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Zwangspsychiatrie stilllegen!
Aktionen, Enthüllungen, Unterstützungsstrukturen

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Kletteraktion mit Informationsverteilung und Gesprächen (darunter) im Gießener Seltersweg, 22.7.2014 ++ Bericht Gießener Zeitung

Aktionsideen


Vortrag "Das legalisierte Unrecht - Ideen für unseren Widerstand" auf dem Selbsthilfetag in Bochum (September 2014)

Psychiatrisierung als Reaktion auf Kritik und Protest

Antipsychiatrie

Kritische Seiten zu Psychiatrie
Sammlungen, Links und mehr
Politische Organisierung und Antipsychiatrie

Bündnis gegen Folter in der Psychiatrie
Die unterzeichnenden Organisationen haben zur Kenntnis genommen, dass der Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E. Méndez, in der 22. Sitzung des "Human Rights Council" am 4. März 2013 Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu Folter, bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung erklärt hat.
unterstützen die Forderung des Sonderberichterstatters, dass "alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen von Personen mit Behinderungen verhängen sollten, einschließlich nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung. Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung wegen einer Behinderung zu beenden, ist sofort zu verwirklichen und auch knappe finanzielle Ressourcen können keinen Aufschub der Umsetzung rechtfertigen."
Deshalb fordern wir alle Landes- und den Bundesgesetzgeber auf, alle Sondergesetze, die psychiatrische Zwangsbehandlung legalisieren, sofort für ungültig zu erklären.** Nur so kann kurzfristig die Forderung nach einem absoluten Folterverbot in Deutschland verwirklicht werden. "Das Verbot der Folter ist eines der wenigen absoluten und unveräußerlichen Menschenrechte, ein ius cogens, also eine zwingende Norm des internationalen Rechts." ++ Infoseite

Alternativen zu Strafen
Kritische und Streitdebatten
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Heinz von Förster/Bernhard Pörksen (8. Auflage 2008), „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“, Carl Auer Verlag in Wiesbaden (S. 76)
In den USA gibt es, so hat mir Paul Watzlawick erzählt, ein ausgesprochen wichtiges diagnostisches Handbuch: Es heißt DSM (Diagnostic and Statistical Manual) und erscheint immer wieder in neuen Auflagen. Bis vor wenigen Jahren wies dieses Buch auf eine Krankheit hin, die Homosexualität genannt wird. Als eine weitere revidierte Ausgabe erschien, da hat man sich nach vielen Kämpfen entschlossen, die Homosexualität nicht mehr als eine Krankheit zu klassifizieren. Und mit dieser Entscheidung wurden Millionen von Menschen auf einen Schlag geheilt. Denn plötzlich war die Homosexualität nicht mehr etwas, um dessen Kurierung sich die Psychiater des Landes sorgen mußten. ...
In einem Buch des Schweizer Schriftstellers Adolf Muschg heißt es: "Krankheit ist die gesunde Reaktion, an der Norm zu verzweifeln."

Aus Möll, Marc-Pierre: "Kontingenz, Ironie und Anarchie - Das Lachen des Michel Foucault" (Quelle)
In "Wahnsinn und Gesellschaft" rekonstruiert Foucault die Geschichte des Denksystems, innerhalb dessen sich die Differenz von Vernunft und Unvernunft bewegt. Während noch im Mittelalter und der Renaissance Wahnsinn, Demenz und Unvernunft in Verbindung mit der Vernunft thematisiert worden ist, verlor der Wahnsinn seit Mitte des 17. Jahrhunderts seine gottverliehene Nobilität. Es kam fortan zur Ausgrenzung, Kasernierung und Hospitalisierung, zur strafrechtlichen Domestizierung, sozialen Pädagogisierung und medizinischen Therapierung des Wahnsinns als Geisteskrankheit. Dem Wahnsinn wurde ein fester Ort zugewiesen. Er wurde der Kontrolle, Normierung und Disziplinierung durch die Vernunft in Gestalt der Medizin und Psychiatrie unterworfen, stillgestellt und zur bloß defizitären Erscheinung des Unvernünftigen degradiert. Indem aber die Vernunft zur Herrschaft über ihr Anderes zu gelangen versuchte, evozierte sie nur ein Potential höherer Wahrheit, das als Delirium der Vernunft gegenüber in Erscheinung trat. Während das vermeintlich geniale Potential der Unvernunft etwa in Form von Kunst nach wie vor integrierend kanalisiert wird, werden andere wahnsinnige Denk- und Handlungsweisen als abnormal und zur völligen gesellschaftlichen Unfähigkeit deklariert, weggesperrt und umerzogen. Diese psychiatrischen Umerziehungsanstalten sind "totalitäre Institutionen". Sie greifen in den Lebenszusammenhang des Individuums ein und kontrollieren, disziplinieren und manipulieren seine Denk- und Handlungsweisen solange bis es zu einem gefügigen Gesellschaftsmitglied gemacht worden ist.

