Tun, wofür es Geld gibt:
Forschung am Ag(g)roBioTechnikum
Wo Forschungsmillionen versickern ... ++ Filz ++ Unterstützer ++ Links
Zensiert! Zwei der wichtigen Personen in der deutschen Gentechnik, die Vielfach-Geschäftsführerin Kerstin Schmidt und der InnoPlanta-Chef und FDP-Landtagsabgeordnete U. Schrader, versuchen per gerichtlichen Verfügungen die Kritik an ihrer "Tätigkeit" verbieten zu lassen. Das Gerichtsverfahren läuft zur Zeit. Eine Vollstreckung gegen diese Internetseiten (bis zu 250.000 Euro wollen die haben) läuft zur Zeit, allerdings gegen den Autor der Schrift "Organisierte Unverantwortlichkeit". Dieser wehrt sich, ist aber gar nicht Inhaber dieser Internetseiten. Um einer ähnlichen Verfügung auszuweichen, werden diese Internetseiten bis zur Klärung der Angelegenheiten in zensierter Fassung präsentiert. Wir hoffen, dieses möglichst bald wieder ohne solche politische Zensur öffentlich machen zu können. Dennoch: Alle Angaben sind belegbar ... Broschüre und Quellensammlungen hier!
Verweigerung: Schmidt und Broers wollen nicht mit den KritikerInnen der Seilschaften diskutieren und sagten eine Anfrage wegen einem Podiumsgespräch ab ++ Dekan der Agrarfakultät verweigert Raum für Percy Schmeißers Vortrag
Strafbefehl und Gerichtsverfahren gegen FeldbesetzerInnen von 2009!!!
Hauptstandort der Sicherheitsforschung: Da ist Geld drin ...
Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Ein zweites High-Tech-Zentrum für die Agrogentechnik entstand 2004/2005 rund 20 km östlich von Rostock. Dort liegt das Dorf Groß Lüsewitz. Wie in Gatersleben hat auch hier die Pflanzenzüchtung eine lange Tradition. Vor allem Kartoffeln gelten als Spezialität dieser Region - und so finden sich in Groß Lüsewitz nicht nur kommerzielle Saatgutfirmen für Kartoffeln wie Norika, sondern auch eine Außenstelle des Bundesamtes für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen und Saatgutbanken für Kartoffeln (heute: JKI). Die DDR organisierte hier ihre staatliche Kartoffelzüchtung. Die Aufregung um die schon vor der Fertigstellung des AgroBioTechnikums einsetzenden Genversuche war geringer als in Gatersleben, obwohl es eine auffällige Parallele darstellte, dass wiederum genau dort,
wo eine Saatgutbank bestand, mit gentechnisch veränderten Pflanzen experimentiert wurde - in unmittelbarer Nachbarschaft. Gatersleben, Groß Lüsewitz und zwei weitere Wiederholungen dieser Logik in Malchow (nahe Müritz in Mecklenburg-Vorpommern) und Pillnitz am Ostrand Dresdens55 ließen zusammen den Verdacht aufkommen, dass die Auskreuzung gentechnisch veränderter Pflanzen auf bislang sortenreines Saatgut einkalkuliert oder sogar gewollt war und ist. Über diese Ähnlichkeit hinaus ist aber vieles anders am AgroBioTechnikum, wie das Gründerzentrum für grüne Gentechnik benannt wurde. Das Geschehen in Gewächshäusern und auf Äckern hat weniger mit der behaupteten Forschung zu tun als vielmehr mit anderen Zielen: Propaganda für die Gentechnik und das Ausnutzen umfangreicher Forschungs- und Fördermittel zum Aufbau eines undurchschaubaren Geflechts von Firmen und DienstleisterInnen. Viele gleichen sich an einem Punkt: Die Geschäftsführerin heißt K. ZENSIERT!. Sie amtierte zudem als Schatzmeisterin des im Hintergrund die Fäden ziehenden FINAB e.V. Hilfreich war, dass der bei der Genehmigung der Versuche mitwirkende Joachim Schiemann Gründungsmitglied im Geflecht von Groß Lüsewitz war, dessen JKI seit 2005 selbst an Versuchen mitwirkte56 und Teil des in Lüsewitz wichtigsten Firmenverbundes BioOK wurde, während Schiemann in der EFSA saß.
Dass alles dem Firnenaufbau und der Propaganda diente, räumen die MacherInnen des AgroBioTechnikums sogar freimütig ein. Auf der Internetseite des koordinierenden Vereins FINAB57 (Vorsitz: Prof. Inge Broer; Schatzmeisterin bis 2008: K. ZENSIERT!) heißt es über einen beantragten Rapsversuch in den Anfangsjahren 2004 bis 2006: „Diese Freisetzung dient einerseits der Etablierung von notwendigem Know-how für die Beantragung und Durchführung von Freisetzungen am Standort Groß Lüsewitz, andererseits als politisches Signal und Präsentation des Dienstleistungsangebotes im AgroBioTechnikum. Gemeinsam mit der Universität Rostock wird an der Etablierung von Analyseverfahren zur Identifizierung und Quantifizierung von gentechnisch veränderten Pflanzen gearbeitet. Diese Verfahren sollen als Standarddienstleistungen im Zentrum angeboten werden.“ Im Klartext: Ein wissenschaftliches Ziel besteht gar nicht. Doch trotz der offen eingeräumten Ausrichtung auf reine Werbezwecke erreichte der Versuch eine Förderung durch das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 80% des Gesamtvolumens von 628.198 €. Die staatlich subventionierte Firmengründung incl. Gehirnwäsche wollte mit hohem Risiko gleich in die Vollen gehen, denn Raps ist die auskreuzungs- und durchwuchsintensivste Art aller bisher verwendeten transgenen Pflanzen.
Lorch/Then vermuten zudem intransparente Geldflüsse:58 „Die Firma biovativ wiederum wurde 2003 als 100%ige Tochter des Vereins FINAB gegründet mit der Aufgabe, das Gewächshaus und die Äcker des von FINAB initiierten AgroBioTechnikum zu betreuen. Wie bereits festgestellt, ist K. ZENSIERT! die Geschäftsführerin von biovativ. Laut Handelsregister hat die biovativ GmbH nur einen Mitarbeiter. Da ZENSIERT! gleichzeitig auch Geschäftsführerin von BioMath und BioOK und im Vorstand von FINAB e.V. ist - und all diese Betriebe und der Verein unter der gleichen Adresse und teilweise unter der gleichen Telefonnummer zu erreichen sind - drängt sich der Verdacht auf, dass es sich hier gar nicht um separate Einheiten handelt, sondern das Konglomerat von Firmen eher dazu dient, die kommerziellen Interessen im Umfeld des Vereins FINAB möglichst undurchsichtig zu gestalten.“
Wenig seriös wirkt die fachliche Qualifikation der Hauptperson: K. ZENSIERT! ist als Mathematikerin Drahtzieherin des Aufbaus von Infrastruktur und der Durchführung der Versuche an den zwei wichtigsten Freisetzungsstandorten deutscher Gentechnik - dem AgroBioTechnikum und der BioTechFarm in Üplingen (siehe S. 15).59 Für letztere buchte sie am 28.3.2007 die Internetadresse und kooperiert seit April 2008 als Geschäftsführerin mit der einflussreichen Sachsen-Anhalt-Gentechlobby um den FDP-Politiker und InnoPlanta-Chef Zensiert!.
Nicht wirtschaftlicher Erfolg, sondern Förderungen aus staatlicher Hand ermöglichten den Aufbau des AgroBioTechnikums. Auswahl aus Landes- und Bundesprogrammen (gesamt: 9,1 Mio. Euro60):
- „Zukunft für die Jugend in MV“ für Forschungsgewächshaus und Mehrzweckhalle: 2.103.459 €.
- Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ für „Planungsleistungen Gründerzentrum für biogene Ressourcen Groß Lüsewitz“ 21.533 € und für das „Kompetenz- und Gründerzentrum Groß Lüsewitz“: 5.189.200 €.
- Bundesministerium für Bildung und Forschung: 983.498,01 € an den Verein zur Förderung innovativer und nachhaltiger Agrobiotechnologie (FINAB e.V.) zur Anschaffung von Geräten.61
Im und um das AgroBioTechnikum entstanden etliche Firmen, viele davon mit gleichem Personal. Biovativ bietet gentechnische Arbeiten als Dienstleistung für andere an, der Verein FINAB diente lange als Antragsteller und politisches Sprachrohr. Der Zusammenschluss der wichtigsten Firmen und Institute heißt BioOK - wieder mit K. ZENSIERT! als Geschäftsführerin. Von 2005 bis 2008 wurde der BioOK-Verbund durch das BMBF mit 4,383 Mio. € gefördert, um „neue, effektivere und kostengünstigere Analyse- und Bewertungsverfahren“ zu entwickeln. Für Projekte, Freisetzungen und Laborversuche flossen Steuergelder an Firmen und Institute des BioOK-Verbundes, die meisten der Gelder gingen an die dubiosen Minifirmen um Broer62 und ZENSIERT! (siehe auch Abbildung rechts aus der Bundestagsdrucksache 16/6208, S. 3 f. ++ Ausschnitt größer durch Klick):
- Entwicklung von standardisierten Analyseschemata und Zulassungsdossiers für gentechnisch veränderte Pflanzen: biovativ GmbH, 130.152 €.
- Pflanzenspezifische Analyseschemata und Zulassungsdossiers: BioMath, 158.619 €.63
- Optimierung von Anbauverfahren für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen - zur Produktion von Pflanzenmaterial mit einheitlichen Inhaltsstoffen - unter Vermeidung von messbarem Pollenflug: biovativ GmbH, 207.204 €.
- Analytischer Nachweis von Summenparametern und Einzelkomponenten, Teilprojekt 1: Uni Rostock, 677.765 €.
- Analytischer Nachweis von Summenparametern und Einzelkomponenten, Teilprojekt 2: BIOSERV GmbH, 261.347 €.64
- Entwicklung eines schnellen in vivo Verfahrens zur Detektion geringer Einflüsse transgenkodierter Proteine auf Mikroorganismen und Stoffflüsse im Boden, Teilprojekt 1: Uni Rostock, 270.838 €.
- Entwicklung eines schnellen in vivo Verfahrens zur Detektion geringer Einflüsse transgenkodierter Proteine auf Mikroorganismen und Stoffflüsse im Boden, Teilprojekt 2: Steinbeis Transferzentrum, 245.461 €.
- Entwicklung eines standardisierten Labortests für Dungkäfer zur Prüfung der Umweltverträglichkeit von verfütterten transgenen Pflanzen, BTL GmbH, 155.009 €.65
- Entwicklung einer Methode zur Detektion des Einflusses transgener Pflanzen auf Ökosysteme auf der Basis von Veränderungen des Genoms responsiver Viren sowohl in Pflanzenmaterial als auch ihren Vektoren. Teilprojekt 1: BTL GmbH, 247.102 €.
