Spitzelvorwurf und Bedrohungen

Nach Monaten Debatte ... Stellungnahme gegen Mißverständnisse und Unterstellungen!

Auf dem Direct-Action-Gathering (1.-4.6. in Biefefeld) tauchte am zweiten Tag ein Flugblatt mit dem folgendem Text aus. Es war anonym gezeichnet und lag wie zufällig in den Räumen herum, in denen das Treffen lief.
Am Abend dieses Tages machten dann einige ältere "Autonome", darunter offenbar auch ein Vereinsvorsitzender des AJZ, Ernst - und karikierten damit auch den Satz "wir wollen, daß Ihr Euch mit dieser Dokumentation selbst ein Bild macht": Sie bedrohten Jörg und forderten ihn unter Androhung von "sonst passiert etwas ganz anderes", "wir sind schon mit viel geringeren Verdachtsfällen ganz anderes umgegangen" (was herrschen da eigentlich für Verhältnisse?) und dem Hinweis auf das Hausrecht (!) zum Verlassen des Geländes auf. Sie bezichtigten Jörg erneut, Spitzel zu sein. Nach ihrem "Auftritt" gab es Sprechchöre von draußen "Spitzel raus". Alle, die so handelten, waren nicht TeilnehmerInnen des Direct-Action-Gatherings.
Der weitere Verlauf:

  • Am Pfingstsonntag diskutierte das Plenum und ein Arbeitskreis den Spitzelvorwurf sowie den VS-Kontakt. Ein Rauswurf oder eine Sanktionierung wurde nicht beschlossen.
  • In der Nacht darauf versuchten einige Personen, Jörg zu finden und aus dem Haus zu werfen, was aber nicht klappte.
  • Am Pfingstmontag gab es auf dem Abschlußplenum eine Diskussion. Während dieser stürmte eine Person ins Plenum un forderte den Rauswurf von Jörg verbunden mit der Androhung, daß sonst genügend Leute bereitständen, auch das ganze Direct-Action-Gathering anzugreifen. Das Gathering mußte daraufhin abgebrochen werden.
  • Kommentare von Jörg zu den Vorwürfen und Vorgängen.
  • Stellungnahme des Büros für mentale Randale zu Vorwürfen und Vorgängen
  • Weitere Stellungnahmen von der Hoppetosse-Mainlingliste
  • Fast unglaubliche Haßtiraden von einigen Infoläden und Umfeld nach Jörgs U-Haft in Stammheim

In keinem Fall beteiligten sich die, die die Drohungen aussprachen, an den Debatten im Plenum des DA-Gatherings. Es war vollständig eine Einmischung von außen und mit Gewalt.

Flugblatt "Spitzel aufs Maul" vom Pfingstsamstag:

Wir dokumentieren im folgenden den Text „Protokoll einer Beziehung ... zum Bundesamt für Verfassungsschutz“. Dieser Text wird von Jörg Bergstedt, Saasen seit mindestens 6 Wochen über Internet verbreitet. Uns ist klar, daß Bergstedt auch der Autor, der ich-Erzähler in dem Text ist. Jörg beschreibt in dem Protokoll lang und breit seinen Kontakt zu VS-Leuten. Die Rede ist von einem wie auch immer gearteten „Spaßfaktor“ bei dieser Beziehung und von „kreativ-freier Auseinandersetzung mit dem System“.
Der gute Jörg kommt sich wohl mächtig wichtig und ernstgenommen vor.
Eine sinnvolle Frucht seiner Zusammenarbeit mit Vertretern des VS sei es gewesen, Informationen über VS-Spitzel in linken Kreisen zu bekommen. Jörg fragt den VSler nach seinem Laptop, der auf einer Anti-Atom-Konferenz geklaut worden war (was im übrigen stimmt). Auf diesem Laptop konnte mensch Jörg bisher immer alle Treffen protokollieren sehen, an deren er teilnahm. – Er bekommt von dem netten VS-Mann einen neuen Laptop versprochen. Mit ihm unterhält sich Jörg auch über Schienensägen im Wendland. Auch eine „Sexismusdebatte“ ist Thema. Gemeint ist der Sexismusvorwurf, der aus Hessen kommt und den es schon länger gegen Jörg gibt.
Na ja, lest selbst, wenn Ihr Bock habt. Klar ist: Was für eine Motivation steckt wohl hinter dieser Veröffentlichung?
Jörg hätte sich den ganzen Ärger erspart, wenn er dem VS gleich die Tür vor der Nase zugeschlagen hätte. Wie aus seiner „Zusatzbemerkung vom 16. Mai“ hervorgeht, hat er sich wohl schon einige Kritik bereits anhören müssen.
Zweck unserer Dokumentation ist es NICHT, die Debatte über Sinn und Unsinn von VS-Kontakten voranzutreiben. Wir sehen überhaupt keinen Grund, den bestehenden Konsens dazu zu diskutieren: Keine Zusammenarbeit mit VS, Justiz und Polizei! Eine solche Diskussion, zumal öffentlich, wie von Jörg gewünscht, würde dem VS nur neue Erkenntnisse über die Bewegung geben. Ist es der Plan des VS, diese Debatte loszutreten und abzuchecken, wer sich da wie positioniert?
Es geht hier nicht um Paranoia. Paßt auf! Wir wollen, daß Ihr Euch mithilfe dieser Dokumentation selbst ein Bild macht und dann entscheidet, mit wem Ihr wie zusammenarbeitet. Wir haben jedenfalls keinen Bock auf dermaßen strange stories von so schrägen Typen.
Jörg ist nicht der einzige jahrzehntelange Einzelkämpfer-Aktivist, der irgendwann abdreht. Daß DAS immer wieder passiert und wolche Leute gerne vom VS versucht werden zu ködern, ist das interessante Thema, das eine Diskussion wert ist.
Ansonsten sollten wir uns unseren Inhalten zuwenden. Mit der nötigen Vorsicht dabei brauchen wir die Überwachungsparanoia nicht zu fürchten. (Dazu gehört zum Beispiel, nicht wie auf Jörgs Homepage Privatadressen mit Namen und genauer Wegbeschreibung von Direct-Action-Gathering-Vorbereitungstreffen zu veröffentlichen.)
P.S. Übrigens will Jörg zum Linksruck-Kongreß fahren, um über das Direct-Action-Treffen zu berichten. Finden wir auch ziemlich strange.
SPITZEL AUFS MAUL!
a.u.t.o.n.o.m.e. n.e.t.s.u.r.f.e.r.i.n.n.e.n.

