Sozialrassisten und Hetzer
in Gießener Medien
Soziale Ausgrenzung ++ Guido Tamme ++ Manipulation ++ Polit-Hetze ++ Sippels Jagd auf Genfeldbesetzis ++ berall
Presse fordert Ausgrenzung von "Randgruppen"
Der an dieser Stelle dokumentierte Artikel aus dem Giessener Anzeiger ist ein besonders abstossendes Beispiel dafür, wie die Presse Sozialrassismus fördert und den Herrschenden den Boden bereitet, um all die auszugrenzen, die nicht in das Bild einer aufstrebenden "S.O.S.-Stadt" ("Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit") passen. Junkies, BerberInnen, Punks und Obdachlose werden hier zum "Bösen" stilisiert. Nicht erwähnt wird natürlich, dass der Treffpunkt am Marktplatz gerade deshalb gewählt wurde, weil die Stadt Gießen zwei andere Plätze mit Gittern (sic!) abgeriegelt hat und mensch selbst am Lahnufer von Polizeitrupps vertrieben wird. Medien schaffen damit ein Klima, in dem sich die AnhängerInnen von "Sicherheit und ordnmung" bestätigt fühlen, Ausgrenzung voran zu treiben - ob PolitikerInnen, die "law and order" ausweiten wollen oder Nazis, die Andersdenkende oder -Aussehende von den Straßen prügeln.
Statt Sicherheit und Ordnung ein Hilferuf
Drogenszene hat sich zum Busbahnhof verlagert - Beschwerden von Anliegern
Von Jochen Lamberts GIESSEN. Die Zustände am Marktplatz sind inzwischen nicht mehr tragbar und lassen die Propagierung der städtischen Führung bei ihrer Amtsübernahme, für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit (SOS) zu sorgen, zur Bankrotterklärung werden. Seit vielen Wochen hat sich an dem zentralen Busbahnhof eine Szene aus Alkoholikern und Drogensüchtigen entwickelt, die inzwischen fast täglich für Polizei- und Rettungsdiensteinsätze sorgt.
Das subjektive und objektive Sicherheitsgefühl ist dort zur Farce geworden. Und Gießens oberster Hüter der mit viel Aufsehen verabschiedeten Gefahrenabwehrverordnung, Stadtrat Thomas Rausch, gibt sich, zumindest was dieses Problem angeht, hilflos.
Die Klagen der am Marktplatz ansässigen Geschäftsleute sind nicht zu überhören. Betrunkene oder unter Drogen stehende kommen in die Läden, betteln aggressiv, pöbeln die Kunden an oder benutzen teilweise fraglos die Toiletten, die danach entsprechend aussehen. In den Bereichen der Haus- und Geschäftseingänge wird die Notdurft verrichtet, Müll entsorgt, gefixt oder mehr oder minder frei mit Drogen gehandelt. Auf dem Busbahnhof selbst trauen sich viele schon gar nicht mehr auf ihren Bus zu warten angesichts immer wieder vorkommender Pöbeleien, Bedrohungen und Schlägereien. Und die zur Szene gehörenden freilaufenden Hunde tragen nicht gerade zur Steigerung des Sicherheitsgefühl bei.
Angetreten, um in dieser Stadt für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit zu sorgen reiste genau vor zwei Jahren eine von Stadtrat Rausch angeführt Delegation nach Fulda, um sich dort über die Funktion und Effizienz einer am Bahnhofsvorplatz installierten Überwachungskamera zu informieren. Das Ergebnis, eine tolle Sache, genau das Richtige für die Gießener Pläne. Installiert wurde sie auf dem Marktplatz. Doch die Praxis sieht hier anders aus als in Fulda, weil das Modell nicht Eins zu Eins umgesetzt wurde.
In Fulda sitzen Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes am Kontrollbildschirm und melden umgehend Verdächtiges der Polizei. Dies war in Gießen offensichtlich aus Personalgründen seitens der Stadt nicht möglich, so dass der Monitor auf der Wache der Polizeistation Nord installiert wurde. Anzunehmen und zu verlangen, dass die Beamten dort beim tägliche Geschäft einer Polizeiwache mit Telefon- und Funkgesprächen, Anzeigenaufnahmen und Bürgerberatungen permanent ein Auge auf den Schirm werfen, ist illusorisch. Hinzu kommt ein zweites Manko, die Kamera kann von ihrer derzeitigen Position aus nicht in alle Bereiche des Marktplatzes einsehen. Durch die Wartehäuschen gibt es tote Winkel, nämlich genau vor dem Eingang des Info-Centers der Stadtwerke. Und gerade da hat sich die Szene etabliert.
Als weitere Keule gegen das städtische Sodom und Gomorrha hat die Stadt seinerzeit ihre Ordnungsstreitmacht ausbauen wollen, und dies auch entsprechend verlauten lassen. Zudem wurden die städtischen Ordnungsbeamten in neue Uniformen gesteckt, die bis auf das unterschiedliche Wappen identisch mit der der Hessischen Vollzugspolizei sind. Sie sollten die neue Gefahrenabwehrverordnung durchsetzen und rigide gegen Leute vorgehen, die Kippen auf die Straße werfen, in der Öffentlichkeit Alkohol trinken, betteln oder Staubtücher aus dem Fenster wedeln.
