Brief der katholischen Kirche

als Antwort auf ein Gesprächsangebot

Na denn, daß Wissen um Vergangenheit auch zu verändertem Handeln in der Gegenwart führt, darf bezweifelt werden, denn sonst wäre ja ...
  • Deutschland eine einzige Antifa-Republik, weil ja alle wissen, wie schlimm die Nazis waren.
  • Antisemitismus fuer allezeit ausradiert, weil ja alle wissen, wie schlimm das damals war.
  • Krieg seit 1945 nie mehr vorgekommen, weil ja alle wissen, wie scheisse Krieg ist.
Die Argumentation des kath. Pfarrers ist falsch und gefährlich. Gerade die „Erledigung“ der Vergangenheit und das Sich-sicher-Sein, dass "wir jetzt irgendwie die besseren sind" und alles gelernt haben, ist die Ausgangsposition fuer die Wiederholung der Scheisse (wenn auch in modernisierter Form).
  • Es ist wieder die Kirche bei den Kriegen dabei!
  • Es sitzen u.a. wieder die ChristInnen hinter den Waffen bzw. geben die Befehle.
  • Es sind wieder die christlichen Parteien, die kraeftig hetzen.
  • Es sind ...
Dass Menschen wissen, dass es Hexenverbrennungen gab, ist keinerlei Argument dafuer, dass moderne Diskriminierung bis sozialrassistische Morde nicht wieder laufen koennten.
Auch am 1. Mai in Saasen (sozialrassistischer Progrom in der Region Gießen, mehr ...) waren Kirchenvorstandsmitglieder dabei.  Und die meisten werden Kirchenmitglieder gewesen sein. Und der Oberhetzer (SPDler und Baufirma) sitzt auch im Kirchenvorstand.  Natuerlich weiss der um die Hexenverbrennungen. Na und, was sagt das aus?
„Nie wieder Auschwitz“ war auch so eine Geschichte - gerade mit dem offensiv vor sich hergetragenen „Wir haben aus unserer Geschichte gelernt, wir kennen sie“ liess sich die erste aktive Kriegsbeteiligung der BRD organisieren.

Auch die weiteren Ausführungen könnte mensch auch anders sehen ...

  • daß kein Schaden entstand, mag ja Gott so hingekriegt haben - aber die AkteurInnen hatten sich das auch selbst überlegt und geplant gehandelt.
  • daß keine Anzeige erstattet wird, ist schade. Ein Gerichtsverfahren mit Aufführung des Theaters (als Beweismittel) und einigem mehr wäre sicherlich sehr nett gewesen. Das ist der Pfarrer eher nett zu sich als zu den AkteurInnen.
  • daß sich der Pfarrer eine Wiederholung verbittet, ist ja verständlich. Wer läßt sich schon gern seinen Herrschaftsbereich beschneiden. Aber keine Angst - kreativer Widerstand mag keine Wiederholungen (es sei denn, genau das erwartet niemand und paßt genau!).
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