Diskussionspapier des AK vom Pfingstsonntag

Positionspapier zum Umgang mit dem Verfassungsschutz, im Bezug auf das Verhalten von Jörg Bergstedt
Dieser Text wurde von einer Gruppe aus ca. 15 Leuten verfasst, die sich im Rahmen des Direct-Action-Treffens zusammengefungen haben. Dieses Papier soll dem DAN-Plenum vorgelegt werden, um entweder einen Konsens dafür zu finden, oder ein Stimmungsbild zu erzeugen, was dann wertfrei veröffentlicht wird. Der Text enthält keine konkreten Forderungen, sondern ist als Anregung für den Umgang mit diesem Verhalten gedacht. Jörg hatte Kontakt mit dem VS, den er selbst auf www.projektwerkstatt.de/debatte veröffentlich hat.
Der folgende Text versteht sich als Zusammenfassung des Konsens den die Kleingruppe gefunden hat:

  1. Wir reden nicht mit dem Verfassungsschutz denn es können Infos über die Bewegung an den Verfassungsschutz gehen. Die VS-Leute sind im Gegensatz zu uns professionell und gründlich auf den Anquatschversuch vorbereitet. Andeutungen und Informationen, die der VS über Personen aus der Szene durchsickern läßt, können zu Entsolidarisierung und Spaltung führen.
  2. Jeder VS-Anquatschversuch muß öffentlich gemacht werden. Dies kann im persönlichen politischen Umfeld geschehen und am besten in Zusammenarbeit mit einer Anti-Repressionsgruippe.
    Dieser Konsens in der Linken sollte theoretisch hinterfragt werden, damit aus Grundsätzen keine Gesetze werden. Solange der Konsens besteht, sollte er auch praktisch umgesetzt werden.
    Es ist irrelevant, ob bei VS-Kontakten "Informationen" gesammelt werden können, der Kontakt schadet in jedem Fall. Es wäre fatal zu glauben, dem VS zweckdienliche Informationen oder Hinweise entlocken zu können.
  3. Der Kontakt von Jörg mit dem VS war weitgehend ein Alleingang, auch wenn er eine kleine Gruppe von Menschen einbezogen hat. Durch diese Aktion entsteht ein Risiko für sehr viele Menschen, die unmöglich alle einbezogen werden können. Dieses Einzelgängerverhalten sehen wir im Kontext zu Jörg typischer Handlungsweise Grenzen auszutesten und zu überschreiten, ohne dies in größeren Zusammenhängen zu reflektieren. Je mehr Menschen auf diese zu kritisierende Weise it dem VS umgehen, desto größer wird das Mißtrauen innerhalb der Bewegung. Desweiteren könnte die Hemmschwelle sich mit dem VS einzulassen geringer werden. Wenn mehr Kontakte zum VS entstehen sollten, erhält er immer mehr Einblick in linke Zusammenhänge. Wo er ja eindeutig nix zu suchen hat.
  4. Dieses Verhalten von Jörg ruft viele Diskussionen hervor, was dementsprechend viel Raum beansprucht. Dadurch wird Jörgs Person immer wieder in eine sehr zentrale Position gerückt, was wir als häufige Vorgehensweise Jörgs sehen, nämlcih sich in den Mittelpunkt zu stellen. Meistens wird ihm von der jeweiligen Gruppe allerdings auch dieser Raum eingeräumt. Was leider ziemlich unreflektiert passiert.

