Strategien der BUKO-Eliten
Auszug
aus Junge Welt, 17.5.2002 (S. 5), zitiert wird Thomas Seibert*
Das stellt sich manchem Beobachter
die Frage: Was unterscheidet das BUKO- vom ATTAC-Netzwerk? Wollen beide
nicht das gleiche? Schließlich gibt es sowohl hinsichtlich der
Terminologie als auch der Organisationsstrutur - also der Betonung darauf,
Teil einer außerparlamentarischen Bewegung zu sein - auf den ersten
Blick viele Überraschungen.
Thomas Seibert, der der die
Hilfsorganisation medico international in der BUKO vertritt, ist unterdessen
nicht glücklich über die nun in der Presse zu findende Aufteilung
in ein eher reformistisches Netzwerk aTTAC und die sozusagen linksradikale
Variante BUKO. Es gehe nicht um Konkurrenz ... neben dem gemeinsamen
Bemühen, rechte und nationalistische Tendenzen hier nicht partizipieren
zu lassen, gebe es gegenwärtig zwei zentrale Linien. Dafür
ständen ATTAC und BUKO. ... Außerdem sei auch bei ATTAC eine
Tendenz zur Radikalisierung erkennbar. Ablesbar an der Bereitschaft,
grundsätzliche Fragen zu stellen und nicht bloß zum Ratgeber
auf dem Weg eines "Modernisierungprozesses" zu werden. ...
"Es gibt mit ATTAC die Übereinstimmung
bei der organisatorischen Form - sprich der Netzwerkstruktur. Die ist
BUKO und ATTAC gemeinsam."
*Seibert ist Funktionär
bei medico, BUKO und ATTAC (gleiches gilt für die neue BUKO-Sprecherin
Jutta Sundermann) - auch hier zeigt sich deutlich die Nähe.
Auszug aus dem "Kurzprotokoll des BUKO-Ratschlages
vom 1.-3.11.2002 in Verden*
ABP und EED** haben sich Bewilligung des diesjährigen Jahresantrages
der BUKO mit scharfer Kritik an den SprecherInnenrat und schriftlich
an den Ratschlag gewandt. Stein des Anstosses sind die Anzeige mit Aufruf
zum Rio-Boykott sowie das Lobbyismus-Positionspapier. ... Der Ratschlag
bezieht folgendermaßen Stellung: ... Andreas und Jutta nehmen
sich des Lobbyismus-Testes an: offenere Formulierungen, kürzen.
*Verden ist inzwischen auch wesentlicher Dreh- und Angelpunkt
der BUKO (Attac, X-tausendmalquer und die PR-Arbeit der Friedensbewegung
sind hier ohnehin schon ... gemacht von Profis der Medienarbeit, die
die Basiszusammenhänge benutzen, um eigene Image- und Pressearbeit
zu betreiben. Mit ihren Inhalten, im Namen aller).
** Finanzierungseinrichtungen der evangelischen Kirche, von denen der
BUKO schon lange abhängig ist.
BUKO- und medico-international-Funktionär
Thomas Seibert auf dem Vorbereitungstreffen zum Sozialforum in Deutschland
am 17.7.2004 in Frankfurt
Der BUKO ist der Dachverband aller undogmatischen linksradikalen
Gruppen in Deutschland.
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BUKO distanziert sich von direkter Aktion
Während des BUKO 2004 in Kassel wurde als Aktion
für Umsonstökonomie ein H&M-Geschäft geplündert
und die Kleidung in der FußgängerInnenzone verteilt. Die
Aktion fand erhebliche Beachtung. Auch BUKO-Eliten warben zunächst
damit - immer mit feiner Nase für Verbandsvorteile. Etwas später
gab es wohl Ärger ... ob sie GeldgeberInnen (der BUKO ist finanziell
vollständig von der Evangelischen Kirche abhängig) oder andere
nicht verprellen wollten oder das Denken der Eliten doch Attac-näher
ist als sie immer zugeben wollten, jedenfalls erschien schließlich
das folgende:
Erklärung des SprecherInnenrats der BUKO zu
den Vorkommnissen in der H&M-Filiale während des BUKO 27
Die BUKO zum BUKO 27 Kaufhausplünderung
während des BUKO 27: Keine adäquate Solidaritätsbekundung
mit den Kämpfen der Menschen und Gesellschaften im Süden.
