Die den Gentech-Filz organisieren:
Lobbyverbände InnoPlanta, BDP, WGG und andere
Lobby ++ Übersichtstabelle ++ Gelder ++ Zentren ++ Verbände ++ PR für Gentechnik ++ Links
Zensiert! Zwei der wichtigen Personen in der deutschen Gentechnik, die Vielfach-Geschäftsführerin Kerstin Schmidt und der InnoPlanta-Chef und FDP-Landtagsabgeordnete U. Schrader, versuchen per gerichtlichen Verfügungen die Kritik an ihrer "Tätigkeit" verbieten zu lassen. Das Gerichtsverfahren läuft zur Zeit. Eine Vollstreckung gegen diese Internetseiten (bis zu 250.000 Euro wollen die haben) läuft zur Zeit, allerdings gegen den Autor der Schrift "Organisierte Unverantwortlichkeit". Dieser wehrt sich, ist aber gar nicht Inhaber dieser Internetseiten. Um einer ähnlichen Verfügung auszuweichen, werden diese Internetseiten bis zur Klärung der Angelegenheiten in zensierter Fassung präsentiert. Wir hoffen, dieses möglichst bald wieder ohne solche politische Zensur öffentlich machen zu können. Dennoch: Alle Angaben sind belegbar ... Infos, Broschüre und Quellensammlungen hier!
Lobbyverbände und Kungelrunden
Neben den konkreten Orten gentechnischer Experimente und versickernder Steuermillionen haben sich zwischen Konzernen, Behörden und Forschungszentren zahlreiche Lobbygruppen und intransparente Treffpunkte gebildet. Durchführung, finanzielle Förderung und Kontrolle sind dort auch personell ein- und dieselbe Sache.
Kungelrunden von Konzernen und Genehmigungsbehörden
Auszüge aus der Studie "Kontrolle oder Kollaboration" von Christoph Then
Gesprächskreis Grüne Gentechnik (GGG)
- Geschichte: Gründung 1997 auf Initiative von Novartis. Kontakt: Sinemus/Genius. Mitglieder: Keine Angaben über Mitglieder erhältlich, aber aus einem Interview von 1998 sind folgende Mitglieder bekannt: Novartis, Genius, BIOMitteldeutschland, die grossen Vermarktungsverbände der Lebensmittelindustrie (incl. Bundesverbände der Lebensmittelindustrie, der Futtermittelindustrie, der Bauern und der Ölmühlen), die [damaligen] Haupttechnologieanbieter AgrEvo, Monsanto, Novartis sowie Nestle, der Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), aber auch mehrere Behörden (RKI, BgVV)
- Finanzierung: unbekannt
- Aktivitäten: Nach eigenen Angaben, Beschäftigung „mit der Reglementierung, Verarbeitung und Vermarktung von gv-Pflanzen“. Keine allgemein zugänglichen Informationen über Aktivitäten erhältlich. 2005: Mitorganisation des InnoPlanta-Forum.
Public Research Regulation Initiative (PRRI)
- Gründung 2004.
- Mitglieder: Stellvertretender Geschäftsführer: Piet van der Meer (TU Delft); zu den Vorstandsmitgliedern zählt unter Leitung von Marc van Montagu u.a. K. Ammann. Mitglieder sind u.a. Buhk und Schiemann.
- Aktivitäten: PRRI beschreibt sich als Forum für Wissenschaflter aus dem öffentlichen Sektor, die an internationallen Abkommen zu Gentechnik interessiert sind. Unter den Mitgliedern finden sich jedoch auch zahlreiche Wissenschaftler, die eng mit Gentechnikfirmen verbunden sind, bzw. die in Industrie-Stiftungen wie u.a. der Syngenta Foundation und dem Danforth Center arbeiten.
- Finanzierung: u.a. durch die Regierungen der USA und Canada, industrienahe Organisationen wie ISAAA, industrienahen Stiftungen wie Syngenta Foundation und Danforth Center, sowie das US Grain Council und Croplife International (dem weltweite Verband der Gentechnikindustrie). 2006-09 erfolgt Basisfinanzierung der Aktivitäten von PRRI als EU-Projekt.
