Querfront
Nazis, Bürgerliche und Linke gegen "Globalisierung"
Rechte Demos ++ Unterwanderung ++ Bündnisse ++ Jürgen Elsässer ++ Raffendes und schaffendes Kapital ++ Links
Demonstration von rechts gegen Globalisierung
Hinweis: Die Dokumentation dieses Textes ist kein Aufruf (logisch), sondern soll der Auseinandersetzung mit rechter Ideologie dienen - vor allem dort, wo sie eine scheinbare Nähe zu emanzipatorischen Positionen entwickelt. Da ist wichtig, daß sich emanzipatorische Ideen in ihren Argumenten schärfen!
Samstag, 27. Oktober 2001
Treffpunkt 13.00 Uhr Hauptbahnhof Heidelberg
Globalisierung stoppen - stoppt die Weltpolizei USA!
Seit Jahrzehnten findet eine schleichende Übertragung politischer Entscheidungskompetenzen an die Großindustrie statt. Nicht mehr der Staat als Vertreter des Volkes trifft Entscheidungen über Sozial-, Arbeitsmarkt- und Umweltpolitik, sondern die Konzerne. Die etablierten Parteien haben durch ihren Freihandelsextremismus staatliche Steuerungsmöglichkeiten immer weiter abgebaut. Unternehmen, die in Südostasien die Umwelt nach Belieben zerstören dürfen, sehen keinen Sinn darin, in Deutschland teure Umweltschutzmaßnahmen zu treffen, wenn sie ihre südostasiatischen Produkte problemlos nach Deutschland einführen und dort verkaufen können. Ähnliches gilt für Qualität und Sicherheit am Arbeitsplatz und Leistungen an Arbeitslosen-, Renten und Krankenversicherung. Zudem hat die bedingungslose Öffnung der Märkte dazu geführt, daß jegliches Konjunkturprogramm im Rauschen der Weltwirtschaft untergehen wird.
Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen in den letzten Monaten erweckt die Illusion, es sei eine grundlegende Lösung gefunden worden. Vielmehr handelt es sich jedoch bei den veröffentlichten Zahlen um Blendwerk, welches seine Ursache nicht in der Wirtschaftspolitik, sondern u.a. darin hat, daß mehr Menschen vom Arbeitsmarkt abflossen, als zuströmten. Die grundlegenden Probleme sind geblieben und werden sich in Zukunft noch verstärken. Eine ganze Reihe Deutscher stehen durch die Globalisierung im direkten Wettbewerb mit Arbeitern in Billiglohnländern und werden diesem Druck beim jetzigen Lohnniveau nur standhalten können, wenn eine Reihe anderer Standortfaktoren hinzukommen. Viele aber - noch mehr als bisher - werden durch die Globalisierungspolitik der etablierten Parteien in die Arbeitslosigkeit getrieben werden.
Die Wirtschaft hat dem Volk zu dienen!
Die Jungen Nationaldemokraten fordern, daß die Wirtschaft dem Volke dienen muß und nicht das Volk der Wirtschaft.
Nur mit einer Abkehr vom Freihandelsextremismus der Etablierten können die sozialen Probleme, die Arbeitslosigkeit und die fortschreitende Naturzerstörung gestoppt werden. Politiker müssen wieder die Interessen des Volkes vertreten und nicht die der Industrie - auch wenn lukrative Aufsichtsratsposten und zwielichtige Beraterverträge auf charakterlich defizitäre Personen noch so verlockend wirken!
Leistet Widerstand jetzt!
Gegenwärtig werden Kritiker von \“multikultureller Gesellschaft\“, US-Imperialismus und Globalisierung - wobei die Übergänge fließend sind - durch die Systemmedien in übelster Weise diffamiert. Es gilt nun, ein Zeichen des Protestes gegen die herrschenden Zustände zu setzen. Das anständige Deutschland ist dazu aufgerufen, am 27.10. friedlich und gewaltfrei auf die Straße zu gehen. Setzen wir ein Zeichen nationaler Solidarität und Geschlossenheit! Schauen wir nicht tatenlos zu, wie eine kleine Clique um ihre Pfründe bangender Politbonzen unsere Heimat auf dem Altar der Großindustrie opfert.
Wichtige Hinweise
Von allen Teilnehmern wird ein diszipliniertes Auftreten und ein positives Erscheinungsbild erwartet - seid Euch bewußt, daß Ihr an diesem Tag Repräsentanten unserer Partei seid!
- Uniformierungen und auffällige Abzeichen sind nicht gestattet!
- Den Anweisungen der Versammlungsleitung und des Ordnungsdienstes ist Folge zu leisten. Provokationen jeglicher Art führen unweigerlich zum Ausschluß von der Veranstaltung!
- Für die gesamte Aktion besteht ein absolutes Alkoholverbot!
- Gegenüber der Presse besteht Interview- und Auskunftsverbot!
- Das Mitbringen von NPD-, JN-, schwarz-weiß-roten und schwarz-rot-goldenen Fahnen sowie Transparenten zu den Themen \“Arbeitsplätze statt Globalisierung\“, \“Deutschland den Deutschen\“ und \“Volksherrschaft statt Korruption\“ ist ausdrücklich gewünscht.