Terminkalender (wenn nicht zu sehen, hier klicken ...)
Berichte

Proteste an der Vitosklinik und den Zulieferdiensten (Polizei, Gerichte ...) in Gießen
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Demo gegen Zwangsmedikamentierung, Fixierung und Isolation in hessischen Psychiatrien:
Donnerstag, 12.3.2015, um 13 Uhr 13 Uhr am Wiesbadener Rathaus unweit der Bannmeilengrenze

Der Pressetext zur Demo (verfasst am
Weg mit der unmenschlichen Zwangsbehandlung!
Betroffene und Unterstützer_innen wollen am 12. März in Wiesbaden gegen Zwangsmedikamentierung, Fixierung und Isolation in hessischen Psychiatrien demonstrieren

Ein Ende des perspektivlosen Dauereinsperrens, keine Zwangsbehandlungen und die Wahrung des medizinischen und informationellen Selbstbestimmungsrechts fordern Betroffene von psychiatrischen Zwangsmaßnahmen und ihre Unterstützer_innen von der Landesregierung Hessen. Diese diskutiert zur Zeit ein neues Maßregelvollzugsgesetz, in dem die Bedingungen von Inhaftierungen in Folge strafrechtlicher Verurteilungen neu festgelegt werden sollen. Dazu findet am 12. März um 14 Uhr in Wiesbaden eine Anhörung im Landtag statt. Eine Stunde vorher startet eine Demonstration, mit der gegen eine Fortsetzung der bisherigen Praxis von Zwang, Isolation und Entmündigung protestiert werden soll. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Rathaus der Stadt unweit der Bannmeilengrenze.
Eingeladen werden sollen auch die fachlich zuständigen Mitglieder der Landtagsfraktionen. Um 13.30 Uhr soll ihnen ein Forderungskatalog für das neue Maßregelvollzugsgesetz und die in Kürze ebenfalls anstehenden Beratungen für weitere Psychiatrisierungsgesetze überreicht werden. Darin werden unter anderem die „volle Anerkennung der Patient_innenverfügungen“, „Internetzugang, Wahrung des Postgeheimnisses, uneingeschränktes Telefon- und Besuchsrecht“ sowie ein „uneingeschränktes und jederzeitiges Akteneinsichtsrecht“ verlangt. Zentraler Punkt ist das Ende aller Zwangsbehandlung: „Keine Fixierungen, Zwangsmedikamentierungen und Isolierungen in oder durch die psychiatrischen Anstalten!“ steht unmissverständlich in der Forderungsliste. Solche Praxen seien verfassungswidrig und verstießen gegen die UN-Behindertenkonvention, die von Deutschland ratifiziert worden sei. „Der aktuelle Entwurf der hessischen Regierung ist ein Bruch dieser Rechtsvorgaben, er ist also nicht nur unmenschlich, sondern auch illegal“, benennt der Anmelder der Demonstration, Jörg Bergstedt aus der Projektwerkstatt in Reiskirchen-Saasen, das Motiv der Aktion. „Der Chef der wichtigsten forensischen Psychiatrien in Hessen sagt selbst in seinem Lehrbuch zum Maßregelvollzug, dass die Programme zur Behandlung psychischer Probleme in Freiheit besser gelingen als in Gefangenschaft. Es ist daher unverständlich, dass die Regierung weiter auf Freiheitsentzug und Zwang setzt“. Bergstedt hofft nicht nur auf viele Mitstreiter_innen und kreative Einlagen bei der Demo zur Anhörung in Wiesbaden, sondern er will mit Betroffenen und Unterstützer_innen auch bei weiteren Aktionen die Kritik an den geschlossenen Psychiatrien lautstark nach draußen tragen. „Zwangspsychiatrien sind die blindesten Flecken dieses Landes – noch schlimmer als die ebenso unmenschlichen Gefängnisse. Es wird Zeit, dass mehr Menschen hinter diese Kulissen gucken und sich dafür einsetzen, dass Patient_innen nicht wie Dreck behandelt und einfach nur verwahrt werden!“
Informationsseite zur Kritik an Psychiatrien: www.anti-zwangspsychiatrie.tk
