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Standorte Meckl.-Vorp. Sa-Anh. BS GI M Gerste 2009
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Der Streichelzoo für GVO
Wo der MON810 noch stand, als er verboten war!

Aktuell ++ Hintergrund ++ Schaugarten ++ Who is who? ++ Monsanto auf sachsen-anhaltinisch ++ Protest ++ Links

2013: Gentechnikmafia bestellt Polizeihilfe gegen KritikerInnen (Überwachung, Kriminalisierung)
Schaugarten Üplingen abgebaut - von Unbekannten: ND 15.1.2013 ++ Infodienst ++
FR am 13.3.2013: Uwe Schrader verkündet, im Sommer 2013 in Sachsen-Anhalt keine Felder zu machen
Ab Herbst in Üplingen geplant: Weizenfeld aus Gatersleben (IPK) ... aber nicht gemacht!

Dieses war die Seite zur 2010 und 2011 größten Gentechnik-Freisetzungsanlage in Deutschland und den Hintergründen. Es zeigt sich ein übles Geflecht aus Konzernen Kleinstfirmen, Lobbyverbänden , Parteien und Regierungsinstitutionen mitsamt Betrügereien bei der Förderung der Versuchsfelder und Gebäude. Der Blick ist zunächst auf den Schaugarten Üplingen mit umgebenden Versuchsfeldern sowie den daneben liegenden Haupttreffpunkt der Gentechnikseilschaften im Hofgut Üplingen gerichtet. Dann geht es um all Akteure, die daran beteiligt sind - und die Gelder, die in den Laden fließen. Am Ende folgt ein Blick auf die Börde und das Land Sachsen-Anhalten - also quasi "Monsanto auf sachsen-anhaltinisch".

2014: Alles abgerissen ... keine Spur mehr der Ex-BioTechFarm mehr zu sehen!


August 2014 in Üplingen: Die Tafel am Orgseingang ist wieder vollständig, die BioTechFarm aber verschwunden - nur noch Acker ...
Wo einst das Bewachungshäuschen stand, erinnert nur noch eine Schotterfläche. Das Werbeschild an der Straße ist ebenfalls entfernt.

Was war 2012 zu erwarten - und was wurde draus?

Zuerst der Verdacht: Wird Üplingen zur Zentrale der Gentechnik"mafia" - Umzug aus Rostock!
Am 14.4.2012 erschien als Leitartikel auf der Titelseite der Ostseezeitung, und damit der wichtigsten Tageszeitung in und um Rostock, ein Artikel mit dem Titel: "Filz und Mauschelei in der Gentechnik?" (siehe rechts - PDF öffnen durch Anklicken). Darin stand klip und klar: "Schmidt gab auf OZ-Anfrage zu: "Die Grüne Gentechnik im MV ist tot." Gemeinsam mit Broer baut sie zurzeit in Sachsen-Anhalt einen neuen BioPark auf ... Absetzbewegung ..."
Filz und Mauschelei hätten sich auf Üplingen konzentrieren können, doch es kam anders ...


20./21. April 2012: Veranstaltungen und kritische Spaziergänge: Vor-Ort-Flyer ++ Flyer für die Region ++ Berichte

Rechts: Neue Schilder rund um das Gelände klären die Lage nicht. Im Gegenteil: Wer ist der Hausrechtsinhaber? Und: Wie lässt sich eine Genehmigung holen - ohne das Gelände zu betreten?

Ein kleines Schmankerl lieferten die Gentechnik-Mafiosis schon zum Start in die neue Saison. Im Jahr 2011 wurde ein neues Tagungszentrum im Hofgut Üplingen ausgebaut. Dort trafen sich dann im September 2011 auch die Gentechnik-Seilschaften zu ihrem deutschlandweiten Treffen "InnoPlanta-Forum". Doch nach außen wurde alles ganz anders deklariert: Bauherr war die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz. Ein großes Schild am Bauplatz bewarb den Ausbau als Schaffung eines "dörflichen Begegnungszentrums". Kohle von EU und Land Sachsen-Anhalt flossen in den Ausbau (Foto vom Schild siehe unten).
GentechnikkritikerInnen und den Grünen im Landtag kam das seltsam vor. Letztere fragen nach. Doch in der Antwort auf die kleinen Anfrage der Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt über dubiose Finanzierungspraxen stellte die Landesregierung klar, dass das Begegnungszentrum mit den Gentechnikseilschaften und der Firma BioTechFarm nichts zu tun hätte. Außerdem sei die "Begegnungsstätte" offen "für verschieden Veranstaltungen". Auszug aus der Antwort - immerhin ein offizielles Landesregierungsdokument:


So in der Tat auch im Leaderprojekt, wie der Zusammenschnitt der Internetübersicht zeigt:

Das müsste sich ausprobieren lassen, dachten sich gentechnikkritische Gruppen - und wollten für den 21.4. einen Raum anmieten. Doch das wurde untersagt. Von wem? Der BioTechFarm ... (siehe Auszug aus dem gesamten Schreiben vom 22.3.2012):

Im Frühjahr 2012 sagte KWS dann das eigene Versuchsfeld in Niedersachsen ab! Aber das Propagandafeld in Üplingen sollte bleiben (Presseinfo dazu). Doch Anfang Mai war es dann aus: Der Schaugarten Üplingen gab sein vorläufiges Ende bekannt: Laborwelt ++ Fulda-Info ++ InnoPlanta ++ Christel Happach-Kasan ++ Verband der BiologInnen. 2012 sollte nicht ausgesät werden. Einige Tage später zog Pioneer das schon angemeldete Feld wieder zurück.

Links: Interview mit Kerstin Schmidt im Fokus (größer durch Klick).

Dann wurde klar, dass keine Felder als Kopie aus dem AgroBioTechnikum angelegt werden. So bleieben noch drei Felder: Gatersleben (BASF), Nienburg-Gerbitz (Monsanto) und Baalberge (BASF). Alle drei entstanden auch - allerdings etwas merkwürdig.
Rechts: Aus der 2012er-Mappe

Fotos und Texte zu 2011

Hintergrundtexte

Soweit Dokumente aus der Vergangenheit (z.B. Pressezitate) aus dokumentarischen Gründen auf dieser Seite enthalten oder verlinkt sind, sei klargestellt, dass die Kritik an Veruntreuung, Betrug oder Geldwäsche im Zusammenhang mit Fördergeldern nicht gegen Uwe Schrader oder Kerstin Schmidt gerichtet ist. Die sind stets nur als DienstleisterInnen, UnterstützerInnen oder BereitstellerInnen von Infrastruktur für die betrügerischen Feldversuche tätig gewesen.

"Wenn es Sie interessiert, wie weit die moderne Pflanzenforschung tatsächlich ist, wenn Sie sich einmal 'echte' Freilandversuche anschauen wollen, wenn Sie wissen wollen, ob gentechnisch veränderte Pflanzen zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beitragen können - dann kommen Sie in den Schaugarten Üplingen und machen sich Ihr eigenes Bild." Das ist kein Fake, sondern Werbung für die zahlenmäßig umfangreichste Ansammlung gentechnischer Felder in Deutschland. Offiziell sind die Parzellen als Versuchsfelder beantragt und genehmigt - und im offiziellen Werbeprospekt steht das auch so: "Auf den landwirtschaftlichen Flächen des Stiftungsgut werden Versuche mit allen gängigen landwirtschaftlichen Kulturarten durchgeführt." Doch mit der Wirklichkeit hat das wenig zu tun. Schaugarten Üplingen - das ist Propaganda pur. Und zwar auf beeindruckend platte Art: Einfach ein paar konventionelle Pflanzen schlecht behandeln und die gentechnisch veränderten daneben sprießen lassen - schon ist ein einfacher Baukasten für Gehirnwäsche fertiggestellt. Riskant ist er obendrein, denn die Propagandafelder stehen mitten in der Börde. Und die ist, das weiß sogar InnoPlanta, die "Wiege und Zentrum der deutschen Saatzucht".

Das Kapitel zur BioTechFarm im Buch "Monsanto auf Deutsch" als PDF-Download! ++ Flyer

Aus einer Selbstdarstellung von InnoPlanta
Pflanzenbiotechnologie ist eine Zukunftsbranche. In der Region Nordharz/ Börde ist ein großes wissenschaftliches Potenzial dafür vorhanden. Traditionell gilt die Region als Wiege und Zentrum der deutschen Saatzucht. Naturräumliche Besonderheiten förderten die Entwicklung einer leistungsstarken Landwirtschaft und der verarbeitenden Industrie. Im Netzwerk InnoPlanta arbeiten Forscher, Saatzüchter und Landwirte gemeinsam mit Vertretern aus Industrie und Verwaltung daran, die Region zu einem bedeutenden Standort für die Pflanzenbiotechnologie zu entwickeln.
Die benannten naturräumlichen Gegegebenheiten beziehen sich auf die hohen Bodenpunkte der Börde. Die ertragsreiche Landwirtschaft, die hier möglich war, führte früher zu großem Reichtum, was in den - inzwischen oft verfallenen - Bauten zu erkennen ist.

Die BesucherInnen kommen wie bei Kaffeefahrten als Gruppe aufs Gelände, lassen sich durch dieses führen und oft von wenig fachkundigen Personen, z.B. Geschäftsführerin Kerstin Schmidt selbst, mit seichten Werbeaussagen pro Gentechnik in Stimmung bringen. Ist der einseitige Spaziergang beendet, darf - wie großzügig - sogar noch etwas diskutiert werden: "In einer lockeren Runde - gegebenenfalls bei Kaffee und Kuchen - stehen Experten Rede und Antwort zu fachlichen oder gesellschaftlichen Fragen." Aber nur eine halbe Stunde bitte ... Wichtiger ist schließlich das Essen, für das per Catering aus dem nahegelegenen Ausleben ein beeindruckend nachhaltiges Menüangebot offeriert wird: Kaffee oder Tee "mit Keksen ... Halbes belegtes Brötchen ... Bockwurst mit Brötchen". Dann geht es zurück.


Aus der Speisekarte im Programm- und Tagungsangebot

Auch die wohligen Worte von Nachhaltigkeit und zukunftsfähiger Landschaftschaft tragen nicht weit. Schon auf der Internetseite des Betreibers BioTechFarm GmbH & Co. KG steht die ungeschminkte Wahrheit über die Orientierung auf Industrieprodukte und Profitinteresse: "Die BioTechFarm GmbH & Co. KG organisiert Feldversuche für Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Institutionen, die neuartige Pflanzen, Pflanzenschutz- und Düngemittel im Feld erproben möchten. Die Gesellschaft stellt hierzu entsprechend geeignete Flächen bereit, bietet Dienstleistungen zur agronomischen Betreuung der Flächen, zum Schutz der Flächen vor Zerstörung und zur PR-mäßigen Begleitung der Feldversuche an." Das Aufklärungsinteresse fehlt, die ganze Sache ist Service für die, die mit der Agro-Gentechnik Geld verdienen wollen.

Im Original: Kaffeefahrten und Schaugärten ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus dem Bericht über die Eröffnung in der Magdeburger Volksstimme, 9.7.2008
Der 'Schaugarten Üplingen' im Landkreis Börde wurde gestern offiziell eröffnet. ... Landwirten, Verbrauchern sowie Schulklassen werden Führungen angeboten. ... Zu sehen sind Bt-Mais MON 810 von Monsanto (mit Hilfe eines Gens des Bacillus thuringiensis gegen den Maiszünsler resistent), ein herbizidtoleranter Mais (Round up ready) und Sticks (gentechnisch veränderte Maissorten, in die beide Eigenschaften eingebaut sind). ... Auf dem Kartoffelfeld steht neben der konventionellen Stärkekartoffel Kuras die Amflora von BASF PlantScience, die aufgrund ihrer gentechnischen Veränderung nur eine Sorte Stärke bildet.


Der Schaugarten im Jahr 2008 (Quelle: www.biosicherheit.de)

Aus dem Programm- und Tagungsangebot "Schaugarten Üplingen" (Fehler im Original)
Auf den landwirtschaftlichen Flächen des Stiftungsgut werden Versuche mit allen gängigen landwirtschaftlichen Kulturarten durchgeführt. Das Angebot umfasst sowohl Groß- als auch Kleinparzellen und die Prüfung oder Demonstration von Sorten, Pflanzenschutz- und Düngemitteln.
Im Schaugarten werden verschiedene gentechnisch veränderte Pflanzen gezeigt, an denen in Europa geforscht
oder die in anderen Teilen der Welt angebaut werden. Die Palette reicht von herbizidresistentem
Mais bis zu nachwachsende Rohstoffe produzierenden Kartoffeln. In sieben Blöcken werden unterschiedliche
Pflanzenarten und -eigenschaften präsentiert und sachkundig erläutert.
Welche gentechnisch veränderten Pflanzen Sie dort sehen können: ... Modellpflanze Mais – von der Inzuchtlinie über Hybridpflanzen bis zum gentechnisch veränderten Mais mit drei neuen Eigenschaften (triple stacks), insektenresistenten Mais, herbizidtoleranten Mais bei unterschiedlichen Unkrautbehandlungsregimes, herbizidtolerante Zuckerrüben bei unterschiedlichen Unkrautbehandlungsregimes, krankheitsresistente Kartoffeln (Kraut- und Knollenfäule) im Vergleich zu konventionellen Sorten, Kartoffeln, die neuartige Inhaltsstoffe produzieren (Bioplastik, Impfstoffe), pilzresistenten Weizen ...
Im Energiegarten können Sie unterschiedliche nachwachsende Rohstoffe besichtigen und mehr über deren
Anbau und Eigenschaften erfahren. ...
In der Ausstellung wird erläutert, wie die grüne Biotechnologie entstanden ist, welche Verfahren sie nutzt und was sie von konventioneller Züchtung unterscheidet, welche Produkte sie bisher hervorgebracht hat und welche Vorteile oder Risiken diese Produkte gegenüber anderen Sorten aufweisen. ...
Nach Besichtigung des Schaugartens und der Ausstellung besteht sicher der Bedarf nach Meinungsaustausch und Nachfragen. In einer lockeren Runde - gegebenenfalls bei Kaffee und Kuchen - stehen Experten Rede und Antwort zu fachlichen oder gesellschaftlichen Fragen.

