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Meine
herzallerliebsten Hoppetossies,
ich
habe verschiedene Anliegen. Um es Euch einfacher zu machen, falls Euch
nicht alles interessiert, gliedere ich meine Mail.
1.
Kritik an Attac und Kritik an der Kritik an Attac
Ich
bin kein Fan von Attac. Vieles an Kritik, was Joerg zum Beispiel aeussert,
finde ich berechtigt und teile ich auch. Zum Beispiel finde ich die Strukturen
und die Forderungen von Attac zum Wuergen. Nun gibt es aber in meinem Umfeld
ein paar Leute, die sehen das anders. Das hat verschiedene Gruende. Die
eine waren frueher sehr spalterisch drauf und ahben die Erfahrung gemacht,
dass das generelle verurteilen von Gruppen, ohne isch intensiv und persoenlich
mit ihnen auseinandergesetzt zu haben, ungesund und ungerechtfertigt ist.
Die anderen waren zum Beispiel auf dem Attac Kongress und haben ein interessantes,
wenn auch noch nicht fertig diskutiertes geistiges Bild mitgebracht. Zum
Beispiel haben sie erlebt, dass die Attac Basis gra nicht einverstanden
ist mit der Selbsternennung von unseren Freunden in Verden. Zwar haben
sie die jetzt legitimiert, aber so richtig zufriedne ist mensch dort wohl
noch nicht. Auch ist es nicht so, dass unser aller Oskar dort eine wahnsinnige
Zustimmung erfuehre.
Im
allgemeinen - und das hat mich zugegebenermassen ziemlich ueberzeugt, ist
es verkehrt sich mit dem Bild einer Gruppe in der Presse auseinanderzusetzen.
Viel wichtiger ist, was die Attacies vor Ort leisten. Und das ist oftmals
nicht schlecht, in vielen Orten handelt es sich um alte revoluzzer und
Menschen, die viel radikaler sind als „Tobin tax“ aber schlicht keine andere
Plattfrm fanden, und das kann ich ihnen nicht verdenken, wenn mensch sich
zwischen Linksruck und Infoladen entscheiden muss (Sorry, aber die Ladenszene
ist oft so ein introvertierter Haufen, der es sich zur Aufgabe macht, moeglichst
mit niemenschen sonst zu kommunizieren, ausser es gaebe was zu meckern.
Halt: ich gehe gerne in den Kellergeist in Muenchen, aber ich wuerde da
als neu politisierter oder mich nach einem Umfeld umschauender Mensch mich
gar nicht wohlfuehlen, es bricht sich niemensch einen Zacken aus der Krone,
das mal nuechtern zu betrachten!).
Zurueck
zum Thema, das waere in etwa so, als wuerden wir uns ueber die „Anarchisten“,
„Autonomen“ und andere „Chaoten“ unterhalten, indem wir Presseberichte
ueber sie lesen und das fuer bare Muenze nehmen.
Da
Problem ist: Ich finde, wir sehen Attac zu undifferenziert. Und inzwischen,
lieber Joerg, ist es so, dass Du das Bild eines Inquisitors abgibst.
Das ist sicherlich nicht Deine Absicht. Jedoch geht hiermit der Appel
an den Sender, mit mehr Sendebewusstsein zu arbeiten und sich ueber
die Wirkung bei den EmpfaengerInnen Gedanken zu machen. Ziel ist
es ja, Menschen mit guten Argumenten zu ueberzeugen. Du legst Dir selbst
Steine in den Weg, wenn Du nicht darauf achtest, wie Du Dich psoitionierst,
weil Du dann weniger Ernst genommen bzw ausgegrenzt wirst, und somit
Dein Ziel verfehlst. Es gibnt zum Beispiel Menschen, die sagen,
sie moechten in Attac arbeiten, um letztlich vielleicht eine andere
Struktur zu erreichen. Attac ist noch jung, die Strukturen ungefestigt,
das ist also im Gegensatz zu SPD oder Gruenen noch moeglcih, und das
Ding ist ohne unsere Verdener Freunde handlungsfaehig. Insofern:
there‘s more to it. Ich moehcte darauf hinweisen, dass die momentante
Stimmung bei Dir, J., und auf dieser Liste, aufgehetzt ist. Das finde
ich falsch. Ich finde auch, dass Du ein Uebergewicht auf die Auseinandersetzung
mit Attac legst und damit auch gar keine im verhaeltnis zu Deinem Engagement
stehende resonanz erfaehrst (ausser die Anpisserein von pubertierenden
Ruckies, denen die Argumente ausgehen, und die trotz mehrfachen Sexismusskandalen
in der Orga immer noch keine Patriachatsanalyse haben und somit auf
eine patriachale Weise reagieren, gell, O.?! Mist, jetzt war ich wieder
so sarkastisch) Es ist also an der Zeit, sich das Verhalten gegenueber
Attac neu zu ueberlegen. Das sollte eine freshe Herangehensweise
beinhalten, ein ueberdenken des eigenen Auftretens und wenn mensch es
wuenscht, die Auseinandersetzung mit Basisattacies. Wir sollten aufhoeren,
uns auf diese Fuehrungscharchtermasken zu konzentrieren. Im LR sind
das auch die groesten trottel, die Leute unten sind viel interessanter
- und: in der Lage, das Ding zu stuerzen und zu uebernehmen, wie mensch
demnaechst im Linksruck erleben duerfte.
