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Materialversand

"Linke" und andere Medien
pseudo-radikal, gegen Bewegung, pro-staatlich

Konkret 5/2001 zu den Castor-Protesten (mit zwei Anmerkungen vom Webmaster)
Justus Wertmüller
Sieg im Öko-Jihad
Wer auf das schreckliche Wandervogellied „He, ho, spann den Wagen an“ sich einen neuen Text macht und auf Bahngleisen hockend mit Gesinnungskumpanen absingt, ist nicht bei Trost. Mit solchen selbstgestrickten Gesellen paktiert man nicht, man meidet sie, weil sie die Heimat schützen, weil sie für örtliche Großgrundbesitzer den Deppen machen und weil sie als ehrenamtliches Team tagelang das gewaltfreie Spiel ohne Grenzen mit ihrem für den Einsatz wenigstens angemessen vergüteten Partner, der Polizei, aufgeführt haben.
Trotzdem sind wieder sogenannte Linksradikale ins Wendland gefahren, wg. Äkschn und weil sich ja vielleicht doch etwas zuspitzen könnte, gesellschaftlich. Mit dem Steuerzahler, der nach der Lektüre des großen Konz das Finanzamt um 13,98 DM behumst, vergleichbar, freuen sich ansonsten eher dem revolutionären Fortschritt zugeneigte Leute zusammen mit der bundesrepublikanischen Spaßgesellschaft über die hohen Kosten eines Polizeieinsatzes und die Verspätung des Castor-Transports und verbuchen beides unter Sieg. Was für ein Sieg. Die Polizeiführung zollt den Demonstranten Lob für tadellose moralische Haltung, die Landesbischöfin reiht sich nebst 80 Deeskalationspfarrern in die Bewegung ein, die Fernsehgemeinde fiebert mit ihren Vorortberichterstattern mit, und als wahrhafte Helden lassen sich drei (Anm. von mir: das steht wirklich drei – solche Volltrottel, können nicht einmal zählen) Märtyrer feiern, die in den Öko-Jihad als letztes Mittel das Beinah-Selbstmordattentat per Einbetonierung eingeführt haben.
Zwar raunzte der Innenminister pflichtgemäß etwas von schweren Straftaten, aber das gehört zum Ritual, und keiner nimmt es ernst. Was wirklich gespielt wird, zeigte die Medienwelt schon eine Woche nach dem Castor. Schröders Antrittsbesuch bei Bush war Anlaß, das Hohelied der Ökologie zu singen und im umweltfeindlichen Amerika einen imperialistischen Gegner zu präsentieren, gegen den es zusammenzustehen gilt (Anm. von mir: da hat er recht – die Klimapolitik der meisten Ökos ist Scheiße und eurozentristisch).
Man mag die Grünen wegen des Verrats am Atomausstieg noch so sehr kritisieren, alle Versuche, diese Partie mit der ihr eigenen Ideologie links zu überholen, landen rechts: Wer das Bündnis mit veganen Zivilisationskritikern sucht oder mit Antiimperialisten neuen Schlags, die nicht nur für die Befreiung irgendwelcher Völker, sondern auch für das Vieh und seine Tierrechte kämpfen, darf sich nicht wundern, daß, wie geschehen, die einschlägigen Nazinetzwerke gleichzeitig zum Castorprotest und zum Endkampf für ei freies Palästina aufrufen.
Quelle: konkret  5/2001, Seite 43

Konkret 8/2001 zum sozialrassistischen Überfall auf die Projektwerkstatt:
Holocaust
Juli 2001, "Contraste - Die Monatszeitung für Selbstorganisation":
Am 1. Mai 2001 zwischen 0 und 3 Uhr kam es zu einem bewaffneten Angriff von ca. 50 Personen auf die Projektwerkstatt in Reiskirchen-Saasen. Das Besondere am Pogrom gegen die Projektwerkstatt ist nicht der Angriff als solches ... Während der Hausdurchsuchung war Herr Arnold von der Gemeinde Reiskirchen da. Zum Pogrom sagte er nichts ... Zum Pogrom gegen die Projektwerkstatt ...“
(Hinweis: Hausdurchsuchung und Überfall sind zwei verschiedene Ereignisse mit 8 Tagen Abstand. Der Text, der durch die Überschrift "Holocaust" die Projektwerkstatt bzw. die Analyse des Überfalls kritisiert, ist der einzige Texte, der zum Geschehen in der konkret erschien, obwohl der Rest auch bekannt war ... vollständiger Bericht zum Überfall hier ...).

Jungle World im April 2001 zu den GegnerInnen einer Loveparade im Tiergarten:
"Erbärmliche Hanseln"

Graswurzel-Chefredakteur Berd Drücke (der ohnehin recht oft mit ausgrenzenden Attacken gegen kritische Menschen auffällt) nutzt immer wieder seine Macht über das Blatt, um in Texten, Vorwörtern u.ä. gegen andere "Linke" zu hetzen - meist ohne Quellen u.ä. Der Ausschnitt rechts stammt aus dem Editorial der GWR 278

natur&kosmos im Juli 2001 zu den GegnerInnen einer Loveparade im Tiergarten:
Zum einen riskiert Deutschland international seinen mühsam wiedererlangten Ruf von Toleranz und Weltoffenheit. Daß uns dieser alte Stempel diesmal nicht von Skinheads und Neonazis aufgedrückt wird, sondern ausgerecht von Naturschützern, ist schmerzlich genug. Noch schlimmer ist die demonstrative Polarisierung, der Keil, den der Aufstand der Moralisten zwischen Jugend und Umwelt- und Naturschutz treibt; so als sei das Engagement für die Natur nur eine Sache für alte, freudlose Naserümpfer und Stirnrunzler.

Neues Deutschland zu Umweltschutz-von-unten-AkteurInnen und deren Ablehnung des Kyoto-Protokolls:
Auch in Deutschland, wo die Klimaverhandlungen lange die Domäne  professioneller Lobbyisten in den Umweltverbänden gewesen ist, tut sich  einiges. Einige sozialistische Organisationen wie Linksruck planen, ihre  Mitglieder und Anhänger nach Bonn zu mobilisieren. Vor allem aber im  Spektrum der unabhängigen Umweltbewegung, die sich um die  Jugendumweltprojektwerkstätten und die Zeitschrift Ö-Punkte sammelt,  bereitet man sich auf den Klima-Gipfel vor.
Einige schießen dabei allerdings etwas über das Ziel hinaus: Ende Mai  trafen  sich in Augsburg etwa 40 Vertreter studentischer Ökologie Gruppen  und Menschen aus dem besagten Spektrum um u.a. über die Bonner Konferenz  zu beraten. Dabei kam eine Resolution heraus, die unter der Überschrift  „Kyoto-Protokoll wegschmelzen - Klimakonferenz verhindern“ manche  berechtigte Kritik mit viel Unwissen und groben Verallgemeinerungen  verbindet.
... Das Kyoto- Protokoll, dass übrigens noch nicht rechtskräftig ist, da es die meisten  Staaten noch nicht ratifiziert haben, zu Fall zu bringen, wäre also  kontraproduktiv.
Angesagt wäre, mehr politischen Druck auf die entscheidenden Akteure zu  machen. Für Umweltbewegungen in den Industriestaaten müsste das heißen,  dass sie vor allem ihren eigenen Regierungen auf die Füße treten. Doch  hier bleibt das Papier der Ökologen merkwürdig vage. Zwar wird in  allgemeinen Worten angeprangert, dass die traditionellen Umweltlobbyisten  sich auf die Seite der Bundesregierung geschlagen haben, doch fehlt es  vollkommen an einer konkreten Kritik der hiesigen Klimaschutzpolitik.
Da fällt es dann einem „traditionellen Lobbyisten“ wie Helmut Röscheisen vom Deutschen Naturschutzring leicht, den Autoren „Wortradikalismus“ vorzuwerfen.