Doch wie sieht die Wirklichkeit aus, wobei den Hilfspolizisten selbst keinerlei persönliche Schuld anzulasten ist: das Gros der städtischen Uniformierten schreibt weiter Falschparker auf, auf dem Alten Friedhof werden die Hundebesitzer gejagt und abkassiert und im Seltersweg die Bettler ihres Weges gewiesen. Doch ob gegen Personen der Marktplatzszene überhaupt schon einmal Sanktionen ausgesprochen wurden, weil sie in der Öffentlichkeit tranken, urinierten ihre Unrat wegwarfen oder randalierten, darüber gibt es keine gesicherten Hinweise. Lediglich das Einschreiten der Vollzugspolizei ist ausreichend bekannt.
Und was sagt Stadtrat Thomas Rausch dazu: Die Zahl der Mitarbeiter sei beschränkt und könne nicht beliebig aufgestockt werden. Die städtischen Hilfspolizisten seien außerdem nur für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zuständig. Lediglich zwei Kräfte des Ordnungsamtes könnten derartige Überwachungsaufgaben übernehmen, so Rausch gegenüber dem Anzeiger. Doch das Klientel am Marktplatz, das offensichtlich immer mehr werde, gehen in einen Bereich der Kriminalität, für die die Vollzugspolizei zuständig sei. Gegen die Art dieser Personen könne das städtische Ordnungspersonal nichts mehr machen, so Rausch.
Einen Schritt hat die Stadt in ihrer offenkundigen Ohnmacht allerdings unternommen: Am Donnerstag verschwanden die Sitzbänke vor dem Stadtwerkebüro. Ob die Szene sich allein deswegen verzieht, wird sich noch herausstellen müssen.
Quelle: Gießener Anzeiger, 21.11.2003 im Netz ++ der Autor ist Redakteur der Zeitung und Vorstandsmitglied bei Pro Polizei Gießen e.V.
Lügner, Hetzer und Sozialrassist als Stadtredaktionschef der Gießener Allgemeine:
GUIDO TAMME
Die Lügen des Herrn Tamme - chronologisch
Anti-Wahl-Aktionen als Anfang ...
Mitte August wollte Guido Westerwelle auf dem Giessener Kirchplatz mit seinem Guido-Mobil einen netten Auftritt hinlegen. Doch der misslang nach allen Regeln der Kunst: Während unten rund um den FDP-Chef einige Flugis verteilt wurden, StörerInnen agierten und Westerwelle die Stromzufuhr kappten, kletterten zwei Aktivistis auf das Baugerüst am Stadtkirchenturm und konnten von dort oben per Megafon und guter Akustik fast eine Stunde lang über Herrschaft und demokratische Regime im allgemeinen sowie den neoliberalen Kurz der FDP im Besonderen informieren.
- "Genauso ärgerlich war der Auftritt eines Wahlgegners, der auf dem Kirchenplatz per Megafon seine kruden Thesen verkündete. Dass er das - an der Seite einer mit einem schwarzen Bart verkleideten Blondine - ausgerechnet vom Baugerüst am Stadtkirchenturm tat, hat viele Passanten empört, die das als eine Art Entweihung eines Kulturdenkmals empfanden." Und ein bißchen Law-and-Order hinterher: "Immerhin: An der Kongresshalle wurde dem Störer wenig später gleich vorsorglich Hausverbot erteilt". (GI Allg., 24.8.2002, Autor: Guido Tamme)
Aktionstag am 14.9.2002
- "... die von einem "Anti-Rassisten-Bündnis" angemeldete Demonstration, bei der sich stundenlang 30 Teilnehmer und etwa 150 Polizisten gegenüber standen ..." (GI Allg. 4.1.2002, Autor: Guido Tamme)
Verhaftungen am 11.12.2002
- "Einer der Haupträdelsführer des Autonomenprotestes konnte nicht am oder im Stadthaus sein: Der Reiskirchener war in der Nacht zuvor beim Sprayen in der Innenstadt ertappt und bis gestern Abend in Unterbindungsgewahrsam genommen worden." (GI Allg., 13.12.02, Autor: Guido Tamme)
- Allerdings hat es gar kein Graffiti gegeben, was tags drauf auch die Polizei bestätigt: "Fest steht: Nach dem Erkenntnisstand von gestern Vermittag sind die Vorgänge polizeilich abgearbeitet. Bei der Polizei und Staatsanwaltschaft sind keine Ermittlungsverfahren anhängig oder Strafanzeigen eingegangen, bestätigten die jeweiligen Behördensprecher gestern auf AZ-Anfrage". (GI Allg., 17.12.2002)
Zur Gefahrenabwehrverordnung
- "Überhaupt haben vor allem die Sozialdemokraten in den vergangenen Wochen einen Popanz aufgebaut, der zu einer in der Sache kaum zu rechtfertigenden Demonstration am Donnerstagabend geführt hat. Die wenigsten der Kritiker dürften die Verordnung gekannt haben, gegen die sie protestierten.