WIr
bugsieren uns - vor Allem Du, J., in eine Ecke, in der es sich nicht
zu stehen lohnt, und von wo aus mensch weder eine gute Uebersicht noch
Einsicht noch Handlungsfaehigkeit hat.
Ich
schreibe dies, weil ich meine Kritik anbringen wollte, und auch, weil es
mir wichtig ist zu sagen, dass ein Vorgehen in die Richtung „J.B. Fanclub
gegen Attac“ nicht das richtige ist, es aber momentan ein wenig so den
Eindruck macht, Ich gluabe, das wuerde keineR von uns wollen oder fuer
richtig heissen.
(Mail
auf der Hoppetosse-Mailingliste, im folgenden Antworten dazu)
Hallo
T.,
„1.
Ich bin kein Fan von Attac. Vieles an Kritik, was J. zum Beispiel aeussert,
finde ich berechtigt und teile ich auch. Zum Beispiel finde ich die
Strukturen und die Forderungen von Attac zum Wuergen.“
Eben!
Wenn etwas als falsch empfunden wird, gilt es dies radikal zu kritisieren;
alles andere wäre unaufrichtig.
„Nun
gibt es aber in meinem Umfeld ein paar Leute, die sehen das anders. Das
hat verschiedene Gruende. Die eine waren frueher sehr spalterisch drauf
und ahben die Erfahrung gemacht, dass das generelle verurteilen von Gruppen,
ohne isch intensiv und persoenlich mit ihnen auseinandergesetzt zu haben,
ungesund und ungerechtfertigt ist.“
Ja,
gegen Gruppen zu hetzen, OHNE sich mit ihnen auseinanderzusetzen ist tatsächlich
nicht das gelbe vom Ei, aber das trifft ganz bestimmt nicht auf Jörg
und wohl auch nicht auf den Rest der Liste zu.
attac-Kongress
rausgekürzt, da ich nicht da war und das also nicht beurteilen kann/
will.
„Im
allgemeinen - und das hat mich zugegebenermassen ziemlich ueberzeugt, ist
es verkehrt sich mit dem Bild einer Gruppe in der Presse auseinanderzusetzen.
Viel wichtiger ist, was die Attacies vor Ort leisten.“
Und
gerade da lohnt es sich, scharfe Kritik anzusetzen. z.B. wurde mir ja von
´nem Basisattaci vorgeworfen, dass ich für den Analphabetismus
in der so genannten „dritten Welt“ wäre, weil ich die Tobinsteuer
ablehne. Oder z.B. die Friedensdemos: attac? ist die einzige Orga,
die dort aggressiv Werbung für sich veranstaltet - jede Demo ´ne
Rede, à la: „attac? ist Teil einer weltweiten Bewegung gegen die
kapitalistische Globalisierung, attac Leipzig hat sich ... gegründet
und trifft sich ...“; danach Endlosschwadronaden, warum die Tobinsteuer
gegen den Krieg hermüsse (na gut, letzteres übertrieben).
„Und
das ist oftmals nicht schlecht, in vielen Orten handelt es sich um alte
revoluzzer und Menschen, die viel radikaler sind als „Tobin tax“ aber schlicht
keine andere Plattfrm fanden, und das kann ich ihnen nicht verdenken, wenn
mensch sich zwischen Linksruck und Infoladen entscheiden muss“
Das
ist keine offenen, basisorientierten Alternativstrukturen bestehen, ist
traurige Realität, aber wieso sollte das attac? weniger schlecht machen?
- snip
-
„Da
Problem ist: Ich finde, wir sehen Attac zu undifferenziert.“
Find´
ich absolut nicht - was nicht heißt, dass ich sämtliche Kritik
Jörgs an attac? teile, z.B. finde ich es seltsam, den Laden mehr oder
weniger die Schuld am Mangel von Basisstrukturen und den beschissen Forderungen
großer Teile der Bewegung zu geben; ich schrieb schon mal: „Da wächst
zusammen, was zusammen gehört.“
„Es
gibnt zum Beispiel Menschen, die sagen, sie moechten in Attac arbeiten,
um letztlich vielleicht eine andere Struktur zu erreichen.“
Es
gibt auch Menschen, die woll(t)en in den Institutionen arbeiten, um sie
für sich zu nutzen und sie zu verändern, müssen „wir“ deshalb
jetzt auch die Kritik an den Institutionen einstellen???
