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Geschichte

2009: Besetzen, befreien, Gegensaaten

Rückblick auf 2008 ++ Besetzungen: Üplingen ++ Groß Lüsewitz ++ Dreileben (KWS) ++ Braunschweig (Klage) ++ Links

Vorgeplänkel

Wieder ein Aktionsfrühjahr??? Auf ganzer Seite ++ FeldbesetzerInnen-Seite ++ www.gentech-weg.de.vu ++ Weiterer Text

13. März: Biotechfarm in Üplingen Auf ganzer Seite ++ FeldbesetzerInnen-Seite ++ www.biogeldfarm.de.vu

Gentechnik-Schaugarten besetzt ... und geräumt!
Welch ein dramatischer Tag: Der Gentechnik-Schaugarten der BioTech Farm GmbH in Üplingen bei Magdeburg wurde am 13.3.2009 früh morgens von Anti-Gentechnik-Aktivistinnen besetzt. Zwei Betonfässer wurden auf dem Feld installiert an die sich die Aktivistinnen anketten werden, sobald die Biotechfarm das BesetzerInnencamp räumen lässt.

Das waren Flyer (links) und Plakat (rechts) zur Aktion: Öffnen durch Klick ++ Turmbild als PDF

Am 17.4.2009 demonstrierten Lobbyverbände für die Forschungsfreiheit in Üplingen. Das auf den Versuchsflächen gar nicht geforscht werden kann, weil Versuchslabore fehlten, verschwiegen sie lieber ... die Volksstimme (Tageszeitung der Region) kündigte die Demo groß an un berichtete aber am Folgetag mit einem großen Text und gab den BefürworterInnen der Gentechnik breiten Raum.

Aus einer Pressemitteilung und Berichtsseite des Lobbyverbandes InnoPlanta zur Demo am 17.4.2009:
„Für den Wissenschaftsstandort Deutschland wünschen wir uns, dass die Politik auch diese Stimmen hört. In Zeiten des Klimawandels und knapper Agrarmärkte brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen, die die Erforschung neuer Technologien zur Lösung der künftigen Probleme in der Landwirtschaft ermöglichen“, sagt K. Mönch,
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. ...
Im Schaugarten Üplingen werden bereits im zweiten Jahr neueste Innovationen aus dem Bereich der Pflanzenzüchtung gezeigt. Neben konventionellen  Energiepflanzen werden auch gentechnisch veränderte Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben angebaut und mit begleitender Sicherheitsforschung untersucht. „Wir arbeiten an der Entwicklung und Validierung neuer Methoden zur Bewertung des Verhaltens gentechnisch veränderter Pflanzen in der Umwelt. Wir glauben an den Rechtsstaat. Unser Recht auf Forschungsfreiheit werden wir durch kriminelle Aktivisten nicht einschränken lassen“ so Kerstin Schmidt, Geschäftsführerin der Betreiberfirma des Schaugartens Üplingen.


Unglaublich platt: Null Argumente, aber viel Parolen - LobbyistInnen, gekaufte Bauern und ein paar mehr bei der Demo am 17.4.2009 in Üplingen. Das Foto erschien neben dem einseitigen Artikel in der Volksstimme am Tag darauf.

AgroBioTechnikum (ab 3.4.2009) Auf ganzer Seite ++ Aktionen gehen weiter! ++ Seite zum AgroBioTechnikum

Ab 6. April: Mehr Aktion am AgroBiotechnikum Auf ganzer Seite ++ Aktionsseite der BesetzerInnen

FDP hetzt gegen AktivistInnen (8.4.2009)
Die Bundesregierung ist aufgefordert, sich nicht durch teilweise kriminell handelnde Aktivisten und die von ihnen organisierten Demonstrationen, ob in München, Üplingen oder Groß Lüsewitz, beeinflussen zu lassen. Kriminelle Handlungen haben keinerlei Rückhalt bei den Menschen im Land.

