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Geschichte

Attacken auf das Gen-Gerstefeld 2007

Standort verseucht? ++ 1.4.: Attacke auf Journalisten ++ Zerstörung am 13.6. ++ Presse ++ Texte ++ Links

Presseerklärung vom 25.2.2007

FeldbefreierInnen fordern: Alle Genfelder sofort schließen!
„Was uns 2006 noch niemand glauben wollte, wird jetzt offensichtlich: Alle Feldversuche dienen kommerziellen Interessen, die Bevölkerung wird erst informiert, wenn es gar nicht anders geht und selbst Beschlüsse nützen nichts“, kritisieren AktivistInnen aus der Runde der FeldbefreierInnen die aktuelle Diskussion um Genfelder in Gießen. Sie halten die Entscheidungsträger für schlicht „unseriös“ und fordern deshalb den sofortigen Abbruch aller Experimente mit gentechnischen Pflanzen in der Landwirtschaft. Ihr Argument: Gentechnik sei eine Risikotechnologie, die zusätzlich gefährlich wird, wenn wirtschaftliche oder Standortinteressen damit verbunden werden. So kritisieren die FeldbefreierInnen den CDU-Fraktionschef und Landtagsabgeordneten Klaus-Peter Möller für seine Behauptung, es ginge um den Hochschulstandort Gießen. Das angekündigte Maisfeld der Uni diene den kommerziellen Interessen des Konzerns Monsanto. Gleiches gilt für die schon seit 2006 laufende Sicherheitsforschung mit gentechnisch veränderter Gerste. Sie diene letztlich der Markteinführung. „Hier wird Akzeptanzforschung im Interesse von Firmen betrieben – aber mit Steuergeldern“, formulieren die FeldbefreierInnen ihre Kritik.
Noch deutlicher nehmen die GentechnikgegnerInnen gegen die handelnden Personen Stellung: „Was sich in den letzten Tagen in Gießen zeigte, ist das Waterloo aller Verantwortlichen: Lügen, Vertuschung und Verschleppung sind die Markenzeichen des Hochschulstandortes und der führenden Politik.“ Im besonderen kritisieren die FeldbefreierInnen den Gießener Uni-Vizepräsidenten und Leiter des Gengersteversuchs, Prof. Kogel, sowie die Umweltdezernentin Weigel-Greilich für ihre Behauptungen, erst aus der Presse von dem neuen Genfeld erfahren zu haben. „Beides war offensichtlich gelogen. Wer aber auf diese Weise die Öffentlichkeit hinters Licht führt, hat als Versuchsleiter bei Gen-Experimenten nichts zu suchen!“ Für die Umweltdezernentin sei zu hoffen, dass sie wenigstens jetzt eine engagierte Politik betreibt.
Als unverschämt empfinden die FeldbefreierInnen die Behauptung von CDU-Mann Möller, der Beschluss der Stadtverordneten über Gentechnik in Gießen würde nur städtische Flächen betreffen. „Es kotzt uns an, wie dreist diese Mächtigen lügen, wenn ihnen Sachen nicht in ihren Kram passen“, heißt es von den FeldbefreierInnen. Die offene Gruppe, die auch für dieses Jahr wieder nach AktivistInnen sucht, hat auf der Internetseite alle wichtigen Informationen zu den Genfeldern in Gießen zusammengetragen. Zudem kündigte sie an, die weiteren Tage aufmerksam zu beobachten. „Wenn die Mächtigen für Profite und Image Weniger wieder ihre Risikospielchen betreiben, werden wir Widerstand leisten. Vielleicht ist es dieses Jahr aber auch nicht nötig, weil sich viele andere wehren. Es wird Zeit!“ heißt es in ihrem Appell. (als PDF)

Im Original: Bschwerde an die Überwachungsbehörde ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
22.5.2007
An das
Staatliche Umweltamt Marburg
Abt. des Regierungspräsidiums Gießen
Robert-Koch-Str. 15-17
35 037 Marburg

Sehr geehrte Damen und Herren,
bezugnehmend auf den Bescheid zum Antrag der JLU Gießen vom 18.10.2005 auf Genehmigung zur Freisetzung von gentechnisch veränderter Gerste in den Jahren 2006-2008 am Standort Gießen (Az. 6786-01-0168) melde ich Ihnen folgende „Änderungen der Freisetzung, die Auswirkungen auf die Beurteilung der Voraussetzungen nach § 16 Abs. 1 des Gentechnik­gesetzes haben können“, wie es im genannten Bescheid unter II.4 Nebenbestimmungen gefordert ist (S. 6).
Eine schon einmal von Jörg Bergstedt getätigte Eingabe an das BVL wurde abschlägig beschieden, mit der Begründung, die Einwändung sei nicht durch den Versuchsleiter selbst erfolgt. Dies halte ich für eine unhaltbare Praxis, da das hieße, dass die Versuche nicht von außen überprüfbar wären, was einem Missbrauch Tür und Tor öffnen würde. Im Interesse der BürgerInnen, VerbraucherInnen und KonsumentInnen, für die und mit deren Geld solche Versuche durchgeführt werden, bestehe ich darauf, dieses Schreiben ernst zu nehmen und seinen Inhalt zu überprüfen!

Unter Punkt I.1.3. Vorgehensweise ist zu lesen:
"Für die Versuchsdurchführung der Freisetzung am Standort Gießen sind die im Antrag und in den nachgeforderten Unterlagen gemachten Angaben verbindlich, soweit nicht in den nachfolgenden Nebenbestimmungen anders bestimmt. Abweichungen sind nur zulässig, soweit sie nicht sicherheitsrelevant sind." ( S. 4)
Im Folgenden werden Abweichungen von diesen Nebenbestimmungen aufgelistet, die nach Ansicht der Beschwerdeführerin sehr wohl sicherheitsrelevant sind. Als Kritikerin der Agro-Gentechnik beobachte ich dieses Projekt seit April 2006 und möchte folgende Kritikpunkte öffentlich machen, die meiner Meinung nach dazu führen müssen, den Versuch einzustellen. Die Kritikpunkte teilen sich in zwei Kategorien:
  1. Nicht-Einhaltung oder ungenügende Ausführung der Sicherheitsmaßnahmen
  2. In-Frage-Stellung der Zuverlässigkeit des Versuchsleiters
Die hier aufgeführten Kritikpunkte sind lediglich solche, wie sie sich von einer außen stehenden Beobachterin feststellen lassen. Ich halte es also für angebracht, nach dem hier vorgebrachten, eine gründliche Untersuchung sämtlicher übriger Genehmigungsvoraussetzungen wie Arbeitsgerätschaften, Ausführung der risikominimierenden Maßnahmen, Kontroll­abstände, Befähigung, Zuverlässigkeit und Aufklärung der MitarbeiterInnen etc. folgen zu lassen und den Bericht darüber der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

1. Nicht-Einhaltung oder ungenügende Ausführung der Sicherheitsmaßnahmen
A) II.7 Vogelschutznetz, Wildschutzzaun
"Zur Abhaltung von Kleinsäugern sind die Versuchsparzellen mit einem engmaschigen Wildschutzzaun zu umgeben. Zusätzlich sind durch Auslegen eines Vogelnetzes über die Gerste der Parzellen der Versuchsfläche unmittelbar nach der Aussaat und ab Beginn des Ähren­schiebens eine Verschleppung und ein Fraß durch Vögel zu vermeiden." (S. 6)
Durch regelmäßige Inaugenscheinnahme der Versuchsanlage wird offenbar:
  1. der "engmaschige Wildschutzzaun" umgibt nicht die Versuchsparzelle, sondern liegt lediglich entlang des Zauns, der das gesamte Institut am Alten Steinbacher Weg 44 umgibt. Dieser ist z.B. am Eingangstor des Instituts für eine Länge von ca. 3 m unterbrochen, die Gitterstäbe des Tors lassen ein Hindurchschlüpfen von z.B. Kaninchen, die es dort zuhauf gibt, problemlos zu, außerdem steht er tagsüber oft stundenlang offen.
    Nach der sogenannten "Feldbefreiung" zu Pfingsten 2006 standen die aufgeschnitten Zaunflächen ebenfalls mehrere Tage offen, danach wurden sie lose mit Draht geflickt. Erst dieses Jahr wurden diese Zaunstücke durch neue verstärkt.
    Außerdem bleibt der Versuchsleiter Sicherheitsmaßnahmen gegen z.B. Maulwürfe, Wühlmäuse, Ratten etc. schuldig, die sich nicht durch Zäune aufhalten lassen.
  2. das vorgeschriebene Vogelnetz bedeckt die Versuchsparzelle nur dürftig (s. Anhang 5). Das Netz endet teilweise mind. 50 cm oberhalb des Bodens. Da der Versuchsort am Campus des Philoso­phikum I der Justus-Liebig-Universität jedoch von Krähen und Tauben stark frequentiert ist, die sich diverse Taktiken zugelegt haben, an die Essensreste von Studierenden selbst aus geschlossenen Müllbehältern heranzukommen, scheint die Ausführung dieser Vorsichts­maßnahme unzureichend zu sein, und ein umsichtiger Versuchsleiter sollte dies erkennen.
B) II.10 „Wechselwirkungen zwischen dem GVO und anderen Organismen, insbesondere Herbivoren“ (S. 6)
"Bei den Kontrollgängen ist auf Abweichungen von erwarteten biologischen Eigenschaften der gentechnisch veränderten Gerste und Störungen des Versuchs durch Wildtiere zu achten. Diese sind zu protokollieren und gegebenenfalls sind risikominimierende Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem ist bei den regelmäßigen Kontrollgängen auf Auffälligkeiten bei Wechselwirkungen zwischen dem GVO und anderen Organismen, insbesondere Herbivoren, zu achten."
Meiner Ansicht nach, sind keinerlei Maßnahmen getroffen, um eine "Störung des Versuchs durch Wildtiere" (wenn man es nicht sogar umgekehrt formulieren müsste) überhaupt zu bemerken, geschweige denn "Auffälligkeiten bei Wechselwirkungen zwischen dem GVO und anderen Organismen, insbesondere Herbivoren". Denn dazu müsste nach einer Feststellung des Eindringens solcher Organismen (wobei schon eine Lücke in den Sicherheitsmaßnahmen konstatiert werden müsste), eine dauerhafte Beobachtung der "Organismen, insbesondere Herbivoren" möglich sein, zu der sich diese sicher nicht freiwillig bereithalten, sondern auf dem Weg, den sie gekommen sind, auch wieder verschwinden werden.
Dies stellt meiner Ansicht nach eine erhebliche Schwachstelle im Versuchsaufbau dar. Ich verlange nicht, dass dies in die Betrachtungen dieses Versuchs miteinbezogen werden muss, der sich hauptsächlich mit der "Interaktion mit symbiontischen Pilzen"(S. 23) beschäftigen will. Jedoch bemängele ich, dass in die Nebenbestimmungen Vorschriften aufgenommen werden, deren Umsetzung von vornherein unmöglich oder nicht vorgesehen ist, um den Anschein zu erwecken, der Sorgfalt genüge zu tun.