- Andererseits kann dem Magistrat die Empörung von Jungsozialisten und Linksextremen aber gelegen sein. Denn die Bürger wissen automatisch: Wenn aus dieser Ecke Kritik kommt, dann hat die Stadtregierung etwas Vernünftiges vor." (GI Allg., 14.12.2002, Autor: Guido Tamme)
Zum Straßentheater "Kamera-Gottesdienst"
- "Schauspiele ganz anderer und unangenehmerer Art sind seit einiger Zeit in Gießen zu beobachten ... Albernheit der Aktion ..." (GI Allg. 4.1.2002, Autor: Guido Tamme)
Kommentar zur ersten Instanz des Prozesses gegen Projektwerkstättler
- "... immer noch Ursache und Wirkung verwechselt.
Nicht passieren kann das bei einem Enddreißiger, der irgendwann einmal den Anschluss an das Berufsleben verpasst hat und sich nun als selbsternannter "Berufsrevolutionär" durchs Leben schlägt. In dieser Woche stand er wieder einmal vor Gericht, weil er einen Polizisten ins Gesicht getreten und sich auch sonst mehrfach daneben benommen hat. Da der Saasener bei der hiesigen Justiz keinen Kredit mehr hat, setzte es diesmal eine Freiheitsstrafe "ohne". Mindestens volkswirtschaftlich sinnvoller als die neun Monate Knast wäre allerdings, hätte er zu mehreren Hundert gemeinnützige Arbeitsstunden verurteilt werden können. Beispielsweise zwecks Beseitigung der jüngsten Schmierereien am Amtsgericht. Die Polizei jedenfalls sieht den Unbelehrbaren und einige seiner Getreuen als dringend tatverdächtigt an - auch für die nächtliche Zerstörung von Türschlössern."
(Giessener Allgemeine, 20.12.2003, S. 26; Autor: Guido Tamme)
Gegen unerwünschte Veranstaltungen
Allgemeine-Hetzer Guido Tamme meldet sich wieder zu Wort - Meinungsfreiheit soll nicht gelten (siehe Text rechts, Kommentar von Guido Tamme am 19.3.2005). Drei Tage später wurden in den Uni-Räumen ohne weitere Rücksprache die Schlösser ausgetauscht!
Interessant ... auch die FH hatte schon Räume gesperrt mit der Behauptung, die Humanistische Union sei eine Tarnorganisierung der Projektwerkstatt. Jetzt auch das Bildungssyndikat .. huihhh! (Gießener Allgemeine, 19.3.2005)
Eine Woche später korrigierte er das einzige, was noch einigermaßen stimmte (siehe links).
Für eine politische Justiz
- Als ein Projektwerkstättler nach langen Justizkrämpfen vor dem Bundesverfassungsgericht Recht bekommen, greift Tamme in einem Kommentar am 2.6.2007 (S. 26) das Urteil des obersten Gerichs an - und wie: RichterInnen sollen bitte abhängig von der Person entscheiden - Justitia soll die Augenbinde abnehmen!!! Tamme weist ein bemerkenswertes Rechtsverständnis auf! Auch vieles vom Resttest ist absurd: Innenminister Bouffier wird als Initiator verschwiegen und als Opfer stilisiert (er gehöre zu den "Gestörten" - immerhin eine gewisse Doppeldeutigkeit bleibt erkennbar). Eine Demonstration zerschlagen zu lassen, sei "verständlich" usw. Tamme in Hochform!
- Zur Seite mit dem Verfassungsgerichtsurteil
Tamme als sozialrassistischer Hetzer
Guido Tamme veröffentlichte einen Kommentar, nach dem Obdachlose auf Bänken in der Stadt nichts zu suchen hätten (siehe links).
Protest gegen Sozialrassismus von Guido Tamme
Wegen der Position von Tamme, dass nur die richtigen Menschen auf den städtischen Bänken sitzen dürfen, ist ein offener Brief verfaßt und verschickt worden. Der Wortlaut:
Offener Brief
An Chefredaktion der Giessener Allgemeinen, Stadt Gießen, Stadtverordnetenversammlung Gießen, Staatsanwaltschaft Gießen, Kirchengemeinden am Kirchenplatz, Medien und Öffentlichkeit
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Gießener Allgemeinen vom 21.8.2004 hat der Chef der Stadtredaktion der Zeitung, Guido Tamme, formuliert, dass die Bänke in der Innenstadt Gießen, im besonderen die Bänke auf dem Kirchenplatz, nur bestimmten Menschen ("flanierenden Innenstadt-Passanten") zur Verfügung stehen und andere nicht auf diesen Bänken sitzen sollten. Gemeint waren insbesondere solche Menschen, die ohnehin stark sozial ausgegrenzt und oft verarmt bzw. wohnungslos sind.
Eine solche Formulierung, die öffentlich definiert, wer auf öffentlichen Bänken erwünscht ist und wer nicht, ist ein Akt sozialer Apartheid. Es ist mehr als die in Gießener Zeitungen und auch der Gießener Stadtpolitik schon öfter vorgekommene soziale Hetze, die schnell auch zur geistigen Brandstiftung für (sozial)rassistische Übergriffe werden kann. Sondern es ist bereits selbst die Praxis des Sozialrassismus, also der Diskriminierung und tatsächlichen Vertreibung von "unerwünschten Personen". Was Guido Tamme nicht nur vorschlägt, sondern als gegeben hinstellt, ist der gleichen Logik verhaftet wie den klassischen, rassistischen Formen von Apartheid, wo Menschen bestimmter Hautfarbe nicht auf Sitzen in Bussen oder Kinos Platz nehmen durften.