- Wir legen allen Teilnehmern nahe, die Bundesbahn zu nutzen. Anbei sind einige Bahnhöfe angegeben, von wo Gruppenfahrten zum Preis für nur DM 8,-- angeboten werden. Die Abfahrtszeiten stehen dahinter. Beachtet, daß Züge meistens pünktlich abfahren!
Ab Saarbrücken 10.01 Uhr, ab Trier 8.43 Uhr, ab Karlsruhe 11.48 Uhr, ab Mainz 10.22 Uhr, ab Nürnberg 8.35 Uhr, ab Crailsheim 10.39 Uhr, ab Stuttgart 10.45 Uhr, ab Ulm 9.10 Uhr, ab Ludwigshafen 11.59 Uhr, ab Kaiserslautern 11.00 Uhr .
- aktuelle Informationen im Internet unter http://www.npd.net/jn, http://www.gegen-globalisierung.de.
Kontakttelefone: 01 75 / 8 30 12 84 (Wagner), 01 77 / 9 19 06 18 (Hehl)
Nazi-Ideologie und Neoliberalismus
- Kritischer Text zu antineoliberaler Nazitheorie: Wiegel, Gerd: "Aufschwung durch Armut", in: Junge Welt, 28.11.2006 (S. 10 f.)
Unterwanderungen bei Attac & Co.
Im Original: Attac Polen von Rechten dominiert ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Searchlight July 2002. S. 30-31.
Poland: Far right hijacks anti-capitalist group
From Rafal Pankowski in Warsaw
THE CONCEPTS OF the fatherland, the state, the nation, and first of all patriotism, are under threat. ... We declare that defending the economic and political sovereignty of Poland is a necessary condition for membership in our Association. ... We stress that ATTAC is a Polish association, which seeks first of all to defend Polish interests, the sovereignty of decisions of the Polish society, Polish culture and tradition as well as Polish property.
This statement does not originate from a far-right nationalist propaganda outlet but is taken from a recent pronouncement by the Polish branch of ATTAC, the supposedly progressive anti-globalisation movement. Internationalism is supposed to be a cornerstone of ATTAC. What this statement shows is that the organisation‘s name in Poland has been hijacked by a group of far-right activists.
The Polish branch of ATTAC was established last spring and it was not long before right-wing infiltration forced some progressive campaigners, such as the intellectuals Stefan Zgliczynski and Zbigniew Kowalewski, to withdraw their participation.
The founding members of ATTAC-Poland included people with a long record of collaboration with publications and organisations of the extreme right. Members of ATTAC-Poland‘s leadership also became editors or regular contributors to Obywatel (Citizen), a magazine with a clearly extreme right-wing slant. One of these is Jaroslaw Tomasiewicz. A few years ago, he was active in fascist organisations such as Przelom Narodowy (National Breakthrough) and among nazi skinheads. He has also published articles in the virulently antisemitic magazine Mysl Narodowa Polska (Polish National Idea), published by Boleslaw Tejkowski, Poland‘s most notorious Polish antisemite. Tejkowski is the leader of the fascist Polish National Community (PWN), which has been responsible for numerous acts of racist violence in the streets of Polish cities.
Tomasiewicz has written for other fascist publications such as the hardline Krzyzowiec (Crusader) but most recently his writings have appeared in a new magazine, Templum, linked to Poland‘s most active fascist group, National Rebirth of Poland (NOP). The NOP is a part of the International Third Position (ITP), run by the Italian terrorist Roberto Fiore.
Tomasiewicz has also collaborated with extreme-right publications abroad, for example, Perspectives, a magazine founded by former members of the National Front in Britain, and the German extremist bulletin DESG-Inform. A prolific author, he dedicates his writings to spreading ideas inspired by the so-called Third Position and by the West European New Right. Under the guise of building an „anti-system opposition“ based on an „alliance of the extreme right and of the extreme left“, he has undertaken ideological and political penetration of left-wing, especially anarchist and ecologist, circles. In an attempt to increase his credibility he has succeeded in getting his articles published across the wider political spectrum.
Currently, he is a co-editor of ZaKORZENIEnie (Rootedness), which poses as a forum for the promotion of minority cultures. In fact it promotes the concept of „ethnopluralism“, a term coined by the French New Right around Alain de Benoist and his GRECE think-tank. Ethno pluralism assumes that each political territory must be „pure“, that is ethnically homogenous. According to ZaKORZENIEnie‘s policy statement, an individual does not have the right to change his ethnic or cultural identity without the consent of the ethno-cultural community to which he belongs. Tomasiewicz is a regular contributor to Obywatel, whose editorial board includes Maciej Muskat, the chairman of ATTAC-Poland, and Stefan J Adamski, deputy chairman of ATTAC‘s Programming Board. The strong ATTAC involvement in Obywatel suggests that the magazine is a semi-official mouthpiece of the association. Many people who write for and read Obywatel appear genuinely interested in issues like globalisation and the environment.
Nevertheless, side by side with material on these issues, Obywatel regularly publishes articles that have a clearly fascist, racist and antisemitic content.
