosmos September 2001, S. 105)
- Kritik am Preisträger von Adidas (2005) in: Junge Welt, 3.12.2005 (S. 8)
Natur genießt er bei Alpenwanderungen mit den Kollegen Schrempp (Daimler Chrysler) und Weber (Lufthansa).
(Zeitschrift "natur&kosmos" über BDI-Funktionär Jürgen Zech, der als ökologisch orientierter Manager vorgestellt wurde, September 2001, S. 101)
Interview mit Norbert Walter, Vordenker der Deutschen Bank und Lieblings-Gesprächspartner vieler Umwelt-NGOs in der FR, 21.10.2005 (S. 5)
Einige Subventionen gehören sofort komplett in den Reißwolf. Die Pendlerpauschale und die Eigenheimzulage zum Beispiel. Es macht doch keinen Sinn, die Zersiedelung des Landes und den Bau von Wohnungen und Häusern zu fördern, wenn wir gleichzeitig viel Leerstand haben. ... Mittelfristig sollte man, wenn der Ölpreis sich beruhigt, zum bekannten Ökosteuer-Prinzip zurückkehren: kleine, mit zeitlichem Vorlauf angekündigte, regelmäßige Aufschläge und daraus Mitfinanzierung der Lohnebenkosten, aber gleichzeitig eine Reform der Sozialversicherungssysteme.
Umweltpreise für seltsame Großunternehmen
- Chemiefirma Henkel erhält Öko-Preis (FR 16.3.2006, S. 12)
Seit Jahren versucht der Konzern, weniger schädliche Produkte zu entwickeln. Das erste phosphatfreie, 1983 auf den Markt gebrachte Waschmittel sei ein "Meilenstein der ökologisch und sozial verantwortlichen Produktentwicklung", urteilt der Worldwide Fund for Nature (WWF). "Wir sind sehr zufrieden mit der Art der Produkte und der Produktion", lobt Bernhard Bauske vom WWF. Henkel gehöre "zu den besonders engagierten Unternehmen", meint Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe. - Umweltpreise für seltsame Banken (FR. 16.6.2006, S. 11), Auszug:
Mit einer Gegenausgabe zur Finanzzeitung reagierte das Umwelt-Netzwerk Banktrack auf die Ehrung der Großbanken. In der "Reckless Times" (Ruchlose Zeiten), die gestern vor Londoner Geldhäusern verteilt wurde, kritisieren sie die "fatale Klimapolitik" und "Verstrickung diverser nominierter Banken" in die Finanzierung "fragwürdiger Projekte" wie die Herstellung von Anti-Personen-Minen.
"Die Banken reagieren in den vergangenen Jahren zwar auf den Druck von Umwelt- und Menschenrechtsgruppen und verbessern einige Standards", sagt Regine Richter vom deutschen Banktrack-Mitglied Urgewald. "Aber ihre grundlegende Finanzierungspolitik überarbeiten sie nicht." So fehle der deutschen WestLB - die in der Sparte "Nachhaltigste Bank des Jahres" nominiert ist - eine schlüssige Strategie gegen den Klimawandel, obwohl sie im Ölsektor eines der weltweit führenden Häuser sei. "Welche Umweltrichtlinien sie dabei anwendet, ist bisher unklar", sagt Richter. Die von der Jury gelobten "Äquator-Prinzipien", die der WestLB Projektfinanzierung nur erlaubt, wenn Menschenrechte und Umweltschutz garantiert sind, habe die Bank allein wegen massiven Drucks von außen angenommen.
Die Nominierung der Deutschen Bank für den "Nachhaltigsten Deal des Jahres" dagegen "schießt den Vogel ab", schreibt Banktrack. Die Deutsche Bank erwäge die Finanzierung eines russischen Atomreaktors auf bulgarischem Erdbebengebiet und gebe Kredite für umweltschädliche Uran- und Ölförderung in Australien und Afrika, so die Kritiker. Die Preisträger standen bis Redaktionsschluss noch nicht fest. - Ökomanager des Jahres 2006: Franz Fehrenbach, der Chef von Bosch (FR, 23.11.2006, S. 9)
Hans-Olaf Henkel
1992 war Hans-Olaf Henkel als IBM-Manager, zum Ökomanager des Jahres gewählt worden. Der Preis wird von WWF und Capital verliehen.