Ausschnitt aus dem Prospekt (S. 2)


Aus der Internetseite "Schaugarten Üplingen":
Die Landwirtschaft der Zukunft soll umweltfreundlich sein und zum Klimaschutz beitragen, weniger Wasser verbrauchen und den Boden schonen. Die Weltbevölkerung wächst und muss ernährt werden. Und auch nachwachsende Rohstoffe konkurrieren um die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, die kaum noch ausgeweitet werden können.
Deshalb sind Pflanzen mit neuen Eigenschaften nötig: Gesunde und vitale Pflanzen, die gute Erträge liefern, unempfindlich sind gegenüber Schädlingen und Krankheiten – und auch bei widrigen Umweltbedingungen wie Kälte, Hitze oder Trockenheit gedeihen.
Ohne eine moderne Pflanzenforschung wird das nicht zu erreichen sein. Überall auf der Welt arbeiten Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen an der Entwicklung neuer Pflanzensorten. Sie nutzen dabei verschiedene Züchtungsmethoden, darunter auch die Pflanzenbiotechnologie.
Wenn es Sie interessiert, wie weit die moderne Pflanzenforschung tatsächlich ist, wenn Sie sich einmal "echte" Freilandversuche anschauen wollen, wenn Sie wissen wollen, ob gentechnisch veränderte Pflanzen zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beitragen können - dann kommen Sie in den Schaugarten Üplingen und machen sich Ihr eigenes Bild.


Aus der Selbstdarstellung des Betreibers BioTechFarm GmbH & Co KG:
Die BioTechFarm GmbH & Co. KG organisiert Feldversuche für Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Institutionen, die neuartige Pflanzen, Pflanzenschutz- und Düngemittel im Feld erproben möchten. Die Gesellschaft stellt hierzu entsprechend geeignete Flächen bereit, bietet Dienstleistungen zur agronomischen Betreuung der Flächen, zum Schutz der Flächen vor Zerstörung und zur PR-mäßigen Begleitung der Feldversuche an. ...
Patentlösungen gibt es nicht. Doch eines ist sicher: Eine moderne Pflanzen- und Agrarforschung ist dabei unverzichtbar. ...
Die wichtigsten Kulturpflanzen, bei denen gentechnisch veränderte Sorten weltweit im Anbau sind, sind Soja, Mais, Raps, Baumwolle und seit 2007 Zuckerrüben. Die mit gentechnischen Verfahren neu eingeführten Merkmale sind Herbizidresistenz und Resistenzen gegen schädliche Insekten. Für die Landwirtschaft eröffnen sich damit Chancen für mehr Nachhaltigkeit.


Aus einem Bericht über das InnoPlanta-Forum am 7.9.2009 auf der BioTechFarm, in: mz-web am 8.9.2009:
Die BioTech-Farm bietet den ortsansässigen Unternehmen und Forschungseinrichtungen Flächen und weitere Dienstleistungen für wissenschaftliche Feldversuche in Üplingen an. "Unser Unternehmen unterhält in Üplingen mit dem Schaugarten die europaweit erste Freilandausstellung. Mit der Kooperation bieten wir den Mitgliedern der Marketinginitiative an, ihre Produkte der modernen Pflanzenzucht dort der Öffentlichkeit zu präsentieren", ergänzt Kerstin Schmidt, Geschäftsführerin von BioTech-Farm.

Offen zugegeben: Eine "öffentliche Bühne" - kein Nutzen, nur eine Quelle für die Auskreuzung ...
Aus dem Text zur BioTechFarm
auf der Gentechnik-Propagandaseite TransGen:
Der insgesamt fünf Hektar große Schaugarten bildet gewissermaßen eine öffentliche Bühne ... Wer sich ein eigenes Bild von Gentechnik und Pflanzenzüchtung machen möchte, wer interessiert und neugierig ist, kann sich zu einem Besuch im Schaugarten anmelden. Schulklassen und Gruppen sind besonders willkommen.

Toll - Risiko zum Anfassen! So wird der Schaugarten erlebt ... (Quelle, Fehler im Original)
Wozu der Schaugarten dient? Pflanzenzüchter und entsprechende Institute haben hier die Möglichkeit Pflanzenzüchtungen zunächst zu erproben und später zu präsentieren. Dazu bietet der Schaugarten der interessierten Öffentlichkeit, beispielsweise Landwirten, Verbrauchern aber auch Schulklassen Führungen an.
Zu den Pflanzenzüchtungen gehören sowohl konventionelle aber auch gentechnisch veränderte Sorten, die hier in friedlichen Koexistenz wachsen. Damit das Ganze auch so bleibt, ist das Gelände umzäunt und auch bewacht. Wer den Schaugarten besuchen möchte, der muss sich vorher anmelden. Derzeit gedeihen auf der Präsentationsfläche auch konventioneller und gentechnisch veränderter Mais sowie konventionelle und gentechnisch veränderte Kartoffeln. Im nächsten Jahr soll auch Weizen dazu kommen. Wer in diesem Jahr den Schaugarten besucht, der kann neben Kartoffeln und Mais aber auch Energiepflanzen besichtigen. Dazu gehören Sonnenblumen, zwei Hirse-Arten, Öllein, halluzinogenfreier Cannabis und Miscanthus, eine Gräserart.
Der Schaugarten wurde übrigens schon von mehreren Seiten gelobt, mit ihm würde die Gentechnik endlich nicht mehr nur theoretisch diskutiert, sondern viele Menschen können sie in der Praxis erleben und auch ein Stück weit verstehen.
Auch wenn ich denke, dass Gentechnik nicht vorbehaltlos hingenommen werden sollte, ist dies ein guter Weg, um sie eben doch der Allgemeinheit verständlicher zu machen und damit so manches Missverständis zu klären.


Aus der Broschüre "Nachhaltige Landwirtschaft durch Pflanzenbiotechnologie" des Schaugartens
Umwelt und Pflanzenbiotechnologie gehören einfach zusammen. Im Klartext: Pflanzenschutz wird in Nutzpflanzen integriert. Der Landwirt setzt weniger Pflanzenschutzmittel gezielter ein. Dadurch muss er weniger pflügen und seine Landmaschinen weniger benutzen. Das spart Kraftstoff, senkt so auch den CO2 -Ausstoß und verringert die Gefahr der Bodenverdichtung und -erosion.
Die Bedeutung für unseren Alltag liegt in diesem Bereich also auf der Hand – schließlich möchten wir unsere Erde nachfolgenden Generationen in gutem Zustand hinterlassen.

Ausgesprochen spannend ist, wie die Propagandaveranstaltungen ablaufen und wie dort auf kritische Fragen geantwortet wird. Die Besichtigung des Schaugartens am 6.9.2010 wurde vollständig mitgeschnitten. Die Tonbandaufnahme liegt vor. Danach führt Kerstin Schmidt die Gruppe durch den Schaugarten und bewirbt - erwartungsgemäß einseitig - die dort zu sehenden Pflanzen. Nach etwas mehr als sechs Minuten steht die Gruppe an einer Fläche mit MON810-Mais. Von einer Besucherin kommt die Frage an Kerstin Schmidt zur möglichen BT-Schädlichkeit z.B. bei Kühen. Sie antwortet so: "Also es gibt sehr, sehr viele Untersuchungen dazu ... BT-Untersuchungen gibt’s auf der ganzen Welt von allen möglichen wissenschaftlichen Einrichtungen, von Unternehmen – also da gibt’s Tausende von. Und es gibt kein Einziges, wo solche Effekte wirklich statistisch nachgewiesen wurden“. Die Debatte geht dann zunächst weiter um Bodenlebewesen. Schließlich (12:15) folgt die Frage: „Können Sie mir das Forschungsinstitut nennen, dass das so genau untersucht hat ...?“ „Ich kann Ihnen ein paar Forschungsinstitute aus Deutschland nennen, dass ist die RWTH Aachen, dass ist die Biologische Bundesanstalt Braunschweig, heutzutage Julius-Kühn-Institut, das ist die FAL, die heißen von-Thünen-Institut oder teilweise Julius-Kühn-Institut. Das sind die, die ich jetzt so spontan aus Deutschland nennen könnte“. O-Ton zum Anhören (12:15 bis 12:45).
Doch stimmt das?

Im Original: Überprüft: Fütterungsversuch bei JKI und vTI ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Die Bundesregierung hat Gentechnik befürwortende PR-Agenturen beauftragt, eine Infoseite über die Biosicherheitsforschung zu machen. Die dortige Suche nach Studien zur Fütterung von Kühen mit MON810 erbringt folgende Ergebnisse, zunächst nach de Stichworten "fütterungsversuch" und "kuh":

und dann noch einfacher nur nach de Stichwort "Kühe":

Jedesmal wird nur eine Studie angezeigt - nämlich die in Grub. Auf die wollte Kerstin Schmidt aber nicht eingehen, sie ist auch sehr umstritten, weil viele Kühe starben und im Versuchsverlauf ausgetauscht werden mussten. Ein Einblick in die Original-Messdaten ist bislang auch verweigert worden.
Klar ist aber: JKI und vTI haben hier keine Fütterungsversuche in der Daten.

Suche nach "Fütterungsversuch" (ebenso nach "Kühe" usw. überprüft) in der Datenbank Forschungsprojekten des JKI. Das Ergebnis: Nur ein Forschungsprojekt mit Fütterung - aber hier geht es um Raps. Also Fehlanzeige. Eine Fütterungsstudie des JKI mit Kühen gibt es nicht.


Dasselbe in der Datenbank Forschungsprojekten des vTI. Noch klareres Ergebnis: Kein Forschungsprojekt mit Fütterung.

Es ist also klar: Kerstin Schmidt hat sich die Studien schlicht ausgedacht. Nicht einmal geschönte Ergebnisse vorgetäuscht - nein, die ganzen Studien gibt es nicht! Es war eine harmlose Frage. Die skeptische Besucherin wird von der BioTechFarm-Chefin mit Lügen beruhigt.

Der Rundgang geht aber noch weiter. Zwischendurch haut Kerstin Schmidt mal die neue Erkenntnis raus: „Erdöl ist auch nichts anderes als alte Pflanzen“ (24:00). Später am Weizenfeld folgt nach ihrer Behauptung, die Ausbreitung in die Umgebung durch Tiere würde strikt unterbunden, wieder ein skeptische Frage: „Mäuse kommen da nicht rein?“ „Da ist noch mal ein Nagerzaun“ (27:42). Der wird dann betrachtet und es kommen Zweifel auf wegen der Maschenweite. Das Phänomen tritt überall an Genversuchsfeldern in Deutschland auf: Die haben Auflagen, vor Mäusefraß geschützt zu werden, aber die Zäune dafür sind untauglich. Und was macht Kerstin Schmidt: Sie bestreitet gar nicht, dass da Mäuse durchkommen können (obwohl das ein Versuchsauflage ist, das zu verhindern), sondern sagt: „Aber selbst wenn, was soll da passieren“ (28:07) und kurz danach plötzlich: „Ja, es ging vor allem Hamster“ (28:22). Also: Ein Mäuseschutzzaun ist okay, wenn er nichts bringt, aber es ohnehin um Hamster geht (auch wenn in der Auflage auch Mäuse gemeint sind). O-Ton zum Anhören

So sieht er aus, der Mäuseschutzzaun am Weizenfeld der BioTechFarm:

So stapft die Gruppe weiter und hört zwischendurch Kerstin Schmidt sagen: „Sie haben bei dem Glyphosat ja keine Bodenwirkung“ (34:05). Dann ein weiterer Knüller: Ein Besucher zeigt auf Raps am Feld mit Round-up-resistenten Rüben. Schmidt ist überrascht: „Wo ist Raps?“ Offenbar ist ihr das noch nicht einmal bekannt gewesen. Als ihr der Raps gezeigt wird, folgt die Bemerkung: „Das ist einfach Durchwuchs“. Offenbar scheint sie das nicht zu beunruhigen. Der Raps ist gentechnisch verändert, denn er wächst auf einem Roundup-behandelten Feld. Folglich gibt es selbst auf den eigenen, hochbewachten Versuchsäckern der Gentechnikbranche keine ausreichende Kontrolle!O-Ton zum Anhören (33:55 bis 14:38).
Schmidt stört das wenig. Am Ende des Spazierganges spricht sie über Maßnahmen gegen Auskreuzung: „Es wird nichts 100%ig funktionieren – dafür haben Biologie“ (36:55).

Im Original: Fotos und Berichte ... Diese Bilder ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden

Oben: Der Rand des eingezäunten Schaugartens 2009 - mit Gänsen als Wächter. Daneben eine Propagandatafel.
Unten: Flaggen auf dem Gelände des Hofgutes und Wegweiser an der Straße.

Aus "Veit Wolpert als "Messe-Besucher" im Schaugarten unterwegs" in: Volksstimme am 11.8.2010
Schrader erläutert, dass der Schaugarten in Üplingen wie eine Messe zu verstehen sei, auf der sich Besucher darüber informieren, welche Forschungsentwicklungen es gibt.