The cover of the first issue of Obywatel, published in 2000, bore a motto by Jozef Mackiewicz, a Polish writer and wartime Nazi collaborator, who was sentenced to death by the Home Army, the mainstream resistance organisation in wartime Poland.
Mackiewicz also crops up as a moral and political authority in later editions of Obywatel in articles by Olaf Swolkien, a co-editor of the magazine and chairman of the Jozef Mackiewicz Political Club. The first issue of Obywatel also included a favourable review of Szczerbiec (The Sword) by Tomasiewicz‘s close aide Remigiusz Okraska, a former anarchist. Szczerbiec is an official publication of the NOP, renowned for denying the Holocaust. Successive issues of Obywatel carried sympathetic reviews of other extreme-right and antisemitic magazines such as Odala (published by Polish supporters of the British nazi Satanist David Myatt). Rojalista and Templum.
In one of his articles, Okraska defends Jean Marie Le Pen, claiming that the French Front National leader has only been labelled a fascist because „he wants to remove the governing establishment from power“.
In another issue of Obywatel, a new idol is introduced to the readers in the form of Timothy McVeigh, the Oklahoma City bomber. „Until the very end,“ says the magazine, „he conducted himself with dignity, unlike the families of the so-called innocent victims. In this so-called democracy, there are no innocent victims because the people govern or, at least, they bear responsibility for the government and its representatives.“ Obywatel number 2/2001 contains advertisements for books published by the National Rock Scene (NSR), Poland‘s main producer of nazi skinhead records. One of NSR‘s publications touted there is Bunt (Revolt) with the subtitle „A book not only for fascists“. The book, written by Tomasz Szczepanski, alias Barnim Regalica, a former leftist turned nationalist-pagan activist, is a compilation of political fiction short stories, often likened to William Pierces Turner Diaries.
In July 2000, Szczepanski was captured on the cover of the weekly Wprost with a group of his supporters giving the Hitler salute. A few months later, a Warsaw court declared that the anti-fascist journalist Marcin Kornak was right to describe Szczepanski‘s politics as „chauvinist and antisemitic“.
Obywatel 2/2001 also includes an interview with Andrzej Gwiazda. Gwiazda. a former deputy leader of the Solidarnosc trade union, is the president of ATTAC-Poland‘s Programme Board. In the interview, he makes a typically antisemitic statement suggesting that Jews rule Poland: „When people ask me if there is antisemitism in Poland, I ask them: ‚Just imagine that I go to Israel and I want to be a Minister‘. The burst of laughter that follows this question is the best answer.“ The same issue publishes a „Declaration“ by Obywatel‘s editors demanding a repressive penal policy in Poland, including the reintroduction of death penalty, This article is followed with a piece by Tomasz Gabis, editor of the extreme-right publication Stanczyk. In his own magazine Gabis regularly rants against „the rotten mechanism of parliamentary democracy“, „unmasks“ what he calls „the Holocaust religion“ and promotes Holocaust denial by quoting the likes of David Irving, Robert Faurisson, and Fred Leuchter. Stanczyk is well known for eulogising fascists such as Franco, Pinochet and Le Pen. On the pages of Obywatel, Gabis promotes the political philosophy of the German „conservative-revolutionary“ thinker Carl Schmitt. The same issue includes an article by Marek Glogoczowski, a member of the board of the magazine Wspolnota (Community), another magazine published by Tejkowski.
It is difficult to grasp how this kind of material can be condoned or accepted by a respected international democratic movement for social justice. In December 2001 a letter was written to the Polish and French leadership of ATTAC asking for clarification of their position regarding extreme-right infiltration. It was co-signed by representatives of the anti-fascist Never Again Association as well as by editors of the national trade union weekly Nowy Tygodnik Popularny and the leading left-wing intellectual review Lewa Noga. The letter has never received a reply, apart from personal attacks on its authors on the Polish ATTAC website. Curiously, the authors of the letter were accused of being „Stalinists“ and „Trotskyists“ at the same time.
In the aftermath of the letter, Okraska resigned his membership of ATTAC, but the overall policy of the association and its link with Obywatel have remained virtually unchanged, while Okraska has been promoted to Obywatel‘s editor-in-chief. If anything the nationalist stance of ATTAC-Poland seems to have hardened, as illustrated by the unequivocal declaration at the beginning of this article.
ATTAC-Poland still has some members from the left, for example, activists of Workers‘ Democracy, the Polish sister organisation of the British Socialist Workers Party, but any remaining opposition to far-right influence within the movement seems to have been sidelined.
The French leadership of ATTAC not only has never responded to criticisms for allowing right-wing extremists to hijack the ATTAC label in Poland but has continued to pump money into its Polish sister organisation, including paying for a trip to the World Social Forum in Brazil in February 2002.
It remains to be seen how long this unholy alliance will last.
Indymedia Russland in Nazi-Hand
Nicht der Rede wert wäre die Meldung, dass uns unlängst die Warnung erreichte, CONTRASTE.ORG „unser eigener Webspace“ wäre bestens mit einer neurechten Homepage verlinkt. Das passiert, darüber sollte aber eigentlich gar nicht berichtet werden, da es die Säcke, die unter nationale-anarchie.de ihren nationalen Irrsinn mit dem gesamten literarischen Umfeld der Linken vernetzen, nur mehr aufwertet.
