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Organisierte Unverantwortlichkeit

Behörden JKI AgroBioTechnikum Biotechfarm Forschung Reader
Gentechnik

Zensiert! Zwei der wichtigen Personen in der deutschen Gentechnik, die Vielfach-Geschäftsführerin Kerstin Schmidt und der InnoPlanta-Chef und FDP-Landtagsabgeordnete Uwe Schrader, versuchen per gerichtlichen Verfügungen die Kritik an ihrer "Tätigkeit" verbieten zu lassen. Das Gerichtsverfahren läuft zur Zeit. Eine Vollstreckung gegen diese Internetseiten (bis zu 250.000 Euro wollen die haben) läuft zur Zeit, allerdings gegen den Autor der Schrift "Organisierte Unverantwortlichkeit". Dieser wehrt sich, ist aber gar nicht Inhaber dieser Internetseiten. Um einer ähnlichen Verfügung auszuweichen, werden diese Internetseiten bis zur Klärung der Angelegenheiten in zensierter Fassung präsentiert. Wir hoffen, dieses möglichst bald wieder ohne solche politische Zensur öffentlich machen zu können. Dennoch: Alle Angaben sind belegbar ... Quellen ++ Presseinfo am 27.11.2009 ++ Blog ++ Aktuelle Auflage

Der Krimi um den versuchten Maulkorb ... vor dem Landgericht Saarbrücken. Bisheriger Ablauf:


Es fängt an mit einem peinlichen Eingeständnis - Schmidt/Schrader können ihre Behauptungen über eine Überarbeitung der Broschüre nicht belegen, sondern berufen sich jetzt rückwärts auf das Gericht. Wenn das gesagt hat, die Broschüre sei unverändert, dann war sie auch unverändert. Die sogenannte "unveränderte" Broschüre als Beweis vorlegen, kann offenbar niemand.
Unten: Da dann, wenn das Gericht per Definition recht hat, die Entgegnung des Beklagten eine Lüge sein muss, ist die Entgegnung auch gleich eine Verleumdung. Sprich: Wer einem Gericht widerspricht, verleumdet automatisch, weil das Gericht immer recht hat!


Das nun nehmen Schmidt/Schrader zur Vorlage für einen Generalangriff auf den Beklagten - während sie sich selbst für unbescholten halten und alles, was ihnen vorgeworgen wurde, nicht "im entferntesten nachgewiesen" wurde. Um diese Stimmung noch anzuheizen, verweisen Schmidt/Schrader auf die Verurteilung wegen einer Feldbefreiung - gehört zwar gar nicht zum Thema, klingt aber mächtig böse.

Mehr Termine (wenn nicht zu sehen, hier klicken ...) Kurzbeschreibung der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit"

Erschreckende Details für Seilschaften in der deutschen Gentechnik
Wer sich fragt, warum die grüne Gentechnik trotz überwältigender Ablehnung immer weiter vorangetrieben wird, findet jetzt eine neue Antwort: Unter dem Titel "Organisierte Unverantwortlichkeit", einem Ausspruch des Bundesumweltministers, zeigen GentechnikkritikerInnen auf, dass staatliche Aufsichtsbehörden, Forschungsinstitute, Konzerne und Lobbyverbände miteinander stark verfilzt sind. "Es gibt keine unabhängigen Stellen und überall herrschen Seilschaften, die keinen Zweifel an ihrer Befürwortung der Gentechnik lassen", fasst der Autor Jörg Bergstedt die Lage zusammen. Dabei würden Genehmigungsverfahren ausgehebelt und viele Millionen Forschungsgelder in windige Firmenkonstruktionen umgeleitet: "Rund um die vier Zentren der grünen Gentechnik in Gatersleben, Braunschweig, Üplingen und Groß Lüsewitz sind mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder hin- und hergeschoben werden". Die neue Broschüre (www.aktionsversand.de.vu) soll die Debatte um das Verbot der grünen Gentechnik voranbringen und kann wichtige Akzente im Europa- und Bundestagswahlkampf setzen. Am wichtigsten aber ist dem Autor die Folgerung: "Wer sich auf staatliche Stellen verlässt, ist verlassen. Gentechnikfreiheit gibt es nur dann, wenn die 80 Prozent Ablehnung auch in direkten Protest umschlagen - nicht nur per Protestmail oder am Supermarktregal!"

Monsanto auf Deutsch - Broschüre über deutsche Gentechnik-Seilschaften
Kennen Sie Filme oder Bücher über Monsanto? Fast immer decken die AutorInnen dort den intensiven Filz zwischen Konzern und Aufsichtsbehörden auf. Doch St. Louis, der Firmensitz des Round-up- und Agent-Orange-Herstellers, ist weit weg. Wie sieht es aber in Deutschland aus? Kein Stück besser. Das zeigt die neue Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (www.biotech-seilschaften.de.vu, in der minutiös die Seilschaften zwischen Behörden, staatlicher und privater Forschung, Konzernen und Lobbyorganisationen durchleuchtet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kontroll- und Fachbehörden BVL, EFSA und JKI sowie die drei Zentren der grünen Gentechnik in Gatersleben, Üplingen und Groß Lüsewitz. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt mafiose Strukturen und skandalöse Zustände bei Genehmigungen und Geldvergabe.


Titel (noch größer) und Rückseite (größer) der Broschüre (in Farbe) ++ A4-Werbezettel für Spenden zur Druckfinanzierung

Achtung: Die erste Auflage ist vergriffen und die zweite auch schon gut verteilt! Wir suchen SpenderInnen für den nächsten Druck dieser Broschüre - zum Verteilen, für Veranstaltungen und als Beilage in vielen passenden Zeitschriften und Rundbriefen. Wer hat was übrig? Wer will die Broschüre Rundbriefen oder Zeitschriften beilegen oder an anderen Orten verteilen??? Konto "Spenden & Aktionen", Nr. 92881806, Volksbank Mittelhessen (BLZ 513 900 00) mit Stichwort "Biotech-Seilschaften"

1. Auflage im Juni 2009: 51.000 Exemplare ++ 2. Auflage im Juli 2009: Nochmal 30.000 Exemplare

Bisherige Kosten: ca. 11.150 Euro

Bisherige Spenden und Zuschüsse: Im Jahr 2009 wurden 13.871,49 Euro gespendet. Damit sind die ersten beiden Auflagen finanziert und ein guter Teil der dritten Auflage schon gesichert. Spendenhöhe 2010 bislang (Stand: 8.1.2010): 245 Euro. Darunter sind ...

