Esoterik
Rechte Bezüge ++ Öko-Esoterik ++ Connection ++ Schamanismus ++ Links
Esoterik bedeutet die Suche nach einem Kern im Menschen und/oder nach einer höheren Weisheit (Quelle von Werten). Beides ist anti-emanzipatorisch. Ersteres legt den Menschen auf eine "echte" und "innere" Stimme fest - eben den aufzuspürenden Kern. Zweiteres verlegt die Quelle gleich nach außen - deutlich sichtbar als externe, höhere Kraft, die über dem Menschen steht. Mit Selbstbestimmung hat beides nichts zu tun. Bei der höheren, äußeren Kraft ist das unmittelbar einsichtig, aber auch beim vermeintlichen "inneren Kern" ist das so. Denn ein solcher Kern existiert nicht. Ein Mensch, der sich selbst entfaltet, ist vielfältig, von inneren Ungewißheiten und Zweifeln getrieben. Er ist eine chaotische Persönlichkeit, losgelöst aus allen Gewißheiten, sich und andere immer hinterfragend. Die aktuelle Überzeugung entspringt dem aktuellen Erkenntnisstand - und kann daher mit Festigkeit vertreten werden. Aber es ist kein "innerer Kern", der zu entdecken ist, sondern ein Punkt in einem offenen Prozess. Die Idee der vielfältigen Persönlichkeit sollte positiv besetzt werden - Selbstentfaltung ist das Gegenteil von Schicksal und Bestimmung. Das Leben wird zu einem bunten Spannungsbogen der Möglichkeiten, Entscheidungen, Veränderungen und Entwicklungen.
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Versehentlich selbstkritische Werbung
in der Eso-Ecke? Geist-Chirurgie - meinen die ihr eigenes Tin?
Eine neue Orientierung ...
Aus Wilk, Michael (1999): "Macht, Herrschaft, Emanzipation", Trotzdem Verlag in Grafenau (S. 57)
Eine weitere Möglichkeit die Herausforderung eigener Lernprozesse und einer selbstbestimmten Auseinandersetzung zu umgehen, ist die Flucht ins Metaphysisch-Esoterische. die dazu führt, daß nicht nur die Bedürfnis- und Anspruchsebenen verändert werden, sondern ebenso der Blick auf gesellschaftliche Realität mit religiösen Schleier verdunkelt wird. (Klar ist, daß diese Beispiele weder Anspruch auf Vollständigkeit haben, als auch das Mischformen möglich sind: Z.B. der in die scheinbare Struktur einer Sekte Flüchtende, verkleistert sich esoterisch das Gehirn und huldigt gleichzeitig auch dem entsprechenden Guru.) In allen Fällen geht es um die Vermeidung eigener Auseinandersetzung, zeigt sich ein Zurückweichen vor der Möglichkeit einer Erfahrung voll Freiheit (Freiheit zu spüren). Alle angesprochenen Ausweichmanöver. die Abwehrreaktion, der Ruf nach dem „starken Mann", die Interessensdelegation und die Flucht ins Esoterische, sind in diesem Sinne Ausdruck regressiven Verhaltens. Die "Furcht vor der Freiheit“ einerseits und das Bedürfnis sich in bekannte (aber letztlich entmündigende) Sicherheitsstrukturen zu begeben (sprich zu regredieren) hat in Konfliktsituationen sowohl seine Massen-, als auch seine Individualpsychologische Komponente. Die Angst, gerade in einer Situation der Isolation, Entwurzelung oder drohender Verelendung erste Schritte in unbekanntes Terrain machen zu müssen, ist eine Hemmschwelle ersten Grades, - die kaum überwindbar erscheint, wenn nicht eine sozial stützende Komponente zur Verfügung steht.
- Diskussionsforum: Esoterik - rationale Irrationalität als Folge der irrationalen Rationalität unserer Gesellschaft (von Maria Wölflingseder)
Beschreibung: Der Artikel "Esoterik - rationale Irrationalität als Folge der irrationalen Rationalität unserer Gesellschaft" von Maria Wölflingseder stammt aus "Karma und Aura statt Tafel und Kreide, Der Vormarsch der Esoterik im Bildungsbereich", Schulheft Nr. 103, Dezember 200, Lehrerperiodikum in Wien - siehe auch www.schulheft.at.