Presseinfo zum Stand der Dinge an Ostern 2009

Aus der Mahnwache am Genversuchsfeld bei Groß Lüsewitz (12.4.2009)

FeldbesetzerInnen fordern: Der Agro-Gentechnik den Todesstoß versetzen!
Erstes Genversuchsfeld nahe Rostock ausgesät – Proteste halten an!
Polizei und WachschützerInnen patrouillieren entlang des kilometerlangen Zaunes. Irgendwo auf der weiten Flur ist eine kleine Fläche mit Vogelschutznetz und Kaninchendraht gesichert: Genetisch veränderter Weizen soll hier stehen – das erste Feld der neuen Saison. Am 3. April hatten GentechnikgegnerInnen dieses Feld nahe dem Dorf Sagerheide noch besetzt gehalten. Dann kam die Polizei und räumte die Fläche frei für die VersuchsbetreiberInnen aus dem nahegelegenen Dorf Groß Lüsewitz. Dort steht das Agrobiotechnikum, ein mit vielen Millionen Steuergeldern hochgezogenes Gründerzentrum für Gentechnik in der Landwirtschaft. Doch die AktivistInnen setzten nach und errichteten eine Mahnwache direkt am Zaun, der diesen wichtigsten Genversuchsstandort in Deutschland umgibt. Seitdem sind die Felder zum Austragungsort des Streites um die grüne Gentechnik geworden.

Weitere Aussaaten stehen unmittelbar bevor!
In den kommenden drei Wochen werden die meisten weiteren Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen angelegt werden. Selbst wenn der im letzten Jahr noch kommerziell genutzt MON810-Mais durch die Landwirtschaftsministerin verboten werden sollte, bleibt für die GentechnikkritikerInnen viel zu tun: KWS, Bayer, BASF, etliche Kleinstfirmen und Uni-Institute wollen riskante Experimente mit Kartoffeln, Gerste, Weizen und Petunien durchführen. Auf diesem Höhepunkt der Auseinandersetzung rufen die AktivistInnen zu einem Aktionswochenende (17. bis 19. April) auf – gleichzeitig an vielen Feldern und vor Firmen! Die Kritik richtet sich gegen die Gentechnik, aber auch gegen andere Formen der Industrialisierung von Landwirtschaft. Geplant sind Maistausch und Gegensaaten in Bayern, Besetzungen in Üplingen (Genfeld) und Alt Tellin (Ferkelmastanlage) sowie Fahrraddemonstration und Firmenbesuch bei der KWS in Einbeck. "Es wird Zeit, dass sich die bestehende gentechnikkritische Mehrheit auch dort zeigt, wo die Entscheidung fällt: An und auf den Feldern, vor und in Behörden und Firmen", hoffen die AktivistInnen, die auch über Ostern ihre Mahnwache und Aktionen an den Genfeldern nahe Groß Lüsewitz fortsetzen. Allein auf ein Verbot der Gentechnik durch die Bundesregierung wollen sie sich nicht verlassen. Selbst wenn es käme, würden Behörden, Konzernen und Lobbyverbänden weiter an ihrem Ziel festhalten, die Gentechnik überall zu verbreiten. Zwischen ihnen bestehen enge Seilschaften, so dass Genehmigungen und Gelder im Interesse der Gentechnikfirmen vergeben würden. Außerdem liefen gerade die riskanten Freisetzungsversuche in Üplingen, Groß Lüsewitz und die Versuche auf Konzernflächen auch dann weiter, wenn der Genmais verboten würde. Mit Millionengeldern wird dort die Forschung an Nahrungs- und Energiepflanzen vorangetrieben. "Es ist völlig absurd", schimpfen die GentechnikgegnerInnen. "Die Ministerin überlegt, Gentechnik zu verbieten und startet gleichzeitig im eigenen Ministerium die Förderung der biotechnologischen Entwicklung von Energiepflanzen!" Die grüne Gentechnik werde nur dann dauerhaft verschwinden, wenn sie nicht mehr durchsetzbar ist gegen die Menschen. Die müssen wieder lernen, sich zu wehren. Das Wochenende vom 17.-19. April könnte dazu ein guter Anfang oder weiterer Höhepunkt sein. Die verschiedenen Aktionen sind auf der Seite www.gentech-weg.de.vu zusammengestellt.