C) Beleuchtung
Seit der versuchten „Feldbefreiung“ Pfingsten 2006 wird das GV-Gerstenfeld als Sicher­heitsmaßnahme nachts von einem starken Strahler beleuchtet. Es ist schwer vorstellbar, dass dieser Eingriff in die natürlichen Bedingungen keine verfälschende Wirkung auf das Pflanzenwachstum oder das der zu untersuchenden Bodenpilze hat. Tritt diese verfälschende Wirkung tatsächlich auf, hat der gesamte Versuch keine Aussagekraft mehr.

D) Auswirkung der sogenannten „Feldbefreiung“
Bei der sogenannten „Feldbefreiung“ Pfingsten 2006 befanden sich mehrere Personen (FeldbefreierInnen und Polizei) direkt auf der Versuchsfläche mitten unter den Pflanzen. Laut Versuchsleiter wurden dabei 20 % der Pflanzen beschädigt, durch Ausreißen, Darauf-Treten bzw. Darauf-Herumlaufen. Es ist schwer vorstellbar, dass dieser massive Eingriff keine schwerwiegenden Folgen für die übrigen Pflanzen und den Boden hatte. Es sollte nicht nur die Intaktheit der stehengebliebenen Pflanzen, sondern auch die allgemeine Auswirkung auf die Bodenkulturen durch die Erschütterung oder was sonst noch in Betracht kommt, überprüft werden. Es scheint unwahrscheinlich, dass mit dieser Beeinträchtigung aussagekräftige Ergebnisse erzielt werden können sollen.

E) Veränderte Versuchsanordnung
Bei Vergleich zwischen der diesjährigen räumlichen Anordnung des Versuchs und der des vergangenen Jahres fallen Unterschiede auf. 2006 waren die Pflanzen in mehreren gleich großen Quadranten gemeinsam mit der Mantelsaat unter dem Vogelschutznetz angeordnet. 2007 ist eine Aufteilung der Kulturen in drei langen Bahnen zu erkennen und die Mantelsaat befindet sich außerhalb des Netzes. Für einen Laien ist diese Änderung nicht erklärbar. Vor allem scheint fragwürdig, inwiefern vergleichbare Ergebnisse für die „gute wissenschaftliche Praxis“ erzielt werden können, wenn der Versuchsaufbau in aufeinanderfolgenden Jahren variiert. Auch die Frage nach einem erhöhten Risiko durch das Freistehen der Mantelsaat wäre zu klären.

2. In-Frage-Stellung der Zuverlässigkeit des Versuchsleiters
III.1.1 Zuverlässigkeit des Versuchsleiters (S. 7)
"Die gemäß § 16 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 13 Abs. 1 Nr. 1 und 2 GenTG geforderte Genehmigungsvoraussetzung der Zuverlässigkeit des Betreibers sowie des Projektleiters und des Beauftragten für die Biologische Sicherheit ist gegeben. Der Genehmigungsbehörde sind, auch im Wege der Nachfrage bei der zuständigen Landesbehörde, keine Tatsachen bekannt geworden, aus denen sich Bedenken gegen die Zuverlässigkeit des Betreibers, des Projektleiters oder des Beauftragten für die Biologische Sicherheit ergeben, die einer Genehmigungserteilung entgegenstehen würden."
Die relevanten Gesetzesparagraphen werden im Anhang 1 noch einmal zur Vergegenwärtigung aufgeführt. § 13 ist laut Gesetzestext weggefallen, nach thematischer Relevanz ist wohl § 11 gemeint...
Nach Ansicht der Beschwerdeführerin sind die Genehmigungsvoraussetzungen gemäß § 16 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit § 11 Abs. 1 Nr. 1-4 und § 6 Abs. 1 und 2, Satz 1 nicht mehr gegeben, und somit rät die Beschwerdeführerin dringend, das Versuchsprojekt in seiner aktuellen Durchführung abzubrechen. Die Abwendung "schädlicher Einwirkungen auf die in § 1 Nr. 1 bezeichneten Rechtsgüter" (§16 Abs. 1 Nr. 3) ist mit diesem Versuchsaufbau und unter diesem Versuchsleiter nicht zu gewährleisten.
Begründung:
  1. Nach der oben beschriebenen persönlichen Inaugenscheinnahme scheint mir die nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 und 2 erforderliche Sicherheitsprüfung nicht durchgeführt zu werden, wie oben dargelegt:
    "Wer [...] gentechnisch veränderte Organismen freisetzt [...], hat die damit verbun­denen Risiken für die in § 1 Nr. 1 genannten Rechtsgüter [...] und die Sicherheitsmaßnahmen in regelmäßigen Abständen zu prüfen und, wenn es nach dem Prüfungsergebnis erforderlich ist, zu überarbeiten, jedoch unverzüglich, wenn 1. die angewandten Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr angemessen sind [...] und 2. die begründete Annahme besteht, dass die Risikobewertung nicht mehr dem neuesten wissenschaftlichen und technischen Kenntnisstand entspricht.
    [...] (2) Der Betreiber hat entsprechend dem Ergebnis der Risikobewertung die nach dem Stand von Wissenschaft und Technik notwendigen Vorkehrungen zu treffen und unverzüglich anzupassen, um die in § 1 Nr. 1 genannten Rechtsgüter vor möglichen Gefahren zu schützen und dem Entstehen solcher Gefahren vorzubeugen. [...]“
  2. Die "Zuverlässigkeit des Betreibers und der für die Errichtung sowie für die Leitung und die Beaufsichtigung des Betriebs der Anlage verantwortlichen Personen", wie in §11 Abs. 1 Nr. 1 gefordert, ist nicht gewährleistet, und es steht ebenfalls in Frage, ob "der Projektleiter [...] die [ihm] obliegenden Verpflichtungen ständig erfüllen" kann (§ 11 Abs. 1 Nr. 2).
    Neben den offensichtlichen Mängeln der Versuchsdurchführung, führt ebenfalls das Auftreten des Versuchsleiters in der Öffentlichkeit zu Unbehagen, was dessen Zuverlässigkeit angeht. Immer wieder kommt es bei Präsentationen und „Informations“-Veranstaltungen zu eklatanten Widersprüchen, und informierte KritikerInnen decken zurückgehaltene Informationen auf.
Unglaubwürdige Aussagen des Versuchsleiters Prof. Kogel in der Öffentlichkeit:
Bei Bekanntwerden des geplanten Projektes wurde Prof. Kogel immer wieder mit der Kritik konfrontiert, mindestens unbeabsichtigt Türöffner für die kommerzielle Nutzung von Gerste zu werden. Immerhin ist dies der allererste Freisetzung gentechnisch veränderter Gerste in der BRD überhaupt. Ein Gentechnik-Befürworter wäre für unabhängige Bio-Sicherheitsforschung ungeeignet. Kogel wies dies weit von sich und behauptete 2006 vor allem in persönlichen Gesprächen, es ginge ihm lediglich um Bio-Sicherheitsforschung. Kommerzielle Zwecke, die aufgrund der gentechnischen Veränderungen der Gerstenpflanzen theoretisch auch möglich wären, seien nicht beabsichtigt. Die "zusätzlichen" gentechnischen Veränderungen für verbesserte Futter- und Braueigenschaften seien lediglich deshalb vorhanden, weil das Gießener Saatgut von der US-amerikanischen Washington State University übernommen worden sei, die es zu anderen Zwecken gezüchtet habe. Kogel behauptete ein Gentechnik-Kritiker zu sein, und deshalb Bio-Sicherheitsforschung zu betreiben, weil als Ergebnis seines Versuchs durchaus stehen könnte, dass die GV-Gerste schädliche Auswirkungen auf den Boden habe. Diverse Zeugen für diese Aussagen können benannt werden.
Inzwischen scheint klar, dass Prof. Kogel kein Gentechnik-Gegner ist, was verschiedene Aussagen in der Öffentlichkeit belegen (s. u.) und außerdem ein Beitrag von ihm in den Gießener Uni-Blättern 34/35 2002:

A) Negative Folgen für die Umwelt ausgeschlossen
In der Gießener Allgemeinen vom 29.03.2007 (Anhang 2) ist von Kogel zu lesen, "Negative Folgen für die Umwelt seien nie zu erwarten gewesen." Solch eine "hellseherische Veranlagung" erwartet man bei einem seriösen Wissenschaftler nicht. Es spricht gegen die Vertrauens­würdigkeit des Versuchsleiters, wenn er, der als unabhängiger Wissenschaftler arbeiten sollte, schon vor Abschluss des Projekts das Ergebnis kennt.
Auch in einem Artikel des Gießener Anzeiger vom 27.3.2007 (Anhang 3) verkündet Prof. Kogel: „,So wissen wir mittlerweile, dass es keine negativen Nebeneffekte für die Umwelt gibt.’ Jedoch verlange die ,gute landwirtschaftliche Praxis’ eine Versuchsdauer von drei Jahren, ,um die Erkenntnisse auch wissenschaftlich abzusichern’.“ (Wahrscheinlich muss es ‚gute wissen­schaftliche Praxis’ heißen). Der Freisetzungsversuch ist jedoch auch laut Genehmigungsbescheid auf drei Jahre angelegt. Das ist „gute wissenschaftliche Praxis“. Das Ergebnis schon nach dem ersten Jahr zu verkünden, ist es nicht. Denn gerade bei natürlichen Abläufen sind Langzeit­wirkungen, die sich möglicherweise erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten zeigen, keine Seltenheit.