- snip
-
„Ich
finde auch, dass Du ein Uebergewicht auf die Auseinandersetzung mit Attac
legst und damit auch gar keine im verhaeltnis zu Deinem Engagement stehende
resonanz erfaehrst“
Wenigstens
dem stimme ich zu - attac? ist den ganzen Aufwand eigentlich gar nicht
wert und wenn die Antiglobalisierungsbewegung attac? die Bude einrennt
(nicht: davon vereinnahmt wird), sie ebenfalls nicht.
- snip
-
„Wir
sollten aufhoeren, uns auf diese Fuehrungscharchtermasken zu konzentrieren.
Im LR sind das auch die groesten trottel, die Leute unten sind viel interessanter
- und: in der Lage, das Ding zu stuerzen und zu uebernehmen, wie mensch
demnaechst im Linksruck erleben duerfte.“
Ich
kenne den momentanen Stand der Diskussion ja nicht, aber dass der LR von
der Basis „übernommen“ wird, wage ich zu bezweifeln. Und wenn, dann
wohl nur, um einen „wirklichen“ (pseudo)demokratischen Zentralismus zu
errichten. Und btw: viele Menschen an der Basis sind viel fanatisierter
als ihre Führung.
- snip
-
„weil
es mir wichtig ist zu sagen, dass ein Vorgehen in die Richtung „J.B. Fanclub
gegen Attac“ nicht das richtige ist, es aber momentan ein wenig so den
Eindruck macht, Ich gluabe, das wuerde keineR von uns wollen oder fuer
richtig heissen.“
Ich
sehe die Gefahr eines „JB-Fanclubs“ aber auch nicht; ich
denke, es dürfte allen auf der Liste klar sein, dass J. kein
Übermensch ist, der außerhalb der Kritik steht. Aber wenn
er halt viele Infos über attac? gesammelt hat, kann mensch
diese nach kritischer Prüfung ja wohl verwenden, oder?
Hallo,
ich moechte einige Widersprueche benennen zu Deinen Aeusserungen, wobei
ich Dir in der Grundannahme, dass eine Auseinandersetzung mit Attac nicht
nur das Auffuehren von Kritik sein darf, zustimme. Aber dazu mehr gleich,
erstmal ...
> frueher
sehr spalterisch drauf und ahben die Erfahrung gemacht,
>
dass das generelle verurteilen von Gruppen, ohne isch intensiv und
>
persoenlich mit ihnen auseinandergesetzt zu haben, ungesund und
>
ungerechtfertigt ist.
Widerspruch
1:
Das
ist ja richtig, meine Kritik hatte immer das Ziel deutlich zu machen, dass
Attac die Spalter sind. Sie sind es, die von morgens bis abends ueber Militante
herziehen („Nazis und Gewalttaeter duerfen bei uns nicht mitmachen“ usw.).
Das scheint in der Tat nicht klar zu sein. Nach Goeteborg hat Attac das
Kriegsbeil ausgegraben und das bis heute nicht geaendert. Darauf hinzuweisen,
finde ich wichtig.
Ein
bisschen aehnlich gelagert ist die Sache mit dem „kleinsten gemeinsamen
Nenner“. Attac sagt, dass die radikalen Positoinen Buendnisse sprengen
und deshalb nur die schlechten Forderungen genommen werden koennen, weil
die alle als gemeinsame Schnittmenge unterstuetzen koennten.
Meine
Kritik zielt darauf ab, radikale Gruppe in der Wahrnehmung zu staerken,
dass diese Aussage von Attac eine Luege ist und enttarnt werden muss. Z.B.
sind viele Menschen gegen verbesserte Hermesreformen und gegen Waehrungsspekulationen,
auch wenn sie besteuert sind. Irgendwie aber scheint auch hier die Analyse
des eigenen Standpunktes nicht zu gluecken.
Die
Spalter sind die Attacis - die ganze Fuehrung und viele, viele Basishoppel
(in den Basisgruppen wimmelt es von gruenen, spdlern, pdslern usw., die
von morgens bis abends hetzen gegen Radikale).
> Basis
gra nicht einverstanden ist mit der Selbsternennung von
>
unseren Freunden in Verden. Zwar haben sie die jetzt legitimiert,
>
aber so richtig zufriedne ist mensch dort wohl noch nicht.
Na
toll. Und so wird es bleiben. Wird es enger fuer die Fuehrungsgruppen,
machen sie ein paar Refoermchen und wieder denken alle, es wird jetzt alles
besser. So ist moderne Herrschaft.