Nach der Mahnwache ...

Mysteriöses tat sich Mitte Mai. Die BILD-Zeitung meldete sich bei Personen aus dem Umfeld der Besetzung. Sie hatte erfahren, dass die Versuchsfelder zerstört wurden. Recherchen ergaben nichts - nirgendwo tauchte die Meldung auf und auch die VersuchsbetreiberInnen machten nichts öffentlich. Eine Ente? Als in den Wochen danach weitere Berichte über Feldzerstörungen auftauchten (an anderen Orten), und auch dort nie irgendwelche Informationen (außer z.B. BekennerInnenschreiben) nach außen drangen, machte alles den Eindruck einer einheitlichen Strategie: Totschweigen. Gentechnik im Dunkeln weiterführen. In der Tat - so war es auch am AgroBioTechnikum. Das Geschehen vor Ort auf dem Feld war eindeutig:

Schließlich verriet eine Zeile im Standortregister: Ja, hier hatte eine Feldbefreiung stattgefunden. Sie wurde komplett verschwiegen. Die Versuche wurden neu gestartet oder werden fortan ganz simuliert (was angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit ohnehin ungefähr dasselbe ist). Mit Wissenschaft hat das erneut nichts zu tun, wohl aber mit viel Geld!

Illegale Felder, Strafverfahren und neue mysteriöse Informationen

Die Versuchsfelder des AgroBioTechnikums kamen nicht mehr zur Ruhe. Neben dem beschädigten Gengerstefeld wurde ein zweites angelegt - ohne jede Genehmigung. Das ist nicht nur illegal, sondern eine Straftat - bis zu 3 Jahre drohen denen, die das tun. Doch die Überwachungsbehörden blieben untätig. Erst Strafanzeigen brachte die Sache ins Rollen. 3,5 bis 4 Wochen standen zwei Gerstenfelder in der Landschaft - nur eines war genehmigt. Erst nach der Strafanzeige wurde ein Feld vernichtet. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Am 1. Juli luden KritikerInnen zu einer Inspektion und informierten über weitere Verstöße gegen Sicherheitsauflagen. Zufall oder nicht - in der Nacht danach wurden offenbar mehrere der Versuchsfelder beschädigt oder ganz zerstört. Die Medienberichte aber wurden durch eine ganz andere Nachricht geprägt: Ein Wachmann sei dabei niedergeschlagen und verletzt worden. Sofort hagelte es Distanzierungen - ob von der Linken (die bislang eher durch peinliches Schweigen zu den Skandalen in Mecklenburg-Vorpommern auffiel) oder aus CDU und SPD. Doch worauf deren Annahme eines verletzten Wachmannes eigentlich basierte, ist bislang völlig unklar. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass gezielte Falschmeldungen der Gentechniklobby die Skandale der eigenen sogenannten "Forschung" vertuschen soll.

Strafverfahren gegen BesetzerInnen!!!

Staatsanwaltschaft und Amtsgericht Rostock schützen nicht nur die GentechnikerInnen, sondern machen erstmalig in der Geschichte der Gentechnikproteste eine Anklage wegen Feldbesetzung. Nicht nur das: Am 27.1.2010 flatterten Strafbefehle bei etlichen mehr oder weniger beteiligten AktivistInnen an der Feldbesetzung im Frühjahr 2009 in Sagerheide (östlich Rostock am AgroBioTechnikum, www.aggrobiotechnikum.de.vu) ins Haus. Fast 20 Jahre versuchen Staatsanwaltschaften schon, Feldbesetzungen anzuklagen - finden aber keinen passenden Paragraphen. Die schon bekannt gentechnikfreundlichen Justizbehörden in Rostock machten das nun gegenteilig: Sie erließen gleich eine Art Urteil ohne jegliche Anhörung, ohne Gerichtsverfahren usw. Das dürfen RichterInnen nur, wenn sie nach Aktenlage "keine Bedenken" gegen die Verurteilung haben. Nun - die AktivistInnen werden wohl Widerspruch einlegen und dann kommt es doch zum Gerichtstermin ... irgendwann im Laufe des Jahres wird dann zu sehen sein, wieso die Rostocker Justiz "keine Bedenken" hatte und wie gut dann die Seilschaften von Uni Rostock, Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und Rostocker Justiz zusammenhalten.