Aus gegebenen Anlass müssen wir trotzdem darüber sprechen. Diese Neonazis organisieren nämlich einen regelrechten nationalen Surfkrieg. Da hat es doch tatsächlich eine Achse Berlin/Moskau geschafft, auch indymedia.org regelrecht zu unterwandern. So meldet info-pool-network heute aktuell:
Wie sich herausgestellt hat, wird die russische IndymediaSeite (http://www.russia.indymedia.org/) von dem in neurechten und rechtsradikalen Kreisen
bekannten Wladimir Wiedemann alias Wladimir Guzman zusammengestellt. Gerade das liefert eine plausible Erklärung, wieso der Redakteur die im open posting auf dieser Seite veröffentlichten neurechten Texte konsequent in Schutz nimmt.
Wladimir Wiedemann hat sich durch seine Vorträge bei den „Europäischen Synergien“ einem internationalen Netzwerk der Neuen Rechten, durch die Herausgabe einer eigenen, ebenso neurechten Zeitschrift sowie seine Kontakte selbst zu den radikalsten Kreisen der russischen Neonaziseindeutig als Rechtsradikaler positioniert. Da dies in derAntiglobalisierungsbewegung offenbar nicht bekannt war, ist es Wiedemann gelungen, sich unter vermutlich „falscher Flagge“ als Gestalter der russischen Indymedia-Seite anzubieten und diese Seite seit Januar 2001 zu betreiben.
Drum prüfe, wer sich im Internet bindet. Aber natürlichnicht nur da. Die neurechte Indymedia-Invasion muss weitergehende Hintergründehaben. Irgendwie hatte dieser Wiedemann es wohl offensichtlich geschafft, sichin ein internationales Netzwerk von GlobalisierungsgegnerInnen einzuschleichenund für sich und seine Nazimafia mit der erwähnten Achse Berlin/Moskau den größtenTeil Europas einfach zu reservieren.
Da hört es aber nun wirklich auch auf. Es ist eine Sache, CONTRASTE mit einer wirren Homepage verlinkt zu wissen, auf der abstruse Texte von RAF->KPD-AO-> FDP->NPD Mahler stehen. Dagegen können wir nichtsmachen. Handlungsspielraum besteht gewiss aber schon in der Post-Genua-Ãra, insofern Schwarze Blöcke unter Regieanweisung der Polizei von Schwarzhemden der Italonazis manipuliert wurden. Und alle Stricke sind da gerissen, wo unsere internationalen Vernetzungspartner sich als Nazis entpuppen.
Auch darum wird es künftig gehen: GlobalisierungsgegnerInnensollten nicht auf der nationalen Welle surfen ...
Rechts-Links-Bündnisse
Aus Bruns, Paul, "Das Dorf bin ich" (Quelle)
Der Globalisierungsglaube schafft es trotzdem, und zwar quer durch alle Fraktionen, zunehmend nationalstaatlichen bzw. nationalistischen Reflexen Raum zu verschaffen. Sind "Globalisierungsgegner" vielleicht Nationalisten? Schließlich wehrt sich ein nicht unwesentlicher Teil von ihnen gegen einen weiteren Rückzug des Staates.
Die Junge Welt interviewte ohne jegliche Kritik den Rechtsaußen der CSU, Peter Gauweiler, zur EU-Verfassung - nur weil er auch gegen diese votierte. Klassische Querfront (rechts):
Kommentar von Werner Pirker in: Junge Welt, 11.2.2009 (S. 8)
Völlig zurecht warnt Gauweiler vor einer "Aushebelung der nationalen Demokratien."
Nicht einmal die Begriffsgleichheit zu Nationaldemokratien ließ Pirker aufhorchen ...
Rechts-Links-Populismus bei der neuen Linkspartei und ihren Führern
- Infoseite Linkspartei
- Infoseite Oskar Lafontaine
Querfrontler Jürgen Elsässer
Aus der Jungen Welt, 21.5.2005 (S. 10 f., Quelle ...)
Die idiotische Aufblähung der früher vergleichsweise vernünftigen Europäischen Gemeinschaft zu einem Imperium mit unklaren Außengrenzen wäre gestoppt, und die für alle Beteiligten (außer die gefräßigen Westkonzerne) desaströse Osterweiterung der EU würde zusammenbrechen ... Und die Türkei bliebe – zu ihrem Vorteil und zu dem der meisten Europäer –, wo und was sie ist. ...
Zum einen ist es politisch korrekte Scheinheiligkeit, zwischen dem »Nein von links« und dem »Nein von rechts« einen strikten Trennungsstrich zu ziehen. Will man die EU-Verfassung verhindern – ja oder nein? Falls ja, braucht man die Stimmen von rechts, da beißt die Maus keinen Faden ab. ...Für den Erfolg aber ist es absolut zentral, nicht die Lieblingsargumente des jeweiligen politischen Vereins in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das, was die Masse der Menschen wirklich bewegt, und das ist in Frankreich die Frage der EU-Erweiterung und insbesondere die Frage des Türkei-Beitritts. ...
