Riskante Gärten :

Versuchsfelder am AgroBioTechnikum

Filz Lobby AgroBioTechnikum BioTechFarm Forschung Behörden
Gentechnik

Teuer, unnötig, zum Teil illegal!

Neue Seite zu den Hintergründen und Seilschaften im, am und um das AgroBioTechnikum


Der Gerstengarten wenige Meter neben den Versuchsfeldern. Sollte der Gerstenversuch genehmigt werden, wird gegen diesen geklagt, da dieser Garten in Gefahr wäre durch Auskreuzung. Außerdem wollen ein Landwirt und ein Umweltverband klagen!
Achtung: Gerstenversuch am 4.5. genehmigt und eingetragen, d.h. ab 7.5. jederzeit Aussaat möglich!!! Kartoffelversuch genehmigt!
Illegales zweites Gengerstefeld angelegt!!! Strafanzeige gegen Kogel, Langen, Broer und ZENSIERT!!

Preis zurückgegeben! Protest der Stralsunder Brauerei gegen Gengerste: OZ ++ ddp ++ taz


Neues Schild vor der Fläche (links) und kreative Veränderung (rechts).

Weitere Versuche am Agro-Biotechnikum: Mais, Kartoffel, Petunie,

VersuchsbetreiberInnen ist immer die Firma biovativ - eine der vielen Unterfirmen im Filz rund um das AgroBiotechnikum. Geschäftsführerin ist - wie bei allen dieser Firmen - K. ZENSIERT!. Die ist Mathematikerin - und einiges spricht dafür, dass es hier auch vor allem um Mathematik geht: Das Umleiten (oder deutlicher: Veruntreuen) von Forschungsförderung aus Steuergeldern über viele Stationen ins Portemonnaie der Beteiligten. Dabei geht es längst um Millionen.

Auszüge aus der Landtagsdrucksache 06/1673 vom 11.8.2008 (Hinweis: Anfrage stammt von NPD, die keine emanzipatorische Gentechnikkritik vertritt. Die im folgenden zitierte Antwort stammt von der Regierung)
Eine finanzielle Unterstützung durch die Landesregierung erfolgte im Rahmen der Errichtung des Kompetenz- und Gründerzentrums für biogene Ressourcen Groß Lüsewitz (jetzt AgroBioTechnikum).
Die Errichtung des Teilobjektes Gründerzentrum wurde im Jahr 2002 mit einer Zuweisung an die Gemeinde Sanitz aus Kapitel 1102 Titel 883.08 des Landeshaushaltsplanes 2002/2003 in einer Höhe von 604.568 € unterstützt.
Aus dem Fonds „Zukunft für die Jugend in MV“, Kapitel 0802 Titel 883.07, wurden für das Teilprojekt Kompetenzzentrum (Forschungsgewächshaus und Mehrzweckhalle) in den Jahren 2002 - 2004 insgesamt 2.103.459 € bewilligt und ausgezahlt.
Auf der Grundlage der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ wurden die Vorhaben „Planungsleistungen Gründerzentrum für biogene Ressourcen Groß Lüsewitz“ im Jahr 2001 mit 21.533 € und „Kompetenz- und Gründerzentrum Groß Lüsewitz“ im Jahr 2002 mit 5.189.200 € gefördert.
Der Landesregierung ist darüber hinaus bekannt, dass durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Errichtung des Kompetenz- und Gründerzentrums dem Verein zur Förderung innovativer und nachhaltiger Agrobiotechnologie (FINAB e. V.) im Jahr 2001 983.498,01 € zur Anschaffung von Geräten bewilligt und ausgezahlt wurden, die jetzt im AgroBioTechnikum genutzt werden.

Auszug aus einem Interview mit Inge Broer, in: Volksstimme am 4.8.2009
Volksstimme: Was haben Ihre Kartoffelversuche bisher gekostet und wer bezahlt sie ?
Broer: In die Entwicklung der Biopolymer-Kartoffel zur Biopolymerproduktion sind bisher etwa zwei Millionen Euro gef ossen. Für die beiden anderen Linien waren es jeweils geringere Beträge. Die Gelder kamen zum größten Teil vom Bundesforschungsministerium, außerdem vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Mecklenburg-Vorpommern als Gentechnik-Vorzeigeland, weil Bevölkerung hier unkritisch?
Auszug aus: BioRegionen in Deutschland. Bundesministerium für Forschung und Bildung, Berlin 2004

BioCon Valley® ist das fruchtbare Milieu einer innovativen Biotechnologie- und Wissenskultur. Die Bürger Mecklenburg-Vorpommerns stehen den wachsenden Chancen und neuen Entwicklungen äußerst offen gegenüber. Sie begleiten sie kritisch, aber unvoreingenommen. Deshalb sind die Genehmigungsverfahren nach dem Gentechnikgesetz äußerst kurz.