Kommentare von Jörg zu den beiden Texten und den Vorgängen in Bielefeld:

a. Richtigstellungen:

Das "Protokoll einer Beziehung" war ein Versuch präzise zu beschrieben, was abgelaufen ist. Das Flugblatt enthält demgegenüber Behauptungen, die nicht stimmen oder gezielt Mißverständnisse produzieren sollen - Diffamierung in hoher Kunst. Sind sind auch ohne Quelle benannt. So stimmt nicht, ...

  • daß ich mich über das Schienensägen im Wendland mit dem VS unterhalten habe. Richtig ist, was auch im Protokoll steht. Aber die Erwähnung im Flugblatt "Spitzel aufs Mail" suggeriert zielgerichtet etwas Schlimmes.
  • daß auf der Projektwerkstatts-Homepage ist der Treffpunkt der Direct-Action-Gruppe Mittelhessen vermerkt ist. Richtig ist: Dort steht eine Privatadresse. Diese Veröffentlichung erfolgt als gemeinsame Absprache in der Gruppe. Daß sich hier irgendwelche anderen von außen einmischen, was die DA-Gruppe Mittelhessen zu veröffentlichen hat und was nicht, dürfte unter die Rubrik "Dominanzverhalten" fallen. Daß es im Flugblatt nicht DA-Gruppe Mittelhessen, sondern DA-Gathering-Vorbereitungstreffen heißt, dürfte eine gute Taktik sein, Ärger zu schüren.
  • daß ich während der Treffen mit dem angeschalteten Laptop herumsitze und mitschreibe. Seltene Ausnahmen, wo ich einen Laptop während eines Treffens nutze (zu anderen Dingen als Protokoll schreiben), kündige ich in der Gruppe immer an, um die Situation und das, was ich dort tue, zu klären.

Zum Spitzelvorwurf:
Ähnlich wie beim Sexismusvorwurf gilt meines Erachtens auch hier: Wer so mit Vorwürfen umgeht, macht konkrete Vorwürfe in der Zukunft schwieriger. Der Mißbrauch und politische Zweck des Vorwurfs sind offensichtlich.

Im "Ergebnisprotokoll" des AKs stehen ebenso teilweise merkwürdige Behauptungen:

  • Unter 2. wird zunächst von "weitgehend ein Alleingang" und dann gesteigert (geschickte Diffamierungsrhetorik) von "Einzelgängerverhalten" gesprochen. Das ist falsch. Wie in meinem Protokoll steht, waren ALLE von mir erreichbaren linken Gruppen in Mittelhessen, insbesondere alle Antirepressionsgruppen, informiert. Zudem waren es schon mehrere Personen, die direkt gehandelt haben - neben mir haben auch andere am Telefon mit dem VS-Kontaktmann geredet oder z.B. die Überprüfung des Spitzelverdachts durchgeführt. Da das alles genau im Protokoll steht, ist es eine klare Diffamierung, anderes zu behaupten und dann auf diese Lüge auch noch eine allgemeine Kritik "Jörg typische Handlungsweise" aufzubauen.
  • Unter 3. wird so getan, also hätte ich die Debatte angezettelt und mich dadurch in den Mittelpunkt geschoben. Richtig ist aber, daß ich gar nicht anwesend war, als die Debatte begann und geführt wurde. Tatsächlich haben die anonymen FlugblattverteilerInnen und eventuell weitere die Diskussion angezettelt.
    VS angreifen (Interim)

Zum Bild rechts: Rückseite der Interim Nr. 558 ... Aufruf zu Angriffen auf den VS? Offensichtlich ist der "Konsens" des Nicht-Kontaktes eine Konstruktion von Eliten.

b. Die Dominanzfrage sehe ich deutlich anders:

Die Bedrohung und der Rauswurfversuch in Bielefeld am Direct-Action-Gathering vorbei, die Anonymität des Flugblattes mit der Aufforderung "Spitzel aufs Maul" und die Einmischung, was auf der Homepage der DA-Gruppe Mittelhessen stehen darf, sind bereits deutliche Eingriffe in die Autonomie anderer - und damit Dominanzverhalten.Das P.S. mit der Verurteilung einer Fahrt zum Linksruck-Kongreß (wo ich im übrigen an einem Streitgespräch zu "Vertikale und horizontale Organisierung?" teilnahm), zeigen sehr deutlich, welche Dominanzkultur hier herrscht.
Die Bedrohung des gesamten Direct-Action-Gatherings und die Einmischung, wer dort geduldet ist, ist eine kaum zu überbietende Einmischung und Machtausübung - noch dazu über platteste Gewaltandrohung.
Ebenso enthält auch das Papier des AK eine krasse Form von Hegemonialpolitik: Dort wird unter 1. ein Konsens benannt. Dieser Konsens aber ist nie irgendwo gefaßt worden - wie hätte es auch geschehen sollen. Es gibt eine Tendenz, aber deutlich mehr Ausnahmen als "mein Fall" - und sogar Bücher, die Tipps für Kontakte zum VS geben (z.B. Rolf Gössner: Erste Rechtshilfe).
Ich kritisiere, daß z.B. der AK vom DA-Gathering sich nicht mit einem Wort mit dem diffamierenden Flugblatt, dem falschen Spitzelvorwurf und der Androhung von Gewalt geäußert hat!

c. Zum Umgang mit dem VS:

Ich fordere ganz klar: Es gibt eine unumstößliche Autonomie aller Basisgruppen, selbst zu handeln. Dazu müssen sie Informationen und Unterstützung erhalten, nicht platte Verhaltensregeln. Gegen Staatsschutz und VS halte ich in Einzelfällen auch einen kreativ-feindlichen Kontakt zu möglich, manchmal sogar besser. VS angreifen (ich unterstütze dazu den Text der Gruppe Landfriedensbruch im Hoppetosse-Diskussionsforum).
Die Forderung "Keine Zusammenarbeit mit VS, Justiz und Polizei!" finde ich richtig. Zudem habe ich keine Zusammenarbeit gemacht, sondern einen feindlichen Kontakt (wenn auch z.T. dumm durchgeführt, was ich nicht bestreite). Zusammenarbeit wäre z.B., die Polizei zu rufen, wenn Störer im in linken Zentren sind (wie wenige Tage vor dem DA-Gathering gerade im AJZ Bielefeld geschehen), oder mit Rechtsextremismusexperten des VS oder der Polizei Daten über Rechtsextreme auszutauschen. Sowas würde ich nicht machen. Ich weiß aber, daß es genauso immer wieder vorkommt wie der Kontakt zum VS zum Abchecken derer Verhaltensweisen. Zugegeben wird das aber nicht.

"... Ebenso können unbewiesene Spitzelvorwürfe und Gerüchte der politischen Arbeit und der Bewegung genauso schaden und sind um keinen Deut besser als Spitzeltätigkeit selber."
(aus: Die Rote Hilfe 3/2000, S. 13)

Ein neuer Text am 3.6.2002 aus dem Infoladen Bielefeld

Auf Grund technischer Probleme kommt jetzt ein Text, der eigentlich hätte früher erscheinen sollen.

Eine anhaltende Beziehung mit Jörg Bergstedt

Zunächst, wir sind nicht die Speerspitze der Szenepolizei oder eine irgendwie gearteten Anti-Bergstedt-Kampagne. Wir halten eine Kritik an seinem Verhalten nach wie vor für berechtigt und notwendig.
Die von Jörg veröffentlichten Kontakte zum VS halten wir für gefählich. Sein, in diesem Zusammenhang propagierter, „neuer kreativer bzw. feindlicher“ Umgang mit Bullen und VS stößt bei uns auf gar kein Verständnis.
Auch für uns gibt es keine unhinterfragbaren „Szenegesetze“, wir halten solche (Gruppen-) Alleingänge allerdings für falsch. Für uns gilt, kein Kontakt mit Bullen und VS und wenn mensch das ändern möchte, sollte erst darüber geredet und dann gehandelt werden.
Da ein solches Verhalten große Auswirkungen auf die Szene hat, reicht uns ein reiner Gruppensiskussionsprozess nicht aus. Die Diskussion hätte breiter geführt werden müssen, vor allem, da Jörg auf vielen bundesweiten Treffen zugegen ist.
Zur Klarstellung:
Nach unserer Information (direktes persönliches Gespräch mit RH) hatte Jörg Kontakt mit der Roten Hilfe Gießen, die ihm von einem Treffen mit dem VS abgeraten hat.
Als Nachtrag zu unserem ersten Schreiben, Jörg sagte auf dem DAN in Bielefeld, daß er sich vorbehält, seine Kontakte zum VS weiterzuführen.  Dies würde autonom in seiner „Gruppe“ entschieden.  Ein Mensch wie Jörg, der in vielen Überregionalen Strukturen mitmischt, müßte einsehen können, daß dieses Verhalten keine vertrauensbildende Maßnahme war.  Der Text, auf den wir reagieren, steht auf Jörgs der Seite der Projektwerkstatt.
So, zum Abschluß dieser zeitraubenden Debatte:
Wir halten Jörg nicht für einen Spitzel, wir wissen aber nicht ob er den Kontakt zum VS weiterhin hält oder abgebrochen hat.  Wir sind der Meinung, Jörg überschätzt sich selbst, wenn er glaubt, Informationen vom VS zu bekommen.
Wir empfinden sein Verhalten im Bezug auf die massive Kritik an seiner Arbeit sowie seinem gesamtverhalten ignorant. Sein öffentliches Auftreten erscheint uns oft arrogant, dominant und geht uns auf die Nerven.
An alle anderen KritikerInnen:
Wir wollen keine Schlammschlacht führen, sondern reagieren auf berechtigte Kritik. 
Übrigens - wir machen keine Konzerte und Jörg, es hat definitiv keinen Angriff der Autonomen auf das DAN gegeben !!!
Hoch die Kampf dem 
Solidarische Grüße 
Infoladen Anschlag Bielefeld