Gegen den Türkei-Beitritt und gegen die EU-Erweiterung zu sein ist nämlich durchaus progressiv, egal wie reaktionär Le Pen das begründen mag. ...
Ich plädiere für ein unideologisches Herangehen. ... Ökonomisch unterfütterst Du Dein Sektierertum mit der Behauptung, nicht die EU stoße die Menschen etwa in Polen ins Elend, sondern der Kapitalismus. Logisch, da bleibt nur übrig, für die Abschaffung des Kapitalismus zu kämpfen, und dann sind die Linken wieder unter sich. ...
Doch solange ein Land noch ein Minimum an Souveränität hat, kann es sich gegenüber den Zumutungen des ausländischen und globalen Kapitals wehren.Populismus ist vernünftig ... Ansichten des Querfrontlers Jürgen Elsässer zu Lafontaine (Junge Welt, 29.8.2005, S. 8)
Ebenfalls eine Westmentalität erzeugt die politische Kehrseite dieser Harmlosigkeit, die Provokation auf Deubel komm raus. Dazu gehört etwa die Forderung nach Freigabe aller Drogen, die die sächsische PDS-Jugend erhoben hat – offenkundig PISA-Kids, die nie von Margot Honeckers Schulsystem profitieren konnten.
Die vernünftige Alternative zu Opportunismus und Sektierertum ist der Populismus, und deswegen wird er von der Mainstream-Journaille so gnadenlos verfolgt. Wer ihn beherrscht, kann punkten: Nach dem »Fremdarbeiter«-Populismus Oskar Lafontaines stiegen die Umfragewerte der Linkspartei sprunghaft an, und umgekehrt führte der »Kälber-Metzger«-Populismus Edmund Stoibers zu einem Wiederaufstieg der Union in der Wählergunst.Rechts: "Neues Deutschland" merkt es endlich auch ... am 15.1.2009
Antiradikal
Fragen von Jürgen Elsässer als Junge-Welt-Redakteur an Michael Leutert von der Linkspartei (27.9.2005, S. 8)
CDU und SPD sind wie Jacke und Hose?
(Antwort) Ja, klar. Das sieht man doch schon an deren Programmen.
Mit dieser Aussage sind Sie eigentlich ein Fundamentalist, so wie früher Jutta Ditfurth bei den Grünen.Frage an Oskar Lafontaine in der Jungen Welt, 15.11.2005 (S. 10f)
F: Bisweilen werden Sie als Populist beschimpft. Ist das nicht auch ein Kompliment?Pro Macht, pro Wachstum, China und Nordkorea als Vorbilder, pro Volk und Nation
Aus Elsässer, Jürgen: "Kein Fußbreit den Aliens" in: Junge Welt, 13.1.2006 (S. 10 f.)
Anstatt diesen Flohzirkus zu formieren, sollten die Linken genau das tun, wovon die Genannten abraten: Die Macht in den Nationalstaaten ergreifen und diese zu Bastionen gegen die Heuschrecken ausbauen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Es geht um Macht, Kontrolle, Herrschaft. Michel Foucault und Jutta Ditfurth, das war gestern. Wer heute noch »Keine Macht für niemand« fordert, ist ein Alien, und die »Abschaffung des Staates« der Titel der heimlichen Agenda von Guido Westerwelle.
... Immerhin werden derzeit drei der mächtigsten Volkswirtschaften auf dem Globus von Sozialisten oder Kommunisten (mit)regiert, nämlich die Volksrepublik China, Indien und Brasilien. Hinzu kommt mit Südafrika der stärkste Staat des schwarzen Kontinents, wo die ehemalige Befreiungsbewegung ANC die Regierung stellt.
In allen diesen Staaten floriert die Wirtschaft. Das beeindruckendste Beispiel ist bekanntlich China. Mit einem stabilen Wachstum von derzeit zehn Prozent pro Jahr ist das Reich der Mitte zur weltweiten Konjunkturlokomotive geworden. ...
Der in Mexiko lehrende Soziologe Heinz Dieterich spricht von einem »Staatskapitalismus keynesianischer Prägung mit nationaler Würde«. ...
Chávez’ Weg zur Macht
Hielten nach dem Untergang des sowjetischen Lagers zunächst nur Kuba und Nordkorea dem sozialistischen Ansatz die Treue, so beschritt nach dem Machtantritt von Hugo Chávez (1999) auch Venezuela diesen Weg, und von dem frischgewählten Präsidenten Evo Morales darf man in Bolivien dasselbe erwarten. Im Unterschied zu den mittelstandsorientierten, also lediglich nominell linken Regierungen, die im letzten Abschnitt diskutiert wurden, wird in diesen Ländern eine Politik betrieben, die den Arbeitern und Bauern unmittelbar zugute kommt und den Einfluß der multinationalen Konzerne über (Re-)Verstaatlichungen rigoros beschneidet. ...