Henkel blieb den Ökos verbunden. Im Jahr 2005 hielt Henkel sogar den Hauptvortrag bei der neuen Preisvergabe, trat also als Öko-Vordenker auf! Was dieser von Umwelt-Funktionären hofierte Mann sonst so trieb:
- Henkel war jahrelang Präsident des Bundesverbandes Deutscher Industrie (BDI) und dort der Scharfmacher des ohne harten Großindustrie-Lobbyverbandes.
- Auszug aus einem Interview mit Henkel im Stern 15/1995 (S. 164 f.)
Stern: Sind Sie etwas für neue Kernkraftwerke?
Henkel: Sie sagen es. Es werden gegenwärtig 60 Kernkraftwerke in 18 verschiedenen Ländern gebaut. Ich halte es für unverantwortlich, wenn gerade das Land, das erwiesenermaßen die Kerntechnik auch unter Sicherheitsgesichtspunkten am besten beherrscht, sich nun daraus verabschieden soll. Es wäre doch geradezu menschenfeindlich, einer Welt, in der weiter Kernkraftwerke gebaut werden, die beste und sicherste Technik vorzuenthalten ...
Wir müssen zweitens in der Lage sein, uns an der europäischen Entwicklung eines zukünftigen Reaktortyps zu beteiligen. Und wiwr müssen dafür sorgen, daß dieser Typ nach dem Jahre 2005 in Deutschland auch gebaut werden darf. ...
Stern: Aber Kerntechnik hinterläßt Abfall, der Tausende von Jahren vor sich hinstrahlt.
Henkel: Auch das ist ein Totschlagsargument. Natürlich weiß ich, daß 500 oder 1000 Jahre Endlagerung eine lange Zeit sind. Aber denken sie doch bitte auch an die 30 oder 40 Jahre, die es nur noch dauert, über CO2 das Klima so zu verändern, daß wir in eine Katastrophe rennen können. Es ist eine Frage der Abwägung. Und da sage ich: Die Endlagerung von Brennelementen stellt praktisch kein Risiko für die Menschheit dar. Heute nicht, in 50 Jahren nicht, und auch nicht in 1000 Jahren, wohl aber die Klimaveränderung. Die frage heißt also: Klimakatastrophe oder Kerntechnik! ...
Stern: Als IBM-Chef Deutschland sind Sie vor zwei Jahren vom World Wide Fund For Nature (WWF) zum "Öko-Manager" des Jahres gewählt worden. Glauben Sie, daß Sie nach diesem Interview da heute noch eine Chance hätten?
Henkel: Warum nicht? Ich glaube, um die Umwelt zu schützen, muß man endlich mal über verschiedene Dinge Tacheles reden, die Ideologie über Bord werfen und die Umwetlfrage als globales Problem verstehen und angehen. - Auszug aus "Verstoppt den Scharfmacher" in: Spiegel 3/1998 (S. 78 f.)
Industrie-Präsident Hans-Olaf Henkel gefällt sich zum Auftakt des Wahljahrs in der Rolle des Scharfmachers ...
Den Unternehmens, keilte Henkel zurück, stünden "die Tiraden Blüms und seiner Gefolgschaft langsam Oberkante/Unterlippe". ... Da war er wieder, der "Rambo in Nadelstreigen" ("Hamburger Morgenpost"). ... Erst wenige Tage vorher hatte Henkel gegen das deutsche System der Tariflöhne gegiftet. Im SPIEGEL-Gespräch bezeichnete er es als "vorbildlich", daß "in Ostdeutschland flächendeckend gegen die Flächentarife verstoßen" werde. ...