Pro Normalität und Anbiederung - Zensur radikaler, unerwünschter Aktivitäten

Sozialforum 2005 in Erfurt
Der Prozess zum Sozialforum war durch Apparate auf Bundesebene, insbesondere der PDS und Umfeld, aber auch WASG, Attac, selbsternannten Sprechern der Friedensbewegung usw. dominiert. Als Gegenprojekt wurde versucht, einen "Offenen Raum" auf dem Sozialforum zu organisieren - was nur sehr eingeschränkt gelang. Der Umgang der linken Eliten mit dem Projekt war bemerkenswert: Es wurde weitgehend verschwiegen oder sogar nur für das offizielle Sozialforum geworben:

Bundestagswahl 2005
Das allgemeine Erlahmen von radikalem Protest sowie der Hype um die Linkspartei haben noch größere Teile linker Bewegung zu BefürworterInnen von Wahlen und Parteien gemacht.

Mehr Beispiele für Zensur

Berichterstattung über Anti"globalisierungs"aktionen (zusammenfassend):

Globalisierungsgegner kündigen „Ungehorsam“ an (Überschrift auf der Titelseite)
Dann auf Seite 3:
Wo immer sich heutzutage die Mächtigen dieser Welt treffen, es folgt ihnen die Gewalt. Ob in Seattle oder in Prag, ob in Nizza oder in Göteborg oder, wie zu vermuten steht, beim bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfel in Genua, aus dem Schutz friedlicher Demonstrationen gegen die Globalisierung heraus wird die Staatsmacht angegriffen, es werden Geschäfte verwüstet und es wird geplündert.  Spontane Reaktionen auf Dialogverweigerung der Politik und Brutalität der Polizei sind das nicht. Nein, der schwarze Block bereit sich generalstabsmäßig vor und zieht seine Aktionen rücksichtslos durch. Spaß an der Gewalt und nicht Sorge um die Welt sind die Triebfedern der reisenden Gewalttäter. Nach dem Fußball hat nun auch die Politik ihre Hooligans.
Der Kreis der Straßenkämpfer ist überschaubar. Und das wird trotz aller Fernsehaufmerksamkeit auch so bleiben, weil naturgemäß nur jene wenigen die Grenzüberschreitung in den Terrorismus wagen, die um eines Adrenalinstoßes willen bereit sind, ihre Freiheit und ihr Leben zu riskieren, und das anderer.  ... Wer wegschaut, wenn sich die schwarzen Truppe in die Reihen einschleicht, der macht sich durch Gewährenlassen mitschuldig an der Gewalt. Doppelt mitschuldig macht sich, wer die Polit-Holligans tendenziell auf seiner Seite glaubt. Es ist genau dieser Pawlowsche Reflex der Solidarität, auf den diese setzen, weil er ihnen das schützende Gebüsch verschafft, aus dem heraus sie angreifen und hinter das sie sich flüchen können. ...
(Frankfurter Rundschau, 13. Juli 2001)

Erfolg in Durban
... liegt erstmals in der Geschichte der Vereinten Nationen ein Text gegen Rassismus vor, auf den sich (fast) alle geeinigt haben. Immerhin. ... auch hier gilt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
(aus der Jungen Welt vom 10.9.2001 - vom Redakteur und Minimalreformisten Wolfgang Pomrehn, der auch schon die Klimakonferenz in Bonn hochjubelte, siehe oben. Sämtliche anderen Medien sprachen von einem Mißerfolg.)

Zum internationalen Widerstand:
Über den Hirntod der GlobalisierungsgegnerInnen
... anekelnden Mief von Volksküchen ... ist sich nicht einmal zu schade, sich von MTV interviewen zu lassen. Für die Revolution ist da nur noch als Anglizismus Platz, wan andetuen soll, wenn wir „revolution“ sagen, meinen wir doch nur „flexibiltiy“. ... Wer gegen die Globalisierung des Kapitals wettert, muß zwingend das Kapital selbst und den Nationalstaat bejahen.

Zu den Zapatistas:
... stellte sich schon bald heraus, daß gemäß der neuen Weltordnung und der nun verordneten Ideologiefreiheit die Zapatistas noch nicht einmal die Staatsgewalt brechen wollen ...
In palästine oder Chiapas, auf indonesischen Inseln und in der kosovarischen Hölle kommt das Wesen „nationaler Befreiung“ ganz unverstellt zu Erscheinung: Die bewaffnete Konterrevolution ...Zu den Tute bianchi:
Der neueste Trend der Bewegung kommt aus Italien. Man schwärmt von den „Ya-Basta“AktivistInnen“, den sogenannten „tute bianchi“, die in der Jungle World vorgestellt wurden und nun durch Deutschland tingeln, um ihr – natürlich brandneues – Konzept zu präsentieren, das darin besteht, das Gehirn noch tiefer einzugraben und das letzte Quantum der eh nur in Spurenelementen vorgekommenen Radikalität ad acta zu legen. ... Man verzichtet auf Gewalt und Revolution und plädiert für „zivilen Ungehorsam“ – was heißt, daß „man sich unbewaffnet und mit erhobenen Händen vor ausgebildete Profi-Militärs stellt“. Gute Idee! Letztere schlagen dann natürlich kräftig drauf, was aber auch der Zweck der Aktion ist, die liebevoll die „Rebellion der Körper“ genannt wird. Wenn erst alle verprügelt sind, dann lassen sich einfach alle noch einmal verprügeln ... Vielleicht könnte dieser Verein sein Mißtrauen ja ablegen, wenn eine Partie fordern würde, daß „soziale und ökonomische Belange mit den Bedingungen vo Land, Volk und Ökologie in Übereinstimmung gebracht werden sollen“ (aus dem NPD-Programm). Die Zielgruppe ist jedenfalls  schon jetzt eine ähnliche ...“
(Hinweis: Die Beschreibung der „tute bianchi“ hinsichtlich ihrer Aktionsform mutet irre an – angesichts dessen, daß diese tatsächlich gepolstert, mit Schildern und Helmen sowie teilweise Stöcken in die Konfrontation mit der Polizei gehen).