Im Rahmen des diesjährigen BUKO Kongress in Kassel kam es am
Aktionsnachmittag zu einem spontanen und ungeplanten Vorkommnis, bei
dem in einem Kaufhaus der Kasseler Innenstadt Kleidungsstücke
entwendet und an unbeteiligte Passant/innen verteilt wurden. Der Sprecher/innenrat
der BUKO bedauert diesen Vorfall und hält diese Aktion sowohl
in Form wie auch im Inhalt für falsch und nicht tragbar.
Angeregt durch Diskussionen mit verschiedenen Gruppen und Personen,
darunter auch öffentlichen Geldgebern des BUKO 27, sehen wir
uns veranlasst, offensiver als bisher unsere Ablehnung einer Aktion
in der Kasseler Innenstadt am 22.5.04 zum Ausdruck zu bringen. Nicht
zuletzt deswegen, weil die Aktion in der öffentlichen Wahrnehmung
stark mit dem BUKO 27 und der Bundeskoordination Internationalismus
(BUKO) als dessen Hauptveranstalterin identifiziert wurde.
In Zeiten, in denen Verteilungsspielräume verknappt werden, Armut
steigt und individuelle Existenzsicherung bedroht ist, werden soziale
Kämpfe zunehmend härter geführt. Dies ist ein globales
Phänomen. Die Wahl der Mittel in sozialen Auseinandersetzungen
hängt immer vom jeweiligen Kontext vor Ort ab. Eine Kaufhausplünderung
heute in Argentinien ist etwas gänzlich anderes als eine in Kassel.
Auch wenn man in mancher Hinsicht von einer "Drittweltisierung
der Ersten Welt" sprechen kann, bleibt die Angemessenheit der
Mittel in sozialen Protesten abhängig vom Akteur und dessen gesellschaftlicher
Positionierung. Verteilungskämpfe sind eine Form der Kämpfe
um Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum, eine andere Form ist die,
die beim diesjährigen Kongress der Bundeskoordination Internationalismus
(BUKO) in Kassel unter dem Begriff "Aneignung" diskutiert
wurde.
Aneignung im hier diskutierten Sinn beschreibt nicht einfach ein "Nehmen-und-zwar-umsonst",
vielmehr ist der Begriff "Aneignung" ein Vorschlag, wie
man die gegenwärtige Situation und das Potential des Widerstandes
in den Metropolen und der Peripherie aus einer bestimmten Perspektive
heraus betrachten und beschreiben kann.
Aneignung wird gemeinhin diskutiert als Inwertsetzung immer weiterer
gesellschaftlicher Bereiche - die Aneignung der Natur, genetischer
Ressourcen, des Körpers, Beispiele, in denen bisher unerschlossene
Bereiche dem Diktat des Profits unterworfen und kapitalisiert werden.
Dagegen versuchten wir mit dem BUKO 27 einen Begriff der "Aneignung
von unten" zu entwickeln. Eine "Aneignung von unten",
die über eine rein defensive Verteidigung des Sozialstaates hinausreicht,
die als offensiv gewendetes Projekt - auf die eigene Stärke bauend
- Alternativen einer sozialen Aneignung der Welt diskutieren und ausprobieren
will. Die schlichte Not der Einen vereint sich mit dem Anliegen Anderer,
transparent zu machen, dass die Zumutungen der neoliberalen Politiken
kein Sachzwang und nicht alternativlos sind.
Die Diskussionen um Alternativen zwischen Nord und Süd sowie
innerhalb der hiesigen Linken voranzutreiben ist hier ein wichtiges
Anliegen. Dabei gibt es verschiedene Ansätze und auch Trennlinien.
Widerstand gegen die Inwertsetzung genetischer Ressourcen beispielsweise
verlangt andere und neue Formen des Protests. "Aneignung"
ist ein Arbeitstitel, der unterschiedlichste Menschen mit entsprechenden
Formen des Widerstandes zusammen in die Diskussion und so in einen
Suchprozess nach gesellschaftlichen Alternativen bringen soll.
Beim Kongress BUKO 27 im Mai diesen Jahres sollte im Rahmen eines
Aktionstages versucht werden, das Kongressthema "Aneignung"
vor Ort zu kommunizieren und der Bevölkerung näher zu bringen.
Eine Aussaat-Aktion der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie oder das
Straßentheater der BUKO Pharmakampagne sind Beispiele gelungener
Vermittlung durch öffentliche Aktion. Der Aktionsnachmittag war
ein Experiment, das von den Teilnehmer/innen positiv aufgenommen und
von verschiedenen Gruppen genutzt wurde.
Gleichwohl stieß das Konzept an seine Grenzen. Spontan hatte
sich eine Gruppe zusammengefunden und in einem Kaufhaus der Kasseler
Innenstadt Kleidungsstücke entwendet und an Passant/innen verteilt.