Hinweis: Die folgenden Kritiken beleuchten verschiedene Aspekte der Esoterik. Erwünscht ist eine offene Debatte um die Entlarvung esoterischer Positionen als antiemanzipatorisch.
Brücken nach rechts
Esoterik ist nicht per se rechts, aber anti-emanzipatorisch. Das ist sie grundsätzlich, weil jede Theorie, die höhrere Werte behauptet als die Meinung der einzelnen Menschen bzw. die von diesen ausgehende freie Vereinbarung, der Befreiung und Selbstbestimmung entgegen steht. Das ist unabhängig davon, was als höhere Autorität begriffen wird (Gott, kosmische Wahrheit, Tugenden, Volk ...) und welche Inhalte darüber vermittelt werden.
Allerdings sind Verbindungen von Esoterik und rechten Ideologien bzw. Gruppen häufig und aufgrund der Inhalte von Esoterik auch naheliegend. So decken sich begriffliche Ideologien der Esoterik von der schicksalhaften Bestimmung des Menschen, von Karma und geomantischen Erdkräften einfach sehr gut mit Rassentheorien und Bioregionalismus (alt: Blut und Boden).
Zitate
Aus Fergusion, Marilyn (2007): Die sanfte Revolution, Kösel Verlag in München (S. 154 f.)
Die heilige Verbindung von Herz und Geist
Die Bereitschaft, subtilen Informationen zu vertrauen, ist ein zuverlässiger Indikator für persönlichen Erfolg und persönliches Gelingen. Menschen, die wiederholt ihren Ahnungen folgten und sie erfolgreich in die Tat umsetzten, sind beispielhaft für diesen Weg.
Selbst Menschen, deren Ruhm praktisch auf den eigenen Vorahnungen beruht, berichten, dass sie ihre instinktiven Gefühle, ihre innere Stimme oder visuellen Hinweise zu häufig unbeachtet lassen. Obwohl sie wissen, welchen Preis es fordert, wenn sie ihrer Intuition nicht vertrauen, vergessen sie, auf ihre inneren Signale zu achten.
Ein Ausschnitt aus Christopher Frys Stück Ein Schlaf Gefangener von 1945 scheint in Bezug auf dieses Thema passender denn je: »Das menschliche Herz kann sich emporschwingen bis zu Gott. Vielleicht ist es dunkel und wir frieren, aber der Winter ist jetzt vorbei. Das frostige Leid von Jahrhunderten beginnt zu tauen, zieht Risse, kommt in Bewegung. Was wir für Donner halten, ist das Krachen der Eisschollen, des Tauwetters, der Fluten, des Frühlings, dieses Emporkömmlings. Gott sei Dank ist unsere Zeit die des Jetzt, wo uns überall das Falsche vor Augen tritt, das erst dann von uns weichen wird, wenn unsere Seele den größten Schritt nach vorn tut, den Menschen je getan haben.«Rückkehr zum Heiligen
Als Kinder haben wir uns unsere eigenen inneren Welten ausgedacht. Manchmal waren diese Visionen intensiver als die uns umgebende Realität. Meistens griffen die Erwachsenen genau an diesem Punkt in unser Spiel ein, um uns zu maßregeln. Und so übt dieses mysteriöse Reich weiterhin seine Anziehungskraft auf uns aus, auch wenn es uns ein wenig Anest macht.
Im bekannten Song »Aquarius« ist von einer Zeit die Rede, in der sich der Geist wirklich befreit. Vielleicht ist diese Zeit jetzt gekommen. Zumindest könnten wir einmal darüber nachdenken. Wir könnten Nachforschungen anstellen oder herumhorchen.
Oder wir könnten unsere Intuition befragen. Schließlich haben wir nichts zu verlieren.