Ich
werde niemanden verteufeln, der/die das versucht. Aber nach 24 Jahren politischer
Arbeit mag ich die staendige Wiederholung des Gangs durch die Institutionen
nicht mehr als Hauptaktionsebene bewerten. Eher bedaure ich alle, die sich
dafuer entscheiden und werde sie warnen.
> ueberzeugt,
ist es verkehrt sich mit dem Bild einer Gruppe in der
>
Presse auseinanderzusetzen. Viel wichtiger ist, was die Attacies
>
vor Ort leisten.
Nein.
Das ist eine Selbstbeluegung der Attac-Basisleute. Damit geben sie zu,
dass ihr Verein scheisse ist, aber konstruieren sich irgendwie zurecht,
dass das nicht so wichtig sei. Bei Attac ist es aber besonders krass, weil
die ja vor allem auf ueberregionale Themen setzen, d.h. die basis-Leute
machen nur den Wind, die Politik bestimmt die Zentrale.
> Und
das ist oftmals nicht schlecht, in vielen Orten handelt es sich
>
um alte revoluzzer und Menschen, die viel radikaler sind als „Tobin
>
tax“ aber schlicht keine andere Plattfrm fanden, und das kann ich
>
ihnen nicht verdenken, wenn mensch sich zwischen Linksruck und
>
Infoladen entscheiden muss
Das
ist der entscheidende Punkt. Viele machen bei Attac mit, weil die „Linke“
in der Tat einfach ausladend wirkt, meist richtig scheisse drauf ist.
Daraus
zu folgern, wir muessten dann auch bei attac irgendwie mitmischen oder
was auch immer, waere aber genau die falsche Schlussfolgerung. Was fehlt,
ist nicht eine Opposition in Attac, sondern die Alternative zu Attac, Infolaeden
usw.! Eine offene, kreativ-freche Basisbewegung!
> Zurueck
zum Thema, das waere in etwa so, als wuerden wir uns ueber
>
die „Anarchisten“, „Autonomen“ und andere „Chaoten“ unterhalten,
>
indem wir Presseberichte ueber sie lesen und das fuer bare Muenze
>
nehmen.
Wenn
es eine Zentrale der Anarchisten gaebe, die erfolgreich „die“ Meinung der
Anarchisten in die Presse setzt mit der Folge, dass die Basis-Anarchisten
alle mit deren Signet auf T-Shirts rumlaufen, deren Namen uebernehmen und
auf Kongresse fahren, wo die ausgewaehlten ReferentInnen der Zentrale reden,
dann waere es in der Tat so. Aber nur dann.
> Da
Problem ist: Ich finde, wir sehen Attac zu undifferenziert. Und
>
inzwischen, lieber J., ist es so, dass Du das Bild eines
>
Inquisitors abgibst. Das ist sicherlich nicht Deine Absicht.
Nein,
aber Attacs Absicht, dass ich so aussehe.
> Ziel
ist es ja, Menschen mit guten Argumenten zu ueberzeugen. Du
>
legst Dir selbst Steine in den Weg, wenn Du nicht darauf achtest,
>
wie Du Dich psoitionierst, weil Du dann weniger Ernst genommen bzw
>
ausgegrenzt wirst, und somit Dein Ziel verfehlst.
Aber
was bleibt mir uebrig? Ich habe sicherlich den einsamen Weltrekord im Zusammentragen
tatsaechlicher Informationen, Zitate und Beleg zu Attac. Ich habe einen
direkten Kontakt bis hin zu einigen aus der Attac-Zentrale, war auf Treffen
von Attac, diskutiere mit etlichen Attac-Leuten und wuerde/werde das auch
weiter.
> Attac
ist noch jung, die Strukturen ungefestigt,
Hier
uebernimmst Du jetzt die Flausen, die die Attac-Zentrale ihren Leuten in
die Ohren setzen. im Attac-Koordinationskreis sitzen die Top-Leute des
NGOismus - einmal die JungmanagerInnenclique aus Verden, dann noch Leute
wie Peter Wahl, Hugo Braun usw., die seit Jahrtausenden Spitzenfunktionaere
sind. Es gibt Bueros, Pressekontakte, direkte Lobbykontakte, es sind umfangreiche
EU-Antraege fuer Projekte und Hauptamtlichen-Posten gestellt, von denen
die Basis-Attacis gar nichts wissen usw. Wie kann mensch da behaupten,
die Strukturen sind ungefestigt? Bloss weil die Basis-Attacis gar nicht
wissen, wie die Strukturen sind, sind sie doch nicht ungefestigt. Unklar
sind sie - und genau das ist der Grund, warum Attac mit imagemaessig zerstoeren
muss ... ich bin wohl der einzige Kritiker, der die ziemlich genau kennt
und auch antritt mit dieser strategischen Kritik.