- Science4BioReg: 2006-09 werden die Hauptaktivitäten des PRRI als EU-Projekt Global involvement of public research scientists in regulations of Biosafety and Agricultural Biotechnology (Science4BioReg) mit 601.500 Euro finanziert. Projektpartner sind u.a. Schiemann als Vorsitzender des Arbeitspakets EU-Richtlinien und Bestimmungen und Ammann als Koordination der wissenschaftlichen Datenbank und der Ask Force. Koordiniert wird die Arbeit des Projekt mit der eines weiteren EU-Projekts BIOSAFENET, das ebenfalls unter Leitung von Schiemann (JKI) stattfindet.
- Webseiten: www.pubresreg.org, ec.europa.eu/research/biosociety/food_quality/projects/180_en.html
Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG)
- Geschichte: Gründung August 1998 u.a. durch K.D. Jany und K. Ammann
- Mitglieder: Jany (BfEL/MRI) ist 1. Vorsitzender. Es liegt keine aktuelle Mitgliederliste vor, aber 1998 zählten zu den Mitgliedern Ammann, Buhk (BVL), H.-G. Gassen (TU Darmstadt), Schiemann (BBA), Sinemus (TU Darmstadt, jetzt Genius), G. Flachowski (FAL), G. Sachse (BioAlliance), B. Stadler, G. Wenzel, W. Schuhmann sowie 20 weitere Mitglieder verschiedener Universitäten, Forschungsanstalten und dem MPI Köln.
- Finanzierung: unbekannt
- Aktivitäten: 2004: Offener Brief an Bundesregierung und Bundestag anlässlich der Neufassung des Gentechnikgesetz, um eine politische Beurteilung des Einsatz von Gentechnik zu verhindern. 2007: Offener Brief an Bundesregierung und Bundestag. Zahlreiche Texte v.a. von Jany zu zahlreichen Themengebietern der Gentechnik.
InnoPlanta: Behörden, Parteien & Konzerne in einem Boot
Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Im wichtigsten Lobbyverband pro Gentechnik sitzen Vertreter gentechnikbefürwortender Parteien und Organisationen einträchtig neben Beamten aus Behörden und Fördermittelvergabestellen, Landräten, aber auch den großen Konzernen und kleinen Newcomern der Gentechnik. InnoPlanta e.V. ist der lauteste und oft inhaltsleere Marktschreier für die uneingeschränkte Nutzung manipulierter Tiere und Pflanzen im Land und bezeichnet sich selbst als „Plattform zur Unterstützung von Landwirten, welche die Vorteile moderner Pflanzenbiotechnologie nutzen wollen“.86 Dass im Vorstand einer solchen Plattform BASF, Bayer und viele kleine Firmen sitzen, die - mit Fördermitteln vollgepumpt - in den letzten Jahren ihr Glück als GentechnikerInnen versuchten, mag wenig überraschen. Was aber machen die Geschäftsführerin der regionalen Wirtschaftsförderung, der Vize des Landesbauernverbandes, ein Mitarbeiter des staatlichen JKI und ein Landrat im Vorstand? Warum agieren im Beirat der ehemalige Wirtschaftsminister und ein wichtiger Beamter der Bundesforschungsanstalt für Lebensmittel?
