Baubiologie
Foto: Projektwerkstatt im Jahr 2006. Die Texte der Baubiologie-Seiten stammen von Ende der 90er Jahre - entsprechend sind technische und preisliche Angaben aus dieser Zeit.
Grau raus - grün rein ...
Betrachtet man die Ortskerne in Städten und Dörfern, so fällt auf, daß die Wand- und Dachflächen zusammengerechnet größer sind als die nicht überbaute Fläche. Zudem sind die Flächen zwischen und um Gebäude oftmals versiegelt oder durch ständiges Befahren, Betreten oder Verseuchen mit naturfremden Stoffen weitgehend zerstört. Was läge da näher, als zu überlegen, ob nicht Wände und Dächer in Zukunft mehr dazu genutzt werden sollten, Grün in die Orte zu bringen. Und das gilt natürlich nicht nur für die Ortskerne, sondern für alle bebauten Flächen.
Luft, Wasser, Boden entlasten - für eine schöneres Leben!
Umwelttechnik kann beides erreichen: Den Schutz der Umwelt"güter" Boden, Wasser und Luft sowie ein Wohnumfeld, das ein schöneres Leben ermöglicht:
- Umwelttechnik kann viel Geld sparen, z.B. eine Solaranlage in Verbindung mit ressourcensparender Heiztechnik und guter Dämmung. Das wiederum hilft, wenn es darum geht, möglichst wenig über den offenen Markt einzukaufen und dafür ständig arbeiten zu gehen, weil mensch das Geld braucht. In der Projektwerkstatt fallen für das Heizen kaum noch Kosten an, der Wasserverbrauch ist stark reduziert. So wird möglich, daß die Menschen in und um das Haus nicht ständig mit Geldanschaffen oder Zuschußanträgen mit der damit verbundenen Anbiederei beschäftigt sind.
- Umwelttechnik kann vieles im Alltag vereinfachen, wenn sie schlau installiert ist.
Vorteile
Außer dem optischen Gewinn gibt es eine Vielzahl weiterer Gründe für die Wand- und Dachbegrünung. Eine richtig angelegte Begrünung bringt viele Vorteile:
- Wärmeisolierung
Insbesondere wintergrüne Wandranker (Efeu) sowie Dachbegrünungen schaffen an der Wand bzw. über dem Dach eine windberuhigte Zone, wodurch die Wärmeisolierung verbessert wird. Im Sommer dagegen beschatten die Pflanzen Dach und Wand, die Wassertranspiration schafft zusätzliche Kühlung - ein doppelter Effekt also. - Luftreinigung und -befeuchtung
In den Innenstädten ist die Temperatur im Sommer um einige Grad höher als die Umgebung. Grund ist die starke Aufhitzung und Abstrahlung der Wände, Asphaltflächen usw. Pflanzen absorbieren die Wärmestrahlen der Sonne, die Energie wird in organische Masse oder Verdunstungskälte umgewandelt. So würde im Sommer ein deutlich besseres Klima entstehen. Zudem wird Staub ausgekämmt und Sauerstoff freigesetzt. - Ökologische Nischen
Wände können von einigen Pflanzenarten berankt werden, Grasdächer dagegen können richtige Paradiese für trockenheitsliebende Pflanzen sein. In beiden Fällen kommen viele Tierarten hinzu, die hier ihre ökologischen Nischen finden: Käfer und viele andere Kleintiere, Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge auf den Blüten sowie Vögel, die hier ihre Nester bauen. - Biotopverbund
Gebäude stellen meist eine erhebliche Sperre für Wanderbewegungen von Tieren dar. Berankungen und Grasdächer mildern diese Wirkung. - Verzögerter Regenwasserablauf
Wer Regenwasser nicht für Toilettenspülung und Garten nutzt, schickt bei jedem Regen oder Tauwetter große Mengen Wasser in die Kanalisation. Weil das bei fast allen und zudem auf versiegelten Flächen gleichzeitig geschieht, entstehen Hochwässer. Dachgärten sind eine wirksame Möglichkeit, dieses zu verhindern, da die Wassermassen im Boden aufgesogen und nur langsam an den Abfluß abgegeben bzw. über die Pflanzen verdunstet wird. - Schutz der Bausubstanz
Gerade Flachdächer werden oftmals undicht. Die Anlage eines Grasdaches kann Lecks verschließen und auch für die Zukunft eine höhere Sicherheit schaffen, da Einwirkungen von außen die Dichtbahnen schwerer beschädigen können. Wandberankungen schützen die Wand immer dann, wenn diese noch keine Risse aufweist. Durch das Vermeiden starker Temperaturschwankungen (Sonneneinstrahlung) und durch den Schutz vor Verfeuchtung der Wand wird die Rißbildung verhindert.
Themen auf weiteren Seiten
Dämmung und Wandbaustoffe
- Text zu Strohbauten in: grünes blatt 3/2007 (Bestellseite)
Links
- Die Projektwerkstatt in Saasen - verwirklicht mit vielen Aspekten der Baubiologie
Lesestoff
- Reader "Baubiologie (Umweltgerecht Bauen)"
Dokumente zum umweltgerechten Bauen - von Dammstoffen über Solarenergie bis zu Farben und Regenwassernutzung. An konkreten Beispielen beschrieben, mit Dokumenten über die Umweltbilanzen und mehr ... Bestellseite