> das
Ding ist ohne unsere Verdener Freunde handlungsfaehig.
Ich
bin ein bisschen erschuettert, wie Du auf all sowas kommst. Die Zentrale
ist locker ohne Basis handlungsfaehig (die kommen alle aus Basislosen NGOs
wie WEED, Share ...). Und die FR, taz ... wuerden die Zentrale weiter an
Ansprechpartner sehen, nciht die Basis.
> Es
ist also an der Zeit, sich das Verhalten gegenueber Attac neu zu
>
ueberlegen. Das sollte eine freshe Herangehensweise beinhalten, ein
>
ueberdenken des eigenen Auftretens und wenn mensch es wuenscht, die
>
Auseinandersetzung mit Basisattacies. Wir sollten aufhoeren, uns
>
auf diese Fuehrungscharchtermasken zu konzentrieren. Im LR sind das
>
auch die groesten trottel, die Leute unten sind viel interessanter
>
- und: in der Lage, das Ding zu stuerzen und zu uebernehmen, wie
>
mensch demnaechst im Linksruck erleben duerfte.
Aber:
Nur eine massive Kritik an der Zentrale und eine lange Zeit der Kritik
hat das offengelegt. Wer die Zentrale von Attac nicht entlarvt, schafft
einen Schlafwagen, wo irgendwelche Funktionaere die Basis instrumentalisieren
(ist ja anders als bei LR - dort gab es eine Hierarchie, bei Attac eine
Instrumentalisierung der Basis).
> WIr
bugsieren uns - vor Allem Du, Joerg, in eine Ecke, in der es
>
sich nicht zu stehen lohnt, und von wo aus mensch weder eine gute
>
Uebersicht noch Einsicht noch Handlungsfaehigkeit hat.
Ich
finde einfach gar nicht, dass die Frage unseres Verhaltens zu Attac wichtig
ist. Wenn wir jetzt auch noch da mitmachen, um kritisch zu hinterfragen,
ist es ganz aus ... dann sind auch wir tobiniert (siehe die total sinnlos-wirkungslose
Arbeit der theorieerprobten KritikerInnen von BUKO & Co.).
Was
wir brauchen, ist die Alternative einer kreativ-frechen Organisierung von
unten. Es gibt dann gar keinen Grund fuer Spaltereien ... sollen doch Attac-Basisgruppen
Attac-Basisgruppen bleiben und trotzdem fuer eine „von-unten“-orientierte
Geschichte gewonnen werden.
ansonsten
werden wir nur in 2-3 Jahren feststellen, dass es sich nicht gelohnt hat,
Attac veraendern zu wollen. Wie bei allen anderen Versuchen (Gruene, Linksruck
...) auch.
Abschliessend,
um Missverstaendnissen vorzubeugen: Ich habe nie einfordern wollen, wir
muessten jetzt verbissen gegen Attac kaempfen. Das werde ich auch
nicht machen ... ganz im Gegenteil. Wo es sich ergibt (hab halt grad wenig
Nerv drauf) werde ich auch kooperieren - die Spalter werden die Herren
Giegold (der ja nicht einmal eine Veranstaltung machen will, wo ich bin
- da sitzen die Spalter!), Kolb, Wahl & Co. sein, die auch intern (also
in NGO-Kreisen) durchaus aus widerliche, arrogante Scheisser gelten - aber
in diesen Kreisen gilt eben die Logik von Herrschaft ... und da Giegold,
Kolb, Wahl & Co. momentan den Draht zu Medien, Regierung, Geldtoepfen
usw. haben, haengen ihnen alle an den Lippen. Ich werde niemanden auffordern,
auszutreten. Meine Mails der letzten Wochen sollten Informationen zusammenstellen.
In den letzten zwei Wochen habe ich kaum noch was von alldem, was TAeGLICH
an skandaloesen Aktionen dieser widerlichen Fuehrungsclique zu mir dringt,
auf die Listen gesetzt, sondern die Internetsetiten auf www.projektwerkstatt.de/hoppetosse
damit gefuettert. Das mache ich weiter.
Kritik
ja, Ausgrenzung will ich nicht. Giegold und Co. gegenueber Radikalen: Kritik
nein, Ausgrenzung ja.
Wir
muessen das Spannendere anzetteln! Und Attacis wie alle anderen auch dafuer
gewinnen!
J.
Nach
dem Schlagabtausch ueber Sinn und Unsinn einer kritischen Auseinandersetzung
mit Attac wuerde ich auch einbringen, mal konkretere Ideen fuer einen „Umgang“ zu finden - nicht als Einheitslinie, sondern als Moeglichkeiten.
