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Materialversand

Pro autoritäre Strukturen
Die Einführung von Hierarchien in Gruppen, Netzwerken und Bündnissen ist gewollt!

Befürwortung zentraler Strukturen ++ Texte und Infoseiten dazu ++ Umgang damit ++ Gegenentwürfe ++ Links

Achtung! Die Informationen über moderne Hierarchien sind auf verschiedenen Seiten gestreut. Diese hier informiert darüber, dass Hierarchien nicht nur Zufall oder Unachtsamkeit sind, sondern oft gewollt. Es geht um Macht, Kontrolle und Ausrichtung der Beteiligten auf einheitliche Positionen und Protestziele. Zunehmend die Oberhand gewinnt zudem der Konkurrenzkampf um die ökonomischen Ressourcen des Protestmanagements: Spenden, Mitglieder, Medienanteile.
Folgende zwei Seiten informieren über die bestehenden Hierarchien moderner Protestgruppen:

Offene Befürwortung zentraler bzw. hierarchischer Strukturen

Gruppe aus der G8-Heiligendamm-Vorbereitung will vertikale Strukturen für immer
Im Original: Ausgrenzung praktisch ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus der Vorbereitung des G8-Protestes
Es ist nun einmal eine Tatsache, dass die Linke nur dann erfolgreich diese Gesellschaft bekämpfen kann, wenn sie fähig ist, jede Form der Repression zu verkraften. Es ist dabei egal, ob die Repression zuschlägt, wenn die Linke noch nicht die Herrschenden vertrieben hat, oder aber die alten Herrschenden sich nach der Revolution neu sammeln und von außen die Revolution angreifen. Repression ist beides - und für beides gibt es Beispiele: Die Linke in Deutschland konnte im Nationalsozialismus mit kläglichen Resten nur deshalb überleben, weil eben vertikale Strukturen bestanden, und zwar nicht nur bei der Agitation auf der Straße, sondern selbst in den Konzentrationslagern. Wie stellt ihr euch eigentlich die Selbstbefreiung von Buchenwald vor, mit Hilfe einer VV? Oder aber den Widerstand in Frankreich, Jugoslawien, Griechenland, Albanien und Italien? Wie glaubt ihr, konnte die Rote Armee die faschistische Bestie bis nach Berlin verfolgen? Wir haben schon immer vermutet, dass Antideutsche mit Antifaschismus rein gar nichts zu tun haben, hier zeigt sich eklatant die Distanz zur Geschichte der Linken, die auch unsere ist. Selbstverständlich ist es notwendig, auch nach der Revolution Strukturen zu haben, die die Verteidigung organisieren. Das zeigt der faschistische Überfall auf die Sowjetunion, dies zeigen aber auch die imperialistischen Angriffe auf Kuba und Nicaragua, oder aber die Militärputsche gegen missliebige Regierungen wie von Mossadegh im Iran oder Lumumba im Kongo. Egal was wir wollen, die Repression zwingt uns dazu, vertikale Strukturen zu unterhalten. Und damit diese nicht wieder in einen Personenkult und zur Internierung und Liquidierung linker Kritik und Opposition führen, ist es notwendig, diese Strukturen genau zu diskutieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Eine Haltung, die dies schlicht leugnet, wird jedoch verdammt sein, die Geschichte zu wiederholen.
Des weiteren ist die Kritik der Inhalte-AG an unserer Position eine einzige Heuchelei. Wer auf der einen Seite gegen vertikale Strukturen wettert, sollte nicht Sachverhalte verdrehen oder mit Unterstellungen arbeiten, denn beides reproduziert vertikale Strukturen.