Weitere Spenden auf das Konto "Spenden & Aktionen", Nr. 92881806, Volksbank Mittelhessen (BLZ 513 900 00) mit Stichwort "Gentechnik"! IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06, BIC VBMHDE5F

Aktuelle Ergänzungen (Newsletter mit aktuellen Informationen zu den Seilschaften)

Inhalt

Behandelt werden u.a.: Behörden und Kommissionen (BVL, EFSA, BeraterInnen/GutachterInnen), die Leuchttürme des Filz wie das IPK in Gatersleben, das AgroBiotechnikum in Groß Lüsewitz, die Biotechfarm in Üplingen und das JKI in Braunschweig. Weitere Kapitel über Lobbygruppen und informelle Netze (InnoPlanta, WGG, GGG, PRRI, Transgen ...) und die zweifelhafte Forschung zu Kontrolle und Sicherheit (Auskreuzungsforschung, Biosicherheitsprogramm, Monitoring). In der Mitte des Heftes findet sich eine große Übersichtstabelle über die Seilschaften in der grünen Gentechnik in Deutschland.

Stichwortverzeichnis und Seitenzahlen in der Broschüre (A4-Blatt mit Stichwortverzeichnis für 1. Auflage und 2. Auflage)

Index zur ersten Auflage

Aachen 5, 7+9, 17, 25-28
Agenda 21 18+19
AGIL 16, 20
AgrEvo 12, 16
AgroBioTechnikum 3, 7, 9, 12-16
18+19, 26-28, 31+32
Aigner, Ilse 3, 6, 21, 29
Akteneinsicht 4, 6, 8, 23+24
Altbrod, Jürgen 7
Amflora 3, 10+11, 29
Antibiotika 7, 10
Armut 30
Auskreuzung 3, 5+6, 12+13, 24-28, 30, 32
Ausleben 15
Aventis 12, 14, 16

Backhaus, Till 3, 14
Bartmer, Carl-Albrecht 23
Bartsch, Detlev 4+5, 9, 23, 27+28
BASF 3, 7-12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 29
Bayer 3, 8, 10, 12, 14, 16, 20, 24, 28+29
BAZ 12, 14, 20
BBA 6-8, 14, 16+17, 21+22, 27+28
BDP 16, 18, 23
Berlin 4, 6, 15-17, 20, 28, 31
Bertelsmann 29
BfEL 16, 20+21, 23
BfR 5, 16
BGI Biopark 11
Bielefeld 14, 28
Bienen 21, 24, 26
Biocon Valley 15
BioMath 8, 13+14, 28
BioOK 3, 8, 12-16, 31
BIOSAFENET 8, 24
BIOSERV 14
BioSicherheit 5, 22, 24-28
BioTechFarm 8, 13-15, 18-20, 29, 31+32
BioTechLabor 9, 14, 16, 27
Biovativ 13-15, 26, 31
BLL 23
BMBF 7, 9, 11, 13-17, 20, 24, 26+27, 31
BMELV 5, 7+8, 11, 16, 22, 24, 28, 31
Böner, Anton F. 21
Börde 15, 31
Braunschweig 5-9, 11, 16, 25, 27
Broer, Inge 7, 9, 13-15, 23, 28
BTL 14, 16, 27
Buhk, Hans-Jörg 4+5, 9, 21+22, 27
Bundesamt für Verbraucherschutz
und Lebensmittelsicherheit, siehe BVL
BVL 4-9, 16+17, 21-24, 26-29, 31+32

Cartagena-Protokoll 5
CDU 20

Darmstadt 21, 23, 27
DECHEMA 25
DFG 11, 16
DIB 20
DLG 23
Dreyer, Marion 21
DuPont 8
Durchwuchs 31

EFSA 5, 7, 9+10, 14-16, 23, 28+29, 32
EIGMO 9, 29
Eikmann, Thomas 9
EUPRRI 8
EuropaBio 16, 22

FAL 6, 16, 27+28
FDA 3, 9, 17
FDP 11, 13, 18, 20
Feldbefreiung 11, 18
Feldbesetzung 6, 21, 25
FINAB 7, 12-15, 17, 20, 31
FNL 23
FNR 3
Forschung 2-4, 6-9, 11-18, 20-28, 30
Futura 11

GABI 15, 17, 22
Gabriel, Sigmar 2+3, 10, 21
Gassen, Hans Günter 23
Gatersleben 5, 7+8, 10-13
15, 17+18, 20+21, 32
Gathmann, Achim 27+28
Gendreck weg! 11, 18, 24, 31
Genius 8+9, 20-24, 28+29
GentG (Gentechnikgesetz) 17, 26
GERO AG 11
Gerste 3, 5, 12, 20, 24
GGG 17, 21, 32
Gienapp, Christian 20
Gießen 3, 5, 9, 24, 27
Gill, Bernhard 21
Grenzwert 24, 26+27
Grüne 3, 24
GSF 5, 21

Halle 11, 20
Happach-Kasan, Christel 20
Helmholtz-Gesellschaft 5
Hoechst 14, 16
Honig 3, 26
Humboldt-Universität 20
Hunger 30

IFZ 9
IME 7
Imkerei 3
InnoPlanta 7+8, 11-13, 18, 20+21, 23, 31+32
IPK 5, 7+8, 10-12, 15-18, 20+21, 23, 32
ISAAA 22