- Entwicklung einer Methode zur Detektion des Einflusses transgener Pflanzen auf Ökosysteme auf der Basis von Veränderungen des Genoms responsiver Viren sowohl in Pflanzenmaterial als auch ihren Vektoren. Teilprojekt 2: BAZ Quedlinburg (jetzt JKI), 238.058 €.
- Entwicklung einer in-vitro-Methode zur Simulation von Verdauung und Resorption: Broer/Uni Rostock, 927.887 €.
- Entwicklung von Anreicherungsverfahren und Testsystemen zum quantitativen Nachweis von Substanzen in transgenen Pflanzen: BIOSERV GmbH, 224.600 €.
- Entwicklung von Analyseverfahren zur Toxizität von gv-Pflanzen: Primacyt GmbH, 77.110 €.
- Entwicklung von Analyse- und Bewertungssystemen zur Ermittlung einer potenziellen Allergenität von gv-Pflanzen: BIOSERV GmbH, 414.218 €.
- Entwicklung und Umsetzung von Modellen zur Unterstützung bei der Erstellung von Freisetzungsanträgen und Überwachungsplänen für ein anbaubegleitendes Monitoring von gv-Pflanzen: BioMath GmbH, 150.237 €.
- Polymerenproduktion in transgenen Kartoffelknollen (2007-08). Teilprojekt 1: Broer/Uni Rostock (263.853 €), Teilprojekt 2: biovativ (94.369 €). Weitere Projektpartner: Uni Bielefeld, Eberhard-Karls-Uni Tübingen, Norika Nordring-Kartoffelzucht und VermehrungsGmbH. Gesamt: 693.783 €.66
Neben diesen Steuergeldern fließen Mittel der Gentechnikkonzerne nach Groß Lüsewitz. Die BASF engagierte sich auch direkt und schützte 2009 die Versuchsfelder durch eine beauftragte Wachfirma. Deren Bedienstete verwiesen bei Nachfrage auf die Firma BASF als Auftraggeber und verteilten deren Propaganda.

Abb.: Bundestagsdrucksache 16/6208, S. 3: Gesamtsumme und biovativ als Koordinator!
Geld ist das Hauptmotiv für die Aktivitäten am AgroBioTechnikum: „Im Moment ist es hauptsächlich Forschung in der Gentechnik, weil es dafür Geld gibt“, räumte Inge Broer 2006 freimütig ein. Minister Backhaus nannte weitere Gründe: „Gute Ergebnisse in diesem Bereich sind für die Landesregierung und für mich als Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz die besten Argumente sowohl gegenüber dem Bund als auch innerhalb des Landes, mich für den Erhalt der Agrarwissenschaften in der Universität Rostock aber auch ganz aktuell für den Erhalt zumindest eines Teils der Bundesforschungsanstalt hier in Groß Lüsewitz einzusetzen.“60
Broer, ZENSIERT! und Umfeld, ebenso aber auch Minister Backhaus träumen seit 2007 von einer großen europäischen Agentur für Biotechnologie, die der Region um Rostock den Glanz eines bedeutenden Forschungsstandortes verleihen soll: „Der Wachstumskern ,BioOK' soll sich in der Küstenregion Rostock-Schwerin - insbesondere um das AgroBioTechnikum Groß Lüsewitz - als ein europäisches Kompetenzzentrum für die Analyse, Bewertung und Überwachung von agrobiotechnologischen Produkten und Verfahren etablieren“.68 Das Wohl der Menschen vor Ort spielt in den abenteuerlichen und teuren Phantasien des Standortpokers keine Rolle. 2009 erwärmte sich auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan für den Größenwahn an Uni Rostock und AgroBioTechnikum: „In Groß Lüsewitz bei Rostock arbeitet eine Arbeitsgemeinschaft von Wissenschaftlern und regionalen Unternehmen in dem Projektverbund BioOK an der Standardisierung von Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen und könnte dabei auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung zum Weltmarktführer avancieren. ... Die beiden Alpha-Frauen Schawan und Broer tragen somit entscheidend dazu bei, dem strukturschwachen Agrarland Mecklenburg-Vorpommern eine neue Perspektive als Forschungsstandort zu verschaffen.“69 BioOK wurde in den ersten Jahren vom BMBF zu 75% gefördert, die Folgefinanzierung betrug 50% der Kosten.
Die großen Summen an Fördergeldern für die Firmengeflechte nützten dem AgroBioTechnikum selbst wenig. 2008 geriet es in eine wirtschaftliche Schieflage. Ein Großteil der Labore und Büroflächen stand leer.30 Der Träger BioCon Valley70 zog sich aus Groß Lüsewitz zurück. Daraufhin übernahm die vom Land Mecklenburg-Vorpommern getragene Landgesellschaft M-V die Trägerschaft - erneut sprang der Staat der nach Geldquellen gierenden, aber bei den meisten Menschen unerwünschten grünen Gentechnik zur Seite. Profitiert haben die Gentechnik und das Geflecht der Firmen, während für die Region keinerlei positive Impulse in Form dauerhafter Investitionen oder Arbeitsplätze heraussprangen. Gleichzeitig stieg der Druck von AktivistInnen, Umweltgruppen, AnwohnerInnen und den politischen Gremien aus der Nachbargemeinde Thulendorf, auf deren Gebiet einige der Versuchsfelder liegen. Der dortige Gemeinderat sprach sich schließlich einstimmig gegen die Versuchsfelder und für die Kündigung eines Pachtvertrages aus. AnwohnerInnen beteiligten sich 2009 an Protesten gegen die Freisetzungen, die bis an die Gärten des Ortes Sagerheide heranreichten. Weiterhin setzten sich der mecklenburg-vorpommersche SPD-Landwirtschaftsminister Backhaus und seit 2009 neu auch die Bundesforschungsministerin Annette Schavan dafür ein, die gentechnische Forschung am AgroBioTechnikum weiter auszubauen.71
Die wirtschaftlichen und politischen Probleme der Gentechnik-Seilschaften sind trotz Steuergeldern, 74.144,46 € landwirtschaftlicher Flächenpremie71 und Polizeitruppen groß. Die Gelder versickern in den dubiosen Firmengeflechten, während sich die Standorte kaum lange halten können. Broer und ZENSIERT! baden ihre Hände aber in Unschuld: „Den Vorwurf einer Interessenkollision weisen beide von sich. Bei der Efsa hätten sie nur beratende Funktion. Sicher profitiere sie von Förderung, so ZENSIERT!. ,Aber daraus habe ich in den letzten drei Jahren mehr als 20 Arbeitsplätze geschaffen.' Inge Broer sagt, die entstandenen Netzwerke seien notwendig, aber ,kein Filz'. Vom Forschungsministerium gebe es nur Geld, wenn die Industrie beteiligt sei.“30 Auch der Filz im Kleinen hilft: Die Gemeinde Thulendorf wird bei ihren ablehnenden Beschlüssen vom Amt Carbäk ausgebremst. Deren Chef, Dr. Ernst Schmidt, befürwortet als SPD-Fraktionschef im Kreistag die Gentechnik. Nachdem das IPK in Gatersleben als Freisetzungsfläche verlorenging und der politische Druck auch am AgroBioTechnikum zunahm, wurde einerseits der Firmenverbund BioOK zum neuen Stern am Himmel deutscher Gentechnik. Außerdem fanden die Seiltschaften 2008 einen neuen Ort für ihre riskanten Freisetzungen. Das Stiftsgut Üplingen in der Magdeburger Börde beherbergte bereits 2009 mit 9 Versuchen die größte Zahl solcher Freisetzungen ...
- Zu Fußnoten und weiteren Quellen
- Presseinformation zum Filz um das AgroBiotechnikum vom 7.3.2009 ++ Extra-Seite zu Versuchsfeldern am AgroBioTechnikum
- Aus dem Umweltinstitut München: "Who is who?" rund um das AgroBiotechnikum ++ Grafik der Verfilzung dazu
Mit Geld umgehen: K. ZENSIERT!
Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Sie ist ausgebildete Mathematikerin und kümmert sich vorrangig um das Geschäftliche - das aber gleich in vielen Firmen gleichzeitig. K. ZENSIERT! ist Geschäftsführerin der Gentechnikfirmen biovativ, BioMath, des Gentechnik-Schaugartens BiotechFarm und des Firmenverbundes BioOK. Durch ihre Hände gehen Hunderttausende an Forschungsgeldern für die Gentechnik, die sie zwischen eigenen Firmen hin und herschieben kann. Dass Gentechnik für sie vor allem eine Geldfrage ist, zeigte auch ihr Posten im Lobbyverein FINAB: Sie war dort Schatzmeisterin.
Die öffentlichen Gelder kassierten ihre Firmen und Vereine für den Aufbau der Infrastruktur in Groß Lüsewitz und Üplingen sowie für die Durchführung gentechnischer Experimente. Gleichzeitig war ZENSIERT! Mitglied in der BBA-Arbeitsgruppe ,Anbaubegleitendes Monitoring' und als Ad-hoc-Expertin für die EFSA in der PMEM-Workinggroup eingeladen, in der an Fragebögen zum Monitoring gearbeitet wurde. 2005 bis 2008 wirkte sie als Projektpartnerin und Kontaktperson für das BMBF-Projekt „Anbaubegleitendes Monitoring“ (Teilprojekt 3).3 Mit anderen Worten: Sie ist bereits in einer Person Gentechnik-Durchführende und Kontrolleurin in einem. Zudem führen ihre Firmen Kontrolltätigkeiten bei Versuchen anderer durch - auch solcher externer Versuche, bei denen die personellen Verquickungen eine unabhängige Prüfung unmöglich machen. Ort all dieser Aktivitäten war bisher das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz. 2007 streckte sie ihre Fühler auch Sachen-Anhalt aus - zur BioTechFarm in Üplingen, deren Geschäftsführung sie seit April 2008 innehat.