Im Gegensatz zu den anderen Aktionen war diese nicht mit der BUKO
abgesprochen. Die Aktion wurde dann während des Kongresses unterschiedlich
bewertet und kontrovers diskutiert. Während sich in Publikationen
und Artikeln vielfach positiv auf die Aktion bezogen wurde, gab es
viele kritische Stimmen: Plünderungsaktionen seien in diesem
Kontext nicht hinnehmbar, so die Einen; Andere betonten, dass das
Thema Aneignung auf eine solche Weise nicht vermittelbar sei und der
Aktion ein vereinfachter Begriff von Aneignung zu Grunde läge;
wieder Andere kritisierten die Gefährdung von Flüchtlingen,
die am Kongress teilnahmen, oder die Gefährdung der BUKO als
Veranstalterin, die in der Öffentlichkeit mit dieser Aktion identifiziert
werden würde.
Auch innerhalb der BUKO-Strukturen kam es zu unterschiedlichen Bewertungen.
Die BUKO versäumte es in dieser Situation, mit einer eindeutigen
Stellungnahme in die Öffentlichkeit zu gehen. Der Sprecher/innenrat
hält die Aktion sowohl in Form als auch im Inhalt für falsch
und nicht tragbar.
Dabei beziehen wir uns auf die schon oben erwähnte Kritik. Wir
hätten uns gewünscht, durch symbolische Aktionen eine Brücke
zu schlagen zu der Frage nach sozialen Rechten und Ausschluss von
der Teilhabe an gesellschaftlichem Reichtum. Die genannte Aktion sprengte
diesen symbolischen Rahmen. Darüber hinaus betonen wir, dass
sich Debatten und Aktionen innerhalb der BUKO und auf ihren Kongressen
daran zu messen haben, ob sie einen Bezug zu den Lebensbedingungen
und Kämpfen der Menschen und Gesellschaften im Süden herstellen.
Linker Aktivismus, der den Ausschluss von gesellschaftlichem Reichtum
kommunizieren möchte, kann sich zudem nicht auf einen Robin Hood-Gestus
berufen, wenn er nicht an eine soziale Bewegung anknüpft, mit
der er gemeinsam auch die Mittel seines Protestes reflektiert.
Der Sprecher/innenrat will mit dieser Positionierung nicht die Kongressteilnehmer/innen
in Befürworter/innen und Kritiker/innen der Aktion sortieren,
sondern dazu beitragen, dass Aktionsformen als Teil des politischen
Inhaltes, den sie transportieren, reflektiert werden, um solcherlei
Kurzschlüsse zukünftig zu vermeiden.
Der SprecherInnenrat der BUKO, Hamburg, 27.10.04
Debatte darum ...
Mailing und Antworten auf der Liste "Hoppetosse
- Netzwerk für kreativen Widerstand"
diese aussage und die "struktur" (ich halte
mich hier im sprachgebrauch zur ück!) der buko führten bei
mir dazu >>> löschung aller links zur buko und ablehnung
derselbigen als gesellschafts kritische gruppe!!!
Die buko ist ......... (ich halte mich hier im sprachgebrauch zurück!!!)
......... und zum schluss sprechen diese aussagen der buko-funktionäre
( kotz) für sich.
ich würde empfehlen: mal locker bleiben. welcheR
einerseits kohle für
politische aktionen haben will muss sich andererseits - gerade um
dieses zu erhalten - unter den herrschenden bedingungen verbal eben
manchmal etwas verwinden. und da finde ich die erklärung des
sprecherInnenkreises durchaus gelungen.
ich finde diese Position (also ich meine Deine),
naja, ich will mich mal vorsichtig ausdrücken, "unpolitisch".
Sie geht davon aus, dass so ein Papier einfach nur der Absicherung
nach außen dient und sonst keinen Effekt hat. Das erwarte
ich aber nicht. Es gibt ständig solcherlei Erklärungen,
z.B. gegen Illegales, gegen Militantes - und immer geht es denen,
die sowas machen, um Geld, Renomee, Zugang zu Elitenkreisen usw.
Meist meinen sie es nicht so. Aber: Sie prägen erstens den
Diskurs der Ausgrenzung des "Bösen" und zweitens
liefern sie denen die Munition, die solche Positionen ernst meinen.
