"Sozialforum von unten"
Kritik am offiziellen Sozialforum in Deutschland
Entwürfe und Ideen für einen Offenen Raum

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Ideensammlung für ein Sozialforum als offener Raum

Protokollierung einer Diskussion am 9./10.10.2004 in Berlin

Gleichberechtigung / Horizontalität

Möglichst viele Open-Space-Zonen (z.B. jedes Foyer, Domplatz ... )

Sprachübersetzungen, Gebärdendolmetscher

Materielle Gleichberechtigung

§ 6 WSF-Charta

Infotransparenz / -flüsse

Indymedia, Wandzeitung, Klozeitung

Begegnung & Kommunikation aktiv fördern

tatsächliche Zahlen & Ereignisse veröffentlichen

Wiki
- dieser Ideen
- aller Beschlüsse
- aller Vorgänge

Strategien / weitere Vorgaben

Dokumentation von Mechanismen mit Beispielen der Vereinbarung

Vereinbarungen werden Transparent beschlossen und können transparent geändert werden

Vereinnahmung durch Thematisierung und Demaskierung grundsätzlich unmöglich machen

Idee des SF immer wieder nennen

Vielfalt & Offenheit

Viele (alle) Gruppen einladen

Sozialforum ist Treffen aller Menschen

keine Privilegien für Gruppen(vertreter) & alle ansprechen

Große Organisationen sind weder Träger noch stehen sie ihre Labels vorn

Qualitätsmerkmale & Ziele

Prozess, Verabredungen

nicht/ nicht so sehr
- große Namen
- Image
- Quantitäten
- Logos

Widerständigkeit & Perspektivisches gleichzeitig stärken

Mehr ...

Download einer Broschüre zu "Offene Räume" (als PDF ... darf auch kopiert und verteilt werden)

Bestellseite für Broschüren und Bücher zum Thema

 

Neue Konferenz

Auf der Versammlung sozialer Bewegungen, dem Trick, dass das Sozialforum doch Beschlüsse fassen kann, wurde für November 2005 eine Aktions- und Strategiekonferenz beschlossen. Informationen dazu:

Aus Angela Kleins Kommentar zur Bundestagswahl in der SoZ Nov. 2005 (S. 3)
Was heute zudem fehlt, ist ein strategisches Zentrum für außerparlamentarische Opposition, eine Struktur, die zugleicht Kontinuität in der Arbeit soziale Verankerung, Offenheit und Bündnisfähigkeit aufweist. ... Auf der Aktionskonferenz in Frankfurt wird es darauf ankommen, in dieser Richtung weiter zu gehen.

Immer wieder dieselbe Leier: Alle sitzen an einem Tisch ... doch wer ist "alle"?
Aus Wolfgang Pomrehn, "Ende der Resignation" in: Junge Welt, 1.11.2005 (S. 3)

Am Ende, so die Planung, soll man sich auf ein paar wenige zentrale Protestveranstaltungen einigen. ... In der Mainmetropole werden endlich alle Akteure an einem Tisch sitzen.

Rückblicke auf das Sozialforum in Erfurt

Auf einer Extra-Seite wird gesammelt, was an Reflexionen und Hintergrundinformationen zum Verlauf des Sozialforums 2005 zu finden ist - auch mit klaren kritischen Positionen zum sog. "Offenen Raum" und eventuellen hierarchischen, intransparenten Strukturen oder unpolitischen Orientierungen. Eine Sammlung von Auswertungstexten der am sog. "Offenen Raum" beteiligten Menschen hier ... , die ehemalige Internetseite zum offenen Raum: www.herrschaftsfrei-leben.de.vu (gibts nicht mehr!). Auswertungsbericht des Offenen Raumes (Berichte, Fotos ...) hier als PDF.

Wikis für Infos und zum Ideen-Sammeln

Wikis sind Internetseiten, auf denen mensch nicht nur lesen, sondern sie selbst auch verändern, z.B. ergänzen kann. Auf den Wikis zum Sozialforum von unten können sich also alle Menschen nicht nur informieren, sondern selbst auch Ideen hinzutragen - das ist ein Teil des Versuch, auch die Vorbereitungsarbeit horizontal zu organisieren! Die Wikis wurden in den letzten Wochen der Vorbereitungsphase von der Vorbereitungsgruppe nicht mehr genutzt, sondern eine eigene, nicht einmal allen in der Vorbereitungsgruppe zugängliche Internetseite eingerichtet. Entsprechend sind die Wikis inaktuell oder gar leer.
Die vorhandenen Wikis (Internetseite, die von jedermensch ergänzt werden können):

