auf

Übersichten über diese Seiten: "Alle Themen"-Button links (Seite nach oben scrollen!) ++ Projekte ++ Themen
Staat Konzerne Forschung Lobby Akteneinsicht Propaganda Parteien NGO-Filz
Reader

Den Gentechniksumpf trockenlegen!

Wie alles anfing ... ++ Fünf Teile des Geflechts ++ Sonder-Einblicke ++ Übersichten ++ Was geht? ++ Links ++ Buch&Broschüre

"Monsanto auf Deutsch" -Bücher zu Gentechnik und den Seilschaften ++ Gentech-Lexikon

Warum 78 bis 90% Ablehnung der Agro-Gentechnik nicht reichen, selbige zu verhindern - aber 6% Befürwortung, sie durchzusetzen: Notwendige Worte zu Ämtern, die eigentlich VerbraucherInnen schützen und Firmen kontrollieren sollen ... sie waren von Sommer 2009 für fast ein Jahr teilweise zensiert!!! Doch das ist vorbei, die Seiten entsprechen den rechtlichen Vorgaben. Vorweg zunächst zwei Nachdenk-Stücke:

Wenn Gentechnik Häuslebauen wäre: Die Geschichte von Heinz M.

Warum das Teilen in gute und böse, deutsche und US-Gentechnik Unsinn ist!

Im Original: Stichwortgeber der Debatte "Monsanto auf Deutsch" ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Sigmar Gabriel: "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Reuters am 11.7.2008)
Paris (Reuters) - Einige EU-Staaten wollen angesichts der großen Skepsis in der Bevölkerung grundsätzlich keine genetisch veränderten Organismen (GVO) mehr zulassen.
"Einige Länder wollen sich GVO-frei erklären können", sagte die französische Umwelt-Staatssekretärin Nathalie Kosciusko-Morizet am Freitag nach dem Treffen der EU-Umweltminister in Paris. Dies wünschten sich vor allem Inselstaaten. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte Diplomaten zufolge jedoch, dies sei nicht möglich ohne eine Änderung des EU-Vertrages. Denn eine solche Ausstiegsklausel verletze das Prinzip des Binnenmarktes.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel befürwortete nationale Ausnahmemöglichkeiten. Doch Deutschland müsse sie nicht in Anspruch nehmen, weil gesetzlich geregelt sei, unter welchen Bedingungen genetisch veränderte Pflanzen angebaut werden könnten. EU-Diplomaten zufolge wollen Griechenland, Zypern, Malta, Luxemburg und Österreich deshalb aus dem europaweiten Herangehen ausscheren.
Das europaweite Genehmigungssystem für Einfuhr oder Anbau von Gen-Pflanzen solle auf den Prüfstand, sagte Kosciusko-Morizet. Dieses ist stark umstritten, denn regelmäßig erklärt die zuständige wissenschaftliche Agentur GVO für unbedenklich, während die Mitgliedsländer und die EU-Kommission gespalten wegen der Unklarheit über Gefahren für Gesundheit und Umwelt sind. Nach Umfragen ist eine Mehrheit der Bevölkerung gegen genetisch veränderte Produkte, 70 Prozent lehnen solche Lebensmittel ab. Im EU-Ministerrat kommt es deshalb regelmäßig zum Patt von Befürwortern und Gegnern der Gentechnik. Inzwischen liegen bereits mehrere Verfahren zum Ärger der Industrie wegen der Zerrissenheit über die Gentechnik in der EU auf Eis.
Auch Gabriel kritisierte das Hin und Her, das der Bevölkerung nicht mehr zu vermitteln sei. "Was wir heute betreiben, ist organisierte Unverantwortlichkeit", sagte er. Jeder könne sich hinter jedem verstecken und am Ende zeigten alle mit dem Finger auf die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit. Die EFSA bewertet aus wissenschaftlicher Sicht die Gefahren für die Gesundheit. Ihre Arbeit soll nun verbessert werden. So sollen die Experten auch die langfristigen Folgen für Gesundheit und Umwelt eingehender überprüfen. Bei ihrer Bewertung sollen sie außerdem die Einschätzungen von gentechnikkritischen Organisationen und Forschern einbeziehen.
++ Abkürzungen

Antje Lorch und Christoph Then (2008): Netzwerke, Seilschaften und Klüngelrunden auf allen relevanten Ebenen
Die Politik ... ist umschlungen von einem fast undurchdringbaren Geflecht von Experten, Consulting-Firmen, Spezialagenturen, Arbeitsgruppen, Initiativen und den vielfältigen Aktivitäten ihrer Beamten, die gemeinsam mit der Industrie sowohl die Risikobewertung als auch die Risikokommunikation organisieren und dabei Politik und Öffentlichkeit zu ihrem Spielball machen. Im Zentrum des Geflechts findet man dabei selten die großen Firmen selbst, sondern eher „Spezialagenturen“ mit exzellenten Kontakten zu Behörden, Politik, Medien und Konzernen. Sie arbeiten als Tarnkappenstrategen der Industrie, finanziert sowohl durch die öffentliche Hand als auch durch die Wirtschaft, sie haben Netzwerke, Seilschaften und Klüngelrunden auf allen relevanten Ebenen organisiert, die Institutionen der EU-Mitgliedsstaaten infiltriert und eine weitgehende Definitionsmacht errungen.

80% (je nach Umfrage mal mehr, mal weniger) der Menschen in Deutschland lehnen grüne Gentechnik ab.1 Doch dieser hohe Wert wird in den Gentechnikseilschaften locker übersprungen: 100 Prozent aller Gentechnikprojekte werden durch die zuständige Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS, Beratungsgremium u.a. des BVL) für sicher befunden und ebensoviele dann vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) genehmigt. Alle revelanten Posten in Entscheidungs- und Fachbehörden sind in ihrer Hand. Das Landgericht Würzburg ließ als wahr behandeln, "dass

  1. die im BVL in Fragen der Gentechnik entscheidungs- und unterschriftenleistenden Beamten (Dr. Buhk und Bartsch) uneingeschränkt die Gentechnik befürworten,
  2. alle abstimmenden Mitglieder der ZKBS die Gentechnik uneingeschränkt die Gentechnik befürworten,
  3. alle entscheidungsberechtigten Mitglieder der GMO-Arbeitsgruppe bei der EFSA die Gentechnik uneingeschränkt befürworten,
  4. alle an der Erforschung der Grundlagen zu den gesetzlichen Regelungen wie Abstandsgrößen und Grenzwerte leitend arbeitenden MitarbeiterInnen staatlicher Institute (vTI, JKI) die Gentechnik uneingeschränkt befürworten,
  5. die unter 1-4 genannten Personen in verschiedenen Zusammenschlüssen vertreten sind, die sich der Förderung der Agro-Gentechnik verschrieben haben." (Az. 2 Ns 701 Js 18810/2008)

So ist es auch tatsächlich: In den zuständigen Behörden und Ämtern, bei Geldvergabestellen und den großen Forschungsförderern besetzen BefürworterInnen der Gentechnik alle Führungsposten. Skeptische oder kritische Stimmen gibt es in Kommissionen, Genehmigungs- und Kontrollbehörden nicht. Seit Jahren haben die Seilschaften dort ihre Fäden gezogen. Dass Agro-Gentechnik und ihre Voraussetzungen trotz der überwiegenden Ablehnung durchgesetzt und alle institutionellen Ressourcen der Agrarförderung dorthin umgelenkt werden, liegt nicht nur, aber auch an diesen Geflechten. Die haben sich im Laufe der Zeit immer intensiver entwickelt - etwas einmaliges aber sind sie nicht. Eher der Normalfall, eben jetzt auch in dieser neuen Technologiesparte. Ob Bildungswesen, Pharmazie, Energiekonzerne oder andere - die Seilschaften sind eng und reichen in alle Amtsstuben, Institute und viele Organisationen. Gegenüber diesen ist es in der Gentechnik vieles recht frisch. Aber ein bisschen Geschichte hat es schon. Dorthin soll ein kleiner Blick fallen. Startpunkt ist die erste Freisetzung im Gelände - wohlwissend, dass damit eine lange Vorphase ausgeblendet bleibt, in der die Entwicklung gentechnischer Verfahren und dann gentechnisch veränderter (gv-)Pflanzen in Laboren und Gewächshäusern vorangetrieben wurde.


Das Einleitungskapitel aus dem Buch "Monsanto auf Deutsch" als PDF-Download!