Das Personengeflecht am AgroBioTechnikum wird noch dichter mit Blick auf ZENSIERT!s enFreundin Inge Broer. Die leitet als Professorin an der Uni Rostock den Lehrbetrieb zur Agrobiotechnologie und ist der inhaltliche und politische Kopf der Gentechnik-Seilschaften in Mecklenburg-Vorpommern, während K. ZENSIERT! das Organisatorische und Finanzielle regelt. Auf Broers Initiative hin entstand der Verein FINAB1, der unter dem Deckmantel innovativer und nachhaltiger Landwirtschaft den Ausbau der Gentechnik vorantreibt. In Groß Lüsewitz entstand das AgroBioTechnikum als Gründerzentrum speziell für Firmen der grünen Gentechnik. Millionen Fördermittel flossen in das Projekt - aber vor allem zu den Firmen der GründerInnen selbst. Dennoch werden die Versuche meist von den Universitäten angemeldet, das spart hohe Gebühren. Als Organisatorin vor Ort aber agiert immer nur K. ZENSIERT!. Kunden waren Monsanto Agrar, Aventis CropScience, Pioneer Hi-Bred, Syngenta Seeds, KWS und die BBA (jetzt JKI).2 FINAB gründete Tochterfirmen, an die viele der Gelder weitergeleitet werden oder die selbst Mittel erhalten. Die Konstellation ist immer die Gleiche: Inge Broer auf dem formalen Führungsposten, K. ZENSIERT! in der Geschäfts- oder Kassenführung. Der Weg zum Geld war und ist kurz: Broer sitzt in vielen der Gremien, die Förderungen vergeben oder die Geldgeber beraten. Ebenso spielt sie in Genehmigungs- und Kontrollbehörden mit, d.h. sie ist Betreiberin, Geldgeberin und Kontrollstelle in einer Person. Und geschäftstüchtig ist auch Inge Broer: Sie wird als (Mit-) Erfinderin von neun Patenten auf Gene angeführt, von denen vier durch Bayer CropScience gehalten werden, drei durch die (Ex-)Hoechst AG, eins durch die Norddeutsche Pflanzenzucht und eins durch die Erfinderin selbst. Die Finanzierung eines Projektes von Joachim Schiemann (damals BBA), bei dem markerfreie gv-Pflanzen entwickelt wurden, stoppte das Landwirtschaftsministerium 2004, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Inge Broer schlug schnell zu und führte das Projekt in ihrer Regie weiter - im Rahmen von FINAB und dem AgroBioTechnikum. Joachim Schiemann war als Gründungsmitglied dabei.3
- Zu Fußnoten und weiteren Quellen
- Kerstin Schmidt, Inge Broer und FINAB im Lexikon der Gentechnik-Seilschaften
Gentech-Seilschaften überall ++ Illegales Genversuchsfeld! ++ Blog
Geld abgreifen ... Staatliche Förderung lässt Firmenneugründungen sprießen
Auszug aus der Studie "Zukunftsfelder in Ostdeutschland" der Uni Rostock im Januar 2008:
Die Biotechnologie hat sich innerhalb weniger Jahre in Deutschland zu einer Boom-Branche entwickelt, was sich an der wachsenden Zahl innovativer Firmengründungen ablesen lässt. In keinem anderen europäischen Land gibt es derzeit vergleichbar viele Standorte, an denen sich Biotechnologie-Unternehmen angesiedelt haben, wie in Deutschland. Die Gründe liegen ähnlich wie in anderen europäischen Regionen u.a. in der staatlichen Förderung, mit der finanzielle Schwierigkeiten in der Anfangsphase der Unternehmen abgefangen werden können. Positiv hat sich ferner ausgewirkt, dass die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und wirtschaftlicher Anwendung spürbar verkleinert werden konnte. (vgl. BMWi 2007)
Ziel 1 der Gentechnikversuche am AgroBioTechnikum: Geld!
Inge Broer, Uni Rostock/AgroBiotechnikum (2006 in der WDR-Sendung "Immer Ärger mit Linda")
Im Moment ist es hauptsächlich Forschung in der Gentechnik, weil es dafür Geld gibt.
Auszug aus einem Interview mit Inge Broer, in: Volksstimme am 4.8.2009
Der Verein FINAB will sich mit der Sicherheit aller neuartigen Lösungen in der Landwirtschaft befassen. Bis jetzt erhalten wir aber leider nur Mittel für Versuche an gentechnisch veränderten Pfanzen.Ziel 2 der Versuche: Selbsterhalt
Aus einem Grußwort des Landes-Landwirtschaftsministers Till Backhaus bei einer Gentechniktagung im Mai 2009:
Gute Ergebnisse in diesem Bereich sind für die Landesregierung und für mich als Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz die besten Argumente sowohl gegenüber dem Bund als auch innerhalb des Landes, mich für den Erhalt der Agrarwissenschaften in der Universität Rostock aber auch ganz aktuell für den Erhalt zumindest eines Teils der Bundesforschungsanstalt hier in Groß Lüsewitz einzusetzen.Am Anfang war das deutlich erkennbar: Es ging um Firmenaufbau - als Zweck des Ganzen!
Vom Verein FINAB (gemeinnütziger Tarnverein der Gentechnikaktivitäten am AgroBioTechnikum, wo jetzt auch das Gengerstenfeld betreut wird) auf der eigenen Internetseite zu den ersten Freisetzungen selbst formuliertes Ziel eines Firmenaufbaus:
Diese Freisetzung dient einerseits der Etablierung von notwendigem Know-how für die Beantragung und Durchführung von Freisetzungen am Standort Groß Lüsewitz, andererseits als politisches Signal und Präsentation des Dienstleistungsangebotes im AgroBioTechnikum. Gemeinsam mit der Universität Rostock wird an der Etablierung von Analyseverfahren zur Identifizierung und Quantifizierung von gentechnisch veränderten Pflanzen gearbeitet. Diese Verfahren sollen als Standarddienstleistungen im Zentrum angeboten werden.
Und für so etwas gibt es auch noch allgemeine Agrarförderungen ...

Auszug aus dem Register der Agrarsubventionen für 2008
Hilfe und Geld vom Land ...
Das AgroBioTechnikum ist ein Kind der rot-roten Landesregierung!
Mecklenburg-Vorpommern will eigentlich ein Vorzeigeland für ökologischen Landbau sein. Tatsächlich aber existieren gerade hier im Bereich der Agro-Gentechnik enge Verflechtungen zwischen öffentlich finanzierter Forschung, Lobbygruppen und kommerziellen Unternehmen.
- Ab 2009 erhält das Schülerlabor für Gentechnik im AgroBioTechnikum eine neue Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern (MVregio, 4.9.2009) .
Sicherheitsforschung - Missbrauch von Steuergeldern
Auf der Internetseite der die Versuche ausführenden Firma biovativ (Geschäftsführung: K. ZENSIERT!) heißt es:
In 2009 sind in Groß Lüsewitz mehrere Freisetzungsversuche geplant. Bei den gentechnisch veränderten Pflanzen handelt es sich um Prototypen, bei denen verschiedene Fragestellungen untersucht werden sollen. In allen Fällen geht es um Sicherheits- und Begleitforschung. Bis auf eine gentechnisch veränderte Kartoffel ist bei keiner dieser Pflanzen daran gedacht, sie in den nächsten Jahren als Produkte auf den Markt zu bringen. Einige dieser Versuche werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms "Biologische Sicherheitsforschung" gefördert.
Das aber ist gar nicht zulässig. Laut Förderrichtlinie des Programms zur biologischen Sicherheitsforschung "sollen die Arbeiten zur Erhöhung der biologischen Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen (...) an Kulturpflanzen bzw. für die Anwendung vorgesehenen Pflanzen durchgeführt werden und nur in begründeten Ausnahmefällen an Modellpflanzen. Freisetzungsbegleitende Untersuchungen sollen sich ausschließlich auf gentechnisch veränderte Pflanzen beziehen, deren Anwendung in Deutschland erwartet wird bzw. deren Freisetzung bereits erfolgt."
Der Text von Biovativ aber sagt selbst, dass bis auf einen Fall die Pflanzen für eine Markteinführung gedacht sind. Hier wird also offen eingeräumt, dass Steuergelder missbraucht werden.
Versteckt im Hintergrund - die Gentechnikkonzerne
Wer an den Versuchsfeldern des AgroBioTechnikums auf den Wachschutz trifft, hört von denen, dass sie zur Sache nichts sagen dürfen. Sie verweisen auf ihren Auftraggeber und drücken SpaziergängerInnen dessen Werbematerial in die Hand. Es ist die BASF, die hier den Wachschutz stellt. Das ist typisch für die deutschen Gentechnik-Seilschaften. Die Firmen treten nicht offen auf. So wie bei der BioTechFarm, wo die gleiche K. ZENSIERT! Geschäftsführerin ist. Am 9.4.2009 beantragte dort ein Rechtsanwalt vor Gericht ein Betretungsverbot der Flächen für GentechnikkritikerInnen. Es war Hartwig Stiebler aus Düsseldorf, Anwalt von Monsanto.
Selbstdarstellungen aus dem Firmengeflecht rund um das AgroBioTechnikum
FINAB-Chronologie (laut eigener Internetseite):
- 1999: Gründung
- 2002:
- 2003: Gründung der operativen Tochterfirma biovativ, die später dann die Versuche durchführte
- 2004: Eröffnung des AgroBioTechnikums
- 1.7.: biovativ nimmt die Geschäftstätigkeit auf
- 23.8. (bis 31.12.2006): Laufzeit des ersten FINAB-Genversuchsfeldes mit Raps
- Uni Rostock und FINAB koordinieren den Erprobungsanbau mit gv-Mais in Mecklenburg-Vorpommern (5 Felder)
BioOK: Mission Statement
BioOK offers a complete portfolio of analytical procedures for risk assessment of genetically modified plants. It is a confederation of four companies and a Steinbeis Transfer Center. In some publicly funded research projects BioOK coorporates with the University of Rostock and the Federal Research Centre for Cultivated Plants (JKI).
The network aims to establish itself as leading service provider for analysis and risk assessment of genetically modified plants in Europe, where risk assessment is a prerequisite for market placement. The partners of BioOK hold longstanding experience in essential procedures for the assessment of food, feed, as well as pharmaceutical and pesticide safety. These methods will be adopted in order to analyse environmental and food/feed risks of genetically modified plants and to develop new, simple, standardised, and fast procedures fitting the requirements of the competent authorities (CA).
BioOK is a One-Stop-Agency which
- offers effective and competitive assessment based on interdisciplinary research
- is independant and neutral
- possesses high quality and certified techniques and methods which are harmonised with competent authorities
- offers a flexible and individual set of methods depending on the transgene and the customers demands
Gegenstand des Unternehmens
ist die Entwicklung von Verfahren und die Begleitforschung an Nutzpflanzen zur Sicherung und Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität sowie sämtliche damit im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten. ...
Die biovativ GmbH wurde 2004 als Tochterunternehmen des "Vereins zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Agrobiotechnologie in Mecklenburg-Vorpommern - FINAB e.V." gegründet. Sie bietet Dienstleistungen rund um die Entwicklung, Analyse und Bewertung von agrobiotechnologischen Produkten und Methoden an. Das Leistungsspektrum reicht von Anbauversuchen im Feld über Gewächshausversuche aller Art bis zu gentechnischen Analysen im Labor. Die biovativ GmbH verfügt über umfangreiche Kompetenzen in der klassischen und gentechnischen Züchtung, aber auch in der Risiko- und Sicherheitsbewertung. ...
biovativ arbeitet mit Universitäten, Instituten und Firmen zusammen, um:
- wissenschaftlich interessante, nachhaltige und problemorientierte Entwicklungen in der pflanzlichen Produktion und deren Umsetzung zur wirtschaftlichen Produktion voranzubringen
- Methoden zur Isolation und Verwertung von wirtschaftlich interessanten Bestandteilen der transgenen und konventionellen Pflanzen zu entwickeln und im Pilotmaßstab umzusetzen
- die Nachhaltigkeit der Methoden und Produkte durch Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und interdisziplinäre Sicherheitsforschung im Gewächshaus und im Freiland zu analysieren und zu bewerten
- Informationen zu Strategien in der Agrobiotechnologie zu sammeln und zu verbreiten
Auszug aus Thomas Deichmann: "Wer hat Angst vor Grüner Gentechnik?" (S. 78 ff.)