AVANTI - Projekt undogmatische Linke in "Kopenhagen 2002" Nr. 2 (S. 1/2)
Das bedeutet für uns, dass wir bei Aktionen und Demonstrationen die Anweisungen der gewählten Demonstrationslettungen befolgen und nach Möglichkeit unterstützen werden. Im Fall von Polizeiübergriffen ist ein gemeinsames, solidarisches Handeln besonders wichtig. Gegengewalt ist dazu häufig gerade nicht geeignet, da sie eine chaotische, für alle Seiten unkontrollierbare Situation schaffen kann. Aus dieser  Überlegung heraus akzeptieren wir die Festlegung der dänischen Bündnisse, die auch Gegengewalt gegen Polizeiübergriffe ablehnt.
Mehr Beispiele
Kopiersklavin

Zum Bild rechts: Total "witziges" Vorwort im Informationsdienst Verkehr von Umkehr e.V. Menschen werden als ZuarbeiterInnen degradiert und konstruiert.

Nur wer Einheitlichkeit bildet, ist für die AAB (Antifa Berlin) ernst zu nehmen
Aus einem Interview mit der Jungen Welt, 1.2.2003
Wenn eine politische Gruppe in einer solche zentrale Frage [gemeint ist der Irak-Krieg] keine Position beziehen will oder kann, ist sie nicht ernstzunehmen.

Ideologie: Die Liebe der Linke zu Autoritäten

Junge Welt, 23.8.2005 (S. 8)

Junge Welt mit Unterzeile: "Hoffnungsträger Lateinamerikas: ..." - 5 Regierungschefs.

Texte zu Grenzen, Ausgrenzungen, Streitkultur, Debatte und Beliebigkeit

Texte zu politischer Organisierung
Es geht viel schlimmer ...
Verhaltens- und sogar Dresscodes - autoritär durchgesetzt

Aushang (mehrfach, aber anonym) auf dem Klimacamp 2016 ++ im Original
Schwarze Widerstandssymbole auf weißen Köpfen?!
Dreadlocks sind genau wie Irokesenschnitte, gedehnte Ohrläppchen und Tätowierungen inzwischen besonders in linken Kreisen weit verbreitet. Zum einen dienen sie als Szene-Code, zum anderen als Zeichen des Widerstandes gegen eine Kultur, in der die meisten der überwiegend weißen, jungen und gebildeten Aktivist*innen ein enorm privilegiertes Leben führen. Den Ursprung dieser Symboliken kennen die wenigsten.
Als Ausdruck tiefer Spiritualität und Abkehr von allem weltlichen (inklusive Kämmen und Bürsten) entstammen Dreadlocks sowohl dem afrikanischen (Rastafari) als auch dem indischen (Sage, Yogi) Raum. Erst zur Zeit der Sklaverei erhielten sie durch die unzähligen gefangenen und versklavten Personen aus Indien und Afrika Einzug in die USA, wo sie später von der Schwarzen Bürgerrechts- und Black Power-Bewegung der 1950er und 1960er Jahre aufgegriffen worden sind. Gemeinsam mit dem Afro-Look wurden sie zum Symbol des Widerstandes gegen Marginalisierung, Imperialismus und weiße Schönheitsnormen.
In diesem Kontext, wirkt es geradezu absurd, dass Weiße sich heutzutage dieser Symboliken bedienen. Doch im Gegensatz zu den vielen Schwarzen Personen, die sich durch diese Aneignung wütend und verletzt fühlen, scheint das den meisten Weißen irgendwie nicht klar zu sein. Dabei gibt es diese Kritik auch im deutschsprachigen Raum.
Wenn PoC in der Öffentlichkeit Saris, Bindis oder Turbane tragen, dann gelten sie als nicht integrationswillig und rückschrittlich. Weiße Personen hingegen werden in ähnlicher Kleidung als weltoffen, exotisch und modisch gelesen. Ob sie die Bedeutung kennen oder nicht spielt in erster Linie keine Rolle, weil sie ein Privileg genießen, welches ihnen auf der Grundlage ihrer Hautfarbe zugestanden wird.
Sich Dreads wachsen oder die Ohrlöcher dehnen zu lassen bedeutet noch lange nicht, weiße Privilegien abzulegen. Weiße können problemlos Dreadlocks tragen, ohne dadurch rassistische Implikationen hervorzurufen. Schwarze nicht. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, erscheinen Dreadlocks bei Weißen eher als eine Zurschaustellung von Privilegien, denn als antirassistische Praxis. Weißsein ist in unserer rassistischen und rassifizierten Welt die Norm. Das ist ein Fakt, von dem Weiße profitieren und Schwarze eben nicht. Weiße können es sich aussuchen, für einen gewissen Zeitraum ein bisschen aus der Reihe zu tanzen und vielleicht mal den ein oder anderen skeptischen Blick zu ernten. Für Schwarze ist das Alltag - und zwar ein Leben lang.
Es steht Weißen schlichtweg nicht zu, darüber urteilen, ob bestimmte Praktiken nun rassistisch sind oder nicht. Weiße Privilegien zu reflektieren bedeutet schließlich auch, Deutungshoheit abzugeben und damit aufhören, Schwarze Befindlichkeiten zu relativieren und in Frage zu stellen. Es reicht aus, bei Google die Wörter ,,dreadlocks racism“ oder „dreadlocks cultural appropriation“ einzugeben, um eine Ahnung davon zu bekommen, wieviele Schwarze Menschen sich durch weiße Dreadlocksträger*innen verletzt fühlen. Schwarze Widerstandssymbole haben auf weißen Köpfen nicht zu suchen. Punkt.
Leseempfehlung: Sow, Noah (2009): Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus. München: W. Goldman