Das alarmierende am Text von Guido Tamme ist, dass es kein Einzelfall ist - auch Tamme selbst hat bereits mehrfach soziale Hetze betrieben. Sein neuester Text geht einen Schritt weiter, in dem er eine Praxis der Apartheid schaffen will. Strafrechtlich ist das Volksverhetzung, gesellschaftlich eine dramatische Entwicklung. Der Text ist auf www.kroeten-wanderung.de.vu, der Seite zu den Sozialprotesten in Gießen, dokumentiert und wurde gestern auf der Protestaktion in Gießen stark thematisiert.
Ich möchte die von mir angeschriebenen Institutionen, die als Eigentümer, Vorgesetzte oder sonstigen formalen Gründen von der Erklärung von Guido Tamme betroffen sind, um eine Stellungnahme bitten, wie sie vorzugehen gedenken. Es ist auch Ihre Entscheidung, ob zu solchen Entwicklungen (mal wieder) geschwiegen wird oder ob Sie aktiv an dieser und hoffentlich auch an vielen anderen Stellen für ein gleichberechtigtes, gutes Leben aller Menschen eintreten.
Über eine Rückäußerung wäre ich daher dankbar.
Beste Grüße
Ergebnis: Ob Kirche, Stadt, Presse oder wer auch immer - niemand antwortete. Der Konsens der Eliten hält in alle Richtungen - was in Deutschland schon zu einigem führte und auch wieder würde ...
Presserat: Tamme verstößt gegen Pressekodex


Anfang Juli dieses Jahres hatten Aktive aus dem Umfeld der Projektwerkstatt Beschwerde beim Deutschen Presserat eingelegt. Die Vorwürfe richten sich gegen diverse Artikel in den beiden Giessener Tageszeitungen. Aus Sicht der AktivistInnen ist die Berichterstattung über unliebsame Proteste geprägt von Vorverurteilung und Hetze gegen politisch Andersdenkende. Diese Ansicht wird nun durch eine Entscheidung des Deutschen Presserats untermauert. Das Gremium sah in einem der beanstandeten Fälle einen Verstoss gegen den Presskodex gegeben. Betroffen ist ein Artikel von Allgemeine-Stadtredakteur Tamme, in dem dieser die Zunahme veränderter Wahlplakate in Zusammenhang mit der kurzzeitigen Verhaftung eines Projektwerkstättlers gebracht hatte.
Der ausgesprochene Hinweis stellt die mildeste Beanstandung dar - im äußersten Fall kann der Presserat öffentlich eine Rüge aussprechen. Nicht nur deshalb sieht Patrick Neuhaus, ein Aktiver aus dem Umfeld der Projektwerkstatt, wenig Grund zur Freude. Denn eine Besserung sei erkennbar. "Die Tageszeitungen in Giessen machen einfach so weiter wie bisher. Wo nicht auf Verschweigen gesetzt wird, werden die Formulierungen eher noch härter." Als Beispiel führt der Aktivist den "Stadt-Cocktail" in der Giessener Allgemeinen vom 21.08.04 an: Tamme hatte dort behauptet, die Sitzbänke auf dem Kirchplatz seien nicht für Obdachlose, sondern "flanierende Innenstadts-Passanten" gedacht. "Da wird ganz offen gesagt, dass es Menschen zweiter Klasse gibt, die in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben", meint Patrick Neuhaus. Solche Sätze würden in der Gewissheit geschrieben, dass an den Rand gedrängte kaum Möglichkeiten hätten, sich gegen ausgrenzende Berichterstattung zu wehren.
Ohnehin dürfe die Wirkung von Beschwerden nicht überschätzt werden. "Der Aufbau unabhängiger Medien und Gegenöffentlichkeit ist viel perspektivisch viel wichtiger." Mit der Bitte um Abdruck Anhang: Antwort des Pressrats
(Quelle: Pressemitteilung aus dem Umfeld der Projektwerkstatt, 08.10.04)
Arbeitsfan und Lebensberater Tamme
Zweimal schon erteilte Guido Tamme den Politaktivistis aus der Projektwerkstatt gute Ratschläge. Immerhin erkannte er an, dass dort durchaus schlau gedacht würde. Tamme würde das gerne für den Wirtschaftsstandort Deutschland mobilisieren.
Auszug aus einem Kommentar von Stadtredaktionschef Guido Tamme in: Gießener Allgemeine, 8.4.2006 (S. 26) zur Revisionsablehnung im politischen Prozess gegen Projektwerkstättis:
Mit Schadenfreude dürfte dagegen vor allem in Polizei- und Justizkreisen die Nachricht in dieser Woche aufgenommen worden sein, dass der selbst ernannte „Berufsrevolutionär“ aus Saasen für acht Monate hinter Gitter muss, nachdem das Oberlandesgericht Frankfurt seine Revision gegen ein entsprechendes Amtsgerichtsurteil aus dem vergangenen Jahr verworfen hat. Diese Strafverbüßung könnte für den 41-Jährigen eine lehrreiche Erfahrung werden, denn unter seinen Mithäftlingen wird er mit seinem wirren politischen Weltbild kaum missionieren können. Im Gegenteil: »Echte« Kriminelle haben nicht viel übrig für Mithäftlinge, die ihre Straftaten (im konkreten Fall insbesondere gefährliche Körperverletzung und Widerstand) mit höhergeordneten politischen Motiven zu rechtfertigen versuchen.