Insgesamt vereinigt Innoplanta rund 60 Partner aus Forschung, Wirtschaft, Finanzen und Politik. Im Beirat sitzen Klaus-Dieter Jany (BfEL) und Jens Katzek (BIO Mitteldeutschland). Genius als Mitglied übernimmt PR-Aufgaben. Unter den weiteren Mitgliedern sind KWS, NovoPlant, SunGene und TraitGenetics (Gatersleben), BIO Mitteldeutschland, Landesbauernverband Sachsen-Anhalt, die Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ Quedlinburg, jetzt JKI) und das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK Gatersleben).87
Etwas überraschend ist, dass InnoPlanta nicht nur als Lobbyist agiert, sondern auch selbst eine Vielzahl von Versuchen koordiniert und initiiert - und dabei riesige Mengen Forschungsgelder einsammelt. Beim InnoRegio-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhielt das Netzwerk, das im Jahr 2000 gegründet wurde, rund 20 Mio. € Fördermittel. Das InnoPlanta-Netzwerk bearbeitet oder bearbeitete mit diesen Fördergeldern nach eigenen Angaben 38 Projekte mit einem finanziellen Volumen von ca. 31 Mio. €. Erschreckend: Dabei sind fast alle AkteurInnen mit im Boot - von Forschungsinstituten über die Bundesbehörden bis zu Konzernen. Hier wird mit Staatsmitteln ein mächtiger Akteur im Filz der Gentechnik aufgebaut, der gleichzeitig Lobbyist, Versuchsbetreiber und Geldverteilstelle ist. Folgende Projekte erhielten zudem 2007 Zuschüsse des BMBF:88
- Universität Halle für Maisversuch: 112.456 €
- IPK für 5 Versuche mit Weizen, Gerste und Rüben: 1.518.164 €
- SunGene für Raps-/Weizenversuche: 381.968 €
- Strube Saatzucht für Rübenversuche: 248.198 €
- Humboldt-Universität Berlin für Experimente an Ölpflanzen: 346.548 €
2004 koordinierte InnoPlanta bundesweit den Erprobungsanbau von gentechnisch verändertem Mais. Neben Gentechnikkonzernen wie Monsanto und Pioneer, die Saatgut und finanzielle Unterstützung beisteuerten, war auch der Initiatorenverein des AgroBiotechnikums, FINAB, beteiligt. Hinzu kamen weitere Firmen: „An Kommunikationsmaßnahmen bzw. hierfür notwendigen finanziellen Mitteln beteiligten sich darüber hinaus Bayer CropScience, BASF Plant Science, Syngenta und die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB).“89
InnoPlanta ist durch und durch Seilschaft. Die Internetseiten von InnoPlanta und des Green-Gate-Internetportals werden von der gleichen Person verwaltet.90 Und InnoPlanta-Vorsitzender U. Zensiert! ist Initiator und Funktionär der BioTechFarm in Üplingen. Als 2006 der InnoPlanta-Arbeitskreis AGIL Patenschaften für von GentechnikgegnerInnen bedrohte Felder und Pflanzen sammelte, fanden sich unter den PatInnen nicht nur PolitikerInnen wie Christel Happach-Kasan (FDP-MdB) und Katherina Reiche (CDU-MdB), sondern auch Angehörige von Bundes- und Bundesaufsichtsbehörden wie Jany und Christian Gienapp von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern. Am 17. und 19.4.2009 inszenierte InnoPlanta Demonstrationen für die Gentechnik in Üplingen. Etliche VersammlungsteilnehmerInnen erhielten nach eigenen Angaben Geld für ihre Teilnahme. Sie hielten einheitlich gefertige Schilder mit aggressiven, aber inhaltsleeren Parolen hoch. InnoPlanta-Chef Zensiert! war selbst vor Ort und versuchte, direkte Gespräche zwischen seinen 45 bis 75 Euro teuren DemonstrantInnen und GentechnikgegnerInnen zu verhindern.
