Zitate aus den Reihen der GentechnikbefürworterInnen

Unkontrollierbar! Erfolglos! Ungewollte Effekte!
Die Möglichkeiten, eine Pflanze durch gentechnische Veränderungen zu verbessern, sind gering. Dies ist einer Reihe von Ursachen geschuldet. So lassen sich die Effekte eines spezifischen Gens auf das Wachstum der Pflanze, deren Entwicklung und Reaktionen auf die Umwelt nicht genau vorhersagen. Dazu kommt die geringe Erfolgsrate bei der gentechnischen Manipulation, der Mangel an präziser Kontrolle über das Gen, sobald es in das Genom eingebaut worden ist, und andere ungewollte Effekte, die mit dem Geschehen bei der Gentransformation und dem Verfahren der Zellkultur zusammenhängen. (Monsanto in einem Patentantrag für eine gv-freie Pflanze, S. 1)

Unkontrollierbar! Kein Zurück mehr! Abstandsregeln helfen nicht!
Wichtig ist, den Verbrauchern klar zu sagen, wo heute schon die Gentechnik steht und dass es keinen Zurück mehr gibt. Absurd sind auch die Abstandsregelungen für Versuchsfelder etwa von MON810, denn der Maispollen fliegt kilometerweit. (DFG-Boss Winnacker in der Süddeutschen Zeitung am 18.7.2009, Quelle)

Koexistenz klappt nicht - dann höhere Grenzwerte!
Als im Frühjahr 2010 schon wieder viel Maissaatgut vermischt war, forderte die CDU am 9.6.2010 höherer Grenzwerte:
Zur Diskussion um die Verunreinigung von Maissaatgut mit der in der EU nicht zugelassenen Maissorte NK 603, die im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geführt wurde, erklärt der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser MdB: ... Das eigentliche Problem liegt jedoch auf einer anderen Ebene: Die Nulltoleranzregelung der EU für dort nicht zugelassene gv-Sorten ist nicht praktikabel und muss endlich praxisgerecht ausgestaltet werden. Bei einem Anbau von weltweit ca. 135 Millionen Hektar GVO-Pflanzen ist es schlicht eine Illusion, dass man sich in einer globalisierten Welt auf Dauer einer Technologie verschließen könne. Nicht ohne Grund hat sich die christlich-liberale Koalition im Koalitionsvertrag für eine Änderung ausgesprochen.

Gentechnikfreiheit gibt es nicht!
Die Schwellenwert-Regelungen sind notwendig, da es in der landwirtschaftliche Produktion keine 100%ige Reinheit geben kann. (BIO Mitteldeutschland, 4.2.2004)

Illegal, scheiß egal!
Honig enthält im Prinzip 0,5 Prozent Pollen. Ob da ein bisschen was vom Bt-Mais dabei ist, ist völlig egal. (Christel Happach-Kasan, FDP, im Bundestag)
Die Öffentlichkeit fürchtet eine mögliche Ausbreitung der Antibiotika-Resistenzgene. Dies wird in der Wissenschaft zwar diskutiert, aber nicht als relevant angesehen. (DFG-Broschüre "Grüne Gentechnik")

Gewollt und erreicht: Mehr Spritzmittel!
Die Aussicht, in dem stagnierenden Pflanzenschutzmittelmarkt durch Anwendung der Pflanzenbiotechnologie Positionsverbesserungen zu erzielen, erklärt die für das Marktvolumen und die Profitabilität der Branche unerwartet hohe interne und externe F&E- Intensität. Die sich abzeichnenden Erfolge in der Einführung von transgenen Kulturpflanzen in Nordamerika, Argentinien und Brasilien haben der durch Übernahme und Fusion von Pflanzenschutzmittelherstellern erfolgten Marktkonsolidierung weiteres Momentum gegeben und zu einer regen Akquisitionstätigkeit der Unternehmen in die Biotechnologie- und Saatzuchtbranche geführt. (Uwe Schrader 1999)