Bundesland Mecklenburg Vorpommern, dessen sozialdemokratischer Landwirtschaftsminister Till Backhaus die Grüne Gentechnik ebenfalls fördert und zumindest in diesem Punkt mehr mit seinen ostdeutschen Landeskollegen der Union gemein hat als mit der grünen Landwirtschaftsministerin des Bundes. Auf einer Tagung des Vereins zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Agrobiotechnologien (FINAB e.V.) im vergangenen Mal bezeichnete er die Verweigerungshaltung Berlins hinsichtlich der Pflanzenbiowissenschaften als "falschen Weg", der sich im globalen Welthandel ohnehin nicht einhalten ließe. Backhaus fungierte als Schirmherr der Tagung, die auf dem Gelände der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) in Rostock abgehalten wurde. Sein Ministerium misst den Aktivitäten von FINAB e.V. große Bedeutung zu.
Der Verein wurde im April 1999 gegründet mit dem Ziel, die agrarwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte im traditionell landwirtschaftlich orientierten Nordosten Deutschlands zu vernetzen und die Tier und Pflanzenzucht im Sinne einer naturschonenden Landwirtschaft in Mecklenburg Vorpommern zu entwickeln. Dabei werden alle verfügbaren Technologien, von der Grünen Gentechnik bis hin zum ökologischen Landbau, vorurteilsfrei einbezogen und das im Westen der Republik politisch heiß diskutierte Konzept der gleichberechtigten Koexistenz verschiedener Anbausysteme in die Praxis umgesetzt. Augenfällig ist auch in Mecklenburg Vorpommern die fruchtbare und vertrauensvolle Kooperation zwischen unterschiedlichen Ministerien, Forschungseinrichtungen und Agrarbetrieben, was maßgeblich auf das unermüdliche Engagement zweier Frauen zurückgeht: der FINAB Vorsitzenden Inge Broer, Agrarökologin an der Universität Rostock, und einer ihrer Stellvertreterinnen, Kerstin Schmidt von der BioMath GmbH in Rostock.
In Sachen Infrastruktur ist Mecklenburg Vorpommern einen Schritt weiter als Sachsen Anhalt. Bereits im März 2002 erfolgte der erste Spatenstich für ein großzügiges Kompetenzund Gründerzentrum für biogene Ressourcen in Groß Lüsewitz etwa zehn Kilometer vor Rostock. Das Kompetenzzentrum soll 30 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche umfassen, dazu werden Gewächshäuser und im angegliederten Gründerzentrum Büro und Laborgebäude errichtet. Bei der Grundsteinlegung des "Bioaktiv" getauften Projekts im September letzten Jahres überreichte Landwirtschaftsminister Backhaus einen Zuwendungsbescheld der Landesregierung über 5,34 Mio. Euro, die in den Bau des Zentrums fließen sollen.
Seilschaften wollen BioOK zum Weltmarktführer für Freisetzungsversuche machen!
2007: Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) träumt von Weltmarktführerschaft der Gentechnikmafia in seinem Land
Bericht auf agrarheute am 13.10.2007
"Der Wachstumskern "BioOK" soll sich in der Küstenregion Rostock-Schwerin - insbesondere um das AgroBioTechnikum Groß Lüsewitz - als ein europäisches Kompetenzzentrum für die Analyse, Bewertung und Überwachung von agrobiotechnologischen Produkten und Verfahren etablieren", sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz heute anlässlich des zweiten BioOK-Seminars in Rostock. Das Bündnis habe sich gut etabliert und wolle sich mit seinem Gesamtangebot zur Zulassung und Überwachung neuer agrobiotechnologischer Verfahren zum führenden Dienstleister in Europa entwickeln. "Die Projektpartner von BioOK entwickeln Analyse- und Bewertungsverfahren, um die vom europäischen und deutschen Gentechnikrecht vorgeschriebenen Risikoanalysen für gentechnisch veränderte Pflanzen mit hoher wissenschaftlicher Genauigkeit umzusetzen", sagte Minister Dr. Backhaus.
Bericht auf Agrarportal Mecklenburg-Vorpommern
"Für die Realisierung dieser Punkte leisten Sie mit Ihren Forschungsarbeiten einen ganz hervorragenden Beitrag", wandte sich Minister Dr. Backhaus an BioOK. Das Bündnis verfüge über ein ausgewiesenes Know-how in den Bereichen Lebens-, Arznei-, Futter- und Pflanzenschutzmittelsicherheit. "Alles in allem über beste Voraussetzungen, um relevante Probleme der Grünen Gentechnik untersuchen zu können", sagte der Minister und verlieh seinem Wunsch Ausdruck, zukünftig die Kooperation insbesondere mit der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen sowie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock zu erweitern.
2009 ... Keine Realsatire: Inge Broer als Gentechnik-Heldin gefeiert!
Schon der Anfang des Textes wirkt wie eine Satire:
Wir befinden uns im Jahre 2009 nach Christus. Ganz Deutschland ist von den Gentechnikgegnern besetzt ...Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Forschern bevölkertes Dorf hört nicht auf, Widerstand zu leisten. In Groß Lüsewitz bei Rostock arbeitet eine Arbeitsgemeinschaft von Wissenschaftlern und regionalen Unternehmen in dem Projektverbund BioOK an der Standardisierung von Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen und könnte dabei auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung zum Weltmarktführer avancieren.
Der weitere Text ist eine unglaubliche Lobeshymne ausgerechnet über eine der wichtigsten Filzpersonen in der deutschen Gentechnik. Forschungsministerin Schavan hat sie sich ausgesucht als Koryphäe. Der Firmenverbund ums AgroBioTechnikum soll zum Weltmarktführer bei Versuchen gemacht werden ... Weiterer Auszug:
Die beiden Alpha-Frauen Schawan und Broer tragen somit entscheidend dazu bei, dem strukturschwachen Agrarland Mecklenburg-Vorpommern eine neue Perspektive als Forschungsstandort zu verschaffen ... (Der ganze Text bei MVregio am 20.5.2009)
CDU-Landtagsabgeordneter Peter Stein bejubelt das AgroBioTechnikum (MVticker am 18.6.2009)
Wir leben alle auf unserer Erde und nicht auf einer kleinen Insel. Gentechnische Methoden sind bereits tausendfach am Markt. Wir müssen wissen, was auf uns zukommen kann. Deshalb ist die Risikoforschung wichtig. Wir sollten unsere Forschungskapazitäten stärken. Mit dem traditionellen Standort der Pflanzenforschung in Groß Lüsewitz und dem dortigen, modernen Agrobiotechnikum gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einen hervorragenden Ansatzpunkt der Leuchtturmforschung. ...
Die Grüne Gentechnik kann der Schlüssel sein, um zukünftige Ernährungsengpässe der Welt zu vermeiden ... Wir haben auch in Deutschland eine Verantwortung für in Zukunft weltweit 9 bis 10 Milliarden Menschen.
Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) pro AgroBioTechnikum (MVticker am 18.6.2009)
Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus plädierte in der Landtagsdebatte zum Antrag der Regierungskoalition "Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen im Bereich der Anwendung des Gentechnikrechts für die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern" für einen sachgerechten Umgang mit der Gentechnik. "Das Beispiel der Gentechnik zeigt immer wieder, dass neue Technologien zu Beginn des 21. Jahrhunderts keine Selbstläufer mehr sind. Je weiter sie in ungewisses Neuland vorstoßen, desto kritischer wird in naturwissenschaftlichen Kreisen, aber auch seitens der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Art, Ausmaß und Verantwortbarkeit der Risiken für den Menschen und die Umwelt gefragt. Diese Fragen gilt es zu beantworten und dazu bedarf es zunächst einmal intensiver Grundlagenforschung im breiten Spektrum der Biotechnologie", so der Minister. Deshalb befürwortet er auch unabhängige und strengen wissenschaftlichen Kriterien genügende Untersuchungen, wie sie beispielsweise im AgroBio Technikum Groß Lüsewitz durchgeführt werden.
"Eigene Forschung in Mecklenburg-Vorpommern und damit ein eigener Beurteilungsspielraum ist ein Faustpfand beim Thema gentechnisch veränderte Organismen. Das AgroBioTechnikum soll sich wirtschaftlich selbst tragen und muss dazu breit aufgestellt sein. Dazu gehört Grundlagenforschung zur Gentechnik genauso wie eine Grundlagenforschung zum Ökolandbau", betonte der Minister.
Beteiligt am Aufbau des nächsten Gentechnik-Zentrum in Üplingen
Dass Gen-Experimente und öffentliche Forschungsgelder auch dazu dienen, befreundete Lobbyisten zu versorgen, zeigt aktuell ein von Broer beantragter Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen. Der Versuchsstandort ist zweigeteilt. Das Hauptfeld soll nahe am Agrobiotechnikum liegen. Eine Kopie entsteht auf dem Gut der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz in Üplingen (Sachsen-Anhalt) und soll in einen dubiosen „Gentechnik-Schaugarten“ eingegliedert werden. Dieser Schaugarten soll die Akzeptanz für genmanipulierte Pflanzen in der Bevölkerung verbessern. Den Versuch will das Unternehmen Biotechfarm durchführen. Doch Geschäftsführerin der BioTechFarm ist wieder K. ZENSIERT!, bis vor kurzem Schatzmeisterin von FINAB und immer noch Geschäftsführerin von biovativ. Der Verdacht: Hier werden Fördermittel zwischen seltsamen Firmen hin- und hergeschoben, bis sich ihre Spur verliert.
Viele Quellen, ein Ergebnis: AgroBioTechnikum - eine mafiose Gentechnikstruktur
Auszug aus einer Presseinfo des Umweltinstituts München
In Mecklenburg-Vorpommern existieren im Bereich der Agro-Gentechnik enge Verflechtungen zwischen öffentlich finanzierter Forschung, Lobbygruppen und kommerziellen Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die das Umweltinstitut München veröffentlicht hat. Das Institut untersucht darin unter anderem die Rolle von Prof. Inge Broer von der Universität Rostock. ...
Dass Gen-Experimente und öffentliche Forschungsgelder auch dazu dienen, befreundete Lobbyisten zu versorgen, zeigt aktuell ein von Broer beantragter Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen. Der Versuchsstandort auf dem Gut der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz in Üplingen (Sachsen-Anhalt) soll in einen „Gentechnik-Schaugarten“ eingegliedert werden. Dieser Schaugarten soll die Akzeptanz für genmanipulierte Pflanzen in der Bevölkerung verbessern. Den Versuch will das Unternehmen Biotech Farm durchführen. Geschäftsführerin von Biotech Farm ist K. ZENSIERT!, die Schatzmeisterin von FINAB und Geschäftsführerin von biovativ.