Beispiele für Verknüpfungen
- Viele Eso-Seiten, u.a. zu Lichtnahrung und Freier Energie auf einer hitler-verehrenden Seite
Öko-Eso

Aus einem Veranstaltungsprogramm von "Natur-Arbeit" in 64390 Roßdort
Aus Bookchin, Murray (1992): "Die Neugestaltung der Gesellschaft", Trotzdem-Verlag in Grafenau (mehr Auszüge)
Offenkundig widersprüchliche Fantasien werden mit Drogen und Rockmusik zu einem ekelerregenden Sud aus atheistischen Religionen, natürlicher Übernatürlichkeit, privatistischer Politik und selbst reaktionärem Liberalismus verrührt. ...
Daß die Ökologie, eine eminent naturalistische Sichtweise und Lehre, mit übernatürlichem Blödsinn angesteckt werden konnte, wäre ja noch zu erklären, wenn dieser Unsinn auf die USA beschränkt bliebe. Das Verblüffende ist jedoch, daß er sich wie eine weltweite Seuche nach Europa, insbesondere nach England, Deutschland und Skandinavien ausgebreitet hat. Im Laufe der Zeit wird er sicherlich auch die Mittelmeerländer erreichen.
Eine Art "kulturellen Feminismus" hat diese quasi-theologische Ökologie auf das Verhältnis der Geschlechter übertragen und inzwischen einen enormen und immer noch wachsenden Anhang in englisch- und deutschsprachigen Ländern gewonnen.
Aus der Hoffnung, daß die Ökologie den Feminismus bereichern würde, ist ein bizarrer theistischer "Öko-Feminismus" geworden, der sich um die spezifische "nährende" Rolle der Prau in der Biosphäre strukturiert.
In diesem theistischen Umfeld neigen politische Aktivität und soziales Engagement dazu, sich vom Aktivismus in eine Wartehaltung und von gesellschaftlicher Organisationsarbeit, in privatistische Selbsterfahrungsgruppen zurückzuziehen. (S. 160 f.) ...
Die Tendenz, Vernunft, Wissenschaft und Technik zu verunglimpfen, ist vielleicht eine verständliche Reaktion auf die durch die Bourgeoisie verzerrten Ziele der Aufklärung. Sie ist ebenso verständlich angesichts eines individuell empfundenen Gefühls der Ohnmacht in einer Ära zunehmender Machtkonzentration und Zentralisation in den Händen von Konzernen und des Staates, der durch Urbanisierung, Massenproduktion und Massenkonsum bedingten Anonymität, sowie des fragilen Zustands des von nicht greifbaren und nicht kontrollierbaren gesellschaftlichen Gewalten belagerten menschlichen Egos.
So verständlich derartige Tendenzen als Reaktion auch sein mögen, so werden sie doch zutiefst reaktionär, wenn nämlich die Alternativen, die sie anbieten, den seit der Aufklärung auf den Menschen selbst gerichteten Blick wieder verengen und zu sexistischen Vorurteilen, zu Volks- und Stammestümelei anstelle eines emphatischen Humanismus und zu einer "Rückkehr zur Wildnis" anstelle einer ökologischen Gesellschaft zurückführen.
Sie werden unverblümt atavistisch, wenn sie ökologische Verwerfungen der Technik anlasten anstatt den Monopolgesellschaften und staatlichen Institutionen, die sich dieser bedienen. Und sie kehren zurück in das mythische Dunkel einer stammesorientierten Vergangenheit, wenn sie einen Horror vor dem "Außenstehenden" beschwören - sei es ein Mann, ein Immigrant oder ein Angehöriger einer anderen Volksgruppe - der angeblich die Integrität der "Insider"-Gruppe bedroht. (S. 165)
Im Original: Kampagne "Aufbruch - anders besser leben" ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus dem Aufruf "Aufbruch - anders besser leben" (Quelle)
Im Grunde möchten wir gesund an Leib und Seele leben, denn nur das ist zukunftsfähig. ...
Wir möchten im Grunde nachhaltig leben, denn nur das ist zukunftsfähig. ...