Über Genua
... nach dem militanten Desaster von Genua ...
(Graswurzelrevolution, März 2002, S. 2)

Bemerkenswerte Beobachtung: Keine linke überregionale Zeitung hat von den pogromartigen, sozialrassitischen Angriffen auf die Projektwerkstatt am 1.5. berichtet, obwohl es vom Thema her für viele sehr gut gepaßt hätte und alle informiert wurden, z.T. direkt angesprochen. Ob da die Abneigung gegen das angegriffene Projekt der Grund ist ...?

taz will Meinungsführer und Elitenzeitung sein
Auszug aus einem Interview mit der taz-Chefredakteurin Bascha Mika, FR 16.4.2004 (S. 20)
In zehn Jahren möchte ich auch das geschafft haben, und dass wird das entscheidende und meinungsführende Blatt für die gesellschaftliche und intellektuelle Elite in diesem Land sind.

Pro Rassismus

Zur Kritik an Israel, daß nur ausgewählte JüdInnen einwandern können, spricht sich die Bahamas diesmal gegen offene Grenzen aus – und zwar mit rassistischen Attacken gegen die Einwanderungswilligen: „sowjetische Juden, die möglicherweise gar keine jüdischen Vorfahren haben, sondern lediglich ihre Dokumente fälschten“. Mensch stelle sich vor, sowas würde Stoiber über AsylbewerberInnen sagen.

Anti-Islamismus, Pro-Westen
Bürgerliche PublizistInnen und Mesnchenrechtsorganisationen haben dagegen die islamistische Gefahr schon ernst genommen, als die Linke in ihrer übergroßen Mehrheit noch imm auf den Erzfeind "USA" eingeschworen war. Dass sich das Anliegen sozialer Emanzipation in der heutigen Situation darauf beschränken muss, die bürgerlichen Menschenrechtskonzeptionen (über deren leere Vesprechen und Widersprüchlichkeiten man sich natürlich keinerlei Illusionen hingeben darf) gegen die menschheitsfeindlichen Angriffe wahnhafter Kollektive zu verteidgen, gehört zu den bittersten Schlüssen, die aus den Anschlägen und den daraus folgenden politischen Entwicklungen gezogen werden müssen.
(Christian Stock in iz3w Oktober 2001, S. 5)

Graswurzelrevolution polemisiert gegen Attac-KritikerInnen

Ebenso altbacken finde ich allerdings auch die übliche Attac-Kritik von militanter Seite: sie ist geradezu reflexhaft und bedient in Selbstgerechtigkeit all Counter-Horrorvisionen es autonom-militanten Bewegungs-Establishments. Nehmen wir nur zwei Beispiele, die sich gar bis in die Spalten der Graswurzelrevolution vorgedrängelt haben: das notorische Ein-Mann-Unternehmen Jörg Bergstedt schreibt da etwa in einem Leserbrief, dass "Attac (nicht von Seiten der Attacies selbst, die aber dann mitgemacht (sic!) haben) sehr gezielt (sic!) gepuscht wurde, um eine Basisbewegung zu verhindern." (GWR 263, S. 19). Das ist schon deshalb albern, weil Attac-Italien und Attac-Frankreich massenhaft in Genua dabei waren. Oder die autonome Gruppe "Schwarze Katze" schreibt in einer Presseerklärung, das "FunktionärInnen von Attac gegen militante AktivistInnen hetzen und die Bewegung spalten." (GWR 264, S. 4). Fur mich als gewaltfreien Anarchisten ist das eine traurige, szenepsychologisch zu erklärende Unfähigkeit, auf neue Entwicklungen und Phänomene anders zu reagieren denn mit sich komplett immunisierender Abwehr. Es ist erschreckend, wie viele Autonome/Militante sich das immer wieder neue Entstehen gewaltfreier Gruppen oder Organisationen nur als Counter-Strategie vorstellen können, und nicht etwas als ein programmatisches und ethisches Bedürfnis vieler junger AktivistInnen, das selbst bestimmt ist und ernst genommen werden sollte. Es kommt ihnen partout nicht in den Sinn, sich einmal zu fragen, warum so viele zu Attac rennen und nicht zum Ex-ö-Punkte-Redakteur Jörg Bergstedt. Und auch nach dem militanten Desaster von Genua ...
(Aus: Fang, Attac! Attac? in: Graswurzelrevolution März 2002)

Antwort:

Militanzhaß verklärt den Blick ...
Zum Artikel „Attac! Attac?“ in der GWR März 2002
Hmmm ... welche Möglichkeit gibt es, auf diesen Text zu antworten. Da macht sich ein mensch (anonym) an das Thema „Attac“. Doch schon kurz nach einer Einleitung findet der offenbar dogmatische Gewaltfreie und Autonomenhasser seine eigentlichen GegnerInnen. Das hat zwar mit dem Thema wenig zu tun, aber so ist das mal untergebracht. In einem langen Absatz wird die Kritik an Attac niedergemacht. Schnell aber wird klar, daß der Schreiber (benutzt für sich einen männlichen Sprachstil, darum nehme ich den auch) sich mit der Kritik an Attac gar nicht auseinandergesetzt hat. Er kennt offenbar nur das, was bisher in der Graswurzelrevolution stand. Und das ist eher nichts – nichts jedenfalls gegenüber den umfangreichen Texten z.B. unter www.projektwerkstatt.de/hoppetosse bzw. http://go.to/tobin-tax, in Erklärungen des BUKO, auf www.de.indymedia.org oder in den Zeitungen iz3w oder „Ö-Punkte“. Vermutlich geht es dem Schreiber aber auch gar nicht darum, sondern er möchte seinen Militanzhaß loswerden und sucht seine Opfer. Daher reduziert er eine Kritik auf das „notorische Ein-Mann-Unternehmen Jörg Bergstedt“ und die autonome Gruppe „Schwarze Katze“. Dann folgen keinerlei Zitate mehr aus den umfangreichen Texten dieser Personen/Zusammenhänge (s. z.B. über http://go.to/tobin-tax), sondern nur ein paar Worte aus dem GWR-Texten. Aber selbst diese stehen einfach so da. Nicht mal die Aussage, ob die blöd sind, falsch oder was auch immer. Und natürlich erst recht nicht, warum. Stattdessen folgen dann etliche Diffamierungen – und die Graswurzelrevolution muß sich als Ganzes fragen, ob sie ein Blatt ist, das irgendwelche Haßtiraden anonym agierender Personen in einem Text unterbringt, bei dem es eigentlich um Attac geht. Psychologisierungen sind klare Diffamierungen in einer Linie von Sexismus, Rassismus & Co. Eine Entgegnung ist gar nicht möglich, denn es erfolgt keine kritische Aussage, nur Schlamm.
So bleibt festzustellen: Viele Militante würden sich zu recht gegen die Schubladenbildung wehren. Weder ich noch die Schwarze Katze sind StellvertreterInnen der Autonomen oder Militanten (und diese beiden Worte gleichzusetzen, ist ohnehin eher blanker Haß als Analyse). Die Kritik an Attac ist von meiner Seite sehr umfangreich. Wenn „fang“ diese „attac“kieren will, so ist das o.k. Der Hinweis, daß ich sie nicht alle beieinander habe, überzeugt mich aber nicht. Zu behaupten, Attac habe irgendwas mit Selbstbestimmung zu tun, auch nicht. Der Höhepunkt ist aber sicherlich der Begriff „nach dem militanten Desaster von Genua“ – wer die Kämpfe dort derart runtermacht, ist der wirklich Dogmatische. Alles, was nicht dem eigenen Hauptwiderspruch Gewaltfreiheit entspricht, ist falsch. Wie wäre es, wenn „fang“ sich mal über die militanten Dauer-Desaster in Argentinien oder die Bombe von Elser gegen Hitler äußern würde. Könnte einiges erhellen über seine „Religion Gewaltfreiheit“.
Aber es bleibt auch ein mehrfaches Schmunzeln ... das fängt an bei der Bemerkung über Attac Italien, das so viele Menschen nach Genua gebracht haben soll (aber tatsächlich damals erade erst im Gründungsprozeß war) und geht nur wenige Seiten später weiter. Dort lädt die GWR zur Jubiläumsfeier (ist es eigentlich anarchistischer Stil, sich über die Dauerhaftigkeit von Strukturen als Selbstzweck zu freuen ... also ohne politische Wirkungsanalyse?). Tja – das verwendete Foto zeigt eine Aktion mit dem von der GWR so konstruierten „Ein-Mann-Unternehmen“ und aus einem Aktionszusammenhang, der definitiv Militanz sinnvoll findet – und zwar immer dann, wenn sie paßt, kreativ agiert und sich inhaltlich vermittelt. Wo also viele Gewaltfreie einfach wegbleiben, weil ihnen wenig oder nix mehr einfällt. Diese Bereiche gibt es – und es gibt auch viele Menschen, die Militanz als Teil des Ganzen sehen, die darüber nachdenken, kreative Formen entwickeln usw. Die dürfen leider in der GWR nicht schreiben. So wie „fang“ mit seinem Begriff, daß sich da zwei Militante „vorgedrängelt“ hätten in die GWR, zumindest den Verdacht erregt, daß er eine Zensur richtig fände – er rennt damit bei der GWR lediglich offene Türen ein).
. B.– immer ein Ein-Mensch-"Unternehmen", weil kein Mensch für andere reden kann. Viele bilden sich leider das Gegenteil ein und reden so als Gruppe ...