Der Forderungskatalog wird in Kürze veröffentlicht, den Landtagsfraktionen übermittelt und am 13.30 Uhr, d.h. vor der Anhörung, auf der Versammlung öffentlich verlesen. Hierzu werden die Landtagsfraktionen eingeladen.
Kontakt wegen Psychiatrie- und Knastkritik: K.O.B.R.A., c/o Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen, 06401-903283, kobra@projektwerkstatt.de ++
Interview dazu mit Jörg Bergstedt, in: Junge Welt, 25.2.2015 (S. 8)
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Gießener Anzeiger am 23.7.2014
DEMONSTRATION Kritiker rücken Einweisungsprozedere in den Blickpunkt / Für freiwillige Strukturen
GIESSEN - (jc). Mehr als zwei Monate ist es nun her, dass der Kreistagspolitiker der Linken, Dennis Stephan, von der zweiten Strafkammer des Landgerichts Gießen freigesprochen wurde. Die Spuren, die seine unrechtmäßige Einweisung in die Zwangspsychiatrie nach sich zogen, konnte man auf dem Gelände der Gießener Vitos-Klinik nachvollziehen. Beim fünften Demozug über das Grundstück der Einrichtung protestierten Kritiker unter dem Motto „Zwangspsychiatrie abschaffen“ gegen die Maßnahme der psychiatrischen Zwangsbehandlung.
Unter der Führung von Jörg Berg-stedt zogen die Teilnehmer mit Lautsprecherwagen und Transparenten über das Klinikgelände und hinterließen mit Kreide ihre Forderungen und Kommentare. Unter ihnen befand sich auch die Psychologin Andrea Jacob, die ehemalige Vorsorgebevollmächtigte Stephans. „Gegen Zwangspsychiatrien sind wir schon lange. Aber die forensischen Kliniken in Hessen in den Fokus zu nehmen, hat der Dennis Stephan-Prozess hervorgerufen“, so Bergstedt. Der detaillierte Blick hinter die Kulissen habe ihn zutiefst erschreckt und seinen Entschluss, für die „eingesperrten“ Menschen der Psychiatrien auf die Straße zu gehen, gefestigt. „Es ist für niemanden gut, eingesperrt zu werden.“
Und dass er nicht der Einzige ist, der diese Auffassung vertritt, zeigten die rund 20 Teilnehmer, die sich trotz des drückend heißen Wetters um ihn geschart hatten. Vor allem ehemalige Patienten und Betroffene finden sich unter ihnen. „Die Tatsache, dass es Zwangsstrukturen gibt, schafft auch ein Problem bei den freiwilligen Strukturen“, erklärte Bergstedt. Wenn man Menschen gegen ihren Willen einsperren könne, müsse man auch keine Qualität bieten. Seiner Meinung nach hätte die Schließung der Zwangspsychiatrien einen erheblichen Attraktivitätszuwachs bei den freiwilligen Einrichtungen zur Folge: „Erstens werden Ressourcen wie Geld und Personal frei und zweitens müssen die Einrichtungen dann einfach attraktiver werden, damit die Leute zu ihnen kommen und sich auch helfen lassen wollen.“
Proteste an weiteren Zwangspsychiatrien und Einrichtungen in Hessen
Aktionen überregional

Königslutter: Kleine Demo gegen Zwang und Gewalt in Psychiatrien
Am Freitagnachmittag (24. Juli) demonstrierten in Königslutter zirka fünfzehn Personen gegen Zwangsmaßnahmen in Psychiatrien. Sie riefen "Psychiatrie geht auch zwangfrei!" und "Für die Freiheit! Für das Leben! Zwangsanstalten das Handwerk legen!", verteilten Flugblätter mit ihren Forderungen und diskutierten mit Passant*innen auf ihrem Demonstrationszug vom AWO Psychiatriezentrum (APZ) über die Innenstadt zum Kaiserdom. ++ Genauerer Bericht mit Fotos

Treffen, Verabredungen, Gruppen und mehr

Stirnrunzeln ...

Wie überall geht auch bei Antipsychiatrie-Aktiven mal was schief oder es gibt Texte, Slogans oder Aktionen, die eher Kopfschütteln denn Zustimmung hervorrufen. Zu einer guten Vernetzung, Organisierung und Aktionsfähigkeit gehört auch die Selbstkritik. Die soll hier zumindest an Beispiele erfolgen ...

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