Andere über autoritäre Strukturen

Verfassungsschutzbericht NRW 2002 (S. 183)
Da durch den stetigen Rückgang an Aktiven in der Anti-Kernkraft-Bewegung die Masse der Demonstrierenden nicht mehr für sich spricht, sondern zuletzt immer mehr Organisationen dazu über gegangen sind, Sprecher zu etablieren, werden die Strukturen anfällig für Hierarchien und Personenkult - Reizthemen für jene linksextremistisch beeinflussten Kreise, die Herrschaftsstrukturen und Fremdbestimmung entschieden ablehnen.

Umgang mit autoritären Strukturen in linken Zusammenhängen:

Aus einem Mail der Hoppetosse - Mailingliste:
Debatte um Organisationsformen von unten
Die Beliebigkeit hier halte ich für falsch. Ich bin gegen Ausgrenzung, aber für Streit und Diskussion. In "linken" Zusammenhängen gibt es eine satte Mehrheit (zumindest in Deutschland) einer autoritären Linken. Das dabei immer auf Linksruck gedeutet wird, lenkt davon ab, daß das Phänomen eher der Allgemeinzustand ist. Die Forderung nach meinem Rauswurf aus der Liste und der absolute Skandal des Rauswurfs der Projektwerkstatt aus dem Inihaus in Bad Oldesloe (noch dazu im Kungel mit dem Staat/Agenda) sind keine Aktionen von Linksruck, sondern von autoritären linken Gruppen, die oftmals antihierarchische Slogans schwingen. Intransparent, Kungel und Filz, Kader, Mehrheitsabstimmungen oder Vetodiktatur, informelle Zirkel, finanzielle Abhängigkeiten - all das ist Alltag!
Zur Zeit tun wir einfach so, als wäre das alles nicht so schlimm. Nochmal formuliert: Ich bin gegen jegliche Ausgrenzungen, die sich nicht aus politsichen Positionen oder konkret diskriminierenden Verhalten begründet. Aber ich kann nicht einsehen, daß wir einfach so locker hinnehmen, daß weiter die politischen Zusammenhängen in unserem eigenen Umfeld unreflektiert aus autoritären Strukturen bestehen.

Auch die Auseinandersetzung um das Januartreffen hat gar nix bewirkt.