Dreileben: Versuchsfeld der KWS (ab 15.4.2009) Auf ganzer Seite ++ Aktionsseite der BesetzerInnen

Berichte von der Besetzung
Nach der Besetzung, zu weiteren Aktionen ...

Räumung hat nichts gebracht: Feldbefreiung beim KWS-Genversuch Auf ganzer Seite

Braunschweig: Veranstaltungsreihe, Besetzung und Mahnwache (ab 11.4.2009)

Am 24.4.2009 dann hieß es:
"Versuchsfeld in Braunschweig besetzt!!!

Kommt heraus und unterstützt den Versuch, die Gentechnik auf dem Acker westlich von Braunschweig zu verhindern. Einfach zu finden: Per Fahrrad Richtung "PTB/Kanzlerfeld" oder per Bus "M 11" Richtung Lamme. Direkte Anfahrt zum Haupteingang des Geländes - besetzte Fläche von dort ca. 500m nach rechts. Ob der Zugang offen ist oder von Sicherheitskräften versperrt wird, ist zur Zeit nicht abschätzbar. Ebenso ist unklar, ob es zu einer direkten Räumung (also im Laufe des Freitags) kommt. Also umso wichtig: Auf zum Protest vor oder auf dem Genversuchsfeld."

24. April: Maisfelder der RWTH in Braunschweig besetzt Auf ganzer Seite ++ Aktionsseite

Lageplan des besetzten Feldes an der Bundesallee

Zugang wäre (wenn nicht versperrt) über dieses Tor gegenüber dem Fuß- und Radweg nördlich des Stadtteils Kanzlerfeld möglich. Das Foto stammt aus dem Jahr 2008, im Hintergrund ist das Versuchsfeld mit Mai zu erkennen. Das sollte 2009 verhindert werden!

Hintergründe: Genfeldbesetzung Braunschweig Auf ganzer Seite ++ Aktionsseite ++ Interviews als PDF


Räumung am Montag, den 27.4.2009 Auf ganzer Seite ++ Aktionsseite ++ Räumungsverfügung der Stadt BS


Blick vom Zaun auf Räumung (Quelle: BIBS-Forum ... dort noch Debatten und mehr Infos)

Mahnwache vor den Versuchsfeldern
Sonstige Infos zu Gentechnikkritik und Aktionen in Braunschweig
Nachspielzeit: Klage eines Betroffenen gegen die Räumungsverfügungen der Stadt (5 A 76/09)

Aus der Akte beim Verwaltungsgericht:


Oben: Schreiben der Versammlungsbehörde, in dem bereits Zweifel an der Rechtmäßigkeit der (zu dem Zeitpunkt noch geplanten) Versammlungsauflösung benannt werden. Unten: Schreiben der Rechtsanwälte an die Stadt Braunschweig am 27.4.2009.


Nachfolgend dann noch ein Vermerk aus der Stadt, in dem diese selbst feststellt, keinerlei Erkundigungen zur Lage vor Ort eingeholt zu haben.

Dann plötzlich die Wende: Das Gericht schlägt selbst einen Vergleich vor. Danach war die Räumung rechtswidrig, bei zukünftigen Versammlungen muss jeweils abgewogen werden, ob eine solche durchgeführt werden kann. Die Kosten - auch das ein Zeichen dafür, dass die Stadt "Verlierer" des Verfahrens ist - werden so aufgeteilt, dass die Stadt 80 Prozent der Kosten zu tragen hat. Die Stadt stimmte zu - und dann der Kläger auch. Doch all das war nur ein mieser Trick. Stadt und Gericht haben offenbar gekundelt - jedenfalls war wenige Stunden später der Vergleich bereits das Papier nicht mehr wert, auf dem er geschrieben wurde. Denn die Stadt verbot ohne jegliche Abwägung eine Demo auf dem Gelände. Das Gericht bestätigte die Sichtweise ...