Wichtigstes Element des Bolivarismus ist die Definition von Demokratie als Volksherrschaft im ursprünglichen Sinne. Der gesamte Umbau von Staat und Gesellschaft erfolgte durch plebiszitäre Akte: Bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1998 entfielen 56 Prozent der Stimmen auf Chávez, im April 1999 stimmten 88 Prozent der Wähler für die Einberufung einer Konstituante, im Dezember desselben Jahres 71 Prozent für die neue Verfassung des nun als »Bolivarische Republik Venezuela« bezeichneten Staates. In dieser Verfassung ist die bürgerliche Gewaltenteilung nicht aufgehoben, aber durch direktdemokratische Möglichkeiten erweitert: Sowohl die Abgeordneten als auch der Präsident können ab der Mitte ihrer Amtszeit per Referendum abgewählt werden.
Alle Macht dem Volke
»Der Treibstoff der Geschichtsmaschine ist das sich bewußte und organisierte – nicht anarchische – Volk«, postuliert Chávez. ...
Die Linke muß den demokratischen Willen der Bevölkerung exekutieren, die aber will kurz- und mittelfristig nur den rheinischen Kapitalismus erhalten. ...
Lafontaines linker Populismus ...
Das trifft jedoch nur dann zu, wenn man eine Regierung dominiert und, wie Chávez das vorgemacht hat, mit plebiszitärer Rückendeckung Zug um Zug den ganzen Staat umbaut. ...
Daß ein Volksentscheid über die EU-Verfassung her muß; daß die EU-Mitgliedschaft der Türkei die Reste des Sozialsystems dort und bei uns zerstört; daß die EU-Zugehörigkeit bei den osteuropäischen Neumitgliedern Millionen Arbeitern und vor allem Bauern ihren Job kostet, die dann die hiesigen Sklaventreiber mittels Bolkestein-Richtlinie nach Westeuropa verschleppen und gegen die einheimischen Proleten und Handwerker hetzen. Lafontaine thematisiert das, die Ex-PDS kneift nur zu oft. Seine Chemnitzer Rede stellte, von der mißverständlichen Wortwahl »Fremdarbeiter« einmal abgesehen, ein Meisterstück in linkem Populismus dar. Die Sorgen wegen der Billiglöhner aufzugreifen, die das Kapital unter menschenunwürdigten Umständen hierzulande in Unterkünfte pfercht und als Waffe gegen einheimische »Familienväter« einsetzt – das ist der Stoff, aus dem Wahlerfolge sind. Nach der umstrittenen Rede des Volkstribunen schnellten die Umfragewerte für die Linkspartei auf 13 Prozent hoch. Auch in Frankreich und den Niederlanden war die Angst vor dem Lohndumping durch die EU-Neumitglieder und vor der Aufnahme der Türkei der Unterpfand für den Erfolg des Nein bei den Referenden.
Aber wenn sich Faschisten an die Argumentation anhängen? Die Gefahr ist gering, denn der Faschismus ist klinisch tot. ... Im Tal der Ahnungslosen hinter Dresden oder im entvölkerten Vorpommern werden sie noch lange ihre Prozente bekommen – aber überall sonst wird ihnen eine linkspopulistische Strategie alle Wähler abnehmen, die ihnen nur aus Protest und nicht aus Überzeugung gefolgt sind. ...
Programm gegen Heuschrecken ...Beifall dafür
Aus einer Mail eines Linkspartei- und JD/JL-Aktiven (Jan. 2005)
dabei hat elsaesser naemlich insofern schon recht, wenn er fordert, die linke solle sich dazu bekennen, die macht zu uebernehmen und endlich mal ernsthaft mittels demokratischer diktatur dem kapitalismus paroli zu bieten statt sich mit allerlei nebenthemen im umfeld von pflanze, mensch und tier zu befassen. in diesem sinne: alle macht dem volke!Kritikpapier "Krud und simpel" von Winfried Wolf in der Jungen Welt vom 18.1.2006 (S. 10), Auszüge:
Auf krude und simple Weltbilder treffen vier Charakteristika zu: Erstens haben sie meist dann Konjunktur, wenn sich die gesellschaftlichen Krisenerscheinungen zuspitzen. Zum zweiten wird bei ihnen eine Krisentendenz verabsolutiert, während andere ausgeblendet werden. Drittens machen sie die Wirklichkeit unkenntlich. Viertens wird durch all diese Vereinfachungen ein emanzipatorischer Kampf zumindest erschwert.
Jürgen Elsässer hat – mit seiner Theorie des »Alienismus« – die im übrigen Parallelen zu manchen Positionen in der globalisierungskritischen Bewegung aufweist – ein krudes und simples Weltbild entwickelt, auf das diese Charakterisierungen zutreffen. Darüber hinaus gibt es bei seiner Theorie ein fünftes Charakteristikum: Elsässer widerspricht Elsässer.Binäres Denken
Aus einem Redebeitrag von Querfrontler Jürgen Elsässer auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz am 14.1.2006 in Berlin, zitiert in: Junge Welt, 16.1.2006 (S. 3)
Entsteht dieser notwendige Internationalismus über eine Stärkung der nationalen Souveränität oder, wie die Neoliberalen behaupten, über eine Auflösung der nationalen Souveränität?Pro Populismus
Lafontaine-Fans Jürgen Elsässer an Kritiker aus der WASG in: Junge Welt, 9.3.2006 (S. 3)
Die beste Waffe gegen den parlamentarischen Kretinismus ist nicht der blitzsaubere Avantgardismus, sondern der Populismus der direkten Demokratie.Aus einem Interview mit Jürgen Elsässer, in: Neues Deutschland, 12.1.2007 (S. 13) - dokumentiert auf der Internetseite www.juergen-elsaesser.de
Derzeit bildet sich heraus, was Karl Kautsky Anfang des 20. Jahrhunderts als Ultra-Imperialismus bezeichnet hat. Also ein weltweiter Zusammenschluss aller kapitalistischen Mächte zur Beseitigung widerständiger nationalen Souveränität. Und Deutschland ist als National- und vor allem als Sozialstaat von dieser Entwicklung auch bedroht: Das deutsche Großkapital selbst drängt auf Kompetenzverlagerungen nach Brüssel, weil dort seine Lobbyisten mehr und Volksvertreter weniger Einfluß haben. Aber in erster Linie richtet sich der Vorstoß des Ultra-Imperialismus gegen Staaten wie Libanon, Iran und Venezuela, in der Perspektive gegen Russland und China. ...
