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Den Gentechniksumpf trockenlegen!

Aktionstage 2009 ++ Übersichtstabelle ++ Die Zentren der Mafia ++ Verbände ++ Links ++ Die Broschüre

Warum 78 bis 90% Ablehnung der Agro-Gentechnik nicht reichen, selbige zu verhindern - aber 6% Befürwortung, sie durchzusetzen: Notwendige Worte zu Ämtern, die eigentlich VerbraucherInnen schützen und Firmen kontrollieren sollen ...

... regelmäßig erklärt die zuständige wissenschaftliche Agentur GVO für unbedenklich, während die Mitgliedsländer und die EU-Kommission gespalten wegen der Unklarheit über Gefahren für Gesundheit und Umwelt sind. ... Auch Gabriel kritisierte das Hin und Her, das der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln sei. „Was wir heute betreiben, ist organisierte Unverantwortlichkeit“, sagte er. (Auszüge aus der Broschüre: Download)

SpenderInnen für weitere Nachdrucke der Broschüre und für die Aktionstage im September gesucht: Konto "Spenden & Aktionen", Nr. 92881806, Volksbank Mittelhessen (BLZ 513 900 00) mit Stichwort "Gentechnik"

Die Broschüre: Download ++ Rechtsstreit und mehr ++ Stichwortverzeichnis

Die Politik ... ist umschlungen von einem fast undurchdringbaren Geflecht von Experten, Consulting-Firmen, Spezialagenturen, Arbeitsgruppen, Initiativen und den vielfältigen Aktivitäten ihrer Beamten, die gemeinsam mit der Industrie sowohl die Risikobewertung als auch die Risikokommunikation organisieren und dabei Politik und Öffentlichkeit zu ihrem Spielball machen. Im Zentrum des Geflechts findet man dabei selten die großen Firmen selbst, sondern eher „Spezialagenturen“ mit exzellenten Kontakten zu Behörden, Politik, Medien und Konzernen. Sie arbeiten als Tarnkappenstrategen der Industrie, finanziert sowohl durch die öffentliche Hand als auch durch die Wirtschaft, sie haben Netzwerke, Seilschaften und Klüngelrunden auf allen relevanten Ebenen organisiert, die Institutionen der EU-Mitgliedsstaaten infiltriert und eine weitgehende Definitionsmacht errungen.
Aus: Antje Lorch und Christoph Then (2008): „Kontrolle oder Kollaboration?

Zensiert!
Zwei der wichtigen Personen in der deutschen Gentechnik, die Vielfach-Geschäftsführerin Kerstin Schmidt und der InnoPlanta-Chef und FDP-Landtagsabgeordnete Uwe Schrader, versuchen per gerichtlichen Verfügungen die Kritik an ihrer "Tätigkeit" verbieten zu lassen. Das Gerichtsverfahren läuft zur Zeit. Eine Vollstreckung gegen diese Internetseiten (bis zu 250.000 Euro wollen die haben) läuft zur Zeit, allerdings gegen den Autor der Schrift "Organisierte Unverantwortlichkeit". Dieser wehrt sich, ist aber gar nicht Inhaber dieser Internetseiten. Um einer ähnlichen Verfügung auszuweichen, werden diese Internetseiten bis zur Klärung der Angelegenheiten in zensierter Fassung präsentiert. Wir hoffen, dieses möglichst bald wieder ohne solche politische Zensur öffentlich machen zu können. Dennoch: Alle Angaben sind belegbar ... Infos, Broschüre und Quellensammlungen hier!

Überblick I: Wo stecken BeamtInnen im Filz der deutschen Gentechnik? (in Arbeit!)

Staatliche Stellen und Personen mit ihrem Kontakten

Konzerne

Kleinstfirmen&Biopark

Lobbyisten&PR

Felder

Die zentrale Behörde: BVL

Gentechnikabteilung mit Hans-Jörg Buhk (Leiter), Detlev Bartsch (Vize)

 

Buhk und Bartsch machen Industriewerbung: PR-Arbeit für Monsanto-Produkte (90er-Jahre). Auftritt in Werbefilm für Gentechnik (2002). Organisationskomitee für Gentechnikmesse (2004).

 

Buhk im WGG und PRRI. Autor in umwelt+spezial.

Bartsch in mehreren Organisationen und Texte auf www.biosicherheit.de.

Bartsch machte eigene Versuche an der RWTH Aachen.

ZKBS

Wurde von Buhk (BVL) aufgebaut.

Im Bereich Gentechnik nur BefürworterInnen der Gentechnik.

Dr. Anja Matzk (KWS)

Uwe Sonnewald, Ex-Chef der Gentechnikabteilung beim IPK und Gründer von SunGene.

Gerhard Wenzel schrieb für mensch+umwelt spezial

Eigene Versuche führen oder führten durch : Prof. Uwe Sonnewald (Uni Erlangen), Prof. Wolfgang Friedt (Uni Gießen).

EFSA

Vier VertreterInnen aus Deutschland: Alle pro Gentechnik!

Detlev Bartsch: Auftritt in Werbefilm der Industrie für Gentechnik (2002).

K. ZENSIERT! (auch: BioOK, biovativ, AgroBioTechnikum) und Prof. Inge Broer (AgroBioTechnikum, Uni Rostock) als Ad-Hoc-Expertinnen.

 

Prof. Tebbe macht eigene Feldversuche in Braunschweig.
Detlev Bartsch früher mit eigenen Versuchen an der RWTH Aachen.

Julius-Kühn-Institut JKI

ehemals: BBA

KWS und BASF im JKI-Beirat

Kühne im IPK-Beirat. JKI fördert Grünes Labor im IPK.

Joachim Schiemann (JKI): Gründungsmitglied des AgroBioTechnikums und Hauptredner auf Tag der offenen Tür 2009 im Biocampus des IPK

JKI ist Teil von BioOK.

Darstellung der Forschungen des JKI auf www.biosicherheit.de.

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Joachim Schiemann, Thomas Kühne

Joachim Schiemann (JKI): Beirat von GMO Kompass und "Ich finde TransGen geht" auf www.transgen.de

Schiemann hält eigenes Patent und ist Treuhänder beim Fraunhofer-Institut IME

Weitere Fachanstalten

vTI

Landesstellen

 

 

 

Klaus-Dieter Jany (ehemals BfEL) beim WGG

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Jany, verschiedene Landesanstalten

Prof. Tebbe macht eigene Feldversuche in Braunschweig.

Geldvergabestellen

Jens Katzek von BIO Mitteldeutschland, vormals KWS

Zensiert!, Rehberger unterstützten vom Wirtschaftsministerium die IPK-Bioparks. Regionale Wirtschaftsförderung und Bürgermeisterin unterstützten IPK.

Land Mecklenburg-Vorpommern und Gemeinde Sanitz finanzierten AgroBioTechnikum. Prof. Broer in Beiräten der zuständigen Ministerien.