Aber wir können uns auf diesem Weg weiterentwickeln, unsere Kreativität entfalten, Spaß haben, neuen Genuss entdecken und verschüttete spirituelle Weisheiten wieder entdecken. ...
Neben sozialen und ökologischen Werten spielen Orientierungen an Spiritualität und innerem Wachstum eine herausragende Rolle. Die meisten dieser Menschen fühlen sich allerdings gelähmt, weil sie meinen, sie seien isoliert, ohnmächtig und viel zu wenige. Dieses frustrierende Gefühl kann durch Kommunikation und Vernetzung überwunden werden.
Es gibt darüber hinaus auch organisierte weltweite Aufbruchs-Bewegungen:
Der "Konziliare Prozess" für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung hat weltweit christliche Kirchen und Gruppierungen erfasst. Die Umsetzung der Agenda-21-Ziele (von der UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro) reicht bis hinunter auf die kommunale Ebene. Die großen nicht-staatlichen Organisationen (NGOs), die Erd-Charta-Bewegung, das Welt-Ethos-Projekt der Weltreligionen werden von Millionen Menschen unterstützt.
Besonders ermutigend ist der große Zulauf zu dem internationalen Netzwerk Attac.
Aus dem Abschnitt "Handlungsschritte" des Aufrufs (Quelle als PDF)
Von materiellen Werten zu spirituellen Werten - für eine ganzheitliche Geisteshaltung
Wir können ... uns Zeiten und Räume der Stille schaffen und für Abstan von der alltäglichen Reizüberflutung, von Hektik und Stress sorgen. Mit regelmäßigen Übungen z.B. von Meditation, Gebet, Yoga, Qi Gong, Autogenem Training, Eurythmie o.ä. können wir Körper, Geist und Seele Gutes tun. ...Aus dem "Selbsttest" (Quelle als PDF)
- den extremen Individualismus der Neuzeit überwinden, indem wir uns dessen bewusst werden, dass wir mit anderen Menschen, mit allen Lebewesen, mit Luft, Wasser, dem Planeten Erde und der Energie der Sonne unauflöslich verbunden sind. Solches Bewusstsein weckt in uns große Dankbarkeit, lässt uns umfassendes Glück erfahren und führt uns in tiefe Liebe zu Menschen, Tieren, Pflanzen und allem, was ist. ...
- Durch die vielen Möglichkeiten von Mediation, Supervision, Selbsterfahrung und Therapie wollen wir uns unterstützen lassen bei der Heilung und Vertiefung unseres Selbstverständnisses und unserer Beziehungen.
- unser Verständnis von Glück und Sinn nicht mehr von Einkommen und Besitz bestimmt sein lassen, sondern von nicht-materiellen Werten wie Liebe, Freude, innerer Frieden, Schönheit, Sinnlichkeit. Aber auch Schmerz, Krankheit und Sterblichkeit wollen wir in unser Verständnis von Leben einbeziehen.
- uns zurückbesinnen auf die wertvollen Elemente der christlichen Religion oder der abendländischen Philosophie; wir können ebenso von nicht-europäischen Geistestraditionen und von allen Religionen lernen, insbesondere von der mystischen Spiritualität, an der fast alle Religionen Anteil haben.
Der nachfolgende Selbsttest - niemand fragt Sie nach Ihrem Ergebnis! - will dazu Anregungen geben. Und vielleicht gibt er Ihnen sogar einen Kick für weitere Veränderungen Ihrer persönlichen Lebensweise? ...Am Ende dieses Selbsttestes können Sie alle Gebiets-Summen in
der Senkrechten addieren, wobei das Maximum von 1000 Punkten sicher niemand erreichen kann (schon weil es manchmal um parallele Alternativen geht). Viel Spaß und Inspiration dabei! ...
7.Geist und Seele: Informationsflut reduzieren bei Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, im Internet (10/20); Yoga, Qi Gong o.ä. praktizieren, Meditation oder andere religiöse Praxis (10/20), Naturerfahrung suchen (10/20), Musik, Bildende Kunst, Theater, Literatur selbst ausüben oder genießen (10/20), zum Neuen Bewusstsein Bücher lesen, Seminare besuchen (10/20) ...
