Stellungnahmen zum Sexismusvorwurf

(Hinweis: Alle Stellungnahmen sind anonymisiert, um nicht dem (weiteren?) Mißbrauch des Sexismusvorwurfes zur Denunziation Vorschub zu leisten. Die Debatte hier ist offen und unterliegt weder Zensur noch Denunziation)
Einzelne Kurzstellungnahmen Kurztext aus der alaska
Weitere
Stellungnahmen Einzelner +++ Stellungnahme des Infoladens Jena
Rauswurf der Ö-Punkte aus der anti atom aktuell
Ohne Titel
(Kritik an bisherigen Debattenbeiträgen)

Per Email:

das kommt mir vom verhalten her sehr bekannt vor,da ich vor ca. 2,5 jahren auch opfer von irrationalen und erfundenen vorwürfengeworden bin. mir erscheint bei ungerechtfertigten vorwürfen immerim spiel zu sein, das es nicht um klärung der vorwürfe und dannu.u. ja um berechtigte rausschmisse geht, sondern um grobe vorwürfe,die so gravierend sind das eine prüfung "überflüssig" wird- und von daher personen "sozial ermordet" werden ohne die in der bürgerlichengesellschaft geltenden rechte auf verteidigung erst zu ermöglichen.von daher vor-demokratisches (= monarchistisches obrigkeitsdenken) praktizierendesverhalten und nicht emanzipatorisch.

Per Email:

Auch wenn ich jetzt wahrscheinlich Täterschutzbetreibe möchte ich doch meinen Senf dazu geben. Ich finde es einfacherschreckend, wie hier einige Menschen versuchen, die Meinungsfreiheitu.a. von Joerg B. zu torpedieren. Auch unbequeme Meinungen und Aussagenhaben ihre Berechtigung. Wenn Kritik zu üben ist, bitte. Aber mitKöpfchen !! Ich würde gerne mal etwas über das Demokratieverständnisder KitikerInnen erfahren. Ausgereift scheint es mir ja nicht. Der Stilder Kampagne ist schon fast Stasi und könnte auch dem Handbuch der"Kunst der Diffamierung" entstammen. Leute ihr seid auf der falschen Seite,vielleicht wird es mal Zeit das ihr das auch merkt.

Text in der Zeitung "alaska" (unter Internas, S. 44)

Hier ein Hinweis auf ein Papier, das uns kurz vor Druck noch erreichte:Es gibt in Gießen eine Debatte um Sexismus-Vorwürfe gegenübereinem Mann mit der Forderung ihn aus den politsichen und sozialen Räumender Linken auszuschließen. Da der Betreffende überregional politischsehr aktiv ist und dies zudem in Themenbereichen, die in der alaska immerwieder eine Rolle spielen, geben wir die Adresse weiter, unter der ihrnähere Informationen erhalten könnt: GIgA, c/o VFKK, Hannah-Arendt-Str.6, 35394 Gießen.

Anmerkung:
Die "alaska" interessiert sich für die aktive politische Bewegung meist wenig. Sie agiert eher abgehoben und bewegungsarrogant (wie fast alle "linken" Medien). Seit Jahren bin ich in der "alaska" als Autor nicht erwünscht, sondern kassiere (z.B. in Rezensionen) regelmäßig Anmachen. Daß sich die "alaska"-Redaktion plötzlich für mir interessiert, dürfte eine eindeutige Interpretation zulassen: Der Mißbrauch des Sexismusvorwurfes für eine Schlammschlacht zwischen verschiedenen politischen Strömungen soll eröffnet werden.
Die Information über die Veröffentlichung in der "alaska" erhielt ich von dritter Seite. Kontakt aufnommen hat die Redaktion nicht.