Im Moment ist es hauptsächlich Forschung in der Gentechnik, weil es dafür Geld gibt.
Inge Broer, Uni Rostock/AgroBiotechnikum (2006 in der WDR-Sendung "Immer Ärger mit Linda")

Der Verein FINAB will sich mit der Sicherheit aller neuartigen Lösungen in der Landwirtschaft befassen. Bis jetzt erhalten wir aber leider nur Mittel für Versuche an gentechnisch veränderten Pfanzen.
Auszug aus einem Interview mit Inge Broer, in: Volksstimme am 4.8.2009

Mehr zur sogenannten "Forschung" am AgroBioTechnikum

Trotz Massen an Steuergelder: Das AgroBiotechnikum steht großenteils leer und läuft schlecht
Auszüge aus einem Artikel im Spiegel am 6.10.2008 mit vielen weiteren Hintergrundinformationen

2004 ging es dann auch in Mecklenburg-Vorpommern los - der Lobbyverein "zur Förderung innovativer und nachhaltiger Agrobiotechnologie" (Finab), dem Broer vorsitzt, hatte immer wieder angetrieben. Für zehn Millionen Euro wurde in Groß Lüsewitz östlich von Rostock ein Agrobiotechnikum gebaut - mit einem Schülerlabor für Gentechnik. 260 Hektar Fläche gehören zum Groß Lüsewitzer Anwesen.
Während die Agrokonzerne in Westdeutschland ihre Gen-Freisetzungen vorsichtshalber in kleinen Portionen auf wohlgesinnte Gemeinden verteilen, brauchen sie in Groß Lüsewitz keine Rücksicht zu nehmen: Außer einem benachbarten Biounternehmer mit dem Namen Kampf, der allerdings schon zwei Klagen verlor, regt sich kaum Widerstand. "Theoretisch", so K. ZENSIERT! von der Finab, "kann die gesamte Fläche gentechnisch genutzt werden."
Im Moment ist es allerdings nur ein kleiner Teil: Neben Broers Plastik-Kartoffeln wächst hier der umstrittene genveränderte Mais MON 810 von Monsanto, der das Gift des Bodenbakteriums Bt selbst produziert und damit gegen Schädlinge wie den Maiszünsler wirkt. Der Zünsler war im Norden lange kaum ein Problem. Doch durch die vielen Mais-Monokulturen, verstärkt durch die boomende Biogas-Branche, breitet sich dieser Schädling inzwischen auch dort aus. Hinter einem zwei Meter hohen Bauzaun und einem kleineren mit Elektromaschen reifte auch die neue Super-Kartoffel Amflora von BASF. ...
Das Feld bei Groß Lüsewitz lässt BASF Plant Science von einem externen Dienstleister bestellen, der Firma Biovativ. Die besitzt einige Ackergeräte sowie einen Traktor aus Weißrussland und soll die Freisetzungen wissenschaftlich begleiten. Vor allem aber soll sie helfen, das ganze Zulassungsprozedere schneller und billiger zu machen. Eine Pflanzenzulassung koste im Moment mindestens zehn Millionen Euro, so Broer, was sich fast nur Konzerne leisten könnten. "Wir können hier auf eine Million Euro runterkommen." Chefin von Biovativ ist Broers Bekannte K. ZENSIERT!. Auf ihrer Visitenkarte stehen neben der Finab und Biovativ auch noch ein paar andere Firmen: BioMath etwa, ein kleines Statistikunternehmen, und Bio-OK, eine "One-Stop-Agency" für Pflanzenzüchter. ZENSIERT! bekommt drei Geschäftsführergehälter. Und alle Firmen haben eines gemeinsam: Ohne öffentliche Fördermittel würde es sie so nicht geben.
Andreas Bauer vom Umweltinstitut München hält die Situation in Mecklenburg-Vorpommern für "Vetternwirtschaft": "Forschungsgelder werden innerhalb eines kleinen Zirkels von Eingeweihten untereinander verteilt."
Christoph Then, lange bei Greenpeace für Gentechnik zuständig, hat gerade für die Grünen ein Gutachten zur Rolle der Behörden in der Agro-Gentechnik vorgelegt. Broer und ZENSIERT! wirft er eine "intransparente Verquickung" ihrer öffentlichen und privatwirtschaftlichen Tätigkeiten vor: Broer mischt etwa neben ihrer Uni-Tätigkeit auch bei der Firma Biovativ mit, der kommerziellen Tochter der Finab. Zugleich tritt sie als Gutachterin bei der Efsa auf - wie auch ZENSIERT!. ...
Gründungsmitglied des Lobbyvereins Finab ist der Mikrobiologe Joachim Schiemann, der auch fluoreszierende Gen-Pflanzen entwickelte. Im Hauptberuf ist der Braunschweiger Professor Abteilungsleiter bei der Biologischen Bundesanstalt - und er arbeitet als Sachverständiger für die Efsa. Seine Risiko-Einschätzungen dienen der EU-Kommission und dem EU-Parlament als Grundlage für Entscheidungen zur Gentechnik. Mit seiner Doppelrolle sei Schiemann "zu weit gegangen", sagt Then. Schiemann sieht das anders: Er habe "keine kommerzielle Verbindung zur Gentechnikindustrie". Zudem habe er die Finab verlassen, als der Verein sich "mehr in Richtung Gentechnik" bewegt habe.
Mit der Finab und dem Agrobiotechnikum wollten Schiemann, Broer und die darin versammelten Saatgutfirmen eigentlich für eine "New Economy" in Mecklenburg sorgen und Arbeitsplätze schaffen. Doch die Gänge im Technikum sind verwaist. Durch Sichtfenster in den Türen fällt der Blick auf leere Laborräume. Sie sind möbliert und mit allen Anschlüssen versehen, nur ohne Mieter. Der Betreiber, eine Firma namens BioConValley, spricht von Anlaufproblemen. Im Zentrum arbeiteten derzeit 35 Personen, es sei nur zu 50 Prozent ausgelastet, ein Zuschussbetrieb.