- Zu Fußnoten und weiteren Quellen ++ InnoPlanta im Lexikon der Gentechnik-Seilschaften
- Biografie von Zensiert! auf Wikipedia ++ Lebenslauf bei der FDP-Landtagsfraktion
InnoPlanta entstand aus dem Wettbewerb InnoRegio
Von der rotgrünen Bundesregierung wurde der InnoRegio-Wettbewerb ausgeschrieben und unter anderem das Projekt "InnoPlanta" mit 40 Mio. DM (rund 20 Mio. Euro) bedacht. Ein Ziel des Projektes war die Ankurbelung des Spritzmittelabsatzes durch die grüne Gentechnik. Auszug aus Horst Rehberger: "Unterwegs" (2009, S. 226)
Im Jahr 1999 hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den InnoRegio Wettbewerb ausgeschrieben. Durch ihn sollte die Clusterbildung in den neuen Bundesländern vorangetrieben werden. Was lag näher, als im Raum Nordharz/Börde ein Konzept für die Weiterentwicklung der Biotechnologie zu entwickeln, mit dem man an diesem Wettbewerb teilnehmen konnte? Das geschah unter Federführung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Aschersleben (Evelyne Nettlau) und der BioRegion Halle-Leipzig GmbH (Dr. Uwe Schrader). Als Berater wirkte auch Rehberger bei der Erstellung des Konzeptes mit. Auf seinen Vorschlag hin wurde der InnoPlanta e.V. als Netzwerk zur Förderung der grünen Biotechnologie gebildet. In ihm haben sich Wissenschaftler, Saatzüchter, Pflanzenbiotechnologie-Unternehmen, kommunale Gebietskörperschaften und nicht zuletzt Landwirte zusammengeschlossen. Der InnoPlanta e.V. im Jahr 2000 als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Er realisierte mit der Prämie von rund 30 Millionen Euro 38 Einzelforschungsvorhaben. Daraus entstanden eine Vielzahl von Patenten und Lizenzen in den beteiligten mittelständischen Unternehmen sowie zahlreiche Arbeitsplätze.
In einem Konzept für den Wettbewerb wurde für mehr Spritzmitteleinsatz geworben!
In einem internen Papier bewirbt U. Zensiert! (Chef von InnoPlanta) die Gentechnik, weil das den Absatz von Pestizide steigere:
Der Weltmarkt für Pflanzenschutzmittel beträgt ca. 32 Mrd. $, wovon die Hälfte auf Herbizide, ein Viertel auf lnsektizide, 20% auf Fungizide und der Rest auf Nematozide etc. fällt. Biologische Pflanzenschutzmittel haben keine nennenswerte Bedeutung. Das Pflanzenschutzmittelgeschäft ist oligopolistisch strukturiert. 80% des Weltmarktes werden von 10 führenden Herstellern bedient. Das geringe Marktwachstum bei gleichzeitig hohen Entwicklungsaufwendungen führte zu einer Branchenrestrukturierung, in deren Verlauf Hoechst und Schering ihre Pflanzenschutzmittelaktivitäten 1994 in der AgrEvo zusammenschlossen. Die beiden Baseler Firmen Ciba-Geigy und Sandoz fusionierten 1996 aufgrund des Konzentrationsdruckes in der Pharmaindustrie zur Novartis, womit gleichzeitig der weltgrößte Pflanzenschutzmittelhersteller, Novartis Crop Protection AG, und der zweitgrößte Saatzüchter, Novartis Seed AG, entstanden. 1997 trennte sich das Pharmaunternehmen Eli Lilly von seinem agrochemischen Geschäft und gab es an seinen J.V.-Partner Dow Chemicals ab ( s. Tabelle "Führende Pflanzenschutzmittelhersteller").
Die Aussicht, in dem stagnierenden Pflanzenschutzmittelmarkt durch Anwendung der Pflanzenbiotechnologie Positionsverbesserungen zu erzielen, erklärt die für das Marktvolumen und die Profitabilität der Branche unerwartet hohe interne und externe F&E- Intensität. Die sich abzeichnenden Erfolge in der Einführung von transgenen Kulturpflanzen in Nordamerika, Argentinien und Brasilien haben der durch Übernahme und Fusion von Pflanzenschutzmittelherstellern erfolgten Marktkonsolidierung weiteres Momentum gegeben und zu einer regen Akquisitionstätigkeit der Unternehmen in die Biotechnologie- und Saatzuchtbranche geführt.
