Regionale Sozialforen

Siehe auch: Sozialforen-Eingangsseite +++ Attac +++ Wahlalternative +++ Lobbyarbeit +++ NGO-Ziele
Kritische Blicke auf WSF und ESF +++ Macht und Integration +++ Vereinnahmung Hartz-/Sozialproteste
Neue Bücher zu NGO-Strategien: "Mythos Attac" und "Nachhaltig, modern, staatstreu"
Die Infoseite für ein "Sozialforum von unten 2005" in Erfurt

Beispiel: Hessisches Sozialforum

In Hessen zeigt sich sehr deutlich, was es heißt, wenn sich Apparate einen populären Begriff zu kapern. Hier ist auch der DGB dabei. Der DGB Hessen/Thüringen gilt als relativ "links". Das zeigt sich daran, dass er sich an "linken" Bündnissen beteiligt. Allerdings dominiert er diese dann auch - mit verheerenden Wirkungen. Zusammen mit anderen populistischen und/oder komplett entpolitisierten Gruppen hat er das Hessische Sozialforum ins Leben gerufen. Beim "1. Hessischen Sozialforum" (siehe Programmauszug rechts) wird die Sozialcharta verabschiedet. Einen Tag vorher steht die schon in der Frankfurter Rundschau. Die TeilnehmerInnen des SF werden zu Applaudierenden und fernsehgerechten Hintergrundbildern degradiert. Vereinnahmung pur. Konstantin Wecker soll die Charta vorlesen, damit soll sie gelten (Wecker war dann aber krank, was aber sonst nix änderte).

Beispiel Elbe-Saale-Sozialforum

Leugnung der strukturellen Unterschiede zwischen 1989 und 2004 bei den Montagsdemos und kritiklose Übernahme des Slogans "Wir sind das Volk" durch wissenschaftliche Sicht
Aus Roland Roth, "Vom Protest zur sozialen Bewegung" in der Elbe-Saale-Zeitung des Elbe-Saale-Forums (Beilage zur Jungen Welt). Roland Roth ist Mitglied im wiss. Beirat von Attac, die Zeitung wurde in der AttacVilla in Könnern gefertigt, so auch das Forum koordiniert wird

Mit dem Rückgriff auf das Wende-Vorbild der "friedlichen Montagsdemonstration" wurde eine sehr anspruchsvolle und aufwendige Form des Protests gewählt. Es geht darum, jeden Montag eine möglichst wachsende Zahl von Menschen gegen die Umsetzung eines Gesetzes zu mobilisieren und dessen demokratische Legitimation öffentlich wirksam zu bestreiten: "Wir sind das Volk".

Sozialforen treten wie Verbände auf (Fallbeispiele)

Entsendung von Delegierten
Aus Junge Welt vom 28.8.2004 (S. 7)

Hasso Wege vom Sozialforum Nordharz kündigte gegenüber jW an, sein Bündnis werde heute Delegierte nach Sachsen schicken.

Machtkämpfe und Vereinnahmungen

Streit zwischen verschiedenen Gruppen, die dominieren und vereinnahmen wollen
Aus "Weitergehende Perspektiven" in Junge Welt am 28.8.2004 (S. 7)

Sowohl im Sozialforum als auch in der "Wahlalternative" haben sich rivalisierende Fraktionen gebildet, die sich gegenseitig die Legitimation absprechen.

BUKO- und medico-international-Funktionär Thomas Seibert auf dem Vorbereitungstreffen zum Sozialforum in Deutschland am 17.7.2004 in Frankfurt
Der BUKO ist der Dachverband aller undogmatischen linksradikalen Gruppen in Deutschland.

Persönliche Berichte

Aus einer Mail im Oktober 2004
Gestern erzählte mir eine Bekannte in meiner Heimatstadt XX, dass sie beim Sozialforum war und es sei ja sowas von grauslich - unser linker Obergewerkschafter lässt den Boss raushängen und sein Benehmen sei unsäglich. Sie konnte es geradezu nicht fassen. Insbesondere, dass die Mehrheit der Leute sich das überhaupt gefallen lässt. Dann erzählte sie, der MLPD würde nun nachgesagt, sie hätten das Sozialforum gespalten, aber das sei gar nicht wahr, mit denen könne man prima zusammenarbeiten. (Die Frau, die mir das erzählte, hat mit MLPD nichts zu tun und will auch nichts damit zu tun haben.) Ich kenne das Benehmen unseres Obergewerkschafters und fing schon an zu stöhnen, als sie ihn erwähnte... Im Ernst: Um solche Auftritte liefern zu können wie dieser Typ, muss man sich vermutlich seine gute Kinderstube erst mühsam abdressieren lassen und alles vergessen, was man in der Schule über Demokratie gelernt hat. Die einzige Sozialisation, die einen auf diese Rolle vorbereitet, ist die eines mittelalterlichen Gutsherren. *gg* Mich würde interessieren, ob er bei jungen Frauen auf das "Recht der ersten Nacht" besteht!!! Hm, ich denke dran, wie damals die Grünen eingesackt wurden... Vermutlich muss man nicht erst eine Partei gründen, damit es ein Interesse daran gibt, eine Bewegung unter die Fuchtel zu bringen. Da gibt es verschiedene Leute, die da ein Interesse dran haben, und wir können davon ausgehen, dass die auch alle da und im Einsatz sind. Leute, die bereits einen gutbezahlten Job haben und nicht aufgedeckt werden möchten und solche, die einen tollen Job suchen und berühmt werden wollen. Und wahrscheinlich gibt es auch Leute, deren politische Linie so ein bisschen reformistisch ist (ein Euphemismus!) und die der Meinung sind, etwas Gutes und Erfolgreiches könne nur entstehen, wenn man das dumme Volk autoritär führt... Der Duce lässt grüßen! Ich erinnere mich an eine Debatte mit einem Altlinken, wo ich etwas entsetzt war, als meine Vorstellungen von Demokratie (womöglich gar Basisdemokratie) abgetan wurde mit: "Ach Kindchen, davon hast du keine Ahnung - die Leute sind doch viel zu blöd dazu und wenn man sie fragt, würden sie sofort die Todesstrafe wieder einführen!"
Kurz: Diese Sache mit dem Offenen Raum als Sozialforum von unten ist bitter nötig und eine gute Idee. Ich bin dabei.

Links zu regionalen Sozialforen

Links zu Organisierung von unten

Zu Hoppetosse +++ projektwerkstatt.de +++ Direct Action. Zum Anfang.