Ich
haette zwei:
-
Jetzt
erst recht Veranstaltungen ueberall und zwar zusammen mit den neuen Basisgruppen
von Attac ueber genau diese Streitfrage. Wer sich interessiert ...
ich stehe als Diskutant auch gerne zur Verfuegung.
-
Wie waere
es mit einem Text/Flugi in Zeitschriften der Art „Warum es wichtig ist,
nicht nur bei Attac mitzumachen ... Infos fuer Attac-Aktive und Mitglieder“.
Darin ihnen zum einen die Kritik an Attac vorstellen und zum anderen den
Vorschlag machen, sich nicht auf ihr Attac-Dasein zu beschraenken.
Das oeffnet dann auch die Debatte um Strategien (mit welchem Ergebnis uach
immer).
Gruss
... J.
|
Graswurzelrevolution polemisiert gegen Attac-KritikerInnen
Ebenso
altbacken finde ich allerdings auch die übliche Attac-Kritik von
militanter Seite: sie ist geradezu reflexhaft und bedient in Selbstgerechtigkeit
all Counter-Horrorvisionen es autonom-militanten Bewegungs-Establishments.
Nehmen wir nur zwei Beispiele, die sich gar bis in die Spalten der Graswurzelrevolution
vorgedrängelt haben: das notorische Ein-Mann-Unternehmen Jörg
Bergstedt schreibt da etwa in einem Leserbrief, dass "Attac (nicht von
Seiten der Attacies selbst, die aber dann mitgemacht (sic!) haben) sehr
gezielt (sic!) gepuscht wurde, um eine Basisbewegung zu verhindern."
(GWR 263, S. 19). Das ist schon deshalb albern, weil Attac-Italien und
Attac-Frankreich massenhaft in Genua dabei waren. Oder die autonome
Gruppe "Schwarze Katze" schreibt in einer Presseerklärung, das
"FunktionärInnen von Attac gegen militante AktivistInnen hetzen
und die Bewegung spalten." (GWR 264, S. 4). Fur mich als gewaltfreien
Anarchisten ist das eine traurige, szenepsychologisch zu erklärende
Unfähigkeit, auf neue Entwicklungen und Phänomene anders zu
reagieren denn mit sich komplett immunisierender Abwehr. Es ist erschreckend,
wie viele Autonome/Militante sich das immer wieder neue Entstehen gewaltfreier
Gruppen oder Organisationen nur als Counter-Strategie vorstellen können,
und nicht etwas als ein programmatisches und ethisches Bedürfnis
vieler junger AktivistInnen, das selbst bestimmt ist und ernst genommen
werden sollte. Es kommt ihnen partout nicht in den Sinn, sich einmal
zu fragen, warum so viele zu Attac rennen und nicht zum Ex-ö-Punkte-Redakteur
Jörg Bergstedt. Und auch nach dem militanten Desaster von Genua
...
(Aus:
Fang, Attac! Attac? in: Graswurzelrevolution März 2002)
Antwort:
Militanzhaß
verklärt den Blick ...
Zum
Artikel „Attac! Attac?“ in der GWR März 2002
Hmmm
... welche Möglichkeit gibt es, auf diesen Text zu antworten. Da macht
sich ein mensch (anonym) an das Thema „Attac“. Doch schon kurz nach einer
Einleitung findet der offenbar dogmatische Gewaltfreie und Autonomenhasser
seine eigentlichen GegnerInnen. Das hat zwar mit dem Thema wenig zu tun,
aber so ist das mal untergebracht. In einem langen Absatz wird die Kritik
an Attac niedergemacht. Schnell aber wird klar, daß der Schreiber
(benutzt für sich einen männlichen Sprachstil, darum nehme ich
den auch) sich mit der Kritik an Attac gar nicht auseinandergesetzt hat.
Er kennt offenbar nur das, was bisher in der Graswurzelrevolution stand.
Und das ist eher nichts – nichts jedenfalls gegenüber den umfangreichen
Texten z.B. unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse bzw. http://go.to/tobin-tax, in Erklärungen
des BUKO, auf www.de.indymedia.org oder in den Zeitungen iz3w oder „Ö-Punkte“.
Vermutlich geht es dem Schreiber aber auch gar nicht darum, sondern er
möchte seinen Militanzhaß loswerden und sucht seine Opfer. Daher
reduziert er eine Kritik auf das „notorische Ein-Mann-Unternehmen Jörg
Bergstedt“ und die autonome Gruppe „Schwarze Katze“. Dann folgen keinerlei
Zitate mehr aus den umfangreichen Texten dieser Personen/Zusammenhänge
(s. z.B. über http://go.to/tobin-tax), sondern nur ein paar Worte
aus dem GWR-Texten. Aber selbst diese stehen einfach so da. Nicht mal die
Aussage, ob die blöd sind, falsch oder was auch immer. Und natürlich
erst recht nicht, warum. Stattdessen folgen dann etliche Diffamierungen
– und die Graswurzelrevolution muß sich als Ganzes fragen, ob sie
ein Blatt ist, das irgendwelche Haßtiraden anonym agierender Personen
in einem Text unterbringt, bei dem es eigentlich um Attac geht. Psychologisierungen
sind klare Diffamierungen in einer Linie von Sexismus, Rassismus &
Co. Eine Entgegnung ist gar nicht möglich, denn es erfolgt keine kritische
Aussage, nur Schlamm.