Kungeln in Gerichten und Stadtverwaltung ermutigen - wie sollte es anders sein - die Gentechnikseilschaften. Der selbsternannte Sicherheitsforscher am vTI, Christoph Tebbe (inzwischen selbst Teil der Seilschaften, denn er sitzt in der Zulassungskommission der EU für gv-Pflanzen), nutzte die Gelegenheit gleich, um für mehr Genfelder in Braunschweig zu werben. Aus einem Interview in der Braunschweiger Zeitung, 9.3.2010: " ... natürlich wollen wir uns auch erneut beim Bundesforschungsministerium um weitere Forschungsaufträge bewerben. Vorausgesetzt, es geht dabei um Maispflanzen. Das VTI ist auf die Untersuchung von Mais spezialisiert. Da Mais eine außerordentlich hohe Bedeutung für die Landwirtschaft hat, gehe ich persönlich davon aus, dass auch in Zukunft am VTI an Genmais geforscht wird."

Das Drama des 10.3.2010


Fotos vom 10.3.2010: Barrikadierter Eingang, Polizeiblockade zum Demostart und die VTI-Verwaltungsherren in Polizeisektor.
Darunter: Pferde und entlang der Straße immer wieder Mannschaftswagen als Schutz (größer durch Draufklicken).

Doch die Sache ging weiter - jetzt als Hauptverfahren und nicht mehr als Eilsache. Für den 6. Oktober 2011 um 11.30 Uhr ist ins Braunschweiger Verwaltungsgericht (Am Wendentor 7, Sitzungssaal 1) zur mündlichen Verhandlung geladen. Der Verwaltungsgericht machte aber bereits klar, dass es die Behörden weiter vor Protest schützen will. Der Prozesskostenhilfeantrag des Klägers wurde am 8.9.2011 wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg abgelehnt. Er verlor auch das Verfahren am 6.10.

Nachspielzeit 2: Strafverfahren gegen BesetzerInnen

Ermittlungsverfahren gegen BesetzerInnen eingeleitet mit juristischem Rundumschlag: Nötigung (!), Hausfriedensbruch, Widerstand (kommt ja immer, wenn Polizei und Justiz einfach mal durchprobieren), Sachbeschädigung, Verstoß gegen Versammlungsrecht, Verstoß gegen das Niedersächsische Waldgesetz. Aus der Vorladung:

Ein weiteres Verfahren gegen "Captain Kirk", der sich in der Braunschweiger Zeitung selbst des bösen Aktes der Kreidemalerei bezichtigte, leiteten Staatsanwaltschaft und Gericht (per Strafbefehl) auch gleich ein Verfahren ein. Sie meinten, einen der Ex-Besetzer in dem Namen entlarven zu können. Ein Verhandlungstermin fand auch statt - dann stellte das Gericht das Verfahren doch lieber ein ...

Nachspielzeit 3: Verfügungen gegen BesetzerInnen

Außerdem gibt das vTI gibt ordentlich Geld aus, um die Ex-BesetzerInnen mit Unterlassungserklärungen zu überziehen. Die sollen nie wieder das Gelände betreten (obwohl dort wichtige Bundesbehörden, unter anderem das Bundesamt für Verbraucherschutz, sitzen), für alle möglichen Schäden aufkommen und auch noch die Anwaltsgebühren für diese Tirade von Texten zahlen. Machen die aber nicht, sondern wehren sich. Darauf wird ein Gerichtsverfahren eröffnet und für den 28.1.2010 zum ersten Verhandlungstermin nach Braunschweig geladen - hier der Flyer zum Prozess und zu Veranstaltungen rundherum.