Jens Katzek und Eveline Nettlau (regionale Wirtschaftsförderung) in Gremien von InnoPlanta.

BMBF fördert Propaganda für sogenannte Sicherheitsforschung (Mittelempfänger: Genius)

Versuchsbetreiber in Gremien der Geldvergabe: Prof. Broer, Joachim Schiemann

Parteien

 

Zensiert!, Rehberger und Happach-Kasan (alle FDP) unterstützen Lobbyverbände und Gentechnik im Allgemeinen

Förderung der grünen Gentechnik auch durch Verbraucherministerium unter Renate Künast (Grüne). Stärker durch Ilse Aigner (CSU) und Annette Schavan (CDU)

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Zensiert!, Rehberger und Happach-Kasan

 
Ministerien  

Prof. Broer in Beiräten der zuständigen Ministerien.

Umweltminister Backhaus und der zuständige Sachbearbeiter Broschewitz unterstützen AgroBioTechnikum

Gründung des AgroBioTechnikums in rot-roter Regierungszeit

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Sachsen-Anhaltinisches und Mecklenburgisches Umweltministerium

 
Sogenannte unabhängige Forschung

Patente haben: Broer (mit Bayer), Kogel (BASF), Schiemann (Degussa)

biovativ führt Versuche im Auftag der Universitäten Rostock und Gießen durch

Kooperation K. ZENSIERT!(AgroBioTechnikum und biovativ mit Sicherheitsforschung) und Zensiert!,

PR-Streichelzoo BioTechFarm mit Zweitfeldern, die mit Versuchsfeldern zusammen angemeldet und genehmigt wurden

 

Konzerne und Kleinstfirmen:

  • Hartwig Stieber ist Anwalt von Monsanto, BioTechFarm und biovativ (AgroBioTechnikum)
  • Wachschutz und einige Versuche am AgroBioTechnikum von BASF
  • Patente: Broer mit Bayer, Kogel mit BASF
  • Felder der Konzerne in Üplingen (BioTechFarm)

Lobbyverbände und praktische Anwendung:

  • InnoPlanta koordinierte Firmen und Versuche im InnoRegio-Projekt

Konzerne und Versuche:

  • Konzernversuche durch biovativ durchgeführt
  • BASF und KWS mit eigenen Versuchsfeldern

Kleinstfirmen und Lobbyisten:

  • InnoPlanta und Biopark in Gatersleben auf gleichem Gelände
  • InnoPlanta-Anschrift und erste Adresse der BioTechFarm waren gleich; U. Zensiert! unterzeichnete Pachtvertrag für Üplingen
  • U. Zensiert! erster Geschäftsführer der BioTechFarm
 

Abb: größer ++ PDF

Abb. größer ++ PDF

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Überblick II: Welche Seilschaften agieren wo?

5 Gentechnik-Seilschaften und ihre AkteurInnen

Eigener Arbeitsplatz

Konzerne

Kontrollbehörden

Lobbyisten u.a.

Geldvergabe u.a.

Seilschaften bei der Genehmigung:

Dr. Hans-Jörg Buhk
Detlev Bartsch
Achim Gathmann

ZKBS

Buhk: Leiter der Gentechnik-Abteilung im BVL.

Bartsch: Leiter der Abteilung 404 'Koexistenz/Monitoring' im BVL und Stellvertreter von Buhk.
Gathmann: Mitarbeiter in der Abt. von Bartsch. Beide waren früher Gentechniker an der RWTH Aachen.

ZKBS von Buhk aufgebaut: In entsprechenden Themenfeldern nur GentechnikbefürworterInnen sowie die Firmen KWS und Boehringer.

Buhk und Bartsch machen Industriewerbung: PR-Arbeit für Monsanto-Produkte (90er-Jahre). Aufruf von Bartsch: „Nicht die ökologischen Vorteile der grünen Gentechnik vernachlässigen“ (2000). Auftritt als Industrievertreter (2002). Werbefilm für Gentechnik (2002). Organisationskomitee für Gentechnikmesse (2004).

Die Genannten sind die Genehmigungsbehörde für Gentechnik.

Die ZKBS gibt gutachterliche Stellungnahmen bei Genehmigungsverfahren zu Fragen der Sicherheit und der Gefahren für Mensch und Umwelt ab.

ZKBS: Im Bereich Gentechnik nur BefürworterInnen der Gentechnik. 2005: Prof. Uwe Sonnewald (Uni Erlangen), Prof. Wolfgang Friedt (Uni Gießen), Prof. Alfred Pühler (Uni Bielefeld), Prof. Christiane Gatz (Uni Göttingen). 2009: weiterhin Sonnewald und Pühler. dazu Prof. Jürgen Wienands (Göttingen) und Prof. Gerhard Wenzel (München).

Buhk im WGG.

BioÖkonomierat aus Konzernen und Großinstituten.

 

Seilschaften in und um die Fachbehörden:

JKI (vormals: BBA) und vTI

Joachim Schiemann
und Thomas Kühne

Klaus-Dieter Jany
(früher: BfEL)

Christoph Tebbe (vTI)

JKI hat etliche Dienststellen, darunter in Quedlinburg, Groß Lüsewitz und Braunschweig.

Schiemann ist Leiter des JKI-Instituts für Sicherheit in der Gentechnik bei Pflanzen (Quedlinburg). 1976-91 arbeitete er an Gentechnikprojekten in Gatersleben. Dozent an Universtitäten Lüneburg und Braunschweig.

Kühne leitet das Institut für Epidemiologie und Pathogendiagnostik (Quedlinburg).

Jany arbeitete im BfEL (Karlsruhe).

Im Beirat des JKI sitzen: BASF, KWS.

Schiemann: Hält ein Patent der Firma Röhm (Degussa, neu: evonik).
Gemeinsame Veröffentlichungen mit K. ZENSIERT! (AgroBioTechnikum).
Treuhänder des Fraunhofer-Instituts für
Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME), das sich u.a. mit der Entwicklung von
Pharma-gv-Pflanzen beschäftigt.

JKI ist Teil des Firmenverbundes BioOK.

JKI (Ex-BBA) ist Einvernehmensbehörde bei der Zulassung von GVO.

Schiemann: Leiter des EU-Projektes Biosafenet. Berät so das BMELV in Fragen der Biologischen Sicherheit von GVO.
2000-04 war Schiemann im Wissenschaftlichen Beirat "Biosicherheitsforschung und Monitoring" des BMBF. Mitglied im EFSA-GMO Panel 2006-09.

Tebbe: Mitglied im EFSA-GMO Panel seit 2009.

Im Beirat des JKI: Hausfrauenbund, CDU, FAZ.

Thomas Kühne: Vorstand InnoPlanta.

Schiemann: Gründungsmitglied von FINAB e.V., Mitglied des WGG und der PRRI. Beirat von GMO-Kompass. Präsident der International Society for Biosafety (ISBR) und Redaktionsmitglied von deren Zeitschrift Environmental Biosafety Research (EBR).