Entgegnung von Jörg

Hallo,
naja ... immerhin mal ein Text, der nicht mit Slogans, Parolen und Verdächtigungen agiert. Dennoch will ich einige Ergänzungen bzw. Widersprüche benennen:

>ZunSigmachst, wir sind nicht die Speerspitze der Szenepolizei 
Das ist gut. Wenn ich mir vergangene öffentliche Texte wie ... der hat immer einen Laptop dabei ... usw., so kam mir das Gefühl der Bewegungs-Stasi aber schon ...

>Sein, in diesem Zusammenhang propagierter, äneuer kreativer bzw.  feindlicherô 
>Umgang mit Bullen und VS st÷¯t bei uns auf gar kein VerstSigmandnis.
Schade, wäre nett, hier eine Begründung zu schreiben.

>Nach unserer Information (direktes pers÷nliches GesprSigmach mit RH) hatte J÷rg 
>Kontakt mit der Roten Hilfe Gie¯en, die ihm von einem Treffen mit dem VS abgeraten hat.
O.K. Immerhin behauptet Ihr jetzt nicht mehr, es hätte kein Gespräch gegeben (wäre nett gewesen, wenn Ihr das als Falschmeldung Eurerseits auch eingestanden hättet). Richtig ist Eure Recherche aber immer noch nicht.
Nicht ich, sondern jemand anders Beteiligtes (der heute bei den Antideutschen ist und durchaus kooperative Beziehungen zur Bullerei bei der Antifa-Arbeit für nützlich hält - was ja ziemlich verbreitet ist unter den Eliten der Linken) hatte mit der Roten Hilfe gesprochen. Das sie abgeraten hätten, ist mir neu. Aber ich war eben nicht dabei.

>J÷rg sagte auf dem DAN in Bielefeld, da¯ er sich vorbehSigmalt, seine Kontakte zum VS weiterzuf^nhren.
Das stimmt nicht. Die Kontakte waren damals definitiv beendet. Und das wollte auch niemand ändern. Was ich berichtet hatte, war, daß wir in der damaligen DA-Gruppe in Marburg darüber geredet hätten und uns für den Fall, daß ein Kontakt zwecks Aktion GEGEN Repressionsbehörden für taktisch richtig angesehen wird, das neu diskutieren werden. Also uns kein Gesetz machen.
Nicht mehr und nicht weniger hatte ich gesagt. Genau das, daß ich mich nicht auf den „Konsens“ (so wurde das bezeichnet, peinlich, peinlich) einlassen und ihn gefälligst anerkennen wollte, sondern sich unsere Gruppe als autonom handelnd verstand, wurde dann scharf kritisiert.

>m^n¯te einsehen k÷nnen, da¯ dieses Verhalten keine vertrauensbildende Ma¯nahme war.
Das offen zu sagen, ist nicht vertrauensbildend? Das ist mir als Logik in linken Zusammenhängen zwar bekannt, aber ich finde das nicht gut.

>Wir halten J÷rg nicht f^nr einen Spitzel, wir wissen aber nicht ob er den Kontakt zum VS weiterhin hSigmalt oder abgebrochen hat.
Nein, wissen kann mensch das nicht. Aber von keinem von uns wissen wir das genau. Was also bezweckt das ständige Verweisen auf die Unsicherheit in meinem Fall?