B) Selbstbestäubungsrate der Gerste
Ebenfalls wiederholt Prof. Kogel im Allgemeine-Artikel seine oft getätigte unsachliche Aussage, eine Auskreuzung der Gerste sei " nicht möglich". „Gerste ist in diesem Zusammenhang eine sichere Pflanze, da sie zu 99% Selbstbestäuber ist.“ (Anzeiger, 27.3.) Im Genehmigungsbescheid wird von einer Rate von < 2 % gesprochen, „bei trockener und warmer Witterung kann die Fremdbefruchtung bei manchen Genotypen auch höher sein.“ (S. 15/16). Ist sie also nicht sonderlich hoch, ist sie doch nicht „unmöglich“. Während also Prof. Kogel bei diversen Gelegenheiten Gentechnik-KritikerInnen vorwirft, lediglich Emotionen und Ängste zu schüren, tut er genau das Gegenteil: Er spielt mögliche Risiken herunter. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß das Risiko der Auskreuzung in diesem Fall tatsächlich ist – es geht darum, dass Prof. Kogel als Versuchleiter nicht sachlich und ehrlich argumentiert.

C) Keine Auskreuzungspartner?
Im schon genannten Artikel der Gießener Allgemeinen behauptet Kogel ebenfalls: „Außerdem gibt es für sie [die Gerste] in Mitteleuropa keinen Kreuzungspartner.“ Im Genehmigungsbescheid sind jedoch sieben potentielle Kreuzungspartner genannt, die „vor und während der Blühzeit der Gerste in einem Umkreis von 35 m zu entfernen [sind], wie z.B. Jubatum L. (Mähnen-Gerste), H. Murinum L (Mäuse-Gerste), H. Murinum subsp.Ieporinum Arcang. (Braunrote Mäuse-Gerste), H. Secalinum Schreb. (Roggen-Gerste) und H. Marinum Huds. (Strand-Gerste), Hordelymus europaeus (Wald-Gerste), Elymus spec. (Quecke), und Getreidearten“(S. 6), wobei die gemeine Gartenquecke keine seltene Pflanze in unseren Breiten darstellt. Wiederum verschweigt Prof. Kogel wichtige Details, um seine KritikerInnen zu beschwichtigen und eine kritische Auseinandersetzung unmöglich zu machen.

D) Zukünftige Verwendung der Gerste
Außerdem wirbt Prof. Kogel schon jetzt öffentlich für die Verwendung der von ihm gerade noch zu erforschenden Gerste: "Sollte sich die Gießener Gerste tatsächlich `biologisch sicher` anbauen lassen, wie Kogel vermutet, böte sie der Landwirtschaft große Chancen. Wenn weniger Pestizide und Düngemittel notwendig seien, schone das die Böden und sei gut für die Ökobilanz. Außerdem helfe es, Kosten zu sparen. Wirtschaftlich und ökologisch interessant sei es zudem, wenn Gerste - wie bisher Mais - als Tierfutter verwendet werden könne." (Gießener Allgemeine, 29.03.2007)
Da im Genehmigungsbescheid zu lesen ist, dass „Eine Verwendung von Produkten des Versuchs für die menschliche Ernährung oder zur Verfütterung nicht vorgesehen [ist]“ (S. 14) verwundert es, dass der Versuchsleiter sich schon vorab für eine mögliche Verwendung ausspricht. Lobbyarbeit für die Gentechnik-Industrie ist nicht die Aufgabe der Bio-Sicherheitsforschung.

E) Gentechnik absolut sicher?
Bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung im November 2006, behauptete Prof. Kogel, Agro-Gentechnik sei „absolut sicher“. Auf Nachfrage verschiedener Anwesender wieder­holte er diese Aussage mehrere Male, auch als er explizit auf die Unwissenschaftlichkeit dieser Aussage hingewiesen wurde. Man kann ihm nun zugute halten, dass er aufgrund seiner Rolle als Vortragender unkonzentriert war, jedoch sollte er auf sachliche Einwände z.B. zur Unwissen­schaftlichkeit eingehen können.

F) Sabotage des Versuchs?
Ebenfalls am 29.3 ist in der Gießener Allgemeinen zu lesen, dass am 28.3. „ein anonymes Schreiben [in der Redaktion] ein[ging], in dem es hieß, dass Feld sei nicht mehr brauchbar.“ Kogel soll sich daraufhin durch reine Inaugenscheinnahme davon überzeugt haben, dass mit dem Feld alles in Ordnung ist und ließ noch am folgenden Tag aussäen, was am 27.3. noch für „in wenigen Tagen“ angekündigt war. Eine reine Inaugenscheinnahme entspricht nicht „guter wissenschaftlicher Praxis“. Zur Feststellung, ob am Versuchsaufbau manipuliert worden sein sollte, ist der Versuchsleiter zu einer sorgfältigen Kontrolle verpflichtet. Sollte er dies unterlassen haben, hätten die Forschungsergebnisse keine Aussagekraft.

G) Gentechnik nur noch am Rande
Die Beschwerdeführerin stand mit Prof. Kogel in Mailkontakt, weil er sie und andere zu einem Gespräch in seinem Institut eingeladen hatte. In einer Mail an sie vom 2. Mai teilt Prof. Kogel mit, dass er derzeit das Thema "Auswirkungen des Klimawandels auf gesellschaftliche Veränderungen" wichtiger fände und "die Gentechnik am Rande" laufe (s. Anhang 4).
Diese Art von Forschung kann nicht so „nebenbei“ betrieben werden, wie § 11 Abs. 1 Nr. 2 vorschreibt: „(1) Die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer gentechnischen Anlage ist zu erteilen, wenn […] 2. gewährleistet ist, dass der Projektleiter […] die [ihm] obliegenden Verpflichtungen ständig erfüllen [kann]…“ Ist Prof. Kogel nicht willens dies zu beachten, kommt er als Versuchsleiter nicht mehr in Betracht.
Aus den vorgenannten Gründen fordere ich, den Versuch abzubrechen, da weder durch die Person des Versuchsleiters noch durch nicht eingehaltene Sicherheitsvorkehrungen eine gefahr­lose Durchführung gewährleistet werden kann.

Anhang 1
Dies sind die relevanten Artikel aus dem Gentechnikgesetz, Textnachweis ab: 24. 6.1990
Änderungen aufgrund EinigVtr vgl. § 41a (Stand: Neugefasst durch Bek. v. 16.12.1993 I 2066; zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 17.3.2006 I 534), also die am 3.4.2006, an dem der Genehmigungsbescheid erstellt wurde, gültige Fassung.
(http://bundesrecht.juris.de/gentg/index.html am 5.5.2007)
§ 16 Genehmigung bei Freisetzung und Inverkehrbringen
(1) Die Genehmigung für eine Freisetzung ist zu erteilen, wenn
  1. die Voraussetzungen entsprechend § 11 Abs. 1 Nr. 1 und 2 vorliegen,
  2. gewährleistet ist, daß alle nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden,
  3. nach dem Stand der Wissenschaft im Verhältnis zum Zweck der Freisetzung unvertretbare schädliche Einwirkungen auf die in § 1 Nr. 1 bezeichneten Rechtsgüter nicht zu erwarten sind.
§ 11 Genehmigungsvoraussetzungen (für Gentechnische Arbeiten in gentechnischen Anlagen)
(1) Die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer gentechnischen Anlage ist zu erteilen, wenn
  • keine Tatsachen vorliegen, aus denen sich Bedenken gegen die Zuverlässigkeit des Betreibers und der für die Errichtung sowie für die Leitung und die Beaufsichtigung des Betriebs der Anlage verantwortlichen Personen ergeben,
  • gewährleistet ist, daß der Projektleiter sowie der oder die Beauftragten für die Biologische Sicherheit die für ihre Aufgaben erforderliche Sachkunde besitzen und die ihnen obliegenden Verpflichtungen ständig erfüllen können,
  • sichergestellt ist, daß vom Antragsteller die sich aus § 6 Abs. 1 und 2 und den Rechtsverordnungen nach § 30 Abs. 2 Nr. 2, 4, 5, 6 und 9 ergebenden Pflichten für die Durchführung der vorgesehenen gentechnischen Arbeiten erfüllt werden,
  • gewährleistet ist, daß für die erforderliche Sicherheitsstufe die nach dem Stand der Wissenschaft und Technik notwendigen Vorkehrungen getroffen sind und deshalb schädliche Einwirkungen auf die in § 1 Nr. 1 bezeichneten Rechtsgüter nicht zu erwarten sind,
§ 6 Allgemeine Sorgfalts- und Aufzeichnungspflichten, Gefahrenvorsorge
(1) Wer gentechnische Anlagen errichtet oder betreibt, gentechnische Arbeiten durchführt, gentechnisch veränderte Organismen freisetzt oder Produkte, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus solchen bestehen, als Betreiber in Verkehr bringt, hat die damit verbundenen Risiken für die in § 1 Nr. 1 genannten Rechtsgüter vorher umfassend zu bewerten (Risikobewertung) und diese Risikobewertung und die Sicherheitsmaßnahmen in regelmäßigen Abständen zu prüfen und, wenn es nach dem Prüfungsergebnis erforderlich ist, zu überarbeiten, jedoch unverzüglich, wenn
  1. die angewandten Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr angemessen sind oder die der gentechnischen Arbeit zugewiesene Sicherheitsstufe nicht mehr zutreffend ist oder
  2. die begründete Annahme besteht, dass die Risikobewertung nicht mehr dem neuesten wissenschaftlichen und technischen Kenntnisstand entspricht.
    [...]
(2) Der Betreiber hat entsprechend dem Ergebnis der Risikobewertung die nach dem Stand von Wissenschaft und Technik notwendigen Vorkehrungen zu treffen und unverzüglich anzupassen, um die in § 1 Nr. 1 genannten Rechtsgüter vor möglichen Gefahren zu schützen und dem Entstehen solcher Gefahren vorzubeugen. Der Betreiber hat sicherzustellen, daß auch nach einer Betriebseinstellung von der Anlage keine Gefahren für die in § 1 Nr. 1 genannten Rechtsgüter ausgehen können.
(3) Über die Durchführung gentechnischer Arbeiten und von Freisetzungen hat der Betreiber Aufzeichnungen zu führen und der zuständigen Behörde auf ihr Ersuchen vorzulegen. Die Bundesregierung regelt durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates nach Anhörung der Ausschüsse nach § 5 und § 5a die Einzelheiten über Form und Inhalt der Aufzeichnungen und die Aufbewahrungs- und Vorlagepflichten.
(4) Wer gentechnische Arbeiten oder Freisetzungen durchführt, ist verpflichtet, Projektleiter sowie Beauftragte oder Ausschüsse für Biologische Sicherheit zu bestellen.