LeserInnenbrief

Hallo liebe GraswurzlerInnen, mir sind in Fangs Artikel über attac? (GWR 267) einige Dinge so übel aufgestoßen, dass ich sie einfach nicht unkommentiert stehen lassen kann und will. Dies betrifft besonders die Auseinandersetzung mit „autonomen“ attac?-KritikerInnen.
Fang schreibt:
>Nehmen wir nur zwei Beispiele, die sich gar bis in die Spalten der
>Graswurzelrevolution vorgedrängelt haben
Was heißt denn hier bitte „vorgedrängelt? Es steht ja wohl jeder und jeden frei, LeserInnenbriefe, Artikel etc.  an die GWR zu verschicken - und es ist und bleibt der GWR-Redaktion überlassen, ob sie diese nun veröffentlicht oder nicht. Wieso also diese diffamierende Wortwahl? Aber in diesem Stil geht es weiter, so wird z.B. Jörg Bergstedt wird als „notorisches Ein-Mann-Unternehmen“ bezeichnet. Sehr solidarisch aber auch ...
Soweit zum formalen. Inhaltlich muss ich dem/ der Autor/in wohl zu Gute halten, dass sie wohl auch Kind der „PISA-Generation“ ist und daher offensichtlich eine recht eingeschränkte Texterfassungsfähigkeit besitzt (wo wir doch schon beim Thema Polemik sind ... ;-) ). Wie sonst ist zu erklären, dass Jörg Bergstedts Aussage, dass „Attac sehr gezielt gepusht wurde, um eine Basisbewegung à la Italien zu verhindern“ mit dem Argument widerlegt werden soll, dass „Attac-Italien und Attac-Frankreich massenhaft in Genua dabei waren“. Egal ob mensch nun den (tendenziell) verschwörungstheoretischen Ansatz Jörg Bergstedts teilt oder nicht - er wird durch Fangs „Argument“ in keinster Weise widerlegt, da es ja wohl absolut möglich ist, dass es in Italien unabhängig von attac? eine Basisbewegung gibt (z.B. die Sozialforen). Auf die Behauptung „Medienhype“ geht es im Grunde gar nicht ein. Dabei wäre es schon mal interessant, sich zu fragen, warum (ausgerechnet) attac? in D-land nach Genua eine derartige Medienpräsenz bekam dass es sich als „Vertretung“ der gesamten Bewegung aufspielen konnte, obwohl es damals nur einen eher kleinen Teil dieser ausmachte und ob diese Präsenz nicht vielleicht doch ein ganz klein wenig mit dem Wachstum von attac? zusammenhängt.
Noch krasser ist allerdings der Umgang mit dem Statement der „autonomen Gruppe ‚Schwarze Katze‘“. Diese hatte doch glatt behauptet, dass „FunktionärInnen von Attac gegen militante AktivistInnen hetzen und die Bewegung spalten“. Das ist aber zunäxt einmal ein klarer Fakt und wer´s nicht glaubt, sollte mal auf www.attac-netzwerk.de vorbeischauen und sich die Statements der (selbsternannten) Führungsclique zu Göteburg und Genua zu Gemüte führen. Mit dem Zitat wird in keinster Weise ausgesagt, dass Gruppen wie die „Schwarze Katze“ „sich das immer wieder neue Entstehen gewaltfreier Gruppen oder Organisationen nur als Counter-Strategie vorstellen können“. Es geht vielmehr darum, nicht auf Spaltungsmechanismen hereinzufallen und sich an Hand der Gewaltfrage in „gute“ und „böse“ AktivistInnen auseinanderdividieren zu lassen. Das bedeutet nicht, dass mensch Gewalt für das richtige Mittel halten muss, aber solche Strategiedebatten sind szeneintern zu führen und sollten ohne ein dermaßen denunziatorisches Verhalten à la attac?-Führungsclique und mancher attacis auskommen.
Wenn mensch, wie von Fang vorgemacht, die Beurteilung von attac?  hauptsächlich an Hand der Gewaltfreiheit vornimmt, ist der erste Schritt in die Tobinisierung schon vollzogen und es erscheint dann auf einmal als für Libertäre evtl. sinnvolle Option in diesen Laden einzutreten. Da spielen dann weder deren absolut unsolidarisches Verhalten, ihre Vereinnahmung großer Teile der Bewegung, ihr positiver Bezug auf Staat und bürgerliche Demokratie, ihr Minimalstreformismus (Einführung einer - von einem liberalen Ökonom zur Stabilisierung der Finanzmärkte erfundenen - zusätzliche Steuer) etc. noch eine große Rolle - schließlich will AnarchistIn auch ein Stück vom Kuchen. Artikel wie der Fangs können bei mir nur entsetztes Kopfschütteln auslösen.
Anarchie & Luxus
M. aus Leipzig

Nur ein paar Ergänzungen diesmal:
>Noch krasser ist allerdings der Umgang mit dem Statement der „autonomen
>Gruppe ‚Schwarze Katze‘“.
Witzig ist ja überhaupt das „autonom“ - wer auf die Webseite guckt merkt doch recht schnell, dass Schwarze Katze anarchistisch ist (ich muss es ja wissen...), das ‚autonom‘ also vor allem verwendet wird, um die Gruppe der Militanten aufzubauen ...