Natürlich nur rein zufällig landete zur gleichen Zeit in Teilen Gießens ein Flugblatt in den Hausbriefkästen, in dem sich angeblich der hessische Innenminister befriedigt darüber äußert, dass »der stadtbekannte Rädelsführer Jörg B. eine achtmonatige Freiheitsstrafe antreten muss«. Die Zeit der gefälschten Behördenschreiben, Sachbeschädigungen an Wahlplakaten und Parteizentralen »dürfte damit ein Ende finden«. Der inhaltliche und zeitliche Zusammenhang legt den Eindruck nahe, dass der »Berufsrevolutionär« selbst der Urheber dieser erst auf den zweiten Blick erkennbaren Fälschung namens »Bürgerbrief Recht und Sicherheit« sein könnte. Eigentlich schade, dass der Dauerstörenfried seine Energie und seine Intelligenz derart verplempert: Würde er seinen Gaben sinnvoll einsetzen, könnte er sich für diese Gesellschaft sehr nützlich machen.
Das zweite Beispiel ist rechts zu sehen - es stammt aus dem Jahr 2003 ... ein wunderschönes Fake, in dem Guido Tamme als Oberhetzer selbst attackiert wurde. Auch eine Art von Pressearbeit ...
Und noch ein bisschen Kommunistenhatz: Kommentar von Guido Tamme am 27.7.2007 in der Gießener Allgemeinen (S. 26).

Verzweifelung macht sich breit???
Links: Kommentar von Stadtredaktionschef Guido Tamme (Gießener Allgemeine, 15.9.2007) ++ Ganzer Kommentar als PDF hier ...
Rechts: Gegendarstellung zum Kommentar. Außerdem unterschrieb die Verlagsleitung eine Unterlassungserklärung, die Lüge von den vielen Vorstrafen nicht mehr weiter zu verbreiten.
Fallbeispiele manipulierender Medien
Herrschaft durchblicken - moderne Demokratie demaskieren: Medien als Macher vieler Diskurse
Moderne Herrschaft läuft über die Köpfe. Zwar werden auch Überwachung, Strafvollzug und Polizeirechte ständig verschärft, um die Auswirkungen wachsender sozialer Ausgrenzung und Kälte unterdrücken zu können. Doch immer wichtiger wird, Menschen von vorneherein zuzurichten auf ein genormtes Verhalten. Das fängt mit der Geburt an, die Orientierung auf ein bestimmtes Geschlecht und das dazupassende Handeln, die Indoktrinierung des unmündigen, noch nicht reifen Jugendlichen bis hin zur Vorbereitung auf die gesellschaftliche Rolle, z.B. als arbeitender oder haushaltsführender Mensch. Solche Zurichtung ist Herrschaft. Sie funktioniert meist ohne physische Gewalt, wohl aber mit deren Androhung. Was sich gehört, was als normal gilt, als gesund, als sinnvoll, als wahr oder richtig. All das definieren die sogenannten Diskurse - die Denk- und Wertmuster, die weitergegebenen werden in jedem Lehrplan, in Gesetzen, in fast jedem Gespräch ... und in den Medien. Um letztere soll es hier gehen - an einem ganz konkreten Beispiel, der Auseinandersetzung um Sicherheit und Ordnung in den letzten 5 Monaten in und um Giessen. Ganz konkrete Beispiele sollen zeigen, wie ganz gezielt mit Lügen und tendenziösen Darstellungen ein solcher sogenannten Diskurs etabliert wird. Er soll beinhalten:
- Die GegnerInnen der herrschenden Ordnung sind Spinner und gefährliche Kriminelle.
- Neue Bestimmungen für mehr Sicherheit sind nötig.
- Die herrschenden PolitikerInnen machen das notwendige und richtige für Giessen.
Auszüge aus Berichten
- Anti-Wahl-Aktionen: Westerwelle kommt ... und geht!