Allgemeines, Idee des offenen Raumes usw.:

Konkrete Projekte und Aktivitäten

  • Medien-Wiki: Ideen für Radion, eine eigene Zeitung, Pressearbeit ...
  • Offene Presseplattform
  • Essens-Wiki: Organisierung von Gratisessen, Kochen, Vorbereitung ...
  • Bisdahin-Wiki: Termine und Aktivitäten vor dem Beginn des Sozialforums, z.B. Seminare und Vorbereitungstreffen
  • Termin-Wiki: Termine und Aktivitäten auf dem Sozialforum, im offenen Raum usw. ... was vorher schon feststeht, kann hier eingetragen werden.
  • Themen-Wiki: Wiki für die Idee eines Lernortes von unten im Offenen Raum ... Platz für Ankündigungen von Workshops, Vorträgen, Fish Bowls und mehr ...
  • Offener-Topf: Ideen und Fragen zu einem horizontalen und gleichberechtigten Umgang mit Geld.

Weitere Internetseiten zum Sozialforum von unten und offenen Räumen

Kurzkonzept und Raumübersicht zur Idee „Offener Raum“ auf dem Sozialforum 2005

Der offene Raum soll ein bunter Ort von Räumen und Drumherum mit vielfältigen Aktivitäten und Handlungsmöglichkeiten sein. Grundidee ist, dass hier nicht etwas Fertiges und Vorgeplantes den BesucherInnen des Sozialforums und Interessierten aus der Stadt und Umgebung vorgesetzt wird, sondern Möglichkeiten zum eigenen Aktivwerden gegeben werden. Die Aktivitäten, Workshops, Kulturereignisse und schlicht das ganze „Programm“ dieses Ortes entsteht aus den vorher angemeldeten oder vor Ort spontan organisierten Beiträgen der Menschen auf dem Sozialforum und in der Stadt selbst. Dafür soll der „Offene Raum“ selbstorganisiert und selbstverwaltet ohne zentrale Struktur sein, d.h. alle Teile und Beteiligten stehen „auf gleicher Ebene“ (Horizontalität des Raumes). Gemeinsame Strukturen wie Informationswände, Treffpunkte oder die offenen Plattformen dienen der Vorbereitung von Kooperation, der Organisierung von Transparenz, sind aber niemals selbst Subjekt des Handelns, d.h. sie fällen keine Entscheidungen über andere, handeln nicht als Kollektiv im Namen aller oder andere und agieren nicht durch VertreterInnen, sondern immer die Menschen selbst. Zudem: Der horizontal-herrschaftsfreie Raum ist offen und kontrollfrei. Auseinandersetzungen und Streit sollen offensiv gefördert, allerdings niemals durch eine zentrale Entscheidung von oben „gelöst“ werden. Direkte Intervention, also das Einmischen der Menschen ins Geschehen, als Alternative zu Regeln und Sanktionen sollen beworben und trainiert werden - auch als Utopie für einen Alltag danach!

Was kann im „Offenen Raum zu Widerstand und Utopien“ alles entstehen?
Die folgende Übersicht ist nicht Endgültiges, aber ein allgemeiner Überblick, aus welchen Teilen ein „Offener Raum“ auf dem Sozialforum bestehen kann:

Offene Plattformen aller Art
Das sind Räume, in denen Menschen eine Einrichtung finden, mit der sie selbst nach eigenen Ideen aktiv werden können. Beispiele sind:

  • Musikraum: Dort stehen Instrumente, Aufnahmegeräte usw. für alle, die Musikproduktionen aufnehmen, Musikstücke proben u.ä. wollen.
  • Medienraum/offene Presseplattform: Ein Raum mit Computern, Faxgerät, Adresssammlungen und mehr, damit Menschen hier ihre eigenen Medienprojekte, z.B. Internetseiten, -beiträge, aber auch Pressearbeit usw. machen können.
  • Direct-Action-Werkstatt, wo kontinuierlich Aktionsmaterialien wie Transpi-Stoff, Farben, Schablonen, Kleber, Stifte, Kostüme, Plakate usw. vorhanden sein sollen.
  • Weiteres denkbar wie Fahrradwerkstatt ...
  • Raumbedarf insgesamt ca. 2-4 Räume, einiges auch draußen realisierbar (Zelt ...)