>Wir sind der Meinung, J÷rg ^nberschSigmatzt sich selbst, wenn er glaubt, Informationen vom VS zu bekommen.
Das Verb steht in der Gegenwartsform. Tatsächlich glaube ich das aber nicht. Mein (unser) damaliges Verhalten wird von mir (uns) als falsch angesehen. Das ist seit damals aber auch klar geäußert worden. Interessant ist aber die Debatte um Antirepression. Ist Weggucken, Verängstigt-schweigen, weglaufen usw. alles, was wir den Staatsbütteln entgegenzusetzen haben? Dann wird ihnen ihr Job leicht gemacht ... sie können sich überall hinwagen, weil das schlimmste, was sie zu befürchten haben, ein „Nein“ ist. Direkte Aktion, öffentliche Angriffe und Vermittlung - das wird es wohl alles nie geben. Schön für die ...

>Wir empfinden sein Verhalten im Bezug auf die massive Kritik an seiner Arbeit sowie seinem gesamtverhalten ignorant. 
Sehr nett, so pauschal und ohne Begründungen.

>Sein ÷ffentliches Auftreten erscheint uns oft arrogant, dominant und geht uns auf die Nerven.
Ist das jetzt alles angehängt, um nach dem indirekten Eingestehen, daß Ihr einen FALSCHEN Spitzelverdacht verbreitet habt, irgendwie als die Guten dazustehen gegenüber mir, dem Bösen?
Nichts gegen eine Kritik, aber dies ist hier nur Diffamierung:

  • Seit langer Zeit gibt es keine Begegnung zwischen mir und Euch. Was geht Euch also auf die Nerven?
  • Auf von Euch kontrollierten Bereichen (z.B. Infoläden-Mailingliste) komme ich nicht drauf, weil Ihr dominant agiert und mich einfach runterballert (während Ihr auf den Listen, wo ich dominant sein könnte, ständig Eure Anpissen verbreiten könnte ... wer ist bitte dominant?).

>wir machen keine Konzerte 
Auf dem DAN haben Leute von Euch die Teilnehmis gebeten, darauf zu achten, daß nicht störende Leute eindringen - die einige Tage davor auf Bitte aus dem Haus von Bullen aus dem Konzert geschmissen wurden. Die Bitte mag nicht von Euch erfolgt sein, es fällt aber auf, daß Ihr solche klare Kooperation mit Bullen irgendwie o.k.  findet, woanders aber einen bloßen Kontakt zum VS nicht. Das erschließt sich mir politisch nicht, wohl aber in der Denklogik von Clans, Seilschaften und Feindverhältnissen.

>es hat definitiv keinen Angriff der Autonomen auf das DAN gegeben #
Nun, die da waren, werden es besser wissen:

  • Freitag abend direkte Bedrohung im Infoladen
  • Samstag nacht Versuch, mich direkt anzugreifen (scheiterte, weil ich nicht gefunden wurde)
  • Sonntag vormittag Drohung an das DAN-Plenum, dieses zu stürmen

Und zum Schluß noch Euren zentralen Satz:

>Für uns gilt, kein Kontakt mit Bullen und VS 
Soso. Ich würde ja Kontakt mit Kooperation ersetzen - und finde es wichtig, daß das dann auch geübt und praktiziert wird. Euer Satz heißt unter anderem: Keine Demos mehr - denn Demoanmeldung und -recht ist Kontakt mit Bullen (und Unterwerfung unter deren Regime). Da würde ich Euch zustimmen ... stimmt Ihr Euch auch zu?
Jörg

Erwiderung darauf ...

hallo joerg was ich hier jetzt schreibe ist meine persoenliche meinung und nicht in der gruppe abgesprochen, du kannst die mail gerne in die hoppetosse liste reinsetzten ich habe keinen direkten zugang (als einzelperson). meine ergaenzungen beginnen mit -----....

Hallo, naja ... immerhin mal ein Text, der nicht mit Slogans,
Parolen und Verdaechtigungen agiert. Dennoch will ich einige
Ergaenzungen bzw. Widersprueche benennen:
----vielen dank, joerg, du bist sehr grosszuegig, dass du dich auf unser niveau herablaesst.

? ZunSigmachst, wir sind nicht die Speerspitze der Szenepolizei
Das ist gut. Wenn ich mir vergangene oeffentliche Texte wie ... der hat immer einen Laptop dabei ... usw., so kam mir das Gefuehl der Bewegungs-Stasi aber schon ...
? Sein, in diesem Zusammenhang propagierter, aeneuer kreativer bzw.
? feindlichero Umgang mit Bullen und VS st/-t bei uns auf gar kein
? VerstSigmandnis.
Schade, waere nett, hier eine Begruendung zu schreiben.
----warum, ich habe nicht den anspruch alles bis ins kleinste zu begruenden nur damit du es hinterher wieder zerreissen kannst, denn eins ist ja wohl klar, du machst keine fehler.