Im Original: Ergänzung der Seilschaften-Recherche im Januar 2015 ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus Andreas Bauer-Panskus & Christoph Then: "Der lange Arm der Industrie - Einflussnahme auf Forschung und Behörden in Deutschland im Bereich Gentechnik und Lebensmittelsicherheit"
Insgesamt ergab sich das Bild einer organisierten und zum Teil verdeckten Einflussnahme auf Behörden und Forschung insbesondere im Bereich der Agro-Gentechnik. ...
Es zeigt sich, dass die Politik auch bei äußerst problematischen Personalien über Jahre hinweg nicht aktiv wird. Der gegenwärtige Zustand ist das Ergebnis einer regelrechten Tradition der institutionellen Verflechtung zwischen Behörden und industrienahen Einrichtungen in Deutschland. Dabei scheint sich die Bundesregierung auf den Standpunkt zu stellen, dass man Interessenkonflikte am besten einfach verleugnet. Ähnlich wie dies im Umfeld der Tabakindustrie über Jahrzehnte hinweg üblich war (siehe zum Beispiel Kyriss et al., 2008; Grüning et al., 2012), hat sich hier eine gewisse Selbstverständlichkeit im distanzlosen Umgang mit den Interessen der Industrie entwickelt, eine Überprüfung der Unabhängigkeit findet oft nicht statt. Damit leistet die Bundesregierung einem äußerst bedenklichen Zustand Vorschub: Die vielfältigen Verflechtungen weisen darauf hin, dass die Industrie über verschiedene Institutionen versucht, systematisch Einfluss auf Behörden, Forschung und Risikobewertung zu nehmen.
Die beschriebenen Netzwerke nehmen Einfluss auf die Forschungspolitik, die Risikoforschung, die Durchführung von Forschungsprojekten, die Entscheidungsfindung in der Politik und die öffentliche Meinung. Gleichzeitig hat der Einfluss der Industrie über Drittmittel-Projekte auch an den Universitäten in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Heute dominiert daher die Sichtweise der Industrie in der Diskussion über Gentechnik-Risiken. Dies gibt Anlass zur Sorge, dass beispielsweise eine kritische Untersuchung der Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen erheblich be- bzw. verhindert wird. Damit haben Politik und Gesellschaft keine ausreichende Basis, um Chancen und Risiken des Einsatzes der Agro-Gentechnik wirklich abzuwägen.

Wie alles anfing ...

Am Anfang war der Misserfolg. Und der Misserfolg war bei den Firmen. Denn die hatten 1990 versucht, in Deutschland eine manipulierte Pflanze anzusiedeln. Im Juli waren die Forscher vom Kölner Max-Planck-Institut (MPI) für Züchtungsforschung noch zuversichtlich gewesen. In prachtvollem Lachsrot blühten die rund 30 000 Petunien auf dem fußballfeldgroßen Versuchsareal. Nur einige der beliebten Zierpflanzen hatten weißgestreifte oder weißgefleckte Blüten entfaltet. Der Anteil dieser Ausreißer hielt sich im Rahmen der wissenschaftlichen Vorhersagen. Dann kamen die Hundstage des Sommers 1990, und der durch einen meterhohen Drahtzaun gesicherte Testacker auf dem MPI-Gelände erbleichte. Im August war das Lachsrot einem beinahe reinen Weiß gewichen. Als die Hitzewelle verebbte, wechselten die Petunien abermals ihre Blütenfarbe. Doch sie färbten sich, sehr zum Leidwesen der MPI-Forscher, nicht zurück ins monochrome Lachsrot; vielmehr glich der Blumenacker nun dem Petunien-Angebot auf einem Wochenmarkt: Es blühte weiß und blaßrot, ziegelrot, blau und rosa. Der heftig umstrittene erste deutsche Freilandversuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen war - die Farbenpracht signalisierte es - zu einem "großen Flop" geraten, wie die Berliner Tageszeitung urteilte (Quelle: "Fiasko in Farbe", in: Spiegel 48/1990 vom 26.11.1990).

Im Original: Berichte der ersten Freisetzung von GVO 1990 in Köln ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus Umweltinsititut München: "Die Natur als Experimentierfeld - Freisetzungen"
Die aller ersten Freisetzungen von Laborpflanzen fanden 1986 in den USA und in Frankreich statt. Es handelte sich um gentechnisch veränderte Tabakpflanzen. Nur vier Jahre später zog Deutschland nach. 1990 erfolgte in Köln die erste Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der Bundesrepublik. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts (MPI) untersuchten etwa 40.000 genmanipulierte Petunien. In die Zierpflanzen war ein Mais-Gen eingeschleust worden. Durch diese Manipulation sollten die Petunien ein lachsrotes Pigment ausprägen und rot anstatt weiß blühen. So lauteten zumindest die Prognosen der Forscher und die ersten Tests im Gewächshaus schienen die Hypothese zu bestätigen. Die Überraschung zeigte sich im Juli 1990 im Freiland: Nur die Hälfte der Blüten wurde weiß, einige Petunien blühten wie erwartet rot und wieder andere wurden rosa. Damit nicht genug. Die Petunien wiesen ganz neue, von der Farbprägung unabhängige Eigenschaften auf: Die Pflanzen hatten mehr Blätter und Triebe und waren gegenüber krankheitserregenden Pilzen widerstandsfähiger als ihre unmanipulierten Verwandten. Neben einem überraschend bunten Blütenmeer zeigten die Freilandversuche eines eindeutig: Sichere - im Sinne von wissenschaftlich zuverlässige - Prognosen über das Verhalten von transgenen Organismen im Freiland sind nicht möglich.

Bericht des versuchsdurchführenden MPIZ, in: MPIZ aktuell 1/1996
Der Freilandanbau dieser gentechnisch veränderten (transgenen) Petunienlinie führte zu einer interessanten Beobachtung: nach intensiver Sonneneinstrahlung und hochsommerlichen Temperaturen wurde das A1-Gen "umprogrammiert". Ein großer Teil der ursprünglich lachsrot blühenden Pflanzen bildete neue Blüten, die nunmehr weiß, schwach gefärbt oder rot-weiß gemustert waren.

Bericht zum Petunienversuch 1991-1993 auf www.biosicherheit.de
Im Verlauf des Projektes gab es unerwartete Effekte: Intensive Sonneneinstrahlung und hochsommerliche Temperaturen führten in den freigesetzten transgenen Petunien zu einer „Umprogrammierung“ des eingefügten Maisgens. Viele der ursprünglich lachsroten Petunien bildeten neue, nun aber weiße oder rot-weiß gemusterte Blüten.

Agro-Gentechnik drängt also schon über zwei Jahrzehnte in die Landschaft, außerhalb Deutschlands schon vier Jahre länger. Doch nicht nur der Versuch mit Petunien wurde eher zur Lachnummer, auch der Widerstand gegen die Gentechnik war offensiv und direkt. Nicht die langweiligen Apparate von Umweltverbänden oder der damals nur in wenigen Bundesländern schon machtverwöhnten Grünen ergriffen die Initiative, sondern LandwirtInnen, BürgerInnen, örtliche Gruppen von Verbänden und AktivistInnen - vor allem aus der Umgebung der Felder, einige reisten immer hinzu, um die Protestaktionen zu unterstützen. Es wurde gesenst, herausgerissen, Fußball gespielt oder besetzt. Das brachte viel Aufmerksamkeit, zunehmend mehr öffentlichen Protest.

Die Agro-Gentechniklobby reagierte mit dem, was sie von Anfang an als wichtigste Strategie wählte: Vertuschen, Verschleiern und Verharmlosung bis zu schlichten Lüge. Prägnantes Beispiel ist das Flugblatt des schon damals bedeutenden Gentechnikanwenders Prof. Wolfgang Friedt (Uni Gießen), der 1997 die Frechheit besaß, die Menschen um seine gv-Rapsfelder in Rauischholzhausen mit der Behauptung zu beruhigen, Raps könne nicht auskreuzen! Doch die Lügen verfingen nicht. So kam schließlich ein Moratorium, das die Ausweitung der Agro-Gentechnik stark begrenzte. Direkte Aktionen nahmen ab - obwohl durchaus weiter Felder mit gv-Saat angelegt wurden. Mitunter geschah das auch illegal. Selbst staatliche Behörden deckten solche Versuche oder waren selbst beteiligt. Dazu gehörten Rapsfelder, die um das Jahr 2000 angelegt wurden und nicht wirklich unter Kontrolle gebracht werden konnten. Das alles aber konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Agro-GentechnikerInnen nicht recht zum Zuge kamen. Frust herrschte. Und die Hoffnung auf ein Wunder, einen Befreiungsschlag oder irgendwas, was die Sache wieder in Gang brachte. Das Wunder geschah. 1999.

Ein deutsches Märchen 1999: Papi Staat und die 38 Mio. Mark für den Aufbau der Gentechnik-Seilschaften

Es begab sich aber zu einer Zeit, da Rot-Grün im Land herrschte, dass ein Wettbewerb ausging von der Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), damit sich das deutsche Land erneuere und zukunftsfähig aufstelle in der großen Schlacht um weltweite Marktanteile und Machtpositionen. Und dieser Wettbewerb war mit sehr viel Geld verbunden und geschah nach der Zeit, da Horst Rehberger Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt gewesen war und Gentechnikfirmen mit Schätzen aus Steuergeldern aufpäppeln ließ.
Da machte sich auf auch Uwe Schrader aus Wulferstedt, nahe der Stadt Oschersleben, und schrieb für die PR-Agentur tti, die da sitzt in Magdeburg, ein Konzept für die Biotechnologieregion Sachsen-Anhalt, weil er aus dem Hause und der Partei Horst Rehbergers war, damit er sich Schätze geben ließe für ein Projekt namens InnoPlanta, seiner vertrauten Gentechnik; das war lukrativ. Und als er es geschrieben hatte, kam die Zeit, dass die rot-grüne Bundesregierung entscheiden sollte. Und sie entschied sich für das Konzept zum Aufbau der Gentechnik-Seilschaften. Schrader aber nahm das Geld, entwickelte einen Plan zur Durchsetzung der Gentechnik und legte Felder mit gentechnisch verändertem Mais an. Denn durch die Millionen hatte InnoPlanta genug Raum für die Aussaat, die sie Erprobungsanbau nannten.
Doch es waren Bienen in derselben Gegend auf dem Felde bei ihren Stöcken, die holten tags ihren Pollen und Nektar. Und die Imker und Bauern sahen die Gefahr, und die Macht des Staates schuf Patente, Grenzwerte, Versuchsanlagen und Mindestabstände; doch sie fürchteten sich immer noch sehr vor den Gefahren und ihrer Abhängigkeit. Und InnoPlanta sprach - wie viele andere - zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn wir haben heute die für unseren Profit sorgenden Pflanzen ausgebracht, welche ist Mais und Kartoffeln und Raps und Weizen, überall in Stadt und Land. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden den Pollen und Samen in der Natur, auf dem Acker, in Maschinen, Saatgut und Lebensmittelpackungen liegen. Und alsbald war da bei InnoPlanta die Menge der irdischen Heerscharen, die lobten den Staat und das Geld und sprachen:
  Ehre sei die Forschungsförderung in der gezahlten Höhe
  und Gensaat auf Erden bei den Firmen, denen es wird wohl gefallen.

Und als die Pollen überall in den Honig und das Saatgut gelangten, sprachen die Imker, Bauern und viele weitere Menschen untereinander: Lasst uns nun gehen nach Düsseldorf und Einbeck, Ludwigshafen und Leverkusen, Gießen und Oberboihingen, Groß Lüsewitz und Üplingen, Gatersleben und Quedlinburg - und die Geschichten verbreiten und verhindern, die da geschehen, die uns InnoPlanta und andere kundgetan haben. Und sie kamen eilend und fanden alles, geldschwere Institutionen und Firmen, dazu gentechnisch veränderte Pflanzen auf dem Acker liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie ein warnendes Wort aus über die Gefahren, die ihnen von diesem Geschehen drohten. Und alle, vor die es kam, ärgerten sich über das, was die Firmen, Behörden und Institute getan hatten. Die Firmen, Lobbyverbände und Behörden aber hörten alle diese Worte und bewegten sie in ihrem PR-Abteilungen. Doch viele Menschen bauten Türme, sensten die Pflanzen wieder um, andere priesen und lobten eine selbstbestimmte Landwirtschaft und berichteten, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn die Gentechnik mit Lügen, Betrug und blanker Macht durchgesetzt worden war.

Die aktuelle Phase der Durchsetzung gentechnisch veränderter Lebens- und Futtermittel begann 1999 - in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern. In beiden Fällen entstanden Vereine, die das weitere Geschehen maßgeblich initiierten und prägten: InnoPlanta e.V., einer Retortenproduktion aus der Wirtschaftsförderung und Biotechnologielobby rund um Magdeburg und Börde sowie FINAB e.V. aus dem Umfeld der Universität Rostock. Beide erhielten für ihre Pläne richtig viel Staatskohle - und beide von Regierungen, bei denen mensch es vielleicht nicht so gedacht hätte. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die rot-rote Landesregierung zum großen Freund der Agro-GentechnikerInnen um Prof. Inge Broer und ihre Freundin Kerstin Schmidt. Die hatten über ihren unter der Flagge der Gemeinnützigkeit segelnden Lobbyverein eine Kampagne für ein großes Agro-Gentechnikzentrum losgetreten. Rot-rot biss an: 260 ha Land und viele Millionen für den Gebäudeneubau sprangen heraus - ein dicker Batzen für den größen Agro-Gentechnik-Spielplatz der Republik.
Noch dicker kam es in Sachsen-Anhalt. Hier zog FDP-Mann Horst Rehberger die Fäden. Der war 1990 aus dem Saarland nach Magdeburg geschickt worden, um als Landesminister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr den Ossis zu zeigen, wie Kapitalismus funktioniert. Als er sein Amt verlor, blieb er im Land und als Geschäftsführer von Gewerbeparks oder selbständiger Unternehmensberater weiter gestaltend in der Wirtschaftspolitik des Landes (Quelle: Horst Rehberger (2009): "Unterwegs", Klappentext). 1999 gelang ihm und einigen Mitstreitern ein großer Wurf: 38 Mio. DM blätterte die Bundesregierung an Steuergeldern auf den Tisch, um die Agro-Gentechnik voranzutreiben. Bemerkenswert: Das Geld ging an einen Lobbyverein, der auch nichts anderes sein wollte: "Die Hauptaufgabe von InnoPlanta ist die Vernetzung der beteiligten Akteure", stellt sich der Lobbyverein selbst vor und nennt auf der eigenen Internetseite als "Ziel des Vereins ..., die vorhandenen Potenziale aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Verwaltung zusammenzuführen." Die Millionen waren also ein staatlicher Auftrag, Netzwerke, kritischer ausgedrückt: Seilschaften, aufzubauen. Anerkennend muss mensch hinzufügen: InnoPlanta hat den Auftrag perfekt erfüllt - einer der wenigen Fälle, wo Fördermittel auch für das beantragte Ziel ausgegeben wurden. Erschreckend aber ist nicht nur das Ziel der Förderung, sondern auch, wer das Geld gab: Die rot-grüne Bundesregierung!

Im Original: Aufbauzeit - Horst Rehberger blickt zurück ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus Horst Rehberger (2009): "Unterwegs", Info Verlag in Karlsruhe (S. 224. f.)
Im Jahr 1999 hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den InnoRegio Wettbewerb ausgeschrieben. Durch ihn sollte die Clusterbildung in den neuen Bundesländern vorangetrieben werden. Was lag näher, als im Raum Nordharz/Börde ein Konzept für die Weiterentwicklung der Biotechnologie zu entwickeln, mit dem man an diesem Wettbewerb teilnehmen konnte? Das geschah unter Federführung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Aschersleben (Evelyne Nettlau) und der BioRegion Halle-Leipzig GmbH (Dr. Uwe Schrader). Als Berater wirkte auch Rehberger bei der Erstellung des Konzeptes mit. Auf seinen Vorschlag hin wurde der InnoPlanta e.V. als Netzwerk zur Förderung der grünen Biotechnologie gebildet. In ihm haben sich Wissenschaftler, Saatzüchter, Pflanzenbiotechnologie-Unternehmen, kommunale Gebietskörperschaften und nicht zuletzt Landwirte zusammengeschlossen. Der InnoPlanta e.V. ging im Jahr 2000 als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Er realisierte mit der Prämie von rund 30 Millionen Euro 38 Einzelforschungsvorhaben. Daraus entstanden eine Vielzahl von Patenten und Lizenzen in den beteiligten mittelständischen Unternehmen sowie zahlreiche Arbeitsplätze.

Die Biotechnologie-Offensive
Von der in den nächsten Jahrzehnten weltweit überragenden Bedeutung der grünen Biotechnologie für Ernährung, Gesundheit, Umwelt und Bioenergie überzeugt und ermutigt durch die Erfolge beim InnoRegio-Wettbewerb 2000 hatten Schrader und Rehberger im FDP-Wahlprogramm für die Landtagswahl 2002 und anschließend im Koalitionsvertrag mit der CDU die Forderung nach einer Biotechnologie-Offensive durchsetzen können. Und mit der Übernahme des Wirtschaftsressorts konnte Rehberger diese Idee jetzt in die Tat umsetzen. Was zugleich eine Kampfansage an die rot-grüne Bundesregierung war. Deren Verbraucherschutz- und Landwirtschaftsministerin Renate Künast versuchte nämlich alles, um die Grüne Biotechnologie zu blockieren Als wichtigstes Instrument wurde die BioMitteldeutschland GmbH (BMD) neu aufgestellt. In ihr wirken das Land und die einschlägige Wirtschaft, insbesondere die in Sachsen-Anhalt inzwischen sehr starke pharmazeutische Industrie, bei der weiteren Entwicklung aller Bereiche der Biotechnologie zusammen. Im Bereich der Grünen Biotechnologie wurde ein bundesweiter Erprobungsanbau für gentechnisch verbesserten Mais (Bt-Mais) realisiert. Mit großem Erfolg. Die Federführung dafür lag beim InnoPlanta e.V. Die wissenschaftliche Betreuung bei der Landwirtschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

So rollten in zwei Bundesländern die neuen Biotechnologie-Offensiven für gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere an. Mit Wirkung, sagt InnoPlanta-Chef Uwe Schrader: "Mit der Auszeichnung der Innoplanta-Initiative im Innoregio-Wettbewerb des BMBF konnte dieses Netzwerk im Harzvorland maßgeblich Einfluss auf die Pflanzenbiotechnologie in Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland nehmen." (Bericht vom Statusseminar der Initiative InnoPlanta am 19.10.2006)

InnoPlanta preist sich auch selbst, maßgeblich zum Start des großflächigen Anbaus von Bt-Mais beigetragen zu haben: "In die Schlagzeilen geraten war der Innoplanta e.V. vor allem durch die Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Mais. Die Versuche waren, bezogen auf die Resistenz gegen den schädlichen Maiszünsler, erfolgreich. Der dafür entwickelte Bt-Mais ist inzwischen offiziell zum Anbau zugelassen." (Bericht vom Statusseminar der Initiative InnoPlanta am 19.10.2006)

Die Teile der Seilschaften

Eigentlich ist da nichts einzuteilen - es ist ein unglaublicher Nebel verschiedener Institutionen und Personen. Fast alles ist mit fast allem verbunden. Jeder Versuch, dass in ein Schema zu zeichnen, scheitert gnadenlos. Strich um Strich muss gezogen werden, bis das Blatt schwarz oder das Gewirr zumindest völlig unübersichtlich wird. Auch die Suche nach einem Zentrum des Ganzen scheitert: Es gibt sie nicht, die StrippenzieherInnen, die das alles lenken. Moderne Herrschaftsstrukturen bestehen aus einem Nebeneinander gleichzeitig konkurrierender und gemeinsame Interessen verfolgender Teile. Wer den Krieg um Marktanteile zwischen BASF und Monsanto in Europa oder zwischen Bayer und Monsanto in anderen Kontinenten verfolgt, wird erstaunt sein, wie schnell die wieder kooperieren, wenn es um gemeinsame Interessen geht. Aber so sind die Funktionseliten im verschleiernd als demokratisch konstruierten Rechtsstaat aufgestellt: "Eine Hand wäscht die andere" ist das zentrale Prinzip. Die Grenzen sind durchlässig - aber Personen und Institutionen als Akteure im Geflecht haben unterschiedliche Gestaltungsmacht. Sie nutzen die für sich und ihre Institutionen, aber sie wechseln zwischen diesen. Daher können die Teile kaum unterschieden werden. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wer da eigentlich alles agiert, soll es hier aber dennoch geschehen. Aber Achtung: Das ist ein bisschen künstlich! Die Teile sind so nicht trennbar - und wenn dann noch Beispiele für die einzelnen Akteure genannt werden, darf nicht der Eindruck entstehen, es gäbe doch Zentren der Macht. Gibt es nicht. Alle Teile sind austauschbar. Aber sie sind vorhanden, d.h. die Player im Geflecht haben Namen und Adressen.

Player 1: Die Konzerne

Springen wir in die erste Akteursgruppe. Die überrascht nicht. Denn dass es Firmen gibt, die mit dem Ganzen Geld verdienen wollen, war klar. In einer Gesellschaft, in der Profitmaximierung ein Hauptantrieb ist, stecken sie überall. So auch in der Agro-Gentechnik. Allerdings gibt es dort eine Besonderheit. Denn die großen Konzerne wollen gar nicht so dabei gesehen werden, wenn sie mit gentechnisch veränderten Organismen im Freiland herummachen, Patente sammeln, der bäuerlichen Landwirtschaft und der Wahlfreiheit von VerbraucherInnen den Garaus machen. Daher verstecken sie sich ein bisschen hinter unbekannten Namen kleiner Firmen und Bioparks, die gegründet wurden, um die Versuchsfelder zu betreiben. Guckt mensch genauer hin, sind hinter den Fassaden aber doch die großen Konzerne zu sehen. Das Versteckspiel der Großen war sogar geplant: "Um die gewünschten Wirkungen hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung und Meinungen zu erzeugen, müssen die Bioindustrien aufhören als ihre eigenen Fürsprecher aufzutreten." So stand es in einer 1997 zusammen mit der Kommunikationsagentur Burson-Marsteller entwickelten Marketingstrategie, mit dem im gentechnikkritischen Europa die Gentechnik propagandistisch und tatsächlich durchgesetzt werden sollte. Nicht nur selbst verstecken war angesagt, sondern auch propagandistische Spielchen mit Politik und Medien: So sollte Lob für die gentechnikfreundlichen Aufsichtsbehörden "von Akteuren stammen, die nicht von den Entscheidungen dieser Aufsichtsbehörden abhängig sind" - damit niemand merkt, wie verflochten die GentechnikerInnen untereinander sind. Schließlich, und das mag schon überraschen angesichts der penetranten Sachlichkeitspropaganda der GentechniklobbyistInnen, solle "eine Verlagerung von einer sachfragenorientierten Kommunikation hin zu einer auf 'Geschichten' gestützten Kommunikation stattfinden". Ganz offen freuen sich die Konzerne darüber, "die mit der Ökologiebewegung assozierte Vorsilbe 'Bio' erfolgreich gehijackt zu haben". Wie das nun alles in der Praxis aussieht, findet sich im Kapitel zu den Agro-Gentechnik-Konzernen.

Player 2: Behörden und staatliche Institutionen

Die zweite Akteursgruppe sind die staatlichen Institutionen. Staatliche Institutionen, die in der Agro-Gentechnik sind die Genehmigungsbehörden, die Überwachungsstellen und Fachbehörden, die selbst zum Thema forschen. Genehmigungsbehörden sind die europäische EFSA und das deutsche BVL. Sie teilen sich die Arbeit. Ersteres ist für die kommerzielle Zulassung, dass sogenannte Inverkehrbringen (nach GenTG) zuständig. Ist ein GVO von der EFSA genehmigt, kann er - falls nicht andere europäische Gremien den Beschluss aufheben - überall in Europa angebaut werden. MON810, der gv-Mais von Monsanto, und seit 2009 die Amflora-Kartoffel von BASF sind die zur Zeit zum Freilandanbau zugelassenen Pflanzen - beide allerdings in einigen Ländern mit Sonderverordnungen wieder verboten. Weitere Zulassungen sind in Vorbereitung.
Alle anderen Felder müssen pro Einzelfall beantragt und genehmigt werden. Das macht dann die nationale Genehmigungsbehörde, in Deutschland das BVL. 2009 und 2010, wo kein Anbau kommerzieller Art in Deutschland zulässig war bzw. zu spät kam für die Anbausaison, waren alle Felder beim BVL angemeldet worden. Ist ein Feld dann genehmigt, gibt es Landesbehörden, die überwachen sollen, ob die Sicherheitsauflagen eingehalten werden, die Berichte sammeln usw. Das sind also mehrere im Land. Schließlich gibt es noch die Fachanstalten. Länder und die Bundesregierung betreiben eigene landwirtschaftliche Forschung. Ein Blick in die Innereien dieser Institute zeigt Bemerkenswertes: Ähnlich wie bei den Förderprogrammen wird die Agro-Gentechnik überproportional gefördert. So ist beim bundeseigenen Pflanzenforschungsinstitut JKI gut zu erkennen, wie die Agro-Gentechnikabteilungen gestärkt werden, während andere ausbluten. Genaueres dazu im Kapitel zu BLV, EFSA, JKI und anderen staatlichen Institutionen.

Player 3: Die sogenannte Forschung

Dann gibt es die Forschung und Lehre der Universitäten: Institute vor allem bei Biologie und Agrarwissenschaften, die sich des Thema annehmen. Allerdings ist es in Sachen Agro-Gentechnik oft mehr Schein als Sein, denn viele Forschungsfelder mit gv-Pflanzen, die draußen in der Landschaft stehen, sehen selten oder nie irgendwelche ForscherInnen. Die Felder stehen aus ganz anderen Gründen da - warum und was von den dahinterstehenden sogenannten WissenschaftlerInnen zu halten ist, ist im Kapitel zur Forschung in der Agro-Gentechnik zu lesen.

Player 4: Lobbyverbände

Als vierte und letzte Gruppe im Geflecht der Agro-Gentechnikseilschaften sind etliche Lobbyverbände die lautesten Marktschreier für die profitable Technik. Es gibt etliche Organisationen, die von morgens bis abends nichts anderes tun als PolitikerInnen belabern zwecks Durchsetzung der GVO und Werbung für ihre Sache. Die kann bunt und schrill ausfallen wie bei InnoPlanta und anderen, aber auch scheinneutral wie beim Forum Bio- und Gentechnologie. Beispielaktionen, Geflechte und Steckbriefe vieler Einzelorganisationen gibt es im Kapitel zu den Lobbyverbänden der Agro-Gentechnik.

Player 5: Regierungen und Parteien

Diese ganzen Verflechtungen in der Agro-Gentechnik und das völlig einseitige Wirken staatlicher Behörden würde viel Material für politischen Schlagabtausch bieten: Anfragen, Untersuchungsausschüsse, Wahlkämpfe und Aktionen. Doch wer soll die beantragen, wer den BeamtInnen auf die Finger hauen, wenn sie nur ihre Klientel bedienen? Die gentechnikkritischen Parteien? Denkbar - aber es gibt Gründe, warum von ihnen nicht viel zu erwarten ist. Sie sind schlicht und ergreifend selbst zu intensiv verbandelt - zumindest immer dann, wenn sie Teil der Regierungen oder Parlamentsopposition in den Gentechnikhochburgen Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt bzw. in der Bundesregierung waren. Ob die erschreckende Bilanz der Zeit von Renate Künast als Verbraucherministerin oder die Distanzierungen von offensiven Aktionen – viele Führungsapparate von Bündnis 90/Grüne gehören zu den UnterstützerInnen der Technik. Für die SPD gilt das sowieso: Sigmar Gabriel lobt die Gentechnik beim KWS-Besuch, Till Backhaus fördert das AgroBioTechnikum und die Ex-BASFlerin Doris Barnett mischt kräftig in den Seilschaften mit. Ebenso verfilzt: Linke in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Weitgehend klar pro Gentechnik: CDU und FDP – aber nicht ganz so einig, wie es scheint. Reine Machtpolitik zeigt die CSU: Nur unter dem Druck des Widerstandes agiert sie in Bayern gegen die Agro-Gentechnik. Außerhalb streitet sie dafür. Alle Parteien haben mitgemacht, den Durchmarsch der Agro-Gentechnik zu fördern. Die Unterschiedlichkeit ihrer Wahlprogramme wird in der Realpolitik zu einer großen Einheitssauce pro deutscher Agro-Gentechnik. Wer das genauer wissen will, findet ein Kapitel über die Parteien und ihre Positionen zur Agro-Gentechnik.

Die benannten vier Akteursgruppen bilden zusammen - und hochverflochten - die deutsche Agro-Gentechnik. Sie können jeweils für sich beschrieben werden. Dabei fällt aber immer auf, wie alles mit allem zusammenhängt und nur in dieser künstlichen Analyse getrennt ist. In den Kapiteln zu den vier Akteursgruppen werden jeweils ein oder wenige ausgewählte Fallbeispiele, sodann in kurzer Form weitere Organisationen, besonders hervorstechende Einzelpersonen und weitere interessante Einblicke präsentiert.

Gesteigert: Manche Personen sind gleichzeitig in allen Akteursgruppen gleichzeitig dabei!

Die Steigerung der miteinander verflochtenen Teilgruppen sind Personen, die es schaffen, in allen Bereichen gleichzeitig tätig zu sein: Durchführung von Versuchen, Finanzierung, Kontrolle/Genehmigung und Lobbyarbeit liegen bei ihnen in einer Person! Das sind perfekt kurze Dienstwege - von Synapse zu Synapse!

Inge Broer, Prof. für Agrobiotechnologie der Uni Rostock

Eigene Felder und Konzernmitarbeit:

Sogenannte Forschung (sogenannt unabhängig):

Genehmigung und Überwachung:


Typisch: Inge Broers Fragebogen zu ihrem BfR-Amt - alle Interessenkonflikte verschwiegen! Dabei berät sie dort ständig über eigene Felder.

Geldvergabe:

Lobbyarbeit:

Joachim Schiemann, Abteilungsleiter für Gentechnikforschung im Julius-Kühn-Institut

Eigene Versuche

Zudem: Verbindungen zu Versuchsbetreibern

Funktionen bei Geldgebern:

Lobbyismus:

Kontrolle:

Uwe Sonnewald, Prof. für Biochemie an der Uni Erlangen

Eigene Felder und Konzernmitarbeit:

Sogenannte Forschung (sogenannt unabhängig):

Genehmigung und Überwachung:

Geldvergabe:

Mehr Informationen auf den Seiten "Monsanto auf bayrisch" und zu Gatersleben.

Besondere Blicke auf das Geflecht

Neben dem Blick in die Akteursgruppen der Seilschaften lassen sich die Geflechte auch aus anderen Betrachtungswinkeln betrachten - nämlich unter spezifische Fragestellungen. Dann zeigen sich jeweils die gleichen Geflechte, aber durch eine andere Brille.

Standorte der Agro-Gentechnik: Wo ganze Netzwerke aktiv sind

Das Netz der Gentechnikseilschaften ist eng geknüpft und unübersichtlich. Die Einteilung in Konzerne, Behörden, Forschung und Lobbyverbände ist nur künstlich. Ebenso könnten die Geflechte aus anderen Blickwinkeln betrachtet werden. Einer ist der Fokus auf die Orte, wo die Seilschaften agieren. Es gibt einige Multi-Standorte, wo mehrere Konzerne, Kleinstfirmen, LobbyistInnen, ForscherInnen usw. zusammen agieren. Oft stehen hier mehrere Versuchsfelder nebeneinander, die auch der Öffentlichkeitsarbeit und als Treffpunkt dienen. In einem gesonderten Kapitel werden diese wichtigsten Standorte der deutschen Gentechnik-Seilschaften vorgestellt. Extra-Seiten gibt es zu zweien von ihnen, dem AgroBioTechnikum und der BioTechFarm.

Können die das, was sie tun? Beobachtungen bei Feldversuchen und das Desaster der Auskreuzung

Eine weitere Brille, durch die Geschehen betrachtet werden kann, sind die konkreten Versuche: Was geschieht, wenn die Agro-GentechnikerInnen Felder anlegen? Sind die landwirtschaftlich genauso gut wie bei der Beschaffung von Geldern und dem Aufbau informeller Netze? In einem Extra-Kapitel werden wir eines der spektakulärsten und umstrittensten Felder der letzten Jahre vorstellen, den Gengerstenversuch 2006/07 in Gießen und 2009 am AgroBioTechnikum. Es sei schon vorweg gesagt: Jedes Anbaujahr war eine Aneinanderreihung von Schlampereien, Betrügereien und Pannen. Darunter immer auch Straftaten. Doch gesühnt hat diese nie jemand. Dafür hat es die GegnerInnen gerade dieses Feldes erwischt. In einem spektakulären Prozess wurden die bisher höchsten Abschreckungsurteile gefällt, die es in Deutschland für den Gentechnikwiderstand gab: Sechs Monate Knast ohne Bewährung - für eine eher symbolische Feldbefreiung, bei der einige gv-Gerstenpflanzen zerknickt wurden.

Die Folgen der Ausbringung gentechnisch veränderter Pflanzen werden allmählich, aber unaufhaltsam sichtbar. Immer häufiger finden sich Meldungen über verunreinigtes Saatgut, gv-Bestandteile in Reis, Schokolade oder Leinsaat und teure Rückruf- oder Unterpflügaktionen. Die für Wenige profitable Technik produziert inzwischen viele Geschädigte. Je näher mensch hinguckt, desto mehr Kopfschmerzen bereitet die Lage: Ein Gentechnikgesetz mit Koexistenzgarantie, dass sich selbst wieder aufhebt. Gentechnikfreiheit, die keine ist. Und dann der Verdacht, dass Auskreuzung absichtlich herbeigeführt wird ... das alles im Kapitel zu Absurdität der Koexistenzfrage.

Neusprech: Propaganda für die Agro-Gentechnik und schöne Worte für ihre Akteure

Weniger Geld in sich ständig wiederholende Studien, die das ohnehin Bekannte belegen - aber dafür mehr direkte Aktion und offensiven Protest. Das wäre schon mal ein Punkt. Denn die meisten der Studien, die belegen, wie schlimm die Agro-Gentechnik ist, braucht es nicht. Denn neben den Hochglanzbroschüren und schönen Reden der Agro-GentechnikerInnen gibt es deren interne Papiere, in denen sie Klartext reden: Dass die Gentechnik her muss, damit sich mehr Spritzmittel verkaufen lassen! Dass sich Aktionen von Düngemittelfirmen lohnen, weil die Agro-Gentechnik die Böden auslutschen wird! Dass Abstandflächen Unsinn sind, weil der Pollen sowie überall hinfliegt! Und dass es auch Patente auf gentechnikfreie Organismen geben muss, weil die Gentechnik so ungenau und voller Risiken ist! Sagen alles die Konzerne, WissenschaftlerInnen oder LobbyistInnen der Agro-Gentechnik selbst. Ein Extra-Kapitel zeigt die vermeintlichen Vorteile und was davon zu halten ist. Eine kleine Auswahl der schönsten Zitate gibt es hier.

Wer hilft den Gentechnik-Seilschaften?

Der starke Staat: Polizei, Justiz und Behörden im Dienste der Agro-Gentechnik

165 Mio. € gab die Bundesrepublik 2008 zur Erforschung der Gentechnik aus, 7 Mio. € hingegen nur für den ökologischen Landbau. Bereits diese Zahlen zeigen, wo der Staat seine Prioritäten setzt. Ganz ähnlich sieht es in staatlichen Forschungsinstituten aus. Auch dort wird zunehmend mehr auf die Agro-Gentechnik gesetzt - gerade bei den Forschungseinrichtungen und Fachbehörden, die zum Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium gehören. Ob die ChefInnen Aigner, Seehofer oder Künast hießen, war weitgehend gleichgültig: Es wurde gefördert, selbst geforscht und es wurden ständig neue Felder mit gv-Pflanzen angelegt. Institutionen und Geld sind ein machtvolles Mittel, den Willen von Wenigen auch gegen Viele durchzusetzen - vor allem dann, wenn eine echte Widerstandskultur fehlt. Das ist in Deutschland der Fall. Um das an Protest zu brechen, was noch da ist, stellt der Staat erhebliche weitere Ressourcen zur Verfügung: Straf- und Zivilgerichte, Staatsanwaltschaften und Polizei kämpfen mit scharfen Waffen. Knast, Maulkörbe, Androhung hoher Vertragsstrafen, Festnahmen kritischer Journalisten und vieles mehr bedrohen ständig alle Menschen, die gegen die Agro-Gentechnik kämpfen oder über sie berichten. Das Land Mecklenburg-Vorpommern lässt seine gut ausgestatteten Küstenhubschrauber über den Versuchsfeldern kreisen, Landeskriminalämter spähen DemonstrantInnen aus. Wenn die GentechnikanwenderInnen Straftaten begehen, werden hingegen alle Augen zugedrückt: Ob Betrug mit Fördergeldern oder Anlage illegaler Zweitfelder - echte Ermittlungen wurden nie aufgenommen. Ein Kapitel beschreibt die Versuche, kritische Berichterstattung tot zu machen. Ein anderes Gerichtsverfahren und Gefängnisstrafen gegen AktivistInnen.

Und dann sind da noch ... die GentechnikkritikerInnen - oft eher Teil des Problems als der Lösung

Damit wären die BefürworterInnen genannt. Natürlich mischen aber auch die GegnerInnen der Agro-Gentechnik mit - und nicht immer besonders glücklich. Wo die Sucht nach Spendengeldern, neuen Mitgliedern und WählerInnenstimmen größer ist als die Einstellung zur Sache, werden Parteien und Verbände, die eigentlich gegen die Gentechnik antreten, zu seltsamen Bündnisgenossen der Pro-Gentechnik-Seilschaften oder grätschen in die Beine anderer AkteurInnen, die sich gegen die Gentechnik wenden. Sollte es eines Tages keine Gentechnikfreiheit mehr geben und die Konzerne mit dem Desaster Geschäfte machen, so wären die ungeschickt agierenden bis absichtlich den Widerstand schwächenden Apparate zentraler Partei- und Verbandsstrukturen ihren Anteil daran nicht unschuldig gewesen. Ein leider notwendiger Blick auf manche Abgründe bei Grünen, BUND, Nabu und anderen erfolgt im Kapitel über die Umwelt-NGOs. Deren Strategien und Seilschaften sind mitunter ebenso offensichtlich wie die der Konzerne und Lobbyisten - und für alle, die es erfahren, sichtbar schockierend.

Überblick I: Wo stecken BeamtInnen im Filz der deutschen Gentechnik?

Staatliche Stellen und Personen mit ihrem Kontakten

Konzerne

Kleinstfirmen&Biopark

Lobbyisten&PR

Felder

Die zentrale Behörde: BVL

Gentechnikabteilung mit Hans-Jörg Buhk (Leiter), Detlev Bartsch (Vize)

Abkürzungen

Buhk und Bartsch machen Industriewerbung: PR-Arbeit für Monsanto-Produkte (90er-Jahre). Auftritt in Werbefilm für Gentechnik (2002). Organisationskomitee für Gentechnikmesse (2004).

 

Buhk im WGG und PRRI. Autor in mensch+umwelt spezial.

Bartsch in mehreren Organisationen und Texte auf www.biosicherheit.de.

Bartsch machte eigene Versuche an der RWTH Aachen.

ZKBS

Wurde von Buhk (BVL) aufgebaut.

Im Bereich Gentechnik nur BefürworterInnen der Gentechnik.

Dr. Anja Matzk (KWS)

Uwe Sonnewald, Ex-Chef der Gentechnikabteilung beim IPK und Gründer von SunGene.

Gerhard Wenzel schrieb für mensch+umwelt spezial

Eigene Versuche führen oder führten durch : Prof. Uwe Sonnewald (Uni Erlangen), Prof. Wolfgang Friedt (Uni Gießen).

EFSA

Vier VertreterInnen aus Deutschland: Alle pro Gentechnik!

Detlev Bartsch: Auftritt in Werbefilm der Industrie für Gentechnik (2002).

Kerstin Schmidt (auch: BioOK, biovativ, AgroBioTechnikum) und Prof. Inge Broer (AgroBioTechnikum, Uni Rostock) als Ad-Hoc-Expertinnen.

 

Prof. Tebbe macht eigene Feldversuche in Braunschweig.
Detlev Bartsch früher mit eigenen Versuchen an der RWTH Aachen.

Julius-Kühn-Institut JKI

ehemals: BBA

KWS und BASF im JKI-Beirat

Kühne im IPK-Beirat. JKI fördert Grünes Labor im IPK.

Joachim Schiemann (JKI): Gründungsmitglied des AgroBioTechnikums und Hauptredner auf Tag der offenen Tür 2009 im Biocampus des IPK

JKI ist Teil von BioOK.

Darstellung der Forschungen des JKI auf www.biosicherheit.de.

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Joachim Schiemann, Thomas Kühne

Joachim Schiemann (JKI): Beirat von GMO Kompass und "Ich finde TransGen geht" auf www.transgen.de

Schiemann hält eigenes Patent und ist Treuhänder beim Fraunhofer-Institut IME

Weitere Fachanstalten

vTI

Landesstellen

 

 

 

Klaus-Dieter Jany (ehemals BfEL) beim WGG

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Jany, verschiedene Landesanstalten

Prof. Tebbe macht eigene Feldversuche in Braunschweig.

Geldvergabestellen

Jens Katzek von BIO Mitteldeutschland, vormals KWS

Uwe Schrader, Rehberger unterstützten vom Wirtschaftsministerium die IPK-Bioparks. Regionale Wirtschaftsförderung und Bürgermeisterin unterstützten IPK.

Land Mecklenburg-Vorpommern und Gemeinde Sanitz finanzierten AgroBioTechnikum. Prof. Broer in Beiräten der zuständigen Ministerien.

Jens Katzek und Eveline Nettlau (regionale Wirtschaftsförderung) in Gremien von InnoPlanta.

BMBF fördert Propaganda für sogenannte Sicherheitsforschung (Mittelempfänger: Genius)

Versuchsbetreiber in Gremien der Geldvergabe: Prof. Broer, Joachim Schiemann

Parteien

 

Uwe Schrader, Rehberger und Happach-Kasan (alle FDP) unterstützen Lobbyverbände und Gentechnik im Allgemeinen

Förderung der grünen Gentechnik auch durch Verbraucherministerium unter Renate Künast (Grüne). Stärker durch Ilse Aigner (CSU) und Annette Schavan (CDU)

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Uwe Schrader, Rehberger und Happach-Kasan

 
Ministerien  

Prof. Broer in Beiräten der zuständigen Ministerien.

Umweltminister Backhaus und der zuständige Sachbearbeiter Broschewitz unterstützen AgroBioTechnikum

Gründung des AgroBioTechnikums in rot-roter Regierungszeit

Teilnehmer am InnoPlanta-Forum 2009: Sachsen-Anhaltinisches und Mecklenburgisches Umweltministerium

 
Sogenannte unabhängige Forschung

Patente haben: Broer (mit Bayer), Kogel (BASF), Schiemann (Degussa)

biovativ führt Versuche im Auftrag der Universitäten Rostock und Gießen durch

Kooperation Kerstin Schmidt (AgroBioTechnikum und biovativ mit Sicherheitsforschung) und Uwe Schrader,

PR-Streichelzoo BioTechFarm mit Zweitfeldern, die mit Versuchsfeldern zusammen angemeldet und genehmigt wurden

 

Konzerne und Kleinstfirmen:

  • Hartwig Stieber ist Anwalt von Monsanto, BioTechFarm und biovativ (AgroBioTechnikum)
  • Wachschutz und einige Versuche am AgroBioTechnikum von BASF
  • Patente: Broer mit Bayer, Kogel mit BASF
  • Felder der Konzerne in Üplingen (BioTechFarm)

Lobbyverbände und praktische Anwendung:

  • InnoPlanta koordinierte Firmen und Versuche im InnoRegio-Projekt

Konzerne und Versuche:

  • Konzernversuche durch biovativ durchgeführt
  • BASF und KWS mit eigenen Versuchsfeldern

Kleinstfirmen und Lobbyisten:

  • InnoPlanta und Biopark in Gatersleben auf gleichem Gelände
  • InnoPlanta-Anschrift und erste Adresse der BioTechFarm waren gleich; Uwe Schrader unterzeichnete Pachtvertrag für Üplingen
  • Uwe Schrader erster Geschäftsführer der BioTechFarm
 

Abb: größer ++ PDF

Abb. größer ++ PDF

Abb. größer ++ PDF ++ Abkürzungen

Überblick II: Welche Seilschaften agieren wo?

5 Gentechnik-Seilschaften und ihre AkteurInnen

Arbeitsplatz

Konzerne

Kontrollbehörden

LobbyistInnen u.a.

Geldvergabe u.a.

Seilschaften bei der Genehmigung:

Dr. Hans-Jörg Buhk
Detlev Bartsch
Achim Gathmann

ZKBS

Abkürzungen

Buhk: Leiter der Gentechnik- Abteilung im BVL.

Bartsch: Leiter der Abteilung 404 'Koexistenz/ Monitoring' im BVL und Stellvertreter von Buhk.
Gathmann: Mitarbeiter in der Abt. von Bartsch. Beide waren früher Gentechniker an der RWTH Aachen.

ZKBS von Buhk aufgebaut: In entsprechenden Themenfeldern nur Gentechnik-befürworterInnen sowie die Firmen KWS und Boehringer.

Buhk und Bartsch machen Industriewerbung: PR-Arbeit für Monsanto-Produkte (90er-Jahre). Aufruf von Bartsch: „Nicht die ökologischen Vorteile der grünen Gentechnik vernachlässigen“ (2000). Auftritt als Industrievertreter (2002). Werbefilm für Gentechnik (2002). Organisationskomitee für Gentechnikmesse (2004).

Die Genannten sind die Genehmigungs-behörde für Gentechnik.

Die ZKBS gibt gutachterliche Stellungnahmen bei Genehmigungs-verfahren zu Fragen der Sicherheit und der Gefahren für Mensch und Umwelt ab.

ZKBS: Im Bereich Gentechnik nur BefürworterInnen der Gentechnik. 2005: Prof. Uwe Sonnewald (Uni Erlangen), Prof. Wolfgang Friedt (Uni Gießen), Prof. Alfred Pühler (Uni Bielefeld), Prof. Christiane Gatz (Uni Göttingen). 2009: weiterhin Sonnewald und Pühler. dazu Prof. Jürgen Wienands (Göttingen) und Prof. Gerhard Wenzel (München).

Buhk im WGG.

BioÖkonomierat aus Konzernen und Großinstituten.

 

Seilschaften in und um die Fachbehörden:

JKI (vormals: BBA) und vTI

Joachim Schiemann
und Thomas Kühne

Klaus-Dieter Jany
(früher: BfEL)

Christoph Tebbe (vTI)

JKI hat etliche Dienststellen, darunter in Quedlinburg, Groß Lüsewitz und Braunschweig.

Schiemann ist Leiter des JKI-Instituts für Sicherheit in der Gentechnik bei Pflanzen (Quedlinburg). 1976-91 arbeitete er an Gentechnikprojekten in Gatersleben. Dozent an Universtitäten Lüneburg und Braunschweig.

Kühne leitet das Institut für Epidemiologie und Pathogendiagnostik (Quedlinburg).

Jany arbeitete im BfEL (Karlsruhe).

Im Beirat des JKI sitzen: BASF, KWS.

Schiemann: Hält ein Patent der Firma Röhm (Degussa, neu: evonik).
Gemeinsame Veröffentlichungen mit Kerstin Schmidt (AgroBioTechnikum).
Treuhänder des Fraunhofer-Instituts für
Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME), das sich u.a. mit der Entwicklung von
Pharma-gv-Pflanzen beschäftigt.

JKI ist Teil des Firmenverbundes BioOK.

JKI (Ex-BBA) ist Einvernehmens-behörde bei der Zulassung von GVO.

Schiemann: Leiter des EU-Projektes Biosafenet. Berät so das BMELV in Fragen der Biologischen Sicherheit von GVO.
2000-04 war Schiemann im Wissenschaftlichen Beirat "Biosicherheits-forschung und Monitoring" des BMBF. Mitglied im EFSA-GMO Panel 2006-09.

Tebbe: Mitglied im EFSA-GMO Panel seit 2009.

Im Beirat des JKI: Hausfrauenbund, CDU, FAZ.

Thomas Kühne: Vorstand InnoPlanta.

Schiemann: Gründungsmitglied von FINAB e.V., Mitglied des WGG und der PRRI. Beirat von GMO-Kompass. Präsident der International Society for Biosafety (ISBR) und Redaktionsmitglied von deren Zeitschrift Environmental Biosafety Research (EBR).

Jany ist Vorsitzender des WGG und Beirat bei InnoPlanta.

JKI fördert Grünes Labor in Gatersleben.

2000-04 saß Schiemann im Wissenschaftlichen Beirat Biosicherheits- forschung und
Monitoring des BMBF. Aus dem Biosicherheits- programm kommen erhebliche Fördergelder für die Gentechnik- entwicklung.

Seilschaften in Sachsen-Anhalt:

IPK, InnoPlanta und Umfeld

Uwe Schrader und
Horst Rehberger

Eveline Nettlau und
Marion Kallas

Jens Katzek

BioTechFarm als Fusion der Seilschaften um IPK und Agro-BioTechnikum:

Uwe Schrader und Kerstin Schmidt

Anwalt: Hartwig Stiebler (sonst für Monsanto tätig)

Uwe Schrader/ Horst Rehberger: Landtagsabgeordnete (FDP). Rehberger war 1984/85 Wirtschaftsminister im Saarland sowie 1990-93 und 2002-06 Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt. Uwe Schrader arbeitete 2006/07 als Referent im Wirtschaftsministerium.

Nettlau/Kallas: Geschäftsführung des Biotech- Gründerzentrums und des Grünen Labors in Gatersleben; gleichzeitig bei der Wirtschaftsförderung Aschersleben-Staßfurt.

Katzek: Chef von BioOK Mitteldeutschland. Zuvor bei KWS.

Seit 2008 existiert als neues Projekt die BioTechFarm in Üplingen. Initiator und erster Geschäftsführer: Uwe Schrader (ab April 2008: Kerstin Schmidt).
Am 15.1.2008 (11-14 Uhr) fand eine Vorklärung mit Uwe Schrader, 2 Monsantoleuten und 2 VertreterInnen der Überwachungs- behörden statt.

Im Wiss. Beirat des IPK: Ralf-Michael Schmidt (BASF)

Rehberger: Als Wirtschaftsminister Unterstützer von Bayer am Standort Bitterfeld.

SunGene mit Sitz im IPK ist Tochter von BASF.

Grünes Labor gefördert von: Syngenta, SunGene und KWS.

In Vorstand und Beirat von InnoPlanta: Bayer, BASF, KWS sowie Newcomerfirmen wie SunGene und Biotech Consulting.

InnoPlanta: Koordinierte Forschungen von Pioneer und Monsanto. Weitere Kooperationen mit BASF, Bayer und Syngenta.

gv-Raps-Entwicklung für Biosprit von IPK und Bayer. Felder auf BioTechFarm von: BASF, Pioneer, Monsanto, KWS.

Im Wiss. Beirat des IPK: Thomas Kühne. Im Genbank-Beirat: Prof. Frank Ordon (beide JKI)

In Vorstand/Beirat von InnoPlanta: Thomas Kühne; Klaus-Dieter Jany (BfEL)

Grünes Labor gefördert von JKI

1976-91 arbeitete Joachim Schiemann (BBA, JKI) an den Gentechnikinstituten in Gatersleben.
2009 stand Schiemann als Hauptredner im Programm für den Tag der offenen Tür im IPK.

Abteilungsleiter für molekulare Zellbiologie im IPK: Prof. Uwe Sonnewald (Mitglied der ZKBS).

Edith Hüttner, Bürgermeisterin von Gatersleben, arbeitet im IPK.

InnoPlanta ist selbst der bedeutendste Lobbyverein für Gentechnik in Deutschland. AGIL ist eine Arbeitsgruppe von InnoPlanta. Kooperationen mit dem BDP. Zusätzlich im Vorstand oder Beirat: Torsten Wagner (Landes-bauernverband Sachsen-Anhalt), Ulrich Gerstner (Landrat), Ingo Schellenberg und Jens Katzek (beide BIO Mitteldeutschland).
PR-Firmenvertreter im Beirat.

Uwe Schrader: Vorsitzender von InnoPlanta und bis April 2008 Geschäftsführer der BioTechFarm. Er verdient Geld mit Beratungstätigkeiten zur Gentechnik.
Rehberger: Beiratsvorsitzender von InnoPlanta.
Nettlau: Schatzmeisterin von InnoPlanta.

Gaterslebens Bürgermeisterin Edith Hüttner war bis 1998 im IPK tätig.

Geschäftsführerin der BioTechFarm seit April 2008: Kerstin Schmidt (auch: BioOK, biovativ, AgroBioTechnikum).

Uwe Schrader als FDP-Landtagsabgeordneter und Rehberger als Wirtschaftsminister organisierten Fördergelder für das IPK. Beide sitzen im Beirat der BioTechFarm.

Nettlau und Kallas arbeiten gleichzeitig für die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Aschersleben-Staßfurt.

Kircheneigene GERO AG investierte Millionen zugunsten des IPK - ein Pfarrer segnete Gewächshäuser. Kirchenfirmen im IPK: Futura und BGI Biopark.

InnoPlanta sitzt seit 2003 in der BMBF-Initiative Kompetenznetze.de.

Finanzierung 2005: Grundfinanzierung 23,5 Mio. vom Land, 3,4 Mio von EU. Für Projekte über 3,6 Mio. Förderung vom BMBF, 0,6 Mio. von DFG, 262.000 vom Land, 305.000 von EU.

Seilschaften rund um Rostock:

FINAB, BioMath, Biovativ und BioOK

Kerstin Schmidt und Inge Broer

Anwalt: Hartwig Stiebler (sonst für Monsanto tätig)

Kerstin Schmidt: Geschäftsführerin von Biovativ, BioOK, BioMath, BioTechFarm. Bis 2009 Schatzmeisterin von FINAB e.V.

Broer:
Professorin an der Universität Rostock/FB Agrarökologie und Leiterin der AG Agrobiotechnologie. Gesellschafter- vorsitzende der biovativ GmbH.

Mitglieder des Trägervereins bioconvalley (bis 2008): Deutsche Bank, Nord/LB.

Biovativ arbeitet für Freisetzungsversuche von Universitäten (Unterauftragnehmer).

Kerstin Schmidt: Auftragsarbeiten für Monsanto.

Broer: Kuratorium der KWS; Patente von Bayer , Hoechst und Norddeutscher Pflanzenzucht.

Versuche am AgroBioTechnikum u.a. von: BASF, Monsanto. BASF stellte Wachschutz.

Kerstin Schmidt: Beraterin bei der EFSA.

Broer: Mitglied der Arbeitsgruppe ‚Anbaubegleitendes Monitoring’ der Biologischen Bundesanstalt Braunschweig; Leiterin der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Gentechnik des Umweltministeriums MV; Ad-hoc-Expertin der EFSA.

Gründungsmitglied des AgroBioTechnikums: Joachim Schiemann (JKI). JKI ist Teil von BioOK.

Kerstin Schmidt war Schatzmeisterin von FINAB e.V., seit April 2008 Geschäftsführerin der BioTechFarm

Beiräte der BioTechFarm: Uwe Schrader und Eric Schreyer (beide InnoPlanta) und IPK Gatersleben. Damit bildet die BioTechFarm eine Brücke zwischen den Seilschaften in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt!

Broer: Gründerin und Vorsitzende von FINAB e.V.; Informationskreis Gentechnik des Bundes Deutscher Pflanzenzüchter; Gutachterin der Deutschen Stiftung Umwelt für Biotechnologie

Broer: Mitglied in Beiräten beim Umweltministerium und beim Agrarministerium in Mecklenburg-Vorpommern; Futur Fokusgruppe Agrarproduktion (BMBF); Mitglied im Scientific Board des deutschen Pflanzen- genomprojekts Gabi.

Finanzierung des AgroBioTechnikums über Landesmittel und Gemeinde Sanitz.
Förderung der Projekte vor allem aus BioSicherheits-Programm (BMBF).

75%ige Förderung des BioOK-Firmenverbundes durch das BMBF. Schavan unterstützt Broer beim Ziel einer weltführenden One-Step-Agentur.

Seilschaften in der Propaganda für die Agro-Gentechnik:

BioSicherheit. de

TransGen: Gerd Spelsberg

GMO Kompass
und Genius:
Klaus Minol und Kristina Sinemus

TransGen, GMO Kompass und BioSicherheit sind Informationsdienste im Internet.

Die PR-Agentur Genius sitzt in Darmstadt und betreibt GMO Kompass.

TransGen sitzt in Aachen, betreibt www.transgen.de und arbeitet bei GMO Kompass mit.

www.biosicherheit.de wird von Genius, TransGen und TÜV NORD betrieben.

Die Programmierungen von TransGen und GMO Kompass sind identisch.

Im Beirat von GMO Kompass: EuropaBio (Industrieverband des Gentechnik)

Genius macht die zentrale Internetseite zur Sicherheits-forschung und bestimmt damit die öffentliche Wahrnehmung der Forschungs-ergebnisse.

Im Beirat von GMO Kompass: Joachim Schiemann (JKI).

Darstellung der Forschungen des JKI auf www. biosicherheit.de.

Ideeller Träger von TransGen ist die ehemals kritische VerbraucherInitiative. Die Startfinanzierung kam von der grünen NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn.

Auftraggeber von BioSicherheit ist das BMBF. Dargestellt werden BMBF-geförderte Freisetzungsversuche.

Kristina Sinemus von Genius koordiniert den GGG.

TransGen: Teil der Einnahmen aus den Konzernen, deren Gentechnik wohlwollend dargestellt wird, u.a. Bayer, BASF, Dow, Monsanto, Du Pont/Pioneer, Syngenta, InnoPlanta usw.

Genius erhält Mittel aus dem staatlichen Biosicherheits-programm (BMBF).

Texte, Broschüren, Quellen

Termine (wenn nicht zu sehen, hier klicken ...)

Rückblick: Aktionstage an den Orten der deutschen Gentechnikseilschaften

Das war der Aufruf:
Obwohl 78 Prozent (Forsa-Umfrage vom 19.5.2009) gegen Gentechnik im Essen sind, fließen Millionen Steuergelder in die Ausweitung dieser Technik, sind alle Genehmigungsbehörden und Fachanstalten nur von GentechnikbefürworterInnen besetzt und werden alle Anträge deutscher Gentechnikforschung politisch und amtlich unterstützt. Dieser Sumpf von Seilschaften zwischen Konzernen, Forschung, Lobbyverbänden und Ämtern muss trockengelegt werden! Vom 9. bis 15. September laden wir ein, die drei Hauptstandorten des Gentechnikfilzes zu belagern und mit bunten Aktionen der einseitigen Unterstützung von Agro-Gentechnik durch staatliche Stellen und dem Filz ein Ende zu bereiten.

Links

Auf www.biotech-seilschaften.de.vu: Behörden ++ Lobby ++ Konzerne ++ Forschung ++ AgroBioTechnikum ++ BioTechFarm ++ Lexikon

Zu Seilschaften und Filz in der Gentechnik
Weitere Links
Über den Tellerand: Filz und Machenschaften in verwandten Wirtschaftszweigen

Buch und Broschüre

Extra-Seite zu Broschüre, Vortrag und Maulkorbprozess!

Behandelt werden u.a.: Behörden und Kommissionen (BVL, EFSA, BeraterInnen/GutachterInnen), die Leuchttürme des Filz wie das IPK in Gatersleben, das AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz, die BioTechFarm in Üplingen und das JKI in Braunschweig. Weitere Kapitel über Lobbygruppen und informelle Netze (InnoPlanta, WGG, GGG, PRRI, TransGen ...) und die zweifelhafte Forschung zu Kontrolle und Sicherheit (Auskreuzungsforschung, Biosicherheitsprogramm, Monitoring). In der Mitte des Heftes: Große Übersichtstabelle.

Anfang 2011 erschien das Buch zum Thema - vom gleichen Autor wie die Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit". Viel mehr Infos, präzise Quellen, mehr Personen- und Organisationsdaten. Der tiefe Blick in die Seilschaften der Agro-Gentechnik. Großes Format, ca. 200 Seite, 18 €. Ab 3 St. je 12 €, ab 10 St. je 10 €, ab 50 St. je 7 €.
    Infoflyer als PDF. Jetzt bestellen! ++ Infoseite

Newsletter bestellen: Entweder dieses Mitmach- und Bestellformular ausfüllen
oder mehr Infos auf der Extra-Seite zu Mailinglisten und Newsletter!

Kontakt: Projektwerkstatt ++ Tel. 06401/903283 ++ saasen(at)projektwerkstatt.de (Kontaktformular)
Unterstützt diese Internetseiten mit einer Spende an "Spenden&Aktionen", IBAN DE29 5139 0000 0092 8818 06 (Stichwort: "Internet")!