Open-Space-Zonen und Lernort von unten
Freie Räume mit passender Ausstattung für Treffen, Workshops, Seminare, Vorträge, Streitgespräche, Diskussionen usw. Das ganze ist als Open-Space eingerichtet mit Wandzeitungen zum Geschehen, Gruppenräumen und einem zentralen Infopunkt. Wer etwas machen will, belegt für einen konkreten Zeitraum einen Raum. Alle Veranstaltungen sind offen und offen anzukündigen. Auf den Wandzeitungen können Ideen für Aktivitäten, angekündigte und laufende Aktivitäten (mit Kontakt, Ort und Zeit) und gelaufene Aktivitäten (möglichst mit Kurzprotokoll und Kontakt) angekündigt werden.
Besondere Ideen sind bisher:

  • In einem offenen Flurbereich, Treppenhaus, Foyer u.ä. soll eine Open-Space-Zone geschaffen werden mit vielen kleinen Sitzecken und –runden sowie Litfasssäulen, Stellwänden usw. für Infos, Ankündigungen usw.
  • Workshops-, Fishbowlräume usw., offen für alle nutzbar.
  • 72h-Lernort-von-unten: Ein sich ständig aktualisierendes Programm von Lernangeboten rund um die Uhr ... gerade auch nachts atmosphärisch mit Cafes, Chill-Zonen und mehr gestaltet. Kurse, Angebote, Vorträge u.ä. können auch vor dem Beginn schon angemeldet werden.
  • Raumbedarf: Ca 4-7 Räume und eine daran anschließende offene Zone mit kleinen Sitzrunden/-ecken.

Alternativen probieren
Teil des „offenen Raumes“ soll das Ausprobieren von Alternativen sein für eine andere Welt und einen anderen Alltag. Bislang in der Diskussion sind:

  • Umsonstladen: Ein Raum mit allen, was Menschen nicht mehr brauchen und andere mitnehmen können. Bewerbung in Erfurt und Umgebung sowie auf dem Sozialforum ... gerade das ist auch für Menschen gedacht, die in Erfurt wohnen – eine gute Verbindung von Stadt und Sozialforum also.
  • Umsonstessen: Wann immer Menschen Lust haben zu kochen und Material da ist (um Nahrungsmittelspenden wird sich schon gekümmert), gibt es Umsonstessen – im offenen Raum oder auch draußen auf der Straße. Eine Küche kann auch gut im Zelt auf dem Hof u.ä. aufgebaut werden.
  • Umsonstkino, Spieleraum usw. je nach Initiative und Bedarf.
  • Workshops in Dominanzabbau, horizontale Organisierung, direkte Intervention usw. sollen die Ideen des offenen Raumes immer wieder erklären und weiterentwickeln. Das ist wichtig für die Phase des Sozialforums selbst wie auch dafür, die Idee weiterzuverbreiten.
  • Raumbedarf: 1-3 Räume.

Projekte
Einige konkrete Projekte können im und um den offenen Raum agieren. Es gibt schon einige Rückmeldungen mit konkreten Ideen, z.B.

  • Indymedia: Offene Internetplattform und Nachrichtenportal vom Sozialforum
  • Freies Radio während des Sozialforums
  • Zeitungsprojekte
  • Sanitätsdienst: Eine Gruppe von SanitäterInnen mit Ausstattung wird im Offenen Raum agieren, aber von dort auch für alle Menschen auf dem Sozialforum ansprechbar sein. Das entlastet auch den Organisationsaufwand im Sozialforum insgesamt.
  • Raumbedarf: Läuft z.T. auch in anderen Räumen, z.B. vom Radio Frei. Absprachen sind z.B. dafür schon vorgenommen. Sonst 1-3 Räume.

Kultur
Neben offenen Plattformen auch für Kunst (Musik, Malen ...) gibt es die Idee einer offenen Kleinkunstbühne, z.B. in einer Aula oder (dort wollen Menschen anfragen) in anderen Räumen, wo (so die Idee) rund um die Uhr ähnlich des 72h-Lernorts immer ein Programm läuft, nur hier mit Musik, Theater, Jonglage und mehr. Das soll aus dem Engagement der BesucherInnen des Sozialforums entstehen, wobei Voranmeldungen von Bands, Theatergruppen, KinomacherInnen usw. möglich sind.

Drumherum
Ausstellungen und mehr drumherum sind wünschenswert. Angekündigt sind u.a.: Direct-Action-Parcour, Gender-Ausstellung, Ausstellung zu Knast und Strafe.

Was ist ein "offener Raum"? Wie kann ein "Sozialforum von unten" aussehen?

