Wo das Volk herrscht,
geht der Mensch unter!
Demokratie ... Volk ... Herrschaft ... Staat und Recht
- Überblick der Themenseiten
- Texte und Debatten um Herrschaft und herrschaftsfreie Utopien (Eingangsseite)
- Freie Menschen in Freien Vereinbarungen
- Kritik am Konzept der freien Vereinbarungen
- Autonomie und Kooperation
- Gewalt in der Utopie?
- Mensch und Gesellschaft
- Was ist Herrschaft? (Grundlagentext) www.herrschaftsfrei.de.vu
- Wie könnte eine Utopie konkret aussehen?
- Zitatesammlungen (Übersicht)
- Materialien
- Demokratie. Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung (Eingangsseite)
- Definitionen: Was ist Demokratie?
- Kritik der Demokratie (Zusammenfassung)
- 10 Thesen gegen Demokratie
- Geschichte der Demokratie
- Volk
- Ist Demokratie eine Religion?
- Volk und Gott - ein Vergleich
- Herrschaft
- Diskurse und Manipulation
- Staat
- Nation
- Stellvertretung
- Das Gewaltmonopol
- Recht
- Aristokratie
- Fanclub und Retter der Demokratie
- Einzelfragen und (skurile) Antworten
- Zitate und Quellen
- Der Vortrag zur Demokratiekritik
- Das Buch zum Thema
- Was ist Anarchie? (Eingangsseite)
- Geschichte der Anarchie
- Theorie
- Themen
- Anarchie und Moral
- Konkrete Perspektiven und Praxis
- Streitfragen
- Vergleiche Kritik an der Anarchie
- Marxismus, Sozialismus, Kommunismus (Eingangsseite)
- Texte und Debatten um Herrschaft und herrschaftsfreie Utopien (Eingangsseite)
Diese Seiten entstanden für das Buch "Demokratie. Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung" im Jahr 2006.
Sie wurden danach kontinuierlich ergänzt - bis heute.
- Demokratie ist die Gruppen- oder Gesellschaftsform, bei der Menschen darauf getrimmt werden, ihre Hoffnung auf ein besseres Leben oder eine Verbesserung der aktuellen Situation auf eine Person, Führungsgruppe, Partei, Institution oder auf ein Gremium zu projizieren. Demokratie verhindert damit Selbstorganisierung und freie Vereinbarung.
- Demokratie ist die absurde Logik, dass die Menschen schlecht, zum Teil gleichgesetzt mit "egoistisch" seien und deshalb kontrolliert werden müssten, um den sozialen Frieden (neuerdings auch oft gleichgesetzt mit "Rechtsfrieden") zu wahren. Der Unsinn an diesem Gedanken ist offensichtlich: Wenn die Menschen dazu neigen (vermeintlich aus Egoismus), sich asozial und hochkonkurrent zu verhalten, wieso soll dann ebensolche Menschen als KontrolleurInnen agieren - wo sie doch an den Machtpositionen viel besser diesem vermeintlichen Egoismus freien Lauf lassen können?
Das kritische Buch zum Thema "Demokratie":
Jörg Bergstedt
Demokratie. Die Herrschaft des Volkes. Eine Abrechnung
Demokratie ist zur Zeit das Lieblingsthema fast aller politischen Klassen, Strömungen, Parteien, sozialen Bewegungen und internationaler Politik. Mit seinem Buch will der Autor Keile in die Harmonie treiben: Ist Herrschaft des Volkes wirklich etwas so Gutes? Volk als konstruiertes, identitäres Subjekt existiert nur in Form seiner Stellvertretung. Wenn die dann herrscht "im Namen des Volkes" über die Menschen - was daran ist gut? Und wenn dann noch Bomben fallen, um die Demokratie weltweit zu exportieren - was unterscheidet diese Kriege von der Brutalität der Kolonialisierung und religiös motivierter Missionen bis Kreuzzüge früherer Zeiten?
