- Prozess wegen Utopiecamp endet mit Einstellung auf Staatskosten
- Zusammenfassender Artikel über das
Camp im FUI
- Bericht über die erste Tage
- 28.+29.8.
plus Infos zur Verwaltungsgerichtsentscheidung
- Erneute Räumung am
1.9
- Neues Verwaltungsgerichtsurteil und Utopie-Camp am 2.+3.9.
- Direkte Aktion gegen "Sicherheitsarchitektur"
- Das 2. Verwaltungsgerichtsurteil
- Offizieller Zeitplan und Service
- Persönliche
Nachbetrachtung auf Indymedia
- Gemischte Gefühle - Nachbetrachtung
zum sog. Utopiecamp
- Kurz-Kommentare und Eindrücke
- Debatte über das Utopiecamp im Forum von "Unkraut
Gießen"
- Anklage
gegen Projektwerkstättler um Vorwürfe aus dem Utopiecamp erweitert
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| Hintergründe,
Verbote und mehr |
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- Ordnungsamt
verbietet Utopiecamp (*legal, illegal, scheißegal* ... wir machen
das trotzdem!)
- Kurz vor Beginn: Bericht auf Indymedia zur Verbotsandrohung
seitens Ordnungsamt usw.
- Vorgeschmack: Schlagende
Grüne, hart durchgreifende Polizei und kreative Aktionen (Sprengaktion,
Soli-Befreiungs-Zelle usw.)
- Chronologie des Widerstands gegen Law
and Order in Gießen
- OB-Wahl in Gießen
- Ideen hinter dem Utopiecamp
- Ideensammlung rund um Utopien
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- Utopiezeitung "Lust und Laune statt Law and Order": Ausgabe
... (1), (2
- in das leere Mittelfeld die aktuelle Termin-Tabelle kopieren + dann
als Plakat mitverwenden!)
- Vorlagen für Bushaltestellen-Copyart
(als .pdf) zum Thema Mobilität - Bilder
einer Aktion, die das bereits nutzte ...
- Stadtpläne: Innenstadt
und nähere Umgebung
- Das war das Programm (siehe unten), downloadbar auch als PDF
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| 2. Urteil des Verwaltungsgericht
pro Demonstrationsrecht |
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| Was abging:
So sah der "offizielle" Zeitplan aus ... nicht alles klappte,
aber es lief auch viel nicht Vorgeplantes |
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| Was
abging ... Das war der Service-Teil |
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Es gibt eine kleine Camp-Wiese für Zelte auf dem Gelände
der Fachhochschule in der Wiesenstrasse. Zelte mitbringen ist super, zur
Zeit gibt es aber auch noch Platz in einem Gruppenzelt für alle,
die das wollen und kein Zelt schleppen können bzw. wollen. Ab Mittwoch
besteht zudem die Möglichkeit, ganz in der Nähe Computer zu
nutzen für Zeitungsprojekte, Indymedia usw. Der Frisuerladen Verhaarlosung,
T-Shirt Malecke, Direct Action Plattform sind auch in der Mache
die genaue Umsetzung ist allerdings noch unklar. Jeden Tag finden Workshops
auf dem Kirchplatz statt bzw. starten dort je nach Lage und Lust
verlagern sich diese dann in Geschäfte, Parks, die Innenstadt, Arbeitsämter,
Kreuzungen oder was euch sonst so einfällt ... also pünktlich
sein! Abends gegen 19h gibt es Volxküche auf dem Kirchplatz, geschnibbelt
und gekocht (wenn sich Leute finden!) wird ab ca. 16.30 Uhr auf Uni-Gelände
direkt gegenüber der linken Kneipe Domizil (Braugasse
6, nur ein paar Schritte vom Kirchplatz entfernt. Es gibt Stadtpläne
(Innenstadt und nähere Umgebung)
mit spannenden Aktionsorten, Treffpunkten usw. Diese finden sich wie alle
weiteren Infos, Utopie-Zeitung (Nr. 1,
Nr. 2) und Programmpunkten
auf dieser Seite. Infotelefon: 0171-8348430 und 0162-1920415.