(Zu Verträgen mit Gewerkschaften:) "Konsensgesülze"
Zuhauf meldeten sich in den vergangenen Tagen, wie ein hoher Funktionär des Deutschen Industrie- und Handelstages klagt, "verschreckte Mittelständler, die uns fragen, ob Henkel den Marsch in eine andere Republik antreten will". - Das DB-Magazin "mobil" interviewte Henkel in der Ausgabe 7/2001 (S. 37 f.)
F: Setzt der Markt die einzigen Kritierien für angemessene Entlohnung?
Ja. Ohne dieses KRiterium kriegen wir keine Leistungsgesellschaft in Gang. Wettbewerbsfähig wird man nur durch Wettbewerb, und dazu gehört eine Bezahlung, die der Markt hergibt. ...
F: Ist es gerecht, wenn sich einige aus dem gemeinsam erwirtschafteten Gut so viel mehr herausnehmen als andere?
Sie nehmen sich das ja nicht selbst heraus. Es wird ihnen angetragen. Das ist Teil des Systems. Im übrigen muss man daran erinnern: 15 Prozent der deutschen Bevölkerung bezahlen über 50 Prozent der Steuern. ...
F: Was machen die Höllander denn besser als wir?
Eine hochinteressante Frage. 1983 war Holland der kranke Mann Europas, die Umsatz-Nettorendite lag bei 1,8 Prozent. Holland hat sich in einem Kraftakt gewandelt. Sie haben die Unternehmenssteuern gesenkt. Die sind in Holland seitvielen Jahren bei 35 Prozent. Sie haben die Arbeitszeitverkürzung nicht mitgemacht. Die Holländer arbeiten im Jahr 120 Sunden länger als wir! Das sind drei Wochen mehr und für viele Firmen genau der Unterschied zwischen schwarzen und roten Zahlen. Holland hat sehr viel mehr privatisiert. Zurzeit schlagen die hölländischen Gewerkschaften der Regierung die Privatisierung der Arbeitslosenversicherung vor. - Hans-Olaf Henkel, damaliger BDI-Präsident in einem Interview mit amnesty international, die Henkel als ihr Mitglied feiern. Quelle: ai-JOURNAL Juni 2000
Und ich glaube, dass es sinnvoll wäre, marktwirtschaftliche Systeme zu fordern, um den Menschenrechten zu dienen. ... Die Globalisierung kann allen Menschen helfen. Sie führt auch dazu, dass gerade die Menschenrechte einen Siegeszug um die Welt feiern. Wir sind alle noch nicht zufrieden, aber es ist ganz offensichtlich, dass die Globalisierung nicht nur Einfluss auf die Wirtschaft hat. Von daher macht es keinen Sinn, sie zu verteufeln. ... Meine Überzeugung und Erfahrung ist, dass die multinationalen Unternehmen in menschenrechtsverletzenden Staaten so etwas wie trojanische Pferde sind, die auch Demokratie und Menschenrechte transportieren. Eigentlich kann man gar nicht genug globale Unternehmen haben. ... Kein deutsches Unternehmen käme doch auf die Idee, 14-Jährige in Indien zu beschäftigen.
Wechselspiele, Anpassung, Etablierung ...
Vom Öko zum Geschäftsmann
Klatschmohn in Gießen (Text aus der FR, 20.10.2005 (S. 30)
Der benannte Preis wurde von der CMA verliehen, der Propaganda-Agentur vor allem derben Agrarbusiness. Die Kampagnen "Fleisch ist ein Stück Lebenskraft" und ähnliche der Vergangenheit kamen von dort. Nun also der Ex-Ökoladen aus Gießen, der schon seit Jahren peinlich genau darauf achtet, dass keine Verbindung mit politischen Gruppen oder Ideen mehr erkennbar ist ...
Was die CMA sonst noch zu bieten hat, zeigt sie per Anzeige z.B. im Spiegel:
Auszüge aus "Bio-Boom!", in: Rabe Ralf 10/2008 (S. f.)