Jany, Klaus-Dieter 20+21, 23
JKI 6-9, 11+12, 14, 16+17
19-24, 26+27, 29, 31+32

Kanada 22
Kanzlerfeld 8
Kartoffeln 10-12, 14, 18, 26, 29
Katzek, Jens 20, 22+23, 29
Kirche 11, 18
Klage 2, 5+6, 8, 24
Kogel, Karl-Heinz 9, 12, 23+24, 27
Kompass 8, 22
Kunz, Markwart 22
Kühne, Thomas 7+8, 11
Künast, Renate 5, 24, 28
KWS 3, 7+8, 10, 14+15
17+18, 20, 22, 24, 27-29

Landgesellschaft 15
Lichtschläger, Karl-Heinz 18
Limburgerhof 7, 16
Linke 3
LLG 17, 28
LUFA 17, 28
Lüneburg 7
Lüsewitz 12-16, 18, 26, 28, 31+32
LWK 17, 28

Mais 3, 5+6, 8, 12, 16, 18, 20+21, 25-28
Manifest 4
Mexiko 3, 28
Minol 22-24
MON810 2+3, 5+6, 8+9, 11, 26-28
Monitoring 7+8, 14+15, 25, 27+28, 32
Monsanto 1-3, 5, 8, 10+11
14, 18-20, 23, 25, 28+29
Montagu, Marc van 22
Möhring, Caroline 7
MPI 17, 21, 24
MRI 17, 21

Nachhaltigkeit 2, 7, 13-15, 17-19, 23
Naturschutz 23
Nehls, Reinhard 22
Nettlau, Eveline 12
Novoplant 11, 20

Ordon, Frank 7, 11
Ökotest 29

Patent 3, 8, 14, 22, 26, 30
Pflanzenzüchter 5, 15+16, 18, 22, 28
Pioneer 8+9, 14, 18, 20, 28+29
Planta 22
Plants for the Future 22
Primacyt 14

Quedlinburg 7+8, 12, 14, 17, 19+20

Raps 3, 12+13, 20, 26, 29
Rauschen, Stefan 26, 28
Rehberger, Horst 11
Reiche, Katherina 20
Risikoforschung 5, 16
RKI 17, 21, 28
Rostock 7, 9, 12-16, 18, 28+29, 31
Rüben 20
RWTH 5+6, 8+9, 17, 25-28

Sagerheide 14+15
Schaugarten 15, 18+19, 31
Schavan, Annette 15
Schiemann, Joachim 7-9, 12
14, 21-24, 26, 28
ZENSIERT!, K. 7-9, 12-15
18+19, 22+23, 28
Schmidt, Ralf-Michael 12
Schmidtke, Jörg 7, 28
Schmitz, Ferdinand 22+23
Zensiert!, U. 8, 11, 13, 18, 20, 23
Schuphan, Ingolf 23, 27
Schurr, Ulrich 22
Science4BioReg 8, 22
Sicherheitsforschung 3, 7, 15, 23-28
Sinemus, Kristina 21-24
Sofortvollzug 2
Soja 16, 29
Sonnewald, U. 11+12
SPD 2+3
Spelsberg, Gerd 22, 24
Stiebler, Hartwig 19, 29
Strube, Jürgen 20
Strube Saatzuch 29
SunGene 11+12, 20
Südzucker 22
Syngenta 5, 8-10, 14, 20+21, 28+29

Tebbe, Christoph 6, 8
Teuffel, Konstantin Freiherr von 22
Thieme, Juliane und Thomas 9
Thulendorf 14-16
(von) Thünen Institut 6, 8
TransGen 7, 12, 22-24, 26, 29, 32
Tübingen 14
TÜV 24

UBA 17, 28
UIG 8
Umwelt 2, 5-7, 9, 14+15
19, 21, 23-27, 30+31
Umweltbundesamt 17
Umweltinformationsgesetz 4, 6, 8
UNESCO 19
USA 3, 17, 22
Üplingen 8, 13-15, 18-20, 25, 31+32

Verbraucherschutz 4, 6+7
14, 16, 21, 27+28
Verwaltungsgericht 6, 26+27
vTI 6

Weizen 5, 18, 20
Wenzel, Gerhard 21
WGG 6, 8, 17, 21, 32
Wolter, Frank-Peter 22

YieldGard 3

ZALF 17, 28
ZKBS 6, 8+9, 12, 17, 21, 24, 27

Quellen, Quellen, Quellen

"Lügenheft" nannte Inge Broer das Heft. "Schrott" polterte Happach-Kasan - und nahm das auf Nachfrage lieber zurück. K. ZENSIERT! und U. Zensiert! wollen alles per Gericht verbieten lassen. Aber bitte: Hier folgen die Quellen - minutiös zu jeder Aussage der Beleg ... sortiert nach Kapiteln, Fußnoten und allen weiteren Aussagen. Ein paar Tipps zur Recherchearbeit mit diesen und weiteren Quellen gibt es hier!

Die Ausstellung zum Thema

Ausstellung zu den Seilschaften - als PDF: Ausdrucken und vergrößern, oder gleich A3 oder größer ausdrucken. Die Stelltafel Nr. 8 ist mehrfach, falls die Ausstellung an einem bestimmten Ort gezeigt wird. Ausgewählte Motive:

Kurztext zur Broschüre

Gentechnik: Filz zwischen Behörden, Forschung und Konzernen!
Obwohl 78 Prozent (aktuelle Forsa-Umfrage) gegen Gentechnik im Essen sind, fließen Millionen Steuergelder in die Ausweitung dieser Technik. Zudem sind in den vergangenen Jahrzehnten alle relevanten Posten in Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die meisten von ihnen sind direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden. Die Folge: Alle Anträge deutscher Gentechnikfirmen auf Freisetzungen manipulierter Pflanzen werden politisch und amtlich unterstützt. Mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen und seltsamen Biotechnologieparks names Biotechfarm oder Agrobiotechnikum sind entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder erst veruntreut und dann hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur auf den Konten der Beteiligten verliert. Sicherheitsauflagen werden missachtet und bei den benannten Versuchszielen geschummelt und die örtliche Bevölkerung kaum aufgeklärt.
Jetzt fordern GentechnikgegnerInnen: Der Sumpf von Seilschaften zwischen Konzernen, Forschung, Lobbyverbänden und Ämtern muss trockengelegt werden! Ende Juni erscheint deshalb die Broschüre „Organisierte Unverantwortlichkeit“, in der Ross und Reiter, konzernnahe Beamte und dubiose Firmenstandorte genannt werden – mit exakten Quellen, Zitaten und Hintergründen. Die InitiatorInnen aus ökologischem Landbau, Imkerei und unabhängigen Gentechnikinitiativen wollen mit einer Startauflage von 50.000 Stück möglichst schnell viele Menschen erreichen. Verteilt wird das Heft über Rundbriefe, Magazine und als Auslage in Naturkostläden.
Im Sommer soll keine eine Kampagne gegen die Hauptstandorte der Gentechnik-Seilschaften folgen. Höhepunkt sind Aktionen und Belagerungen der Bundesbehörden in Berlin sowie der Versuchszentren nahe Rostock und in der Magdeburger Börde vom 9. bis 15. September. Wer dazu mehr erfahren will, sollte sich die Broschüre holen oder auf der Internetseite www.biotech-seilschaften.de.vu nachschauen!
Kontaktadresse für alle, die aktiv mitmachen wollen oder ReferentInnen für Veranstaltungen suchen, ist die Projektwerkstatt, 06401/90328-3, Fax -5, saasen@projektwerkstatt.de.

Auszüge aus der Broschüre (1. Auflage)

Bis zu 80% der Menschen in Deutschland lehnen die grüne Gentechnik ab. Wer aber in die Führungsetagen von Parteien, Medien, Ministerien und Ämtern schaut, sieht eine ganz andere Verteilung. In den zuständigen Behörden und Ämtern sind sogar alle Führungsposten mit BefürworterInnen der Gentechnik ausgestattet. Skeptische oder kritische Stimmen gibt es in Kommissionen, Genehmigungs- und Kontrollbehörden meist gar nicht. Seit Jahren haben die Seilschaften dort ihre Fäden gezogen - mit dem genannten, fatalen Ergebnis. ... (S. 4)

Zum Schutz der VerbraucherInnen bestehen Gesetze. Sie regulieren Schadstoffe und schreiben vor, welche Informationen offengelegt werden müssen. Da kann es beruhigen, wenn zur Durchsetzung dieser Rechte auch eine handlungsmächtige Behörde existiert: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).Auf seiner Internetseite verspricht das Amt: „Das BVL nimmt ... die Durchsetzung dieser auf EG-Normen beruhenden Verbraucherschutzgesetze wahr. ... Ziel ist es, Verbraucherrechte im Falle innergemeinschaftlicher Verstöße besser durchzusetzen. ... Dem BVL kommt bei der Wahrung der Verbraucherrechte eine Doppelfunktion zu: Zum einen ist das BVL die so genannte ,Zentrale Verbindungsstelle' in Deutschland, zum anderen ist es auch selbst eine für die Durchsetzung von Verbraucherrechten zuständige Behörde.“
Da wird sich mancheR beruhigt zurücklehnen - eine große Behörde kümmert sich um die VerbraucherInnen und ihre Interessen gegenüber Staat, Konzernen und anderen. Wahrscheinlich ist dieses blinde Vertrauen auch gewollt. Denn die Realität ist weit entfernt von den Versprechungen. Genauer: Sie ist sogar entgegengesetzt. Bislang hat das BVL alle Anträge auf gentechnische Nutzungen genehmigt. Ausgerechnet diese Behörde verweigerte die Akteneinsicht nach dem Umweltinformationsgesetz. Etliche Beamte stellten sich in internen Schreiben uneingeschränkt hinter die antragstellenden Konzerne und Forschungseinrichtungen, manche traten sogar in Werbefilmen genau der Firmen auf, deren Anträge sie an anderen Arbeitstagen ohne die notwendigen umfangreichen Prüfungen durchwinkten. Die wichtigsten Entscheidungsträger der Gentechnikabteilungen sind eingebunden in ein enges Geflecht von Lobbyorganisationen und Konzernen. Kontroll- und Genehmigungsbehörden, Geldgeber, Forschung und Firmen sind über die Jahre zu einem Filz zusammengeschmolzen, der sie als Einheit erscheinen lässt. ... (S. 4)

Eine ganz praktische Variante der Seilschaften ist die Arbeitsgruppe „Anbaubegleitendes Monitoring gentechnisch veränderter Pflanzen im Agrarökosystem“, die Joachim Schiemann seit 1999 koordiniert. Deren Mitgliederliste zeigt den dichten Filz von Wissenschaft, Behörden und Firmen. Der Industrieverband Agrar, die großen Konzerne KWS Saat AG, Bayer CropScience, Syngenta Seeds, BASF, Pioneer Hi-Bred, Monsanto und DuPont und die wichtigen Kleinstfirmen in den Gentechnikseilschaften BioMath mit Geschäftsführerin K. ZENSIERT! und Genius sitzen dort zusammen mit Forschungsinstituten und allen wichtigen Behörden der Gentechnik. In dieser Mischung wurden unter anderem Fragebögen zum Anbaumonitoring entwickelt, d.h. die Methoden der Kontrolle von Genversuchen stammen von denen, die solche Versuche durchführen. ... (S. 8)