Quelleals PDF)
Stephan Hübner*: Nachhaltige Lebensweise – wie wird sie lebendig?
Aufgabe der Eltern- und Großelterngeneration ist es, den Jugendlichen ein Vorbild bzgl. eines nachhaltigen Lebensstils abgeben und ihnen deutlich zu machen, dass wir sie nicht alleine lassen werden mit den Problemen, die unsere Generationen geschaffen haben. ...
Wir können versuchen, Jugendliche wieder zu verwurzeln, sie Gemeinschaft erleben zu lassen, Verbindung zu schaffen, Naturerfahrung und – abenteuer zu ermöglichen, Heiligkeit und Segen erfahren zu lassen und Dankbarkeit ausdrücken zu können. ...
Wir dürfen Jugendlichen den Ernst der Lage nicht beschönigen, aber sie auch nicht mit einem sorgenvollen „5 vor 12“-Ausdruck lähmen. Wir können ihnen mögliche und in einer Demokratie legale Aktionsformen aufzeigen. ...
Wir sollten Jugendliche fordern ohne sie zu überfordern.
* Der Autor war damals hauptamtlicher Jugendmitarbeiter der BUNDjugend Hessen!
Ausschnitt aus "Stimmen aus der Mitwelt"(Quelle als PDF)
Regenwald: „Ich, der Regenwald, zeige euch, wie man Gleichgewicht und Harmonie aufrecht erhalten kann auch zwischen den unterschiedlichsten Lebensformen. In mir finden alle einen Platz und fördern sich gegenseitig. Übt dies Zusammenleben in gegenseitiger Verbundenheit, und ihr werdet glücklich sein.“
Positiver Bezug und mit Extra-Seite bedacht: Rudolf Steiner und seine soziale Dreigliederung(Quelle als PDF)
Insgesamt gesehen wird in diesem Konzept der soz. Dreigliederung der Staat mehr oder weniger auf seine ureigensten Aufgaben der Gesetzgebung (nicht Rechtsschöpfung), des Schutzes der Bürger und der Urteilsvollstreckung reduziert, der sog. "reine Staat", mit der Tendenz zur Herrschaftslosigkeit.
Tiefenökologie
Aus einer Seminarankündigung (Quelle als PDF)
Handeln aus dem Herzen
Die Tiefe Ökologie in sich entdecken
Tiefenökologie sieht die Erde als ein lebendes System, in dem alles miteinander verbunden ist. In Übungen und Ritualen, lernen wir uns wieder zu verbinden – mit uns selbst, unseren Mitmenschen, allen anderen Wesen und unserer Erde. Die Probleme, die wir mit uns tragen und der Schmerz, den wir in uns spüren sind nur zum Teil individuell, der weitaus größere Teil ist kollektiv.
Beispiel: Zeitschrift "Connection"
Bericht nach einem Bundes-Ökologie-Treffen
Nach der Debatte auf dem Bundes-Ökologie-Treffen habe ich einige Connection-Ausgaben (die Zeitung, um die da gestritten wurde, ob für sei auf dem BÖT Werbung gemacht werden dürfe) durchgeguckt. Ich möchte ein paar Ergebnisse niederschreiben, um zu verdeutlichen, warum ich meine, daß das klar antiemanzipatorisch ist. Dabei nehmen ich nicht die Einzelklopfer, sondern die generelle Richtung, weil es mir wichtiger ist, klarzustellen, daß es eben nicht nur Details sind, sondern das Grundsätzliche, was falsch, weil antiemanzipatorisch ist. Untersucht habe ich die Frage des Geschlechterverhältnisses. Ich komme zu dem Ergebnis, daß die Zeitung klare Rollenzuschreibungen macht und die Geschlechter unterschiedlich definiert.