Auszug aus "Leere Labore", in: Spiegel 41/2008 (S. 93 f.)
Das Feld bei Groß Lüsewitz lässt BASF Plant Science von einem externen Dienstleister bestellen, der Firma Biovativ. Die besitzt einige Ackergeräte sowie einen Traktor aus Weißrussland und soll die Freisetzungen wissenschaftlich begleiten. Vor allem aber soll sie helfen, das ganze Zulassungsprozedere schneller und billiger zu machen. Eine Pflanzenzulassung koste im Moment mindestens zehn Millionen Euro, so Broer, was sich fast nur Konzerne leisten könnten. „Wir können hier auf eine Million Euro runterkommen.“ Chefin von Biovativ ist Broers Bekannte K. ZENSIERT!. Auf ihrer Visitenkarte stehen neben der Finab und Biovativ auch noch ein paar andere Firmen: BioMath etwa, ein kleines Statistikunternehmen, und Bio-OK, eine
„One-Stop-Agency“ für Pflanzenzüchter. ZENSIERT! bekommt drei Geschäftsführergehälter. Und alle Firmen haben eines gemeinsam: Ohne öffentliche Fördermittel würde es sie so nicht geben.
Andreas Bauer vom Umweltinstitut München hält die Situation in Mecklenburg- Vorpommern für „Vetternwirtschaft“: „Forschungsgelder werden innerhalb eines kleinen Zirkels von Eingeweihten untereinander verteilt.“
Christoph Then, lange bei Greenpeace für Gentechnik zuständig, hat gerade für die Grünen ein Gutachten zur Rolle der Behörden in der Agro-Gentechnik vorgelegt. Broer und ZENSIERT! wirft er eine „intransparente Verquickung“ ihrer öffentlichen und privatwirtschaftlichen Tätigkeiten vor: Broer mischt etwa neben ihrer Uni-Tätigkeit auch bei der Firma Biovativ mit, der kommerziellen Tochter der Finab. Zugleich tritt sie als Gutachterin bei der Efsa auf – wie auch ZENSIERT!.
Den Vorwurf einer Interessenkollision weisen beide von sich. Bei der Efsa hätten sie nur beratende Funktion. Sicher profitiere sie von Förderung, so ZENSIERT!. „Aber daraus habe ich in den letzten drei Jahren mehr als 20 Arbeitsplätze geschaffen.“ Inge Broer sagt, die entstandenen Netzwerke seien notwendig, aber „kein Filz“. Vom Forschungsministerium gebe es nur Geld, wenn die Industrie beteiligt sei. Dafür die nötige Infrastruktur zu schaffen blieb an Broer und ZENSIERT! hängen: Inge Broer berappte sogar einen Teil des Startkapitals für die „One-Stop- Agency“ Bio-OK.
- Unerwünscht: Kritischer Text zur Gentechnik in Studierendenzeitung der Uni Rostock
Hauptpersonen in der Studie "Kontrolle oder Kollaboration?"
Auszüge aus Antje Lorch und Christoph Then (2008): "Kontrolle oder Kollaboration? Agro-Gentechnik und die Rolle der Behörden"
Ingesamt scheint in Groß Lüsewitz/Sanitz ein günstiges Klima für die Freisetzung von gv- Pflanzen zu herschen: Seit 2003 fanden hier auch Freisetzungen von gv-Raps durch die Bundesforschungsanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen Quedlingburg (jetzt Teil des JKI), von gv-Kartoffeln durch BASF und von herbizid-tolerantem Mais durch Monsanto statt.
Die Firma biovativ wiederum wurde 2003 als 100%ige Tochter des Vereins FINAB gegründet, mit der Aufgabe das Gewächshaus und die Äcker des von FINAB initiierten AgroBioTechnikum zu betreuen.
Wie bereits festgestellt, ist K. ZENSIERT! die Geschäftsführerin von biovativ. Laut Handelsregister hat die biovativ GmbH nur einen Mitarbeiter. Da ZENSIERT! gleichzeitig auch Geschäftsführerin von BioMath und BioOK und im Vorstand von FINAB e.V. ist - und all diese Betriebe und der Verein unter der gleichen Adresse und teilweise unter der gleichen Telefonnummer zu erreichen sind - drängt sich der Verdacht auf, dass es sich hier gar nicht um separate Einheiten handelt, sondern das Konglomerat von Firmen eher dazu dient, die kommerziellen Interessen im Umfeld des Vereins FINAB möglichst undurchsichtig zu gestalten. ...
BioOK GmbH, bei der K. ZENSIERT! ebenfalls Geschäftsführerin ist, soll zukünftig als allgemeine Dachmarke des Konglomerats, bzw. des „Wachstumskern BioOK“ aufgebaut werden:
“Der Wachstumskern 'BioOK' etabliert die Ostseeküstenregion Rostock-Schwerin - insbesondere um das AgroBioTechnikum Groß Lüsewitz - als europäisches Kompetenzzentrum für die Analyse, Bewertung und Überwachung von agrobiotechnologischen Produkten und Verfahren. Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft wirken zusammen, um aus Kompetenzen und Erfahrungen in der biologischen Sicherheitsforschung neue, effektivere und kostengünstigere Analyse- und Bewertungsverfahren zu entwickeln und über die BioOK GmbH in einer One-Stop-Agency zu vermarkten.“ (Quelle)
„One-Stop-Agency“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Zulassung und das Monitoring gentechnisch veränderter Pflanzen für die Industrie vereinfacht und verbilligt werden soll. Gefördert wird dies von 2005 bis 2008 mit 4 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).76 FINAB ist dabei untrennbar mit einem Dienstleister verflochten, der daran interessiert sein muss, dass im Sinne seiner Auftraggeber möglichst wenig umfangreiche und daher kostengünstigeÜberwachungspläne für den Anbau von gv-Saaten entwickelt werden.
Mit Kenntnis dieses – zugegebenermaßen komplizierten - Netzwerkes um die Firmen BioOK, biovativ und Biomath, um den Verein FINAB und der Tatsache, dass ausgerechnet Joachim Schiemann (Leiter der BBA-Abteilung Gentechnik und Biologische Sicherheit und EFSA-Mitglied) 1999 zu den Gründungsmitgliedern von FINAB gehört – erscheint die Art und Weise, wie der Fragebogen für die Firma Monsanto entwickelt wurde, etwas nachvollziehbarer. ... (S. 27 f.)
So wird die Politik zum Opfer ihrer eigenen Fehler: Sie ist umschlungen von einem fast undurchdringbaren Geflecht von Experten, Consulting-Firmen, Spezialagenturen, Arbeitsgruppen, Initiativen und den vielfältigen Aktivitäten ihrer Beamten, die gemeinsam mit der Industrie sowohl die Risikobewertung als auch die Risikokommunikation organisieren und dabei Politik und Öffentlichkeit zu ihrem Spielball machen.
Im Zentrum des Geflechts findet man dabei selten die großen Firmen selbst, sondern eher „Spezialagenturen“ mit exzellenten Kontakten zu Behörden, Politik, Medien und Konzernen. Sie arbeiten als Tarnkappenstrategen der Industrie, finanziert sowohl durch die öffentliche Hand als auch durch die Wirtschaft, sie haben Netzwerke, Seilschaften und Klüngelrunden auf allen relevanten Ebenen organisiert, die Institutionen der EUMitgliedsstaaten infiltriert und eine weitgehende Definitionsmacht errungen. ... (S. 37)
Inge Broer ...
Uni Rostock: 2005-08 erhälten Broer, bzw. die Uni Rostock 1.876.490 Euro (Projekt-) Finanzierung durch das BMBF als Partner des BioOK Verbund. Neben Broer sind auch weitere Professoren der Uni Rostock als Gesellschafter der Firmen BioMath und BioOK, sowie Durchführung von verschiedenen Projekten mit GVOs beteiligt. Mit Heike Mikschofsky entwickelt eine Mitarbeiterin von Broer gv-Erbsen. ...
Patente: Broer wird als (Mit-)Erfinderin von neun Patenten auf Gene angeführt, von denen vier durch Bayer Crop Science gehalten werden, drei durch die Hoechst AG, eins durch die Norddeutsche Pflanzenzucht, und eins durch die Erfinderin selbst. ... (S. 42)K. ZENSIERT! ...
ZENSIERT! ist gleichzeitig Geschäftsführerin von drei Firmen (BioMath, biovativ, BioOK), die unter derselben Adresse Servicedienstleistungen für Universitäten und Gentechnikfirmen rund um die Entwicklung, Freisetzung und Zulassung von GVOs anbieten, und mit Zulassungsbehörden zusammenarbeiten. ...
2007 arbeitet sie für BioMath an der Erweiterung des Monitoringplans für MON810 für Monsanto durch Einbeziehungen einiger, durch das BVL vorgeschlagener, Umweltbeobachungssysteme.
wissenschaftliche Publikationen (Auswahl): ZENSIERT! (BioMath) mit Schiemann verschieden Artikeln zu Fragebögen als Grundlage des anbaubegleitenden Monitorings
publiziert, u.a.: Schiemann et al. (2006): Data acquisition by farm questionnaires and linkage to other sources of data. Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 1(1): 26-29.
Mitglied in Kommissionen & Arbeitsgruppen: ZENSIERT! ist Mitglied in BBAArbeitsgruppe
Anbaubegleitendes Monitoring und war als ad hoc-Expertin für die EFSA PMEMWorkinggroup, in der ebenfalls an Fragebögen zum Monitoring gearbeitet wurden eingeladen.
Mitglied in Forschungsprojekten: 2002: Projektpartner im Impfmöhre-Projekt. 2005-08: Projektpartner und Kontaktperson für BMBF-Projekt Anbaubegleitendes Monitoring
Teilprojekt 3. 2007/08: Entwicklung von gv-Kartoffeln (biovativ).
Mitglied in / Teilnahme an Lobbyorganisationen: Schatzmeisterin von FINAB e.V. ... (S. 46 f.)EFSA – European Food Safety Authority
EFSA-GMO Panel 2006-09: Mitglieder: HA. Kuiper (Vorsizender), J. Sweet und S. Kärenlampi (Vice-Vorsitzende), HC. Andersson, S. Arpaia, D. Bartsch, NB. Hendriksen, J. Casacuberta,H. Davies,M. De Loose,L. Herman, J.I. Kryspin-Sørensen, I. Nes, N. Panopoulos, J. Perry, A. Pöting, J. Schiemann, W.Seinen, JM. Wal
Vormalige Mitglieder: Buhk: GMO-Panel 2003-06, Arbeitsgruppe Post-market Environmental Monitoring (2004-06): Leiter: Bartsch; Mitglieder u.a. Schiemann; AdHoc-Experten u.a. ZENSIERT!, Gathmann. ... (S. 49)AgroBioTechnikum
Geschichte: Bau 2003-05. Nutzung seit 2005. Initiiert durch FINAB e.V.