Das JKI ist Teil des Gentechnik-Firmenverbundes BioOK. Geschäftsführerin auch hier: K. ZENSIERT!. Der Einstieg des JKI bedeutet, dass die Institution, die bei der Genehmigung von Freisetzungsversuchen beratend mitwirkt, nun Teil derer ist, die am meisten Anträge auf solche Freisetzungen stellen. Wie wichtig die staatliche Fachanstalt den Firmenverbund und die Vernetzung mit Konzernen nimmt, dokumentiert die intensive Beteiligung an der EIGMO-Tagung vom 14.-16. Mai 2009 in Rostock. Fünf JKI-Bedienstete trafen dort auf Pioneer, BASF, Syngenta, das Firmengeflecht um das AgroBioTechnikum und die RWTH Aachen. Auch BVL und EFSA fehlen nicht. ... (S. 9)

Ein wissenschaftliches Ziel besteht gar nicht. Doch trotz der offen eingeräumten Ausrichtung auf reine Werbezwecke erreichte der Versuch eine Förderung durch das Wirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 80% des Gesamtvolumens von 628.198 €. Die staatliche subventionierte Firmengründung mit Gehirnwäsche wollte mit hohem Risiko gleich in die Vollen gehen, denn Raps ist die auskreuzungs- und durchwuchsintensivste Art aller bisher verwendeten transgenen Pflanzen. Den zweiten Verdacht formulieren Lorch/Then deutlich: „Die Firma biovativ wiederum wurde 2003 als 100%ige Tochter des Vereins FINAB gegründet mit der Aufgabe, das Gewächshaus und die Äcker des von FINAB initiierten AgroBioTechnikum zu betreuen. Wie bereits festgestellt, ist K. ZENSIERT! die Geschäftsführerin von biovativ. Laut Handelsregister hat die biovativ GmbH nur einen Mitarbeiter. Da ZENSIERT! gleichzeitig auch Geschäftsführerin von BioMath und BioOK und im Vorstand von FINAB e.V. ist - und all diese Betriebe und der Verein unter der gleichen Adresse und teilweise unter der gleichen Telefonnummer zu erreichen sind - drängt sich der Verdacht auf, dass es sich hier gar nicht um separate Einheiten handelt, sondern das Konglomerat von Firmen eher dazu dient, die kommerziellen Interessen im Umfeld des Vereins FINAB möglichst undurchsichtig zu gestalten.“ ... (S. 13)

Die BioTechFarm könnte sich daher schnell zum wichtigsten, aber auch zum letzten Versuchsstandort in Deutschland entwickeln. Entstanden ist sie durch die Kooperation der beiden wichtigsten Seilschaften bei Freisetzungsversuchen, Fördermittelveruntreuung und Firmengründungen: Dem IPK in Gatersleben und dem AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz. K. ZENSIERT! ist Geschäftsführerin der Firmen in Üplingen und in Groß Lüsewitz. Für 2009 wurden Versuchsflächen von Pioneer (Mais), BASF (Kartoffeln), Monsanto (Mais) und der Uni Rostock (Weizen und Kartoffeln) angemeldet. Hinzu kam die Firma KWS mit Round-up-Ready-Rüben. Das Besondere: Die angemeldeten Flächen sind überwiegend Zweitstandorte - die Hauptflächen liegen am AgroBioTechnikum oder auf Firmengelände. ... (S. 18)

Im wichtigsten Lobbyverband pro Gentechnik sitzen Vertreter gentechnikbefürwortender Parteien und Organisationen einträchtig neben Beamten aus Behörden und Fördermittelvergabestellen, Landräten, aber auch den großen Konzernen und kleinen Newcomern der Gentechnik. InnoPlanta e.V. ist der lauteste und oft inhaltsleere Marktschreier für die uneingeschränkte Nutzung manipulierter Tiere und Pflanzen im Land und bezeichnet sich selbst als „Plattform zur Unterstützung von Landwirten, welche die Vorteile moderner Pflanzenbiotechnologie nutzen wollen“. Dass im Vorstand einer solchen Plattform BASF, Bayer und viele kleine Firmen sitzen, die - mit Fördermitteln vollgepumpt - in den letzten Jahren ihr Glück als GentechnikerInnen versuchten, mag wenig überraschen. Was aber machen die Geschäftsführerin der regionalen Wirtschaftsförderung, der Vize des Landesbauernverbandes, ein Mitarbeiter des staatlichen JKI und ein Landrat im Vorstand? Warum agieren im Beirat der ehemalige Wirtschaftsminister und ein wichtiger Beamter der Bundesforschungsanstalt für Lebensmittel? ... (S. 20)

Die Seilschaften der Gentechnik in Deutschland reichen bis in den letzten Winkel. Nirgends wird das deutlicher als dort, wo es um unabhängige Kontrolle und die Überprüfung der Sicherheit von gv-Pflanzen für Mensch und Umwelt gehen sollte. Die Kontrollbehörden und -gremien BVL, ZKBS und JKI sind durchsetzt und vielfach eingebunden in die Netzwerke der Gentechnikkonzerne und -lobbyistInnen. Gleiches gilt für die Forschung zu Sicherheitsfragen - auch sie ist Sache derer, die die Gentechnik voranbringen wollen. Hinzu kommt: Sicherheitsforschung ist ein Deckmantel für die Entwicklung neuer manipulierter Sorten und die Erprobung neuer Methoden, um die Agrogentechnik besser handhabbar zu machen. Das Label ist beliebt, weil es hier das meiste Geld gibt: Steuergelder der Menschen, die mehrheitlich genau gegen diese Technik sind, die sie notgedrungen finanzieren, weil die Mächtigen im Staat das so wollen. ... (S. 24)