Ich brauchte einen Job und fand ihn in einem Biosupermarkt. Die Kontakte aus meinem Engagement für eine ökologische Landwirtschaft halfen dabei. Bei meiner Einarbeitung fiel der Satz: „In diesem Supermarkt sind unsere Kunden bereit, mehr Geld auszugeben. Dafür verlangen sie aber auch mehr.“ In der Tat gehören die meisten Kunden der Mittel- und Oberschicht an. Man kann sie in vier Gruppen aufteilen:
1. Oberschicht und obere Mittelschicht, mit Anspruch auf Exklusivität. ...
2. Gebildet, mit Sinn für Lebensqualität und Gesundheit. ...
3. Gebildet, mit Sensibilität für ökologische Themen. ...
4. Die New-Age-Gruppe. ...
Ökologie als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung ist nur selten der Hauptgrund, um Bio zu kaufen. Gleiches gilt für das Angebot. Im Biosupermarkt darf zum Beispiel nichts fehlen: Obst aus fernen Ländern, Tomaten das ganze Jahr. Ökologie kommt auch hier nicht als Verzicht vor.
Zusätzlich bemüht sich der Marketingapparat der größten Bioketten um eine klare Abgrenzung zum „Öko-Milieu“. Die meisten Kunden lassen sich sehr ungern als „Ökos“ bezeichnen. Ästhetik ist ihnen besonders wichtig. Erdteilchen auf den Salatblättern oder Würmer in den Äpfeln sind tabu. Aber es soll trotzdem „Bio“ sein: Wie soll das gehen? Einerseits sollen die Produkte so natürlich wie möglich hergestellt sein, andererseits will keiner die echte Natur sehen. So kommt es, dass manche Bioprodukte besonders künstlich wirken und dass Obst abgepackt in Plastikfolien zum Verkauf steht. An anderen Stellen wird die Natur ästhetisch vorgetäuscht. Mit solchen Tricks lässt sich die gesundheitsbewusste Kundschaft der Mittel- und Oberschicht locken - und das ist profitabel. Das haben inzwischen auch große konventionelle Unternehmen verstanden. ...
Der normale Mitarbeiter eines solchen Biosupermarktes verkauft Produkte mit dem Label „Fair Trade“, die er sich selber nicht leisten kann. Meine Leiterin gab zu: „Ja, ein solcher Lohn ist bitter!“ Für 7,30 Euro pro Stunde würde sie nie arbeiten. Eine andere Mitarbeiterin erzählte: „In diesem Unternehmen arbeite ich seit 20 Jahren. Früher war es viel besser. Dann nahm der Druck zu, die realen Gehälter wurden immer niedriger, die Arbeit immer mehr.“ ...
- Der gesamte Text als PDF
Der Wechsel zur Gegenseite
Jens Katzek (Gentechnik): Vom BUND zur KWS Saat AG und weiter zu Industrie- und Lobbyverbänden
Der BUND musste den "Verlust" eines Experten beklagen: Jens Katzek
wechselte vom BUND zur "KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG". Beim BUND
Bundesverband hatte sich der studierte Biochemiker Katzek als Kritiker der
Gentechnologie einen Namen gemacht. Bei KWS, einem der größten deutschen
Saatguthersteller, ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das
Unternehmen will gentechnisch veränderte Nutzpflanzen vermarkten. Danach war
Katzek Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie
(DIB) in Frankfurt/Main - eine berufliche Veränderung aus Überzeugung? So
hätte es die Gen-Lobby gerne und so stellte die Industrie den Seitenwechsel
gerne dar. War Katzek bereits gezielt beim BUND eingesetzt und sein späterer
Wechsel zur Industrie lange geplant? Ging es bei seinem Seitenwechsel gar
nur ums Geld? Fragen, die nur Herr Katzek beantworten kann. Interview mit Greenpeacemagazin 3/1998 ...