Jörg Bergstedt

Per Email:

... Wir halten eindeutig das Schreiben der Gießener Gruppe fürsexistisch - und zwar erheblich mehr, als es die kleinen Beispiele vonDeinen Äußerungen es je sein könnten. Sexismus funktionierthalt nicht nur in eine Richtung.
Der pauschalisierte Vergewaltigungsvorwurf geht darüber noch weithinaus. Wie Du ja feststellen mußtest, sind viele Menschen ganz offenbarnoch nicht geistig in der Lage, sich von dem Sprichwort „Wo Rauch ist,ist auch Feuer“ zu emanzipieren und anzufangen, mal selber zu denken. Dafrage ich mich wirklich, ob es so sinnvoll ist, dem Händchen vollLeuten, die die Expo-No-Liste regelmäßig lesen, die Entscheidungzu überlassen, wem nun mehr zu glauben sei und ob Du nun tatsächlicheinen Ausschluss „verdient“ hast.
Zudem halte ich es für extrem wahrscheinlich, dass eine vollzogeneVergewaltigung oder ein echter Vergewaltigungsversuch auch (vielleichtsogar gerade) in diesen Kreisen zur Anzeige gekommen wäre und menschsich nicht nur mit einer politischen Ächtung zufrieden gäbe -zumal eine von der ach so verachteten derzeitigen Gesellschaftsordnungerstellte Bescheinigung einer Vergewaltigung, ja sogar alleine eine Anzeigein dieser Richtung, ohne lange Diskussion anerkannt würde und derAusschluß ruckzuck erledigt wäre.
Ein langer Klarstellungstext war eigentlich ja schon fast systemkonform,aber durchaus noch logisch. Eine Debatte über das Thema anzustrebenund sich dann noch dem „Urteil“ ggf. zu beugen, halte ich in diesem Zusammenhangfür zu weitgehend und eindeutig befriedigend für die GießenerGruppe, die sich jetzt sicher sein kann, daß sie Dich am empfindlichstenNerv getroffen hat - und das auch noch mit ein paar Wischiwaschi-Vorwürfen!

Gegen Vorverurteilung und Willkür!

Einladung an einen Ausgeschlossenen zum Bundesweiten Infoladentreffen (BILT)

Jena, 22.01.01
Liebe Genossinnen & Genossen,
liebe Freundinnen & Freunde,

wie wir aus dem Protokoll des letzten BILT vom 23./24.09.00 erfahren haben (unsere Delegierten waren schon abgereist), wurde auf dem Abschlußplenum am Sonntag der Beschluß gefaßt, Jörg Bergstedt (im folgenden: JB) aufgrund gegen ihn erhobener Sexismus- und Vergewaltigungsvorwürfe vom nächsten BILT auszuladen. Dort sollen dann in seiner Abwesenheit anhand eines Briefes von Gisela, Kalle, Heidi und Arthur von der Gießener Initiative gegen Atomanlagen (GIgA) und einer schriftlichen Stellungnahme JBs die Vorwürfe diskutiert und eventuelle Konsequenzen beschlossen werden. Warum der beschlossene Ausschluß JBs von dieser Auseinandersetzung, an welcher er sich anscheinend gerne beteiligen würde, zweckmäßig und notwendig sein soll, geht aus dem Protokoll nicht hervor.

Auslöser der Debatte auf dem BILT war ein Brief von vier Leuten aus der GIgA, der einzelnen Plenumsteilnehmern/-innen bekannt war und der mit dem letzten Protokoll verteilt wurde. In diesem Brief wird von daran Beteiligten eine Auseinandersetzung um die Person JBs in der Gießener linken Szene und der Zeitung “Unzensiert” beschrieben. JB wird in diesem Brief sexistisches und dominantes Verhalten, mangelnde Diskussionsbereitschaft und Diffamierung seiner Kritiker/-innen sowie Vergewaltigung vorgeworfen; alle erwähnten Kritikern/-innen des Vorgehens von Gisela, Kalle, Heidi und Arthur, nämlich den Nicht-Unterstützern/-innen ihres Briefes aus der GIgA und Jutta von der Projektwerkstatt Saasen (PW), werden zudem als Täterschützer/-innen “entlarvt”. Als Konsequenz fordern die Gießener Vier “den Ausschluß von JB aus allen linken Zusammenhängen und sozialen Räumen!!!”

