Das Buch: Demokratie.
Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung
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- Thesenpapier zum Buch "Wo das Volk herrscht, geht der Mensch unter" (als Originalauszug aus dem Buch im PDF-Format, als .rtf-Datei und als reiner Text) ++ Diskussionsforum zu den Thesen ++ Thesenpapier auf A4 (als Kopiervorlage, PDF)
- Zusätzliches Thesenpapier zur Unvereinbarkeit von Basisdemokratie und Anarchie (vier Seiten A4, PDF)
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- Presseinformationen, -texte und Rezensionen zum Buch: Siehe unten!
- Leseproben
Jörg Bergstedt
Demokratie. Die Herrschaft des Volkes.
Eine Abrechnung
Demokratie ist zur Zeit das Lieblingsthema fast aller politischen Klassen, Strömungen, Parteien, sozialen Bewegungen und internationaler Politik. Mit seinem Buch will der Autor Keile in die Harmonie treiben: Ist Herrschaft des Volkes wirklich etwas so Gutes? Volk als konstruiertes, identitäres Subjekt existiert nur in Form seiner Stellvertretung. Wenn die dann herrscht "im Namen des Volkes" über die Menschen - was daran ist gut? Und wenn dann noch Bomben fallen, um die Demokratie weltweit zu exportieren - was unterscheidet diese Kriege von der Brutalität der Kolonialisierung und religiös motivierter Missionen bis Kreuzzüge früherer Zeiten?
12 x 22 cm, 208 Seiten
14 Euro
ISBN 978-3-86747-004-9
Zum Inhalt
Inhaltsübersicht
- Intro (Text als .rtf-Datei)
- Gemachte Geschichte der Demokratie (.rtf)
- Sprung aus dem Mittelalter (.rtf)
- Definitionen, Diskurse und Mythen (.rtf)
- Wenn der Schleier fällt: Demokratisches Innenleben (.rtf)
- Demokratie - eine Religion? (.rtf)
- Akzeptanzfestspiele: Die Wahlen (.rtf)
- Demokratie total! (.rtf)
- Auswege (.rtf)
- Literatur (.rtf)
Thesenpapier "Wo das Volk herrscht, geht der Mensch unter" (Internetseite, als PDF und als Diskussionsforum)
Presseinformation zum Erscheinen des Buches (3.10.2006)
Demokratie.
Die Herrschaft des Volkes.
Eine Abrechnung
Wer noch an das Gute der Demokratie glaubt und sogar Kriege für mehr Demokratie in Kauf nimmt, braucht dies Buch: Ungeschminkte Geschichte, Demokratie als Oligarchie, Kritik an Recht und Volk als Quellen des vermeintlich Guten, Demokratie-Imperialismus. Der Autor nimmt das Wesen der Demokratie schonungslos auseinander: "Demokratie ist Volk plus Herrschaft. Das Volk herrscht über sich selbst, so will es das begriffliche Konstrukt. Das allein wirkt bedenklich. Weder das Volk als Masse mit Gesamtwillen noch Herrschaft als institutionalisierte Macht sind aus emanzipatorischer Sicht positive Vorstellungen. Werden sie verbunden, soll plötzlich trotzdem etwas Positives entstehen. Minus plus Minus ergibt hier Plus - Logik und Mathematik sind in der demokratischen Magie abgeschafft. Wie dieser gedankliche Salto gelingt, wird nicht verraten. An Demokratie muss mensch glauben, sie ist ein klassischer Fetisch: Ein völlig nebulöses Geflecht von Projektionen bildet das geballte Gute. Das positive Erscheinungsbild wird über Diskurse entfacht, bis es von allen Ecken zurückschallt: Demokratie bringt das Positive in die Welt, sie strahlt als Leuchtturm in der Finsternis von Kriegen, Unterdrückung und Elend. Wo das Schlechte herrscht, gibt es nur eine Hoffnung: Demokratie." (Textprobe von Seite 37).