? Nach unserer Information (direktes pers/nliches GesprSigmach mit
? RH) hatte J/rg Kontakt mit der Roten Hilfe Gie-en, die ihm von
? einem Treffen mit dem VS abgeraten hat.
O.K. Immerhin behauptet Ihr jetzt nicht mehr, es haette kein Gespraech gegeben (waere nett gewesen, wenn Ihr das als Falschmeldung Eurerseits auch eingestanden haettet). Richtig ist Eure Recherche aber immer noch nicht.
Nicht ich, sondern jemand anders Beteiligtes (der heute bei den Antideutschen ist und durchaus kooperative Beziehungen zur Bullerei bei der Antifa-Arbeit fuer nuetzlich haelt - was ja ziemlich verbreitet ist unter den Eliten der Linken) hatte mit der Roten Hilfe gesprochen. Das sie abgeraten haetten, ist mir neu. Aber ich war eben nicht dabei.
------eben, du warst nicht dabei, weisst aber trotzdem alles besser

? J/rg sagte auf dem DAN in Bielefeld,
? da- er sich vorbehSigmalt, seine Kontakte zum VS weiterzuf^nhren.
Das stimmt nicht. Die Kontakte waren damals definitiv beendet. Und das wollte auch niemand aendern. Was ich berichtet hatte, war, dass wir in der damaligen DA-Gruppe in Marburg darueber geredet haetten und uns fuer den Fall, dass ein Kontakt zwecks Aktion GEGEN Repressionsbehoerden fuer taktisch richtig angesehen wird, das neu diskutieren werden. Also uns kein Gesetz machen.
------ weiterfuehren oder wiederaufnehmen ist fuer mich kein grosser unterschied sondern kleinliche wortklauberei, aber fuer die bist du ja bekannt.  und warum musstet ihr noch neu diskutieren ich dachte es waere schon ein „feindlicher“ kontakt gewesen.

Nicht mehr und nicht weniger hatte ich gesagt. Genau das, dass ich mich nicht auf den „Konsens“ (so wurde das bezeichnet, peinlich, peinlich)
----was daran peinlich ist kann ich nicht erkennen

einlassen und ihn gefaelligst anerkennen wollte, sondern sich unsere Gruppe als autonom handelnd verstand, wurde dann scharf kritisiert.
wer sich in buendnissen bewegt und mit anderen gruppen zusammenarbeitet ist nie autonom sondern hat meiner meinung nach die pflicht sich mit diesen vorher abzusprechen.
? m^n-te einsehen k/nnen, da- dieses Verhalten keine
? vertrauensbildende Ma-nahme war.
Das offen zu sagen, ist nicht vertrauensbildend? Das ist mir als Logik in linken Zusammenhaengen zwar bekannt, aber ich finde das nicht gut.
-----nein, das hinterher offen zu sagen ist keine vertrauensbildende massnahme. vor dem kontakt zu diskutieren waere offener gewesen, aber das haette ja bedeutet andere zu beteiligen und nicht selbstherrlich entscheiden zu koennen.

? Wir halten J/rg nicht f^nr einen Spitzel, wir wissen aber nicht ob
? er den Kontakt zum VS weiterhin hSigmalt oder abgebrochen hat.
Nein, wissen kann mensch das nicht. Aber von keinem von uns wissen wir das genau. Was also bezweckt das staendige Verweisen auf die Unsicherheit in meinem Fall?
? Wir sind der Meinung, J/rg ^nberschSigmatzt sich selbst, wenn er
? glaubt, Informationen vom VS zu bekommen.
Das Verb steht in der Gegenwartsform. Tatsaechlich glaube ich das aber nicht. Mein (unser) damaliges Verhalten wird von mir (uns) als falsch angesehen.
-----aber.....

Das ist seit damals aber auch klar geaeussert worden. Interessant ist aber die Debatte um Antirepression. Ist Weggucken, Veraengstigt-schweigen, weglaufen usw. alles, was wir den Staatsbuetteln entgegenzusetzen haben?
-----nein!!!!

Dann wird ihnen ihr Job leicht gemacht ... sie koennen sich ueberall hinwagen, weil das schlimmste, was sie zu befuerchten haben, ein „Nein“ ist.
-----ist das so ???????