So
bleibt festzustellen: Viele Militante würden sich zu recht gegen die
Schubladenbildung wehren. Weder ich noch die Schwarze Katze sind StellvertreterInnen
der Autonomen oder Militanten (und diese beiden Worte gleichzusetzen, ist
ohnehin eher blanker Haß als Analyse). Die Kritik an Attac ist von
meiner Seite sehr umfangreich. Wenn „fang“ diese „attac“kieren will, so
ist das o.k. Der Hinweis, daß ich sie nicht alle beieinander habe,
überzeugt mich aber nicht. Zu behaupten, Attac habe irgendwas mit
Selbstbestimmung zu tun, auch nicht. Der Höhepunkt ist aber sicherlich
der Begriff „nach dem militanten Desaster von Genua“ – wer die Kämpfe
dort derart runtermacht, ist der wirklich Dogmatische. Alles, was nicht
dem eigenen Hauptwiderspruch Gewaltfreiheit entspricht, ist falsch. Wie
wäre es, wenn „fang“ sich mal über die militanten Dauer-Desaster
in Argentinien oder die Bombe von Elser gegen Hitler äußern
würde. Könnte einiges erhellen über seine „Religion Gewaltfreiheit“.
Aber
es bleibt auch ein mehrfaches Schmunzeln ... das fängt an bei der
Bemerkung über Attac Italien, das so viele Menschen nach Genua gebracht
haben soll (aber tatsächlich damals erade erst im Gründungsprozeß
war) und geht nur wenige Seiten später weiter. Dort lädt die
GWR zur Jubiläumsfeier (ist es eigentlich anarchistischer Stil, sich
über die Dauerhaftigkeit von Strukturen als Selbstzweck zu freuen
... also ohne politische Wirkungsanalyse?). Tja – das verwendete Foto zeigt
eine Aktion mit dem von der GWR so konstruierten „Ein-Mann-Unternehmen“
und aus einem Aktionszusammenhang, der definitiv Militanz sinnvoll findet
– und zwar immer dann, wenn sie paßt, kreativ agiert und sich inhaltlich
vermittelt. Wo also viele Gewaltfreie einfach wegbleiben, weil ihnen wenig
oder nix mehr einfällt. Diese Bereiche gibt es – und es gibt auch
viele Menschen, die Militanz als Teil des Ganzen sehen, die darüber
nachdenken, kreative Formen entwickeln usw. Die dürfen leider in der
GWR nicht schreiben. So wie „fang“ mit seinem Begriff, daß sich da
zwei Militante „vorgedrängelt“ hätten in die GWR, zumindest den
Verdacht erregt, daß er eine Zensur richtig fände – er rennt
damit bei der GWR lediglich offene Türen ein).
.
B.– immer ein Ein-Mensch-"Unternehmen", weil kein
Mensch für andere reden kann. Viele bilden sich leider das Gegenteil
ein und reden so als Gruppe ...
LeserInnenbrief
Hallo
liebe GraswurzlerInnen,
mir
sind in Fangs Artikel über attac? (GWR 267) einige Dinge so übel
aufgestoßen, dass ich sie einfach nicht unkommentiert stehen lassen
kann und will. Dies betrifft besonders die Auseinandersetzung mit „autonomen“
attac?-KritikerInnen.
Fang
schreibt:
>Nehmen
wir nur zwei Beispiele, die sich gar bis in die Spalten der
>Graswurzelrevolution
vorgedrängelt haben
Was
heißt denn hier bitte „vorgedrängelt? Es steht ja wohl jeder
und jeden frei, LeserInnenbriefe, Artikel etc. an die GWR zu verschicken
- und es ist und bleibt der GWR-Redaktion überlassen, ob sie diese
nun veröffentlicht oder nicht. Wieso also diese diffamierende Wortwahl?
Aber in diesem Stil geht es weiter, so wird z.B. Jörg Bergstedt wird
als „notorisches Ein-Mann-Unternehmen“ bezeichnet. Sehr solidarisch aber
auch ...