Jany ist Vorsitzender des WGG und Beirat bei InnoPlanta.

JKI fördert Grünes Labor in Gatersleben.

2000-04 saß Schiemann im Wissenschaftlichen Beirat Biosicherheitsforschung und
Monitoring des BMBF. Aus dem Biosicherheitsprogramm kommen erhebliche Fördergelder für die Gentechnikentwicklung.

Seilschaften in Sachsen-Anhalt:

IPK, InnoPlanta und Umfeld

U. Zensiert! und
Horst Rehberger

Eveline Nettlau und
Marion Kallas

Jens Katzek

BioTechFarm als Fusion der Seilschaften um IPK und AgroBioTechnikum:

U. Zensiert! und K. ZENSIERT!

Anwalt: Hartwig Stiebler (sonst für Monsanto tätig)

Zensiert!/Rehberger: Landtagsabgeordnete (FDP). Rehberger war 1984/85 Wirtschaftsminister im Saarland sowie 1990-93 und 2002-06 Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt. Zensiert! arbeitete 2006/07 als Referent im Wirtschaftsministerium.

Nettlau/Kallas: Geschäftsführung des Biotech-Gründerzentrums und des Grünen Labors in Gatersleben; gleichzeitig bei der Wirtschaftsförderung Aschersleben-Staßfurt.

Katzek: Chef von BioOK Mitteldeutschland. Zuvor bei KWS.

Seit 2008 existiert als neues Projekt die BioTechFarm in Üplingen. Initiator und erster Geschäftsführer: U. Zensiert! (ab April 2008: K. ZENSIERT!).
Am 15.1.2008 (11-14 Uhr) fand eine Vorklärung mit Zensiert!, 2 Monsantoleuten und 2 VertreterInnen der Überwachungsbehörden statt.

Im Wiss. Beirat des IPK: Ralf-Michael Schmidt (BASF)

Rehberger: Als Wirtschaftsminister Unterstützer von Bayer am Standort Bitterfeld.

SunGene mit Sitz im IPK ist Tochter von BASF.

Grünes Labor gefördert von: Syngenta, SunGene und KWS.

In Vorstand und Beirat von InnoPlanta: Bayer, BASF, KWS sowie Newcomerfirmen wie SunGene und Biotech Consulting.

InnoPlanta: Koordinierte Forschungen von Pioneer und Monsanto. Weitere Kooperationen mit BASF, Bayer und Syngenta.

gv-Raps-Entwicklung für Biosprit von IPK und Bayer. Felder auf BioTechFarm von: BASF, Pioneer, Monsanto, KWS.

Im Wiss. Beirat des IPK: Thomas Kühne. Im Genbank-Beirat: Prof. Frank Ordon (beide JKI)

Im Vorstand von InnoPlanta: Thomas Kühne; Klaus-Dieter Jany (BfEL)

Grünes Labor gefördert von JKI

1976-91 arbeitete Joachim Schiemann (BBA, JKI) an den Gentechnikinstituten in Gatersleben.
2009 stand Schiemann als Hauptreder im Programm für den Tag der offenen Tür im IPK.

Abteilungsleiter für molekulare Zellbiologie im IPK: Prof. Uwe Sonnewald (Mitglied der ZKBS).

Edith Hüttner, Bürgermeisterin von Gatersleben, arbeitet im IPK.

InnoPlanta ist selbst der bedeutendste Lobbyverein für Gentechnik in Deutschland. AGIL ist eine Arbeitsgruppe von InnoPlanta. Kooperationen mit dem BDP. Zusätzlich im Vorstand oder Beirat: Torsten Wagner (Landesbauernverband Sachsen-Anhalt), Ulrich Gerstner (Landrat), Ingo Schellenberg und Jens Katzek (beide BIO Mitteldeutschland).
PR-Firmenvertreter im Beirat.

Zensiert!: Vorsitzender von InnoPlanta und bis April 2008 Geschäftsführer der BioTechFarm. Er verdient Geld mit Beratungstätigkeiten zur Gentechnik.
Rehberger: Beiratsvorsitzender von InnoPlanta.
Nettlau: Schatzmeisterin von InnoPlanta.

Gaterslebens Bürgermeisterin Edith Hüttner war bis 1998 im IPK tätig.

Geschäftsführerin der BioTechFarm seit April 2008: K. ZENSIERT! (auch: BioOK, biovativ, AgroBioTechnikum).

Zensiert! als FDP-Landtagsabgeordneter und Rehberger als Wirtschaftsminister organisierten Fördergelder für das IPK. Beide sitzen im Beirat der BioTechFarm.

Nettlau und Kallas arbeiten gleichzeitig für die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Aschersleben-Staßfurt.

Kircheneigene GERO AG investierte Millionen zugunsten des IPK - ein Pfarrer segnete Gewächshäuser. Kirchenfirmen im IPK: Futura und BGI Biopark.

InnoPlanta sitzt seit 2003 in der BMBF-Initiative Kompetenznetze.de.

Finanzierung 2005: Grundfinanzierung 23,5 Mio. vom Land, 3,4 Mio von EU. Für Projekte über 3,6 Mio. Förderung vom BMBF, 0,6 Mio. von DFG, 262.000 vom Land, 305.000 von EU.

Seilschaften rund um Rostock:

FINAB, BioMath, Biovativ und BioOK

K. ZENSIERT! und Inge Broer

Anwalt: Hartwig Stiebler (sonst für Monsanto tätig)

ZENSIERT!: Geschäftsführerin von Biovativ, BioOK, BioMath, BioTechFarm. Bis 2009 Schatzmeisterin von FINAB e.V.

Broer:
Professorin an der Universität Rostock/FB Agrarökologie und Leiterin der AG Agrobiotechnologie. Gesellschaftervorsitzende der biovativ GmbH.

Mitglieder des Trägervereins bioconvalley (bis 2008): Deutsche Bank, Nord/LB.

Biovativ arbeitet für Freisetzungsversuche von Universitäten (Unterauftragnehmer).

ZENSIERT!: Auftragsarbeiten für Monsanto.

Broer: Kuratorium der KWS; Patente von Bayer , Hoechst und Norddeutscher Pflanzenzucht.

Versuche am AgroBioTechnikum u.a. von: BASF, Monsanto. BASF stellte Wachschutz.

ZENSIERT!: Beraterin bei der EFSA.

Broer: Mitglied der Arbeitsgruppe ‚Anbaubegleitendes Monitoring’ der Biologischen Bundesanstalt Braunschweig; Leiterin der Ad hoc Arbeitsgruppe Gentechnik des Umweltministeriums MV; Ad-hoc-Expertin der EFSA.

Gründungsmitglied des AgroBioTechnikums: Joachim Schiemann (JKI). JKI ist Teil von BioOK.