12,5 x 22 cm, 208 Seiten
14 Euro
ISBN 978-3-86747-004-9 ... bestellen!
- Thesenpapier zum Buch "Wo das Volk herrscht, geht der Mensch unter" (als OriginalAus dem Buch im PDF-Format, als .rtf-Datei und als reiner Text) ++ Diskussionsforum zu den Thesen ++ Thesenpapier auf A4 (als Kopiervorlage, PDF)
- Zusätzliches Thesenpapier zur Unvereinbarkeit von Basisdemokratie und Anarchie (vier Seiten A4, PDF)
- Terminseite und aktuelle Infos vom Verlag SeitenHieb
- Tabelle zu verschiedenen Demokratietypen und der jeweiligen Mechanismus von Kollektivsubjekt und Herrschaft (A4, auch als Folie geeignet, PDF)
- Vortrag zum Thema: Übersicht über den Vortrag ++ Vortragskonzept ++ Termine ++ Weitere Vortrags-/Workshopangebote
- Interview zur Kritik der Demokratie auf radioblau (Leipzig) am 28.11.2012
Demokratie
Demokratie bedeutet Volksherrschaft ... ein verräterischer Begriff! Demokratie ist also Volk plus Herrschaft. Das Volk herrscht ... über sich selbst, so jedenfalls das Konstrukt. Das spannende an dem Begriff und dem Diskurs um Demokratie ist, dass Mathematik nicht mehr gilt: Minus plus Minus ergibt plötzlich Plus. Volk und Herrschaft sind keine positiven Begriff im Sinne einer Emanzipation. Werden Volk und Herrschaft aber verbunden, soll etwas Positives entstehen. Dem fehlt die Logik und auch eine überzeugende Analyse. Demokratie ist ein Fetisch. Sein positives Erscheinungsbild wird über Diskurse entfacht. Demokratie bringt das Positive in die Welt. Läuft etwas schlecht, so fehlt die Demokratie.
- Definitionen zu Demokratie: Was ist Demokratie? Was soll sie bewirken? Wer wirbt für sie?
- Noch mehr Demokratie - wie soll das gehen? Wer fordert das?
- Geschichte der Demokratie
- Infoseite zu "Volk": Wer ist das Volk? Was ist ein Kollektiv-Subjekte? und mehr Zitate ...
- Infoseite zu Nation und Demokratie
- Infoseite zu Herrschaft und Demokratie
- Kontrolle ++ Recht und Staat
- Infoseite zu Stellvertretung und Repräsentation ++ Zitate zu Parteien und Parlamenten
- Oligarchie/Aristokratie durch Parteien (u.a.: Diskurs = Willensbildung des Volkes)
- Gewaltmonopol und Gewaltenteilung im Staat
- Wahrheit wird per Diskurs geschaffen, Infoseite zu Diskursen und Populismus in der Demokratie
- Die Herrschaft der besseren (vernünftigen) Menschen
- Eliten-Konkurrenzen suggerieren Pluralität und integrieren Protest
- Zitate zu religiösen Zügen bei Volk, Demokratie und Rechtsstaat
- Was sollen Wahlen? Und: Wer wählt?
- Eigentumssicherung als Staatsziel
Weiterführende Texte und Links
- Schafe und Ziegen als Sinnbilder von Anpassung/Kollektiv/Volk und Autonomie
Christentum und Demokratie als Schafherdigkeit. Matthäus 25, Vers 31 bis 35: "Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit ... werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken". - Demokratiekritik, Anti-Wahl-Aktionen usw.