Aus einem dpa-Text, zu finden auf Proplanta am 16.9.2008
Schrader spricht von «verhärteten Fronten», die es aufzuweichen gilt. Diesem Ziel dient auch die neueste Idee: Schrader führt Besuchergruppen durch den europaweit ersten Schaugarten für gentechnisch veränderte Pflanzen.
Ein brusthoher Maschendrahtzaun soll Eindringlinge abhalten, mehrere Sicherheitsleute patroullieren rund um das Gelände, und es gibt sogar einen Wachturm. Eine dichte Wand aus Mais verwehrt jeden Blick ins Innere. Nachdem der Besucher Zaun und Mauer aus Mais überwunden hat, steht er auf einem Gelände, etwa so groß wie ein Fußballfeld. In der Mitte wachsen verschiedene Kartoffelsorten auf langen, schmalen Parzellen. An den Seiten steht Mais in den verschiedensten Varianten: große und kleine Sorten, konventionell gezüchtet und gentechnisch verändert.
Schrader bückt sich, nimmt einige Blätter einer Kartoffelpflanze in die Hand. In Polo-Hemd und Jeans führt der sportliche Endvierziger die Besucher durch den Garten. Begeistert zeigt der Biologe auf sein Lieblingsbeispiel, das auf dem Feld in der Mitte zu sehen ist.
Schnurgerade zieht sich eine Linie durch die Pflanzen. Links sind die Blätter welk und braun, die Kartoffeln klein und schrumpelig. Hier hat die Phytophtora, die Kraut- und Knollenfäule gewütet - eine der häufigsten Pilzkrankheiten bei Kartoffeln und Tomaten. Rechts dagegen frisches Grün, schöne feste Knollen die Gentechnik lässt grüßen. Der Effekt ist perfekt, der Besucher staunt, und Schrader ist zufrieden.
Während die konventionelle Pflanze der Krankheit nichts entgegenzusetzen hatte, wurden der Kartoffel nebenan zwei Resistenzgene aus einer Wildkartoffel eingesetzt, erklärt er. «Darauf sind die Landwirte ziemlich scharf», sagt Schrader, «normal muss man etwa zehnmal spritzen.»


Aus dem Mitschnitt der Begehung des Schaugartens (mit Minutenangaben aus der Aufzeichnung)
Frage an Kerstin Schmidt (9:30) beim Thema von BT-Schädlichkeit z.B. bei Kühen. Antwort: „Also es gibt sehr, sehr viele Untersuchungen dazu ... BT-Untersuchungen gibt’s auf der ganzen Welt von allen möglichen wissenschaftlichen Einrichtungen, von Unternehmen – also da gibt’s Tausende von. Und es gibt kein Einziges, wo solche Effekte wirklich statistisch nachgewiesen wurden“. Debatte geht weiter um Boden ...
Dann (12:25) die Frage: „Können Sie mir das Forschungsinstitut nennen, dass das so genau untersucht hat ...?“ „Ich kann Ihnen ein paar Forschungsinstitute aus D nennen, dass ist die RWTH Aachen, dass ist die Biologische Bundesanstalt Braunschweig, heutzutage Julius-Kühn-Institut, das ist die FAL, die heißen von-Thünen-Institut oder teilweise Julius-Kühn-Institut. Das sind die, die ich jetzt so spontan aus Deutschland nennen könnte“
„Erdöl ist auch nichts anderes als alte Pflanzen“ (24:00)
Später am Weizenfeld nach der Behauptung, die Ausbreitung in die Umgebung durch Tiere würde strikt unterbunden. Frage: „Mäuse kommen da nicht rein?“ „Da ist noch mal ein Nagerzaun“ (27:42) ... wird betrachtet, Zweifel wegen Maschenweite ... „aber selbst wenn, was soll da passieren“ (28:07) ... „ja, es ging vor allem Hamster“ (28:22)
„Sie haben bei dem Glyphosat ja keine Bodenwirkung“ (34:05)
Besucher zeigen Raps. Schmidt ist überrascht: „Wo ist Raps?“ ... „das ist einfach Durchwuchs“ – auf einem Roundup-Feld! Also selbst auf deren Acker keine Kontrolle! (34:18)
Maßnahmen gegen Auskreuzung: „Es wird nichts 100%ig funktionieren – dafür haben Biologie“ (36:55)



Weitere Berichte über Besuche im Schaugarten

Keine Mantelsaat - auch egal
Am 26.8.2010 stellte die Überwachungsbehörde auf einem Spaziergang durch den Garten eher zufällig fest, dass große Teile der vorgeschriebenen Mantelsaat fehlten. Aber eine Überwachungsbehörde, deren Chef Gründungsvorsitzender von InnoPlanta war und die auch weitgehend auf die vorgeschriebene Kontrolltätigkeit verzichtete, stört sich an so etwas nicht - ebenso wie das BVL, dass den Bruch von Sicherheitsbestimmungen wie üblich akzeptierte.


Aktenvermerk von der Besichtigung des Schaugartens durch die Überwachungsbehörde am 26.8.2010
Auch der fehlende Mäuseschutzzaun war dem BVL immer bekannt. Dennoch behauptete die Bundesregierung in der Antwort auf eine Anfrage (Bundestagsdrucksache 17/9619 vom 24.5.2012): "Der Bundesregierung/BVL liegen keine Informationen der überwachenden Landesbehörden vor, dass bisher durch eine Freisetzung im Schaugarten Üplingen gegen Auflagen der Nebenbestimmungen verstoßen worden wäre."

Anfrage der Grünen im Landtag - Regierung lügt und vertuscht

Die Grünen stellten im Landtag eine Anfrage zu Durchführung und Förderung von Gen"versuchs"feldern in Sachsen-Anhalt In der Antwort der Regierung (Landtagsdrucksache KA 6/7310) reihen sich Lügen und Vertuschungen aneinander. In einer Stellungnahme wurden diese aufgelistet mitsamt nachweisen. Die einseitige Pro-Gentechnik-Politik steht in einem diametralen Gegensatz zur anlasslosen Kriminalisierung von GentechnikkritikerInnen durch staatliche Institutionen in dem Land (siehe am Ende der Stellungnahme).

Schaugarten in Üplingen (Betreiber: BioTechFarm)

Über den Schaugarten Üplingen findet sich ein
Text ab Seite 15 in der Broschüre "Organisierte
Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF)

Der dritte und neueste, deutsche BioPark, gemeinsam organisiert aus den Seilschaften der Länder Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, entstand im Westen Sachsen-Anhalts, 50 km westlich von Magdeburg: Eröffnet im Juli 2008, dient die Üplinger BioTechFarm nach eigener Darstellung der Beeinflussung von Meinungen über Gentechnik. Zudem entwickelte sich der Ort schnell zum wichtigen Baustein im unübersichtlichen Gewirr von Firmen, das schon an IPK und AgroBioTechnikum wirkten. Von den dortigen und weiteren BetreiberInnen vor allem der staatlich hoch geförderten Forschungsfelder wurden Zweitflächen von Versuchsfeldern angemeldet, die am AgroBioTechnikum oder auf Firmengelände liegen. Ständig kommen neue Versuche hinzu. Hier wirkten sich einerseits die guten Kontakte zu Forschungsinstituten und Firmen aus, andererseits drängen diese nach Üplingen, weil ihnen andernorts der Wind des Protestes immer stärker ins Gesicht weht. Am 7.9.2009 schlossen IPK-Gentechnikfirmen und BioTechFarm-MacherInnen einen Vertrag über die Verlagerung der Freisetzungen von Gatersleben nach Üplingen. Damit dürfte sich die BioTechFarm zum wichtigsten Mehrfachversuchsstandort in Deutschland entwickeln. Sollte das AgroBioTechnikum weiter unter Druck geraten, könnte es schnell auch der einzige sein.
2009 wurden im „Schaugarten Üplingen“, wie er auch heißt und von den PR-Strategen von TransGen vermarktet wird, Versuchsflächen von Pioneer (Mais), BASF (Kartoffeln), Monsanto (Mais), der Uni Rostock (Weizen und Kartoffeln) und KWS (Round-up-Ready-Rüben) angemeldet. Dreist organisierten sich die BetreiberInnen eine Freisetzungsgenehmigung für den MON810-Mais. Was LandwirtInnen in Deutschland verboten ist, darf hier zu reinen Propagandazwecken in die Landschaft gebracht werden!
Die Geschichte der BioTechFarm wirft ein bizarres Licht auf die Kaltblütigkeit der Gentechnik-Seilschaften und auf die Schwäche aktueller Umweltschutzstrategien. Ausgangspunkt der Entwicklung war nämlich eine PR-Kampagne für Nachhaltigkeit. Das Dorf Üplingen wurde zum Aushängeschild für eine nachhaltige Entwicklung der Welt. Der Titel des UN-Dekadeprojektes: „Das Dorf Üplingen als Agenda 21 Siedlung und Motor der nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum - Üplingen 2049“.72 Als eines der Projekte wurden Renovierung und Ausbau des Stiftsgutes Üplingen vorangetrieben. Das alles sollte ein „Leitprojekt des Bördekreises für die integrierte ländliche Entwicklung“ ergeben (Faltblatt aus 2005).73 Anfangs war sogar das in Nachhaltigkeitsfragen renommierte Wuppertal-Institut als Projektpartner beteiligt. Auf der Internetseite zur UN-Dekade wird das Projekt auch noch ganz harmlos, allerdings von Anfang an verschwommen wie bei Nachhaltigkeitsprojekten üblich, beschrieben:


Zwei Jahre später plätscherte das Nachhaltigkeitsprojekt gemächlich, aber noch in der ursprünglichen Form vor sich hin. Im Mittelpunkt stand die Renovierung des Stiftsgutes. Eigentümerin war und ist die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz. Verpachtungen liefen über die niedersächsische Landesverwaltung (GLL).74 Das Geld aber kam vor allem von Karl-Heinz Lichtschläger und dessen Saatgutwirtschaft S.G.L. in Erftstadt (bei Köln). Er pachtete das Stiftsgut, wurde zum reichen Mäzen aus dem Westen und dominierte die Abläufe im 100-EinwohnerInnendorf Üplingen und in der für die Aktivitäten gegründeten ARGE Üplingen.75 Als Vorsitzender des Bundesverbandes der Vermehrungsorganisationen mit Saatgut (BVO) verfügte er über gute Kontakte bundesweit, u.a. zur Gentechnik-Lobbygruppe Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP).
Mitte 2007 wurde ein Papier mit vier Zielen für das Nachhaltigkeits- und UN-Dekaden-Projekt verfasst. Eine geplante Biogasanlage wurde als neues Projekt eingebunden. Ihre Restwärmenutzung sollte zu diesem Zeitpunkt aber noch dem Umweltschutz dienen. Die Titel der vier „Einzelmaßnahmen“ im Papier:

1. Nutzung der Restwärme der Biogasanlage in Üplingen: ...
2. Einrichtung eines Büros für die Forschung, Betreuung und Entwicklung von regenerativen Energiesystemen: ...
3. Tagungs- und Weiterbildungszentrum erneuerbare Energien: ...
4. Transnationale Zusammenarbeit: ...76

Doch im Laufe der Jahre 2007 (zunächst verdeckt77) und 2008 griffen die Gentechnik-Seilschaften zu: Uwe Schrader, Vorsitzender von InnoPlanta, Macher aus dem Filz am Gaterslebener IPK und FDP-Politiker im Land, gründete die BioTechFarm und traf sich schon vorab im typischen Geflecht mit Konzernvertretern und den zuständigen Landesbehörden. Nichts und niemand stellte sich ihm in den Weg.

Zudem organisierte Uwe Schrader Gelder und zog die Fäden über den Mäzen des ehemaligen Nachhaltigkeitsprojektes, Lichtschläger. Die Idee eines Schaugartens und Zentrums für gentechnische Pflanzenzüchtung entstand - mit Uwe Schrader als erstem Geschäftsführer. Im April 2008 gab er diesen Posten an die Überall-Geschäftsführerin Kerstin Schmidt weiter, blieb aber „Beirat“ der Farm. Die sachsen-anhaltinischen und mecklenburgischen Seilschaften brauchten neue Flächen. Das AgroBioTechnikum schwächelte, war wenig ausgelastet und kommunalpolitisch zunehmend umstritten. Im IPK zerstörten AktivistInnen das letzte Genfeld,78 das Projekt in Gatersleben war zudem im Laufe der Jahre mehr und mehr in die Kritik geraten. Interner Druck auf die verstrickten Funktionäre der beteiligten Kirche ließen die Gentechniklobbyisten neues Land suchen. Sollte nun in Üplingen das neue El Dorado für Gentechnik und Geldwäsche entstehen? Die im Zuge des Nachhaltigkeitsprojektes entstandene Infrastruktur wurde handstreichartig übernommen. Innerhalb eines Jahres wandelte sich die Zielsetzung - geschickt und kaum merklich. Wendepunkt: Das Symposium 2008 zur Nachhaltigkeit. Dort trat Uwe Schrader erstmals öffentlich auf. Er ist selbst nicht in der Gentechnik tätig, sondern organisiert Infrastruktur und Fördermillionen für ForscherInnen und Firmen. Als ehemaliger Referent im Wirtschaftsministerium verfügt er über ausreichend Kontakte. Sein Auftritt in Üplingen wurde auf der Internetseite zum Symposium dokumentiert.79

Zudem wurde die Studie "Wirtschaftliche Zukunftsfelder in Ostdeutschland" vorgestellt, die offensiv für die Gentechnik warb: "Die Biotechnologie hat sich innerhalb weniger Jahre in Deutschland zu einer Boom-Branche entwickelt, was sich an der wachsenden Zahl innovativer Firmengründungen ablesen lässt. In keinem anderen europäischen Land gibt es derzeit vergleichbar viele Standorte, an denen sich Biotechnologie-Unternehmen angesiedelt haben, wie in Deutschland. Die Gründe liegen ähnlich wie in anderen europäischen Regionen u.a. in der staatlichen Förderung, mit der finanzielle Schwierigkeiten in der Anfangsphase der Unternehmen abgefangen werden können. Positiv hat sich ferner ausgewirkt, dass die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und wirtschaftlicher Anwendung spürbar verkleinert werden konnte." (S. 124) Die Arbeit stammte aus der Universität Rostock stammte, die von der benannten staatlichen Förderung der Gentechnik profitiert.

Der Deal mit den Versuchsfeldern war auch mit - wieder einmal willfährigen - staatlichen Stellen geklärt. Schon am 15.1.2008 trafen sich Uwe Schrader, Monsanto und die Überwachungsbehörden in Üplingen. Das Planungspapier aus dem Jahr 2007 wurde umgeschrieben.