>Mit dem Zitat wird in keinster Weise ausgesagt, dass
>Gruppen wie die „Schwarze Katze“ „sich das immer wieder neue Entstehen
>gewaltfreier Gruppen oder Organisationen nur als Counter-Strategie
>vorstellen können“.
Ja find ich auch. Das Problem ist, dass ‚fang‘ Gewaltfreiheit als Hauptwiderspruch konstruiert und darüber verschweigt, dass die Kritik an Attac gerade aus der Hoppetosse Debatte sehr differenziert ist. Darum ging es dem Schreiber ja auch gar nicht.

Weitere gezielte Falschberichterstattungen

Die genannten Beispiele sind nur wenige. Bemerkenswert ist die zunehmende gezielte Verfälschung von Berichten über politische Aktionen gerade in selbsternannte "linken" Blättern, also z.B. Junge Welt, Neues Deutschland, Jungle World, Graswurzelrevolution usw., aber auch FR, taz und Spiegel. Deutlich sichtbar ist das Eigeninteresse der JournalistInnen, ihre Sichtweise einzubringen bis hin zur Erfindung von Geschehnissen. So wurden mehrfach Aktionen und inhaltliche Positionen unabhängiger Aktionsgruppen so wiedergegeben, daß sie hinterher gut kritisiert werden konnten. Oder sie wurden gänzlich verschwiegen.
Beispiele:

Die Welt - Original und Fälschung

Original ...

Mail der Welt am Sonntag mit telefonisch abgesprochener Textfassung:
Hallo, Herr Bergstedt,
hier die zweite, zwischen uns beiden absprochene Version:
Berlin/Genua –  Deutsche Kapitalismus-Gegner wollen von der Bahn AG die Gratis-Anreise zu Protest-Aktionen beim G-8-Gipfel in Genua erzwingen. Gegenüber WELT am SONNTAG kündigte Jörg Bergstedt, Aktivist der Kapitalismus-Gegner, an: „Wir wollen aus den Aktionen gegen die Klimakonferenz heraus am Abend des 19. Juli auf dem Bonn Hauptbahnhof einen Zug kapern und damit nach Genua fahren.“ Auf die Frage, wie die Demonstranten auf einen Polizei-Einsatz gegen sie reagieren würden, antwortete Bergstedt: „Ich hoffe, dass wir in der Lage sind, es der Polizei mit sehr kreativen Formen gewaltfreien Widerstandes sehr schwer zu machen.“
Viele Grüße aus Hamburg, Günther Lachmann
 

... und Fälschung!

Auszug des entsprechenden Absatzes aus dem tatsächlichen Text der Welt am Sonntag vom 24.6.2001:
Zünden sie jetzt Salzburg an?
Globalisierungs-Gegner bereiten neue Proteste vor. Salzburg soll zum Schlachtfeld werden, in Genua wollen sie Polizisten als Geiseln nehmen
Von Günther Lachmann
...
Deutsche Politik-Holligans konzentrieren ihre Vorbereitungen auf den Genua-Gipfel. Dabei kündigen sie sogar erstmals offen eine Konfrontation mit der Bahn an. Gegenüber WELT am SONNTAG sagte Jörg Bergstedt, Aktivist der Kapitalismus-Gegner: „Wir planen, aus den Aktionen gegen die Klimakonferenz heraus am Abend des 19. Juli auf dem Bonner Hauptbahnhof einen Zug zu kapern und damit zum G-8-Gipfel nach Genua zu fahren.“ Sie wollen sich auf dem Bahnsteig versammeln, in den Zug einsteigen und ohne Tickets die Fahrt nach Genua erzwingen. Gipfel-Gegner sprechen von einem „Gratiszug“. Auf die Frage, wie die Demonstranten auf einen Polizei-Einsatz gegen sie reagieren würden, antwortete Bergstedt: „Ich hoffe, dass wir in der Lage sind, es der Polizei mit sehr kreativen Formen gewaltfreien Widerstandes sehr schwer zu machen“.
Der ganze Text mit weiteren Sensationsstories zu Polizisten als Geiseln, angemieteten Leichenhallen in Genua und Zitaten aus der „Internetzeitung“ (steht da wirklich) namens „Bewegungsmelder“ unter ...

Diskussion mit Indymedia (zur Quelle)

München interessiert nicht? (08.01.2002 20:56)
Was geht ab? Ist bei den Vorbereitungen zur NATO-Tagung niemand von Indymedia beteiligt, daß dieses Thema hier so behandelt wird, der geniale Aktionsplan und weitere Texte der MünchenerInnen nicht mal auf die Titelseite kommen u.ä.? Seltsam seltsam ...  wie so manches andere, was auf den Titel kommt und was nicht ...
NachfragendeR

Antwort (08.01.2002 21:40)
Für Fragen dieser Art sind die Moderationskriterien aufgestellt worden. Ausser einigen Flugblättern und einfachen Aufrufen hat hier noch nimand was gepostet. In der Woche davor wird es hier selbstverständlich wieder ein fettes Feature in der Mittlspalte geben.  Also, wenn Du Zeit hast: recherchiere, schreib was zum Thema und zum Hintergrund....
Pete

Unglaublich ... (09.01.2002 17:28)
Bloss weil „Ihr“ (keine Ahnung, wie das Ganze überhaupt so abgeht) die Texte nicht auf den Titel holt, jetzt zu behaupten, es gäbe keine, ist ziemlich frech - und eigentlich bester Stil von Dominanzstrukturen. Zur Zeit läßt sich durch Klick auf „Alle Beiträge“ ja noch gucken - was ich auch getan hatte. Nur ein Beispiel: Der Aktionsplan für München blieb da hängen. Aber beim Hin- und Herklicken und Lesen der Moderationskriterien kommt ja nicht nur hier der Verdacht auf, daß alle gleich, nur manche gleicher sind. Beispiele:
Vorankündigungen gibts nicht. Ach so - außer ausgewählten in Berlin und Hamburg (sind ja jeweils Indys beteiligt, stellt sich doch die Frage). Mahlers Rede kommt auf den Titel - und dann schnell wieder runter ohne Erklärung. Die Moderationskriterien sind schön zu lesen, aber eben nicht die Realität. Dabei soll da hier keine Kritik an Indy sein, sondern an der dahinterstehenden Dominanzstruktur, deren Existenz natürlich verneint wird. Aber das gehört IMMER dazu.
NachfragendeR