Mehr Informationen
- Der Verlag: SeitenHieb ... neu gegründeter Verlag mit bissigen Titeln. Mehr unter www.seitenhieb.info.
- Die Internetseiten zum Projekt: www.demokratie-total.de.vu
- Das Buch erschien im November 2006. ISBN 978-3-86747-004-9
- Leseproben
- Download der Presseinformation als PDF
- Autorenkontakt über den SeitenHieb-Verlag, 0700-seitenhieb (73483644) oder über autorinnen@seitenhieb.info.
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Zum Autor:
Der Autor des Buches ist als Autor und Mitschreiber verschiedener Bücher zu Herrschaftskritik, gesellschaftlichen Utopien und konkreten Handlungsmöglichkeiten des Dominanzabbaus, aber auch als scharfer Kritiker bestehender politischer Organisationen aktiv. So stammen die Bücher "Mythos Attac" und die NGO-Kritiken "Reich oder rechts?" und "Nachhaltig, modern, staatstreu" aus seiner Feder, ebenso auch die kritische Textsammlung zur neuen Linkspartei unter www.linkspartei-info.de.vu. Bekannter ist Jörg Bergstedt rund um seinen häufigen Aufenthaltsort, die Projektwerkstatt Saasen, als Aktivist auf der Straße und oft nahe an den Zentren der Macht: Parlamente, Gerichtssäle und Polizeistationen sind vor seinen subversiven und direkten Aktionen nicht sicher. Theorie und widerständige Praxis zu verbinden, sind ihm wichtig - mit der Folge, dass er immer wieder Ziel von staatlicher Repression wird. Seine Kritik an Strafe und Knast sowie die Enthüllungsdokumentationen über politische Justiz haben ihn zu einem Intimfeind hessischer Richter, Staatsanwälte und Politiker gemacht.
Mit dem Buch "Demokratie. Die Herrschaft des Volkes" legt er eine umfassende Abrechnung mit den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen vor. Das Werk ist das passende Gegenstück zu dem von der Gruppe Gegenbilder herausgegebenen visionären Buch "Autonomie und Kooperation", dass Anfang 2006 erschien und Ideen für eine emanzipatorische Veränderung beinhaltet.
Rezensionen
Rezension von Oliver Nowak in "Der Rabe Ralf", Febr. 2008
Anarchistische Abrechnung
Kritische Studie „Demokratie“ will die Volksherrschaft als Macht-Ideologie entlarven
Der hessische Umweltaktivist und Buchautor Jörg Bergstedt ist in der Vergangenheit schon oft angeeckt. Die NABU-Jugendorganisation verließ er im Streit. Mit dem Gesetz kam er in Konflikt, etwa durch Aktionen gegen Gen-Felder oder weil seiner anarchistischen „Projektwerkstatt“ kriminelle Umtriebe unterstellt wurden. Nicht zuletzt machte er sich auch mit Publikationen unbeliebt, in denen er Nichtregierungsorganisationen wie Attac Legitimation und Erfolg absprach.
Auch mit seiner Studie „Demokratie. Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung“ geht Bergstedt nicht auf Schmusekurs. Erschienen ist das Buch im hauseigenen SeitenHieb-Verlag. Auf 206 Seiten geht der Autor hart mit dem Demokratie-Verständnis, wie es in Deutschland von Politik und Medien geprägt wird, ins Gericht. Anspruch des Buches ist es, die Demokratie kritisch zu analysieren und sie als perfide Macht-Ideologie zu entlarven, die auf dogmatischem Gut-Böse-Denken basiert. Der Fetisch „Volksherrschaft“ würde lediglich unpopulär gewordene Leitbilder wie Religion, Nation oder Rasse ersetzen und so weiter zur Unterdrückung des Individuums beitragen.