Wissenschaftliche Betreuung durch biovativ GmbH. Besitzerin: Gemeinde Sanitz.
Betreiberin: BioConValley (aktuelle Korrektur: Inzwischen anderer Träger, direkter beim Land Mecklenburg-Vorpommern). Beirat: Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerien Meck.-Vorpommern, Gemeinde Sanitz, BioConValley und FINAB.
Aktivitäten/Teilnahme an Forschungsprojekten: 260 ha landwirtschaftliche Nutzfläche für Freilandversuche, 1000m2 Gewächshausfläche und Lagerhalle für Saat- und Erntegut; 14 Mitarbeiter. Betreuung von Freilandversuchen mit zusätzlichen Serviceleistungen.
Sitz von verschiedenen Laboren und Betrieben. u.a. Labore von biovativ und FINAB, Firmensitz von BioConValley. 2006: Freisetzung zum Studium von Auskreuzungsraten von gv-Raps.
Teilnahme an Lobbyorganisationen: Initierung durch FINAB. Firmensitz von BioConValley.
Finanzierung: durch das Land Meck.-Vorpommern (Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerien: 5,43 Mio. Euro), EU und BMBF. Gesamtkosten vermutlich 10 Mio. Euro.BioMath
Geschichte: Gründung 1990. 2005: Mitbegründer der BioOK GmbH. Geschäftsführerin seit 1993: ZENSIERT!. Mitarbeiter: 6, Jahresumsatz: 200.000 Euro. Gleiche Büroadresse in Rostock wie biovativ, BioOK und FINAB. ...
Teilnahme an Lobbyorganisationen: Personelle und geteilte Büroadresse mit FINAB.
Finanzierung/Kunden (Auswahl): Monsanto Agrar, Aventis CropScience, Pioneer Hi-Bred, Syngenta Seeds, KWS; BBA (jetzt JKI); Bundesanstalt für Züchtungsforschung Quedlinburg (seit 2008 zusammen mit der BBA Teil des JKI). Uni Oldenburg, Uni Rostock.
2005-08: Finanzierung durch das BMBF als einer der Partner des BioOK Verbund: 308.856 Euro.biovativ GmbH
Geschichte: Gründung 2003 als 100%ige Tochter von FINAB e.V. Geschäftsführerin: ZENSIERT!. Gleiche Büroadresse Rostock wie BioMath, BioOK und FINAB. Labor im AgroBioTechnikum wie auch FINAB. Umsatz 250.000 Euro. Seit 2005: Nutzung des AgroBioTechnikum Gross Lüsewitz. März 2005: Mitbegründung der BioOK GmbH.
Mitarbeiterzahl (Stand 2007): 1.
Aktivitäten/Teilnahme an Forschungsprojekten: seit 11/2003: Betreuung des Gewächshaus und des Freilands in dem von FINAB initiierten AgroBioTechnikum. 2004-06: Projektpartner Auskreuzungsraten von gv-Mais. 2005/06: Durchführung von drei verschiedenen Freisetzungsversuchen mit gv-Kartoffeln für Uni Rostock. Cholera-Kartoffeln.
2006: Freisetzung von gv- Raps in Gross Lüsewitz. 2007/08: Entwicklung von gv-Kartoffeln.
Teilnahme an Lobbyorganisationen: 100%ige Tochter von FINAB.
Finanzierung/Kunden (Auswahl): 2005-08: Finanzierung durch das BMBF als einer der Partner des BioOK Verbund: 337.356 EuroBioOK GmbH
Geschichte: Gründung der BioOK GmbH März 2005 durch BioMath, biovativ, Broer und sechs weitere Gesellschafter, z.T. ebenfalls von der Uni Rostock. Geschäftsführerin: ZENSIERT!.
Finanzierung/Kunden (Auswahl): 2005-08: Finanzierung durch das BMBF als einer der Partner des BioOK Verbund.BioOK Verbund
Geschichte: Seit 2005 Zusammenschluss von BioOK, BioMath, biovativ, BTL Bio-Test Labor GmbH Sagerheide, BIOSERV Analytik und Medizinprodukte GmbH, Primacyt Cell Culture Technology, dem Steinbeis-Transferzentrum Soil Biotechnology, der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ, jetzt Teil des JKI), und dem Institut für Chemie und der Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Uni Rostock.
Finanzierung: August 2005-2008: Förderung als BioOK Forschungsverbund durch das BMBF mit 4,39 Mio Euro um „neue, effektivere und kostengünstigere Analyse- und Bewertungsverfahren zu entwicklen und über die BioOK GmBH in einer One-Stop-Agency zu vermarkten: „Entwicklung von Zulassung- und Überwachungsverfahren für gv-Nutzpflanzen“ ... (S. 49)
Recherchen des Umweltinstituts München
Auszug aus Umweltinstitut München, "Gentechnik-Verflechtungen in Mecklenburg-Vorpommern"
Prof. Inge Broer (Universität Rostock) ...
Prof. Broer ist zudem z.B. als Expertin bei der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) tätig, die die Unbedenklichkeit gentechnisch veränderter Pflanzen prüfen soll. ...

Patente von Prof. Inge Broer (Quelle: wie oben)
Genehmigungsverfahren für den Anbau von transgenem Weizen in Thulendorf und auf einem der Güter der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, dem Stiftsgut in Üplingen (Sachsen-Anhalt). Anmelder ist Frau Prof. Broer bzw. die Universität Rostock. ...
Der Verein FINAB ist ein wichtiges Element des Gentechnik-Netzwerks in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Blick in die Mitgliederliste des Vereins zeigt deutlich die Verquickung zwischen Wissenschaft, staatlichen Einrichtungen und Industrie. ...
Ziel des Bündnisses BioOK ist es, führender Dienstleister für die Prüfung und Zulassung von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen in Europa zu werden.9 Gefördert wird das Projekt BioOK vom Bundesforschungsministerium mit über vier Millionen Euro. Frau Prof. Broer ist sowohl Gesellschafterin von BioOK als auch Gesellschaftervorsitzende der biovativ GmbH, dem kommerziellen Arm des Vereins FINAB, dessen Vorsitzende wiederum Prof. Broer ist. ...
Länderübergreifend, aber ebenfalls an die selben Personen gebunden ist auch ein für 2008 bis 2010 geplanter Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen (siehe dazu www.umweltinstitut.org/genweizen2008) Als Projektleiterin wird im Antrag der Universität Rostock Frau Prof. Broer genannt. An der Freisetzung ist offenbar wiederum die FINAB-Tochter biovativ GmbH beteiligt.10 Rätselhaft ist dies insbesondere, als biovativ im Antrag der Universität überhaupt nicht genannt wird. Die biovativ GmbH ist das kommerzielle Tochterunternehmen des Gentechnik-Lobbyvereins FINAB. Vorsitzende des Vereins: Frau Prof. Broer, die auch als Gesellschafterin von biovativ fungiert. Allem Anschein dienen auch hier Projektgelder dafür, die eigene Firma mit Aufträgen zu bedienen. ...
Stiftsgut in Üplingen (Sachsen-Anhalt) ... „Gentechnik-Schaugarten“ ... Dieser soll von einer Firma betreut werden, deren Geschäftsführerin K. ZENSIERT! ist. K. ZENSIERT! füllt dieselbe Tätigkeit bei der biovativ GmbH aus – dem Tochterunternehmen des FINAB. ... Laut Antrag
handelt es sich dabei um ein Teilvorhaben eines größeren EU-Projekts mit dem Titel „Akzeptanzverbesserung und Nutzungsmöglichkeiten von gentechnisch verbesserten Pflanzen in Europa“ (Interreg IVC). Ziel ist es laut Antrag, „durch geeignete Maßnahmen der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in und zwischen den am Projekt beteiligten Regionen, die Akzeptanz gegenüber gentechnisch verbesserten Pflanzen in Europa zu verbessern“. ... 2,5 Mio. Euro. ... Vor Ort durchgeführt wird das Projekt wiederum nicht von InnoPlanta und seinem Vorsitzenden
U. Zensiert!, sondern vom neugegründeten Unternehmen von Herrn Zensiert!, der Firma BioTechFarm mit Sitz in Gatersleben, dem sachsen-anhaltinischen Zentrum der Agro-Gentechnik. Herr Zensiert! ist in diesem Unternehmen Geschäftsführer an der Seite von K. ZENSIERT!, die wiederum eng mit der Projektleiterin Frau Prof. Broer verbunden ist. K. ZENSIERT! ist, wie Prof. Broer, in vielen Funktionen aktiv. Neben ihrer neuen Tätigkeit als Geschäftsführerin der Firma BioTechFarm fungiert K. ZENSIERT! unter anderem als:
- Mitglied und Schatzmeisterin im Verein FINAB
- Geschäftsführerin der BioMath GmbH
- Geschäftsführerin der biovativ GmbH
- Geschäftsführerin des Verbundprojektes BioOK ...
Zusammenfassung ...
Offenbar dienen in Mecklenburg-Vorpommern gentechnische Freisetzungsversuche und öffentliche Forschungsgelder dazu, entweder die eigene Firma mit Aufträgen zu bedienen oder ausgewiesene Gentechnik-Lobbyisten und deren Privatfirmen zu versorgen: Deutlich wird dies insbesondere an dem laufenden Freisetzungsversuch mit Pharma-Kartoffeln sowie dem geplanten Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen in Mecklenburg-Vorpommern. Führende Wissenschaftler haben Einfluss auf alle Ebenen der Forschungsförderung, Forschung, Entwicklung bis hin zur Genehmigung von genmanipulierten Pflanzen. Dies wird insbesondere an der Person von Prof. Broer deutlich, die auf jeder denkbaren Ebene der Markteinführung von genmanipulierten Pflanzen anzutreffen ist, unter anderem:
- im Europäischen Forschungsrat,
- als Patenterfinderin für den Bayer-Konzern,
- als Gentechnik-Lobbyistin beim Verein FINAB,
- als Unternehmerin bei der Firma biovativ, dem kommerziellen Arm von FINAB,
- als Projektbeteiligte an BioOK, einem Projektverbund, der maßgeschneiderte Zulassungsverfahren entwickeln will,
- als öffentliche und vermeintlich unabhängige Forscherin an der Universität Rostock,
- in nationalen Gremien, die über Freisetzungsversuche mit genmanipulierten Pflanzen entscheiden (Bundesinstitut für Risikobewertung),
- sowie in der EU-Behörde (EFSA), die die Sicherheit von transgenen Pflanzen bewerten soll.
Eine unabhängige Forschung im Bereich der Agro-Gentechnik, deren Ergebnissen eineüberwiegend kritische Öffentlichkeit vertrauen kann, ist in der beschriebenen Forschungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern schwer vorstellbar. Hier werden offenbar öffentliche Gelder in Hände geleitet, die nicht öffentlichen Interessen dienen.