Wie sehen die Vorwürfe im einzelnen aus?

Als erstes der schwerste Vorwurf der Vergewaltigung: “Sexismus- und Vergewaltigungsvorwürfe verjähren nicht!”, schreiben Gisela, Kalle, Heidi und Arthur auf Seite 1. Auf Seite 4 wird der Vorwurf durch ein Zitat eines Leserbriefes in der UnZ 34 konkretisiert: “Ich bin mir sicher, daß auch Paul Römer und Jörg (...) Vergewaltiger sind.” In diesem Zusammenhang wurde auch JBs Adresse veröffentlicht, wie aus Jörgs zitiertem Leserbrief in der UnZ 44 und der dazugehörigen Fußnote (S. 4) hervorgeht. Anschließend an o.a. Zitat schreiben die Gießener/-innen: “Jemand wie Jörg, der sich selbst dem linken Spektrum zugehörig fühlt (...), müßte diese Aussage verstehen. Es handelt sich um keinen konkreten Vergewaltigungsvorwurf, sondern um einen potentiellen Vergewaltigungsvorwurf, der als politischer Begriff Männer veranlassen soll, sich (...) mit ihrem Sexismus auseinanderzusetzen.” JBs Gegner/-innen in dem Streit stellen also selbst fest, daß er keine Frau vergewaltigt hat bzw. keine Hinweise darauf existieren. Vergewaltiger ist er also nur nach einer u. E. untauglichen Definition, die ohne Ausnahme auf alle anderen Männer auch des BILT zutrifft.

Als nächstes der Vorwurf des “dominanten und sexistischen Verhaltens von Jörg gegenüber FrauenLesben” in der PW Saasen (S.1) Worin dieses sich konkret äußerte, wird im folgenden nicht beschrieben; auf S. 5 wird allerdings der Auszug “alle[r] (einschließlich einer FrauenLesben WG) aus der PW” darauf zurückgeführt, eine sei “[i]m Frühjahr 2000 (...) von Jörg erklärter Maßen rausgeschmissen” worden. Daß hauptsächlich JBs sexistischer Druck auf die andern zu den Auszügen führte, läßt sich anhand des Briefes nicht nachvollziehen.

Auf jeder Seite des Briefs aus Gießen wird erwähnt, JB verweigere sich einer Auseinandersetzung über allgemeinen und seinen persönlichen Sexismus bzw. führe diese erst “nach der Aufforderung eines Mannes”. (S. 1) Zahlreiche Zitate aus Jörgs Leserbriefen in der UnZ werden als Belege herangezogen: “Dicker und dicker wird der Anteil in der Unzensiert, in dem nicht mehr Auseinandersetzung, Diskussion und Information herrscht, sondern persönliche[r] Erlebnisbericht, Niedermache und Selbsterfahrungsgeschwafel.”, “Natürlich ist die Diskussion um Unterdrückung (von Frauen (...)) wichtig.” (UnZ 33, S. 2), ein weiteres Zitat aus Nr. 33 auf Seite 3, welches nur einen Halbsatz lang ist, “Die Unterdrückung von Frauen durch Männer sowie, deutlich seltener, durch Frauen, ist viel zu komplex, um simple Weisheiten von sich geben zu können.”, “Das Problem der Unterdrückung muß umfassend betrachtet und angegangen werden! Viele Teile des Ganzen (...) kämpfen für ihre Befreiung und vergessen dabei, daß sie selbst häufig an anderer Stelle unterdrücken.” (UnZ 44, S. 3), “Ich habe nie die gesamte Sexismusdiskussion für sinnlos gehalten, sondern speziell die zu der Zeit in jeder Unzensiert etliche Seiten füllenden Berichte in Form von anonymen Interviews...”, “Kein Blödsinn sind dagegen viele andere Diskussionbeiträge zum Thema ‘Unterdrückung von Frauen’, daher sind auch viele Passagen in dem offenen Brief an mich falsch, weil sie irrtümlicherweise davon ausgehen, ich hätte die ganze Debatte gemeint.” (UnZ 44, S. 4) Worin JBs Sexismus, mit dem er sich dem Brief zufolge nicht auseinandersetzen wollte bzw. will, eigentlich besteht, bleibt unklar, zumal die einzigen konkreteren Vorwürfe sexistischen Verhaltens gegen ihn (daß er alle PW-Bewohner zum Auszug drängte bzw. zwang - s.o.) später datiert sind als JBs letzter von Gisela, Kalle, Heidi und Arthur zitierter Leserbrief in der Unzensiert 44. Was den Vorwurf angeht, “[e]ine Diskussion um Unterdrückung von FrauenLesben (...) erschien für Jörg nicht notwendig.” (S. 3), so wird dieser durch die angeführten Zitate nicht belegt; diese Zitate (von den Positionen, die er in seinen Büchern propagiert ganz abgesehen) beweisen eher das Gegenteil.