Was sich möglicherweise zunächst nach paranoider Verschwörungstheorie anhört, ist jedoch eine durchdachte Interpretation. Dabei gelingt Bergstedt der Spagat, eine fundierte Studie zu schreiben, welche gleichzeitig gut lesbar ist. Er beschreibt die sich wandelnden Bilder der Demokratie vom antiken Athen über die Römische Republik und romantische Vorstellungen des 19. Jahrhunderts bis heute. Dabei will der Autor dem Leser begreiflich machen, dass sich die vielen verschiedenen Demokratie-Formen fundamental unterscheiden und es keineswegs eine ungebrochene Traditionslinie von Wirken Perikles zum deutschen Bundestag und damit „hin zur Freiheit“ gibt. Wichtig ist ihm dabei, zu zeigen, dass Ideen wie „Demokratie“ oder „Volk“ keine geschichtlichen Wahrheiten sind, sondern immer gedankliche Konstrukte – das postmoderne Zauberwort „Diskurs“ ist demnach einer seiner zentralen Begriffe. Konkrete Beispiele etwa zur politischen Arbeit in Parlamenten oder der schwer durchschaubaren Logik des Verhältniswahlrechts machen seine beißende Kritik anschaulich. Die Volksherrschaft selbst ist für Bergstedt das Problem, welches es zu überwinden gilt. Denn die Demokratie hierzulande ist für ihn eine Art Oligarchie, in der die Machteliten dem Einzelnen nur vorgaukeln, seine Meinung zu vertreten.
Nach dieser vernichtenden Abrechnung mit den bestehenden Verhältnissen fällt das Kapitel zu Alternativen nur kurz aus. Die Lösung ist für Bergstedt die Emanzipation von traditionellen Kollektiv-Werten. Als konkrete Positiv-Beispiele führt Bergstedt lediglich sehr kurz die Internet-Enzyklopädie Wikipedia und Sozialforen als offene ungebundene Versammlungen auf. Diese seien prinzipiell gute Ideen, würden aber zu oft von lobbystarken Machteliten missbraucht.
Zwar erhebt der Autor ausdrücklich nicht den Anspruch, Alternativen zum bestehenden System auszuleuchten. Dennoch bleibt beim Rezensenten der Eindruck zurück, dass Bergstedt frei nach dem Motto des Slime-Songs „Brüllen, zertrümmern und weg“ schreibt – Kommunen und Projektwerkstätten lassen sich nicht ohne weiteres in allen Lebenssituationen aufbauen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der leichtfertige Umgang mit Begriffen wie „Diskurs“. Solche beliebten Worthülsen sind ein verlockend einfaches Erklärungsmuster. Doch erläutert Bergstedt nie, was genau er darunter versteht. Wenn der Autor aber meint, er könne quasi als „Außenstehender“ einen gesellschaftlichen Diskurs kritisieren, dann erliegt er der Illusion, er hätte eine Art „privilegierten Zugang zur Wahrheit“. Doch letztendlich steht Bergstedt selbst in einer Denktradition, die er ausführlicher reflektieren sollte. Auch würdigt der Autor mit keinem Wort die relative Freiheit hierzulande, die es ihm überhaupt ermöglicht, ein solches Buch zu publizieren.
Bei dem Buch handelt es sich dennoch um eine lesenswerte Studie – nicht nur für Bergstedts besondere „Freunde“ vom Bundesverfassungsschutz. Darum wird es vom Rezensenten auch ausdrücklich empfohlen. Gerade für Leser, denen solche Sichtweisen bisher eher fremd waren, kann es eine spannende Aufforderung sein, eigene Standpunkte zu hinterfragen. Denn eins stellt Bergstedt klar: Es sind keineswegs nur „bösartige Machteliten“, welche das Individuum in gesichtslose Gruppenschemen pressen wollen. Die „Selbstdisziplinierung“ des Einzelnen als unauffälliges Schaf in der Herde spielt dabei mindestens eine gleichbedeutende Rolle.