Das einzuberechnen und zu reflektieren, würde ich von TurbostrategInnen
vom Schlage des Buko schon erwarten. Ihre Aussagen werden bei
passender Gelegenheit benutzt werden - und daher sind sie mehr
als Taktik. Und daher finde ich persönlich es auch wichtig,
den BUKisten deutlich zu machen, dass es eine Widerlichkeit ist,
dass da immer irgendwelche Eliten irgendwelche Aktionen kommentieren
müssen. "Wir haben mit der Aktion nichts zu tun"
wäre taktisch sinnvoller gewesen, weil den Arschlöchern
dieser Nation damit keine Steilvorlage gegeben wird. Es ist eine
lange Serie solcher Vorgänge, die ich kenne. ständig
müssen Greenpeace, Attac & Co. zu irgendwas schnattern,
wo sie einfach sagen können, dass es mit ihnen nichts zu
tun hat.
Hinzukommt noch, dass BUKO-Leute auch schon mit der Aktion für
ihren Verband geworben haben. Das ist natürlich doppelt infam
- immer das Beste für sich rausholen. Wenn etwas gut wirkt,
für sich den Ruhm zocken und es instrumentalisieren. Wenns
es schlecht kommt, sich distanzieren und die AkteurInnen in den
Dreck treten. Modernes Verbandsmanagement halt.
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Wird die Bundeskoordination
Internationalismus zum Attac für Linke? Impressionen vom 25. BUKO
in Frankfurt ...
Abschrift Meckerecke BUKO25
Aus der Hoppetosse-Mailingliste
Unglaublich, ich
faß es nicht ... (oder doch, war ja eigentlich klar ...)
Da habe ich mit
meinen teilweise die übliche Verwunderung („ach der Bergstedt
...“) hervorrufenden Kritiken am BUKO wohl sehr genau ins Schwarze
getroffen. Am 17. Mai nämlich erscheint ein Text in der Jungen
Welt, in der mit Zitaten von Thomas Seibert geschildert wird, was der
Unterschied zwischen BUKO und attac ist.
Ich hatte ja schon
während der Vorbereitung des BUKO den Eindruck gehabt, hier wird
ganz klar attac kopiert - und zwar für den Bereich der Gruppen, die
attac wegen der peinlichen inhaltlichen Positionen nicht erreicht. Auf
dem Kongreß wurde das offensichtlich:
- überall
das neue BUKO-Logo
- ständiges
Gerede vom neuen Organisationsansatz, der Offenheit usw.
- Top-ReferentInnen
statt Organisierungsdebatte
- und in
den neuen Vorstand für diesen Neustart dann die Frau gewählt,
die auch in den ersten Monaten von Attac die Macherin und Harmonisiererin
war. Und schon auf den Podien des BUKO war Attac am besten vertreten.
Der Junge Welt-Text
beseitigt die letzten Zweifel an der neuen Strategie. Hatten wir
uns bislang aufgeregt, daß Attac sich selbst als Mittelpunkt der
Bewegung bezeichnet, so ist die Lesart nun neu: „Insgesamt sei
die globalisierungskritische Bewegung im Augenblick ein extrem diffuses
Bündnis. Und neben dem gemeinsamen Bemühen, rechte Tendenzen
rauszuhalten und nationalistische Gruppen hier nicht partizipieren zu
lassen, gebe es gegenwärtig zwei zentrale Linien. Dafür ständen
ATTAC und BUKO.“
Noch Fragen?
Auf dem Kongreß wurde auch sichtbar, daß ATTAC- und BUKO-Leute
sich glänzend verstehen trotz aller Kritik aneinander, die zur
Show immer vorgetragen wird, damit sich die Menschen leichter einfangen
lassen für eines von beidem. Doch Seiberts Position wird in der
Jungen Welt sehr attac-freundlich: „... sei auch bei ATTAC eine
Tendenz zur Radikalisierung erkennbar. Ablesbar an der Bereitschaft,
grundsätzliche Frage zu stellen nd nicht zum Ratgeber auf dem Weg
eines „Modernisierungsprozesses“ zu werden.“ Und dann
wörtlich: „Es gibt mit ATTAC die Übereinstimmung bei
der organisatorischen Form - sprich der Netzwerkstruktur.“ Auf
dem Kongreß der BUKO wurde auch ein Motto kreiert für den
Abschluß: „Eine andere Globalisierung ist möglich!“
Der Unterschied zu ATTAC ist überdeutlich ...