Auskreuzung kann nicht verhindert werden. Untersucht wird daher nur, wie schnell und wie weit Auskreuzung stattfindet. Ziel ist die Festlegung von Grenzwerten unter denen Produkte dann als gentechnikfrei bezeichnet werden können. Es ist allen Beteiligten klar, dass die vollständige Gentechnikfreiheit im Landbau technisch nicht mehr möglich ist, wenn erst einmal gv-Pflanzen in der Umwelt sind. Daher geht es, obwohl gesetzlich vorgeschrieben, gar nicht mehr um die Koexistenz von gentechnischer und gentechnikfreier Landwirtschaft, sondern um die Festlegung und ständige Erhöhung von Grenzwerten, unterhalb derer Produkte als gentechnikfrei bezeichnet werden, obwohl sie das nicht sind. Zur Zeit liegen die Grenzwerte für gentechnikfreie konventionelle Landwirtschaft bei 0,9 Prozent. Tendenz steigend. Joachim Schiemann von der Bundesfachanstalt JKI fordert bereits höhere Grenzwerte - und sagt bemerkenswert deutlich, dass Koexistenz nur mit der Grenzwertlüge möglich ist: „Eine gentechnikfreie Produktion mit Nulltoleranz ist nicht praktikabel. Selbst bei einem völligen Verzicht wären Schwellenwerte für unbeabsichtigte Anteile von GVO in Importwaren unabdingbar. Werden geeignete Schwellenwerte vereinbart, ist eine Koexistenz möglich. Für den Saatgutbereich bedeutet das einen Schwellenwert von mindestens einem Prozent für unbeabsichtigte gv-Beimengungen.“ ... (S. 26)

Es ist das spezifisch Deutsche an der Agrogentechnik im Land, dass sich die großen Konzerne gern ein bisschen verstecken. Es soll nicht auffallen, wie eng Regierungen und Behörden mit ihnen verwoben sind. Doch mit BASF, Bayer und KWS ist es nicht anders wie mit Rüstungs-, Energie- oder Automobilkonzernen, Banken oder Versicherungen. Sie alle sind personell eng verflochten mit Aufsichtsbehörden, nehmen Einfluss über Lobbygruppen und sitzen an den Tischen, wenn Gesetze geschmiedet oder der Kuchen voller Fördergelder verteilt wird. Nur wissen die Gentechnikfirmen, dass ihr Geschäft im Land nicht so beliebt ist wie der Bau von CO2-Schleudern auf vier Rädern oder mit rauchenden Schloten. Darum setzen sie auf eine andere Strategie: Tarnung. Statt selbst zu agieren, dulden sie die Entstehung vieler Kleinstfirmen und regionaler Biotechnologieinitiativen. Hinter diesen stehen dann als Auftrag- und Geldgeber die Konzerne. Wer genau hinguckt, sieht sie auch: Sygenta, BASF, Pioneer und kamen auf der 4. EIGMO-Tagung in Rostock mit BVL, JKI und EFSA zusammen. Monsanto sponsorte das Treffen. BASF stellt den Wachschutz an den Versuchsfeldern des AgroBioTechnikums. Hartwig Stiebler, Anwalt von Monsanto, vertrat die BioTechFarm gegenüber KritikerInnen. Das hat Zukunft, denn was die ,Kleinen' entwickeln oder durchsetzen, wird später den Konzernen dienen. ... (S. 29)

Nachdrucken?

Alles kein Problem ... Texte und Vorlagen dürfen frei verwendet werden. Die erste Auflage betrug 50.000 Exemplare - und war schnell weg. Nun gibt es eine zweite Auflage mit nochmal 30.000 Exemplaren - bis die weg ist, ist es sicherlich schlauer, erstmal zu fragen, ob noch welche übrig sind. Und wenn die auch vergriffen ist, könnte eine dritte Auflage für alle mehr bringen als Kleinst-Nachdrucke. Wir sammeln gerne auch schon Spenden und Bestellungen für einen weiteren Nachdruck ... aber macht es so, wie Ihr es wollt. Daher gibt es hier ein PDF mit Seiten in anderer Reihenfolge, so dass durch einen Ausdruck, bei dem eingestellt wird, dass jeweils zwei Seiten auf ein A4 gedruckt werden sollen, eine Kopiervorlage für den Broschürendruck/Kopieren entstehen würde.

Werbung für den Reader?

Zum einen gibt es ein Flugblatt mit Informationen zum Reader mit Bitte um Spenden zur Finanzierung des Drucks und Terminen für Aktionen gegen die Gentechnik-Seilschaften. Wäre schön, wenn der verteilt werden könnte (oder hochkopieren als Plakat).
Zum anderen wäre es schön, wenn Rezensionen und Freianzeigen den Weg in Zeitungen, Zeitschriften, Rundbriefe und auf Internetseiten finden könnten. Wer ein Heft braucht für eine Besprechung, sollte sich das herunterladen oder bestellen. Wir haben zudem vier Motive für Freianzeigen erstellt. Sie befinden sich einmal als PDF auf einem A4-Bogen (Download) sowie als Einzeldateien im .jpg-Format:


Vier Motive (größere Datei durch Anklicken!) ++ PDF mit allen

Stimmen zum Reader

Auszüge aus einer Rezension bei "Genfood - nein danke!"
Bergstedt stellt engagierte Gentechnik-Befürworter in den Genehmigungs- und Kontrollbehörden vor, zum Beispiel Hans-Jörg Buhk, den Leiter der Gentechnikabteilung im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Lobbyorganisationen und Beratergremien werden ebenso aufgelistet wie die Firmen und Institute, die sich an den vier wichtigsten deutschen Gentechnik-Standorten niedergelassen haben. Bergstedt beschreibt, wie Genehmigungsverfahren ausgehebelt und Millionen an Forschungsgelder in windige Firmenkonstruktionen umgeleitet werden. ...
Der Ärger und die Wut des Gentechnik-Aktivisten über die korrupten Strukturen sind in jeder Zeile spürbar. Er nennt die Verbraucher-Initiative mit ihrer Datenbank Transgen „ein beeindruckendes Beispiel über die Käuflichkeit und Anpassungsfähigkeit von Umwelt- und Verbraucherverbänden.“ Staatliche Behörden wie das BVL sind für ihn „Handlanger der Interessen von Konzernen und Forschungszentren.“ Weil die Genehmigungs- und Kontrollbehörden derart mit Gentechnik-Firmen und Forscher verfilzt sind, hat Jörg Bergstedt sie – und auch die den Behörden vorstehenden Politiker – abgeschrieben und argumentiert für zivilen Ungehorsam. „Wer sich auf staatliche Stellen verlässt, ist verlassen. Gentechnikfreiheit gibt es nur dann, wenn die 80 Prozent Ablehnung auch in direkten Protest umschlagen - nicht nur per Protestmail oder am Supermarktregal!“