- Aus der Zitatesammlung zu "Demokratie"
- Text der Gruppe "jimmi boyle" über die Demokratie und ihre Idealisten
- Zitate zu Emanzipation
- Starke Demokratie als radikale Ausweitung demokratischer Elemente (B. Barber)
- Klassiker: Hobbes: Leviathan ++ Kant ++ Thomas von Aquin ++ Jean-Jacques Rousseau ++ Niklas Luhmann ++ Joseph Schumpeter ++ Hamilton/Madison/Jay ++ Fritz Scharpf ++ Benjamin Barber ++ Johann Gottlieb Fichte ++ Georg Wilhelm Friedrich Hegel ++ Max Weber
Links
- Textesammlungen zu Anarchie, Marxismus, Demokratie usw. als Wikis
- Wikipedia "Anarchismus"
- Anarchie und Basisdemokratie ++ Der Text auf Trend online ++ Aktualisiertes Positionspapier dazu (PDF) oder .rtf-Datei
- Kritik an gängigen Anarchie-Parolen
- Macht/Herrschaft ++ "Linke" Gruppen pro Staat
- Anarchie-Seite und Anarcho-Syndikalismusseite bei Schwarze Katze
- Herrschaftskritik und Utopien
- Zum Anarchie-Begriff
- Debatten um Strategien von Protest und Bewegung ++ Kreative Aktionen
- Herrschaftskritik und herrschaftsfreie Utopien
- Comic-Film "Was ist Demokratie?"
Einzelzitate
»Die Verfassung, die wir haben (...) heißt Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige Bürger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist.« (Thukydides, Geschichte des Peloponnesischen Krieges, II 37; ursprünglich Bestandteil der Präambel des EU-Verfassungsentwurfs)
»Maßstab der Aristokratie ist die Tugend, der Oligarchie der Reichtum, der Demokratie die Freiheit« (Aristoteles, Politik, 1294a10 ff.)
»The government of the people, by the people, for the people.« (Die Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk.)
Abraham Lincoln über das Wesen der Demokratie, Gettysburg Address, 1863
»Liberalität, die unterschiedslos den Menschen ihr Recht widerfahren lässt, läuft auf Vernichtung hinaus wie der Wille der Majorität, die der Minorität Böses zufügt und so der Demokratie Hohn spricht, nach deren Prinzip sie handelt.«
(Theodor W. Adorno: Minima Moralia, Teil 1, 1944)
»Democracy is the worst form of government – except for all those other forms, that have been tried from time to time.« (Demokratie ist die schlechteste Regierungsform – außer all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.)
(Winston Churchill in einer Rede im Unterhaus am 11. November 1947)
»Unter all den Namen dessen, was man ein wenig schnell in der Kategorie der 'politischen Regierungsform' klassifiziert (ich glaube nicht, dass 'Demokratie' letztlich eine politische Regierungsform bezeichnet), ist der ererbte Begriff der Demokratie der einzige, der die Möglichkeit aufnimmt, sich in Frage zu stellen, sich selbst zu kritisieren und sich in unbestimmter Weise selbst zu verbessern. Wenn es sich dabei noch um den Namen einer Regierungsform handelte, dann um den des einzigen 'Regimes', das sich seiner eigenen Perfektionierbarkeit stellt, also seiner eigenen Geschichtlichkeit – und so verantwortlich wie möglich, würde ich sagen, sich der Aporie der Unentscheidbarkeit annimmt, auf deren Grund ohne Grund er sich entscheidet.«
Jacques Derrida (2001; in: Philosophie in Zeiten des Terrors, ISBN 3865723586, S. 161)
Wenn fünf Leute einen sechsten verprügeln, wird die Sache dadurch nicht besser, dass sie vorher mit 5:1 eine demokratische Abstimmung durchgeführt haben. Demokratisierung bedeutet meistens, dass die soziale Eingriffstiefe herrschender Strategien vorangetrieben wird - Partizipation begrenzt hier nicht Macht, sondern wird ihr Transmissionsriemen nach unten, zu den einzelnen Menschen, zum Alltag, zur konkreten "Mikropolitik". Demokratie verbürgt also keineswegs Emanzipation, und Emanzipation im demokratischen Zeitalter bedeutet immer auch Schutz vor "Demokratisierung", d.h. vor dem Anspruch anderer, im eigenen Leben herumzupfuschen.
Aus Christoph Spehr (2003): "Gleicher als andere", Karl Dietz Verlag in Berlin (S. 47)