Erhofft: Mehr Düngemitteleinsatz!
Auch wenn ich nicht glaube, dass Europa in absehbarer Zeit auf den Gentechnik-Zug aufspringen wird, gehe ich dennoch davon aus, dass die Gentechnik, gerade für die Staaten, welche sie bereits nutzen, zu einem der wichtigsten Faktoren für die Zukunft ihrer Landwirtschaft geworden ist. Das Interessante daran ist aber...
...dass der wachsende Einsatz der Gentechnik einen steigenden Einsatz von Düngemitteln erfordert. Denn aufgrund der genetischen Veränderung steigt der Nährstoffbedarf der Pflanze rasant, die dem Boden damit ebenso schnell verstärkt seine Nährstoffe entzieht. Diese Nährstoffe müssen dem Boden aber wieder zugefügt werden, in Form von - natürlich - Düngemitteln.
Miriam Kraus, "Gentechnologie erhöht den Bedarf an Düngemitteln" (3.6.2009, als Tipp für Investments)

Alles für Profit!
Auch die kommerziell betriebene Pflanzenzüchtung – einschließlich jener mit Unterstützung biotechnischer Methoden – verfolgt in einer Marktwirtschaft zunächst und überwiegend das Ziel der Steigerung von Unternehmensgewinnen. (BVL-Broschüre "Die Grüne Gentechnik", 2008)

Patente machen alles schlimmer!
Die ärmsten Länder wären schlecht beraten, starke Patente auf Pflanzentechnologien zuzulassen, weil diese die Möglichkeit des Nachbaus unterbinden, das Saatgut verteuern und den Zugang der Landwirte zu neuen Technologien erschweren würden. (DFG-Broschüre, S. 80)

Standort, Standort, Standort ... Gentechnik, Atomkraft - alles super!
Deutschland wird sich jedenfalls nur dann als eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt behaupten können, wenn wir auf den zukunftsträchtigen Feldern von Wissenschaft und Wirtschaft auch künftig eine international führende Rolle einnehmen. In der Biotechnologie wie auch auf anderen Feldern von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung - nehmen Sie nur die Atomenergie, die CO2-freie Kohleverbrennung oder, um eine ganz andere Disziplin anzusprechen, die Stammzellforschung - ist dies zur Zeit nicht gewährleistet. So setzen wir die Zukunftsfähigkeit unseres Landes auf’s Spiel! (Wolfgang Clement auf dem InnoPlanta-Forum am, 7.9.2009)

PR-Strategien: Verwirren, verschweigen, Begriffe erobern, Emotionen wecken ...
Positive Aussagen ... [sollten] von Akteuen stammen, die nicht von den Entscheidungen dieser Aufsichtsbehörden abhängig sind. ... Positive Aussagen über Aufsichtsbehörden, die vom unteren Ende stammen (= Bioindustrien), tragen zu der glaubwürdigkeitsvernichtenden Wahrnehmung bei, diejenigen mit den größten eigenen Interessen hätten die Kontrolle über die Aufsichtsbehörden. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
Wenn es Europa-Bio gelingen soll, den Übergang zu einer effektiven öffentlichen Stimme zu vollziehen, muß eine Verlagerung von einer sachfragenorientierten Kommunikation hin zu einer auf „Geschichten“ gestützten Kommunikation stattfinden. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
Ein wirklich aggressives Kommunikationskonzept versucht selber Begriffe zu setzen und immer wieder dem Gegner Begriffe streitig zu machen und umzudeuten. Aus einem „Risiko für Mensch und Umwelt“ wird so z.B. ein „Risiko des Nicht-Handelns“ und bei dem aktuellen Erprobungsanbau von gentechnisch veränderten Pflanzen geht es nicht um deren Durchsetzung, sondern um die friedliche „KOEXISTENZ“ verschiedener Anbauformen. Besonders stolz sind wir in diesem Zusammenhang darauf, die mit der Ökologiebewegung assozierte Vorsilbe „Bio“ erfolgreich gehijackt zu haben. Die verschiedenen BIO-TECH-REGIONEN Deutschlands sind also BioRegionen, und dementsprechen heißt es eben BioMitteldeutschland und nicht BioTechMitteldeutschland. (EuropaBio)