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Hier die Ergebnisse der ersten Runden zum Utopien-Zeltstatt
Giessen "Lust und Laune statt Law and Order", die für Sommer ins Auge
gefasst ist. Anregendes Beispiel könnte die Wahnmache
("Zelt gegen Normalität") in Frankfurt sein, die ein sehr ähnliches
Ziel hatte - Plattform sein, Normalität brechen, visionäre Ansätze
verwirklichen.
- Zeitpunkt: Angemeldet werden soll: 26. August bis 4. September, dei
aktuelle Planung geht aber eher von 27.oder 28.8. bis 2.9. aus. Wenn aber
mehr Ideen zusammenkommen, halt länger. Begründung für
diesen Termin: Es ist nicht der Wunschtermin. Der wäre im Juli gewesen.
Aber die beiden Wochen vor Schul-/Semesterferien, die wir optimal fanden,
gingen einmal nicht, weil der Kirchplatz belegt war, und in der anderen
Woche ist das Thinkprograssive-Festival, wo einige hinwollen und wir ein
Direct-Action-Zelt machen (17.-20. Juli bei Eisenach ... wer will da noch
mitmischen???)
- Orte: Vorschlag ist Kirchplatz (den Ganzen), ausserdem noch Räuume
rundherum, wo wir halt organisieren koennen, dass wir die Räuume
für Workshops (bei schlechtem Wetter), für Infrastruktur wie
Wasser/Strom usw. sowie für technische Geraete, Telefon, Fax usw.
nutzen können. Angefragt ist bereits die Buechergilde Gutenberg,
die wir während der Öffnungszeiten nutzen können. Angefragt
werden sollen noch ALI-Cafe, Kunstschule KORA und Kurdische Gemeinde.
Wer noch Kontakte hat bzw. Räuume in der Nähe des Kirchplatzes
kennt, kann da auch fragen. Strom sollten wir aber auch noch direkt vor
Ort bekommen können - wer da jemand kennt, wo ein Kabel hingelegt
werden kann, kann auch mal fragen
- Projekte und Plattformen: Einfach mal locker genannt wurden ... Bühne
soll ständig da sein mit Spontan-Musik und -Performance bis ca. 22
Uhr ... Umsonstladen ... Umsonstessen und Vokü (Küchenausstattung
müsste dafür her) ... Direct Action Plattform ... Kunst ...
Zelte zum Pennen (da es ja auch nachts belebt und auch bewacht sein soll).
- Aktionen: Viele, viele kleine Aktionen in der Innenstadt, am besten
aus Workshops heraus, damit auch viele Menschen neu einsteigen können.
Vorschlag war auch, wieder eine Nachttanzdemo zu machen.
- Organisierung: Wäre schön, wenn statt ständiger zentraler
Absprachen (Plena) viele Gruppen, Einzelpersonen oder einige sich dafür
zusammenfindende Personen etwas machen, worauf sie Lust haben - und sich
alles dann Bausteinmässig zu einem bunten, chaotischen Ganzen zusammensetzt.
Wobei nett wäre, wenn alle oder viele die Augen offenhalten fuer
das, was allen hilft: Zelte oder Bauwaegen, Stromanschluss usw.
Aktionsideen
- Subversive Gegendemo von Law and Order Freunden anmelden, die mit völlig
überzogenen Forderungen und lustigen Schildern ("Law and Order statt
Lust und Laune", "Überwachungsstaat ausbauen" usw.) durch den Seltersweg
watscheln und die Zelt-Statt verbal angreifen
- Direct Action Plattform mit vielen Materialien
- Aktionen zum Thema Lernen & Schule
- "Lernen statt Schule/ GegenSchule/Uni" während der Utopie-Tage
... einen Rahmen für selbstorganisiertes Lernen schaffen u.a. durch
Infoboard, wo Menschen Interessen und Fähigkeiten offen legen können,
sich für Workshops verabreden usw. Dazu auch LehrerInnen anfragen,
ob sie mal etwas außerhalb des Zwangsrahmens Schule machen wollen
- Offensiv beworbenes Schulschwänzerinnen-Cafe an den ersten Schultagen
(Albi-Cafe im
Begrenzt, Ostanlage 27 in Giessen)
- Aktionen vor Schulen ... z.B. mit Transpi "Willkommen im Knast"
- Südanlagenpark und die Menschen dort miteinbeziehen ... z.B. eine
Party machen oder als Startpunkt für eine NachtTanzDemo
- VoKü in der Südanlage 20 mit Transpi usw. als Vermittlung
für bzw. gegen den Leerstand
- Critical Mass
- RadlerInnen-"Demo" durch Gießens Strassen ..