Frage: Die linke Parole heiß mal gegen Kapital und Staat. Warum soll man plötzlich die Nation retten?
Die zuletzt genannten Nationen bilden ein Gegengewicht zum Neoliberalismus. ...
Dabei bin ich nicht deswegen für die nationale Souveränität, weil ich ein Freund des Nationalismus, sondern weil ich ein Freund der Demokratie bin. Die Demokratie und damit die Einflussmöglichkeiten der unteren Klassen lassen sich eben nur verteidigen im Rahmen strukturierter Nationalstaaten. ...
Gerade nicht, wie das Ur-Beispiel nationaler Souveränität und direkter Demokratie zeigt, die Schweiz: Das Land ist multikulti und mehrsprachig, kosmopolitisch und polyglott. ...
Was stimmt, ist lediglich, dass ich ehemalige Sozialdemokraten wie ihn zu den wirklichen Radikalen in diesem Land rechne und ihnen viel Erfolg wünsche.Kritik der Kommunistischen Plattform (Linkspartei.PDS) an Elsässer und Entgegnung von Elsässer in: Junge Welt, 8.12.2006 (S. 10 f.). Aus dem KPF-Text:
Jürgen Elsässers Äußerungen in der jungen Welt vom 19. September 2006, die im Küchenkabinett der Berliner Landes-PDS noch geduldeten Ossis verbänden die Absage an Klassenkampf und Antiimperialismus mit der Bedienung ihrer Randgruppenklientel. »Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden und sich oft auch keine Kita, kein Schwimmbad und keine warme Wohnung mehr leisten können.«
Wer – und sei es auch nur um sieben Ecken – den Schluß zuläßt, die Linke könne die Asozialität dieses Systems mildern, indem sie Mehrheiten der Erniedrigten und Beleidigten dadurch gewinnt, daß sie de facto Minderheiten als Projektionsfläche für Primitivismus freigibt, der zerstört eine Wesensart der Linken. Es gibt keine Solidarität auf der Grundlage partieller Entsolidarisierungen. Das sollte Elsässer wissen. ...
Elsässer bietet jenen in der Linkspartei.PDS eine Steilvorlage, denen Antikapitalismus nicht ins Konzept paßt.Nationalismus von Frankreich abgucken!
Aus "Trikolore gegen EU-Sternenbanner" von Jürgen Elsässer, in: Junge Welt, 9.5.2007 (S. 3)
Aber die Linke sollte nicht den Fehler machen, sich als europäische Gestaltungsmacht aufzuspielen, sozusagen als EU-Regierung im Wartestand – anstatt ihre Mobilisierungskraft zur Bündelung der nationalen Widerstandskräfte gegen das Europa des Kapitals zu nutzen. Wie stark diese Kräfte sind, bewies gerade die Präsidentschaftswahl in Frankreich. Am Vortag des Urnengangs faßte die Frankfurter Allgemeine zusammen: »Seit der Ablehnung des europäischen Verfassungsvertrags vor knapp zwei Jahren haben sich die Franzosen einem langsamen, aber steten Prozeß der Rückbesinnung auf die Nation hingegeben. Davon zeugen die blau-weiß-roten Fahnenmeere bei allen Wahlkundgebungen ebenso wie die Marseillaise-Chöre, mit denen auch die Sozialisten unter Frau Royal die Internationale ersetzt haben.« Ein positives Ergebnis dieser Renationalisierung ist unübersehbar: »Die Wiederentdeckung der Nation durch die Regierungsparteien hat den Niedergang der nationalistischen Rechten beschleunigt und Le Pens ›Front National‹ massiv Stimmen gekostet.«
Der Einwand, daß Ségolène Royal ihr Wahlkampf unter der Trikolore nichts genutzt habe, ist falsch. Zum einen ist zu konstatieren, daß sie im ersten Wahlgang zehn Prozent mehr Stimmen bekommen hat als ihr Vorgänger Lionel Jospin vor fünf Jahren. Im Unterschied dazu haben die linksradikalen Kandidaten, die den Appell an die Nation politisch korrekt vermieden haben, fast durchweg katastrophal abgeschnitten. Zum anderen hat sie den zweiten Wahlgang – unter anderem – deswegen verloren, weil sie die Schutzfunktion des Nationalstaates gegen den transnationalen Wirtschaftsliberalismus weniger stark betonte als ihr Konkurrent.Jammern über antinationale Gesinnung bei politischen Gruppen
Aus Elsässer, Jürgen, "Provokateure raus!" in: Junge Welt, 16.6.2007 (S. 11)
Dabei teile ich die Einschätzung vieler Linksradikaler, daß sich große Teile des bürgerlichen Protestspektrums de facto als heimliche Alliierte der Kanzlerin präsentiert haben. Aber dies ist kein Problem ihrer Aktionsformen, sondern ihrer Inhalte – und die sind bei den Autonomen nicht besser. Ein Beispiel ist die Degeneration des Internationalismus zum Antinationalismus. ... Das sehen die Linksradikalen von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) ganz ähnlich. In ihrem Aufruf zur Gipfelblockade heißt es: »Die Antwort auf all das kann jedenfalls nicht die Rückbesinnung auf den bürgerlichen Nationalstaat sein, der schon immer die Betriebsbedingungen des Kapitals garantiert hat (...).« In der Erklärung der Interventionistischen Linken (IL) wird gewarnt vor dem »nicht selten offen reaktionären Charakter der Widerstände gegen den imperial(istisch)en Krieg«, weshalb »internationale Solidarität (...) heute nicht mehr umstandslos als Einheit der Linken im Norden mit den Aufständen im Süden gedacht werden kann«.