Steckt da was anderes dahinter? (09.01.2002 19:47)
Ich habe ein bischen den Eindruck, als wenn es um was anderes ginge. Nenne bitte die Berichte (also nicht Flugis, Terminankündigungen, Crossposts...) , die nicht auf der Startseite erschienen sind.
Die Termine die auf der Startseite stehen (Upcoming Events) entahlten auch München und sogar NewYork und Alberta. Und wenn mal jemand ein Fehler macht, bitte das nicht gleich als böse Absicht unterstellen. Indymedia heisst selbermachen. Indymedia soll nicht zentrales Dienstleistungsunternehmen und schwarzes Brett einer Szene werden. Warum beteiligst Du Dich nicht einfach?
Pete

das ist zu einfach (10.01.2002 20:10)
Natürlich kannst Du mit der überlegenen Sprache dessen reden, der drinsteckt. Das klingt dann gut: „Du kannst ja mitmachen“ und alle denken - ist bestimmt so eineR, die/der nur mault. Denkbar ware aber auch, daß es jemand ist, die/der das schon versucht hat. Und z.B. aufgehört hat, als Indymedia beschloß, Zensurkriterien einzuführen. Oder als es zu offensichtlich wurde, daß es auch (nicht nur) um Kämpfe linker Platzhirsch-Seilschaften ging. Oder die/der sogar mitmacht, aber nicht mehr im Kern, weil die Ellbogen zu hart sind dort ... zumindest denkbar ... UND EGAL, denn wer regelmäßig auf Open Posting klickt, bekommt ja zumindest einen Teil der Beiträge zu sehen, die nicht auf die Titelseite wandern. Schon vom analytischen Zugucken nach der Marke (Ankündigungen kommen nicht auf den Titel, da behandelt wir alle gleiche, manche aber gleicher, die kommen dann doch) oder was auch immer wird klar, daß es keine Neutralität geben kann. In den letzten Tagen ist die Mehrzahl der Beiträge nicht auf den Titel gekommen. Die ganz zensierten findet mensch eh nicht (mehr). Die Kriterien der Auswahl sind schwer nachzuvollziehen. Bei dem System von Titel-Mitte, Titel-rechts, Gar-nicht-Titel und Ganz-weg muß natürlich ausgewählt werden. Und da kein Mensch objektiv ist, wird bewertet. Das als solches ist nur zu vermeiden, wenn mensch auf die Auswahl verzichtet. Das ist am Anfang diskutiert und abgelehnt worden. Die Probleme waren damit vorprogrammiert (wenn mensch es als Problem auffaßt, viele werden das als sinnvoll bewerten). Was mich ärgert, ist daß das dann immer vertuscht wird. Politische Arbeit ist fast immer Auswahl, d.h. subjektive Kontrolle. Das kann methodisch verringert werden - was aber insgesamt und in Deutschland nicht angesagt ist. Und es kann transparent sein oder nicht. Meist ist es das nicht.
NachfragendeR

 - (10.01.2002 22:00)
Es ist ziemlich schwer vernünftig auf solche Pauschalvorwürfe und Unterstellungen zu antworten. Zmal ich ja wohl recht hatte, daß es nicht wirklich um München ging.  Ich bin übrigens jemand, der am meisten für absoluten Freespeech eingetreten ist. Ich habe mich dann aber überzeugen lassen, daß wir dieses Modell mit Startseite/OpenPosting-Seite einführen. Ich hatte vor nach einer gewissen Zeit (wenn in dieser kaum Spam etc. kommt) den Vorschlag zu machen, daß wir wie die anderen Indys moderieren. Nämlich gar nict - es sei denn, was ganz hartes kommt. Leider hat sich im Sommer die Lage geändert. Indymedia ist bekannt geworden und hat so eine Menge „Trolls“ und Feinde bekommen. Wenn jetzt Freespeech praktiziert werden würde, wäre Indymedia nicht mehr zu gebrauchen. Selbst wenn nur die schlimmsten Nazisachen rausgenommen würden, würden Flugblattkopien, Pressetexte, menschenverachtende Pamphlete dogmatischer Gruppen etc. dominieren. Ein Blick auf die OpenPosting-Seite zeigts.
So gibt es jetzt einen „Kompromiss“: Wer die Freespeech-Variante bevorzugt, sollte sich die OpenPosting-Seite bookmarken, wer „Berichterstattung von unten“ will die Startseite.  Buntes Brett irgendeiner Szene will Indymedia nicht sein. Davon gibts ja eh schon genug im Netz.
Wenn manchmal doch was auf die Startseite kommt, was da nicht hin sollte liegt daran, daß nicht nur eine Person moderiert. Auch bei uns gibts viele Diskussionen.  Was mich immer ein bischen ärgert ist, daß Indymedia als Serviceunternehmen verstanden wird. Wenn mal was nicht klappt, wird gegen die Mods oder Techis geschimpft. (Ich dachte Sklaverei wäre abgeschafft) Die einen wollen alles gelöscht sehen, was nicht ins linksradikale Weltbild passt, andere wollen daß nichts zensiert wird. Verschiedene Meinungen eben. Aber daß es oft in Anklagen und Unterstellungen oder (in Extremfällen) Beleidigungen (antideutsche schrieben hin und wieder über uns als „Dreckspack“) ausarten muss, nervt.
Es wäre übrigens hilfreich gewesen, wenn Du die Moderationsriterien wenigstens mal überflogen hättest! Da stehet zum Beispiel drin, was mit rausgenommenen Sachen passiert.
Zu dem „Denkbar ware aber auch, daß es jemand ist...“ ... ist aber nicht so.
Pete

so nicht richtig ... (11.01.2002 14:45)
Das es NICHT um München ging, ist so nicht richtig. Daß es NICHT NUR um München geht, wäre passend. München ist für mich das bisher deutlichste Beispiel, wie ein Medium wie Indymedia subjektiv handelt. Daß es das tut, ist gar nicht Überraschend und auch nicht falsch, weil es Menschen sind, die handeln - und die handeln immer subjektiv. Was ich aber kritisiere, bleibt die Zensur (das Open Posting sieht so schlimm nicht aus, finde ich) und auch das durchaus sehr, sehr bewußte Vermeiden einer Vernetzungsebene. Die Links, die auf Indymedia z.B. oben links stehen, sind vor allem geprägt von Sympathien und dem eigenen Umfeld der Indy-Leute. Das ist „normale Praxis“ in der Linken - die Chancen des INternets, zu vernetzen und Grenzen zu überschreiten, werden fast nie genutzt, obwohl es sehr, sehr einfach wäre. So entstehen Überall Seilschaften, Zirkel usw., die sich abgrenzen gegen andere. Die Offenheit von Indymedia wäre z.B. größer, wenn zu allen Themen Linklisten bestehen könnten. Die Offenheit wäre größer, wenn alle die gleichen Möglichkeit hätten - zur Zeit können Externe nicht nur max. in Open Posting selbst sich reinhieven, sondern auch keine strukturierten Texte machen mit Überschrift usw. Das alles ist an Indymedia schon öfters rangetragen worden - ohne Wirkung. Das alles ändert nichts daran, daß Indymedia wichtig und gut ist, daß es aber leider alle klassischen „Fehler“ (subjektive Meinung) linker Projekte in diesem Land aufweist - Angst vor Offenheit, Zentrierung auf die eigene Szene, krampfhaftes Festhalten an den eigenen Kontrollmöglichkeiten usw. Die völlig anders strukturierten Projekte (Beispiel wäre www.opentheory.org) sind dagegen in der ganzen linken Szene fast komplett ignoriert - und auch das zeigt nur: Indymedia ist ein Kind der deutschen Linken. Ein anderes Konzept würde wahrscheinlich gar nicht funktionieren ...
NachfragendeR