Rezension in Tarantel, 4/2009 (S. 22)
Gentechnik: Broschüre "Organisierte Unveranwortlichkeit'
Projektwerkstatt, Reiskirchen

Wer sich fragt, warum die grüne Gentechnik trotz überwältigender Ablehnung immer weiter vorange­trieben wird, findet jetzt eine neue Antwort: Unter dem Titel "Organisierte Unverantwortlichkeit", einem Ausspruch des Bundesumweltministers, zeigen Gen­technikkritikerlnnen auf, dass staatliche Aufsichtsbe­hörden, Forschungsinstitute, Konzerne und Lobbyverbände miteinander stark verfilzt sind. "Es gibt kei­ne unabhängigen Stellen und überall herrschen Seil­schaften, die keinen Zweifel an ihrer Befürwortung der Gentechnik lassen", fasst der Autor Jörg Bergstedt die Lage zusammen. Dabei würden Genehmigungsverfahren ausgehebelt und viele Millionen Forschungsgelder in windige Firmenkonstruktionen umgeleitet: "Rund um die vier Zentren der grünen Gentechnik in Gatersleben, Braunschweig, Üplingen und Groß Lüsewitz sind mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder hin- und hergeschoben werden." Die neue Broschüre (www.aktionsversand.de.vu) soll die Debatte um das Verbot der grünen Gentechnik voranbringen. Am wichtigsten aber ist dem Autor die Folgerung: "Wer sich auf staatliche Stellen verlässt, ist verlassen. Gentechnikfreiheit gibt es nur dann, wenn die 80 Prozent Ablehnung auch in direkten Protest umschlagen - nicht nur per Protestmail oder am Supermarktregal!" Dass es Seilschaften geben wird, ist höchst naheliegend. Ob der Autor in jedem Fall richtig liegt, bedarf freilich kritischer Prüfung. Quelle: http://www.projektwerkstatt.de/gen/filz/brosch.htm

NGOs, Ökobetriebe und Umweltorganisationen auf Tauchstation oder Distanz zum Reader

Einleitung
Die folgenden Kommentare mögen überraschen - vor allem hinsichtlich der Reaktion aus Umwelt- und Ökolandbauecken. Aber erstens ist es nicht überraschend, sondern politische Bewegung in Deutschland war und ist Teil des Diskursen in und von Eliten. Sie steht in grundsätzlicher Distanz zu den Outlaws und Nicht-Privilegierten. Sie ist finanziert aus den Eliten und trägt beratende Informationen in die Eliten, die sich so modernisieren und die KritikerInnen aufnehmen und fördern, was diese wiederum auch wollen. Von Greenpeace bis zu den den EinzelakteurInnen z.B. mit wissenschaftlichen Titel streben alle die Aufnahme oder den Verbleib in den Eliten an, weil das Aufmerksamkeit, Privilegien, Zugang zu Medien und Macht sowie - oft schlichter Hauptgrund - Geld bedeutet.
Zum zweiten darf die Liste nicht darüber hinwegtäuschen: Die Hauptreaktion ist Totschweigen. Die Auseinandersetzung um Seilschaften ist vor allem von den Zentralen der Umwelt-, Ökolandbau-, Eine-Welt-Verbände usw. systematisch totgeschwiegen worden. Das darf durchaus als nette Zuarbeit für Bayer, BASF & Co. gewertet werden ...

Aus der Ablehnung der GEKKO-Stiftung eines Antrags auf Mitfinanzierung
Das Projekt ist wichtig und notwendig und wird in Eurem Umfeld sicherlich eine sehr interessierte Leserschaft finden.

Christoph Potthof vom Gen-Ethischen Netzwerk (Ablehnung einer Beilage beim GID)
Mir ist nicht wirklich klar, was der zusätzliche Nährwert der Broschüre ist.

Großhändler Weiling lehnte Verteilung an Naturkostläden in Nordrhein-Westfalen ab
In der Broschüre geht es ja nicht um Gentechnik, sondern auch um Gesellschaftliches. So etwas verteilen wir nicht.

Brief des ökokapitalistischen BAUM e.V. (unterzeichnet vom selbstdarstellerischen Chef Maximalian Gege)
Vielen Dank für die Übersendung Ihrer Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit", die ich mit sehr großem Interesse gelesen habe. Durch Ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit passen Sie gut in das B.A.U.M.-Netzwerk.

Antwort von Antje Lorch auf die Frage nach Kooperation (nach dem Verbot der Broschüre):
In unserer Studie sehe ich keine Basis für die in dem Beschluss zitierten Vorwürfe - es sei denn, Du hast da deutlich weitergehende Informationen, die so für mich nicht zu erkennen sind.
Auch teile ich Deine Schlussfolgerungen nicht. Meine Aussage war es aufzuzeigen, dass es nicht einmal 'kriminelle Machenschaften' und 'schwarze Schafe' geben muss, sondern dass die Unterstützung der Gentechnik in Deutschland eigentlich sehr legal durch ein erstaunlich offensichtliches Netwerk verankert ist.
*Eine Quelle für die als Zitate gekennzeichneten Begriffe gab Antje Lorch nicht an. Das Antje Lorch vor allem Distanz zu Nicht-Eliten wahren will, zeigt ein Zitat aus der von ihr (mit C. Then) verfassten Studie, in dem sie selbst den Begriff "Seilschaften" verwendet, der ja unter anderem im Gerichtsbeschluss untersagt wurde: "Sie arbeiten als Tarnkappenstrategen der Industrie, finanziert sowohl durch die öffentliche Hand als auch durch die Wirtschaft, sie haben Netzwerke, Seilschaften und Klüngelrunden auf allen relevanten Ebenen organisiert, die Institutionen der EU-Mitgliedsstaaten infiltriert und eine weitgehende Definitionsmacht errungen."