Zum Schluß kürzer gefaßt der Vorwurf der Diffamierung seiner Kritiker/-innen: Auf Seite 3 wird Jörg mit der Behauptung zitiert, daß die Seximusdebatte in der “Unzensiert” “nicht mehr Auseinandersetzung, Diskussion und Information (...), sondern persönliche[r] Erlebnisbericht, Niedermache und Selbsterfahrungsgeschwafel” sei: “ (...) reine Selbsterfahrung. Das könnten Protokolle von der Couch sein.” (UnZ 33) Die Erwähnung der Couch ist schärfste Polemik, über deren Berechtigung man streiten kann, “schlichtweg Diffamierungen von FrauenLesben” sind JBs Aussagen darüber, daß eine Sexismusdiskussion den Charakter von “persönliche[m] Erlebnisbericht, Niedermache und Selbsterfahrungsgeschwafel” haben kann und in den vorigen Ausgaben der “Unzensiert” gehabt habe, jedenfalls nicht unbedingt. Auf der letzten Seite schließlich sind zwei Zitate aus JBs Leserbrief in der UnZ 45 abgedruckt, die sich tatsächlich auf niedrigem Niveau bewegen. Im Kontext der gesamten Debatte in dieser Zeitung , v.a. angesichts der Tatsache, daß JB offenkundig ungerechtfertigt als “Vergewaltiger” mit Name und Adresse in Nr. 34 “geoutet” wurde (s.o.), sind diese Äußerungen jedoch nicht als einseitige “Beschimpfungen und Beleidigungen” zu interpretieren.

Zusammenfassung:
Das BILT hat auf dem letzten Treffen JB vorübergehend ausgeschlossen, um in seiner Abwesenheit gegen ihn gerichtete Vorwürfe zu diskutieren und eventuell Sanktionen zu beschließen. Daß sein Ausschluß von dem Treffen zweckmäßig und notwendig sein soll, wird nicht begründet. Die Entscheidung stützt sich auf Vorwürfe gegen JB, die vier Gießener/-innen in einem Brief erheben, der nur Einzelnen bekannt war. Der Brief selbst belegt die Vorwürfe gegen JB nicht bzw. nicht ausreichend.

Alles in allem hat das BILT u. E. die notwendige Sensibilität im Umgang mit derartigen Vorwürfen völlig vermissen lassen. Es hat durch seine (wenngleich zeitlich befristete) Vorentscheidung gegen JB einer beliebigen und inflationären Verwendung des Begriffes Vergewaltigung (i. S. d. “potentiellen Vergewaltigungsvorwurf[es]”) Vorschub geleistet und willkürlichen Ausschlüssen von Genossen/-innen und Freunden/-innen bzw. Forderungen danach Tür und Tor geöffnet.