Damit ist auch klar, warum kein Vertreter des irakischen oder libanesischen Widerstandes zu den Gipfelprotesten eingeladen wurde. Die selbsternannten Militanten aus Kreuzberg und Altona wollten die wirklichen Militanten aus Beirut und Bagdad nicht dabeihaben, da die sie bei ihren Revolutionsspielchen stören könnten. Ist das nicht die Spaltung der Bewegung, die sie ansonsten den bürgerlichen Vertretern von ATTAC und Co. vorwerfen?
Anstatt den Aufständischen in anderen Weltgegenden Zensuren zu erteilen, sollten sich die Autonomen lieber Gedanken machen, wie auch hierzulande die Globalisierung gebremst werden könnte. Um nur einige Vorschläge zu nennen: Durchsetzung von Mindestlöhnen für alle Branchen; Betätigungssperre für Heuschrecken-Fonds aus unkontrollierbaren Steuerparadiesen; Schluß mit dem Verhökern öffentlichen Eigentums. Alle diese Maßnahmen müssen im und vom Nationalstaat durchgesetzt werden, durch nationale Gesetze.Aus Jürgen Elsässer, "Provokateure raus!" in: Junge Welt, 16.6.2007 (S. 11)
Glaubwürdig kann die Linke diesen Widerstandsparagraphen jedoch nur für sich reklamieren, wenn sie sich als Verteidigerin und nicht als Feindin der Verfassung präsentiert. Das schließt die darin festgeschriebene Garantie des Privateigentums ein - allerdings auch dessen soziale Bindung und die Möglichkeit für Enteignungen, mit anderen Worten: das venezolanische Übergangsmodell zum Sozialismus. Für dieses Programm sind nicht nur Christdemokraten wie Heiner Geißler und Norbert Blüm zu begeistern, sondern auch Polizisten und Soldaten ...
Über die Emailadresse von Elsässer wurden Milosevic-huldigende Mails verschickt - Fanclub der starken Männer!
- Populismus in der Linkspartei
- Elsässer als Lafontaine-Fan
- Ausgerechnet auf der Antifa-Seite der Jungen Welt werden rechte Tendenzen bei Elsässer und Lafontaine verteidigt, siehe Bernhardt, Markus: "Wer hat Angst vor Oskar?", in: Junge Welt, 6.12.2006 (S. 15)
- Populistisch und stammtisch-rhetorisch: Jürgen Elsässer im Streit-Briefwechsel mit Gerhard Hanloser, in: Junge Welt, 2.4.2007 (S. 10 f.)
- Rechte Verfilzungen rund um Jürgen Elsässer (Indymedia, Nov. 2006)
Gute und schlechte Unternehmen ...
Raffendes und schaffendes Kapitel
Aus einem Interview mit Heiner Flassbeck (Ex-Staatssekretär von Oskar Lafontaine), in: Junge Welt, 5.5.2008 (Beilage)
Es ist ja auch nicht so, daß die Finanzmärkte im luftleeren Raum operieren – am Ende muß ja alles aus der Realwirtschaft heraus bezahlt werden, was die Finanzzocker sich gegenseitig versprechen. Die Jungs aus den Banken produzieren ja nichts – sie spielen nur mit dem Einkommen und dem Vermögen, das andere irgendwo produziert haben.
Links
- Im Original: Querfrontseiten
- Kritische Text zu rechter Globalisierungskritik: Indymedia ++ Auf Antifaseite
- Neurechte Ideologie
- Querfront: Gegen Globalisierung
- Bericht von "Querfront"-Konferenz Sept. 2002 in Berlin
- Nation und Volk
Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail genügt und der Name wird gestrichen bzw. hinzugefügt.

Aus der Jungen Welt, 21.5.2005 (S. 10 f.,