Mitte August wollte Guido Westerwelle auf dem Giessener Kirchplatz mit seinem Guido-Mobil einen netten Auftritt hinlegen. Doch der misslang nach allen Regeln der Kunst: Während unten rund um den FDP-Chef einige Flugis verteilt wurden und StörerInnen agierten, kletterten zwei Aktivistis auf das Baugerüst am Stadtkirchenturm und konnten von dort oben per Megafon und guter Akustik fast eine Stunde lang über Herrschaft und demokratische Regime im allgemeinen sowie den neoliberalen "Genauso ärgerlich war der Auftritt eines Wahlgegners, der auf dem Kirchenplatz per Megafon seine kruden Thesen verkündete. Dass er das - an der Seite einer mit einem schwarzen Bart verkleideten Blondine - ausgerechnet vom Baugerüst am Stadtkirchenturm tat, hat viele Passanten empört, die das als eine Art Entweihung eines Kulturdenkmals empfanden." Und ein bißchen Law-and-Order hinterher: "Immerhin: An der Kongresshalle wurde dem Störer wenig später gleich vorsorglich Hausverbot erteilt". (GI Allg., 24.8.2002, Autor: Guido Tamme) - Aktionstag am 14.9.2002 "... die von einem "Anti-Rassisten-Bündnis" angemeldete Demonstration, bei der sich stundenlang 30 Teilnehmer und etwa 150 Polizisten gegenüber standen ..." (GI Allg. 4.1.2002, Autor: Guido Tamme)
- Verhaftungen am 11.12.2002 "Fest steht: Nach dem Erkenntnisstand von gestern Vermittag sind die Vorgänge polizeilich abgearbeitet. Bei der Polizei und Staatsanwaltschaft sind keine Ermittlungsverfahren anhängig oder Strafanzeigen eingegangen, bestätigten die jeweiligen Behördensprecher gestern auf AZ-Anfrage". "Im vorliegenden Fall wurden den beiden Männern ihre Vorstrafen "wegen Straftaten gegen die öffentliche Ordnung" und eine Schablone zum Sprühen einer politischen Parole zum Verhängnis". (GI Allg., 17.12.2002) "Bergstedt nicht auf frischer Tat ertappt ..." (GI Anzeiger, 21.12.2002)
- Zu den Protesten am 12.12.2002: "Aufbegehren der Jugend ... Ein anderes Phänomen dieser Zeit ist, dass einzelne Personen oder kleine Gruppen verstärkt zu extremer Gewaltbereitschaft neigen. Da drohen einer Demonstration, die erzürnt lautstark aber friedlich ihrem Protest Luft machen will, immer die unerwünschten Trittbrettfahrer, die schon einmal Schaufenster einschlagen oder Prügeleien anzetteln." (GI Anzeiger, 21.12.2002, Autor: Erhard Goltze)
- "Überhaupt haben vor allem die Sozialdemokraten in den vergangenen Wochen einen Popanz aufgebaut, der zu einer in der Sache kaum zu rechtfertigenden Demonstration am Donnerstagabend geführt hat. Die wenigsten der Kritiker dürften die Verordnung gekannt haben, gegen die sie protestierten. Andererseits kann dem Magistrat die Empörung von Jungsozialisten und Linksextremen aber gelegen sein. Denn die Bürger wissen automatisch: Wenn aus dieser Ecke Kritik kommt, dann hat die Stadtregierung etwas Vernünftiges vor." (GI Allg., 14.12.2002, Autor: Guido Tamme)
- "Zum ersten Mal wurde in Hessen ein neuer Passus des Polizeigesetzes angewandt. Betroffener war Jörg Bergstedt. Nach richterlichem Beschluß wurde er gestern bis 20 Uhr in Unterbringungsgewahrsam genommen. Diese Entscheidung hatte ihren Grund, denn Bergstedt war am Mittwoch erwischt worden, wie er Wände rund um das Rathaus mit Parolen beschmierte. Es ging ihm offensichtlich darum, die Proteste um die Gefahrenabwehrverordnung anzuheizen." (GI Anzeiger, 13.12.02, Autor: Äat)
- "Einer der Haupträdelsführer des Autonomen-protestes konnte nicht am oder im Stadthaus sein: Der Reiskirchener war in der Nacht zuvor beim Sprayen in der Innenstadt ertappt und bis gestern Abend in Unterbindungsgewahrsam genommen worden." (GI Allg., 13.12.02, Autor: Guido Tamme)
- Erster Aktionssamstag am 14.12.2002: "Da die Veranstaltung aber nicht angemeldet und demzufolge auch nicht genehmigt war, wurde sie von der Polizei aufgelöst" (GI Allg., 17.12.2002)
- Kamera-Anbetung "Schauspiele ganz anderer und unangenehmerer Art sind seit einiger Zeit in Gießen zu beobachten ... Albernheit der Aktion ..." (GI Allg. 4.1.2002, Autor: Guido Tamme)
- Computer "Mit einem Durchsuchungsbeschluss eines Richters kam gestern der Staatsschutz in die "Projektwerkstatt" in Saasen." (GI Anzeiger, 11.01.03, Autor:Äat)
- "Am Freitag dann durchsuchten Beamte auf Grund eines Beschlagnahmebeschlusses des Amtsgerichts Gießen wegen Sachbeschädigung, Verunglimpfung des Staates und seiner
- Rangelei im Seltersweg "Zu einem Gerangel vor dem CDU-Informationstand kam es am Samstag kurz nach Mittag im Seltersweg. Die Polizei schritt ein, weil ein polizeibekannter Mann aus Saasen mit einem Megafon lautstarke Parolen am Stand von sich gab, an dem sich auch Innenminister Volker Bouffier aufhielt. Eine Genehmigung für eine Versammlung und für den Betrieb des Megafons lag nach Angaben der Behörden nicht vor, so dass die Polizei einschritt und den Gebrauch untersagte sowie die Herausgabe des Gerätes verlangte." (GI Anzeiger, 13.01.03, Autor: kg)
Pressehetze gegen Politgruppen, vor allem die Projektwerkstatt
Immer wieder schreiben die Gießener Tageszeitungen über die Projektwerkstatt - nicht über Aktivitäten, sondern sie hetzen. Kommentare statt Berichte, Beschränkung der Berichterstattung auf Verhaftungen sowie jede Menge Lügen sind das Standardrepertoire der Presse. Meinungsführer sind die beiden Stadtredaktionen von Gießener Allgemeine (vor allem Guido Tamme, aber auch andere) und Gießener Anzeiger. Bereits die obige Sammlung bringt etliche Beispiele, hier folgen Zitate der gezielten Hetze:
- Im Bericht über den Schlag der Grünen OB-Kandidatin Angela Gülle gegen einen Projektwerkstättler verbreitete die Presse nicht nur allerhand Unsinn zum Ablauf des Geschehens und feierte Gülle fast als Heldin ab, sondern der Anzeiger nutzte die Gunst der Stunde, zum einen den Grünen-Vorständler Christian Otto zu Spekulationen über Täter von Sachbeschädigungen Raum zu bieten und zum anderen ohne irgendeinen Bezug zum Geschehen anzufügen: "Stark verärgert über ihn sind seine Saasener Nachbarn".