Auszug einer Begehung - aus den Akten bei der Überwachungsbehörde in Sachsen-Anhalt

Das oben zitierte Planungspapier aus 2007 wurde umgeschrieben. Der Punkt vier des Projektplanes wurde ausgetauscht, „Transnationale Zusammenarbeit“ mutierte zum „Zentrum für Pflanzenzüchtung“. Die Biogasanlage erhielt eine neue Bestimmung als Kraftwerk für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen. Plötzlich las sich die Liste so:

Aus den Zielen im überarbeiteten Projektpapier vom Mai 2008:
1. Nutzung der Restwärme der Biogasanlage in Üplingen: ...
2. Einrichtung eines Büros für die Forschung, Betreuung und Entwicklung von regenerativen Energiesystemen: ...
3. Tagungs- und Weiterbildungszentrum erneuerbare Energien: ...
4. Zentrum für Pflanzenzüchtung: ...

Ein unscheinbarer, aber weit reichender Austausch. In einem Rundbrief, dem der veränderte Text als Ergebnis einer Besprechung angefügt war, behaupteten die Autoren dreist: „Im Ergebnis wurden die bereits definierten Entwicklungsziele bestätigt ...80 Die Übernahme des Nachhaltigkeitsprojektes durch die wichtigsten Seilschaften deutscher Gentechnik wurde so weitgehend vertuscht. Aus einem - politisch schwächlichen - Nachhaltigkeitsprojekt81 wurde geräusch- und übergangslos das aggressivste und vielleicht demnächst auch für Forschungsgeldflüsse wichtigste Agro-Gentechnikprojekt in Deutschland. Der gesamte Text des neuen, letzten Absatzes:

4. Zentrum für Pflanzenzüchtung
Es soll ein Zentrum für Pflanzenzüchtung nach einem modularen System entstehen. Als erster Schritt soll eine Verbindung von Pflanzenzüchtung und Öffentlichkeitsarbeit realisiert werden. Auf einer Ackerfläche neben dem Gutshof erfolgt im Rahmen eines wissenschaftlichen Züchtungsprojektes der Freilandanbau gentechnisch veränderter Pflanzen, der ein Bestandteil des nach Bundesrecht durchzuführenden Zulassungsverfahren ist.
Auf einer zweiten Fläche entsteht ein Schaugarten, in dem innovative Pflanzen für den Energiebereich präsentiert werden. Dieser kann während der Vegetationsperiode besichtigt werden. Im Schaugarten werden sowohl herkömmlich gezüchtete Pflanzen als auch gentechnisch veränderte angebaut, für die eine entsprechende Genehmigung der zuständigen Bundesbehörde vorliegt.80

BefürworterInnen einer auf Profitmaximierung zielenden Gentechnik, die auf Gemeinderat und NachbarInnen wenig Rücksicht nehmen, bestimmten nun den Ort. Entstanden war ein Wolf im Schafspelz, ein Ort der Gehirnwäsche für Gentechnik unter dem Banner der Nachhaltigkeit. BesucherInnen von Bildungsveranstaltungen zur Nachhaltigkeit im Stiftsgut Üplingen werden durch Gentechnik-Pflanzungen geführt. Das gutgemeinte (aber von Beginn an schlecht gemachte) Engagement für Nachhaltigkeit wird der Gentechnik geopfert. Die absurde Verbindung wird im Prospekt des Gentechnik-Schaugartens82 sogar offen benannt: „Der Ort Üplingen wurde von der UNESCO und dem Deutschen Nationalkomitee 2005 im Rahmen der UN-Dekade ,Bildung für nachhaltige Entwicklung' ausgezeichnet. Damit ergeben sich für die Schaufarm zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Fortentwicklung dynamischer Bildungsprojekte.“ Wie das praktisch aussieht, ließ sich im September 2008 bestaunen.

Das 6. Symposium ,Bildung für nachhaltige Entwicklung' am 27.09.2008 im Stiftsgut Üplingen, als Beitrag zum ,Tag der Regionen' und zu den ,Aktionstagen Bildung für nachhaltige Entwicklung' der Deutschen UNESCO-Kommission/Nationalkomitee ... Geplante Programmpunkte sind: ... Darstellung des ,Schaugartens Üplingen' mit den ,Pflanzen der Zukunft'.83

Im Original: Bilder einer Machtübernahme ... Diese Bilder ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden

Aus dem Agenda-21-Dorf wird eine Gentechnik-Hochburg. Oben das Ortsschild und im Hintergrund der Schaugarten.
Unten: Das halbe Dorf ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Im Hintergrund eine Schautafel, die nicht mehr zugänglich ist.


Im Konflikt mit BesetzerInnen des Schaugartens im März 2009 beanspruchte Kerstin Schmidt mit der Firma das Hausrecht über das gesamte Gelände des Hofgutes und einigen Teilen des Dorfes. Gerichte bestätigten die Betretungsverbote, ebenso die Versammlungsbehörde bei Anmeldung gentechnikkritischer Demonstrationen. Die Machtübernahme der Gentechnikseilschaften zeigt sich deutlich.

Auszug (oben) und Anlage (unten) aus dem Schreiben der BioTechFarm GmbH vom 17.3.2009


Foto: Durchgang von der Neustadt (eine von zwei Straßen in Üplingen) zum Dorfpark. Das Schild lädt zum Betreten ein, der Park soll auch nach Beschlusslage der Kommune öffentlich bleiben. Doch GentechnikgegnerInnen erhielten Strafanzeigen und wurden entsprechend von der Polizei behandelt, als sie durch den Park spazierten (das Foto entstand bei diesem Spaziergang).

Der Skandal um die Umwidmung des Hofgutes aber ging weiter. 2011 organisierte die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz den Bau des Tagungszentrums für die Gentechnikseilschaften. Das Ganze wurde als dörfliches Begegungszentrum getarnt und aus EU- und Landesmitteln bezuschusst. In einer Anfrage der Grünen im Landtags wurde das hinterfragt. Die Landesregierung antwortete:

Doch das war gelogen. Am 21.3.2012 fragten gentechnikkritische Gruppen wegen einer Veranstaltung an. Diese wurde verboten - genau von der BioTechFarm GmbH. Auszug aus deren Brief:

Genehmigungsrechtlich sind die Genversuchsfelder in Üplingen ein Sonderfall: Die Felder sind überwiegend Zweitstandorte – ihre Hauptflächen liegen am AgroBioTechnikum oder, wie bei der KWS, auf Firmenflächen. Die Verbindung ist kein Zufall, sondern Ergebnis der Verbindung zwischen den Seilschaften in der Gentechnik: Kerstin Schmidt ist auch Geschäftsführerin des AgroBioTechnikums, Firmen wie BASF und KWS sind über Lobbyverbände der Gentechnik wie InnoPlanta ebenfalls überall mit dabei. Biovativ, die als Auftragsfirma für Universitäten und Firmen schon am AgroBioTechnik die Felder anlegte, ist auch hier als Dienstleistungsunternehmen tätig. Seit 2009 weht auch im Hof des Schaugartens Üplingen die Firmenfahne.
Doch eines ist ganz einmalig: In Üplingen stand 2009 und 2010 der Bt-Mais MON810. Der war im übrigen Bundesgebiet verboten - weil gefährlich. Aber hier stand er. Die Welt schrieb in einem Jubelartikel am 22.9.2009 von MON810 auf der Farm. Im Tageblatt stand am 25.8.2009: „Der Bt-Mais MON 810 wiegt sich im Wind - genauso wie die Hybridzüchtungen nebenan. Den kleinen Unterschied erkennen Laien nicht. Lediglich die Schilder "Pflanzen sind nicht zum Verzehr bestimmt. Betreten für Unbefugte verboten", Vogelschutznetze und Turm erinnern die Besucher, dass es kein Garten wie jeder andere ist. Eine Mantelsaat soll verhindern, dass Genmais-Pollen zu weit fliegen.“ Auf der Internetseite des Schaugartens hieß es dann 2010 selbst: "Die im Schaugarten gezeigten Bt-Maissorten sind vor allem Sorten des in der EU für den Anbau zugelassenen Bt-Maises MON810." Und in der Tat: Es lag eine Einzelgenehmigung des BVL vor. Was kein Bauer durfte: Für die SeilschafterInnen machten die staatlichen Kontrolleure den Weg frei - für ein reines Werbeprojekt! Damit der verbotene Mais auch überzeugt, gab es gleich den Vergleich daneben: "Zum Vergleich wachsen auf den Nachbarparzellen die jeweiligen konventionellen Vergleichssorten mit gleichen Anbaueigenschaften." Besonders schwer ist es dann ja nicht, dafür zu sorgen, dass sie um einiges jämmerlicher aussehen.

Im Original: Gentech-Felder in Üplingen ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Felder 2009: Versuchsflächen folgender Firmen und Universitäten waren beantragt:
  • Pioneer: Mais
  • BASF: Kartoffeln
  • Monsanto: Mais (2x), darunter der in Deutschland verbotene MON810 (mit BVL-Extragenehmigung)
  • KWS: Zuckerrüben (Roundup-Ready-System von Monsanto) ++ Presseinfo der KWS dazu
  • Uni Rostock (Versuchsleitung: Prof. Broer): Weizen, Kartoffeln
Übersicht neu angemeldeter Versuche laut Mitteilung des Landesverwaltungsamtes vom 14.1.2009 (noch ohne KWS)



Oben: Aus dem Standortregister für 2009
Unten: Eintrag im Freisetzungsregister von MON810


Felder 2010

Oben: Aus dem Standortregister für 2010
Unten: Aus dem Prospekt "Schaugarten Üplingen" mit Beschreibung der einzelnen gv-Pflanzen

Der Text zur Zuckerrübe zeigte sich im Verlauf des Jahres dann überholt. Die Roundup-Ready-Rübe H7-1 von KWS wurde im September 2010 in den USA verboten. In Üplingen blieb sie stehen.


Ausschnitte aus der Schaugartenbroschüre "Feldführer 2010"

Üplingen aber ist mehr als Gentech-Felder. Gebäude und Flächen sind der wichtigste Treffpunkt der Seilschaften. Das bisher größte Treffen war das InnoPlanta-Forum am 7.9.2009, als 100 dicke Limousinen auf die von Polizei und Wachschutz abgeschirmten Parkplätze der BioTechFarm fuhren. Eingeladen hatte der Gentechnik-Lobbyverband InnoPlanta und bot ein Tagungsprogramm mit illustren Gästen aus Medien und Politik. Das fachliches Niveau wurde von unabhängigen BesucherInnen als "peinlich" bis "unterirdisch" bezeichnet. Dafür traten klangvolle Namen aus Politik und Gesellschaft auf. Das Geschehen spaltete die Anwesenden in vier Gruppen: Die Seilschaften der Gentechnik drinnen, per Arbeitsauftrag zu ihrer Unterstützung eingesetzte willige VollstreckerInnen in Uniform, die Proteste weniger unabhängiger AktivistInnen, die ganztags vor dem Stiftsgut gegen die Gentechnik-Geflechte demonstrierten, und das merkwürdige Fehlen von Umweltgruppen, Öko- und anderen BäuerInnen.
Ein Jahr später hatte das InnoPlanta-Forum an Glanz verloren. Statt Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement trat die seit Jahren in den Seilschaften agierenden, also quasi 'hauseigene' FDP-Abgeordnete Christel Happach-Kasan als FestrednerIn auf. Die TeilnehmerInnenzahlen aus den großen Konzernen halbierte sich, viele bekannte Personen fehlten ganz. Die GesamtbesucherInnenzahl wurde nur gehalten, weil fast fünfzig GentechnikkritikerInnen im Saal weilten.

Nicht nur InnoPlanta unterstützt den Schaugarten. Direkt verbandelt sind auch die Gentechnik-PR-Agenturen aus Aachen rund um den ehemaligen Umweltverbands-Funktionär Spelsberg und GentechnikerInnen der RWTH Aachen, die auch für das Forum Bio- und Gentechnologie die Werbung organisieren. Der Webgestalter im Impressum der Internetseiten von Schaugarten, TransGen und dem Aachener Forum ist immer der gleiche. Der Leiter des Mais-Versuchsfeldes der RWTH Aachen, Stefan Rauschen, erhielt 2010 den InnoPlanta-Preis für seine Verdienste in der Propaganda für diese Technik

Schwacher Widerstand

Am 12. März 2009 wurde der Schaugarten von GentechnikgegnerInnen besetzt. Im Konflikt beanspruchte Kerstin Schmidt mit ihrer Firma das Hausrecht über das gesamte Gelände und das halbe Dorf.84 Die Notwendigkeit verstärkten Widerstandes begründet sich darin, dass Firmem vom IPK-Gelände in Gatersleben, Agrarkonzerne und das nahegelegene JKI mit Hauptsitz in Quedlinburg verstärkt die Üplinger Flächen nutzen könnten und - siehe den Vertragsabschluss am 7.9.2009 - auch wollen. Schon 2009 waren insgesamt neun Freisetzungsversuche angemeldet - Rekord in Deutschland.85 Die Ausdehnung der Versuchsfelder steht bevor. Die Tagungen auf dem Hofgut gehören zu den Hauptvernetzungstreffen der Gentechnik-Seilschaften. Viel Anlass zum Handeln also. Doch von Umweltverbänden oder einschlägigen Parteien ist in Üplingen wenig oder nichts sehen - wenn sie nicht sogar, wie die grüne Bundestagsabgeordnete beim InnoPlanta-Forum 2009 auf der anderen Seite mitmischten.