§ 30 Erlaß von Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften
(1) [...]
(2) Die Bundesregierung wird ermächtigt, nach Anhörung der Ausschüsse nach den §§ 5 und 5a durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates zur Erreichung der in § 1 Nr. 1 genannten Zwecke zu bestimmen,
  1. wie die Arbeitsstätte, die Betriebsanlagen und die technischen Arbeitsmittel bei den einzelnen Sicherheitsstufen beschaffen, eingerichtet und betrieben werden müssen, damit sie den gesicherten sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen, hygienischen und sonstigen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen, die zum Schutz der Beschäftigten zu beachten und zur menschengerechten Gestaltung der Arbeit erforderlich sind;
  2. die erforderlichen betrieblichen Maßnahmen, insbesondere
    a) wie das Arbeitsverfahren gestaltet sein muß, damit die Beschäftigten durch gentechnische Arbeiten oder eine Freisetzung nicht gefährdet werden,
    b) wie die Arbeitsbereiche überwacht werden müssen, um eine Kontamination durch gentechnisch veränderte Organismen festzustellen,
    c) wie gentechnisch veränderte Organismen innerbetrieblich aufbewahrt werden müssen und auf welche Gefahren hingewiesen werden muß, damit die Beschäftigten durch eine ungeeignete Aufbewahrung nicht gefährdet und durch Gefahrenhinweise über die von diesen Organismen ausgehenden Gefahren unterrichtet werden,
    d) welche Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit gentechnisch veränderte Organismen nicht in die Hände Unbefugter gelangen oder sonst abhanden kommen,
    e) welche persönlichen Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt und von den Beschäftigten bestimmungsgemäß benutzt werden müssen,
    f) daß die Zahl der Beschäftigten, die mit gentechnisch veränderten Organismen umgehen, beschränkt und daß die Dauer einer solchen Beschäftigung begrenzt werden kann,
    g) wie sich die Beschäftigten verhalten müssen, damit sie sich selbst und andere nicht gefährden, und welche Maßnahmen zu treffen sind,
    h) unter welchen Umständen Zugangsbeschränkungen zum Schutz der Beschäftigten vorgesehen werden müssen;
  3. [...]
  4. welche Kenntnisse und Fähigkeiten die mit gentechnischen Arbeiten oder einer Freisetzung Beschäftigten haben müssen und welche Nachweise hierüber zu erbringen sind;
  5. wie und in welchen Zeitabständen die Beschäftigten über die Gefahren und Maßnahmen zu ihrer Abwendung zu unterweisen sind und wie den Beschäftigten der Inhalt der im Betrieb anzuwendenden Vorschriften in einer tätigkeitsbezogenen Betriebsanweisung unter Berücksichtigung von Sicherheitsratschlägen zur Kenntnis zu bringen ist;
  6. welche Vorkehrungen zur Verhinderung von Betriebsunfällen und Betriebsstörungen sowie zur Begrenzung ihrer Auswirkungen für die Beschäftigten und welche Maßnahmen zur Organisation der Ersten Hilfe zu treffen sind;
  7. [...]
  8. [...]
  9. daß die Beschäftigten arbeitsmedizinisch zu betreuen und hierüber Aufzeichnungen zu führen sind sowie zu diesem Zweck
    a) der Betreiber verpflichtet werden kann, die mit gentechnischen Arbeiten oder einer Freisetzung Beschäftigten ärztlich untersuchen zu lassen,
    b) der Arzt, der mit einer Vorsorgeuntersuchung beauftragt ist, im Zusammenhang mit dem Untersuchungsbefund bestimmte Pflichten zu erfüllen hat, insbesondere hinsichtlich des Inhalts einer von ihm auszustellenden Bescheinigung und der Unterrichtung und Beratung über das Ergebnis der Untersuchung,
    c) die zuständige Behörde entscheidet, wenn Feststellungen des Arztes für unzutreffend gehalten werden,
    d) die in die Aufzeichnung aufzunehmenden Daten den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung oder einer von ihnen beauftragten Stelle zum Zweck der Ermittlung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren oder Berufskrankheiten übermittelt werden

Ein mysteriöser Start ...

Gen-Gerstenfeld zerstört???

Aktuelle Meldung vom 28.3.2007
Am 28.3. nachmittags rief die FR in der Projektwerkstatt an. Bei der Zeitung war ein Brief eingegangen (offenbar bei anderen Zeitungen auch und beim Versuchschef Prof. Kogel), dass eine Gruppe (nannte sich, soweit der Angerufene sich an das Telefonat erinnert, "Unbekannt" oder "Unbekannte") das Genfeld verseucht habe und ein Versuch unmöglich wäre. Der FR-Mensch meinte, das Maisfeld sei gemeint. Aus den Passagen, die er vorlas (das Schreiben ist als Ganzes noch unbekannt), schien es aber eher so, als sei das Gerste-Feld gemeint.
Der Journalist berichtete noch, dass Kogel nach Erhalt des Briefe hingegangen ist und (offenbar per flüchtigem Draufgucken) befand: Is nix. Mag sein, dass Kogel recht hat und alles ein Aprilscherz ist. Aber Kogel hat in den vergangenen 12 Monaten derart viel und vor allem mediengerecht gelogen, dass es nur so trieft. Leider hat er viele Fans. Unter anderem hat er gestern im Gießener Anzeiger (siehe oben) zu Protokoll gegeben, dass der Gengersteversuch schon das gewünschte Ergebnis (Gentechnik ist sicher) gebracht hätte. Mensch höre und staune: Der Versuch ist auf drei Jahre angelegt - Kogel verkündet schon nach dem ersten Jahr das Ergebnis, obwohl in diesem ersten Jahr das Feld auch noch zerstört wurde!!!
Wissenschaft nach Profitinteressen. Das Ergebnis steht vorher fest. Der Kogel ist einfach extrem unseriös: Bodenanalysen per Hingucken, Ergebnisse stehen vor dem Versuch fest ...

Der weitere Ablauf

Direkt danach: Die Gerste wird ausgesät!
Aus der Gießener Allgemeine (Internet am 28.3.2007 abends ++ siehe links, durch Klick größer)
Forscher säen gentechnisch veränderte Gerste aus
Die Justus-Liebig-Universität hat am Mittwoch im Alten Steinbacher Weg einen zweiten Feldversuch mit gentechnisch veränderter Gerste gestartet. Karl-Heinz Kogel, Professor für Pflanzenkrankheiten und und Pflanzenschutz, geht dabei erneut der Frage nach, ob das Getreide von geringfügigen Veränderung im Erbgut von nützlichen Bodenpilzen profitieren kann und gegen Krankheitserreger widerstandsfähiger wird. Er überprüft damit die Ergebnisse der ersten Versuchsreihe vom letzten Sommer, die größtenteils zu Ende geführt werden konnte, obwohl Gentechnikgegner ein Teil des Feldes zerstört hatten. Die Bundesregierung fördert das Projekt im Rahmen ihres Biosicherheitsprogramms. Das Gießener Stadtparlament hatte gentechnische Forschungen dieser Art im vergangenen November einstimmig gebilligt.
Kommentar: Am Ende des Textes ist auch das Schreiben zur Verseuchung des Ortes benannt, dass Prof. Kogel vor der Aussaat erreichte. Allerdings ist auch hier kein Hinweis zu finden, was damit geschehen sei ... der Wortlauf der letzten Sätze:
Gestern morgen ging in der Redaktion ein anonymes Schreiben ein, in dem es hieß, das Feld sei nicht mehr brauchbar. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Pflanzen ausgesät worden.

Gen-Gerstefeld unmittelbar vor der Aussaat, in: Gießener Anzeiger vom 27.3.2007
Universität sät gentechnisch veränderte Gerste aus
Kogel: Fortsetzung des im vergangenen Jahr begonnenen Versuchs - "Keine negativen Nebeneffekte für die Umwelt"
GIESSEN (tt). Neben der in Kürze von Prof. Wolfgang Friedt geplanten Aussaat von gentechnisch verändertem Mais der Firma Monsanto im Westen der Stadt, beabsichtigen Wissenschaftler um Prof. Karl-Heinz Kogel ebenfalls in wenigen Tagen einen weiteren Versuch mit genmanipuliertem Getreide auf städtischem Gebiet. Kogel, Professor für Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz an der Gießener Justus-Liebig-Universität (JLU) und zugleich Vizepräsident der Hochschule, bestätigte die Ausbringung transgener Gerste auf dem Versuchsfeld des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie im Alten Steinbacher Weg.
Bei dem Projekt handelt es sich um die Fortsetzung des im vergangenen Jahr begonnenen auf drei Jahre angelegten Versuchs, bei dem erstmals in Deutschland gentechnisch veränderte Gerste im Freiland angebaut wird. Die Genehmigung des Forschungsprojekts geht noch auf die rot-grüne Bundesregierung zurück. "Uns interessiert die Frage, ob sich neben der verbesserten Futterqualität und der erhöhten Widerstandsfähigkeit auch unerwünschte Eigenschaften zeigen. Es geht vor allem um das Bodenleben, um schädliche Auswirkungen auf nützliche Pilze wie Mykorrhiza, die den Wurzelraum von Nutz- und Wildpflanzen besiedeln", erläuterte Kogel.
Erste Antworten auf diese Fragen liegen bereits vor. "So wissen wir mittlerweile, dass es keine negativen Nebeneffekte für die Umwelt gibt." Jedoch verlange die "gute landwirtschaftliche Praxis" eine Versuchsdauer von drei Jahren, "um die Erkenntnisse auch wissenschaftlich abzusichern". Kogel betonte, dass es sich bei dem Versuch um "intensive Forschung im Rahmen der Bio-Sicherheitsforschung" handele. Geplant sei die Ausbringung von 5000 gentechnisch veränderten Pflanzen. Erfreut zeigte sich der Wissenschaftler über die "äußerst positive" Resonanz, die er auf das Projekt vor allem in Schulen erhalten habe. "Die Akzeptanz war sehr hoch, wie aus ökologischen Gründen so eine Technik genutzt werden soll."
Mit Blick auf immer wieder geäußerte Befürchtungen, der Freisetzungsversuch könnte zu Auskreuzungen führen, sagte Kogel: "Gerste ist in diesem Zusammenhang eine sichere Pflanze, da sie zu 99 Prozent Selbstbestäuber ist. Das heißt: Der Gerstenpollen befruchtet die Narbe der eigenen Blüte. Das geschieht - zumindest bei unseren Pflanzen - bei geschlossenen Blüten, so dass es kaum zu einem Kontakt mit Insekten oder zu einer Windverbreitung des Pollens kommt."
Im vergangenen Jahr hatten so genannte Feldbefreier Teile des Versuchsfeldes im Alten Steinbacher Weg zerstört.