Soweit
zum formalen. Inhaltlich muss ich dem/ der Autor/in wohl zu Gute halten,
dass sie wohl auch Kind der „PISA-Generation“ ist und daher offensichtlich
eine recht eingeschränkte Texterfassungsfähigkeit besitzt (wo
wir doch schon beim Thema Polemik sind ... ;-) ). Wie sonst ist zu erklären,
dass Jörg Bergstedts Aussage, dass „Attac sehr gezielt gepusht wurde,
um eine Basisbewegung à la Italien zu verhindern“ mit dem Argument
widerlegt werden soll, dass „Attac-Italien und Attac-Frankreich massenhaft
in Genua dabei waren“. Egal ob mensch nun den (tendenziell) verschwörungstheoretischen
Ansatz Jörg Bergstedts teilt oder nicht - er wird durch Fangs „Argument“
in keinster Weise widerlegt, da es ja wohl absolut möglich ist, dass
es in Italien unabhängig von attac? eine Basisbewegung gibt (z.B.
die Sozialforen). Auf die Behauptung „Medienhype“ geht es im Grunde gar
nicht ein. Dabei wäre es schon mal interessant, sich zu fragen, warum
(ausgerechnet) attac? in D-land nach Genua eine derartige Medienpräsenz
bekam dass es sich als „Vertretung“ der gesamten Bewegung aufspielen konnte,
obwohl es damals nur einen eher kleinen Teil dieser ausmachte und ob diese
Präsenz nicht vielleicht doch ein ganz klein wenig mit dem Wachstum
von attac? zusammenhängt.
Noch
krasser ist allerdings der Umgang mit dem Statement der „autonomen Gruppe
‚Schwarze Katze‘“. Diese hatte doch glatt behauptet, dass „FunktionärInnen
von Attac gegen militante AktivistInnen hetzen und die Bewegung spalten“.
Das ist aber zunäxt einmal ein klarer Fakt und wer´s nicht glaubt,
sollte mal auf www.attac-netzwerk.de vorbeischauen und sich die Statements
der (selbsternannten) Führungsclique zu Göteburg und Genua zu
Gemüte führen. Mit dem Zitat wird in keinster Weise ausgesagt,
dass Gruppen wie die „Schwarze Katze“ „sich das immer wieder neue Entstehen
gewaltfreier Gruppen oder Organisationen nur als Counter-Strategie vorstellen
können“. Es geht vielmehr darum, nicht auf Spaltungsmechanismen hereinzufallen
und sich an Hand der Gewaltfrage in „gute“ und „böse“ AktivistInnen
auseinanderdividieren zu lassen. Das bedeutet nicht, dass mensch Gewalt
für das richtige Mittel halten muss, aber solche Strategiedebatten
sind szeneintern zu führen und sollten ohne ein dermaßen denunziatorisches
Verhalten à la attac?-Führungsclique und mancher attacis auskommen.
Wenn
mensch, wie von Fang vorgemacht, die Beurteilung von attac? hauptsächlich
an Hand der Gewaltfreiheit vornimmt, ist der erste Schritt in die Tobinisierung
schon vollzogen und es erscheint dann auf einmal als für Libertäre
evtl. sinnvolle Option in diesen Laden einzutreten. Da spielen dann weder
deren absolut unsolidarisches Verhalten, ihre Vereinnahmung großer
Teile der Bewegung, ihr positiver Bezug auf Staat und bürgerliche
Demokratie, ihr Minimalstreformismus (Einführung einer - von einem
liberalen Ökonom zur Stabilisierung der Finanzmärkte erfundenen
- zusätzliche Steuer) etc. noch eine große Rolle - schließlich
will AnarchistIn auch ein Stück vom Kuchen. Artikel wie der Fangs
können bei mir nur entsetztes Kopfschütteln auslösen.
Anarchie
& Luxus
M.
aus Leipzig
Nur
ein paar Ergänzungen diesmal:
>Noch
krasser ist allerdings der Umgang mit dem Statement der „autonomen
>Gruppe
‚Schwarze Katze‘“.
Witzig
ist ja überhaupt das „autonom“ - wer auf die Webseite guckt merkt
doch recht schnell, dass Schwarze Katze anarchistisch ist (ich muss es
ja wissen...), das ‚autonom‘ also vor allem verwendet wird, um die Gruppe
der Militanten aufzubauen ...
>Mit
dem Zitat wird in keinster Weise ausgesagt, dass
>Gruppen
wie die „Schwarze Katze“ „sich das immer wieder neue Entstehen
>gewaltfreier
Gruppen oder Organisationen nur als Counter-Strategie
>vorstellen
können“.
Ja
find ich auch. Das Problem ist, dass ‚fang‘ Gewaltfreiheit als Hauptwiderspruch
konstruiert und darüber verschweigt, dass die Kritik an Attac gerade
aus der Hoppetosse Debatte sehr differenziert ist. Darum ging es dem Schreiber
ja auch gar nicht.
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