Im Original: Protest von NGOs, Grünen und anderen... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Oscherslebener Erklärung vom 12.3.2008 (BUND Sachsen-Anhalt, NABU Sachsen-Anhalt, Verbund Ökohöfe Wanzleben,
Bürger der Gemeinde Ausleben und Warsleben und Kreisverband Börde BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mammendorf)
Wegen der zu erwartenden möglichen Gefahren und Benachteiligungen fordern die Bürgerinnen und Bürger die Wirtschaftsbeteiligten im Landkreis Börde auf, in den nächsten fünf Jahren im Landkreis Börde keinen Anbau von Genveränderten Organismen (GVO) durchzuführen. Vielmehr erscheint den Bürgerinnen und Bürgern eine Stärkung der konventionellen, umweltschutz-orientierten und ökologischen Produktion für die langfristige Naturstabilität und für die Wirtschaftlichkeit der ansässigen Unternehmen als der richtige Weg. Die Unterzeichner der Erklärung empfehlen allen Landeigentümern, landwirtschaftliche Fläche nur an Landwirte zu verpachten, die im Pachtvertrag zusichern, GVO-frei zu wirtschaften. Die Unterzeichner erachten die möglichen langfristigen ökologischen und gesundheitlichen Folgen eines breiten langjährigen GVO-Anbaus als nicht ausreichend geklärt. Der Kreistag wird aufgefordert, die Oscherslebener Erklärung überparteilich per Beschlussfassung zu unterstützen.
Den Anbau von Gen-Pflanzen halten die Unterzeichner aus folgenden Gründen für problematisch:
  • Die überwiegende Mehrheit der Konsumenten will Lebensmittel, die ohne GVO produziert worden sind. Die überwiegende Mehrheit der Landwirte lehnt den GVO-Anbau ab.
  • Ein möglicher GVO-Anbau gefährdet das entstandene, sehr gute Image der Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft in der Magdeburger Börde.
  • Ökolandwirte und Imker werden bei GVO-Anbau in der Region in ihrer Existenz bedroht.
  • Gentechnik im Freiland kommerziell angebaut führt nach einer bestimmten Zeit zu einer GVO-Grundkontamination ähnlich wie bei Pestiziden – anders als bei Pestiziden ist aber eine Selbstvermehrung bei GVO möglich. Eine Rückholbarkeit ist nicht gegeben.
  • Eine Trennung von GVO-freien und GVO-Produkten in der Landwirtschaft ist nur mit immensem bürokratischen und finanziellen Aufwand möglich. Die Hauptlast tragen nach jetziger Gesetzeslage die GVO-frei wirtschaftenden Landwirte, Verarbeiter und Händler. Dies ist ungerecht, denn derjenige der kontaminiert, müsste auch den Trennungsaufwand tragen.
Kritik von Imkern
Stellungnahme des Sprechers der Buckfastimker Sachsen- Anhalt, Bodo Baron v. Schilling (Fehler im Original)
Als Sprecher des Landesverbands der Buckfastimker Sachsen-Anhalt, sind wir gegen die Freilandversuche mit genveränderten Weizen im Landkreis Börde. Wir Imker zeigen schon seit Jahrhunderten, wie man Zucht und Forschung betreibt. Um reine Linien zu halten oder um neue Eigenschaften zu züchten, gehen wir auf verschiedene Inseln, wo Einflüsse von Außen ausgeschlossen werden können und um die vorhandene Flora und Fauna nicht zu beeinflussen. Die Forschung an genveränderten Getreide müsste auch in Gebieten stattfinden, wo die vorhandene Pflanzenwelt nicht erheblich angegriffen werden könnte und sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann. Als Landesverband der Buckfastimker Sachsen-Anhalt werden wir alles tun um den Anbau von genveränderten Weizen zu unterbinden. Vor rechtlichen Schritten gegen die Anbauer schrecken wir nicht zurück. Wir fordern alle Bewohner des Landkreises Börde dazu auf, sich gegen diese geplanten Anbauversuche mit uns zur Wehr zu setzen. Wir sind für eine gesunde Zukunft für unsere Kinder und nicht für die Zukunft einzelner Unternehmer.

Einwendungen gegen die konkreten Versuchsfelder, z.B. zu einer gv-Kartoffel
Untersuchungszwecke sind die Freisetzungspflanzen in Üplingen offensichtlich nicht gedacht. Denn Angaben zu dem Transport der Pflanzen wurden in dem Antrag nicht gemacht. Es scheint auch unverhältnismäßig Pflanzen über 200 km zu transportieren und damit ein weiteres Risiko der ungewollten Verbreitung zu eröffnen.
Aus dem Antrag ergibt sich keine Erklärung warum die Freisetzung dieser Pflanzen in Üplingen erfolgen soll.
Zusammenfassung ... Für den Standort Üplingen ist eine Genehmigung unter allen Umständen ausgeschlossen.

Gegen direkte Aktionen hat der Schaugarten ein aufwendiges Sicherheitskonzept entwickelt - und wirbt als Dienstleistungsangebot mit seinen Fähigkeiten, Feldbewachungen zu organisieren. Die Pflanzen sind vor den Menschen also gut geschützt. Umgekehrt gilt das weniger ...


Stellenangebot im Juni 2010

Das Ganze ist auf Expansion ausgelegt. Von 2009 zu 2010 dehnte sich die Fläche vor allem von gv-Maisfeldern erheblich aus. Der Vertragsabschluss mit dem IPK samt dort angesiedelter Firmen vom 7.9.2009 könnte weitere Versuchsflächen auf die Äcker im Norden Üplingens bringen. Andere phantasieren von GVO-Schaugärten auch anderswo: "Wie die Vertreter von Innoplanta e.V. berichten, gibt es bereits Expansionspläne. Die Bundesministerien für Landwirtschaft, Forschung und Wirtschaft hätten bereits signalisiert, einen solchen Garten in jedem Bundesland einzurichten. Die Debatte um die Chancen und Risiken der Agro-Gentechnik wird weitergehen. Im Streichelzoo für GVO." (Aus einem Besuchsbericht, in: GID, Oktober 2008, S. 24 f.)

Who is who im Schaugarten?

Das Hofgut Üplingen, die landwirtschaftlichen Anlagen dort und der Schaugarten samt Deutschlandtreff der Agro-GentechnikerInnen werden nicht nur von einer Firma organisiert. Vielmehr sind etliche beteiligt - als Eigentümer, Pächter und Betreiber der verschiedenen Teile.

Eigentümer, Verpächter und landwirtschaftliche Firmen

Rechts: Schautafel auf dem Gelände des Hofgutes Üplingen. Die SBK verpachtet nicht nur den Acker für den Schaugarten, sondern saniert selbst das Gebäude für die bundesweiten Seilschaften-Treffen - natürlich wieder mit Steuergeldern der EU! (größer durch Anklicken)

Das Hofgut und die umgebenden, genutzten Ackerflächen haben zwei Eigentümer. Ein Teil wurde von einer Firma aus dem Lichtschläger-Konsortium gekauft. Ein anderer Teil und die meisten Flächen gehören der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz. Die hat diese an die Gentechnikfirmen verpachtet. Jahrelang duckte sie sich einfach weg, antwortete auf kritische Anfragen gar nicht oder erklärte sich in Gesprächen für neutral. Das aber stimmte nicht: Am InnoPlanta-Forum 2009 nahmen mit Tobias Henkel und Renate Ringeln nicht nur zwei VertreterInnen der SBK, sondern zudem zwei Personen der niedersächsischen Landesverwaltung teil, die im Auftrag der Stiftung die Verpachtung der Stiftungsflächen organisiert hatten. Die Behauptung, es sei vielleicht gar nicht richtig klar gewesen, an wen und für welchen Zweck die Ländereien vergeben wurden, war damit widerlegt. Wieder einmal waren staatliche Institutionen und eine Stiftung, bei der Kirchenchefs, der Braunschweiger Oberbürgermeister und andere Gesellschaftseliten prägend sind, für die Agro-Gentechnikbranche aktiv. Eine Hand wäscht die andere ...

Die Hauptpersonen der SKB sind (Stand: 2011) Braunschweigs Bürgermeister als Präsident, der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Kirchen Braunschweig als Vizepräsident, SPD- und FDP-Leute, der Landrat des Kreises Wolfenbüttel, Wirtschafts- und Medienvertreter sowie eine Ministerialdirgentin im niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (siehe Organigramm der Personen und Zuständigkeiten und Stiftungsrat mit ihren Herkunftsämtern).

Geldquelle Staat: Regionales Geld, Wirtschaftsförderung und die Gentechnik als Lieblingskind

Der geldschwere und autoritäre Staat ist aus vielerlei Sicht der größte Unterstützer der Gentechnik insgesamt und der Anlagen in Üplingen. In die Organisationen und Firmen, die die BioTechFarm aufbauten oder später nutzten, flossen Millionen der Landes- und Bundesregierung.

Ohne die umfangreiche EU-Regionalförderung für den Aufbau der Hofgutsubstanz wäre die gesamte Sache aber kaum denkbar. Die Gelder flossen unter dem Anspekt eines UN-Dekaden-Nachhaltigkeitsprojekts. Sie dienen heute als Basis für den feudalen Treffpunkt deutscher Gentechnikseilschaften. Weitere krude Mittelumleitungen in den Gentechnikknoten finden auch heute noch statt. Juli 2010 gelang den MacherInnen ein neuer Coup. "Die ehemalige Brennerei in Üplingen wird saniert und für 560 000 Euro in ein dörfliches Begegnungszentrum umgebaut. Es soll für Veranstaltungen von Vereinen und Verbänden genauso offen stehen wie für Tagungen oder Konferenzen. Gestern wurden dafür Fördermittel überreicht." So berichtete die Volksstimme am 17.7.2010 etwas naiv - zitierte aber selbst die Inhaber: "Es geht darum, diesen Ort zu einem Treffpunkt weiterzuentwickeln – für Agrarverbände und Züchter, aber auch für Vereine." Klar erkennbar also, wer die Hauptzielgruppe darstellt.

Geldgeber und Organisator: Ein Mäzen aus dem Westen (2009 gestorben)


Aus dem Register der Agrarsubventionen für 2008

Ohne den vorherigen Ausbau des Hofgutes Üplingen unter dem Banner der Nachhaltigkeit hätte die Basis gefehlt, das neue Headquarter der Gentechnik-Seilschaften just in diesem kleinen Ort unterzubringen. Damit aber wurde zunächst zum wichtigsten Mann im ganzen Spiel derjenige, der das Hofgut wesentlich sanierte und in der für die begrenzte Größe des Dorfes fast größenwahnsinnigen Form entwickelte: Karlheinz Lichtschläger aus Erftstadt bei Köln (am 31.7.2009 verstorben). In Folge seiner Investitionen und der Zuschüsse aus staatlichen Quellen konnten Straßen, Fußwege und mehr neu gemacht werden - dem Ort ist es anzusehen. Weil die Gentechnik-DrahtzieherInnen Lichtschläger dann für ihre Ideen gewannen, ergab sich die Chance, auf Riesenflächen und in großen, sanierten Gebäuden den Stützpunkt der Agro-Gentechnik zu schaffen. Insofern wurde eine Nachhaltigkeitsprojekt zum Ausgangspunkt für die jetzige Gentechnikfarm.
Lichtschläger erwarb über eine Firma aus seinem Saatgutimperium das Üplinger Gut. Eigentlich ist er Wessi, ein umtriebiger Unternehmer vom Niederrhein. Er brachte sich durch Kauf und Pacht in die Verfügungsgewalt sowohl des mittelalterlichen Stiftsguts im Ortskern von Üplingen wie auch von fast 500 ha Ackerfläche im Umland. Auf einem 45 ha großen Teil dieses Gebietes, nämlich dem Flurstück unmittelbar am nördlichen Ortsrand von Üplingen, befindet sich der Schaugarten der BioTechFarm plus weiteren Schauflächen für konventionelles Saatgut vor allem der S.G.L., Lichtschlägers Firma.
Ganz neu ist das Thema Gentechnik auch für Lichtschläger nicht. Die TIBO Landwirtschaftsgesellschaft in Neutrebbin führte 2008 für Lichtschlägers S.G.L. im brandenburgischen Oderbruch Sortenversuche durch. Auf ca. 112 ha wuchs dort der Genmais MON810. Seit Mai 2008 ist Lichtschläger Vorsitzender des Dachverbandes der deutschen Saatgutvermehrer. Dessen Aufgabe ist „die Förderung der allgemeinen, ideellen und wirtschaftlichen Interessen der an der Erzeugung und dem Vertrieb von Saatgut beteiligten Handelsfirmen“. Darunter fallen die Forderung nach schärferen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums an Saatgut, aber auch die Verwässerung der Trennung zwischen gentechnisch verändertem und konventionellem Saatgut: „Einführung eines praxisgerechten GVO-Kennzeichnungs-Schwellenwertes für Saatgut“ heißt das verschleiernd und meint die verkaufsfördernde Deklaration gentechnisch verunreinigten Saatgutes als gentechnikfrei. Zu den Sponsoren des BVO zählen BASF, Bayer, Syngenta Eurofins GeneScan, auf der Jahrestagung 2009 refererierten auffällig viele Bedienstete von Gentechnikfirmen.
Die Geschichte des Üplinger Gutes vom Nachhaltigkeitsprojekt zum Vielfach-Freilandversuch mit Gentechnik ist ein bemerkenswertes Beispiel moderner Kolonialpolitik reicher Wessie-Mäzene im (vermeintlich) armen Osten. Aufgrund seiner Geldinvestitionen und etlicher abhängig Beschäftigter kann sich Lichtschläger in der Region viel leisten. Viele Firmen, Partei- und andere gesellschaftliche AkteurInnen fressen ihm aus der Hand. So ließ sich bislang auch die eigentlich unbeliebte Gentechnik im Dorf Üplingen und in den zuständigen Gremien durchsetzen - auch wenn die ersten Berichte über Drangsalierungen der BewohnerInnen durch Polizeikontrollen längst vorliegen. Auch Gewaltdrohungen gegen GentechnikgegnerInnen oder die Reichskriegsflagge im Garten gehören zum Alltagsleben des Dorfes in der Hand der deutschen Gentechniknetzwerke.
Für den Gentechnikwiderstand könnte aber gerade die Tatsache, dass hier Akzeptanz mit Geld gekauft wurde, reizvoll sei. Denn einerseits muss das Gegenstand der Kritik sein. Andererseits haben viele ortsansässige Firmen und landwirtschaftliche Betriebe einiges zu verlieren. Eine solche Zusammenballung auskreuzungsintensiver gv-Pflanzen mitten in der Börde kann schnell die Landwirtschaft der Region ruinieren. Viele Lebensmittelverarbeiter meiden solche Gegenden, weil die Gentechnikfreiheit der eingebrachten Ernte nicht mehr garantiert werden kann.