Leserbrief dazu von Jochen Kirdorf, Wetzlar im Gießener Anzeiger, 19.4.2007
Das Ergebnis steht schon fest
Zum Gen-Gerstenversuch in Gießen:
Auf dem Gelände der Gießener Universität wurde zum zweiten Mal genetisch veränderte Gerste ausgesät. Offiziell steht der Versuch unter dem Zeichen der "Sicherheitsforschung". Gleichzeitig und vor allen Dingen ist dieses so genannte "wissenschaftliche" Projekt aber Wegbereiter für die großflächige Freisetzung genmanipulierter Gerstepflanzen. Nun erklärte Uni-Vizepräsident Prof. Kogel als verantwortlicher Versuchsleiter aber in einem Interview mit dem Anzeiger kurz vor der Aussaat, dass "die gute landwirtschaftliche Praxis" eine dreijährige Versuchsdauer erfordere. Das eigentliche Ergebnis - "dass es keine negativen Nebeneffekte für die Umwelt gibt" - stehe bereits fest. Ob die vorliegenden Feldversuche ausreichen würden, alle möglichen Umweltrisiken mit einzuschließen, sei dahingestellt. Erst der letztlich nicht mehr zu kontrollierende kommerzielle Anbau wird irgendwann zeigen, ob dem so war. Eine Forschung allerdings, bei der die Ergebnisse schon am Anfang des Tests feststehen, ist unseriös.
Schmückte sich doch gerade Kogel in der Vergangenheit mit dem Argument, mögliche Risiken müssten erforscht werden, bevor eine Zulassung für gen-veränderte Pflanzen erfolgen könne, so enthüllt er seinen eigenen mit viel Geld geförderten Gen-Gerste-Versuch nun selbst als Feigenblatt. In Wirklichkeit geht es um die Marktzulassung der Gentech-Pflanzen" und Forschungsgelder für die Uni Gießen. Hinzu kommt, dass, obwohl offenbar ein Bekennerschreiben vorlag, in dem Unbekannte die Verseuchung des Versuchsbodens bekannt gaben, alsbald, nämlich wie man hört, nach reiner Inaugenscheinnahme, verkündet wurde, dass es sich bei dem vorliegenden Schreiben um einen Bluff von Versuchsgegnern handelt. Frei nach dem Motto "weil nicht sein kann, was nicht sein darf", wurde dann direkt am darauffolgenden Tag ausgesät.
Wenn es im vorliegenden Versuch tatsächlich um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt, konkret die Wirkung der neuen Pflanze auf Bodenpilze gegangen wäre, dann hätte Kogel eine mögliche Verseuchung des Bodens fürchten müssen. Dann nämlich wäre der Versuchsaufbau, wissenschaftlich betrachtet, zerstört. Das Endergebnis des Versuches steht ja aber bereits fest. Ich glaube, dass vollkommen richtig liegt, wer, angesichts der Umstände, Zweifel an den Aussagen des Herrn Kogel hegen mag und unabhängige Untersuchungen fordert.

Kommentar

Sehr, sehr seltsam ... wenn das mit dem BekennerInnenschreiben stimmt, so spricht alles dafür, dass Prof. Kogel ohne jegliche Überprüfung einfach ausgesäen ließ. Der Versuch sei Millionen wert, so ließ sich aus seinen Sprüchen aus dem Jahr 2006 nach der teilweisen Feldbefreiung ablesen. Genau diese Millionen vergräbt er nun in einer Erde, von der Unbekannte behauptet haben, dass dort ein Versuch nicht möglich sei. Bodenanalysen konnte er in dieser Schnelligkeit gar nicht machen. Daher ist anzunehmen, dass er es riskiert, seinen Versuch ohne auswertbare Ergebnisse zu vollziehen. Schon das macht stutzig.
Wer aber seine Äußerung vom Tag davor (siehe oben, Text vom 27.3.2007 im Gießener Anzeiger) hinzunimmt, erkennt etwas viel dramatischeres: Hier wird gar kein Versuch durchgeführt. Das Ganze ist nur eine Show, es ist die Simulation eines Versuchs. Wissenschaftlich gearbeitet wird gar nicht, sondern der Versuch dient der Akzeptanzgewinnung und der Erfüllung von Normen, die für eine Zulassung nötig sind. Gentechnik soll durchgesetzt, nicht untersucht werden. Das ist der Auftrag an Kogel. Der Rest ist Lüge. An Ergebnissen von Forschungen war Kogel von Anfang an gar nicht interessiert. Er betreibt keinerlei seriösen Versuch. er betreibt keinerlei Sicherheitsforschung, sondern er betreibt vor allem gar keine Forschung. Wem es gleichgültig ist, ob sein Versuch überhaupt Ergebnisse bringen kann, der braucht die Forschung nicht für ein Ergebnis. Sondern der weiß das Ergebnis schon vorher. Aussaat und Ernte sind nur dafür da, damit möglichst viele glauben, dass ein Versuch stattgefunden hat und dass da tolle Männer und (wahrscheinlich deutlich weniger) Frauen beteiligt waren, die dann auf Karrieresprünge hoffen dürfen, wie es Kogel schon nach dem ersten Jahr gelang. Die Forschungsmillionen fließen weiter und die Gentechnik-Industrie reibt sich die Hände, weil ja wissenschaftlich und unabhängig bewiesen wurde, dass die Genpflanzen unproblematisch sind. Dass der Versuch im ersten Jahr teilzerstört wurde und im zweiten Jahr möglicherweise auf einem verseuchten, unauswertbaren Standort wuchs (falls er wächst), wird ein paar Jahre später ohnehin niemand mehr fragen. Mit der neuen Pflanze wird dann dickes Geld verdient und in den Zulassungsunterlagen wird stehen, dass die Pflanze unbedenklich ist. Das wurde in Gießen am Alten Steinbacher Weg genauestens untersucht ...


Nach der Aussaat: Foto vom Alten Steinbacher Weg (Fußweg) aus (größer durch Klick). Der Kern mit den gentechnisch veränderten Pflanzen ist durch Bauzäune gesichert. Seitlich (rechts) befinden sich Kameraüberwachung und Flutlicht (auch tagsüber an). Das Foto entstand bei einer Ortsbesichtigung mit einem auswärtigen Journalisten. Zu diesem Zeitpunkt waren mehrere Polizeiwagen an verschiedenen Seiten des Feldes anwesend.

Ein zweiter anonymer Brief zur Sache

Am 4.4.2007 lag mittags ein Brief im Briefkasten der Projektwerkstatt. Er sah von außen so aus:

Im Inneren befand sich ein sehr kleingedruckter Text auf zwei Seiten. Die zweite Seite war sehr schlecht lesbar, die erste ging und ist hier abgebildet.

Der Text lautete (automatisch gelesen, daher voller Fehler - Hinweise auf UNLESERLICH eingefügt):

Seite 1
this is not a love song
zweite erklaerung der unbekannten zur anpflanzung genetisch manipulierter gerste in giessen
wir koennen nicht jeden lag nach giessen kornmen. aber wir wissen, was wir getan haben. auszerdem koennen wir lesen. genau das haben wir auch
gemacht. wir sind erschrocken, aber wir haben such gelernt. danke der guten sammlung von arfikeln im web. google hilft mehr zur wahrheit als saerntliche behoerden, politiker und nioechtegOn-protestgruppen in gieszen.
um was geht es?
kurze chronologie mit auszuegen aus dem internet.
im februar und maerz haben wir in mehreren vor allem naechtlichen einsaetzen zentnerweise rnaterial auf dem acker am steinbacher weg in giessen
ausgebracht. wir haben uns fuer einen stoff entschieden, der nicht jahrelang das bodenleben verseucht. aber ausreichend lange. der auszerdem nicht zu sehen ist nach der jeweiligen nacht.
kurz bevor die genpfuscher und ihre lobbyl steh dann ihre profitsaat ausbringen wollten, planten wir die verteilung
von schreiben in giessen, die darauf
hinwies, dass der versuch keinen sinn ergeben wuerde. das ist auch so, denn selbst wenn die eine andere gerste da raus kommt, sind serioese
wissenschaftliche daten, nicht mehr zu haben.
unser plan klappfe, das ist bekannt melrere zeitungcn terichteten davon, dass unser brief einging. auch im internet sind hinweise zu finden, zum bsp. dieser hier:

zitat anfang
Aktuelle Meldung vom 28.3.2007 Am 28,3. nachmittags rief die FR in der Projektwerkstatt an. Bei der Zeitung war ein Brief eingegangen (offenbar bei anderen Zeitungen auch und beim
Versuchschef Prof. Kogel), dass eine Gruppe (nannte sich, soweit der Angerufene sich an das Te4efonat erinnert, "Unbekannt" oder "Unbekannte")
das Genfeld verseucht habe und ein Versuch unfnöglich wäre. Der FR-Mensch meinte, das Maisfeld sei gemeint. Aus den Passagen, die er vorlas
(das Schreiben ist als Ganzes poch unbekannt), schien es aber eher so, als sei das Gerste-Feld gemeint. Cer Journalist berichtete noch, dass Kogel nach Erha!! des Briefe hingegangen ist und (offenbar per flüchtigem Draufgucken) befand: Is nix. Mag sein,
dass Kogel recht hat und alles ein Aprilscherz ist. Aber Kogel hat in-den vergangenen 12 Monaten derart viel und vor allem mediengerecht gelogen,
dass es nur so trieft. Leider hat er viele Fans.
... zitat ende ... 11 stammt aus: http:l/gendreck-giessen.tk/

das haetten wir nicht gedacht. der teure, teure versuch, bei dem der versuchschef im vergangenen jahr noch so flennte, dass die teilvernichtung fast
eine halbe millionen euro schaden verursacht haette (wie teuer musz dann das ganze sein??????), wird einfach so auf eine flaeche geknallt, wo es sein kann, dasz alles umsonst ist.