ZENSIERT! war Schatzmeisterin von FINAB e.V., seit April 2008 Geschäftsführerin der BioTechFarm

Beiräte der BioTechFarm: U. Zensiert! und Eric Schreyer (beide InnoPlanta) und IPK Gatersleben. Damit bildet die BioTechFarm eine Brücke zwischen den Seilschaften in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt!

Broer: Gründerin und Vorsitzende von FINAB e.V.; Informationskreis Gentechnik des Bundes Deutscher Pflanzenzüchter; Gutachterin der Deutschen Stiftung Umwelt für Biotechnologie

Broer: Mitglied in Beiräten beim Umweltministerium und beim Agrarministerium in Mecklenburg-Vorpommern; Futur Fokusgruppe Agrarproduktion (BMBF); Mitglied im Scientific Board des deutschen Pflanzengenomprojekts Gabi.

Finanzierung des AgroBioTechnikums über Landesmittel und Gemeinde Sanitz.
Förderung der Projekte vor allem aus BioSicherheits-Programm (BMBF).

75%ige Förderung des BioOK-Firmenverbundes durch das BMBF. Schavan unterstützt Broer beim Ziel einer weltführenden One-Step-Agentur.

Seilschaften in der Propaganda für die Agro-Gentechnik:

BioSicherheit.de

TransGen: Gerd Spelsberg

GMO Kompass
und Genius:
Klaus Minol und Kristina Sinemus

TransGen, GMO Kompass und BioSicherheit sind Informationsdienste im Internet.

Die PR-Agentur Genius sitzt in Darmstadt und betreibt GMO Kompass.

TransGen sitzt in Aachen, betreibt www.transgen.de und arbeitet bei GMO Kompass mit.

www.biosicherheit.de wird von Genius, TransGen und TÜV NORD betrieben.

Die Programmierungen von TransGen und GMO Kompass sind identisch.

Im Beirat von GMO Kompass: EuropaBio (Industrieverband des Gentechnik)

Genius macht die zentrale Internetseite zur Sicherheitsforschung und bestimmt damit die öffentliche Wahrnehmung der Forschungsergebnisse.

Im Beirat von GMO Kompass: Joachim Schiemann (JKI).

Darstellung der Forschungen des JKI auf www.biosicherheit.de.

Ideeller Träger von TransGen ist die ehemals kritische VerbraucherInitiative. Die Startfinanzierung kam von der grünen NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn.

Auftraggeber von BioSicherheit ist das BMBF. Dargestellt werden BMBF-geförderte Freisetzungsversuche.

Kristina Sinemus von Genius koordiniert den GGG.

TransGen: Teil der Einnahmen aus den Konzernen, deren Gentechnik wohlwollend dargestellt wird, u.a. Bayer, BASF, Dow, Monsanto, Du Pont/Pioneer, Syngenta, InnoPlanta usw.

Genius erhält Mittel aus dem staatlichen Biosicherheitsprogramm (BMBF).