- Besetzungen
- Tag gegen Arbeit ... Zeitarbeitsfirmen besetzen, Aktionen bei Schichtwechsel
vor Firmen
- Aktionsidee: "Reclaim The Behörden"
- Demo zur Erstaufnahmestelle
- Aktionen zu den Happy HiPos (HilfspolizistInnen), die ab 1. Juli durch
Gießen watscheln
- Ideensammlung:
Aktionen zum Thema "Utopie"
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| Nachbetrachtungen,
Berichte, Auswertungen... wie war's für Beteiligte? |
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Auszug aus einer Mail ("Gemischte Gefühle
- Nachbetrachtungen zum sog. UtopieCamp"):
Gegenöffentlichkeit: Das UtopieCamp war "Streetwork",
also Öffentlichkeit direkt. Es war auffällig und bunt - besonders in die
Richtung ging auch der gehende Pavillon in den ersten Tages (wo anderes
verboten war). Dennoch glaube ich, dass Gegenöffentlichkeit noch mehr
ausgebaut werden sollte. Letztlich war es vor allem begründet in dem Mangel
an Möglichkeiten (Zeit, Kraft, Menschen ...), dass wir keine Ausgabe der
Zeitung mit hinbekommen haben. Sicherlich ist es zur Zeit auch nur von
einigen der strategischen Personen vorstellbar, dass sie so etwas umsetzen.
An Radio (Freies Radio durchsetzen, Piratenradio machen) oder den Offenen
Fernsehkanal ist zur Zeit wohl kaum zu denken. Dazu fehlen strategisch
agierende Menschen, die es hinbekommen, für so ein Camp ein Projekt so
zu organisieren, dass es auch steht, wenn es losgeht. Ich würde aber gerne
darüber diskutieren, wie wir mit Gegenöffentlichkeit weitermachen - also
ob wir ein Zeitungsprojekt starten, uns für ein Freies Radio einsetzen
oder mit dem Offenen Kanal was zusammen machen. Konkret heißt das natürlich
immer: Ob es konkrete Menschen gibt, die das anpacken - auch vielleicht
genau mit der Idee neu begeisterte Menschen.
KünstlerInnen: Naja, das war wohl ein Flop. Ich fand, es wurde
viel zu wenig Musik gemacht und sowieso nie andere Formen von Kunst verwirklicht.
Denkmäler, Skulpturen, Staffeleien - das hätte alles gut gepasst. Meine
Enttäuschung über das komplette Wegbleiben der kulturellen Szenen ist
groß. Keine Ahnung, warum das so war und wie das zu ändern wäre. Bei einigen
ist klar, dass sie Schisser sind und nur dort agieren, wo der Rahmen abgesichert
ist. Aber bei vielen ist das wohl nicht der Grund.
Strategiemängel und Pannen: Immer wieder waren die ständigen Aussetzer
und die mangelnde Aufmerksamkeit für die Lage der Dinge Thema. Hier hat
sich oft Streit entbrannt. Ich habe mehrmals meine Frustration ausgedrückt.
Ich will das noch mal erklären, warum ich da so angenervt war. Ich habe
es so empfunden, dass in vielen Situationen viele Beteiligte gar nicht
versucht haben, einen Blick auf das ganze Geschehen zu werfen (Meta-Ebene:
Wo stehe ich? Was geschieht um mich herum? Welche Möglichkeiten des Handelns
gibt es? usw.). Dadurch entstanden immer wieder unfassbare Situationen:
Menschen guckten zu, wie Materialien naß regneten oder reagierten nicht,
als Zelte weggeweht wurden, Geschirr im Mülleimer landete usw. Auch die
vier ersten Verhaftungen gehen auf das Konto "Metaebene ausgeschaltet".