Grundlegende Qualitätsmerkmale eines "Offenen Raumes"
  • Prozeß und Verabredungen statt Regeln und Beschlüsse, d.h. es gibt nie einen beschreibbaren Zustand, eine endgültige Struktur, eine feste Form des Ganzen. Der Raum ist, was im Raum passiert. Das Ganze entsteht aus den Verabredungen und Vereinbarungen der Teile, ohne dass dadurch eine übergeordnete Struktur entsteht. Jede Vereinbarung gilt für die, die sie abschließen, aber niemals für den "Offenen Raum" als Ganzes. Aus der Summe der Vereinbarungen, der Erfahrungen mit ihnen, der Konflikte, konkreten Handlungen und verfügbaren Informationen entwickelt sich der Raum weiter.
  • Nicht im Vordergrund oder gar nicht passend:
    • Große Namen
    • Image
    • Quantitäten
    • Logos
  • D.h.: Im "Offenen Raum" haben der Schein und Attitüden keinen Wert, es gelten die Menschen, die Ideen, die Themen und Konflikte, die das Sein bestimmen.
  • Widerständigkeit und Perspektivisches gleichzeitig stärken, d.h.
    • Protest aus Normen und vorgegebenen Spielregeln lösen und entwickeln zu selbstbestimmten, Normalität und Kritisiertes tatsächlich störenden Formen (symbolisch oder tatsächlich)
    • Perspektivisches entwickeln, von der Debatte um andere Gesellschaftsformationen über viele kleine Projekte, die quadratmeterweise Leben und Alltag verändern bis zum Mut, beim Nennen eigener Ziele und Träume von den StatthalterInnen der Normalität als SpinnerIn verklärt zu werden.
    • Widerstand und Utopie in Positionen, Projekten und Aktionen zu verbinden
Vielfalt und Offenheit in einem "Offenen Raum" auch praktisch organisieren
  • Viele bzw. alle Gruppen einladen
  • Das Sozialform ist ein Treffen der Menschen und möglichst aller Menschen, d.h. es gibt keine Privilegien für VertreterInnen und es werden alle Menschen angesprochen.
  • Große Organisationen können wie alle anderen auch nicht Träger eines "Offenen Raumes" sein, ihre Labels stehen weder über dem "Offenen Raum" noch sonst wie im Vordergrund.
  • Die AkteurInnen in einem "Offenen Raum" sind die Menschen und die dort konkret agierenden Gruppen, die sich in der konkreten Tätigkeit und nicht unter einem darüber hinaus geltenden Label zusammenfinden und zusammen agieren.