. zitate aus 2006 zum schaden anfang
Klar ist nach seinen Worten allerdings schon jetzt. daß Nachwuchsforschef nachhaltig unter dem Angriff auf ihre Arbeit leiden: Da einige

Seite 2
Forschungsergebniim nun erst verspätet vorgelegt werden können, müssen zwei Doktoranden ihre Abschtußarbeiten um ein Jahr verschieben. Dabei
hatten Mitarbeiter des Instituts vor dem Angriff vorsorglich einige Pflanzen geerntet.

... zitat ende 11 das stammt aus der frankturter allgemeinen zeitung 06.06.06)
wieso interessiert den herrn kogef die frage nicht, ob der versuch auf dem standort ueberhaupt geht? wieso interessiert das sonst niemanden? denn in
den zeitungen haben wir kaum etwas gehoert. stecken da alle unter einer decke? wenn ja, unter welcher denn eigentlich? was ist das zielt des ganzen?
sehen wir uns die lege an. kogel und seine cornpany will einen genversuch machen. er behauptet, die wirkungen seiner tollen pflanzen auf
bodenorganismen zu ueberpruefen. wenn er eine information erhaelt dass der boden chemisch veraendert worden ist, und das ist er 11!!!!, dann
interessiert es ihn nicht. die frage ist aber gar nicht so offen. im gegenteil. wir erfuhreri durch die zeitungen von der bevorstehenden saat und haben dann unsere schreiben verteilt. in den gleich« texten sagt kogel etwas was ihn entlarvt.
... zitat anfang

"Sc wissen wir mittlerweile, dass es keine negativen Nebeneffebte für die Umwelt gibt!' Jedoch verlange die "gute landwirtschaftliche Praxis" eine
Versuchsdauer von drei Jahren, "um die Erkenntnisse auch abzusichern".

zitat ende 11 aus dem giessener anzeiger und zwar am 27.03.07
das macht unserer meinung nach alles klar. da ist ein vers uch mit drei jahren. noch einem jahir weisz kogel schon,
daß gentechinik keine schaoden
erzeugt. er braucht also keine weiteren versuche. daher kann ihM auch egal sein, ob der boden verseucht ist. er
Wird ohnehin nichts mehr
untersuchen. aber die fiskante gentechnikfracht packt er in die erde, weit die versuchsbedingungen das so wollen. wahrscheinlich kriegt er sonst die
forschungsmiRionen nicht. mehr umwelt und gesundheit wird gespieft im- poker um geld.
wir glauben aber, dass es noch schlimmer ist. daszkogel nach einem jahr schon alle ergebrüsse hat, ist ja auch schon alleine ziemlich seitsarn,
denn irn ersten jahr wurde ja einiges zerstoert vom feld. zum glueck. der versuch wurde fruehzeitig abgebrochen. und trotzdem gibt es alle ergebnisse.
gerste ist recht trittempfirrdlich. die bullenverteidigung des feldes gegen die befreier hat aber das feld dicke zertrampelt. ist auf dem filim doch gut zu
sehen. trotzdem Sind alle ergebnisse schon gewonnen. als da feld kaputt ging, hat kogel auch noch anders geredet.
nochmal ein zitat anfang ...

Der genaue Schaden steht noch nicht fest. "Wir wissen bisher nur, dass Pflanzen herausgerissen worden sind"­ sagte Versuchslleiter Prof. Kad-Heinz
Kogel, Leiter des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Gießener Universität. Jetzt werde es ganz kritisch, `wissenschaftliche
Analysen durchzuführen'.

zitat ende ... 11 stammt aus: 03.06.06 giessener anzeiger 11
nein, mit wissenschaftlicher serlioesitaet hat das nichts zu tun vielmehr ist wahrscheinlich, dass von anfang an gar nichts untersucht worden sollte

Seite 3
sondern das ergebnis feststand. der versuch dient anderen zielen. er soll gentechnik verbreiten. er soll einfach alles mit veraenderten genen
ueberschwemmen. so wie es in den usa und in canada laengst ist. da nuetzt es nichts mehr gegen das zeug zu sein, weil es ueberali ist. eine boese
strategie, aber in diesem system erfolgreich. fuer die marktzulassung sind versuche vorgeschrieben. also musz so getan werden als finden sie statt.
das ist eher verarschung als wissenschaft. fuer geld aber machen die herren mit den tollen titeln alles. wer das wissen wollte, konnte das auch schon frueher lesen.

... zilat anfang
Ich bin sicher, dass sich künftige pilzresistente Pflanzen am Markt behaupten könnten. Insbesondere bin ich davon überzeugt, dass in den nächsten
Jahren ein Fokus der Biotechnologie auf Getreide liegen wird. Gerade unter den Aspekten der biologischen Sicherheit eignet sich Getreide besonders
(ZEILE UNLESERLICH)
(ANFANG ZEILE UNLESERLICH) vorgang um die genfelder in gieszen und einem (UNLESERLICH) teuren versuch, der einfach
auf verseuchtem boden angelejt wird. dazu haben wir nicht hinzuzufuegen. so wird es sein.
zitat anfang

Sehr, sehr seltsam ... wenn das mit dem Bekennerlnnenschreiben stimmt, so spricht alles dafür, dass Prof. Kogel ohne jegliche Überprüfung einfach
ausgesäen ließ. Der Versuch sei Millionen wert, so ließ sich aus seinen Sprüchen aus dem Jahr 2006 nach der teilweisen Feldbefreiung ablesen.
Genau diese Millionen vergräbt er nun in einer Erde, von der Unbekannte behauptet haben, dass dort ein Versuch nicht möglich sei. Bodenanalysen
konnte er in dieser Schnelligkeit gar nicht machen. Daher ist anzunehmen, dass er es riskiert, seinen Versuch ohne auswertbare Ergebnisse zu
vollziehen. Schon das macht stutzig.
Wer aber seine Äußerung vom Tag davor (siehe oben, Text vom 27.3.20o7 im Giebener Anzeiger) hinzunimmt, erkennt etwas viel dramatischeres:
Hier wird gar kein Versuch durchgeführt. Das Ganze ist nur eine Show, es ist die Simulation eines Versuchs. Wissenschaftlich gearbeitet wird gar
nicht, sondern der Versuch dient der Akzeptanzgewinnung und der Frfüllutig von Normen, die für eine Zulassung nötig sind. Gentechnik soll
durchgesetzt, nicht untersucht werden. Das ist der Auftrag an Kogel. Der Rest ist Lüge. An Ergebnissen von Forschungen war Kogel von Anfang an
gar nicht interessiert. Er betreibt keinerlei seriösen Versuch. er betreibt keinerlei Sicherheillsforschung, sondern er
betreibt vor allem gar keine l~
Forschung. Wem es gleichgültig ist, ob sein Versuch überhaupt Ergebnisse bringen kann, der braucht die Forschung nicht für ein Ergebnis. Sondern
der weiß das Ergebnis schon vorher. Aussaat und Ernte sind nur dafür da, damit möglichst viele glauben, dass ein Versuch stattgefunden hat und
dass da tolle Männer und (wahrscheinlich deutlich weniger) Frauen beteiligt waren, die dann auf Karrieresprünge hoffen dürfen, wie es Kogei schon

Seite 4
nach dem ersten Jahr gelang. Die Forschungsmillionen ffießen weiter und die Gentechnik-Industrie rebt sich die Hände, weil ja wissenschaftlich und
unabhängig bewiesen wurde, dass die Genpflanzen unproblematisch sind. Dass der Versuch im ersten Jahr teilzerstört wurde und im zweiten Jahr
möglicherweise auf einem verseuchten, unauswertbaren,31landort wuchs (falls er wächst), wird ein paar Jahre später ohnehin niemand mehr fragen.
Mit der neuen Pflanze wird dann dickes Geld verdient und in, den Zulassungsunterlagen wird stehen, dass die Pflanze unbedenklich ist. Das wurde in
Gießen am Allen Steinbacher Weg genauestens untersuchll

zitat ende ... 11 stammt aus: http:ligendreck-giessen.tk #
Kogel und seine conrpany lebt nicht von wissenschafflicher leistung. er recht betreiben diese leute seriese forschung. vielmehr geht es ihnen um
die eigene kanniere, um forschungsmiliionen, um konkurrenzen zwischen universitaeten. sie leten aber auch von der dummheit derer, die einfach nur
(ZEILE UNLESERLICH)
gieszen war doch nur der endguelfige
beweis. trotzdem hat niemand unser schreiben ernst genommen.
so steht jetzt ein vermeintl (UNLESERLICH) jeden Fall aber fiskanter versuch auf einem verseuchten boden. da kann nichts geforscht werden. kogel wird
aber behaupten, dass es geklappt hat. er kann den wege der totalen luege nicht mehr verlassen die frage ist aber
ob ihm endlich andere auf die
finjer schauen und dann auf die finger hauen. sonst waere es irgendwie auch gerecht, wenn im naechsten jahr noch mehr genversuche in gieszen
(UNLESERLICH)
wir bleiben dabei keine gentechnik auf die aecber. der boden am steinbacher weg ist voeilig unbrauchbar. der
versuch von kogel und company ist eine
luege, dreis! ist, wer so liiegt. dumm isl, wer sich blenden
wir wissen, was wir getan haben. wirwollen die sache ancers klaeren als letztesjahr die feldbefreier. das haben wir
auch schon geschrieben. wir 1
haetten nie gedacht, dass kogel derar1 einfach seinz luegen durchziehen kann, deshalb nielden wir uns noch mal zu wort . ob es jetzt besser ist? nun
sind wir doch skcpt;sch gewürden, ob die lage in gieszen n ichl doch so unglaublich verfilzt ist, wie es ja oefter zu lesen ist. dasz es kritischen
joumalismus ebensowenig gibt wie kritische wissenschaft und kritische politische vereine. noch wollen wir es nicht glauben. kommt es aber doch so,
dass auch dieses schreiben wieder unterdrueckt wird. dann wuenschen wir uns, wieder von einer feldbefreiung zu hoeren. hitft ja nichts.
wieder mal unbekannte. ihr kriegt uns nicht wollten wir noch sagen.