Kommentare der SeilschafterInnen

Auszug aus einem Interview mit Inge Broer, in: Volksstimme am 4.8.2009
Volksstimme: Kritiker halten Ihnen vor, Sie hätten unter dem Deckmantel der Uni Rostock ein undurchsichtiges Gef echt aus Firmen und Vereinen aufgebaut, das staatliche Forschungsgelder einwerbe und zugleich Gentechnik-Konzernen wie Monsanto oder Bayer durch immer neue Freilandversuche den Weg ebne.
Broer: Das ist falsch. Außerdem veröffentlichen wir alle Informationen im Internet. Richtig ist, dass wir staatliche Forschungsgelder stets mit der Bedingung erhalten, einen Teil der Finanzierung aus anderen Quellen zu organisieren, etwa über private Firmen. Das ist schwierig, weil es in Mecklenburg-Vorpommern nur wenige Firmen gibt, die dazu in der Lage sind. Deswegen haben wir den Verein FINAB e. V. gegründet, dem Wissenschaftler angehören, die Chancen und Risiken neuer Technologien in der Landwirtschaft – vom ökologischen Landbau bis zur Gentechnik – ausloten wollen. Die biovativ GmbH, eine 100-prozentige Tochter von FINAB, ist nun unser Wirtschaftspartner für solche Projekte, damit sind wir unabhängig von den großen Konzernen. Die GmbH führt Freilandversuche mit gentechnisch veränderten und konventionellen Pfanzen durch. Ihre Gewinne fießen in die Forschung zur Beurteilung der biologischen Sicherheit von neuartigen Strategien in der Landwirtschaft.
Volksstimme: Es heißt, FINAB sei ein reiner Gentechnik-Lobbyverein.
Broer: Das ist Unsinn. Wir sind Wissenschaftler und keine Lobbyisten. Wir stehen allen Richtungen der Landwirtschaft zur Verfügung und hätten gern auch Gentechnikgegner in den Verein aufgenommen. Deren Bedingung war aber, dass unsere Forschungen die Gefährlichkeit der Gentechnik beweisen müssten. Wissenschaft aber ist immer ergebnisoffen. Das ist das Wesen von Forschung.

FDP-MdB Happach-Kasan zur Broschüre am 7.9.2009: "Schrott"
Auf Nachfrage, ob sie neben dieser Polemik auch irgendeine konkrete Kritik benennen könnte, musste sie aber passen und zog erst das "Schrott" und dann sich selbst kleinlaut zurück ...

TransGen-Macher Gerd Spelsberg gegenüber der Presse auf Nachfrage zu einem Streitgespräch mit dem Autor der Broschüre:
Ich rede auch nicht mit der NPD!

Prof. Inge Broer, Uni Rostock, vor Ort an den Versuchsfeldern, als die das Heft von NachbarInnen überreicht bekommt
Lügenheft

Mehr Rezensionen und Darstellungen

Die Veranstaltung zum Thema

Monsanto auf Deutsch - Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen

Kennen Sie Filme oder Bücher über Monsanto? Immer wieder wird einen intensiver Filz zwischen Konzern und Aufsichtsbehörden aufgedeckt. Doch St. Louis, der Firmensitz des Round-up- und Agent-Orange-Herstellers, ist weit weg. Wie aber sieht es in Deutschland aus? Warum werden hier Jahr für Jahr immer neue Felder angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine Gentechnik im Essen wollen? Warum fließen Steuergelder auch dieser 80 Prozent fast nur noch in die Gentechnik, wenn es um landwirtschaftliche Forschung geht?
Der Blick hinter die Kulissen der Gentechnik mit ihren mafiosen Strukturen und skandalösen Zustände bei Genehmigungen und Geldvergabe bietet eine erschütternde Erklärung, warum die überwältigende Ablehnung und der gesetzlich eigentlich vorhandene Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft (einschließlich Imkerei) gegenüber der grünen Gentechnik so wenig Wirkung hat. Denn: In den vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die meisten von ihnen sind direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden. Mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen und seltsamen Biotechnologieparks names Biotechfarm oder Agrobiotechnikum sind entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder erst veruntreut und dann hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur auf den Konten der Beteiligten verliert. Es wird Zeit für einen Widerstand an den Orten der Seilschaften.
In der Veranstaltung werden minutiös die Seilschaften zwischen Behörden, staatlicher und privater Forschung, Konzernen und Lobbyorganisationen durchleuchtet. Genauere Blicke lohnen auf die Genehmigungsbehörde BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsichergheit und deren Beratungsstellen JKI und ZKBS. Dann sollen beispielhaft zwei Zentren der grünen Gentechnik vorgestellt werden: Das AgroBiotechnikum in Groß Lüsewitz mit seinen Firmengeflechten um biovativ und BioOK und die Biotechfarm in Üplingen mit dem sachsen-anhaltinischen Gentechfilz um InnoPlanta.
Den Abschluss bildet ein Ausblick auf Möglichkeiten des Widerstandes. Dabei wird auch die geplante Aktionswoche gegen die Hauptstandorte der Gentechnik-Seilschaften vorgestellt, die vom 9.-15. September geplant ist und noch viele Mitwirkungsmöglichkeiten bietet. Die Botschaft: "Wer nach mehr Forschung ruft oder sich auf staatliche Stellen verlässt, ist verlassen. Gentechnikfreiheit gibt es nur dann, wenn die 80 Prozent Ablehnung sich auch zeigen - nicht zwar nicht nur per Stimmzettel, Protestmail oder am Supermarktregal, sondern dort, wo die Gentechnikmafia arbeitet und die Felder angelegt werden!"

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