Männer und Frauen haben dabei ganz verschiedene Ausrichtungen - und zwar kraft ihres Mann- bzw. Frauseins, nicht sozialisiert, sondern aufgrund ihres biologischen Geschlechts. Folgende Belege möchte ich anführen:
- Connection-Sonderhefte: Es gibt ein Sonderheft zu Männern. Dieses heißt "Männer - ein starkes Geschlecht". Und es gibt eines zu Frauen. Das heißt: "Frauen - zwischen Auflehnung und Hingabe". Schon diese beiden Titel zeigen einen sehr eindeutigen Unterschied. Auch das Titelfoto symbolisiert diesen Unterschied.

- Ein Text im Heft über Männer lautet "Der Mann muß männlich sein, und die Frau muß weiblich sein". So ist der Text dann auch: "Positive Männlichkeit bedeutet Initiative, Kreativität, Abenteuer". Frauen wird dann zugeschrieben: "Empfänglichkeit ... Erwarten ... Andacht". Zur Gewalt weiß der Autor: "Wenn Gewalt zum Abenteuer wird, wenn Gewalt zur Entdeckungsreise wird, zur Erforschung des Neuen, des Unbekannten, ist es von enormen Segen". Autor ist Osho, eine immer wieder in der Connection hochgelobte und zitierte Person. Früherer Name: Bhagwan.
- Ein weiterer Text im Männer-Spezialheft in der Einleitung: "Männer brauchen Frauen, um sich stark, lebendig und schön zu fühlen .... Aggressivität ist der natürliche Ausdruck männlicher Kraft. Sie wird nur destruktiv, wenn sie unterdrückt wird" (aha, männliche Gewalt ist die Folge von Unterdrückung, der Vergewaltiger ist das eigentliche Opfer!).
-
Im Frauen-Heft dagegen finden sich endlose Texte dazu, daß die Frau das passive Geschlecht ist. "Wenn eine eine Frau bei einem Mann sexuelle Anerkennung findet, dann entsteht in ihr auf der Stelle ein sexuelles Selbstbewußtsein ...". Zu Wort kommt auch Sabine Lichtenfels, Cheftheoretikerin des ZEGG und die Person, die formuliert hat, daß Vergewaltigungen ein Problem sind, weil die Frauen sie nicht genießen. - Und im Heft zu "Mann&Frau" (das es auch noch gibt): "Mann-sein ist auf einmal zur Hypothek geworden, die viele Männer dazu verführte, sich eine weibliche Identität zuzulegen. Inzwischen hat sich auch das als Irrweg erwiesen."
Interessant sind auch die Grundaussagen zur Sexualität insgesamt. Hier wird ständig das Natürliche, Biologische in den Vordergrund gerückt. Und: "Sexualität und Religion bergen in sich das gleiche Geheimnis." Gut geeignet sind die Hefte sicher, um sich unter der Bettdecke einen runterzuholen, denn viele Seiten sind voller Detailberichte von sexuellen Handlungen - vorzugsweise (aber nicht nur) des wollustigen Beschreibens weiblicher Geschlechtsorgane.
Und als Abschluß ein allgemeiner Beleg für antiemanzipatorische Position der Titel eines Sonderheftes: "Meditation - tausend Wege, eine Wahrheit" (mensch beachte das "eine").
Ich meine daher: Zur kritischen Reflexion dient jeder Scheiß, Werbung sollten wir für so etwas niemals machen!!! Die Debatte auf dem BÖT zeigte, daß wir offensichtlich unfähig sind zum Handeln. In dieser Situation war die direkte Aktion (von wem auch immer), die Werbezettel einfach zu entfernen, richtig - und ein angenehmer Kontrast zu Ankündigungen, zum Thema Texte zu verfassen u.ä., was dann alles nicht geschah ...
Jörg, Saasen
Im Original: Kritik an der Kritik ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Feindliche Literatur auf dem BÖT? Über die Linksalternativen und ihr Verhältnis zu Esoterik
Zum BÖT komme ich immer wieder gerne. Hier erle-be ich intensiven Austausch mit der alternativen Szene. Wer hier herkommt, sucht Alternativen zur konventionellen Praxis, will in Frage stellen, was das herrschen-de System stützt und möchte neue Werte und neue Wege ausprobieren. Was mich im Wesentlichen in die. links-alternative Szene zog, war mein Freiheitsbegriff, den ich in diesen Zusammenhängen fand. Freiheit ist die Freiheit des Menschen als Individuum, die Befreiung von aufgepfropfter, Denkmustern und Wertesystemen. JedeR darf denken, fühlen und tun, was ihr/m beliebt, solange er/sie niemandem anders schadet.