Abkürzungen

Texte, Broschüren, Quellen

Seilschaften rund um Gentechnik-Farmen und -zentren

Am Anfang stand das IPK

Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Es mag ohne Zusammenhang sein, dass alles eine Idee der Nationalsozialisten war. 1943 schufen sie im sachsen-anhaltinischen Gatersleben das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kulturpflanzenforschung.46 1945 erfolgte ein Neuaufbau, ein Jahr später schluckte die Universität Halle das Institut. 1991 wurde es als Folge des Einigungsvertrages mit neuem Namen versehen und später in eine Stiftung umgewandelt.46 Richtig Fahrt nahm das IPK aber erst um die Jahrtausendwende auf. Gentechnik und die vorher in Braunschweig ansässige Saatgutbank rückten in den Mittelpunkt der Tätigkeiten. Ab 1998 leitete der Biotechnologe Prof. Uwe Sonnewald als Leiter die Abteilung Molekulare Zellbiologie, im gleichen Jahr folgte die Gründung der ersten lupenreinen Gentechnikfirma: SunGene, eine Tochter der BASF. Zwei Jahre später entstand das nächste Unternehmen dieser Art, Novoplant. Parallel wurden zwei Bereiche ausgebaut, die sich eigentlich ausschließen: Die Saatgutbank, die vorhandenes Saatgut durch Vermehrung und Einlagerung in Sortenreinheit zu erhalten versucht - und die Gentechnik, die durch Freisetzung manipulierter Pflanzen genau diese Sortenreinheit in Gefahr bringt. Im IPK Gatersleben jedoch standen sie auf einem Gelände nebeneinander. Daran entzündete sich Protest. Das IPK war der einzige heftig umstrittene, konkrete Standort deutscher Gentechnik. Ansonsten reduzierte sich bisher die Kritik, wenn sie überhaupt aus den bildungsbürgerlichen Schichten der Metropolen herauskam, auf die Schelte der Firma Monsanto und deren Produkt MON810. Allerdings konnten selbst über 30.000 Unterschriften und Einwendungen die Gentechnik in Gatersleben nicht verhindern. Im Gegenteil: Das BVL forderte die viel ältere Saatgutbank auf, auszuweichen, damit die Gentechnik ungestört angewandet werden könne.47
Neben Konzernen, Lobbyisten und den verfilzten Behörden beteiligte sich die katholische Kirche lange Zeit über die kircheneigene Firma GERO daran, mit Hilfe von 35 Mio. € und gefördert vom Land Sachsen-Anhalt, einen Biopark aufzubauen und zwei eigene Firmen am Gelände zu betreiben: Futura und BGI Biopark.50 Erst im April 2008 beendete eine beherzte Aktion von freiwilligen FeldbefreierInnen den Gentechnikanbau in Gatersleben.48 Seitdem herrschte überwiegend Ruhe in der Landschaft um Gatersleben. Hinter Mauern und Glas jedoch wird weiter experimentiert. Nur die Firma BASF meldete für 2009 einen ihrer Kartoffelversuche an.49 Am 7. September gleichen Jahres unterzeichneten VertreterInnen der IPK- und der BioTechFarm-Seilschaften (siehe S. 19) dann einen Vertrag, der eine Verlagerung der Freilandversuche zum neuen Standort nach Üplingen vorsieht.85
In und um das IPK entwickelte sich ein bemerkenswerter Filz von Lobbygruppen, Neugründungen von Gentechnikfirmen und Aktivitäten der großen Konzerne. Es war die erste große Seilschaft der praktischen Gentechnikanwendung, gefüttert mit Forschungsmillionen aus Töpfen der Bundesministerien und des Landes Sachsen-Anhalt, in dem über etliche Jahre der FDPler Horst Rehberger Wirtschaftsminister und der spätere Chef-Lobbyist U. Zensiert! sein Referent war. „Um das IPK herum setzte der langjährige sachsen-anhaltische Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) großzügig Fördergelder ein: Knapp 150 Millionen Euro machte er 2003 für die Biotech-Offensive locker, um Firmen in die Region zu holen“.30 Jährlich erhält das IPK eine Grundfinanzierung, im Jahr 2005 beispielsweise 23,5 Mio. € vom Land und 3,4 Mio € von der EU. Für Projekte flossen im gleichen Zeitraum über 3,6 Mio. € Förderung vom BMBF, 0,6 Mio. € der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), 262.000 € vom Land und 305.000 € von der EU.51 Der behaupteten Wirtschaftsförderung oder dem Sichern von Arbeitsplätzen dienten die Gefälligkeiten für die Gentechnik kaum, vielmehr wurden die mit 13 Mio. € geförderten Biotechnologieprojekte und der gesamte Biopark Gatersleben (BGI) zum „Flop“ mit inzwischen 5 Mio. € Schulden: „Mit mehreren Millionen Euro hielt die landeseigene Investitionsbank IBG jahrelang eine Firma am Leben, die eine Antikörper produzierende Freilanderbse gegen Schweinedurchfall entwickelt hatte, die keiner haben wollte. ,Geld verdienen wir mit Q-Cells', sagt Haseloff leicht sarkastisch, einer inzwischen weltbekannten Solarfirma, die das Land mitbegründet hat“.52
Zentrale Person beim Aufpäppeln der grünen Gentechnik war U. Zensiert!, unter Rehberger Referent im Wirtschaftsministerium und schon 1999 als „Experte“ beim Magdeburger Unternehmen tti mit der Entwicklung eines Konzepts zur Ankurbelung der Gentechnik befasst. Dieses mündete in eine millionenschwere Förderung „InnoRegio“. Damals hatte Zensiert! noch keine Kreide gefressen, sondern bezeichnete die grüne Gentechnik als das, was sie auch ist: Eine profitträchtige Sparte der Chemiebranche. Der Absatz von Spritzmitteln würde stark steigen, prognostizierte und freute sich Zensiert!: „Die Aussicht, in dem stagnierenden Pflanzenschutzmittelmarkt durch Anwendung der Pflanzenbiotechnologie Positionsverbesserungen zu erzielen, erklärt die für das Marktvolumen und die Profitabilität der Branche unerwartet hohe interne und externe F&E- Intensität.“ Regionen, in denen der Spitzmittelabsatz durch die Gentechnik steigt, werden von Zensiert! als positive Beispiele angeführt: „Die sich abzeichnenden Erfolge in der Einführung von transgenen Kulturpflanzen in Nordamerika, Argentinien und Brasilien haben der durch Übernahme und Fusion von Pflanzenschutzmittelherstellern erfolgten Marktkonsolidierung weiteres Momentum gegeben und zu einer regen Akquisitionstätigkeit der Unternehmen in die Biotechnologie- und Saatzuchtbranche geführt.“50
Zensiert! blieb den Bioparks im IPK nach 2006 als FDP-Landtagsabgeordneter treu, während Rehberger u.a. als Anwalt half. Ihnen gelang die Einbindung einer Vielzahl von Konzern- und BehördenvertreterInnen. Im wissenschaftlichen Beirat des IPK sitzt Thomas Kühne vom JKI, im Genbank-Beirat sein Kollege Prof. Frank Ordon. Kühne ist auch im Vorstand von InnoPlanta aktiv, der im IPK untergebrachten Lobbyorganisation. Im Stiftungsrat sind die Ministerien direkt vertreten: Joachim Welz, Thomas Reitmann (Kultusministerium), Martin Köhler und Jürgen Roemer-Mähler (beide BMELV). Offen sichtbare Aktivitäten externer Konzerne waren trotz der Verflechtungen eher selten. Nur die BASF Plant Science pflanzte mehrfach Kartoffeln am IPK an,49 ihr Vize-Präsident Ralf-Michael Schmidt sitzt im Wissenschaftlichen Beirat des IPK.
Eine besondere Rolle spielte Prof. Uwe Sonnewald.53 Seit 1992 im IPK, leitete er ab 1998 die Abteilung für molekulare Zellbiologie. Uneingeschränkt warb er für die Gentechnik - einfach alles werde besser: „Die Grüne Gentechnik wird in absehbarer Zeit dazu beitragen, den Ressourcenverbrauch in der Landwirtschaft zu optimieren. Die Verbraucher profitieren, weil Gentechnik die Lebensmittelqualität durch Optimierung der Inhaltsstoffe verbessern hilft, die Eliminierung von Allergenen ermöglicht und die Herstellung hochwertiger Moleküle für pharmazeutische Anwendungen erlaubt. Darüber hinaus ist eine verbesserte Produktion pflanzlicher Rohstoffe zu erwarten. Schließlich werden Pflanzen künftig industrielle Enzyme und Feinchemikalien liefern. Die Landwirte können mit weiteren Ertragssteigerungen rechnen, weil Verbesserungen bei Resistenzen und Stoffwechseloptimierungen möglich werden.“54 Zeitgleich mit der Übernahme der Abteilungsleitung gründete Sonnewald zusammen mit BASF die Firma SunGene - Forschung und Konzerne waren direkt verbunden. Ab 1996 saß er in der ZKBS, d.h. er kontrollierte die eigenen Projekte und die der KollegInnen in den Gentechnik-Seilschaften. Das setzte er fort, als er 2004 an die Uni Erlangen wechselte - und von dort die Forschungen an transgener Gerste zusammen mit dem Gießener Prof. Karl-Heinz Kogel vorantrieb.

Auszug aus transkript Nr. 4 /2007 vom 29.03.2007
Katholische Kirche investiert in Grüne Gentechnik: Eine kircheneigene Firma investiert in die umstrittene Grüne Gentechnik. 35 Mio. Euro steckt die GERO AG gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt in den Aufbau des Bioparks Gatersleben. Mehr ...


Verdummung beim Tag der offenen Tür am 6.6.2009 durch Wortspiele der Gleichsetzung von Gen und Gentechnik