Attacke auf Journalisten

Am 1. April 2007 wollte ein Journalist Fotos vom Genversuchsfeld machen. Dafür fuhr er in Begleitung von Gentechnik-KritikerInnen zum Feld und fotografierte. Schon die Hinfahrt wurde von der Polizei observiert - und kurz danach agierte sie in typischer Manier ...


Oben: Das letzte Foto (größer durch Anklicken) des Journalisten zeigt die Polizei und die von ihnen attackierten RadlerInnen auf der Straße am Feld. Direkt nach diesem Foto wurden alle Personen festgenommen - auch der Journalist. Als Begründung wurde angegeben, das Fertigen von Fotos könnte auf bevorstehende Straftaten hindeuten. Gießener Polizei halt. Die folgenden Fotos: Innenaufnahme aus dem Polizeirevier (Innenhof) kurz vor der Freilassung und Eingangsbereich des Polizeipräsidiums in der Ferniestraße 8.

Der festgenommene Journalist wollte gegen die Verhaftung, dem noch ein Platzverweis mit Festnahmeandrohung für den gesamten Bereich um das Genfeld folgte, Widerspruch einlegen. Immerhin konnte er seiner Pressetätigkeit so nicht mehr nachkommen. Die Polizei verweigerte jedoch, den Widerspruch entgegenzunehmen.

13. Juni 2007: Das Gen-Gerstefeld wird trotz Sicherung zerstört


Aus der Akte beim RP: Protokoll der Ortsbesichtigung am 28.3.2007 und Foto des Aufbaus, u.a. der Rolle Natodraht

Pressemitteilung Polizei Mittelhessen am 13.06.2007 um 15:33 Uhr:
Gießen (ots) - Gerstenfeld beschädigt
Gießen: In der Nacht zum Mittwoch, dem 13.06.07, gg. 02:50 Uhr, wurde das für die Biosicherheitsforschung angelegte Feld mit gentechnisch veränderter Gerste der UNI Gießen im Alten Steinbacher Weg von unbekannten Tätern beschädigt. Sie überstiegen die äußere Umzäunung, durchschnitten den inneren Zaun und zogen Pflanzen heraus. Bei den Tätern soll es sich um drei unbekannte männliche Personen gehandelt haben, die von einem Zeugen gesehen wurden. Der Umfang des Sachschadens steht noch nicht fest. Die Ermittlungen dauern an. Hinweise erbittet die Kriminalpolizei in Gießen unter der Tel.-Nr. ...

Infoseite zu Feldbefreiungen 2007 ...

Wie das überhaupt gelingen konnte, klärt ein Vermerk in der Akte bei bei der Überwachungsbehörde auf:


Aus der Akte beim RP: Vermerk des RP am 14.6.2007

Verfälschende Berichterstattung in den Medien

FAZ.net am 14.6.2007
Feld mit Gen-Gerste verwüstet - Versuch wird 2008 fortgesetzt
Von Thorsten Winter 
Vier Wochen nach dem Überfall auf einen Acker mit gentechnisch verändertem Mais ist in Gießen auch eine Versuchsparzelle mit Gerstensetzlinge, die Erbgut von Bakterien enthalten, verwüstet worden. Ein Teil der Pflanzen ist herausgerissen worden. Das Gießener Versuchsfeld mit Gen-Gerste war schon im vergangenen Jahr zum Teil zerstört worden. Aus diesem Grund hatte Versuchsleiter Karl-Heinz Kogel das auf Universitätsgelände gelegene, nur wenige hundert Quadartmeter gelegene Areal von einem Sicherheitsdienst überwachen lassen und zudem umzäunt.
Warum es den bisher unbekannten militanten Genversuchs-Gegnern dennoch gelang, auf das Versuchsfeld zu gelangen, ist dem Professor für Pflanzenkrankheiten unklar - zumal sich der Wachdienst eines Schäferhunds bediente, wie Kogel dieser Zeitung sagte. Nicht zuletzt die Frage, warum der Hund nicht angeschlagen habe, gilt es aus seiner Sicht zu klären.
Hochschule stellt Strafanzeige
Trotz des Überfalls ist der laufende Versuch mit der im April ausgebrachten gentechnisch veränderten Gerste keineswegs vergebens: Die Forscher konnten in den vergangenen Wochen schon erhebliche Daten erheben, die laut Kogel auch verwertbar sind. „Das ist ähnlich wie im vergangenen Jahr“, sagte er. Der Feldversuch läuft im Rahmen des Biosicherheitsprogramms des Bundes. Der Gießener Uni-Präsident Stefan Hormuth verurteilte den abermaligen Überfall. Diese Straftat sei durch nichts zu entschuldigen und treffe die Bemühungen der Hochschule, wissenschaftlich fundierte und unabhängige Forschungsergebnisse zu erzielen. Die Hochschule kündigte Strafanzeige an, wie schon im Fall des Gen-Maises.
Ein Teil der Gerste trägt ein Gen in sich, das die Kornpflanzen ein bestimmtes Eiweiß produzieren läßt, welches gegen Pilzerkrankungen wirkt. Der andere Teil weist eine Erbinformation aus einem Bakterium auf, das die Qualität der Gerste als Hühnerfutter verbessern soll. Bei dem auf drei Jahre angelegten Versuch wollen die Forscher herausfinden, ob die Gen-Pflanzen nur unerwünschte oder auch nützliche Pilze im Boden, die die Zufuhr von Nährstoffen und Wasser bei anderen Pflanzen verbessern, schädigen.
Neues Biosicherheitsprogramm
Die Untersuchung der 2006 gewonnenen Daten hat laut Kogel keine Hinweise erbracht, dass die Gen-Gerste die „guten“ Pilze in den Wurzelstöcken der anderen Pflanzen schädigt. Allerdings müssten die Erkenntnisse über mehrere Jahre überprüft werden, um als gesichert gelten zu können.
Vor diesem Hintergrund will Kogel auch im nächsten Jahr wieder gentechnisch veränderte Gerste ausbringen und den Feldversuch fortsetzen. Außerdem wolle der Bund ein neues Biosicherheitsprogramm auflegen.

Text zur Zerstörung (links und rechts: Originalteile aus der Seite, u.a. zum FeldbefreierInnen-T-Shirt)
Gießen: Erneute Zerstörungen auf Gerste-Versuchsfeld
Erneut sind Teile eines Versuchsfeldes auf dem Gelände der Justus-Liebig-Universität in Gießen zerstört worden. Dort wird untersucht, ob gentechnisch veränderte Gerste unerwünschte Auswirkungen auf nützliche Bodenpilze wie Mykorrizzha hat. Das Projekt wird im Rahmen der biologischen Sicherheitsforschung öffentlich gefördert.
Schon im Vorjahr hatten radikale Gentechnik-Gegner das Versuchsfeld schwer beschädigt. Trotz der inzwischen erheblich verschärften Bewachungsmaßnahmen sind in der Nacht zum 13. Juni 2007 Unbekannte in das Versuchsgelände eingedrungen und haben systematisch Gerstepflanzen zerstört.
Auf dem Gelände der Forschungsstation des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie waren Ende April etwa 5000 gv-Gerstepflanzen ausgebracht worden, die aus zwei in den USA entwickelten Gerstelinien hervorgegangen sind. In einer ist ein aus einem Bodenpilz stammendes Chitinase-Gen aktiv. Chitinasen bauen Chitin ab, das auch ein Bestandteil der Zellwände von Pilzen ist. In die zweite Linie wurde ein Gen aus einem Bodenbakterium eingebracht, dass Glukanase bildet. Das Gen wurde in Gerste übertragen, um die Braueigenschaften zu verbessern sowie auch eine bessere Verdaulichkeit als Tierfutter zu erreichen. Glukanase hat aber auch pilzresistente Eigenschaften.
Das von dem Gießener Biologen Prof. Karl-Heinz Kogel geleitete Forschungsprojekt untersucht, ob durch die Bildung der Chitin und Glukan abbauenden Enzyme auch nützlich Pilze geschädigt werden. 70 bis 80 Prozent der Landpflanzen leben in Symbiose mit so genannten Mykorrhiza-Pilzen , wobei Pflanze und Pilz sich gegenseitig von Nutzen sind. Sollten die beiden gv-Gerstelinien diese für die Gesundheit und Vitalität der Pflanzen wichtigen Pilze beeinträchtigen, wäre das von großer Bedeutung für die Agrarökosysteme. Beide gv-Gerstelinien sind in Europa von einer möglichen kommerziellen Nutzung weit entfernt.
Trotz der Zerstörungen konnten im letzten Jahr Teile des Versuchs noch ausgewertet werden. In der laufenden Vegetationsperiode sollten die dabei gefundenen Ergebnisse überprüft und abgesichert werden.
Auch in diesem Jahr wird der Versuch nach der Aktion der radikalen Gentechnik-Gegner fortgesetzt. Ein Teil der Proben aus dem Wurzelbereich der Pflanzen war bereits entnommen worden.
Die Universität Gießen hat Strafantrag gegen die Täter gestellt.
Bereits Ende Mai 2007 waren in Gießen Versuchsfelder der Universität zerstört worden. Dort führte das Institut für Pflanzenzüchtung im Auftrag des Bundessortenamts Wertprüfungen mit zahlreichen Maissorten durch, darunter auch Sorten aus dem gv-Mais MON810. Solche Versuche sind im Rahmen der Sortenzulassung gesetzlich vorgeschrieben.

Rechts: Aus der Frankfurter Rundschau vom 15.6.2007 (Hessenteil, D7)
Kommentar: Auch die FR hält es mit den Eliten - zu Wort kommt nur der Versuchsleiter. Die Ziele des Versuches werden falsch wiedergegeben. Dabei weiß die FR um die weiteren Versuchsziele. Ein Gespräch mit GenkritikerInnen oder ein Blick auf die entsprechende Internetseite hätten ebenfalls Aufklärung gebracht. Aber Gießen ist eben ein Sonderfall: Die grundsätzlich eher gentechnik-kritischer FR hält in der Stadt eher zum Umfeld der Versuchsleitung, weil die Gentechnikkritik eher herrschafts- und elitenkritisch orientiert ist - und damit keine Nähe zur FR hat.

Nachricht auf Radio FFH
Giessen: Versuchsfeld zerstört
Schon wieder ist in Giessen ein Versuchsfeld der Uni mit genetisch veränderten Pflanzen zerstört worden. Diesmal traf es ein Feld mit Gengerste. Alle Pflanzen wurden von Umweltaktivisten herausgerissen. Die Uni will Strafanzeige stellen. Erst vor wenigen Wochen war ein Feld mit Genmais zerstört worden. Die Gengerste wurde im Auftrag des Bundessortenamtes gestestet. Es sollte untersucht werden, ob die Pflanzen Mikroorganismen schaden können.

