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Gefährliches Gießen: Die (Gefahrenabwehrver-)Ordnung angreifen! |
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Presse, Politik & Polizei - Machtfilz in Gießen

Links: Vor der Utopiecamp-Räumung
... Polizei mit Presse und Herrn Drebes (kariertes Hemd) vom Ordnungsamt (Stadt
Gießen). SPD-Oberguru Merz stand später auch noch in der Runde. Kontakt
mit den Geräumten nahm auch er nicht auf.
Rechts: Während der Stadtverordnetensitzung
im Dez. 02 ... Herr Gail mit Megafon (Vorsitzender des Stadtparlaments), rechts
daneben Herr Wiese, Führer der Polizeikräfte in Gießen

Beispiele für den Filz:
- 12.2.2002: Einen Tag vor der umstrittenen Stadtverordnetenversammlung
mit Verabschiedung der Gefahrenabwehrverordnung werden zwei Projektwerkstättler
verhaftet und bis Ende der Versammlung eingesperrt. Die für sowas immer
zu habende Amtsrichterin Kaufmann bestätigt das Einsperren mit Verweis
auf laufende Ermittlungsverfahren in anderen Sachen - eine Vorverurteil perfekter
Art. Die Presse berichtet am Tag drauf, daß die Verhafteten beim Sprühen
am Rathaus erwischt worden sind. Eine glatte Lüge, mit der die Presse
Polizei und Politik hilft.
- Als am 10. Januar die Polizei in einer durchgeknallten, später
für rechtswidrig erklärten Aktion die Projektwerkstatt stürmt
und technisch zerschlägt, bastelt die Presse das passende Image zurecht.
Unter anderem lügt sie trotz besseren Wissens (!) herbei, daß ein
Durchsuchungsbeschluss vorgelegt wurde:
"Mit einem Durchsuchungsbeschluss eines Richters kam gestern
der Staatsschutz in die "Projektwerkstatt" in Saasen", schrieb Erhard Goltze
im Gießener Anzeiger am 11.01.03. Als am Tag danach Innenminister Volker
Bouffier seine Bullenherde auf die Spontandemonstration im Seltersweg hetzte,
schrieb die Presse artig, dass die Versammlung illegal gewesen sei
und Bergstedt um sich getreten hätte
(Gießener Anzeiger, 13.1.2003).
Kontakt mit den VeranstalterInnen nahm die Presse wie immer nicht auf. Die
Polizei besorgte sich ein Attest, die Staatsanwaltschaft erhob ebenso artig
Anklage und das Amtsgericht machte das zum Gegensatz des Prozeß
am 15.12.2003.
- 27.3.2003:
Protestaktionen im Stadtparlament. Die Polizei hat einige Kräfte, darunter
auch Staatsschützerin Mutz, im Saal postiert. Diese treffen auch Absprachen
mit den Hausherren, Stadtverordnetenvorsteher Gail und Bürgermeister
Haumann. Doch nach dem Polizeieinsatz gegen 3 Aktivistis wird das vertuscht:
Die Zeitung verbreitet die Lüge, dass Gail und Haumann von der Polizei
nichts gewußt hätten und dass der Staatsschutz gar nicht zugegen
war. Haumann und Gail hatten das noch während der Sitzung auf Nachfrage
von PDS-Mitglied Janitzki behauptet. Die Polizei sprang der Lüge artig
zur Seite und verbreitete den gleichen Unsinn. Dem wollte der dritte im Bund
des Elitefilzes in nichts nachstehen und berichtete entsprechend. Zwar wird
im Gerichtsverfahren gegen einen der Protestierenden die Staatsschützerin
Mutz sogar als Zeugin angegeben - doch der alte Spruch hält: "Geschichte
ist immer die Geschichte der Sieger".
- Nach den Vorgängen in der Versammlung zeigten auch die
Grünen, wo sie stehen. Fraktionschefin Weigel-Greilich: "Ich fühle
mich jedenfalls nicht in meinen Grundrechten beschnitten, wenn Herr Bergstedt
observiert wird". Ach ...
Getoppt wurde sie vom grünen Kreisvorstandsmitglied und Gießener
AStA-Ökoreferent Christian Otto. Nach dem Schlag der grünen OB-Kandidatin
Angela Gülle ins Gesicht eines Aktivisten breitete der in der Presse
seine Theorie aus, welche Personen hinter den Veränderungen von Wahlplakaten
und anderen Sachbeschädigungen standen. Die Presse bot ihm brav den Raum
für die öffentliche Vorverurteilung. Die Polizei hinkt da hinterher
und versucht immer noch krampfhaft, für irgendwas Beweise zu finden.
Die herrschenden Eliten in Presse und Politik brauchen die gar nicht ...
- Überhaupt: Der Schlag von Angela Gülle zeigte sehr
gut den Filz. Der Ablauf ... Gülle schlägt einen Aktivisten. Die
Polizei guckt zu nimmt dann den Geschlagenen und alle weiteren Personen aus
dem Umfeld der Projektwerkstatt für einige fest. Der Geschlagene bekommt
zudem von der Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen "Misshandlung"
(hat er doch unverschämterweise seinen Kopf in die Bahn von Gülles
Faust gehalten?) und schließlich von der Staatsanwaltschaft Gießen
(Oberguru Vaupel) eine Anklage, die das Amtsgericht Gießen auch artig
annimmt (Prozeß
am 15.12.2003). Law-and-Order-Bürgermeister Haumann (CDU) umarmt
die tapfere Schlägerin Gülle nach dem Vorfall und die Presse berichtet
zustimmend zum Prügeln. Hetzer Guido Tamme der Gießener Allgemeine
behauptet sogar, daß der Schlag nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich
einwandfrei ist. Denn auf eine Beleidigung (wo war die?) dürfe man mit
einer Körperverletzung antworten. Na, Herr Tamme, dann passen sie mal
auf, dass die nie wieder jemanden beleidigen - könnte schmerzhaft werden.
Die ProjektwerkstättlerInnen haben ohnehin einige Schläge gut angesichts
ihrer Pressehetze ...
Spalte und herrsche ... Polizei- und Politiktaktiken in Gießen
Es ist eine typische Strategie moderner Herrschaft, den politischen Gegner zu
spalten, d.h. interne Streitigkeiten und Trennungen anzuzetteln oder zu erzwingen.
Dafür gibt es in und um Gießen viele Beispiele, einige seien benannt:
- Seit Jahren wird Gruppen, die mit der Projektwerkstatt zusammenarbeiten,
angedroht, dass sie keine Zuschüsse u.ä. mehr erhalten.
- Bei der Demo gegen Abschiebung am Tag des Flüchtlings
(20.6.2003) fanden zwei Demonstrationen statt. Am Treffpunkt zum zweiten Teil
berichteten Polizeibeamte den dort wartenden Menschen, dass im ersten Teil
Gewalttätigkeiten gelaufen wären, z.B. das Einwerfen von Fenstern
am Bahnhof Gießen. Daher sollten sie sich davon distanzieren und nicht
auf die AktivistInnen der ersten Demo warten. Der Versuch der Spaltung scheiterte
zum Glück. Die Sache mit den Fenstern war frei erfunden - die Demo war
tatsächlich gar nicht bis zum Bahnhof gelassen worden, wo gegen die menschenfeindlichen
Aktionen des BGS demonstriert werden sollte.
- Im Uni-Streik im November 2003 erfand die Uni-Leitung, u.a.
Uni-Präsident Hormuth, einige Sachbeschädigungen am Phil II, um
die Leitungsgremien der Studierendenschaft zu Distanzierungen zu zwingen und
deutliche Spaltungen in den Streik hineinzutragen. Tatsächlich wurden
Gruppen und Personen, die im Verdacht standen, für die Aktion in Frage
zu kommen, in den Folgetagen stark ausgegrenzt. Das Streikplenum beriet intensiv
über den Umgang mit dem "Vandalismus". Erst einige Tage später
stellte sich heraus, daß die Sachbeschädigungen nie stattgefunden
hatte und von der Uni-Leitung erfunden wurden, um diese Spaltungen zu erzeugen.
Auch später versuchte u.a. der Uni-Präsident, Veranstaltungen zu
verbieten, bei denen radikalere und vor allem unabhängige Gruppen teilnehmen
würden. Immer wieder nannte er die Projektwerkstatt.
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