Hier ein Bericht von der Fahrt zum IPK Gatersleben, seines Zeichens Biotechnologie-Hochburg Deutschlands, aufgepfropft auf die weltweit renommierte Erhaltungsbank (Genbank) für Pflanzenarten und -sorten aus aller Welt.
Der Tag der offenen Tür dort startete mit der Begrüßung durch den Direktor Prof. Graner, der viel Lobenswertes über das IPK im Allgemeinen sagte und zur Überleitung auf Prof. Schiemann, amtlicher Gentechnikbefürworter, die üblichen Textbausteine zur "wachsenden Weltbevölkerung" und "Herausforderung der Nahrungsmittelproduktion" auf "gleich bleibenden bzw. sich verringernden landwirtschaftlichen Flächen" unter Berücksichtigung der "Unwägbarkeiten des Klimawandels" verwendete.
Prof. Schieman (Mitglied des EFSA-GMO-Panels, das immer wieder Empfehlungen für neue gv-Pflanzen auf der Grundlage der Konzernergebnisse aussprach, Mitglied in den Lobbyagenturen Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik (WGG) und Public Research & Regulation Initiative (PRRI) auf europäischer Ebene, Wissenschaftler am Julius-Kühn-Institutsstandort Quedlinburg und Prof. an der Lüneburger Universität) startete seinen Vortrag zur "Sicherheitsbewertung und weltweiten Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen" mit einem Fanal:
Er stehe gerührt an diesem Ort, an dem er vor ca. 20 Jahren (also 1989!) selbst tätig war, und wo sie sich "einer wissenschaftlich prostituierten Institutsleitung entledigt" hätten. Damals hätte ja "ein fast gesetzloser Zustand" geherrscht, und sie hätten stattdessen "Freiheit der Forschung" und "Unabhängigkeit der Forschung" eingeführt...
Die Verherrlichung der heutigen marktwirtschaftlich orientierten Wissenschaft im Vergleich zu denen zu DDR-Zeiten bedarf sicherlich einer kritischen Betrachtung. Positive Bezüge zur Nazizeit werden im IPK im Vergleich dazu nicht gescheut: das 50-jährige Jubiläum 2003 schmähte die Wiedererrichtung des Instituts 1945 und bezog sich lieber auf die Gründung 1943...
Danach folgte die übliche rhetorisch geschulte "sachliche" Darstellung der Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland im Bereich der Gentechnik, beginnend mit der Feststellung, dass konventionell gezüchtete Pflanzen mit neuen Eigenschaften in Deutschland keinerlei Sicherheitsprüfungen unterliegen... und das gv-Pflanzen immer nur mit ihren zugrunde liegenden konventionell gezüchteten Pflanzensorten verglichen werden müssten, um evtl. Probleme aufzudecken... Wissenschaftliche Langzeitversuche könne man ja immer viel fordern, aber man müsse auch die praktische Durchführbarkeit prüfen...
Schiemann ging auf das Gentechnikgesetz ein, das Monitoring, die drei Stadien, die ein GVO-Produkt durchlaufen müsse (Untersuchungen im Gewächshaus, im Freiland und die Prüfung zur Marktzulassung), die gründliche Kontrolle durch die EFSA (European Food Safety Authority, in der Schieman selbst tätig ist), die heutzutage in die politische Kritik geraten ist... Dabei war es ihm wichtig, eine klare Trennung zw. Risikobewertung (EFSA) und -management (EU-Kommission) zu machen.

Auch ansonsten streute Schiemann die Betonung, dass Entscheidungen auf diesem Gebiet bitte nur auf wissenschaftlicher Basis gefällt werden sollten und bedauerlicherweise das von der Politik anders gehandhabt wird, immer wieder in seine Rede ein...
Inzwischen kann mit einer neuen Stellungnahme der EFSA zu MON810 gerechnet werden...
Bei der Diskussion im Anschluss an den Vortrag war tatsächlich Zeit für drei (!) Nachfragen... Christian Pratz (Feldbefreier in Gatersleben 2008) und ich ließen es uns nicht nehmen, uns zu Wort zu melden. Ich fragte Prof. Schiemann nach der Praxis der theoretischen Sicherheitsmaßnahmen, die er aufgezählt hatte, zB die Verflechtungen der Kontroll- und prduzierenden Institutionen, wie sie in der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" dargestellt werden. Ein dritter forderte Prof. Schiemann auf, den ZuhörerInnen mal das Gruselkabinett der konventionellen Züchtungsmethoden vorzustellen, á la radioaktive Bestrahlung, Behandlung mit chemischen Stoffen etc. Der Großteil des Publikums war anscheinend ohnehin mit Prof. Schiemann d'accord. Als dieser nach Christians Beitrag feststellte, Feldbefreiungen seien seiner Meinung nach eine Straftat, klatschte ein Großteil der Leute. Aber es gab auch etwas Applaus für Christians Beitrag. Im Anschluss kamen leider nur wenige Menschen auf mich zu, um eine Broschüre mitzunehmen. Eine fand unser Auftreten "couragiert".
Es gab viele Führungen durch das IPK unter verschiedenen Gesichtspunkten. Viele dienten dazu, den BesucherInnen die Arbeit mit der Gentechnik als alltäglich darzustellen, was sie im IPK sicher auch ist. Die Gründerfirmen, die aus der staatlichen Forschung des IPK in private Firmen überführt wurden, scheinen hauptsächlich der Biotechnologie-Sparte zuzuarbeiten: Analysen von Gensequenzen, Aufzucht von gentechnisch veränderten Pflanzen... Die BASF-Tochter SunGene, die auf dem gleichen Gelände residiert und zB den Öffentlichkeitsauftritt des Gründerzentrums finanziert, arbeitet auch selbst an der Züchtung gentechnisch veränderter Pflanzen. Zur Zeit gibt es auch ein Feld der BASF mit Amflora-Stärke-Kartoffeln (GVO) auf dem Gelände des IPK.
Auch Führungen über die Vermehrungs- und Erhaltungsflächen der Genbank gab es. Und einige Führungen über besondere Eigenschaften von (nicht-gv) Pflanzen: "östrogen wirkende Substanzen", "Mykorrhizapflanzen - kleine Helfer beim Gärtnern", "Untersuchungen von gesundheitsfördernden sekundären Inhaltsstoffen" etc. Ein Mitarbeiter der Genbank ist zuversichtlich, dass die Genbank auch weiterhin als grundlegender Bestandteil des IPK angesehen wird, auch wenn sie direkt kein Geld abwirft und viel Arbeit bedeutet. Hoffentlich behält er Recht.
Die 500 m Abstand zw. den Weizen-Erhaltungsfeldern und dem gentechnischen Versuchsfeld 2007 und 2008 hält er für ausreichend. Außerdem seien noch Baumreihen und ein Gerstenfeld dazwischen gelegen. Zwischen den einzelnen zu erhaltenden Weizensorten besteht nur ein Abstand von 2 m, jeweils mit Gerste oder Hafer gefüllt. In einer Untersuchung von Saatbeständen aus ca. 20 Jahren wurden kaum veränderte Eigenschaften der einzelnen Sorten entdeckt.
Allerdings äußerte er sich auch nicht zustimmend zum Kommentar einer Mitarbeiterin, dass sie nicht verstehen könne, wie jmd dieses Weizenfeld zerstören könne, bei dem Know-how, das am IPK bestehe. Da fehlten ihr die Worte ...
Und in meinem Garten wachsen nun hoffentlich Salbei, Liebstöckl, Ysop und eine Blume (die ich nicht kenne..) aus Gatersleben! ;-) Viele, viele Pflanzen wurden an die BesucherInnen verschenkt, wie das seit Jahrzehnten die Aufgabe der Genbank ist.