Mit dieser Einstellung und um Gleichgesinnte zu treffen, kam ich auch dieses Mal wieder aufs BÖT nach Clausthal, im Gepäck, die "connection“, die Zeitschrift „fürs Wesentliche“, wie sie sich nennt. In der Ausgabe "Spirituelle Ökologie“ wird die Spaltung von spirituellen SucherInnen und PolitaktivistInnen thematisiert. Die einen meditieren glücklich und still in ihrem Kämmerchen, die anderen demonstrieren sich müde, bis sie frustriert sind. Erst auf das gesunde Gleichgewicht einer inneren Ökologie können wirkungsvolle ökologische Reformen im Außen bauen. (connection S.3)
Aber leider ist die Spaltung in zwei Szenen die Realität. Für mich gehört beides zusammen und beides ist politisch: Innen- und Außenwelt, das Private und das Öffentliche, die Natur und das Sozia-le. Wer spaltet, der schließt aus, und sieht schließlich nur noch einen Ausschnitt, der Wirklichkeit. Die „Weltrevolution“ aber kann nur funktionieren, wenn man eben die ganze Welt mit einbezieht.
Deshalb halte ich es für sehr wichtig, die Verschiedenartigkeit der Wege zu akzeptieren und Gemeinsamkeiten statt Differenzen zu suchen, um eben Spaltungen, Vorurteile und Missverständnisse zu vermeiden, wie es sich z.B. nach Meinung einiger Beteiligter zwischen „Umweltschutz von unten" und BSÖ abzeichnen könnte.
Jetzt werden einige aufheulen und sagen: Aber wenn doch Sexismus, Faschismus. Biologismus etc. dahinter stehen ... Das sind fanatisch-emotional aufgeladene Totschlag-Abstempelungsbegriffe der linken Ideologen. Sind sie ausgesprochen, hat eine argumentativ-vorurteilsfreie Diskussion wenig Chancen. Ich habe mich doch sehr gewundert, als in einem AK, wo über die „Connection“ und das Auslegen der Zeitschrift, auf dem BÖT gesprochen werden sollte, eine zähe Diskussion um die Definition von Biologismus lief. Was hat das da zu suchen? Ich sehe die Angriffe gegen die „connection“ in keiner Weise gerechtfertigt. Geht es hier um pauschalisierendes Schubladendenken in Form von Ismen aufgrund paranoider Angst, das eigene Wirklichkeitsmodell könne in Frage gestellt werden oder um Neugierde und Verstehen vielleicht fremder Erkenntniswege und ein aufeinander Zugehen? Ich käme auch nicht auf die Idee, wegen eines - mir zudem nicht genau bekannten - Sexismusvorwurfes, jemanden unwiderruflich abzustempeln. Was passiert da? Folgen bier selbsternannte Anarchisten militärisch gehorsam den steifen Vorgaben Ihrer eigenen Ideologie?
Ich würde mir wirklich unter Menschen, die selbst den Anspruch haben, so behandelt zu werden, mehr Toleranz, Offenheit und die Bereitschaft zum Verständnis wünschen.
Die Vorwürfe der "Linksalternativen" gegen die sogenannte „Eso-Spiri-"Szene sind verschieden und reichen von einem milden Belächeln dieser an sich unwichtigen Geistesrichtung über den Vorwurf, auf unpolitische Weise von den gesellschaftlichen Missständen abzulenken bis hin zu massiven Angriffen, faschistisches, sexistisches und biologistisches Gedankengut zu verbreiten. Die Einstellungen sind so lächerlich widersprüchlich, dass man ihnen kaum Glauben schenken kann und wirken wie unhinterfragte Vorurteile. Ist „die Esoterik" nun unwichtig oder gefährlich? Politisch oder unpolitisch?