Die Folge: Super-Unkräutern!
Landwirte in den USA bekommen zunehmend Probleme mit Unkräutern, die gegen bestimmte Herbizide resistent geworden sind. Eine aktuelle Studie sieht den großflächigen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen als Ursache. ProPlanta (15.1.2010)

Abhängigkeit der Forschung: Alles nur wegen Geld!
Im Moment ist es hauptsächlich Forschung in der Gentechnik, weil es dafür Geld gibt. (Prof. Inge Broer, Uni Rostock/AgroBioTechnikum, 2006 WDR)
Der Verein FINAB will sich mit der Sicherheit aller neuartigen Lösungen in der Landwirtschaft befassen. Bis jetzt erhalten wir aber leider nur Mittel für Versuche an gentechnisch veränderten Pfanzen. (Inge Broer in Volksstimme am 4.8.2009)

Der Staat schmiert die Gentechnik-Seilschaften!
Seit 2005 sind die privatwirtschaftlichen Investitionen in die Biotechnologie kontinuierlich gesunken. Lediglich der Anteil an öffentlichen Fördermitteln ist seit vier Jahren konstant geblieben. (Peter Heinrich, Chef von BIO Mitteldeutschland)

Wir wollen für nichts haften!
Gentechnisch veränderte Sorten, die zur Aussaat genehmigt sind, dürfen in haftungsrechtlicher Hinsicht nicht anders behandelt werden als sonstiges Saat- und Pflanzgut. (Nationale Wissenschaftsakademien in Deutschland am 13.10.2009)

Sogar in den Augen der ForscherInnen selbst: Forschung = PR-Arbeit für die gewollte Technik
Demokratische Politik kann die Meinung der Wähler nicht ignorieren. Sie ist aber auch dafür mitverantwortlich, dass die Wähler Fakten zur Kenntnis nehmen. ... Wissenschaft und Politik sollten gleichermaßen bemüht sein, in einem Diskurs diese Zusammenhänge zu erklären und um Akzeptanz für eine wichtige Forschungsrichtung mit großem Zukunftspotenzial zu werben. (Nationale Wissenschaftsakademien in Deutschland am 13.10.2009)
Wir müssen zeigen, dass diese Technik, die wir einführen wollen, große Vorteile hat – und dass diese Vorteile begreifbar werden. Erst dann, glaube ich, kann man die Bevölkerung wirklich überzeugen. Unsere Aufgabe ist es, stetig und mit viel Geduld Überzeugungsarbeit zu leisten. (Prof. Kogel, Uni Gießen)

Wer gegen Gentechnik ist, ist doof!
Es darf doch in Deutschland nicht so weit kommen, dass man einem Landwirt mehr glaubt als einem Forscher. (Annette Schavan am 20. Juli 2007 in Ehingen)
Die Skepsis, auf die wir treffen, ist Ausdruck eines erklärbaren, ja notwendigen Schutzmechanismus, der ja auch aus evolutionsbiologischer Sicht sinnvoll ist. (Prof. Kogel)
Ich denke, die Ängste vieler deutscher Mitbürger kommen "aus dem Bauch" und sind oft durch fehlendes Wissen hervorgerufen.
(Dr. Hans-Jörg Buhk, Abt.-Leiter Gentechnik beim BVL)

Schlaue WissenschaftlerInnen
Diese Auskreuzungen haben keine biologische Wirksamkeit. (Prof. Kogel im Deutschlandfunk ... wie pflanzen sich dann Pflanzen fort?)