Ich finde es wichtig, daß wir uns offen als Diskussionszusammenhang einer Bewegung von unten begreifen und klar Position dafür beziehen - Kritik ohne Ausgrenzung (statt Ausgrenzung ohne AUseinandersetzung, wie es die autoritäre linke Mehrheit betreibt - gegeneinander und auch gegen Teile von uns, wenn es paßt).

Ich finde nicht, daß Hoppetosse alles und jedes ist. Ich möchte keinen Alleinvertretungsanspruch haben. Aber die autoritäre Scheiße, die in der deutschen Linken abläuft, möchte ich nicht unreflektiert stehen lassen. ICH WILL ETWAS ANDERES ... möchte es entwickeln, möchte mich reiben, reflektieren, eigene Dominanzen benennen, überwinden, kreativen Widerstand aufbauen.

Im Original: Aus der Hoppetosse - Mailingliste ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Zentrale Strukturen gibt es, weil ...
  • jemand oder Leute es so wollen.
  • aus Tradition (weil es mal früher Leute so wollten und alles ein bißchen erstarrt ist bzw. andere Gründe), so schätzte der Mensch Linksruck selbst ein
  • weil Bewegung/Widerstand von unten nicht funktioniert, z.B. aufgrund einer beeindruckend Unfähigkeit zur Selbstorganisierung von Basisgruppen. So schätze ich mal die Projektwerkstatt hier ein, die ja irgendwie auch eine Zentrale für vieles ist - und ohne den energischen Zugriff in Abläufe hinein so manche Aktion, Zeitung, Buch, Broschüre, Internetseite usw. der letzten Zeit nicht funktioniert hätte (diese Beschreibung trifft noch auf viele andere Projekte zu - aber ich wollte mal eine Kritik an mir selbst als Beispiel benennen.
Einige zentrale Strukturen aller drei Typen (gibt es noch mehr?) vertuschen ihre Zentralität ... was es nciht einfacher macht.
Was ich an diesem Gedankengang so spannend finde, ist folgendes: Ich finde, die Debatte um die Skandalösität der Existenz und Wirkungsweise von Zentralen steht zu sehr im Mittelpunkt. Zwar finde ich die Kritik richtig und wichtig (und mische ja kräft mit ;-), aber eine Überwindung zentraler Strukturen führt nicht zu einer Bewegung/Organisierung von unten, denn solange der Punkt 3 fehlt, werden immer irgendwelche Leute aus Idealismus und Willen zur Veränderung Dinge an sich reißen (siehe Genua-Zeitung ... im Zweifel mache ich die halt ziemlich allein - das ist dann zwar immerhin transparent, aber selbst das könnte ich noch ändern, ohne daß jemand sich groß beklagen würde ... leider).
Das Hauptaugenmerk muß daher auf die systematische Organisierung von Basis-Zusammenhängen hin zu einer eigenständigen Handlungsfähigkeit führen. Sie überwindet alle drei Formen der Zentralität. Handlungsfähige Basisgruppen entscheiden selbstverständlich über ihre Aktionen - ob sie selbst was machen, wo sie überregionale Aktionen mittragen, welche Kontakte sie mit anderen Gruppen haben usw.
In zentralen Strukturen haben z.B. die Kontakt miteinander, die den gleichen Namen haben, der gleichen Organisation angehören. Es ist ein bißchen wie eine Familie. Selbstbestimmte Basisstrukturen halten Kontakt, mit wem sie wollen - wo eine Debatte spannend ist, wo es thematisch paßt, wo eine gemeinsame Aktionsidee besteht usw. Das wäre eher eine Wahlverwandtschaft.
Aktuell sind „linke“ Bewegungen eher familiär orientiert. Es wird Zeit für eine Pubertät.

Gegenentwürfe

Links und Infos

Etliche Texte und Zitate sind mit, andere ohne Namen - das liegt zum einen daran, wie wir die Texte bekommen haben, zum anderen können die, deren Texte hier abgedruckt sind, auch selbst bestimmen ... Mail genügt und der Name wird gestrichen bzw. hinzugefügt.