Infoflüsse und Transparenz in einem "Offenen Raum" organisieren

  • Begegnung und Kommunikation aktiv fördern, d.h. Orte und fördernde Infrastruktur dafür schaffen
  • Tatsächliche Zahlen und Ereignisse veröffentlichen, d.h. in der Regel die AkteurInnen selbst mit ihrer subjektiv authentischen Wahrnehmung zu Wort kommen lassen. Interessen für eine gerichtete Außendarstellung des Sozialforums dürfen nicht in Berichte einfließen oder müssen zumindest kenntlich gemacht werden.
  • Einrichtung von "Wikis" (offen gestaltbaren Internetseiten) für die Transparenz zu ...
  • Konkrete Ideen: Klozeitung, Wandzeitungen und Indymedia als offene Strukturen unter Vernetzung der Informationsflüsse zwischen ihnen
Gleichberechtigung und Horizontalität in einem "Offenen Raum" organisieren
  • Schaffung möglichst vieler Orte für spontane Zusammenkünfte und Aktivitäten, z.B.
    • Open-Space-Zonen in möglichst vielen Gebäuden, auf Plätzen usw.
    • Sicherung eines intensiven Infoflusses und hoher Transparenz dessen, was wo geschieht
    • Schaffung frei zugänglicher Infrastruktur zur Organisierung von Aktionen, Diskussion, Streit, Wissensvermittlung usw.
  • Offensive Förderung für selbstorganisierte Prozesse im "Offenen Raum", d.h. keine Blockade aller Räume und Handlungsmöglichkeiten durch die von Beteiligten vorgedachten Prozesse, Themen und Aktivitäten
  • Materielle Gleichberechtigung, d.h. die Herstellung gleicher Handlungsmöglichkeiten durch Zugriff aller auf gemeinsamen Reichtum an Infrastruktur, Wissen, Möglichkeiten, Essen, Räume, Infosysteme usw.
  • Sprachübersetzungen, Gebärdendolmetschen und andere Handlungen zur Förderung des gleichberechtigten Zugangs zu allen Teilen des Ganzen
  • Benennung und offensiver Bezug auf den § 6 der Charta des Weltsozialforums, der Stellvertretung, kollektive Beschlussfassung und das sprechen für die Gesamtheit ausschließt.
Weitere Strategien und weiteres Vorgehen hin zu einem "Sozialforum von unten" in Erfurt 2005 und/oder anderswo
  • Dokumentation erstellen und verbreiten mit vielen Beispielen von Vereinnahmung sowie der Beschreibung der dabei wirkenden Mechanismen
  • Alle Vereinbarungen auf dem Weg dorthin (Vorbereitungsprozess u.ä.) werden transparent beschlossen, müssen öffentlich einsehbar sein und können nur unter Herstellung von Transparenz des Vorganges geändert werden.
  • Durch Thematisierung und Demaskierung von Vereinnahmung soll diese grundsätzlich unmöglich gemacht werden. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen und Gruppen auf dem Sozialforum die Idee eines "Offenen Raumes" mittragen und sich selbst nicht instrumentalisieren lassen wollen, d.h. sich dem entziehen oder sich sogar wehren.
  • Die Idee des "Offenen Raumes" bzw. des "Sozialforums von unten" soll deutlich und häufig benannt werden.
  • Statt einer Entscheidungsschlacht auf der von den AkteurInnen entkoppelten Organisationsebene soll für die Idee des "Sozialforums von unten" bei den AkteurInnen geworden werden. Die konkret in einem Sozialforum Agierenden sollen gebeten bis aufgerufen werden, die Frage ihrer Offenheit und ihrer Stellung zu Vereinnahmung zu klären. Unsere Hoffnung ist, dass sich über das Verbreiten der Idee und direkte Ansprache viele Teile des Ganzen als "Offener Raum", "Sozialforum von unten" o.ä. kennzeichnen und offensiv ablehnen, dass jemand in ihrem Namen sprechen und für sie entscheiden kann. Abstimmungen oder irgendwelche Akte, die wiederum eine Einheitlichkeit, ein Label, Beschlüsse, Regeln oder eine Vertretung eines "Sozialforums von unten" erzeugen, finden nicht statt. Wo sie stattfinden, ist das "Sozialforum von unten" nicht mehr existent!

Vorschlag für einen "Offenen Raum zu Widerstand und Utopie" auf dem Sozialforum

Möglicher Träger: Stiftung FreiRäume

  • Aktueller Info-Flyer zu "Offenen Räumen" auf dem Sozialforum ... 4 Seiten A4, d.h. am besten auf A3-Blatt kopieren und falten. Oder aushängen, verteilen ... Download als PDF.
  • Download (PDF) eines älteren zweiseitigen Infoflyers zur Idee des Sozialforums von unten (hier archiviert)
  • Download von 8 A4-Seiten für Aushänge, Ausstellungen, Infowände zu offenen Räumen auf dem Sozialforum 2005 - am besten auf A3 hochkopieren und dann z.T. Einzelelemente (Textkästen u.ä.) ausschneiden.
  • Download weiterer 4 A4 Seiten quer aus der Broschüre "Offene Räume" - hier so umgesetzt, dass sie ebenfalls für die Ausstellung nutzbar sind. Am besten im Querformat ausdrucken und auch auf A3 hochkopieren als Aushänge.
  • Plakat zu Offenen Räumen ... z.B. auf A3 hochkopieren, unten bei Abreißzetteln einschneiden und dann aufhängen (siehe Abb. rechts!)
  • Informationsblatt zur Offenen Presseplattform
Grundidee

Ein ganzes Gebäude (z.B. eine Schule) soll zu einem offenen Raum verwandelt werden, d.h. in diesem Bereich gelten alle formalen Hierarchien und Vereinnahmungen als nicht existent, am Abbau informeller Hierarchien wird aktiv gearbeitet.