Im Original: Lichtschläger-Firmen und Gentechnik ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Auch auf der Seite der Firma S.G.L. GmbH des Mäzens Lichtschläger findet sich ein entsprechender Passus zum Schaugarten:
Im Jahr 2008 wurde in der Magdeburger Börde ein neuer Versuchsstandort errichtet. Auf dem 500 ha großen Stiftungsgut Üplingen werden umfangreiche Anbauversuche durchgeführt, die wertvolle Informationen zu den einzelnen Sortenleistungen und pflanzenbaulichen Maßnahmen liefern. Neben dem Anbau konventioneller Sorten werden an diesem Standort durch die BioTechFarm GmbH & Co. KG (www.biotechfarm.de) gv-Pflanzen in einem Schaugarten präsentiert. Gemeinsam mit Politik, Industrie, Forschung und Wissenschaft wird dieser Standort in naher Zukunft zu einem internationalen Zentrum moderner Pflanzenzüchtung ausgebaut.

Lichtschläger, seine S.G.L. und der Bundesverband der Saatgutvermehrer (BVO) sind nicht unbeleckt in Sachen Gentechnik:
  • 2008 ließ die S.G.L. von der Firma TIBO Saatgut vermehren. TIBO baute auch ca. 112 Hektar Genmais an
  • Zwischen BVO und dem Gentechnik-Lobbyisten BDP gibt es Kontakte und ein gemeinsames Saatgutprojekt
  • Kontakte bestehen auch zu anderen Organisationen, die mit Gentechnik arbeiten (Linkliste)
In einem Forderungskatolog der Saatgutvermehrer (BVO) findet sich die Forderung nach Erlaubnis für Gentechnikbeimengungen:
  • Einführung eines Toleranzwertes in Höhe von 0,5 Prozent („Schweizer Modell“) für diejenigen GVO in Lebens- und Futtermitteln, die in Drittländern bereits kommerziell genutzt werden und damit auch eine behördliche Sicherheitsprüfung mit positivem Urteil durchlaufen haben.
  • Einführung eines praxisgerechten GVO-Kennzeichnungs-Schwellenwertes für Saatgut (ganzer Text)

Lichtschläger verstarb am 31.7.2009. Seine Stellung im Dorf war die unantastbar: Er wurde gehuldigt, geachtet, aber nicht geliebt. Als am Rande einer Protestaktion am 19.4.2009 Lichtschläger zu einem Gespräch von GentechnikkritikerInnen mit AnwohnerInnen dazu stieß, wurde er überschwenglich und unterwürfig begrüßt, nach seinem und dem Wohlergehen seiner Frau befragt. Als er wieder ging, warteten die AnwohnerInnen, bis er außer Hörweite war. Dann sagte einer in überraschenden Klarheit: "Arschloch!". Ein König, solange er da war ... Denn auch, seit Lichtschläger tot ist, sinkt die Zustimmung im Ort. Ein Schreiner beklagte sich über ausbleibende Aufträge und beim InnoPlanta-Forum vertraute Geschäftsführerin Schmidt lieber auf die Wachschützer aus Rostock, die auch am AgroBioTechnikum eingesetzt wurden. Nur ein Einwohner von Üplingen hat einen festen Job in der Gentechnik-Hochburg.


Noch im Tod huldigt das Dorf seinen Mäzen ... Anzeige einer "Dorfgemeinschaft"

Die MacherInnen der Agro-Gentechnik: Schrader, Schmidt, ihre Clubs und Firmen

Für Schaugarten, Werbefahrten, Propagandatagungen und mehr aber sind weder Lichtschläger noch seine Firmen oder NachfolgerInnen verantwortlich. Betreiber des Schaugartens ist die BiotechFarm GmbH & Co. KG mit Sitz in Üplingen (vormals: Gatersleben77), Geschäftsführerin die schon benannte Kerstin Schmidt aus den Seilschaften um das AgroBioTechnikum. Ehrenamtlicher Beirat und mit Schmidt zusammen die dominierende Figur ist Uwe Schrader, der in Wulferstedt wohnt - nicht weit von Üplingen entfernt. Die Firmenkonstruktion ist nicht gerade ein Hinweis, dass die AkteurInnen ihrem eigenen Tun vertrauen. Denn hier ist vor allem jede Haftung ausgeschlossen. Die Beteiligten sacken über ihr undurchsichtiges Geflecht an Firmen wie biovativ und BioOK, Vereinen und universitären Instituten umfangreiche Firmen- und Steuergelder ein. Wenn es aber zu Problemen käme, wäre da eine Firma, die für wenig bis nichts haftet. Und die MacherInnen wären fein raus. Gentechnik mutiert so noch stärker zum großem Lottospiel auf Kosten der Menschen und der Umwelt.

Erster Geschäftsführer der BioTechFarm und damit Vorgänger von Kerstin Schmidt war Uwe Schrader. Im Biopark am IPK Gatersleben hing ein Briefkasten mit seinem Namen und der Aufschrift der BioTechFarm - gleich neben dem Gebäude, in dem InnoPlanta sitzt, dessen Vorsitzender Schrader ist. Schrader unterzeichnete den Vertrag zur Pacht der Ländereien für den Schaugarten. Im Konflikt mit BesetzerInnen des Schaugartens im März 2009 beanspruchte Kerstin Schmidt mit der Firma das Hausrecht über das gesamte Gelände des Hofgutes und einigen Teilen des Dorfes.


Links: Für das blau umrandete Feld sprach BioTechFarm-Geschäftsführerin Kerstin Schmidt den BesetzerInnen ein Betretungsverbot aus - hier also beansprucht sie Hausrecht und damit die Gestaltungsmacht (Schreiben vom 17.3.2009). Nach Protest reduzierte Schmidt die Fläche.
Rechts: Auskunft zu den Domaindaten von www.biotechfarm.de. Schon im März 2007 sicherte sich Kerstin Schmidt die Domain - ob damals auch schon für Üplingen, ist nicht ersichtlich. Denkbar wäre auch, dass der Schaugarten zunächst für Groß Lüsewitz vorgesehen war.

Die Firma BioTechFarm hat ihre Postanschrift im Stiftsgut, das sie auch für Vortrags- und Seminarveranstaltungen sowie für Bewirtung von Gästen nutzt. Wie an anderen Standorten auch, werden bei genauerem Hinsehen hinter den Kleinfirmen auch die großen Konzerne sichtbar. So am 9.4.2009, als ein Rechtsanwalt im Auftrag der BioTechFarm GmbH & Co. KG an das Amtsgericht Oschersleben schrieb, um dafür zu sorgen, dass die unerwünschten GentechnikkritikerInnen nicht mehr in die Nähe des Versuchsfeldes gelangen und den Schaugarten bedrohen konnten. Wie andernorts auch waren die willigen VollstreckerInnen in Roben genauso gefügig wie die vor Ort den Schaugarten immer wieder schützenden StaatsdienerInnen in Uniform. Sie verhängten entsprechende Verfügungen (z.B. Beschluss vom 15.4.2009 mit Az. 3 C 181/09). Mit solchen Drohungen vom 'großen Bruder' Staatsmacht wird Gentechnik auch gegen die Menschen durchsetzbar.
Der Rechtsanwalt, der hier handelte, war ein alter Bekannter: Hartwig Stiebler mit Büro in der Goltsteinstr. 31 in 40211 Düsseldorf. Das ist die Stadt der deutschen Filiale von Monsanto - und Stiebler agiert auch seit Jahren als Monsanto-Anwalt. So ist der lange Arm des Konzerns mit von der Partie. Die Firmen zeigen sich nicht offen, aber sie sind erkennbar! In Üplingen zeigen KWS und BASF ihre gv-Pflanzen im Schaugarten. Der Flyer der BioTechFarm lag lange auf der BASF-Webseite! Zusammen mit Bayer, Pioneer und Monsanto nahm der Konzern regelmäßig an den zentralen Tagungen auf dem Hofgut teil.

InnoPlanta mit seinem Chef Schrader unterstützt den Schaugarten propagandistisch. Höhepunkt waren im April 2009 zwei Demonstrationen auf einem Niveau, dass kaum zu kellern war: "Keine Anarchie!" und "Feldzerstörer raus!" war auf den Plakaten der teilweise der 'DemonstrantInnen' zu lesen. Von der immer wieder gepriesenen Sachlichkeit keine Spur ... Motto der Demo am 17.4.2009 war die Forschungsfreiheit in Üplingen. Das auf den Versuchsflächen gar nicht geforscht werden kann, weil Versuchslabore fehlten, verschwiegen sie lieber. Ebenso fehlte jeder Hinweis, dass Felder mit gv-Pflanzen angelegt werden, weil es dafür Geld gibt. Passend dazu gab es auch die Wiederholung der Demonstration zwei Tage später nur, weil es dafür Geld gab: Mehrere TeilnehmerInnen gaben an, 45 oder 75 Euro erhalten zu haben. Die Tageszeitung der Region (Volksstimme) kündigte die Demo groß an und berichtete auch am Folgetag mit einem großen Text. So bekamen die BefürworterInnen der Gentechnik breiten Raum ohne kritisches Hinterfragen. Eine Hand wäscht die andere auch hier ...


Unglaublich platt: Null Argumente, aber viele Parolen - LobbyistInnen, gekaufte Bauern und ein paar mehr bei der Demo am 17.4.2009 in Üplingen. Das Foto erschien neben dem einseitigen Artikel in der Volksstimme am Tag darauf.

Kritische Veranstaltungen sind in und um Üplingen sehr schwer möglich. Für einen Vortrag am 26. März 2009 verweigerte die Gemeinde Ausleben alle Räume. Untergebracht wurde sie schließlich in der Kirche von Warsleben - doch am Abend vorher versuchten Polizeipräsident und der FDP-Landtagsabgeordnete und BioTechFarm-Chef Uwe Schrader, den Pastor zum Verbot der Veranstaltung zu bewegen. Zum Glück ohne Erfolg. Statt sachlicher Argumente streuten sie Angst vor Chaoten und Krawall. Auch das ist typisch deutsche Gentechnik: Kritik und Diskussion darf nicht stattfinden. Wenn die Akzeptanz der Menschen fehlt, benutzen die LobbyistInnen schmutzige Tricks und die Mittel der Macht.

PR-Agenturen als Unterstützer

Der Propagandagarten in Üplingen wird von verschiedenen Seiten als Werbeobjekt vermarktet - von TransGen, von verschieden Firmen und Lobbyverbänden. Für Presseinformationen steht die Werbeagentur bpublic von Anja Bartelt helfend zur Seite, z.B. am 15.8.2011. Zu den Kunden von bpublic gehören laut Referenzenliste auch EuropaBio, BASF und Bayer.

Biogasfirma BKN mischt beim Gentechnik-Schaugarten in Üplingen mit

Hinter dem Hofgut wird eine Biogasanlage gebaut. Die ist Teil des Nachhaltigkeitskonzepts für Üplingen, weil hier aus Biomasse Energie gewonnen werden soll. Schon da wären Bedenken angebracht, denn spätestens, wenn nicht nur Biomassereste vergoren oder verbrannt, sondern Getreide oder Mais vom Acker dorthin geliefert werden, gerät die Anlage unter dem schönen Etikett der regenerativen Energie zu einer Konkurrenz zur Nahrungsmittelversorgung, zudem hat die Energiebilanz bei der intensiven Landwirtschaft ohne eine erhebliche Schieflage. Denn dort werden erhebliche Mengen Dünger, Pestizide und viele Traktorstunden investiert - alles mit hohem Verbrauch fossiler Energien.
Doch überstrahlt wird diese Debatte durch die Entscheidung des Anlagenbetreibers, den Schwenk vom Projekt mit Öko-Touch zum Vorzeige-Gentechnikprojekt mitzumachen. Die BKN biostrom AG unterstützt das als "Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung (Center for Sustainable Development - CSD)" bezeichnete Hofgut mit seinen Einrichtungen - die passende Ergänzung ist die schon verkündete Planung, das Kraftwerk zukünftig mit gv-Mais fahren zu wollen.

Im Original: Biogasanlage am Gentechnikzentrum ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
"Gebündelte Kompetenz im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft"
Aus einer Pressemitteilung vom 30.9.2009
Die BKN biostrom AG hat auf dem Gelände des Stiftungsguts Üplingen unweit der Sachsen-Anhaltinischen Hauptstadt Magdeburg ein neues Schulungs- und Technologiezentrum eröffnet. Das Schulungszentrum wird Lehrgänge für Betreiber von Biogasanlagen anbieten und anderen Interessierten die Gelegenheit geben sich über das Thema Biogas zu informieren. In einem Demonstrationslabor können Lehrgangsteilnehmer Einblicke in die Durchführung von Substrat- und Gärrestanalysen erhalten.
Darüber hinaus sollen überregionale Veranstaltungen mit Referenten aus der Landwirtschaft, der Pflanzenzüchtung und natürlich dem Bereich der Erneuerbaren Energien, die Themen zukunftsorientierte Landwirtschaft und Energieerzeugung interessierten Kreisen näher bringen. ...
Im Stiftsgut Üplingen entsteht Schritt für Schritt ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung (Center for Sustainable Development - CSD). Dort werden die regionalen und überregionalen Kompetenzen gebündelt, in den unterschiedlichen Teilprojekten zur Entwicklung des ländlichen Raums angewendet und damit die Erschließung innovativer Handlungsfelder ermöglicht. So befindet sich z.B. unmittelbar angrenzend der Schaugarten Üplingen der Biotechfarm GmbH&Co. KG, in dem Feldversuche mit neuartigen Pflanzenzüchtungen anschaulich demonstriert werden. Bedeutende Unternehmen der Saatguterstellung wie KWS Saat AG oder Monsanto führen hier ihre Feldversuche in Zusammenarbeit mit Biotechfarm durch. Der Standort Üplingen ist so mit gebündelter Kompetenz im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft ausgestattet.
Die Gemeinde: Gegen den Schaugarten - aber kein Einfluss!