Stefan Köhler (Energie): Von BUND und Öko-Institut zu RWE
Auszug aus Energiedepesche Juni 2009 (S. 5) zum Fast-Wechsel zu RWE
... wo er tatsächlich hingehört,
wird aber den neuen Chefposten
bei RWE doch nicht
antreten.
Er hatte, wie zu erfahren
war, den Vertrag zur Leitung
einer neuen RWE-Tochter
unterschrieben, die im Bereich
Energieeffizienz und Energiedienstleistungen
tätig werden will.
Vor vier Monaten hatte er
den Wechsel noch entschieden
bestritten. Kohlers denkwürdige Karriere begann als
Vorstandsmitglied des Freiburger
Öko-Instituts. Durch
seine gute politische Vernetzung
mit SPD-Granden wie
Gerhard Schröder und Frank-Walter Steinmeier brachte er
es zum Leiter der Niedersächsischen
Energie-Agentur und
zum Geschäftsführer der
„Deutschen Energie-Agentur",
die im Oktober 2000 als eine
Art gemeinsame PR-Einrichtung
von Wirtschaftsministerium
und Energiekonzernen gegründet
wurde.
Der Öko-Lack blätterte
schon ab, als er noch energiepolitischer
Sprecher des Bunds für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) war.
Als dena-Chef machte Kohler
auch nicht gerade eine untadelige
Figur.
Zuletzt war er dem Wirtschaftsminister
Glos (CSU) zu
Diensten. Beispielsweise kam
er Glos in der propagandistischen
Auseinandersetzung mit
Bundesumweltminister Sigmar
Gabriel (SPD) zu Hilfe,
indem er in einer von E.on
und RWE mitfinanzierten „Kurzanalyse" vor einer angeblichen Kraftwerkslücke durch
den Atomausstieg warnte.
Dennoch blieb er weiterhin
nach allen Seiten hin gut vernetzt:
Seine Ehefrau ist Büroleiterin
bei Gabriel.
Pech für Kohler: Sein Arbeitsvertrag
bei der dena läuft
noch bis 2013 und deren
Gesellshafter wollten Kohler
nicht vorzeitig gehen lassen. Er
hatte, so war zu hören, den
Vertrag mit RWE unterschrieben,
bevor sein vorzeitiger Abgang
bei der dena genehmigt
worden war. Nun ist offenkundig,
wo Kohler gerne sei
möchte. Aber sein Geld bekommt
er weiterhin als dena
Geschäftsführer.
- Liste von SeitenwechslerInnen (mit Erläuterungen) auf Linkszeitung (Autor: Axel Mayer, 17.6.2008) und auf Schattenblick
Tierschutzvereine als kriminelle Wirtschaftszocker
Spekulation und Veruntreuung von Immobilien beim Hamburger Tierschutzverein, in: Junge Welt, 6.6.2007 (S. 5)
Der HTV hatte 1998 zwei Häuser in der Herbertstraße auf St. Pauli geerbt. Die Wohnungen in dieser Straße werden traditionell ausschließlich zur Prostitution genutzt und haben einen entsprechend hohen Wert. Der HTV vermietete die Häuser zunächst zwei Jahre lang an eine Verwaltungsgesellschaft zu einer lächerlich geringen Miete und verkaufte sie im Jahr 2001 weit unter Wert: Nach Recherchen des NDR lag der Preis bei umgerechnet 880000 Euro, obwohl die Immobilien gut 1,5 Millionen Euro wert waren.
Seit Poggendorf 1995 unter zwielichtigen Umständen als HTV-Geschäftsführer eingestellt wurde, gilt er innerhalb und außerhalb des Vereins als »umstritten«. Poggendorf, der sich öffentlich damit brüstet, »ein Machtmensch« zu sein, regiert Tierheim und Verein mit despotischen Methoden. Aber Behörden und Politiker hielten eisern zu Poggendorf. Das Tierheim erhält heute von der Stadt fünf bis sechs Mal so viel Geld wie 1998, obwohl die ausgewiesenen Kosten nur um etwa 15 Prozent gewachsen sind.