Wie schon erwähnt waren unsere Delegierten schon vor dem Abschlußplenum am Sonntag abgereist. Wir halten die Ausschlußentscheidung des Plenums und die Art und Weise, wie laut Protokoll die Diskussion geführt wurde für falsch - und im konkreten Fall auch für gefährlich und selbstzerstörerisch. Wir möchten an dieser Stelle JB ausdrücklich zum nächsten BILT einladen und alle anderen Infoläden, die diese unsere Kritik unterstützen, auffordern, dasselbe zu tun.

Wir wollen die Vorgänge in Gießen und Saasen nicht vom Schreibtisch in Jena aus hiermit abschließend beurteilen. Was wir wollen, ist ein fairer und transparenter Klärungsprozeß ohne sachlich unbegründete Vorverurteilungen und -entscheidungen. In diesem Sinne machen wir folgende Vorschläge:
Da Jörg kein konkreter sexistischer Übergriff vorgeworfen wird und er auch keinen Sexismus propagiert, kann er auch an den nächsten BILT gleichberechtigt teilnehmen.
Die Vorwürfe gegen ihn sollten nicht auf dem nächsten Treffen, sondern auf dem übernächsten BILT diskutiert werden. Zu diesem Treffen, welches möglichst in der Nähe von Gießen stattfinden sollte, sollten wir Gisela, Kalle, Heidi und Arthur von der GIgA einladen, damit sie Nachfragen zu ihrem Brief (zumindest wir hätten welche) beantworten und uns detaillierter informieren können. (Sollten die Vier aufgrund knapper Finanzen ihre Anreise nicht bezahlen können, sollten wir das tun. So lieb und teuer sollten uns unsere Genossen/-innen und Freunde/-innen sein. Insgesamt wäre diese Lösung auch billiger als die massenhafte Bestellung der von Gisela, Kalle, Heidi und Arthur annoncierten Textsammlung.) Da die relevanten Vorgänge schon längere Zeit zurückliegen, wiegt u. E. der Vorteil, daß beim übernächsten Treffen die GIgA-Leute anwesend sein werden, größer als der damit verbundene Zeitverzug.
Auf dem übernächsten Treffen sollten verbindliche Richtlinien erarbeitet werden, die festlegen, unter welchen Umständen unbefristete oder befristete Ausschlüsse von Teilnehmern/-innen des BILT erfolgen sollen.

In Erwartung eurer Reaktionen verbleiben wir mit solidarischen Grüßen
Infoladen Jena

Ohne Titel (Kritik an bisherigen Debattenbeiträgen)