Aspekte und Bausteine des Ganzen
  • Selbstorganisiert und selbstverwaltet ohne zentrale Struktur, d.h. alle Teile und Beteiligten stehen "auf gleicher Ebene" (Horizontalität des Raumes). Gemeinsame Strukturen dienen nur der Vorbereitung von Kooperation, der Organisierung von Transparenz, sind aber niemals selbst Subjekt des Handelns, d.h. sie fällen keine Entscheidungen, handeln nicht als Kollektiv oder über VertreterInnen usw.
  • Der horizontal-herrschaftsfreie Raum ist offen und kontrollfrei. Auseinandersetzungen und Streit sollen offensiv gefördert, allerdings niemals durch eine zentrale Entscheidung gelöst werden. Direkte Intervention als Alternative zu Regeln und Sanktionen sollen beworben und trainiert werden - auch als Utopie für einen Alltag danach!
  • Offene Infrastruktur aller Art, z.B. Direct-Action-Plattform ...: Je mehr auch tatsächlich nutzbare Einrichtungen vorhanden sind, desto mehr Handlungsmöglichkeiten ergeben sich für die, die im offenen Raum agieren. Daher sollen alle Menschen, Gruppen usw. aufgerufen werden, Infrastruktur mitzubringen oder vor Ort zu organisieren, um sie im offenen Raum zugänglich zu machen. Als Beispiel sei eine Direct-Action-Plattform genannt, d.h. kontinuierlich sollen Aktionsmaterialien wie Transpi-Stoff, Farben, Schablonen, Kleber, Stifte, Kostüme, Plakate usw. vorhanden sein.
  • Workshops-, Fishbowlräume usw., offen für alle. Die Vergabe erfolgt als Selbstorganisierungsprozess, d.h. wer die Räume nutzen will, kümmert sich selbst um die direkten Absprachen mit anderen, die auch Räume suchen oder gerade nutzen.
  • Open-Space-Zone im Eingangsbereich, Flure usw.: Die Informationstransparenz, Anbahnung von Kooperation und mehr soll über einen als Open-Space-Zone gestalteten zentralen Bereich laufen. Dort stehen Wandzeitungen, auf denen Ideen für Aktivitäten, angekündigte und laufende Aktivitäten (mit Kontakt, Ort und Zeit) und gelaufene Aktivitäten (möglichst mit Kurzprotokoll und Kontakt) zu sehen sind.
  • Eingeladen werden sollen weitere AkteurInnen, ihre Bereiche im offenen Raum aufzubauen, z.B. SanitäterInnen, KünstlerInnen usw.
  • Umsonstladen, Umsonstessen, Umsonstbühne, -kino usw. können utopische Elemente in einigen der Räume sein.
  • Wandzeitungen im Gebäude und auch außerhalb sowie eine im und außerhalb des Gebäudes verbreitete Klozeitung können Informationen transportieren. Beides sind selbst wieder offene Plattformen, d.h. können von allen genutzt werden.
  • Hervorragend in das Ganze könnte der offene Raum von Indymedia passen. Das ist z.Zt. noch nicht geklärt, sondern nur angefragrt.
  • Ausstellungen und mehr drumherum sind wünschenswert. Aus der Projektwerkstatt in Saasen sind u.a. angekündigt: Direct-Action-Parcour, Gender-Ausstellung, Polizeidokumentation.
  • Einführungsworkshops in Dominanzabbau, horizontale Organisierung, direkte Intervention usw. sollen die Ideen des offenen Raumes immer wieder erklären und weiterentwickeln. Das ist wichtig für die Phase des Sozialforums selbst wie auch dafür, die Idee weiterzuverbreiten.
  • Infostand auf dem Domplatz: Dort soll der zentrale Treffpunkt und Markt der Möglichkeiten des Sozialforums sein. Denkbar ist dort ein Stand mit Zelt u.ä. (Bauwagen?) mit Bücher- und Infotisch, großer Wandzeitung mit den aktuellen und angekündigten Workshops in der Widerstand&Utopie-Schule (werden ständig zum Infostand durchgegeben), vielleicht auch Teilausstellungen und mehr.
Horizontale Vernetzung und Kooperation

Der "Offene Raum Widerstand und Utopie" ist hoffentlich nicht der einzige Baustein des Sozialforums 2005. Unser Vorschlag ist, eine direkte, d.h. horizontale Vernetzung mit anderen AkteurInnen des Sozialforums zu suchen und möglichst viele Kooperationen einzugehen. Dabei ist die horizontale Kooperation Voraussetzung, d.h. der offene Raum zu Widerstand und Utopie ist nicht Teil eines Sozialforums, in dem es Hierarchien und/oder Stellvertretung gibt. Für den offenen Raum zu Widerstand und Utopie kann niemand reden und der offene Raum ist auch nicht Teil eines Sozialforums, für das Entscheidungen getroffen oder Aussagen nach außen gegeben werden. Gerne wollen AkteurInnen aus dem offenen Raum aber Teil einer horizontalen Vernetzung vieler Bausteine des Sozialforums sein und so ein "Sozialforum von unten" schaffen. Hierzu soll aktiv der direkte Kontakt zu anderen Gebäuden, Gruppen und AkteurInnen gesucht werden, um Möglichkeiten der Kooperation zu suchen - vor und während des Sozialforums. Die Vorbereitungsgruppen im Erfurter sollen in dieser Weise angesprochen und eine solche horizontale Kooperation eingegangen werden.