Feste Weltbilder (11.01.2002 15:47)
Keiner Deiner Vorwürfe hat was mit der Realität zu tun. Ich könnt versuchen, Dinge zu erklären. Ich könnte erklären, wie es zur Moderationspolitik kam, warum nur einige Links auf der Seite sind und vieles mehr. Es hätte aber keinen Sinn. Du denkst Dir die Welt so zurecht, wie es für Dich gut ist. Böse sind die anderen. Das einzige was ich noch erwähne: Indymedia ist nicht in Deutschland entstanden, sondern wurde importiert.
Pete
 

NOVO ist die zarteste Versuchung, seit es Positivismus gibt. Mir als notorisch adornitischem Kulturpessimisten entlockt NOVO Think Pink zumeist ein Schmunzeln, bisweilen auch einen kräftigen Fluch - dammit, fucking old Fritze Engels is back in town. Aber wenn's dann gegen die rotgrünen Bastarde geht, müssen auch strange badfellows zusammenfinden, oder?
(Konkret-Autor Jürgen Elsässer in der 50. Ausgabe der turbokapitalistischen und Querfront-Zeitung NOVO)

Pseudoradikaler Flair als Eigenwerbung

Abb.: Werbeflyer der taz, Juni 2005

Regierungswerbung

Auszug aus der Frankfurter Rundschau 24.11.02
FR: Herr Trittin, Sie waren in der ersten rot-grünen Regierung einer der erfolgreichsten Minister - mit Atomausstieg, Ökosteuer, Naturschutzgesetz.

Pro staatliche Kontrolle

Rechts: Werbung für mehr staatliche Kontrolle der Medien in Venezuela
Interview mit Gregory Wilpert in Junge Welt, 11.4.2005 (S. 3)

Medien und Elite

Auszug aus Williams, Jessica (2006): "50 Fakten, die die Welt verändern sollten", Goldmann Verlag (S. 246 f.)
Über 70 Prozent der Erdbevölkerung haben noch nie ein Freizeichen gehört
In der industrialisierten Welt fühlt man sich leicht von Informationen überschwemmt. Von dem Augenblick an, in dem wir aufstehen und das Radio anschalten, über das unablässige Informationsbombardement, das am Arbeitsplatz mit Hochgeschwindigkeit aus dem Internet auf uns einprasselt, bis hin zur Talkshow am späten Abend: Tag für Tag werden wir aus zahllosen Quellen mit Nachrichten, Analysen und Unterhaltung zugeschüttet.
Wissenschaftler schätzen, dass alljährlich für jeden Menschen auf dem Planeten 800 Megabyte an Information produziert werden. Alles in allem wird allein durch die Druck-, Film-, Magnet- und optischen Speichersysteme der Welt jedes Jahr so viel Information produziert, dass sich die Kongressbibliothek in Washington mit ihren 19 Millionen Büchern und 56 Millionen Manuskripten 500000 Mal damit füllen ließe.1 Und darin sind nicht einmal ansatzweise die Informationen eingeschlossen, die durch elektronische Medien wie Fernsehen, Radio, Computer und Telefone fließen. Jahr für Jahr wächst die Menge an neu geschaffener Information um ein Drittel.
Die Wissenschaftler haben errechnet, dass der Durchschnittsamerikaner 46 Prozent seiner Zeit damit zubringt, sich Zugang zu Informationen zu verschaffen. Wer einen Internetanschluss hat, bringt jeden Monat zu Hause mehr als 25 Stunden online zu und surft am Arbeitsplatz mehr als 74 Stunden. Im Jahre 2001 bediente sich die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung des Internets, noch 1990 waren es nur 0,8 Prozent.
Heutzutage gibt es schätzungsweise 600 Millionen Internetbenutzer. Das ist eine ungeheure Zahl, repräsentiert aber nur zehn Prozent der Weltbevölkerung. Fast 90 Prozent dieser Internetkundigen leben in den Industrienationen, allein um die 27 Prozent davon in den Vereinigten Staaten. In Afrika verfügt weniger als ein Prozent der Gesamtpopulation von 800 Millionen Menschen über einen Computer.4 Aber sehen wir mal ganz ab von Dingen wie »noch nie eine E-Mail versendet« oder »nie eine Suchmaschine benutzt«: 70 Prozent der Weltbevölkerung haben noch nie ein Freizeichen gehört!
Während diejenigen, die Zugang zum Internet haben, sich der Segnungen einer technischen Revolution erfreuen, bleiben diejenigen, die es nicht haben, auf der Strecke. Die Entstehung einer neuen Zweiklassengesellschaft von Besitzenden und Nichtbesitzenden - die »Informierten« und die »Uninformierten« - hat Demoskopen veranlasst, über eine »digitale Bildungskluft« zwischen Onlinenutzern und Nichtnutzern zu spekulieren.

Rechts: Gegen Journalismus für jedermensch - Hetztext gegen Blogger und Medien durch alle
Auszug aus der Ver.di-Zeitung "Menschen machen Medien" (und auffällig kontrovers zum Zeitungstitel) Nr. 9/2006 (S. 9)

Links

Medien als Bewegungsmacher und -lenker

Vorweg

Verschiedene Medien greifen aus unterschiedlichen Gründen in die Debatten und Strukturen von politischen Zusammenhängen ein. Zwei wesentliche Richtungen sind dabei erkennbar:

Hetze gegen Radikale und Militante plus Verhaltensanweisungen an Attac & Co.

Auszug aus Volker Schmidt, "Ausbruch aus dem intergalaktischen Dort" in Frankfurter Rundschau, 2.6.2003 (S. 3)
Vor dem Wochenende schien noch Konsens zu bestehen: Der Fokus lag auf der Großdemo am Sonntag zum Auftakt des G-8-Gipfels, und die sollte friedlich verlaufen, allenfalls mit einer symbolischen Blockade der Autobahn enden. ... Zumindest im "Intergalactic Village", dem von vielen Gipfelkritikern genutzten Zeltlager in Annemasse, herrschte eine mehrheitliche Stimmung gegen offensivere Aktionen oder gar ein Eindringen in den als "Rote Zone" bezeichneten hermetisch abgeriegelten Sicherheitsbereich um Evian.
Doch im Laufe des Samstags gewannen plötzlich jene die Oberhand, die mit der Polizei Pfadfinder spielen wollten: mögliche Routen der Gipfeldelegierten auskundschaften, Blockaden koordinieren, Barrikaden bauen. Auch ein Eindringen in die waffenstarrende "Rote Zone" war auf einmal wieder Thema.  Damit schlugen die Aktivisten vieles von dem in den Wind, was sie seit ihrer Ankunft - die meisten waren am Donnerstag gekommen, einige noch früher - diskutiert hatten. Etwa, dass man den Gipfel ohnehin nicht würde verhindern oder auch nur ernsthaft beeinträchtigen können und deshalb allenfalls symbolische Blockaden sinnvoll seien. Stellen dafür waren seit langem mit der Polizei abgesprochen. "Es bringt nichts, sich auf deren Level zu begeben und militärische Strategiespielchen zu veranstalten", sagte ein deutsches Attac-Mitglied. Auch die Erfahrungen von Gipfeldemo-Veteranen zählte offenbar nicht länger. ...
Die Behörden hatten an den Veranstaltungsorten des Gegengipfels in Genf und Annemasse portable Toiletten platziert, die Verkehrsbetriebe stellten Sonderbusse. "Die haben hier das Camp genehmigt und die Wiese gemäßt, damit sich unsere Energie weitab vom Schuss totläuft", bewerte sich ein Globalisierungskritiker. ...
... zentrale Demonstration ... ein eindrucksvoller Protestmarsch war sie allemal und ein weit überwiegend friedliche rbis Sonntagabend auch. ... Die Bilder der Krawalle im Umfeld werden stärker im Gedächtnis bleiben. Auch brennende Barrikaden vermitteln kaum den Eindruck, eine gewalttätige Staatsmacht habe sich an friedlichen Sitzblockierern vergangen. Attac-Aktivisten hatten die Straßensperre bei Annemasse maßgeblich mitorganisiert. Sich deutlich von solchen Aktionen zu distanzieren, auf die Kraft der Argumente und die Zahl der Engageierten zu vertrauen: Das könnte die Lehre sein, die die Glboalisierungskritiker aus diesem Gipfel ziehen müssen.