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Die Geschichte des Buches ist die Geschichte von SeitenHieb
Die Idee
Der Demokratiefetisch ist selbst der Anlass für dieses Buch. Es ist ein Versuch für einen Befreiungsschlag. Politischer Protest ist seit Jahren gefangen in der Bejahung dessen, was eine wichtige Ursache ist für die Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse: Rechtsstaat und Demokratie. Das Gift soll höher dosiert werden, fordern die meisten Gruppen, die im Detail gegen Abschiebungen, Kriege, Umweltzerstörung oder Unterdrückung kämpfen. Es wurde also Zeit für ein aufklärerisches Buch für den propagandistisch gut verkauften Markenartikel "Demokratie".
Verlagssuche
Für das Buch wurden etliche Verlage angesprochen. Aber geklappt hat es nirgends - mit unterschiedlichen Gründen:
- Viele Verlage, auch und gerade kritische, linke ... stehen auf Demokratie und Rechtsstaat. Selbst die anarchistischen Verlage im deutschsprachigen Raum verlegen lieber Bücher wie "Umfassende Demokratie", Anleitungen zur Konsensdemokratie oder gleich neoliberale Bücher wie Parecon.
- Intellektuelle Kreise mögen das Umfeld nicht, aus dem das Buch kommt. Die Projektwerkstatt in Saasen ist ein kreatives Aktionszentrum, in dem der Regelverstoß und die Aktion gegen Hierarchien zum Alltag gehören. Das wendet sich auch gegen die Platzhirsche in sozialen Bewegungen - mit der Folge, dass Menschen aus dem Umfeld des Hauses fast überall einer Zensur unterliegen. Oligarchie eben ...
- Einige Verlage waren einfach nicht in der Lage, das Buch umzusetzen. Immer wieder wurden Termine nicht eingehalten, oft auch das erst nach mehrfachem Nachfragen eingeräumt. Zwar entstand immer der Verdacht, dass in der eigenen Klientel anders vorgegangen wird (also das Desinteresse durchaus kein Zufall war), aber das nützte ja auch nichts.
Zusammenfassend entstand deutlich der Eindruck, dass die meisten Verlage identitäre Projekte kleiner Zirkel mit hoher Meinungsmacht in politischen Bewegungen sind - so wie die Medien ja auch. Hier materialisieren sich Eliten von Bewegung, aufgeladen mit Arroganz und weit weg von dem Geschehen auf der Straße, das sie aber für sich zu instrumentalisieren wissen.
Nur Promis dürfen ... (auch ein Beleg der Oligarchie)
Aus der Absage eines Verlages, in: Mail vom 13.4.2006
Zum anderen wäre auch damals das Thema "Demokratie" zu begrenzt gewesen für ein Lexikon. Seinerzeit hätten wir - allerdings auch nur in Verbindung mit einem prominenten Autor - möglicherweise ein "Lexikon der Politik-Irrtümer" machen können. Auch das geht heute aber leider nicht mehr - so genau wollen es die Leute einfach nicht mehr wissen.
Am Ende: Die Verlagsgründung SeitenHieb
Aus all den Erfahrungen heraus, die es seit Jahren gibt, entstand dann im Frühsommer 2006 die Idee, doch einen eigenen Verlag zu gründen. Das ist nicht nur ein Vorteil, denn es wird Kraft und Zeit abziehen, der sicherlich auch in der konkreten Aktion fehlen wird. Der Verlag SeitenHieb aber soll auf keinen Fall ein Verlag werden, dessen Aktive sich noch dunkel an aktive politische Zeiten erinnern können und nun in ihren engen Verlagsbüros oder Messeständen die Bücher ihres eigenen Dunstkreises verlegen mit einem Gehabe von Wichtigkeit, dass in einem grotesken Verhältnis steht dazu, dass sich kaum noch jemand der Medienprofis für die Menschen interessiert, die die Reste der politisch-widerständigen Bewegung ausmachen.
Links zu Alternativen, kreativem Widerstand usw.
- Demokratiekritik - die Zitate- und Textsammlung
- Kreative Aktionen
- Herrschaftskritik und herrschaftsfreie Utopien
- Weitere Bücher zum Thema kurz vorgestellt