Im Genehmigungsverfahren kam es im Gemeinderat von Ausleben zu einer Abstimmung über die Stellungnahme. Mit 7 zu 4 Stimmen lehnten die GemeindevertreterInnen den Schaugarten ab. CDU und Linke waren der Auffassung, dass die Gentechnikkonzerne aus der Gemeinde kein Versuchskaninchen machen sollten.

Aus einer Stellungnahme der CDU-Fraktion (Februar 2008)
Die Aussage des Bürgermeisters, dass sich die Ratsmitglieder nicht gegen das Anlegen des Schaugartens aussprachen, sondern lediglich Bedenken gegen die drei geplanten Freisetzungsversuche noch nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen haben, ist falsch. Richtig ist, dass wir als Ratsmitglieder auf das Anlegen bzw. Nichtanlagen des Schaugartens für gentechnisch veränderte Pflanzen, deren Freisetzung vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz bereits genehmigt ist, leider keinerlei Einfluss haben. ... Offenbar hat der Bürgermeister damit ein Problem, zumal die eindeutig mehrheitliche Stellungnahme nicht seine Meinung (...) widerspiegelt. ... Wie gut, dass wir nun schon im achtzehnten Jahr in einer Demokratie leben, schade nur, dass es noch nicht jeder bemerkt hat! ...
Es zeigte sich sehr schnell und eindeutig, dass
- Gentechnik europa- und weltweit mehrheitlich als Risikotechnik betrachtet wird und unerwartete Nebenwirkungen, insbesondere langfristig, selbst durch ihre eifrigsten Befürworter nicht ausgeschlossen werden können.
- Gen-Pflanzen eine erhebliche Gefahr für das ökologische Gleichgewicht darstellen können (siehe ungewollte Verbreitung von Gen-Raps in Kanada), einmal in unsere Umwelt freigesetzt sind sie nicht mehr rückholbar. ...
- Die objektive Gefahr besteht, dass sich wenige mächtige Konzerne das Monopol über die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährung der Weltbevölkerung verschaffen. Beispiele wie Gen-Mais MON863 (dessen verfütterung an Laborratten schwere Leberschäden verursachte) zeigen, dass stattliche Zulassungsstellen nicht immer wirksam genug sind.
- In den Anträgen zu den Freisetzungsversuchen keinerlei Aussagen zur Regelung von Haftungs- und Schadenersatzansprüchen zu finden sind.
Obwohl diese Liste beliebig fortgeführt und vertieft werden könnte, sind uns diese Fakten genug, um unsere Gemeinde nicht zu einem Versuchslabor zu machen. Wir sehen die Option für die Zukunft der Mitbürger unserer Gemiende nicht in der eines Versuchskaninchens der Gentechnik-Konzerne und können nur hoffen, dass sich das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz dieser Meinung anschließt.
Frank Eggert, Mitglied der CDU-Fraktion des Gemeindesrates Ausleben

Inzwischen hat die Schaugarten-befürwortende Partei (Freie Wähler) die Mehrheit im Gemeinderat. Mit dabei ist Matthias Klings, Angestellter der BioTechFarm und - wie pikant - Unterzeichner eines Strafantrags gegen SpaziergängerInnen im Ort Üplingen, die den dortigen als "Betreten auf eigene Gefahr" gekennzeichneten, also zum Nutzen erlaubten Weg in den Gutpark entlang gingen.

Landesfilz: Börde&Sachsen-Anhalt im Zentrum deutscher Agro-Gentechnik

Landesregierung und Parteien pro Gentechnik

Millionen in die Agro-Gentechnik, Verfassungsklage gegen das Gentechnikgesetz und ständig Landesbedienstete auf den Treffen der Gentechnikseilschaften: Sachsen-Anhalt zeigt sich seit Jahren als Hochburg genmanipulierter Lebensmittel.

Horst Rehberger, als FDP-Wirtschaftsminister nicht nur der Ziehvater des späteren BioTechFarm-Gründers Schrader, sondern auch der große Financier der heranwachsenen Gentechnikszene in Sachsen-Anhalt, bejubelte sich selbst in seinen Memoiren mit den enormen Zuschusssteigerungen für die innovativen Technologien. In seiner Ministerzeit "stiegen diese Mittel aus dem Wirtschaftsministerium über 11 Millionen im Jahre 2002, 23 Millionen im Jahr 2003, 26 Millionen im Jahr 2004 auf nahezu 60 Millionen Euro im Jahr 2005". Weitere Förderquellen ergänzten diese bereits erheblichen Summen.

Im Original: Staatsförderung für Gentechnik und Streichelzoo ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus Horst Rehberger: "Unterwegs" (2009, S. 224 f.)
Trotz ihrer auf Rückführung von Haushaltsansätzen abzielenden Politik hat die CDU/FDP-Koalition von Sachsen-Anhalt deshalb seit 2002 die Mittel für die Förderung der wirtschaftsnahen Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren auf Vorschlag des Wirtschaftsministers drastisch erhöht. ... Hatte die Höppner-Regierung im Jahre 2001 lediglich knapp 7 Millionen Euro für die einzelbetriebliche Förderung von Forschung und Entwicklung ausgegeben, stiegen diese Mittel aus dem Wirtschaftsministerium über 11 Millionen im Jahre 2002, 23 Millionen im Jahr 2003, 26 Millionen im Jahr 2004 auf nahezu 60 Millionen Euro im Jahr 2005. Auch die Innovationsbeteiligungsgesellschaft des Landes erhöhte in diesen Jahren ihre Beteiligungen an innovativen Unternehmen um 48 Millionen auf 115 Millionen Euro. ... Im Sinne einer erfolgreichen Cluster-Bildung setzte das Land deshalb Förderschwerpunkte in den Bereichen Chemie/Neue Werkstoffe, Maschinen- und Anlagenbau einschließlich Automotive sowie Life Science, Biotechnologie, Pharmazeutik und Medizin.

Aus dem Kapitel "Die Biotechnologie-Offensive" (gleiche Quelle, S. 227)
Von der in den nächsten Jahrzehnten weltweit überragenden Bedeutung der grünen Biotechnologie für Ernährung, Gesundheit, Umwelt und Bioenergie überzeugt und ermutigt durch die Erfolge beim InnoRegio-Wettbewerb 2000 hatten Schrader und Rehberger im FDP-Wahlprogramm für die Landtagswahl 2002 und anschließend im Koalitionsvertrag mit der CDU die Forderung nach einer Biotechnologie-Offensive durchsetzen können. Und mit der Übernahme des Wirtschaftsressorts konnte Rehberger diese Idee jetzt in die Tat umsetzen. Was zugleich eine Kampfansage an die rot-grüne Bundesregierung war. Deren Verbraucherschutz- und Landwirtschaftsministerin Renate Künast versuchte nämlich alles, um die Grüne Biotechnologie zu blockieren. Als wichtigstes Instrument wurde die BioMitteldeutschland GmbH (BMD) neu aufgestellt. In ihr wirken das Land und die einschlägige Wirtschaft, insbesondere die in Sachsen-Anhalt inzwischen sehr starke pharmazeutische Industrie, bei der weiteren Entwicklung aller Bereiche der Biotechnologie zusammen. Im Bereich der Grünen Biotechnologie wurde ein bundesweiter Erprobungsanbau für gentechnisch verbesserten Mais (Bt-Mais) realisiert. Mit großem Erfolg. Die Federführung dafür lag beim InnoPlanta e.V. Die wissenschaftliche Betreuung bei der Landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Hoffen auf Wirtschaftswachstum und große Konzerne

Aus "Im Osten geht die Sonne auf", in: NOVO Nr. 67 (Nov. 2003)
Die Vorreiterrolle bei diesem Streben nimmt derzeit Sachsen-Anhalt ein. In einer Kabinettsitzung am 12. August hat die Landesregierung zuletzt eine Biotechnologie-Umsetzungsstrategie zur Nutzung und Entwicklung der Pflanzenbiotechnologien beschlossen. Die Grüne Gentechnik wurde neben der Pharmaproduktion als einer von zwei Förderschwerpunkten festgelegt. In den kommenden fünf Jahren werden insgesamt rund 150 Mio. Euro für die Entwicklung beider Sektoren bereitgestellt. Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) kündigte an, Sachsen-Anhalt zu einem "führenden, weltweit anerkannten Biotechnologiestandort auszubauen". In kaum einem anderen Zukunftsbereich verfüge das Land über ein derartiges Potenzial, das Wirtschaftswachstum zu steigern und neue, hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. ...
Neben der Stärkung bereits bestehender regionaler Netzwerke, dem Ausbau internationaler Partnerschaften wie beispielsweise mit den Biotech-Regionen im niederländischen Wageningen und in Monterrey in den USA und der Verbesserung der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist die derzeit ehrgeizigste Maßnahme des Landes der Bau des Bioparks Gatersleben. Hier sollen sich alsbald Biotech-Firmen aus aller Welt ansiedeln - am liebsten auch die ganz großen im Geschäft wie Monsanto, Syngenta und Bayer CropScience.

Neue Produkte, u.a. Terminatortechnik - per Steuergeld !

Aus: Landtags-Drucksache 4/2703 (Sachen-Anhalt, 4. Wahlperiode, am 21.03.2006, S. 9)

Insgesamt über 7 Millionen Euro in nur zehn Jahren - allein vom Land Sachsen-Anhalt

Aus der Landtagsdrucksache 6_785 vom 31.1.2012

Die Verflechtungen sind eng - bis hin zu einem Chef der Kontrollbehörde Landesverwaltungsamt, Thomas Leimbach, der Gründungsvorsitzender des Lobbyverbandes InnoPlanta war. An dessen Haupttreffen 2010 nahm er auch in offizieller Funktion teil. Er war nicht der Einzige aus Politik und Verwaltung des Landes.

Im Original: O-Töne Kontrollbehörden-Chef ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus einem Bericht des Lobbyverbandes InnoPlanta über dessen Forum am 7.9.2009 auf der BioTechFarrm:
Bereits das Grußwort der Landesregierung von Sachsen-Anhalt, überbracht durch die für Gentechnik zuständige Abteilungsleiterin aus dem Landwirtschaftsministerium, Anne-Marie Keding (Frau Ministerin Wernicke musste wegen Krankheit absagen), hob die Chancen, die die Grüne Gentechnik bietet, hervor. Sie trage wesentlich dazu bei, die deutsche Ernähungs- und Landwirtschaft weltweit konkurrenzfähig zu halten. Allerdings müssten dafür wissenschaftliche Erkenntnisse auch anerkannt werden. Im Fall des Anbauverbots von MON810 kritisierte die Landesministerin ihre Kollegin Aigner in Berlin. Das Verbot sei unbegründet, da vom MON810 keine Gefahr ausgehen würde, weshalb eine Wiederzulassung notwendig sei.

Ausschnitte aus der Rede des Landesverwaltungsamtspräsident Leimbach auf dem InnoPlanta-Forum am 6.9.2010 (Abschrift Tonbandmitschnitt, Originalworte in Anführungsstrichen)
„Väterlicher Stolz“ auf 10jährige Entwicklung von InnoPlanta
„hervorragende Entwicklung dieses Vereins“
Zu InnoPlanta: „Gemeinschaftsprojekt ... gegründet mit dem Ziele, alle Aktivitäten von Unternehmen, von wissenschaftlichen Institutionen, von landwirtschaftlichen Betrieben und Organisationen, die im weitesten Sinne der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Pflanzenbiotechnologie und der modernen Pflanzenzucht dienten durch Schaffung eines Netzwerkes und durch gegenseitige Unterstützung und Beratung quasi als Potential zu nutzen, was in einer Region vorhanden ist.“
Börde: „Hauptentwicklungsgebiet der deutschen Pflanzenzucht“
InnoRegio-Wettbewerb: „40 Mio. DM ... Mit großen Abstand waren wir die am stärksten geförderte innovative Idee in Ostdeutschland ... sensationelle Fördersumme für unsere Region“
„Man muss sich ... möglicherweise fragen, welche gesellschaftliche Entwicklung Deutschland nimmt, wenn das Dagegensein – sozusagen fast unbegründet – für die meisten Leute leichter ist als das Dafürsein. Nun, das erinnert ... an die Einführung der Eisenbahn“
„Die Fähigkeit, Handlungen und Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, gehört zu den herausragenden Eigenschaften des Menschen, und die Möglichkeit, dieses zu tun, ist sogar herausragende Qualitätsgarantie und Grundbestandteil einer demokratischen Kultur. Uns muss natürlich der Schutz von Mensch und Umwelt das oberste Ziel bei der Anwendung der Gentechnik sein und ich weiß, dass sich hier im Saal niemand finden würde, der dem widersprechen wollte. Dafür wird hier geforscht und gearbeitet, dafür steht auch InnoPlanta, gerade auch in dieser Verantwortung, steht das InnoPlantaforum seit 10 Jahren mit offener Diskussion, mit Aufklärung und Dialog. Aber die Gegner der grünen Gentechnologie müssen sich auch der sachlichen Diskussion stellen.“
„Eine neue Technologie zu verdammen und sich hierfür auch noch zu feiern, ohne wissenschaftlich begründete Argumente hierfür zu wissen, ist kurios und fast schon eine Eigentümlichkeit deutscher Technologiedebatte.“
„dass wir versuchen wollen, diese Potentiale unserer Region zum Erfolg und zum Durchbruch zu verhelfen ... Glückauf für diese Technologie in Sachsen-Anhalt“

Dr. Jürgen Cremer ist Abteilungsleiter im Pflanzenschutzamt Halle für die Pflanzenschutzmittelprüfung und das Versuchswesen. Nach eigenen Angaben arbeitete er auch bei Hoechst, AgrEvo, Aventis und Bayer Cropscience in der Forschung und Entwicklung. Er ist Mitglied beim Lobbyverband FGV.