Schaubild mit Verflechtungen der Institutionen im deutschen Gentechnikfilz (Studie von Then/Lorch, S. 32)
K. ZENSIERT! und die Rettung des Monsanto-Mais Mon810
K. ZENSIERT! und das AgroBiotechnikum als klassisches Beispiel deutscher Gentechnik-Mafia.
- 2001-05: ZENSIERT! führt Interviews zum Gebrauch von Fragebögen zum Anbaumonitoring durch. Teilnahme an der BBA-Arbeitsgruppe Anbaubegleitendes Monitoring, also einer staatlichen Stelle.
- 2005-08: Durchführung eines Teilprojekts im BMBF-Projekt Anbaubegleitendes Monitoring.
- Gleichzeitig (!), nämlich 2007: ZENSIERT! entwickelt den erweiterten Monitoringplan für MON810. Nun ist Auftraggeber: Die Firma Monsanto.
- Ende 2007: Mon810 wird wieder zugelassen. Recherchen ergeben erhebliche Merkwürdigkeiten der vorgelegten Unterlagen, z.B. werden Quellen und Akteure genannt, die daraufhin dementieren, jemals beteiligt oder informiert worden zu sein. Der Monitoringplan ist offensichtlich eine Fälschung. Dennoch wird der genmanipulierte BT-Mais wieder zugelassen. Beteiligte Stelle ist unter anderem die Europäische Kontrollbehörde EFSA. Dort arbeitet mit: Joachim Schiemann, zusammen mit K. ZENSIERT! Autor von Fachtexten zum Monitoring. Und als externe Beraterin: K. ZENSIERT! selbst.
- Zusammenfassend: Mit K. ZENSIERT! ist Vorbereiterung des Monitoringplans durch staatliche Stellen, Entwicklung des Plans im Auftrag der Firma Monsanto, Kontrolle und Genehmigungsverfahren (u.a. EFSA) in einer Person verbunden.

Schaubild mit sechs zentralen Personen im deutschen Gentechnikfilz (Studie von Then/Lorch, S. 36)
Prof. Inge Broer: Öffentliche Lehre, Geldgeber, Konzerninteressen und Kontrollbehörde in einer Person
Lehre an der Uni Rostock, Mitwirkung bei Firmen BioOK, Biovativ und KWS sowie bei Behörden BBA und EFSA
Auszüge aus einem Lebenslauf von Prof. Inge Broer:
- seit 1999 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Umweltministeriums MV
- seit 1999 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Forsten M.-V.
- seit 1999 Mitglied der Arbeitsgruppe ‚Anbaubegleitendes Monitoring’ der Biologischen Bundesanstalt Braunschweig
- seit 1999 Vorsitzende des Vereins zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Agrobiotechnologie MV (FINAB)
- seit 1999 Mitglied des Informationskreises Gentechnik des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter
- seit 2000 Mitglied des Kuratoriums der Kleinwanzlebener Saatzucht KWS
- seit 2001 Mitglied der Futur Fokusgruppe Agrarproduktion (BMBF)
- seit 2001 Mitglied im Forschungsverbund Mecklenburg Vorpommern FMV
- seit 2001 Leiterin der AG Agrobiotechnologie an der Universität Rostock/FB Agrarökologie
- seit 2002 Gutachterin der Deutschen Stiftung Umwelt für Biotechnologie
- seit 2002 Mitglied im scientific board des deutschen Pflanzengemonprojekts Gabi
- seit 2003 Professor an der Agrar und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock
- seit 2004 Leiterin der Ad hoc Arbeitsgruppe Gentechnik des Umweltministeriums MV
- seit 2004 Gesellschaftervorsitzende der biovativ GmbH
- seit 2004 Gesellschafterin der BioOK GmbH
- seit 2004 Sprecherin der des Clusters: Pflanzen mit neuen Eigenschaften der Berlin-brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
- seit 2005 Ad hoc Expertin der European Food Safety Authority (EFSA)
- seit 2006 Vorstandsmitglied: Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern e. V.
- 2009: Teilnehmerin am Runden Tisch bei Forschungsministerin Schavan. Dabei schlugen Broer und Schavan BioOK als weltweit agierende One-Stop-Agency vor
Broer inszeniert sich und den dubiosen Firmenverbund BioOK als Retter der Sicherheitsforschung
Unterstützung bekommt Broer ausgerechnet von Greenpeace. Der Umweltprotestkonzern, der jahrelang immer nur die Monsantofelder auf seinen Internetseiten und interaktiven Felder-Karten benannte, macht nun sogar offensiv Werbung für die deutsche Gentechnik. So verbreitet Greenpeace eine dpa-Meldung vom 13.5.2009, in der ausgerechnet Deutschland skandalösester Firmenverbund BioOK als Retter einer neutralen Sicherheitsforschung bejubelt wird. Auszüge:
Das Verbundprojekt BioOK aus Groß Lüsewitz bei Rostock vereint mehrere Biotechnologie-Firmen mit der Universität Rostock und der Bundesanstalt für Züchtungsforschung in Quedlinburg (Sachsen- Anhalt). Ziel des Netzwerks, das seit 2005 vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, ist die Entwicklung standardisierter und nachvollziehbarer Schwellenwerte - etwa dazu, wie groß die Menge «schädlicher Stoffe» sein darf, die eine genveränderte Sorte auf dem Acker ausscheidet.
«Bei den bestehenden Verfahren werden viele Daten geliefert, die gar nicht nötig sind», erklärte Broer. Das neue «Indikatoren-Modell» verspreche dagegen als bisher einziges Projekt seiner Art in Europa passgenauere Angaben zu den Folgen menschlicher Eingriffe in das Erbgut bestimmter Nutzpflanzen. Dabei sollen Stoffwechsel-Werte von «Gen-Gewächsen» mit denjenigen herkömmlicher Pflanzen abgeglichen werden. «Man misst zum Beispiel den Stärkegehalt einer transgenen Kartoffel und setzt das dann zu sechs normalen Sorten in Bezug.»
Wenn eine antragstellende Biotech-Firma über solche Daten vor der Entscheidung der Zulassungsbehörden verfüge, gewinne das Unternehmen Klarheit über die Erfolgsaussichten und könne das eigene Budget schonen, argumentierte Broer. In Einzelfällen dürfte dies die Kosten von 20 bis 50 Millionen Euro auf 1 bis 5 Millionen Euro je Analyse drücken. Vor allem kleinere Züchter hätten neue Wettbewerbschancen, weil sich nicht länger nur Multis wie BASF oder Monsanto die nötige Begleitforschung leisten könnten. Dass auch die BioOK GmbH, zu deren Gesellschaftern sie gehört, davon profitieren soll, verhehlt die Biologin keineswegs: «Was wir hier machen, ist Auftragsforschung - gar keine Frage.» Der Öffentlichkeit werde eine verlässlichere Einstufung von Gentechnik-Risiken aber ebenfalls zugutekommen.
Broers Aussagen in: Norddeutsche Neueste Nachrichten am 19.5.2009
Bei der umstrittenen Zulassung genveränderter Pflanzen für die Landwirtschaft sollte die Politik nach Ansicht der Biologin Inge Broer häufiger dem Urteil von Experten vertrauen. "Der politische Wille muss noch kommen, in der Risikobewertung mehr auf Wissenschaft statt auf politische Meinungen zu setzen", sagte die Professorin für Agrobiotechnologie der Uni Rostock.
Und auch SPD-Landwirtschaftsminister Till Backhaus findet die Gentechnik plötzlich gut, wenn sie aus seinem Heimatland Mecklenburg-Vorpommern kommt ... in den Wochen davor schimpfte er noch gegen Monsanto und BASF. Jetzt lobt er "sein" AgroBioTechnikum (obwohl dort vor allem mit BASF-Pflanzen gefummelt wird). Aus der gleichen dpa-Meldung:
Rückenwind für ihr Verfahren bekommen die Wissenschaftler von der Schweriner Landespolitik. Agrarminister Till Backhaus (SPD), der von Aigner mehrfach die Festlegung bundesweiter Prüfsteine gefordert hatte, zeigte sich am Dienstag zufrieden mit den Zwischenergebnissen aus Groß Lüsewitz: «Bei diesem emotionalen Thema darf es keinen Anlass zu Misstrauen geben. Darum brauchen wir mehr Aufklärung - Sie haben da einen klaren Auftrag», sagte er an die Adresse von BioOK- Geschäftsführerin K. ZENSIERT!. Trotz des ökonomischen Potenzials ihres Vorhabens versicherte auch Broer, dass es ihr um mehr Offenheit in alle Richtungen gehe. «Das ist wie bei Medikamenten, wo man ja auch über die Nebenwirkungen Bescheid wissen will.»
Mehr Infos ...
- "Who is who?" rund um das AgroBioTechnikum
- Grafik der Verfilzung dazu ++ AgroBioTechnikum im Lexikon der Gentechnik-Seilschaften
- Presseinformation am 4.4.2009: "Kriminell ist nicht der Widerstand, sondern die Gentechnik" als Reaktion auf Vorwürfe von K. ZENSIERT! und anderen, direkte Aktionen gegen Genversuchsfelder seien kriminell
- Einladung zu zwei Veranstaltungen zum Thema im Februar 2009als Flyer ausdrucken (PDF)
Mehr Infoseiten zum Ag(g)roBiotechnikum
- Der Gengerstenversuch 2009 und 2010: Sonderseite mit Einwendungen, Argumenten und Formblättern für Unterschriftensammlungen
- Infoseiten zum identischen Gengersteversuch 2006 bis (geplant) 2008 in Gießen: Beschreibung ++ Kritik ++ Widerstand
- Weitere Versuche am Agro-Biotechnikum: Weizen ++ Raps ++ Kartoffeln ++ Petunie
- Cholera-Kartoffel verhindern: Protestaktion und Sammeleinwendungen gegen den Versuch am AgroBiotechnikum
- Die Genehmigungsbescheide für 2009: Kartoffelversuche (Uni Rostock) ++ Gerste (Uni Gießen)
- Seite zum Ablauf des Gerstenversuchs 2009: Vorphase, Antrag und Genehmigung, Klagen, Aussaat und Feldbefreiungen, illegales Zweitfeld und Strafanzeige, Vertuschung und das Wirken der Gentechnik-Seilschaften ...
Fanblock des AgroBioTechnikums
Bauernverband-Funktionäre stellen sich mal wieder hinter die GentechnikerInnen, aus: Ostseezeitung am 15.4.2009
Trotz des Verbots hofft der Bauernverband auf weitere Forschung zur Gentechnik am Standort Groß Lüsewitz: „Wir müssen wissen, was positiv oder negativ ist - auch bei Genmais.