Fakten statt Ideologie!*
Die Menschheit hat kein Recht auf einen konstanten Meeresspiegel. (Salomon Kroonenberg im Interview mit Thomas Deichmann, der dieses Interview über seine Zeitung Novo, Ausgabe 96 (9-10/2008) verbreitete)
Eine richtige Antwort auf die Klimadebatte wäre ein massiver Ausbau der Kernenergieversorgung. ...
Es dürfte schwer sein, eine komplizierte neue Technologie zu finden, die in den ersten vierzig Jahren ihrer Nutzung, eingesetzt in 32 Ländern der Erde, so wenig unerwünschte Nebenwirkungen mit sich gebracht hat wie die Kernenergie. ... Bleibt die Frage der Entsorgung. Die wird gemeinhin als vielleicht das größte Problem gewertet; man trifft jedoch nur selten jemanden, der sagen kann, was daran problematisch sei. Unter Atommüll verstehen wir strahlende Materialien aus Atomkraftwerken. Der größte Teil davon ist schwach radioaktiv und wird einfach vergraben. Viele Gedanken macht man sich um die Endlagerung hochradioaktiver Stoffe, die nur in geringen Mengen anfallen, jedoch noch über Tausende von Jahren strahlen und deshalb nicht in Kontakt mit Lebewesen kommen sollten, die sie schädigen können. Das ist technisch gesehen eine durchaus zu bewältigende Aufgabe. Stand der Überlegungen heute ist, sie zu verglasen und dann in Gesteinen oder Salzstöcken zu lagern, in denen sich schon seit mehreren Hundert Millionen Jahren nichts geregt hat. Das ist eine Methode, die weit sicherer ist, als das Gefährdungspotential es erfordern würde. Abgesehen von der Tatsache, daß man etwa Plutonium lieber weiter zur Energiegewinnung nutzen sollte, statt diese kostbare Substanz zu vergraben, spricht nichts gegen diese Form der Endlagerung.
Wir können unseren Kindern gerne Windräder vorenthalten, aber auf keinen Fall Kernkraftwerke.
(Thilo Spahl, Redakteur der Zeitschrift NOVO 40 und 86, herausgegeben Thomas Deichmann)
*Der Slogan "Fakten statt Ideologie" hing über den InnoPlanta-Forum 2009, wo Thomas Deichmann seinen Preis für den objektivsten Journalisten in Deutschland erhielt.

Hetzen, diffamieren, beleidigen
Proj. Jacobsen, Uni Hannover und InnoPlanta über GentechnikkritikerInnen und ihre Kritik
Bodensatz in unserer Gesellschaft ... Mumpitz ... merkwürdige Propaganda ... Deutschland: Dort wird krampfhaft darüber gestritten, wie man durch noch restriktivere Maßnahmen den durch Energiegewinnung, Heizen oder Autofahren bedingten CO2-Ausstoß bremsen kann, ohne in Betracht zu ziehen, dass der Klimawandel auch natürlichen Ursprungs sein könnte.

Nicht als Konkurrenzkampf und Standortpolitik
Aus der Selbstdarstellung des PTJ, Redakteurin: Claudia Möhring (FAZ, Beirat JKI)
Die so genannte „grüne Gentechnik“, die Anwendung der Gen-Technologie auf Pflanzen und ihre Kompartimente, birgt große Chancen – auch für die Wirtschaft. Mit ihrer Hilfe will man die Versorgung mit Nahrungsmitteln verbessern und interessante Rohstoffe für chemische Prozesse heranwachsen lassen. Längst hat freilich auch ein internationaler Konkurrenzkampf um die Aufklärung wirtschaftlich bedeutsamer Pflanzengenome, die patentrechtliche Absicherung der Ergebnisse und die dadurch mögliche Verbesserung der Marktposition für neue Pflanzensorten mit spezifischen Eigenschaften begonnen. Um die Chancen, die sich daraus ergeben, für Deutschland intensiver nutzen zu können und einen Beitrag zur Standortsicherung zu leisten, hat das BMBF die Initiative „Genomanalyse im biologischen System Pflanze – GABI“ ins Leben gerufen. ... (S. 19)

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