Firmen und Konzerne im IPK

Doch trotz vieler Millionenzuschüsse ... das Projekt macht Schulden!

Auszug aus "Leere Labore", in: Spiegel 41/2008 (S. 93 f.)
Um das IPK herum setzte der langjährige sachsen-anhaltische Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) großzügig Fördergelder ein: Knapp 150 Millionen Euro machte er 2003 für die Biotech-Offensive locker, um Firmen in die Region zu holen. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ sah die Pflanzenbiotechnologie zwischen Harz und Magdeburg auf dem Weg in die „Weltklasse“. Um diesen Mythos zu verkaufen und die Initiative zu lenken, holte Rehberger Jens Katzek. Der Biochemiker hatte beim BUND jahrelang gegen Gentechnik gekämpft, bevor er zum Saatguthersteller KWS wechselte. „Ich hab die Ideologie irgendwann mal ausgeschaltet und fand viele Antworten der Industrie überzeugend“, sagt Katzek. Sein Seitenwechsel wurde ihm hoch angerechnet: Bei der Bio Mitteldeutschland GmbH verdiente er fast so viel wie der Ministerpräsident. ...
Mit mehreren Millionen Euro hielt die landeseigene Investitionsbank IBG jahrelang eine Firma am Leben, die eine Antikörper produzierende Freilanderbse gegen Schweinedurchfall entwickelt hatte, die keiner haben wollte. "Geld verdienen wir mit Q-Cells", sagt Haseloff leicht sarkastisch, einer inzwischen weltbekannten Solarfirma, die das Land mitbegründet hat. ...
Im hinteren Teil des Gaterslebener Biotech-Zentrums ist vor gut einem Jahr ein neues Gelände eingeweiht worden. Doch in diesem „Biopark“ herrscht Leere. Erst zwei Firmennamen stehen auf dem großen Schild. „Wir hatten uns da mehr erhofft“, gibt Katzek zu. Offenbar hat hier nicht mal der Beistand von oben geholfen. An der 35-Millionen-Förderung des Bioparks hatte sich neben dem Land auch das Bistum Magdeburg über die kircheneigene Gero AG mit 3 Millionen Euro beteiligt. Die Gentechnik-Begeisterung ihres zuständigen Seelsorgers stieß vielen Gläubigern damals bitter auf. Doch der ließ sich nicht beirren und besprenkelte das Gebäude bei der Einweihung sogar mit Weihwasser.

Auszug aus "Biopark in der Krise", in: Mitteldeutsche Zeitung, 3.7.2009
Eigentlich sollten sich hier auf rund 2600 Quadratmetern Fläche möglichst viele innovative Biotechnologie-Firmen ansiedeln und dem Land zu Fortschritt und Arbeitsplätzen verhelfen. Dafür zahlten die EU, der Bund und das Land insgesamt rund 13 Millionen Euro an Fördermitteln. Zweifel an der Seriosität des Ganzen waren nicht angebracht. Neben der zur Gemeinde gehörenden Gaterslebener Wirtschaftsförderungs GmbH (GWG) beteiligte sich auch die der schwer angeschlagenen Gero-Gruppe (...) zuzurechnende Futura GmbH mit einem Anteil von 49 Prozent als Gesellschafterin an BGI. Das war im Dezember 2003. Seitdem hat sich das Projekt in einen Flop verwandelt. Die verfügbaren Bilanzen der Parkbetreiberin BGI belegen für die vergangenen Jahre hohe Verluste. Die Verbindlichkeiten hatten sich trotz des Einsatzes erheblicher Fördergelder Anfang 2008 auf rund fünf Millionen Euro summiert. ...
In der ersten Etage sitzt eine Sekretärin. Hier arbeitet auch die ehrenamtliche Bürgermeisterin als Repräsentantin ihrer Gemeinde. Sie ist bei der Parkbetreiberin BGI angestellt und gleichzeitig noch in deren freiwillig gebildetem Aufsichtsrat. Einige Schritte weiter, auf der anderen Seite des Flures, hat BGI-Geschäftsführer Eric Schreyer sein Büro. Hier firmiert, neben den Betreibern oder Gesellschaftern praktischerweise auch die Mittelstandsberatung Eric Schreyer. Innovative Biotechnologiefirmen sind hier in diesem Gebäude nicht zu finden. ...
Mit den bereits ausgezahlten 13 Millionen Euro Fördermittel sind hier bisher 15 Arbeitsplätze entstanden. Ein Blick in die Bilanzen bestätigt den Eindruck. Zum 31. Dezember 2007 musste die Gesellschaft einen "nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag" von 1,1 Millionen Euro ausweisen. Die rechnerischeÜberschuldung, heißt es in der Bilanz, sei durch stille Reserven beseitigt. Die Verbindlichkeiten waren vom Vorjahr um rund 1,6 Millionen auf 5,29 Millionen Euro gestiegen. In dieser Bilanz steht vermerkt: "Das Unternehmen befindet sich in der Krise."
Die Lage dürfte in absehbarer Zeit kaum besser werden. Zwar will die BGI jetzt die eigene, ursprünglich knapp drei Millionen Euro teure Energiezentrale verkaufen. Dann allerdings muss die BGI Fördermittel für die Anlage in Höhe von einer Million Euro zurückzahlen. Gleichzeitig ist noch ein Rechtsstreit mit dem Land anhängig, das wegen angeblich fehlender Verwendungsnachweise rund zwei Millionen Euro Fördermittel zurückfordert.

GVO-Beete direkt neben Saatgutbank ...

Die ewige Lüge: Weizen kann nicht auskreuzen ...
Auszug aus der Landtags-Drucksache 4/2703 (Sachen-Anhalt, 4. Wahlperiode, am 21.03.2006, S. 6)
Folgende Maßnahmen werden zur Vermeidung von Auskreuzungen mit gentechnisch veränderten Pollen ergriffen:
1. Anbau von GVOs, welche nicht im Genbanksortiment am Standort Gatersleben gehalten werden (Kartoffel).
2. Beim Anbau nicht-selbstbefruchtender GVOs werden die Blüten vor der Pollenreife entfernt und vernichtet (Tabak). GVOs, bei welchen die Ernte der Samen erforderlich ist, sind strenge Selbstbefruchter (Erbse, Weizen). Darüber hinaus wird in den entsprechenden Versuchen durch Netze die Verschleppung von Samen durch Vögel verhindert.

Personen

Joachim Schiemann ... Vielfach-Funktionär, zentrale Person in den Seilschaften
Er arbeitete viele Jahre im IPK, dann wechselte er in die Bundesfachanstalten BBA/JKI, die selbst mit Gentechnik experimentieren und gleichzeitig bei allen Genehmigungsanträgen beratend mitwirken. Ob fürs AgroBioTechnikum oder fürs IPK - Schiemann engagierte sich stets für den Ausbau der Agro-Gentechnik.