Aus Thomas Deichmann, "Gentechnikgegner verunglimpfen deutsche Forscher", auf: www.gruene-biotechnologie.de*
Dr. Schiemann wurde vorgeworfen, sich einem "Verein zur Förderung der AgroBiotechnologie" angeschlossen zu haben. In Wirklichkeit wurde dieser, der ED-Redaktion bekannte "Verein zur Förderung Innovativer und Nachhaltiger Agrobiotechnologie in Mecklenburg-Vorpommern" (FINAB e.V.) 1999 mit der Idee der "Vernetzung der agrarwissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte im traditionell landwirtschaftlich orientierten Nordosten Deutschlands gegründet". Der Verein erhält Unterstützung der SPD-geführten Landesregierung und genießt hohes Ansehen. Er widmet sich, eigenen Angaben zufolge, klassischen, ökologischen wie modernen biotechnologischen Verfahren in der Landwirtschaft.
*Träger: Hessen-Media, eine Einrichtung der CDU-Landesregierung von Hessen. Seit 2007 eingestellt.
- Christel Happach-Kasan, größte Gentechnik-Marktschreierin im Bundestag (gehört zur FDP) auf Bustour im Wahlkampf (22.8.2009)
Aktionsberichte
Die Aktionstage sind vorbei ... aber die Versuchsfelder am Ortsrand von Sagerheide wird es wohl auch 2010 geben. Es sei denn, der Widerstand vor Ort wird noch größer ...
Das war der Terminplan der Aktionstage(Flyer)
- 12.9.: Hoffest Ulenkrug und Infostand/Aktionen auf Wochenmarkt in Rostock
- 13.9. nachmittags: Filme, Aktionen, Spaziergänge und mehr an den Versuchsfeldern in Sagerheide (Grundstück Birkenallee 10/11)
- Montag, 14.9., 19.30 Uhr: Vortrag "Monsanto auf Deutsch - Seilschaften der deutschen Gentechnik" (s. 15.10) in Sagerheide (Grundstück Birkenallee 10/11)
- Dienstag, 15.9., 18.30 Uhr in Rostock im Kapitänszimmer des Gasthauses "Zur Kogge", Wokrenterstraße 27: Vortrag und Diskussion "Was wollen die GentechnikgegnerInnen?"
Die Universität Rostock, das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz, eine Außenstelle des Julius-Kühn-Instituts und etliche neugegründete Firmen der grünen Gentechnik - die Region Rostock stellt sich gerne als Technologiestandort dar. Von Bundesforschungsministerin Annette Schavan bis zum Landes-Umweltminister Till Backhaus loben führende PolitikerInnen die Genversuchsfelder und die darauf arbeitenden Gentechniker. Doch von Umweltverbänden, Bürgerinitiativen und seit über zwei Jahren auch unabhängigen GentechnikgegnerInnen weht ihnen der Wind auch ins Gesicht. Zum zweiten Mal organisierten AktivistInnen eine Feldbesetzung auf den Versuchsflächen. Zweimal kam es allein 2009 zu Feldzerstörungen - die TäterInnen sind unbekannt. Doch die Kritik wurde auch in Form von Veranstaltungen, Veröffentlichungen und nicht zuletzt der bundesweit gestreuten Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" über die Gentechnik-Seilschaften laut. Dort wird den gentechnischen Experimenten im Raum Rostock ein eigenes Kapitel gewidmet, die dort arbeitenden ForscherInnen als wichtiger Knotenpunkt in einem Geflecht aus Geldgebern, Kontrollbehörden und Ausführenden beschrieben.
- Wie kommen die GentechnikkritikerInnen zu diesen Darstellungen?
- Was genau kritisieren sie an den laufenden Versuchen und der Agro-Gentechnik insgesamt?
- Wie stehen sie zu direkten Aktionen gegen Felder und Labore?
- Was sind ihre Vorschläge gegen Hunger und Armut, für Umweltschutz und eine Unterstützung der Landwirtschaft?
Bei der Veranstaltung am Dienstag, 15.9., stellen sich AktivistInnen ihre Ideen und Positionen vor und antworten auf Fragen. Besonders eingeladen sind alle, die auch kritische Fragen an die GegnerInnen der Technik haben. Frage und Antwort stehen:
- Frederik Vath, Molekularbiologe und beteiligt an der Frühjahrsmahnwache in Sagerheide
- Jörg Bergstedt, Autor der Schrift "Organisierte Unverantwortlichkeit" und Aktivist auf Genversuchsfeldern
Veranstalter: MVregio
Keine Gentechnik-Zentrale in Rostock und Groß Lüsewitz!
Das Land gehört denen, die davon leben und davon essen!
Das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz mit seinen Versuchsflächen dort in der Umgebung und in Thulendorf sowie die Universität Rostock mit dem Institut für Agrarbiotechnologie sollen zu Weltmarktführern in Sachen Genversuche in der freien Landschaft ausgebaut werden. Dafür wird ein undurchsichtiges Firmengeflecht unter der Bezeichnung BioOK mit Steuergeldern vollgestopft. Grundstücke und universitäre Kapazitäten stehen zur Verfügung, damit sich Einzelpersonen bereichern und große Konzerne über Patente und neue Pflanzenproduktion Profite sichern können. Betroffene LandwirtInnen und AnwohnerInnen werden nicht gefragt - die Gönner und UnterstützerInnen der Seilschaften um das AgroBioTechnikum sitzen in den Genehmigungsbehörden und bei Geldgebern in Berlin, bei BASF, Monsanto, Bayer & Co. Das bei den Genehmigungsbehörden mitwirkende Julius-Kühn-Institut, immerhin eine Bundesbehörde, ist sogar Teil es BioOK-Verbundes. Zusammen führen diese Seilschaften jährlich mehrere Versuche durch - allesamt mit völlig neuen Pflanzen, die von Groß Lüsewitz und Thulendorf aus nun in die Landschaft gelangen und sich dort unkontrolliert weiter ausbreiten werden. Gerste der Universität Gießen, Weizen und Kartoffeln der Universität Rostock, Felder der BASF und weitere stehen hier 2009. In den Folgejahren soll der Betrieb weiter ausgebaut werden.
Es gibt keine Hoffnung, dass Behörden oder Parlamente diesen Wahnsinn stoppen werden. Gentechnik scheitert dort, wo viele Menschen mit vielen kleinen Aktionen ihren Protest zum Ausdruck bringen: Mit Schildern am Gartenzaun, mit Leserbriefen oder Anrufen bei den Versuchsbetreibern, mit der Unterstützung und direktem Einkauf bei LandwirtInnen, ImkerInnen oder in Läden und Marktständen, wo Gentechnikfreiheit garantiert wird. Aber auch mit politischer Einmischung. Die Gemeinde Sanitz ist immer noch direkt am AgroBioTechnikum beteiligt. Der Bürgermeister sitzt dort im Vorstand. Warum werden solche geldgierigen und rücksichtslosen Firmen auch noch unterstützt???
Hinweise auf weitere Aktionen
- Juni 2009: Gastwirte wollen gentechnikfrei sein


Veranstaltungen in Rostock und Sanitz - und Bericht in Ostseezeitung dazu am 21.2.2009 (S. 16): Größer ++ PDF
Eher langweilig: Die immer selben Gegenargumente und Pöbeleien
Kritischer Leserbrief nach der Veranstaltung in der Ostseezeitung von 24.2.2009
Auch Mutter Natur ist Gentechnikerin
Zu: Gießener ruft zu Protest gegen Genfeld auf, OZ vom 21. Februar
Es ist wie immer in dieser Republik, wenn es um Versuchsfelder mit genveränderten Organismen geht. Zuerst wird versucht, im Umfeld eine feindselige Stimmung anzufachen. Wenn es dann nicht reicht, vor den Gefahren zu warnen, werden organisierte Kriminelle der Öffentlichkeit als mutige Helden des Widerstandes verkauft. Hat sich jemals einer gefragt, wie viele Verbraucher in all den Jahren am Genuss von Lebensmitteln mit Bestandteilen aus transgenen Pflanzen erkrankt sind? In den USA konsumiert dieser Verbraucher seit 1996 genau diese Pflanzen. Nach dreizehn Jahren kommerziellem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt es keinen nachgewiesenen Schadensfall. Ein erstaunlicher Sicherheitsrekord. Diese Option von vornherein auszuschließen, ist fahrlässig. Mutter Natur ist Gentechnikerin. Sie hat nur Jahrtausende und länger gebraucht, um die Kreuzungen durchzuführen. Christian Nitschke, Kröpeliner-Tor-Vorstadt
Einwendungen gegen das Gengerstefeld
3.4.2009: Feldbesetzung ... und viele Aktionen an den Tagen danach
- Von Besetzung bis Räumung: Obiger Bericht auf Indymedia ++ Pressemitteilung der BesetzerInnen am 3.4.2009
Mehr Aktivitäten
- Ab 6. April für zwei Wochen: Mahnwache am Feld
- 19. April: Anlage eines Gerstengarten als Gegenaktion
- Pressemitteilung für den Raum Gießen zum geplanten Gerstenfeld am 9.5.2009
Links
- Hochburgen der Seilschaften: IPK ++ BioTechFarm ++ JKI
- Extra-Seite zum Filz zwischen Behörden, Konzernen und mehr ... ++ Reader zum Filz "Organisierte Unverantwortlichkeit"
Materialien
"Organisierte Unverantwortlichkeit": Broschüre zum Filz in der Gentechnik
Behandelt werden u.a.: Behörden und Kommissionen (BVL, EFSA, BeraterInnen/GutachterInnen), die Leuchttürme des Filz wie das IPK in Gatersleben, das AgroBiotechnikum in Groß Lüsewitz, die Biotechfarm in Üplingen und das JKI in Braunschweig. Weitere Kapitel über Lobbygruppen und informelle Netze (InnoPlanta, WGG, GGG, PRRI, Transgen ...) und die zweifelhafte Forschung zu Kontrolle und Sicherheit (Auskreuzungsforschung, Biosicherheitsprogramm, Monitoring). In der Mitte des Heftes: Die große Übersichtstabelle.
K. ZENSIERT!, Geschäftsführerin der wichtigen dubiosen Firmen im AgroBiotechnikum, ist seit April 2008 auch Geschäftsführerin im weit entfernten Schaugarten, der BioTechFarm in Üplingen. Hier wachsen zwei Seilschaften zusammen ...
Upps - ein Genfeld! Was jetzt?
Ihr wollt ein Genfeld verhindern? Dann ist diese Broschüre die Basislektüre: Wie kommt mensch an die nötigen Informationen? Wer kann wofür angesprochen werden? Welche Aktionsideen von Feldbesetzungen und -befreiungen über Straßentheater und Blockaden vor Firmen gibt es? Das ganze schnörkellos ohne Verbands- und Parteiwerbung - dafür umso besser für eine widerständige Praxis verwertbar. A5, 20 S., Download als PDF ... (3,4 MB, auch zum Kopieren und Verteilen!!!).
CD "Gentechnik"
Zeitungen, Positionspapiere, Broschüren, Tipps und Filme zur Gentechnikkritik und zu Aktionen. Bestellen!
"Die Sense", die Zeitung gegen Gentechnik 2009
Vierseitige Zeitung (Berliner Format, d.h. wie eine Tageszeitung) mit Texten und Aktionsideen für 2009. Bestellen ++ Download als PDF