Davon gab es superviele Vorgänge. So gab es weder Musik noch Strom noch
Wasser noch viele andere Dinge, weil sich niemand drum kümmerte - obwohl
es bereits mehrfach geklärt war. Der Videoabend ist ein ähnliches Beispiel,
wo Menschen glauben, etwas im Griff zu haben, wenn eigentlich nix klar
ist. Die verpennte Eingabe an das Verwaltungsgericht war die wohl folgenschwerste
Panne dieser Art. Ich würde mir wünschen, dass Menschen sich trainieren
darauf, den Blick und die Aufmerksamkeit so zu auszuweiten, dass sie nicht
nur ihr unmittelbares Umfeld wahrnehmen, sondern auch gucken, wer sonst
noch da ist, was möglich oder auch nötig wäre. Das würde auch informelle
Hierarchien abbauen, denn zur Zeit sind es meist dieselben, die versuchen,
alles im Blick zu haben, die Lücken erkennen und die dann immer selbst
oder durch Hinweis an andere zu stopfen versuchen. Und dass die, die etwas
übernommen haben in freier Vereinbarung, selbst gucken, ob sie das auch
hinkriegen und sich sonst rechtzeitig melden, um Unterstützung bitten
usw.
Gelungene autonome Bereiche: Um die strategische Kritik wiederum
zu relativieren, will ich auch benennen, dass ich viele Teile bemerkt
habe, die immer wieder selbst liefen, also keinen großen Eingriffs derer,
die die Metaebene hatten, bedurften. Beispiele sind das Umsonstessen,
der Frisörsalon und der Umsonstladen. Für die Zukunft würde ich mir wünschen,
dass mehr Menschen bewusster ihr Tun und Lassen organisieren - und sich
damit emanzipieren von denen, die sonst immer den Rahmen sichern, in dem
Mensch auch dann erfolgreich agiert, wenn ständig Pannen auftreten. Die
Abhängigkeit von "CheckerInnen" zu überwinden finde ich genauso wichtig
wie die Abhängigkeit von Plena, die eine sehr ähnliche Funktion haben
- immer wieder zu überprüfen, ob auch alles klappt, sprich alle funktionieren.
Schöner fände ich Aktionen, die bausteinartig aus den durchaus unterschiedlichen,
aber möglichst weitgehend selbstorganisierten Teilen mit den Ideen der
Beteiligten bestehen. Dann müsste noch der Infofluss verbessert werden
(war auf dem UtopieCamp teilweise sehr schlecht, weil Infoboards fehlten
und das Schlafcamp kein Treffpunkt war, da immer mehr Leute in die kuscheligen
Privatzimmer der WG umziehen wollten und dort erst sehr spät aus den gemütlichen
Betten krochen, während die Isomattenfraktion aus den Zelten längst schon
gestartet hatte ...).
Weitere Nachbetrachtungen
- Persönlicher
Bericht mit Eindrücken, Auswertungsversuchen und neuen Ideen
- Zusammenfassender Artikel über das
Camp im FUI
| Kommentare
auf Indymedia (unter dem letzten Bericht) |
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Utopist schrieb am 04.09.2003:
"Als ich heute (eher gesagt vor ein paar minuten)am Kirchplatz vorbeikam,
fand ich ein erfreuliches Bild vor: Einer der Obdachlosen führte das Utopiecamp
weiter. Er erzählte mir, was dort angefangen wurde, hätte ihn so bewegt
und nicht mehr losgelassen, dass er weitermache. Er hatte die Nacht auf
dem Kirchplatz verbracht und war unsanft von der Polizei geweckt worden.
Heute Abend hatte er seine spärlichen Vorräte zusammengekratzt und daraus
ein Umsonstessen bereitet. Wie lange er das durchziehen will weiß ich
nicht (er auch nicht), aber eines ist sicher: Das Camp hat was bewirkt.
Allermindestens in ihm."
bunt schrieb am 08.09.2003:
"Ich wollt euch nochmal loben, soviel Durchhaltevermögen und Kreativität
ist selten und einfach klasse. Ich habe neulich auch den besagten Obdachlosen
getroffen,er stürmte gleich auf uns zu und erzählte wie scheisse er diese
ganze Geschichte von der Stadt etc. fand...am besten war der Satz"Die
nehmen euch alles, lassen euch kein Raum zum Leben"...schade nur, dass
er sich selbst immer noch als Aussenstehenden sah... Danke an Euch!"
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| So sah's
aus ... mehr Bilder auf Indymedia (siehe: Berichte) |
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