Hallo Projektwerkstatt, hallo Jörg!
Ich habe mir gerade mal wieder die Debatten-Seite der Projektwerkstattangeschaut und bin dabei ziemlich ins Staunen gekommen. Obwohl die Diskussionum den Brief aus Gießen nun schon ein halbes Jahr alt ist, gibt esunter
„Stellungnahmen zum Sexismusvorwurf“ nur folgende Beiträge: zweikurze Mails, einen aus der ALASKA abgetippten Text mit Kommentar, eineweitere kurze Mail, einen Brief aus Jena und die Info über die „antiatomaktuell“.Sechs Rückmeldungen also in einem halben Jahr - zensiert wurde janicht, wie unter der Überschrift steht!?
Ich finde das ein bisschen komisch, zumal die beiden erstgenanntenkurzen Mails wirklich der Hammer sind und sie sehr gegen einen sensiblenUmgang mit dem Thema von Jörgs/der PW Seite sprechen.
Da berichtet ein Typ von einem scheinbar „typischen“ Fall: er sei AUCHOpfer von IRRATIONALEN (Vergewaltigungs)Vorwürfen geworden. Der Verweisauf den „Missbrauch mit dem Missbrauch“ darf ja heute in keiner Sexismus-Diskussionmehr fehlen, oder? Wie oft entsprechende Vorwürfe real sind, und wiedann die Typen trotzallem reagieren (anstreiten, die Frau habe es ja gewollt,den Mann verführt usw.), verschweigt das Opfer (der Schreiber derMail, bzw. wie er sich sieht) lieber.
Der zweite Beitrag kritisiert die Debatte in einer Art und Weise, dieer kritisiert. Echt paradox!
Auf den Text der Alaska reagiert Jörg mit einem Rundumschlag gegen„fast alle linke[n] Medien“. Wie gekonnt!
Der nächste Beitrag zweifelt gar daran, ob bestimmte DiskutantInnen„geistig in der Lage“ sind, dem Thema Emanzipation zu folgen. Der Vorwurf,Menschen würden sich systemkonform verhalten und eine „vollzogeneVergewaltigung oder ein echter Vergewaltigungsversuch“ (Frage: gibt esunechte Vergewaltigungsversuche???) zur Anzeige bringen, zeigt mir nur,für wie unbedeutend eine solche Tat gehalten wird.
So what!
Wenn sich mensch diese Seite anguckt, stehen 2/3 der SchreiberInnenhinter Jörg - dies versuchen sie mit zum Teil platten, zum Teil absolutmarginalen Argumenten zu begründen (mensch vergleiche die Zahl derVergewaltigungen mit denen der sogenannten „Missbrauchsfälle“ - selbstin der „linken Szene“ dürfte das Ergebnis eindeutig sein). Die beidenkritischen Anmerkungen werden runtergeputzt (ALASKA) oder entkräftetund jeweils mit dem Vorwurf der Dominanz versehen.
Die Wirkung ist keineswegs die einer Diskussion! Es ist eher die einereindeutigen Parteilichkeit, die sagen will: Sexismusvorwürfe sindentweder falsch oder dienen einer „Schlammschlacht“ (J.B.)! Dies wird esin Zukunft Frauen nicht unbedingt leichter machen, sexuelle Übergriffeoder Vergewaltigungen öffentlich zu machen! Insofern ist hier ´neMenge diskursive Macht im Spiel, und das ist keineswegs emanzipatorisch!!!
P.S.: Was ist von dem (wohl freudschen?) Fehler zu halten, J.B. nicht Ö-Punkte Redakteur, sondern Ö-Punkte Redaktion zu nennen ...

Hinweis: Das Mail ist anonym. Ich habe der/m AutorIngeantwortet und vor allem den Stil der Mail kritisiert, die ohne Nennungvon Argumenten, sondern mit Andeutungen, geschickt gesetzten Fragezeigenund falschen Zitaten und Unterstellungen agiert. Notiert habe ich noch,da diese Mail leider kein Beitrag zur Diskussion, weil sie keine Position*beziehe und auch keine Kritiken benenne.
Die mit im Mail untergeschobene Aussage, daßich Sexismusvorwürfe entweder für falsch oder für eine Schlammschlachthalte, habe ich nie getan und werde ich auch nicht tun - weil sie falschist. Anders sehe ich das bei bei den Seximusdebatten, dafür könnenaber die nichts, die die Sexismusvorwürfe erheben und möglicherweiseauch nur verbittert miterleben können, wie jeder Angriff in der realexistierenden Linken sofort zu einem Grabenkampf benutzt wird, wobei daskonkrete Thema und eine daraus resultierende Praxis in Vergessenheit gerät... Jörg

*Beispiel: Dem Vorgang des Rauswurfs der Ö-Punkte aus der anti atom aktuell habe ich Dominanz vorgeworfen. Das wird in obiger Mail benannt - in einer Formulierung, die suggeriert, daß das falsch sei. Gesagt wird das aber nicht, die Denunziationsrhetorik der obigen Mail arbeitet mit Andeutungen. Somit bleibt die Frage offen: Findet die/der AutorIn der obigen Mail richtig, wenn ein paar bisher unbeteiligte Personen den aaa-Vertrieb ohne Rücksprache mit der aaa-Redaktion und der Ö-Punkte-Redaktion diese Rausschmeißen? Was ist bitte Dominanz, wenn nicht das?

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