Das Verfahren begann mit hohen Sicherheitsvorkehrungen und dadurch drei (!) Stunden Verspätung. Dann trug der Vorsitzende Richter lange den Sachstand vor - für das vTI klang das nicht gut. Viele Pannen und Fehler in der Klageerhebung wurden offensichtlich. Gerettet wurde das vTI aber durch einen der Anwälte der Beklagten, der - ohne Rücksprache mit seinen MandantInnen - einen Vorschlag machte zur gütlichen Einigung, der für das bedrängte vTI noch ziemlich günstig war. Entsprechende Freude auf der Klägerseite war unübersehbar - und Verärgerung auf der Beklagtenseite. Doch in einer Pause wurden die Vorschläge so überarbeitet, dass mensch damit leben kann. Der Anwalt, der den unabgestimmten Vorschlag eingebracht hatte, verkündete, dass der neue Vorschlag "null Prozent" Chance habe. Die AktivistInnen und der andere Anwalt brachten das trotzdem ein - und die null Prozent reichten. Der abgeschlossene Vergleich sieht nun so aus:

1. Die Beklagten verpflichten sich, es zu unterlassen, das Grundstück der Klägerin (dann folgen Grundbuchdaten) rechtswidrig zu betreten oder dort rechtswidrig zu verteilen.
2. Dabei sind sich die Parteien darüber einig, dass das Versammlungsrecht der Beklagten durch diese Vereinbarung nicht berührt wird.
3. Die Kosten werden gegeneinander aufgehoben.

Bericht dazu in der taz nord am 29.1.2010:
Mit einem Vergleich ist gestern vor dem Landgericht Braunschweig der Prozess um die Besetzung eines Genmais-Ackers zu Ende gegangen. Im April 2009 hatten sich acht Aktivisten auf dem Gelände des Von-Thünen-Instituts der Bundesagraranstalt an einen Betonblock gekettet. Verhindern wollten sie die Aussaat einer gentechnisch veränderten Maissorte zu Forschungszwecken. Die Aktivisten sicherten zu, das Gelände künftig "nicht rechtswidrig zu betreten". Die weiteren Punkte - darunter Hausfriedensbruch und Schadenersatz - wurden fallengelassen. Die Gruppe will am 10. März angemeldet vor dem Institut demonstrieren.

Gegensaaten

Bericht auf NDR 1 am 4.5.2009 zur Aussaat von Amflora-Kartoffeln
Derweil haben Gegner der Gentechnik am Montag gegen das Projekt protestiert. Der Agrarreferent der Umweltorganisation BUND, Burkhard Roloff, sagte, Aktivisten und Mitglieder einer Bürgerinitiative hätten den Acker mit zehn Kilogramm Biokartoffeln symbolisch "verunreinigt". Die Kartoffeln der Sorte "Linda" seien geworfen oder mit Gummigeschossen auf den Acker befördert worden. Die Polizei beendete die Aktion und erteilte Platzverweise wegen Hausfriedensbruchs. ++ Weiterer Bericht auf Nordkurier und Indymedia

Kartoffelzwille Richtung Genversuchsfeld Auf ganzer Seite

Zusammenfassung: Aktionen hier, Jammern und Hetzen dort

Widerstandfrühling 2009 auf den Genfeldern Auf ganzer Seite ++ Aktionsseite

Perverse Vergleiche der FAZ am 19.4.2009 : Gentechnik verhindern ist wie der Nationalsozialismus?
Viele Länder erlebten Vandalismus, aber Deutschland sei das einzige demokratische Land, in dem Hochschulen vor den Öko-Strolchen kapitulierten, schreibt Henry Miller, amerikanischer Wissenschaftler der Denkfabrik Hoover. Er warnt, nun würden gewalttätige, technologiefeindliche Aktivisten Blut lecken und Forschungsrichtungen als "entartete Forschung" flächendeckend mobben. Miller zieht Parallelen zur "Entarteten Kunst" des Nationalsozialismus, der damals avantgardistische Künstler vertrieb. Der Vergleich ist nicht abwegig. Die Bereitschaft, so hohe ideelle Güter wie die Forschungsfreiheit dem Mob zu opfern, schockiert dann doch. Forscher berichten, dass sie inzwischen nur noch unter außergewöhnlichen Schwierigkeiten Versuchsfelder finden.