Unterwandern, Bespitzeln, Einschleusen ...
Das Unterwandern von Umweltgruppen, die sich mit der Wirtschaftslobby anlegen, ist in den USA noch ausgeprägter als in Deutschland. John Stauber and Sheldon Rampton berichten in Ihrem Buch "Lies, damn lies and the public relations industry": "Bud, jener Spion, der ins Jeremy Rifkin-Büro eingeschleust wurde, wurde auf einer Presse-Konferenz der ‚Beyond-Beef-Kampagne' ‚enttarnt', als ihn ein Journalist mit den Worten: ‚Arbeiten Sie immer noch für McDonald's?' begrüßte. Bud antwortete: ‚Ich weiß nicht, was Sie meinen. Sie müssen mich verwechseln.' Aber der Journalist bestand darauf. Bud war tatsächlich eingeschleust worden. Sein wirklicher Name ist Seymour D. Vestermark."
Die Fachautorin Claudia Peters berichtet von einem Fall, in dem sich Undercover-Agenten in England besonders auffällig verhielten: "McDonald`s trieb diese Methode zur Kabarett-Reife. Anfang der 90er Jahre machte die Gruppe Greenpeace London (nicht zu verwechseln mit der großen Organisation Greenpeace) mit Flugblättern gegen den Fress-Konzern mobil. Zu den Treffen kamen nie mehr als 10 Leute. McDonald´s beauftragte Detektive, die Gruppe auszuspionieren. Nachweislich waren sechs Undercover-Agenten aktiv. Die sechs wussten nichts voneinander und haben sich fleißig gegenseitig bespitzelt. Zutage kam das bei einem Prozess, den Mc Donalds gegen zwei Mitglieder von Greenpeace London anstrengte. Die Firma blamierte sich dabei bis auf die Knochen."
Die Fachautorin Claudia Peter berichtet über die "Gefahr im Altpapier": "In Holland schlich sich ein Spion bei mindestens 30 Organisationen aus der Umwelt- und Dritte Welt-Bewegung ein und bot sich an, ihr Altpapier zu entsorgen. Angeblich wollte er den Erlös einer Hilfsorganisation in Afrika spenden. Das ging acht Jahre lang, bis er aufflog. Die betroffenen Gruppen wunderten sich sehr, dass ihre internen Informationen plötzlich an Industrieverbände und Zeitungen gelangten. Des Rätsels Lösung: Der Spion arbeitete für eine private Sicherheitsfirma, die General Security Consultancy in Amsterdam. Die Firma sammelte das Material und verkaufte es weiter.
Expo 2000: Verbände mischen mit
Beteiligung der Grünen Liga am Expo-Projekt "Agendahaus Berlin/Rummelsburger Bucht"
Die Entscheidung, die EXPO in der Rummelsburger Bucht zusätzlich mit dem Projekt Agendawerkstat auszustatten, wurde vom Senat, Abgeordnetenhaus mit großer Eile und Intransparenz durchgeboxt (Abgeordnetenhausbeschluss 23.9.1999), um zur EXPO-Eröffnung die Einweihung feiern zu können. ... Mehrere Umweltverbände und Umwelteinrichtungen hatten im Sommer 1999 eine Projektträgerschaft dankend abgelehnt. ... Auf einem Workshop Mitte März 2000 wurde die Projektkonzeption erstmals öffentlich vorgestellt ... Ein Beirat wurde gebildet. Darauf änderte z.B. die Grüne Liga ihren Sprecherratsbeschluss Ende März für eine Ausnahmeregelung zur Beteiligung an Berliner EXPO-Projekten (Agendawerkstatt und Urban 21-Kongress der EXPO).
(aus: Stachelige Argumente 5/2000, S. 32f.)
- Zu den alten Internetseiten zum Expo-Widerstand, Hintergründe, Kritiken und mehr!
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