Zu all diesem Filz, den Verstößen gegen Sicherheitsauflagen und den Schlampereien auf den Feldern sagte ein SPD-Landtagsabgeordneter in der Landtagsdebatte am 20.2.2012 trotzdem: "... konnten wir feststellen, dass in unserem Land sehr verantwortungsvoll mit der Nutzung der gentechnischen Verfahren umgegangen wird."

Interessant ist noch, dass parallel zum Ausbau der Agrogentechnik der Anbau von Eiweißfuttermitteln in Sachsen-Anhalt stark abnahm und erst in letzter Zeit (wo die Gentechnik zurückgedrängt wird) wieder leicht anstieg ... ein Zusammenhang? Das Schaubild stammt aus der Landtagsdrucksache 6_778.
Stark zugenommen hat der Maisanbau - eine weitere erhebliche Ursache für Monokulturen und Ausräumung der Landschaft (Schaubild aus Landtagsdrucksacke 6_921).

Gentechnik-Einrichtungen in und um die Börde

Nicht weit entfernt von der BioTechFarm liegen die Bioparks am und Versuchslabore im IPK in Gatersleben. Dort hatte sich zuerst ein dichter Filz rund um zwei BioParks entwickelt - auch damals ging es um viel staatliche Förderung, die über riskante Experimente ausgeschüttet wurde und über viele Umwege Privatkonten füllte. Solche Seilschaften haben sich in und um die ganze Börde entwickelt. Dazu gehören die GentechnikpropagandistInnen unter dem Deckmantel staatlicher Wissenschaft in der Bundesfachanstalt Julius-Kühn-Institut in Quedlinburg und der Konzerne KWS mit seinen Betriebsgebäuden und Versuchsfeldern in Dreileben. Staatliche und halbstaatliche Einrichtungen wie BIO Mitteldeutschland und die regionale Wirtschaftsförderung sind wichtige Förderquellen für die Gentechnik.


Aus einer Folie in einem Vortrag von Prof. Graner, Direkter des IPK

Aus der Schrift "Wirtschaftliche Zukunftsfelder in Ostdeutschland" (2008, erstellt an den Universitäten Rostock und Jena im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums, S. 133)
BioMitteldeutschland, Sachsen-Anhalt: Die Region verfügt über eine jahr-zehntelange Tradition in der Saat- und Pflanzenzucht im Harzvorland und der Börde mit Gatersleben im Zentrum. Mit 14 grünen Biotechnologieunternehmen verfügt der Standort über ein solides pflanzenbiotechnologisches unternehmerisches Potential. Mit dem Netzwerk Innoplanta e.V wird der Versuch unternommen, die kritische Masse an Unternehmen innerhalb der Wertschöpfungskette in der Region zu generieren. Auf der Forschungsebene ist das Unternehmensnetzwerk mit drei regional ansässigen Forschungsinstituten vernetzt: dem Leibniz Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben, dem Leibniz Institut für Pflanzenbiochemie in Halle und dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzenzucht in Quedlinburg. Darüber hinaus existieren in der Region noch 4 rote und 2 weiße Biotechnologieunternehmen, denen ohne Vernetzung mit dem grünen Segment der Clustercharakter fehlt.

Die Aufsichtsbehörde: Gentechnik-Fanclub

Der Chef des Landesverwaltungsamtes, immerhin formal die Aufsichtsbehörde, heißt Thomas Leimbach. Er war Gründungsvorsitzender des Lobbyverbandes InnoPlanta und haut auch jetzt noch gerne markige Pro-Gentechniksprüche raus, z.B. dass GentechnikgegnerInnen die "neue Technologie verdammen ..., ohne wissenschaftlich begründete Argumente hierfür zu wissen". Da lebt es sich leicht als GentechnikanwenderIn, wenn der oberste Kontrolleur nicht hinguckt, sondern lieber "Glückauf für diese Technologie in Sachsen-Anhalt“ wünscht (Rede am 6.9.2010 im Hofgut Üplingen; mehr siehe auf der Seite zu Behörden).

Parteien und Parlament

Landwirtschaftsminister ist Hermann Otto Aikens. Er ist ein klarer Befürworter der Gentechnik. Offenbar hat er davon aber wenig Ahnung. 2010 wurde er mit dem Satz in der Zeitung zitiert: "Die Abstandsregelungen zwischen den Feldern reichen aus, damit es keine Durchmischung gibt". Selbst eingefleischte Befürworter und Lobbyverbände wissen das besser als der ahnungslose Ideologie mit CDU-Parteibuch. Auf der Werbeplattform TransGen wird zugegeben, "eine absolute "Gentechnik-Freiheit" kann es nicht geben." Der BDP sagt: "Ein Null-Prozent-Schwellenwert ist ebenso wie eine 100%ige Produktreinheit unerreichbar." Joachim Schiemann von JKI: "Eine gentechnikfreie Produktion mit Nulltoleranz ist nicht praktikabel." Selbst von Monsanto ist zu hören: "Die Vermischung muss minimiert werden. Ausschließen kann man so etwas nie." Ex-DFG-Chef und Bayer-Aufsichtsrat Winnacker fügt hinzu: "Absurd sind auch die Abstandsregelungen für Versuchsfelder etwa von MON810, denn der Maispollen fliegt kilometerweit." Aber Hermann Otto Aikens glaubt, dass 150m Abstand Durchmischung verhindern ...

Die Grünen hatten im Landtag beantragt, dass Sachsen-Anhalt zur gentechnikfreien Zone wird. Den Text ihres Antrages hatten sie aus Thüringen übernommen - dort hatten CDU und SPD genau das beschlossen. In Sachsen-Anhalt gehen die Uhren aber anders. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Redebeiträge sind gefilmt und ins Internet gesetzt. Es lohnt sich, das anzuschauen. Wieder einmal beweist sich, dass es die BefürworterInnen der Agrogentechnik sind, die mit rein ideologischer Phrasendrescherei dafür kämpfen, dass Konzerne und Wissenschaft mit jedem Mittel Geld machen dürfen. Einer der Redner war der CDU-Abgeordnete Thomas Leimbach, davor Chef der Überwachungsbehörde (Landesverwaltungsamt) und - wie passend - Präsident des Lobbyverbandes InnoPlanta. Die Gegenwehr der Grünen war im Landtag allerdings eher schwach und stark auf die Risikofrage bezogen. Das ist auch bei Umweltverbänden meist Hauptthema, aber in der Sache schwierig, weil es erstens die Risikoforschung und damit die konkreten Felder geradezu legitimiert und zweitens eine nicht gerechtfertigte Unterscheidung zwischen problematischer Gentechnik und akzeptabler konventioneller Züchtung trifft. Allerdings ist letztere genauso profitgeil und bei den Methoden (chemische Mutationsstoffe oder radioaktive Bestrahlung) alles andere als harmlos.

Kohle, PR und mehr ... im Dickicht des Spinnennetzes

Insgesamt existiert in Sachsen-Anhalt eine unübersichtliche Zahl von AkteurInnen in den Seilschaften.

Zentraler Lobbyist ist InnoPlanta (siehe Seite zu Lobbyverbänden), dem mehrere Landkreise (Bördekreis, Salzlandkreis, bis 2011 Harzkreis) angehören. Dessen Vorsitzender Uwe Schrader war erster Geschäftsführer in Üplingen, danach "ehrenamtlicher Beirat". Beiratsvorsitzender bei InnoPlanta ist Horst Rehberger, ehemaliger FDP-Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt und aktuell Kläger gegen die FeldbefreierInnen von Gatersleben und den Autor von "Monsanto auf Deutsch" (Maulkorbverfahren in Saarbrücken). Im Beirat sitzen bzw. saßen Biotech-Unternehmensberater, PR-Firmen, Jens Katzek als Chef des Finanziers BIO Mitteldeutschland und der damalige Behördenmitarbeiter Klaus Dieter Jany (MRI). Auch der Landesbauernverband ist dabei.

Retter der Entnervten: Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte

Düstere Wolken am Himmel der Vorzeige- und Sicherheitsanlagen für gentechnische Freisetzungen: Sie hängen am Tropf der Steuergelder. Sie bekommen Land, Gebäude und mehr von Staat, Kirchen, öffentlichen Institutionen oder z.B. der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz zur Verfügung gestellt. Doch Misswirtschaft, Betrug, Schlampereien usw. sind an der Tagesordnung - und auch Steuergelder sind irgendwann verschwendet. Mit den beiden erfolgreichen Attacken auf die Sicherheitszonen von Sagerheide (AgroBioTechnikum) und Üplingen (Schaugarten = BioTechFarm) stellt sich zudem die Frage, ob Firmen noch Unteraufträge vergeben, wenn das Ergebnis doch eine Feldbefreiung ist. Das Gejammere ist groß. Wenn Topjournalisten von "Terror" reden oder hochrangige Professoren sich mit den Juden im Dritten Reich vergleichen, dann zeigt das nicht nur deren derbe Geschichtslosigkeit, sondern auch, dass sie mit dem Rücken an der Wand stehen ...
Neben den Regierungen und ihren Institutionen kommt immer wieder Justiz als Retterin in der Not zu Hilfe. So jetzt in Sachsen-Anhalt. Eine ganze Prozessserie soll über GentechnikkritikerInnen schwappen. Es laufen oder starten:

Rückblick auf Aktionen

Frühjahr 2012: Strafprozess, Vor-Ort-Besichtigungen, Veranstaltungen
Rückblick InnoPlanta-Forum 2011
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Welch ein dramtischer Tag: Der Gentechnik-Schaugarten der BioTech Farm GmbH in Üplingen bei Magdeburg wurde am 13.3.2009 früh morgens von Anti-Gentechnik-AktivistInnen besetzt. Zwei Betonfässer wurden auf dem Feld installiert, an die sich die Aktivistinnen anketten werden, sobald die BioTechFarm das BesetzerInnencamp räumen lässt. Auf Gendreck-Weg: Zwei Presseinfos und Internetseite der BesetzerInnen ++ Film auf MDR (13.3.2009, 19 Uhr) ++ Mehr Links und Berichte zu der Aktion ++ Neue Besetzung geplant (Pressemeldung) ++ Indymedia 15.3.2009 (Fotos!)

Flyer (links) und Plakat (rechts) der Aktion: Öffnen durch Klick (PDF)

Infoveranstaltung 26.3.2009 in der Kirche Warsleben zum Filz rund um die BioTechFarm mit dem Autor der Schrift "Organisierte Unverantwortlichkeit": Das war Einladung, Plakat und Rückseite

17.-19.4. öffentliche Feldbesetzung und Aktionswochenende gegen die BioTechFarm ++ Flyer

Links

Materialien

"Organisierte Unverantwortlichkeit": Broschüre zum Filz in der Gentechnik

Behandelt werden u.a.: Behörden und Kommissionen (BVL, EFSA, BeraterInnen/GutachterInnen), die Leuchttürme des Filz wie das IPK in Gatersleben, das AgroBiotechnikum in Groß Lüsewitz, die BioTechFarm in Üplingen und das JKI in Braunschweig. Weitere Kapitel über Lobbygruppen und informelle Netze (InnoPlanta, WGG, GGG, PRRI, Transgen ...) und die zweifelhafte Forschung zu Kontrolle und Sicherheit (Auskreuzungsforschung, Biosicherheitsprogramm, Monitoring). In der Mitte des Heftes: Die große Übersichtstabelle.

Upps - ein Genfeld! Was jetzt?

Direct-Action CDIhr wollt ein Genfeld verhindern? Dann ist diese Broschüre die Basislektüre: Wie kommt mensch an die nötigen Informationen? Wer kann wofür angesprochen werden? Welche Aktionsideen von Feldbesetzungen und -befreiungen über Straßentheater und Blockaden vor Firmen gibt es? Das ganze schnörkellos ohne Verbands- und Parteiwerbung - dafür umso besser für eine widerständige Praxis verwertbar. A5, 20 S., Download als PDF ... (3,4 MB, auch zum Kopieren und Verteilen!!!).

CD "Gentechnik"

Mit Zeitungen, Positionspapieren, Broschüren, Tipps und Filmen zur Gentechnikkritik. Dazu viele Aktionsmaterialien und Ausstellungen. Bestellen!

"Es reicht", Zeitung gegen Gentechnik 2012

Vierseitige Zeitung (Berliner Format, d.h. wie eine Tageszeitung, durchgehend farbig) mit Texten und Aktionsideen. Download ++ bestellen!

"Monsanto auf Deutsch" ... Richtwert 18 €

Seilschaften der Agro-Gentechnik zwischen Firmen, Behörden, Lobbyverbänden und Forschung - von Aachen bis Rostock! Das Buch zum brisanten Thema mit 2000 Quellenangaben und Hunderten von Personen- und Organisationsdaten. Ein präzises Stichwortverzeichnis erleichtert die Arbeit mit dieser Enzyklopädie der Seilschaften in der Agro-Gentechnik.
Vom gleichen Autor wie die Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit". Die wurde vor Gericht angegriffen - der Autor gewann! Vorwürfe wie "Gentechnikmafia" und "Fördermitelveruntreuung" durch die AntragstellerInnen von Genversuchsfeldern sind seitdem zugelassen. Die präzisen Recherchen machten es möglich!

Ab 3 St. je 12 €, ab 10 St. je 10 €, ab 50 St. je 7 €. Bestellen ++ BioTechFarm-Kapitel als PDF
Großes Format 22,5 x 24 cm, 240 Seiten, 18 €. ISBN 978-3-86747-043-8

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