Gießener Anzeiger am 14.6.2007
Versuchsfeld mit Gengerste erneut zum Teil zerstört
Unipräsident Hormuth: Straftat durch nichts zu entschuldigen - Biosicherheitsforschung
GIESSEN (rsh). Das Feld mit gentechnisch veränderter Gerste, das für Versuche im Rahmen der Biosicherheitsforschung auf der Forschungsstation des Instituts für Phytopathologie und Angewandte Zoologie am Alten Steinbacher Weg von Versuchsleiter Prof. Karl-Heinz Kogel und seinen Mitarbeitern im April angelegt worden war, ist in der vergangenen Nacht von unbekannten Tätern zum Teil zerstört worden. "Sie überstiegen die äußere Umzäunung, durchschnitten den inneren Zaun und zogen Pflanzen heraus", so die Polizei. Bereits im vergangenen Jahr war am Freitag vor Pfingsten der erste Freisetzungsversuch ebenfalls teilweise zerstört worden. Dennoch konnten aussagekräftige wissenschaftliche Daten über den Einfluss von gentechnisch veränderter Gerste auf ökologisch nützliche Bodenorganismen erzielt werden. Die diesjährigen Versuche sollten der Absicherung der im Vorjahr erzielten Ergebnisse dienen.
"Die wiederholte Zerstörung des Gerstenfeldes auf der Forschungsstation trifft die Bemühungen der Universität Gießen um unabhängige, wissenschaftlich fundierte und aussagekräftige Ergebnisse gerade auch im Bereich der Biosicherheitsforschung besonders", so Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Hormuth. Die Straftat sei durch nichts zu entschuldigen. Die Justus-Liebig-Universität wird Strafantrag stellen.
Bei dem Freisetzungsprojekt geht es vor allem um die Frage, ob gentechnisch veränderte Gerstenpflanzen unerwünschte Seiteneffekte auf nützliche Bodenpilze wie Mykorrhiza aufweisen. Diese Frage ist von entscheidender ökologischer Bedeutung, da Mykorrhiza-Pilze einen essentiellen Bestandteil in Agrarökosystemen darstellen. Auf knapp zehn Quadratmetern der Versuchsfläche auf der Forschungsstation der Universität Gießen waren Ende April etwa 5000 Gerstenpflanzen freigesetzt worden.
Die Möglichkeit einer Auskreuzung ist im Falle von Gerste - im Unterschied beispielsweise zu Raps und Mais - in einer im Auftrag der EU durchgeführten Studie als äußerst gering eingestuft worden. Trotzdem hatten die Wissenschaftler noch eine ganze Reihe von zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt, um eine ungewollte Verbreitung der gentechnisch veränderten Gerste auf jeden Fall zu verhindern.
Erst vor knapp drei Wochen war ein Versuchsfeld der Universität mit gentechnisch verändertem Mais im Westen der Stadt zerstört worden.

Links: Kommentar von Jörg von Hadeln im Gießener Anzeiger, 16.6.2007 (S. 14) und Leserbrief zum Kommentar

Leserbrief zum Kommentar von Jörg von Hadeln am 16. Juni 2007
Sehr geehrter Herr von Hadeln,
ich möchte Ihnen antworten zu Ihrem Kommentar im Stadtgespräch bezüglich der Zerstörung des Gengerstefeldes. Ich will mit Ihnen nicht streiten, was die Zerstörung eines Gentechnikfeldes gegen die Anlage eines solchen ist (um mal einen Brecht'schen Gedankengang auf die konkrete Situation umzudeuten). Ich möchte Ihnen philosophisch und logisch etwas entgegenhalten. Sie schreiben, dass die Zerstörung eines Feldes nicht akzeptabel sei, sondern nur die Kraft der Argumente zählen dürfe. Eine solche Annahme basiert auf der Logik, dass nicht die Macht des Faktischen über den freien Disput siegen darf. So weit, so gut. Warum aber entdecken Sie nicht, dass dieses dann auch für die Anlage des Feldes gelten muss. Die transgene Gerste einzusäen, von Hunden, Wachmännern, Polizei, Flutlicht, Kameras und Drahtkäfigen abschirmen zu lassen, ist doch auch eine Macht des Faktischen. haben Sie die nicht bemerkt, weil sie von der Seite ausgeübt wird, bei der Ausübung von Macht längst Alltag ist und deshalb kaum noch auffällt?
Das Gengerstefeld in Gießen ist mit Sofortvollzug gegen über siebzig Einwendungen durchgeboxt worden. Das Bestehen wird durch einen absurden Sicherheitsapparat gegen die Menschen gewährleistet. Argumente spielen auf der Seite derer, die in dieser Gesellschaft die Macht routinemäßig ausüben, selten eine Rolle. Die Zerstörer oder Zerstörerinnen des Feldes, die angesichts der Bewachungssituation mit einer noch unbekannten Genialität gewirkt haben müssen, haben schlicht das Gleiche getan, was die Erschaffer des Versuchsfeldes gemacht haben: Die Macht des Faktischen durchgesetzt. Philosophisch wäre von diesem Standpunkt her beides gleich. Allerdings sehe ich einen Unterschied zwischen der Macht des Faktischen und einem gleichen Zug, der die erste Macht des Faktischen beendet, um den Ausgangszustand wiederherzustellen. Nun kann argumentiert werden. Allerdings habe ich da so eine Vorahnung, welcher Teil der Kontrahenten nicht diskutieren wird, weil sie die Ordnungskräfte und manchen Kommentator auf ihrer Seite wähnt ...
Mit freundlichen Grüßen, Jörg Bergstedt (Feldbefreier 2006), Reiskirchen

Antwort von Jörg von Hadeln auf den Leserbrief (Mail am 19.6.2007)
vielen Dank für Ihren Leserbrief. Da dieser aber faktisch auf die Rechtfertigung einer Straftat hinausläuft, können wir ihn leider nicht veröffentlichen. Mit freundlichen Grüßen Jörg von Hadeln

Antwort des Leserbriefschreibers:
Naja, ich bin ja einiges gewohnt, aber derart platte Ausreden habe ich selten erlebt. Mein Leserbrief kritisiert ihre Denklogik. Sie haben die Macht des Faktischen kritisiert, aber dabei einen zentralen Logikfehler gemacht. Sollte sich der Anbau der Gengerste als rechtswidrig herausstellen (und diese Frage ist mehr als offen), dann haben Sie das schließlich auch gemacht - während die Zerstörung nicht strafbar wäre. Genau diese Überlegungen aber interessieren Sie bei Ihrer Ablehnung nicht. Positiv ist aber - dafür danke -, dass Sie geantwortet haben. Nebenbei möchte ich aber auch darauf hinweisen, dass Sie bereits Leserbriefe und Pressemitteilungen veröffentlicht haben, die z.B. nach der Zerstörung des Genmaisfeldes Verständnis bis Freude äußerten. Ich bedaure daher, Ihrer Äußerung nicht allzu viel Glaubwürdigkeit beizumessen. Bei Falschaussagen von Politikern, erfundenen Bombendrohungen usw. ist Ihre Zeitung ohnehin weniger kleinlich. Mit freundlichen Grüßen, Jörg Bergstedt

Texte aus der Runde der "FeldbefreierInnen"

Auf dieser Seite geht es darum, öffentlich deutlich zu machen, dass mensch auch mit eigener Kraft die Versuche beenden will, falls die Uni nicht selber auf die Idee kommt.

Die Liste der Menschen, die diese Ankündigung trugen, wird auf dieser Seite dokumentiert. Veröffentlicht werden ausschließlich Vor- und Nachname sowie der Wohnort. Die Liste der UnterstützerInnen ist offen und dient der Ankündigung von Unterstützung z.B. rund um das zu erwartende Gerichtsverfahren gegen die FeldbefreierInnen.

Kritik an einseitiger Presse-Berichterstattung

Aus einer Presseinformation der "FeldbefreierInnen 2006" nach der Zerstörung beider Genfelder 2007 (PDF)
Die Berichterstattung in Zeitungen und Rundfunk zum Gengerstefeld in Gießen zeugte bisher von einer sehr einseitigen Wahrnehmung dieses Versuches. Obwohl es sich um die erstmalige Ausbringung einer völlig neuen Pflanze handelt, gelang es dem Versuchsleiter Kogel, das Märchen von der Sicherheitsforschung zu streuen. Weil der Versuchsleiter innerhalb bürgerlich-intellektueller Kreise ein angesehener Mann ist, wurde ihm geglaubt. Das ist umso merkwürdiger, wo doch die tatsächlichen Informationen zu den Zielen des Gengersteversuches nicht nur auf der KritikerInnenseite, sondern z.B. auch auf der offiziellen Seite zum Forschungsprogramm frei zugänglich enthalten sind (siehe u.a. hier ...). Tatsächlich wird beim Gießener Versuch nach sogenannten „Verbesserungen“ der Braueigenschaften und der Futtermittelqualität geforscht. Dass Brauereien diese gentechnischen Veränderungen als überflüssig bis gefährlich ablehnen, wird zwar überregional verbreitet, aber ausgerechnet in der Stadt, in der der bislang einzige Versuch mit Gerste läuft, nicht!
Auch die vermeintliche Sicherheitsforschung ist nichts als ein Trick, das millionenschwere Forschungsprogramm anzapfen zu können. In Gießen werden Pflanzen überprüft, die noch in der Entwicklung sind. Ob sie so überhaupt je auf den Markt kommen sollen, ist völlig offen. Kogel und sein Team unterstützen die Entwicklung der Gentechnikpflanzen, sonst nichts.
Der Gengersteversuch in Gießen in von seinen Zielen her vergleichbar mit den überregional skandalisierten Versuchen mit anderen erstmals ausgebrachten Pflanzen, z.B. dem Genweizen in Gatersleben oder den Genkartoffeln in Groß Lüsewitz. Doch in Gießen gelingt es der verschleiernden PR-Taktik des Versuchsleiters und Uni-Vizepräsidenten Kogel, über die Ziele und hohen Risiken dieses Versuchs hinwegzutäuschen.

Links

Das war die Befreiung 2006: