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Diskussionsbeiträge aus der Hoppetosse-Mailingliste
Ich halte ... nicht jedeN, derdiedas die Globalisierung
kritisiert, weil sie (angeblich) Entscheidungsbefugnisse von den Nationalstaaten
nimmt, derdiedas Finanzspekulation als Wurzel allen Übels angreift,
derdiedas allein den „US-Imperialismus“ verurteilt für antisemitisch,
faschistisch etc. Dennoch ist derlei „Kritik“ eben derbe verkürzt
und zudem noch äußerst gefährlich, u.a. weil sie eben Faschos
und Querfrontler(Inne)n gute Anknüpfungspunkte bietet, s. z.B. auch
den NPD-Text auf Indymedia (mittlerweile offensichtlich gelöscht;
Kommentierung eines „Insektenbeauftragten“ unter http://de.indymedia.org/2001/12/12955.html).
Wenn sie noch einige „ungeschickte“ Formulierungen weggelassen hätten,
hätte das auch als Text von attac? oder sonstigen mehr oder weniger
„linken“ Antiglob-Vereinen durchgehen können.
Ähnlich ist es halt auch mit dem Hype von Naturvölkern,
wo „Volk“/Ethnie (also klassische rechte Themen und Begriffe) für
Linke plötzlich positiv oder zumindest akzeptabel sind, s. Thereza
mail Re: [hoppetosse] Anti?-aktion - warum eigentlich: >> Ethnische Gesellschaften
anderer Art sind mir da alle mal lieber zu dieser Zivilisation <<.
Dies habe ich bereits in meiner Antwort kommentiert und mache dies hiermit
noch einmal:
Konstrukte wie Volk/ Ethnie habe für mich
absolut niX emanzipatorisches, auch und gerade, wenn ein „Natur“ davorsteht.
Außerdem bietet ein „Zurück zur Natur“ oder einer vorkapitalistischen
Produktionsweise keine Alternative für Menschen in auch nur ansatzweise
industrialisierten kapitalistischen Gesellschaften. Nicht nur weil es unsinnig
ist, auf sinnvolle(!) technische(1) und zivilisatorische(2) Errungenschaften
verzichten zu wollen, sondern auch, weil es sich (daher) nur mit brutalster
Gewalt gegen den Willen der meisten Menschen durchsetzen ließe -
da ist Hellers abfeiern der roten Khmer nur konsequent, aber eben konsequent
unsinnig. Außerdem halte ich es nach wie vor für arrogant und
antiemanzipatorisch, Menschen aus „Naturvölkern“ nicht wenigstens
die realistische Möglichkeit zu geben, an Technik, medizinischer Versorgung,
Freiheitsrechten, ... teilzuhaben. Ansonsten hat Jörg S. schon
ausreichend Zeux zum Thema geschrieben und ich sehe keinen Grund, das alles
nochmal zu wiederholen.
(1) auf Waffen, Atomkraft, Tamagotchis etc. könnte
von mir aus also gerne verzichtet werden - auf Brillen, internetfähige
Computer etc. hingegen nicht
(2) z.B. Meinungs- und Religionsfreiheit
(Ausgangspunkt der Debatte war ein Text
von Hartmut Heller, Freunde der Naturvölker, mit positiven Bezügen
auf die"Hitler-Demokratie" und Pol Pot)
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