Wo immer sich heutzutage die Mächtigen dieser Welt treffen, es folgt ihnen die Gewalt. Ob in Seattle oder in Prag, ob in Nizza oder in Göteborg oder, wie zu vermuten steht, beim bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfel in Genua, aus dem Schutz friedlicher Demonstrationen gegen die Globalisierung heraus wird die Staatsmacht angegriffen, es werden Geschäfte verwüstet und es wird geplündert.  Spontane Reaktionen auf Dialogverweigerung der Politik und Brutalität der Polizei sind das nicht. Nein, der schwarze Block bereit sich generalstabsmäßig vor und zieht seine Aktionen rücksichtslos durch. Spaß an der Gewalt und nicht Sorge um die Welt sind die Triebfedern der reisenden Gewalttäter. Nach dem Fußball hat nun auch die Politik ihre Hooligans.
Der Kreis der Straßenkämpfer ist überschaubar. Und das wird trotz aller Fernsehaufmerksamkeit auch so bleiben, weil naturgemäß nur jene wenigen die Grenzüberschreitung in den Terrorismus wagen, die um eines Adrenalinstoßes willen bereit sind, ihre Freiheit und ihr Leben zu riskieren, und das anderer.  ... Wer wegschaut, wenn sich die schwarzen Truppe in die Reihen einschleicht, der macht sich durch Gewährenlassen mitschuldig an der Gewalt. Doppelt mitschuldig macht sich, wer die Polit-Holligans tendenziell auf seiner Seite glaubt. Es ist genau dieser Pawlowsche Reflex der Solidarität, auf den diese setzen, weil er ihnen das schützende Gebüsch verschafft, aus dem heraus sie angreifen und hinter das sie sich flüchen können. ...“
(Frankfurter Rundschau, 13. Juli 2001, S. 3)

... nach dem militanten Desaster von Genua ...
(Graswurzelrevolution, März 2002, S. 2)

Werbung

... für die PolitikberaterInnen

Lieblingskind der NGO-nahen Medien ist Campact. Die Gründe dafür sind ziemlich offen erkennbar ...

Auszug aus "Noch nicht drin", in: Freitag, 11.3.2010 (S. 5)
Es gibt Menschen, die ein „lifestyleorientiertes“ Politikverständnis haben. Uninteressiert sind sie nicht, es geht ihnen stark um Gerechtigkeitsfragen und einen nachhaltigen Lebensstil. Sie können mit klassischer Parteienpolitik jedoch wenig anfangen – umso mehr dafür mit Organisationen wie Campact.

Auszug aus "Protest auf Knopfdruck", Kommentar in: FR, 25.1.2010 (S. 10)
Das ist das eigentlich Moderne an Campact: Sie erreichen Engagierte, die wegen Job und Familie wenig Zeit haben, dafür gern an Artikeln mitschreiben und Geld spenden, damit andere den Protest hörbar machen. Bautz übernimmt das gern: "Ist doch ein Traumjob - Berufsquerulant."

Auszug aus Matthias Fellner (Klimapiraten), "Gesucht: Wege aus der Globalisierungsfalle" (5.3.2010)
Hätte man auf jedem Kontinent statt den Umweltverbänden die besten internationale Werbe- und PR-Agenturen beauftragt und mit dem Budget versehen, das  zehntausenden NGOs für die Mobilisierung nach Kopenhagen ausgegeben haben, dann hätten wir jetzt ein besseres Abkommen als den Copenhagen Accord. ...
Dass strategisch ausgefeilte Kampagnen mit hoher Professionalität zukunftsweisend sein können, das hat Campact mit seinen Erfolgen bereits bewiesen.

... für die Regierenden

Auszug aus der Frankfurter Rundschau 24.11.02
FR: Herr Trittin, Sie waren in der ersten rot-grünen Regierung einer der erfolgreichsten Minister - mit Atomausstieg, Ökosteuer, Naturschutzgesetz.

Fischerchor
Auszug aus "Ein Glücksfall der deutschen Geschichte" in: FR, 12.4.2008 (S. 7)

"Brecht dem Staat die Gräten, alle Macht den Räten" hatte er Ende der 60er Jahre skandiert, später ersetzte er die Gräten dieses Staates durch Stahlträger. Man kann das - ja man muss das - als Verrat betrachten. Aber man kann - ja man muss wohl - diesen Verrat als Glücksfall der bundesrepublikanischen Geschichte ansehen.
Man stelle sich vor, der Straßenkämpfer Joschka Fischer hätte Erfolg gehabt und der kaum zwanzigjährigen Bundesrepublik das Rückgrat gebrochen. So katastrophal die Politik von Rot-Grün in den Augen ihrer linkesten Kritiker auch gewesen sein mag, ein Sieg der APO im Jahre 1968 oder gar in den 70er Jahren wäre die viel, viel größere Katastrophe gewesen.

Entradikalisierungs-Beratung

Auszug aus einem Kommentar von Eva Roth in der FR zum angeblich "linken" Ver.di-Chef Bsirske, in: FR, 1.10.2007 (S. 11)
Spannend wird, wie es mit Verdi weiter geht. Manche Funktionäre sind mit dem strammen Linkskurs gar nicht einverstanden. Sie sagen es nicht öffentlich, weil Verdi schon genug Probleme hat. In der Tarifpolitik hat bereits ein Umdenken begonnen: Verdi steht - mehr als alle anderen Gewerkschaften - in Konkurrenz zu kleinen, schlagkräftigen Berufsverbänden wie den Ärzten vom Marburger Bund und der Pilotenvereinigung Cockpit. Nach der Fusion hat sie sich eher um schwächere Arbeitnehmer gekümmert - was links und ehrenwert ist. Doch viele Hochqualifizierte fühlen sich nicht gut vertreten. Jetzt sagen Funktionäre: Wir müssen uns stärker um die konkreten Belange einzelner Gruppen kümmern.