Konkrete Form und weiteres Vorgehen

Es geht augenblicklich darum, eine Schule u.ä. anzumelden. Die sollen nach dem Vorschlag der örtlichen Vorbereitungsgruppe an Gruppen zur eigenen Verwaltung vergeben werden. Die Überlassungsverträge z.B. der Stadt geschehen dann mit den Gruppen. Das wäre aber jetzt zu klären. Nach Rückklärung bei den AkteurInnen der Stiftung FreiRäume kann die Stiftung als Rechtsträger des Offenen Raumes genutzt werden. Der klassische Weg eines Autonomievertrages bietet sich an, d.h. die Stiftung unterzeichnet mit den AkteurInnen des offenen Raumes eine Vereinbarung der Nichteinmischung und Garantierung des offenen Raumes, der von der Stiftung nicht mehr einseitig gekündigt werden kann. Damit wird das formale Hausrecht gebrochen (siehe auch www.stiftung-freiraeume.de.vu).
Wichtig wären jetzt viele Rückmeldungen zu diesen Vorschlägen, mit konkreten Ankündigungen zu eigenen Bausteinen im offenen Raum usw.
Ab sofort soll ein Internetbereich entstehen, in dem alle Informationen, Ankündigungen von Bausteinen usw. ständig einsehbar sind.

Die in den Texten zu offenen Räumen, einem Sozialforum von unten (siehe oben), Open Space und zur Organisierung großer Treffen genannten Ideen sollten in Erfurt verwirklicht, ergänzt, weiterentwickelt und immer reflektiert werden.

Indymedia-Seite zum Offenen Raum auf dem Sozialforum 2005.

Weitere Ideen für den Offenen Raum im Wiki, wo alle Menschen weitere Ideen und Ankündigungen gleichberechtigt hinzufügen können!

Die Stichpunkte auf Plakaten, die am 7.11.2004 während eines Treffens von Menschen aus Erfurt zum "offenen Raum" benannt wurden als Ideen:

  • Offene Presseplattform
  • Offene Direct-Action-Plattform
  • SanitäterInnen-Bereich
  • Gratisessen (einige ErfurterInnen wollen sich in der Region umhören)
  • Umsonstladen (da haben einige Umsonstläden auf ihrem bundesweiten Treffen zeitlich parallel jetzt in Berlin eine AG zu gegründet und wollen wohl mitmachen)
  • Bildungsecke (es gibt auch eine Bildungsgruppe in Erfurt - das "Bildungskollektiv BiKo" -, die mitmachen wollen bzw. sich das überlegen)
  • Selbstorganisationsecke
  • Videovorführungen/Kino
  • Indymedia
  • Inhaltliche Angebote/Seminare

Außerdem benannt: Direct-Action-Seminare in den nächsten Monaten, also schon vor dem Sozialforum, in verschiedenen Städten Thüringens ... mit Trainings.

 

Rückblick: Ein schon etwas älterer Aufruf zum gleichen Sozialforum ...

Selbstorg. Räume für das Sozialforum BRD
Selbstorganisierte Räume für das Sozialforum in Deutschland!

Dies ist ein Aufruf zur Selbstorganisation und Beteiligung angesichts der Vorbereitungen für eine Veranstaltung "Sozialforum in Deutschland". Hintergrund sind die Erfahrungen mit den weltweiten und europäischen Sozialforen sowie den selbstorganisierten, "autonomen" Räumen, die als ergänzende bzw. parallele Strukturen aus einer kritischen Haltung gegenüber den offiziellen Foren veranstaltet wurden.
Seit etwa 2 Jahren gibt es eine "Initiative für ein Sozialforum in Deutschland". Zu Beginn war dies v.a. ein Kreis von Personen, die die Beteiligung und Beiträge aus Deutschland für das Weltsozialforum (WSF), sowie das Europäische Sozialforum (ESF) koordinierten. Gleichzeitig bestanden in diesem Kreis immer Überlegungen, ein Deutsches Sozialforum bzw. Sozialforum in Deutschland (DSF) zu gründen, im Grunde genommen wurde sogar mit dem Namen DSF umgegangen, als sei ein solches Forum bereits gegründet worden. Was einige Personen sicherlich auch so sahen, andere wiederum kritisierten dieses Selbstverständnis, forderten mehr Beteiligung, eine größere Vielfalt, sowie eine wirkliche Basis und lokale Verankerung sowie Reflektion des gesamten Prozesses.