Direkte Aktion, oeffentliche Angriffe und Vermittlung - das wird es wohl alles nie geben.
----- ausser du held machst es

Schoen fuer die ...
? Wir empfinden sein Verhalten im Bezug auf die massive Kritik an
? seiner Arbeit sowie seinem gesamtverhalten ignorant.
Sehr nett, so pauschal und ohne Begruendungen.
? Sein /ffentliches Auftreten erscheint uns oft arrogant, dominant
? und geht uns auf die Nerven.
Ist das jetzt alles angehaengt, um nach dem indirekten Eingestehen, dass Ihr einen FALSCHEN Spitzelverdacht verbreitet habt, irgendwie als die Guten dazustehen gegenueber mir, dem Boesen?
-----wir haben keinen spitzelverdacht verbreitet, das flugi auf dem DAN war nicht von uns, wir haben verscht unseren standpunkt klar zu machen....

Nichts gegen eine Kritik, aber dies ist hier nur Diffamierung:
? Seit langer Zeit gibt es keine Begegnung zwischen mir und Euch.
Was geht Euch also auf die Nerven?
-----ich lese staendig deine geistigen erguesse auf verschiedenen mailinglisten, das reicht mir schon voellig, auch ohne dich persoenlich zu sehen.

? Auf von Euch kontrollierten Bereichen (z.B.
Infolaeden-Mailingliste) komme ich nicht drauf, weil Ihr dominant agiert und mich einfach runterballert (waehrend Ihr auf den Listen, wo ich dominant sein koennte, staendig Eure Anpissen verbreiten koennte ... wer ist bitte dominant?).
----- 1. auch du schmeisst leute von der mailingliste, sind dann halt „technische probleme“ ------2. wir ballern dich nicht einfach runter, sondern das ILT hat sich gegen eine zusammenarbeit mit dir entschieden und deshalb hast du auf der mailingliste nichts verloren.

? wir machen keine Konzerte
Auf dem DAN haben Leute von Euch die Teilnehmis gebeten, darauf zu achten, dass nicht stoerende Leute eindringen - die einige Tage davor auf Bitte aus dem Haus von Bullen aus dem Konzert geschmissen wurden.
----- die bullen waren da, weil einige menschen im haus der massiven gewaltsituation die entstanden war nicht mehr gewachsen waren. nach dieser aktion hat es heftige diskussionen im haus ueber sicherheit, einlassplolitik etc.  gegeben.
----- der infoladen anschlag ist nicht das ajz bielefeld, und wir bestimmen nicht die politik im haus.

Die Bitte mag nicht von Euch erfolgt sein, es faellt aber auf, dass Ihr solche klare Kooperation mit Bullen irgendwie o.k.  findet, woanders aber einen blossen Kontakt zum VS nicht.
----- wie du darauf kommst das wir das irgendwie o.k finden weis ich nicht, unser ziel ist es unsere probleme ohne die bullen zu loesen, das klappt nicht immer.

Das erschliesst sich mir politisch nicht, wohl aber in der Denklogik von Clans, Seilschaften und Feindverhaeltnissen.
----- hae?????????

? es hat definitiv keinen Angriff der Autonomen auf das DAN gegeben #
Nun, die da waren, werden es besser wissen:
? Freitag abend direkte Bedrohung im Infoladen
----zwei menschen haben dir gesagt das sie dich und dein verhalten scheisse finden, wir haben die situation deeskaliert, heute denke ich wir haetten das lassen sollen, denn am ergebnis hat sich fuer uns nichts geaendert. ausserdem bist du nicht das DAN.

? Samstag nacht Versuch, mich direkt anzugreifen (scheiterte, weil ich nicht gefunden wurde)
-----ja du wurdest gesucht, aber nicht um dich zu verpruegeln sondern um mit dir zu reden, die situation an dem abend war sehr emotional aufgeladen und vielleicht hat mein auftreten auf die menschen die ich nach dir fragte anders gewirkt.

? Sonntag vormittag Drohung an das DAN-Plenum, dieses zu stuermen
----- war ne autonome aktion einer einzelperson, muesstest du bei deinem verstaendnis von autonomem handeln ja eigentlich gut finden.

Und zum Schluss noch Euren zentralen Satz:
? Fuer uns gilt, kein Kontakt mit Bullen und VS
Soso. Ich wuerde ja Kontakt mit Kooperation ersetzen - und finde es wichtig, dass das dann auch geuebt und praktiziert wird. Euer Satz heisst unter anderem: Keine Demos mehr - denn Demoanmeldung und -recht ist Kontakt mit Bullen (und Unterwerfung unter deren Regime). Da wuerde ich Euch zustimmen ... stimmt Ihr Euch auch zu?

----- ja da stimme ich zu, ABER (zustimmen und dann relativieren ist auch ein sehr beliebtes mittel von dir) es ist trotzdem wortklauberei.

Zu Hoppetosse +++ projektwerkstatt.de +++ Direct Action. Zum Anfang.