Hauptvortrag beim Tag der offenen Tür am 6.6.2009 durch Joachim Schiemann

Sich selbst fördern: Eveline Nettlau
Eveline Nettlau päppelte als Geschäftsführerin der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur die Gentechnikschmiede in Gatersleben hoch. Dabei verschaffte sie sich auch selbst einen guten Posten - als Geschäftsführerin des Gründerzentrums für Biotechnologie (www.startupbiotech.de). Damit nicht genug: Nettlau ist auch Schatzmeisterin des Lobbyverbandes InnoPlanta e.V. und bekundet so ihre einseitige Orientierung auf Geldfragen.

Wichtig in Gatersleben (bis 2004), auch in ZKBS und Firmengründer mit BASF: Prof. Uwe Sonnewald
Er arbeitete lange beim IPK mit und baute zentrale Abteilungen zur Gentechnik auf. Gleichzeitig band er BASF ein und saß in der ZKBS, die wiederum Genversuche kontrollieren soll - so aber kontrollierte er sich selbst! In der Lobbygruppe "Plants for the future" (siehe oben) wird Sonnewald als Mitwirkender geführt.

Zitat von Prof. Uwe Sonnewald auf www.transgen.de
Die Grüne Gentechnik wird in absehbarer Zeit dazu beitragen, den Ressourcenverbrauch in der Landwirtschaft zu optimieren. Die Verbraucher profitieren, weil Gentechnik die Lebensmittelqualität durch Optimierung der Inhaltsstoffe verbessern hilft, die Eliminierung von Allergenen ermöglicht und die Herstellung hochwertiger Moleküle für pharmazeutische Anwendungen erlaubt. Darüber hinaus ist eine verbesserte Produktion pflanzlicher Rohstoffe zu erwarten. Schließlich werden Pflanzen künftig industrielle Enzyme und Feinchemikalien liefern. Die Landwirte können mit weiteren Ertragssteigerungen rechnen, weil Verbesserungen bei Resistenzen und Stoffwechseloptimierungen möglich werden.

Lebenslauf bei der Wissenschaftsakademie Nordrhein-Westfalen
Uwe Sonnewald, Professor Dr., geboren 1959 in Köln. 1980-1986 Studium der Biologie an der Universität Köln. 1986-1989 Doktorarbeit am In­stitut für Genbiologische Forschung in Berlin. 1989-1992 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Genbiologische Forschung in Berlin. 1992-1998 Gruppenleiter am Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben. 1993 Habilitation im Fach Biochemie an der Universität Göttingen. Seit 1996 stelvertretendes Mitglied der Zentralen Kommission für Biologische Sicherheit (ZKBS). 1998 Gründungsgeselschafter des Pflan­zenbiotechnologie Unternehmens-Sungene. 1998-2004 Professor an der Universität Hale-Wittenberg und Leiter der Abteilung Molekulare Zelbiologie am Institut für Pflanzengene­tik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben. Seit 2004 Professor für Biochemie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. 2004 Berufung in das Fachkolegium 202 „Pflanzenwissenschaften“ der DFG und in die DFG-Senatskommission für Grundsatz­fragen der Genforschung.

AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz (20 km östlich Rostock)

Das einzige Gründerzentrum speziell für Gentechnik - vollgestopft mit merkwürdigen Vereinen und Tarnfirmen, mit denen große Mengen staatlicher Gelder mehrfach umgeleitet werden. Verdacht: Hier wird mit der riskanten Technologie gespielt, um Privatkonten zu füllen und Propaganda für die Gentechnik zu machen. Die Experimente machen meist wenig Sinn. Die teuren Labore stehen zu guten Teilen leer. 2007 scheiterte ein Besetzungsversuch nur knapp, brachte aber das AgroBioTechnikum in die Schlagzeilen. 2009 soll der Ort richtig wichtig werden: Aus Angst von GentechnikgegnerInnen rotten sich hier die Uni-GenforscherInnen aus Deutschland zusammen und wollen alle Versuche an diesem Standort - hoch bewacht - durchführen. Auch der Gengersteversuch aus Gießen ist dorthin verlegt - Seite für Einwendungen.

BioTechFarm: Geld- und Gehirnwäsche

Ganz neu und gemeinsames Projekt des Filzes in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern: Die BioTechFarm in Üplingen. Neu eröffnet im Juli 2008, dient sie nach eigener Darstellung der Beeinflussung des Denkens über Gentechnik. Doch nicht nur Gehirnwäsche ist angesagt, offenbar ist der Ort auch wichtig zur Geldwäsche von Steuergeldern in ein unübersichtliches Gewirr von Firmen - wie beim AgroBioTechnikum bereits seit einigen Jahren länger. Bemerkenswert ist auch, wie schnell für die Fläche recht viele Versuchsfelder angemeldet wurden - hier wirkten sich die bestehenden Seilschaften aus. Die BioTechFarm ist die Fusion der beiden wichtigsten Seilschaften bei Freisetzungsversuchen, Fördermittelveruntreuung und Firmengründungen: Dem IPK in Gatersleben und dem AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz.

Rückblick: Aktionstage an den Orten der deutschen Gentechnikseilschaften

Das war der Aufruf:
Obwohl 78 Prozent (Forsa-Umfrage vom 19.5.2009) gegen Gentechnik im Essen sind, fließen Millionen Steuergelder in die Ausweitung dieser Technik, sind alle Genehmigungsbehörden und Fachanstalten nur von GentechnikbefürworterInnen besetzt und werden alle Anträge deutscher Gentechnikforschung politisch und amtlich unterstützt. Dieser Sumpf von Seilschaften zwischen Konzernen, Forschung, Lobbyverbänden und Ämtern muss trockengelegt werden! Vom 9. bis 15. September laden wir ein, die drei Hauptstandorten des Gentechnikfilzes zu belagern und mit bunten Aktionen der einseitigen Unterstützung von Agro-Gentechnik durch staatliche Stellen und dem Filz ein Ende zu bereiten.

Links

Seiten auf www.biotech-seilschaften.de.vu: Behörden ++ Lobby ++ Konzerne ++ Forschung ++ AgroBioTechnikum ++ BioTechFarm

Zu Seilschaften und Filz in der Gentechnik

Weitere Links

Über den Tellerand: Filz und Machenschaften in verwandten Wirtschaftszweigen

Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit"

Behandelt werden u.a.: Behörden und Kommissionen (BVL, EFSA, BeraterInnen/GutachterInnen), die Leuchttürme des Filz wie das IPK in Gatersleben, das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz, die BioTechFarm in Üplingen und das JKI in Braunschweig. Weitere Kapitel über Lobbygruppen und informelle Netze (InnoPlanta, WGG, GGG, PRRI, TransGen ...) und die zweifelhafte Forschung zu Kontrolle und Sicherheit (Auskreuzungsforschung, Biosicherheitsprogramm, Monitoring). In der Mitte des Heftes: Große Übersichtstabelle.

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