- Immer wieder werden Aktionen nicht beschrieben, sondern nur beschimpft (wobei - typisch für diese Erwachsenengesellschaft - der Begriff "Kinder" regelmäßig als Schimpfwort eingesetzt wird von denen, die sich so toll wichtig und über den Dingen schwebend sehen). Außerdem fällt das ständige Benennen einer Einzelperson als "Leiter" u.ä. sowie der anderen als "Anhang" auf. Aktionen im Gerichtsverfahren gegen eine Aktivistin beschrieb die Gießener Allgemeine am 3. Juli 2003 so: "'Anarcho' Jörg Bergstedt hattes nach zahlreichen postpubertären Pöbeleien kurz vor Verhandlungsschluss geschafft, sich des Saales verweisen zu lassen, und wurde unter dem Gejohle seines Anhangs hinaus getragen. Bis es schließlich zur Urteilsverkündung kam, wurde eine weitere zur Szene gehörende Zuschauerin aus dem Saal geführt". Der Anzeiger am gleichen Tag: "vermeintlich wohl überlegte Zwischenrufe und aus dem Kindergarten importierten Provokationen" und "Handvoll Protestierer, die sich den Regeln der verachteten Obrigkeit mit überaus lächerlichem Eifer widersetzt haben ... Kindereien".
- Als in Gießen die unabhängige Simone Ott ihre Unterlagen zur Kandidatur als Bürgermeisterin einreichte, versuchte der Gießener Anzeiger am nächsten Tag, sie als Marionette darzustellen: "Ihr Programm, das wir heute schon einmal vorgestellt haben, bestärkt diejenigen in ihrer Überzeugung, die der Studentin eine gewisse Nähe zu einer bekannten Reiskirchener Gruppe nachsagen. Ihre Forderungen könnten vom Polit- und Ökoaktivisten Jörg Bergstedt zu Papier gebracht worden sein." (5.7.2003, S. 12)
- Nach dem Prozeß am 15.12.2003 erfand der Redakteur der Gießener Allgemeine, daß im Gerichtssaal "randaliert" worden wäre. Der Redakteur hatte während der Pausen des Verfahrens immer mit den anwesenden Polizisten im Flur rumgestanden - sehr unauffällig, denn Aussehen und Verhalten gleichen sich ... Nach dem Prozeß veröffentlicht Oberhetzer Guido Tamme den folgenden Kommentar: "... immer noch Ursache und Wirkung verwechselt.
Nicht passieren kann das bei einem Enddreißiger, der irgendwann einmal den Anschluss an das Berufsleben verpasst hat und sich nun als selbsternannter "Berufsrevolutionär" durchs Leben schlägt. In dieser Woche stand er wieder einmal vor Gericht, weil er einen Polizisten ins Gesicht getreten und sich auch sonst mehrfach daneben benommen hat. Da der Saasener bei der hiesigen Justiz keinen Kredit mehr hat, setzte es diesmal eine Freiheitsstrafe "ohne". Mindestens volkswirtschaftlich sinnvoller als die neun Monate Knast wäre allerdings, hätte er zu mehreren Hundert gemeinnützige Arbeitsstunden verurteilt werden können. Beispielsweise zwecks Beseitigung der jüngsten Schmierereien am Amtsgericht. Die Polizei jedenfalls sieht den Unbelehrbaren und einige seiner Getreuen als dringend tatverdächtigt an - auch für die nächtliche Zerstörung von Türschlössern."