Warum ich das
schreibe: Weil ich das für wichtig halte. Die Politik der BUKO
wird erneut ziemlich gefährlich sein. Die positive Einstellung,
sich organisierung zu lassen, bei vielen Menschen, die ich noch vor
wenigen Monaten als VerfechterInnen von Selbstorganisierung kannte,
hat bei mir alle Alarmglocken gesetzt. Wie damit umzugehen ist, ist
unklar. Die BUKO wird versuchen, massiv Gruppen aufzusaugen, die uns
inhaltlich deutlich näher stehen. Herrschaftskritik? Ja super,
das haben wir auch, macht doch bei uns mit ... blabla. Kaum jemandem
wird auffallen, daß die Spannung zwischen BUKO und Attac viel
Schau ist und viele DoppelfunktionärInnen sind. Die Idee von „Organisierung
von unten“ ist schon das Gegenstück zu beidem - was auch
immer ich mit dieser Überzeugung anfangen. Denn 1000-Leute-Prozesse,
mehr Geld und Hauptamtliche bieten eine bequemere Politnische als die
Selbstorganisierung ... und nicht jedeR/S kann soviel Freude selbst
dann aus der Aktion ziehen wie einE Felidäe, die einsam den PinkSilver-Block
in Stuttgart darstellt ... ;-)
Gruß
... Jörg
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Pressestimmen zum BUKO
Auszug
aus Junge Welt, 13.5.2002 (S. 4)
In der Abschlußerklärung
"Eine andere Globalisierung ist möglich" wurde zur Internationalisierung
des antikapitalistschen Widerstands aufgerufen. Nicht nur durch diese
vermeintlich kreative Parole sahen sich einige Kongreßteilnehmer
bestätigt, die im BUKO zunehmend die Tendenz eines ATTAC-Plagiats
sehen.
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Thomas Seibert
Der ist nicht nur beim BUKO, sondern tritt als medico, Interventionistische Linke oder Fantomas auf - vor allem aber immer mal wieder als selbstinszenierter Vordenker radikaler Linker. Für die definiert er dann, was sie denkt.
- Auf einer Vorbereitungstagung zum ersten Sozialforum in Deutschland stellt Seibert den BUKO als Dachverband aller undogmatischen Linken dar - natürlich ohne die zu fragen
Eine ständig wiederkehrende Leier ist Seiberts Behauptung, "die Linke" (von ihm immer als Einheit mit seiner Definitionsgewalt über Geschichte und Orientierung) hätte Anfang der 90er Jahre eine Schwächephase gehabt. Als Beispiel sei ein Auszug aus seinem Text "Organisation und soziale Bewegung" im Buch von Engelke/Klein/Wilk, "Soziale Bewegungen im globalisierten Kapitalismus" (Trotzdem-Verlag) zitiert:
Für die Neoliberalen Ideologen markierte der Zusammenbruch des staatssozialistischen Blocks im globalen Triumph der westlichen Demokratie und der Freiheit des Welthandels das "Ende der Geschichte". Für eine gewisse Zeit schien einiges für diese Annahme zu sprechen. In atemberaubender Geschwindigkeit zersetzten sich sämtliche politischen Formationen, die für sich in Anspruch genommen hatten, das Prozessieren des Kapitals regulieren oder gar brechen zu wollen. Dies gilt nicht allein für die realen "Sozialismen", sondern auch für die Parteien und Gewerkschaften der europäischen Sozialdemokratie, für die aus den antikolonialen Kämpfen hervorgegangenen Entwicklungsstaaten, zuletzt auch für die "neuen sozialen Bewegungen" der Metropolen und die ihnen verbundene "neue Linke". Sie alle werden mit dem Anbruch der neunziger Jahre entweder für die neoliberale Transformation des kapitalistischen Weltsystems funktionalisiert oder bis zur vollständigen politischen Bedeutungslosigkeit marginalisiert. Dass dabei auch Machtapparate beseitigt wurden, die jahrzehntelang soziale Revolten rekuperiert oder kanalisiert hatten, ging im Lärm eines "antimarxistischen Konzerts" (Derrida) unter, das die Wahrnehmung der "Restlinken" ähnlich paralysierte wie das weiße Rauschen eines leerlaufenden TV die eines trunkenen Schläfers im Fernsehsessel.
Da mögen sich viele wundern, denn soziale Bewegung ist keine Einheit (auch wenn selbige durch Typen wie Seibert immer wieder inszeniert wird - sie entsteht aber wie Volk und Nation nur durch das Reden über sie und in ihrem Namen). So gibt es breite Kreise sozialer Bewegung, für die die 90er Jahre eher eine Hochphase waren. Genannt sei die Jugendumweltbewegung als letzte große politische Jugendbewegung der Republik. Aber was interessierts die Großkopferten, die ohnehin gewöhnt sind, die Realität durch ihre Reden und Texte zu erschaffen ...
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