Durch zunehmendes Interesse von mehr Gruppen und Initiativen sowie interne Diskussionen über die Strukturen des Initiativkreises wurden bei den letzten Treffen verschiedene Arbeitsgruppen gegründet.
Seit Februar gibt es daher nun einen offenen Koordinierungskreis (aus
derzeit ca. 15 Personen), der sich mit Überlegungen für eine Forumsveranstaltung mit Kongresscharakter (orientiert an Struktur und Ablauf von WSF und ESF) beschäftigt. Die Idee ist bisher, dieses Sozialforum in der ersten Hälfte des Jahres 2005 stattfinden zu lassen. Weiteres, auch ein Ort, ist bisher nicht beschlossen worden.
Am 17. April 2004 findet das nächste Treffen dieses Koordinierungskreises in Frankfurt statt statt, am 18. April ist das nächste offene Plenum der gesamten "Initiative für ein Sozialforum in Deutschland" mit einem Bericht des Koordinierungskreises (Genauere Infos dazu dürfte es bald auf www.dsf-gsf.org -> Termine geben, dort kann man sich auch auf der email-Liste eintragen unter -> Kontakt).

Bisherige Sozialforen-Prozesse hatten generell das Problem mangelnder Offenheit sowie der Dominanz bestimmter Gruppen und Organisationen. Daher gab es bei den WSFs in Porto Alegre/Brasilien sowie beim letztjährigen WSF in Mumbai/Indien das Intercontinental Youth Camp und das "Mumbai Resistance-Gegenforum", beim ersten ESF in Florenz gab es drei "alternative Räume" (den HUB-Space aus Kreisen von Peoples` Global Action und Indymedia, ein Camp der italienischen Dissobedienti, sowie einen Raum anarchistischer Gruppen), beim ESF in Paris gab es u.a. den GLAD-Space.
Die Ansätze und Prinzipien dieser "alternativen Foren" waren und sind: Selbstorganisation, Unabhängigkeit von Parteien/NGOs in der Vorbereitung und Durchführung, eine prinzipielle Offenheit für alle, eine an selbstorganisierten Prozessen orientierte Form der Veranstaltungen (z.B. kleinere Diskussionsrunden und Workshops, anstatt Massenveranstaltungen/Podien mit prominenten RednerInnen), sowie das
Ausprobieren und Experimentieren mit Formen des Zusammenlebens statt nur dem inhaltlichen Diskutieren. Außerdem war in diesen Räumen auch Platz für die Vorbereitung (Trainings) direkter Aktionen, sowie generell ein größerer Praxisbezug.

Das DSF sollte so offen und breit wie möglich sein, und darf nicht zum Spielball einzelner Interessengruppen werden. Um dies zu erreichen ist die Beteiligung kritischer, selbsorganisierter Strukturen notwendig. Um beim DSF die größtmögliche Offenheit der Forenidee zu erreichen wäre es sinnvoll, wenn sich in Frage kommende Gruppen und Einzelpersonen frühzeitig am DSF-Prozess beteiligen oder ihn verfolgen und konstruktiv an der Schaffung von alternativen Räumen mitarbeiten. Dies ist auf "offiziellem Wege" (Beteiligung an der Initiative) oder auch unabhängig davon vorstellbar. Das DSF braucht wirklich offene Räume und die müssen geschaffen werden!

Es gibt unseres Wissens nach bisher (im März 2004) keine Initiative, die sich Gedanken über "alternative Räume beim DSF" macht. Wir selbst möchten hierzu lediglich Informationen liefern und einen Anstoß geben, ohne dabei eine Koordinierungs- oder Organisationsrolle zu übernehmen.
Jedoch kann bei Rückfragen oder Interesse gerne mit uns Kontakt aufgenommen werden: arpoador@web.de.

Links zu verschiedenen Gruppen und Initiativen

Kritische Links

Links zu Horizontalität, Dominanzabbau und "guten" Beispielen

Zu Hoppetosse +++ projektwerkstatt.de +++ Direct Action. Zum Anfang.