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10 Thesen

Wo das Volk herrscht,
geht der Mensch unter!
Demokratie ... Volk ... Herrschaft ... Staat und Recht

Diese Seiten entstanden für das Buch "Demokratie. Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung" im Jahr 2006.
Sie wurden danach kontinuierlich ergänzt - bis heute.

Kritische Bücher zum Thema "Demokratie":

Jörg Bergstedt
Demokratie. Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung

Demokratie ist zur Zeit das Lieblingsthema fast aller politischen Klassen, Strömungen, Parteien, sozialen Bewegungen und internationaler Politik. Mit seinem Buch will der Autor Keile in die Harmonie treiben: Ist Herrschaft des Volkes wirklich etwas so Gutes? Volk als konstruiertes, identitäres Subjekt existiert nur in Form seiner Stellvertretung. Wenn die dann herrscht "im Namen des Volkes" über die Menschen - was daran ist gut? Und wenn dann noch Bomben fallen, um die Demokratie weltweit zu exportieren - was unterscheidet diese Kriege von der Brutalität der Kolonialisierung und religiös motivierter Missionen bis Kreuzzüge früherer Zeiten?
12,5 x 22 cm, 208 Seiten ++ 14 Euro
Interview mit dem Autor im Radio (mit Bildern unterlegt auf Youtube)
ISBN 978-3-86747-004-9 ... bestellen!

Vom gleichen Autor: Kritik der Demokratie
Die Kritik in (thesenförmiger) Kurzfassung in der handlichen Theoriereihe "quadratisch.praktisch.theoriestark. Einführungen ++ Thesen ++ Varianten der Demokratie ++ Zitate ++ Basisdemokratie&Anarchie ... 64 Seiten ++ 3 Euro ++ ISBN 978-3-86747-004-9 ... bestellen!

Demokratie

Demokratie bedeutet Volksherrschaft ... ein verräterischer Begriff! Demokratie ist also Volk plus Herrschaft. Das Volk herrscht ... über sich selbst, so jedenfalls das Konstrukt. Das spannende an dem Begriff und dem Diskurs um Demokratie ist, dass Mathematik nicht mehr gilt: Minus plus Minus ergibt plötzlich Plus. Volk und Herrschaft sind keine positiven Begriff im Sinne einer Emanzipation. Werden Volk und Herrschaft aber verbunden, soll etwas Positives entstehen. Dem fehlt die Logik und auch eine überzeugende Analyse. Demokratie ist ein Fetisch. Sein positives Erscheinungsbild wird über Diskurse entfacht. Demokratie bringt das Positive in die Welt. Läuft etwas schlecht, so fehlt die Demokratie.

Weiterführende Texte und Links

Links

Einzelzitate

»Die Verfassung, die wir haben (...) heißt Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist.« (Thukydides, Geschichte des Peloponnesischen Krieges, II 37; ursprünglich Bestandteil der Präambel des EU-Verfassungsentwurfs)

»Maßstab der Aristokratie ist die Tugend, der Oligarchie der Reichtum, der Demokratie die Freiheit« (Aristoteles, Politik, 1294a10 ff.)

»The government of the people, by the people, for the people.« (Die Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk.)
Abraham Lincoln
über das Wesen der Demokratie, Gettysburg Address, 1863

»Liberalität, die unterschiedslos den Menschen ihr Recht widerfahren lässt, läuft auf Vernichtung hinaus wie der Wille der Majorität, die der Minorität Böses zufügt und so der Demokratie Hohn spricht, nach deren Prinzip sie handelt.«
(Theodor W. Adorno: Minima Moralia, Teil 1, 1944)

»Democracy is the worst form of government – except for all those other forms, that have been tried from time to time.« (Demokratie ist die schlechteste Regierungsform – außer all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.)
(Winston Churchill in einer Rede im Unterhaus am 11. November 1947)

»Unter all den Namen dessen, was man ein wenig schnell in der Kategorie der 'politischen Regierungsform' klassifiziert (ich glaube nicht, dass 'Demokratie' letztlich eine politische Regierungsform bezeichnet), ist der ererbte Begriff der Demokratie der einzige, der die Möglichkeit aufnimmt, sich in Frage zu stellen, sich selbst zu kritisieren und sich in unbestimmter Weise selbst zu verbessern. Wenn es sich dabei noch um den Namen einer Regierungsform handelte, dann um den des einzigen 'Regimes', das sich seiner eigenen Perfektionierbarkeit stellt, also seiner eigenen Geschichtlichkeit – und so verantwortlich wie möglich, würde ich sagen, sich der Aporie der Unentscheidbarkeit annimmt, auf deren Grund ohne Grund er sich entscheidet.«
Jacques Derrida (2001; in: Philosophie in Zeiten des Terrors, ISBN 3865723586, S. 161)

Wenn fünf Leute einen sechsten verprügeln, wird die Sache dadurch nicht besser, dass sie vorher mit 5:1 eine demokratische Abstimmung durchgeführt haben. Demokratisierung bedeutet meistens, dass die soziale Eingriffstiefe herrschender Strategien vorangetrieben wird - Partizipation begrenzt hier nicht Macht, sondern wird ihr Transmissionsriemen nach unten, zu den einzelnen Menschen, zum Alltag, zur konkreten "Mikropolitik". Demokratie verbürgt also keineswegs Emanzipation, und Emanzipation im demokratischen Zeitalter bedeutet immer auch Schutz vor "Demokratisierung", d.h. vor dem Anspruch anderer, im eigenen Leben herumzupfuschen.
Aus Christoph Spehr (2003): "Gleicher als andere", Karl Dietz Verlag in Berlin (S. 47)

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