Weitere Übersichten und Zusammenfassungen zu den Aktionen

Aus einer Informationssammlung des US-Landwirtschaftsministeriums ++ Link: http://bit.ly/1yfNcM
Biotech Field Destructions Continue | Biotechnology | Berlin | Germany | 6/22/2009
Anti-biotech groups have continued their destruction in 2009. By the end of May 2009, the German Plant Breeders Association (BDP) already reported six cases of research plot destructions and occupations in Germany this year. Since there is no commercial cultivation of biotech crops allowed in Germany, activists are concentrating their destructive work on research fields and research installations.
Biotech Field Destructions Continue_Berlin_Germany_6-3-2009.pdf

Feldbefreiungen

Gentech-Bäume in Pillnitz gefällt: 700.000 Euro Schaden! Auf ganzer Seite

Zum Mitlachen: Ohne Gentechnik leben wir wie Affen auf den Bäumen! (Quelle: Kanal8)
Umweltminister Frank Kupfer dazu:  „Hoffentlich sind die selbsternannten Retter von Mensch und Umwelt zu Fuß nach Pillnitz gelaufen, waren mit einem Fell bekleidet und haben die 270 Bäume mit dem Faustkeil abgehakt. Das ist nämlich die Konsequenz aus Fortschrittsfeindlichkeit. Hätte die Menschheit niemals Neues gewagt, dann würden wir heute noch wie Affen auf dem Bäumen herumturnen."
Und auf agrarheute: "Sind also als nächstes die Apotheken und Krankenhäuser dran?" fragte er provokativ.

Vorauseilend gehorsam zum "nützlichen Idioten" werden: Peinliche Distanzierungen
Aus der Stellungnahme des Öko-Landbauverbandes Gäa am 3.6.2009
Der bundesweit anerkannte Anbauverband für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft Gäa e.V. – Vereinigung ökologischer Landbau mit Sitz in Dresden distanziert sich von dem Anschlag gegen das Julius Kühn Institut in Dresden Pillnitz am vergangenen Wochenende, wo über 250 zum größten Teil genmanipulierte Apfelbäume durch Unbekannte zerstört wurden. „Wir fühlen uns doppelt betroffen“, sagt Gäa Vorsitzende Kornelie Blumenschein. „Die Zerstörung fremden Eigentums darf generell nicht toleriert werden, ganz gleich welche Motive dahinter stehen.“ Die Zerstörer der Genapfelfläche in Dresden Pillnitz erschweren mit ihrer Aktion die weitere Gesprächsbereitschaft der Sächsischen Politiker mit allen, die sich fachlich kompetent und engagiert für eine gentechnikfreie Lebensmittelwirtschaft in Sachsen einsetzen.

Zu seltsamen Beobachtungen rund um Feldbefreiungen 2009

Die Attacke auf die Apfelbäume in Dresden-Pillnitz war die erste, die größer bekannt wurde. Warum? Offenbar auch nicht durch die Betreiber, sondern durch Polizei. Das JKI (Bundesbehörde, die hier selbst gentechnische Experimente macht) in seiner Stellungnahme: "Die Kriminalpolizei hat Täterspuren gesichert und hat den Vorfall öffentlich gemacht im Rahmen ihres täglichen Polizeiberichts."

Mehr Feldbefreiungen 2009

Halmverkürzungsmaßnahme auf bayerischem Maisfeld Auf ganzer Seite

Feldbefreiungen am AgroBioTechnikum - kaum noch Versuche übrig! Auf ganzer Seite

Mehr Aktionen

Aktionstage gegen Gentechnikseilschaften der Börde Auf ganzer Seite ++ Aktionsseite

Blockade des Bildungsministeriums Auf ganzer Seite ++ Weiterer Bericht ++ Seite zur Aktion

Materialien

Holt Euch die Bilder des Frühjahrs 2008 nach Hause ... mit dem Fotokalender "Genfelder befreien!" (Kalenderüberkleber für 2010, auch in Farbe) oder einer Veranstaltung: Fragt an und jemand kommt zu Euch mit Berichten und Filmausschnitten - Ihr organisiert Raum und Werbung! Werbeblatt (PDF) ++ CD mit Filmen

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