Wobei noch die Frage zu klären wäre, was denn eigentlich politisch ist? Muss man, um politisch zu sein, immer destruktiv sein, und das „herrschende System“ auf verbale, materielle oder personelle Weise angreifen oder zerstören? Diese Sichtweise halte ich für einseitig, aber sie scheint in der Szene verbreitet zu sein. Eine Art politischen Wirkens. die nur auf Zerstörung beruht, ist nicht in der Lage, neue Wege zwischenmenschlichen Zusammenlebens zu kreieren.
Um die Welt wirklich zu verändern, braucht es neue Ideen, neue Wege, nicht nur in den Köpfen. Wir können nicht warten, bis „das Sy-stem“ ausgemerzt ist, sondern wir sollten hier und jetzt mit dem „anders“-leben anfangen- und konstruktiv eine neue Wirklichkeit erschaffen. Das bedeutet erst mal Ausprobieren, Üben und auch Fehler machen, aber so lernen wir dazu.
In der Esoterik findet man abenteuerliche Wege, wie kaum woanders. Die Szene zeugt von großer Viel-falt wodurch sie, schwer zu umreißen ist, denn alles ist erlaubt rund jedeR hat die Möglichkeit, seine noch so absurde Idee zu veröffentlichen,. wobei man für sich selbst verantwortlich ist, anzunehmen oder abzulehnen, was da serviert wird. So eine große Freiheit und Akzeptanz ist mir noch nirgendwo anders begegnet. Ganz ohne von oben aufgepfropfte Ideologien und Werte, was ein wichtiges Merkmal der Esoterik ist, kann jedeR selbst wählen, was ihm/ihr zusagt. Ist das nicht ein hohes Maß an emanzipatorischer Selbstbestimmung und anarchistischer Toleranz? Wenn man Anarchismus und Selbstbestimmung möchte, kann man nicht fordern, dass alle den gleichen Lebensstil und die gleiche Ideologie haben, wie man selbst.
Den Vorwurf, die spirituelle Szene sei manipulativ, kann ich nicht teilen, denn im Wesentlichen geht es darum, sich selbst zu finden im Gefüge von Natur und Gesellschaft. Die spirituelle Erfahrung auf individueller Ebene steht über Ideologien und Wertesystemen, was genau der Unterschied zwischen Religion und Esoterik ist. Was emanzipatorischer als das und birgt zudem ein Potential zur individuell initiierten Gesellschaftsveränderung?
Ich hoffe, mein Artikel tritt Diskussionen los. Ich freue mich auf Resonanz und LeserInnenbriefe.
Iris Kunze, kunzei@uni-muenster.de
Quellen: connection special: „spirituelle Ökologie - der Blick aufs Ganze“ III/97, www.connection-medien.de
Schamanismus & Co.
Werbeblätter von "Earth Oasis", Anbieter esoterischer Treffen und Urlaube. Die Texte zeigen deutlich die übermenschlichen Kräfte, die Personen zugeschrieben werden - mensch muss daran "glauben", die Parallelen zu den konventionellen Religionen sind unübersehbar. Die Hauptabbildung stammt von einem Werbeflugblatt, unten rechts ist ein Aus einem weiteren Werbeblatt eingeblendet.
Links
- Biologismus ++ Nationalismus
- Zitate zu Rassismus in "linken" Gruppen +++ Rechte Ökologie
- Download des Kapitels zu Rechter Ökologie (u.a. Esoterik) sowie zu Kommunen (u.a. Kontakte zur Esoterik) aus dem Buch "Agenda, Expo, Sponsoring - Band 1" (Neuauflage unter dem Titel "Reich oder rechts?" - hier bestellen ...)
- Kritische Infoseite zum spirituellen bis esoterischen Netzwerk Holon
- Umfangreiche kritische Seite zu Esoterik mit vielen Links
- Wiki mit Links zu Esoterikkritik ... weiteres Wiki mit Links zu Kritik und noch eine Linkliste
- Religionskritik
Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail genügt und der Name wird gestrichen bzw. hinzugefügt.