(Giessener Allgemeine, 20.12.2003, S. 26; Autor: Guido Tamme) - Rechts: Auszug aus einem Brief von Guido Tamme im Jahr 1995 an die Projektwerkstatt
Hetzende Presse beim Berufungsprozeß gegen Projektwerkstättler
Der Polizeireporter Bernd Altmeppen erfand während des Prozesses wieder allerhand Dinge, veröffentlichte Vorverurteilungen und eine Beleidung gegen einen der Angeklagten (Berichte und Pressetexte zum Prozess hier ...). Ein Angeklagter schickte eine Gegendarstellung mit folgendem Text an die Giessener Allgemeine:
Betreff: Berichterstattung über den Berufungsprozeß gegen mich
Gegendarstellung
Die Berichterstattung über den Berufungsprozess gegen zwei Aktivisten aus der Projektwerkstatt ist in der Giessener Allgemeinen am 24. und 25. Juni 2004 mit der üblichen Mischung aus Hetze und Erfindungen abgelaufen. Das ist kein Einzelfall, sondern der Giessener Allgemeine bereits mehrfach nachgewiesen worden (siehe www.polizeidoku-giessen.de.vu). Im Einzelnen hat Polizeireporter Bernd Altmeppen diesmal erfunden: 1. Ein Antrag gegen die Vorsitzende Richterin sei vorbereitet worden. Das stimmt nicht. Richtig ist, dass das Gericht eine befangene Schöffin (CDU-Magistratsmitglied und Schwester des hessischen Innenministers) zurückziehen musste und die formalen Folgen des Richtertausches nicht bewältigte. Das verschweigt die Allgemeine in ihren Texten gänzlich und versucht, der Verteidigung die Schuld am Scheitern des Gerichtsprozesses zu geben. 2. Der eine Angeklagte sei der "Adlatus" des anderen Angeklagten. Das ist eine unverschämte Beleidigung und basiert auf keinerlei Informationen, ist zudem im Text unbegründet. 3. Der Angeklagte Bergstedt hätte einen Polizisten getreten. Das ist eine Tatsachenbehauptung, Vorverurteilung und zudem strafbar (falsche und politische Verdächtigung, § 164 und 241a Strafgesetzbuch). Anzeige gegen den Redakteur wird in dieser Sache und wegen Beleidigung gestellt, um die fortgesetzte Hetze und Erfindungen in der Giessener Allgemeinen fortan auch juristisch anzugreifen. Eine ausgewogenere Berichterstattung über den Berufungsprozess mit Stellungnahmen aus verschiedenen Richtungen findet man unter www.projektwerkstatt.de/prozess.
Gießener Allgemeine gegen FeldbesetzerInnen (Frühjahr 2008): Tritte, Lügen, Hetze
In der Nacht vom 30. auf den 31. März 2008 wurde das Gengerstenfeld in Gießen besetzt (Bericht hier ...). Neben den neoliberalen Frontblättern FAZ und Welt wurde die Gießener Allgemeine zur Speerspitze der Hetzer gegen die Aktion. Hauptakteure: Stadtredakteur Sippel und sein Chef, Guido Tamme.
- Am Tag nach der Besetzung erschien Sippel am Feld. Er wollte es nicht betreten, weil er sich seine Schuhe dann dreckig machen würde - interessante Grundeinstellung eines Redakteurs, der über eine Ackerbesetzung berichten soll. Als er von einem Feldbesetzer deshalb gehänselt wurde, trat er zu - mit voller Wucht drosch er mit seinem Schuh ins Gesicht des Besetzers. Besonders peinlich: Er lief dann "Polizei, Polizei"-schreiend weg und unterhielt sich fortan nie mehr mit den Feldbesetzern.
Anmerkung: Die Polizei stand tatsächlich in der Nähe und beobachtete das Geschehen. Und rührte sich nicht.
- Die absurdeste Diffamierung: Allgemeine-Reporter Sippel, der vorher schon durch brutale Gewalt gegen einen Besetzer (Fußtritt ins Gesicht) auffiel, erfand eine Mordgeschichte gegen Bienenvölker (siehe unten). Doch das Foto zeigt: Die Bienen leben. Tatsächlich hatte eine Person mehrere Sachen beschädigt, darunter auch die Bienenstöcke. Während Wachschutz und Unileitung untätig blieben, organisierten die FeldbesetzerInnen eine Rettungsaktion für die Bienen - mit Erfolg, wie zu sehen ist (oben). Die Polizeimeldung vom 11.4.2008 steht im Verdacht, von der Gießener Allgemeine selbst erfunden worden zu sein, um ihre Lügen zu decken. Sie erschien fünf Tage nach dem Vorkommnis und drei Tage nach dem ersten Text mit Foto (8.4.2008). Auf der Presseseite der Polizei fehlt sie.

- Als alles vorbeiwar, ließ Sippel nochmals einige Sprüche vom Stapel. Sein Bericht drückte auf die Tränendrüse einer armen Universität. Sein Hauptthema war der teilzerstörte Zaun um das Gelände: " Den materiellen Schaden am Feld konnte die Universität gestern noch nicht beziffern. Er dürfte sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Unter anderem haben die selbst ernannten »Aktivisten« auf etwa 20 Meter Länge einen Zaun eingerissen, der nun erneuert werden muss. Die Hochschule hat gegen die Besetzer Strafanzeige erstattet. Ob sie sie auch für die Schäden zivilrechtlich zur Rechenschaft ziehen will, ist offen. »Wir behalten uns diesen Schritt vor«, sagte Sprecherin Christel Lauterbach gestern. Im anderen Fall müsste dafür - wie bei den Feldzerstörungen in den beiden letzten Jahren - der Steuerzahler aufkommen." Von den AktivistInnen spracher von "selbst ernannten Aktivisten" (Gießener Allgemeine (24.4.2008).
- Und auch Guido Tamme mochte da nicht fehlen - in seiner unnachahmlichen Art zog er im Wochenendkommentar über die BesetzerInnen her.
- Nachspiel für Redakteur Sippel: Beschwerde an den Presserat wegen seiner Lügen (PDF)
Blick über den Tellerrand ... Presse-, Politik- und Polizeifilz andernorts
- Bildzeitung über den Jugendumweltjahrmarkt 1996