Auszüge aus "Im Osten geht die Sonne auf", in: NOVO Nr. 67 (Nov. 2003)
Von Sachsen-Anhalt unterstützt wird auch das InnoRegio-Projekt "InnoPlanta" in der Region Nordharz / Börde- ein Verein, der im Mai 2000 gegründet wurde und auf den das Land sehr stolz ist, weil er beim InnoRegio-Wettbewerb des BMBF im Herbst 2000 sogleich den ersten Platz belegte und mit 20 Mio. Euro an Fördermitteln für den Zeitraum 2001-2006 die höchste jemals vergebene Prämie im InnoRegio-Wettbewerb erhielt. "InnoPlanta" vernetzt vor allem bereits existierende Kompetenzen der Region, die beispielsweise am weltweit renommierten Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben, der Bundesanstalt für Züchtungsforschung (BAZ) mit einem Sitz in Quedlinburg, der Universität in Halle, der Hochschule Anhalt in Berburg und einer Reihe lokaler Saatzuchtunternehmen wie der ZKW Züchtungsgesellschaft mbH in Wanzleben und der Nordsaat Saatzucht GmbH in Böhnshausen angesiedelt sind. InnoPlanta koordiniert die vielfältigen Projekte der Branche - darunter Forschungen an verbesserten Spargelsorten und die Züchtung von Kulturpflanzen mit neuen Inhaltsstoffen - und bindet sie in die Biotechnologie-Strategie der Landesregierung ein. Der Verein betreut derzeit 32 Einzelprojekte mit insgesamt 83 Partnern.
Horst Rehberger (damals Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt) über Uwe Schrader und InnoPlanta
Auszug aus Horst Rehberger: "Unterwegs" (2009, S. 243 f.)
Es gibt Menschen, mit denen man sich von der ersten Begegnung an versteht. Ohne zu wissen, warum. Man hat eben, so heißt es, die gleiche Wellenlänge. Uwe Schrader gehört für mich dazu. Trotz eines Altersunterschieds von 21 Jahren haben wir uns sofort verstanden. 1991 begegneten wir uns zum ersten Mal. Er war Vorsitzender des FDP-Keisverbandes Oschersleben und lud mich dorthin ein. Natürlich sagte ich zu. Inzwischen sind fast 17 Jahre ins Land gegangen. Auch in diesem Falle ist es kaum noch möglich, all die Begegnungen und politischen Veranstaltungen zu zählen, auf die wir gemeinsam zurückblicken. In der Jahren 2002 - 2006 war er als wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Magdeburger Landtag mein „Gegenpart". Wäre das schön, wenn man immer einen solchen „Gegenpart" hätte! Seit 1999 verbindet uns über die politische Leidenschaft hinaus die Leidenschaft für die Grüne Biotechnologie und die Grüne Gentechnik. ... Nach meinem Ausscheiden aus dem Ministeramt übernahm ich deshalb 2006 den Vorsitz im Beirat des InnoPlanta e.V. Gatersleben. Der Verein ist ein Netzwerk zur Förderung der Grünen Biotechnologie, in dem sich Wissenschaftler, Saatzüchter, Pflanzenbiotechnologie-Unternehmen, Landwirte und kommunale Gebietskörperschaften zusammengeschlossen haben. Er wurde 1999 auf meinen Vorschlag hin gegründet und ging ein Jahr später als Sieger aus dem InnoRegio-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervor. So standen für Forschung und Entwicklung rund 30 Millionen Euro zur Verfügung. Damit hat der Verein 38 Einzelforschungsvorhaben realisiert. Heute mausert er sich zu einer gemeinsamen Plattform innovativer Landwirte aus der ganzen Bundesrepublik. Vereinsvorsitzender ist Uwe Schrader. Mit ihm bin ich inzwischen in Europa unterwegs, um auch außerhalb Deutschlands die trotz aller Widerstände rasch wachsende Zahl zukunftsorientierter Landwirte EU-weit zusammenzuführen. Die Überzeugung eint uns: Technologiefeindlichkeit, Verzagtheit und Angst dürfen auch im 21. Jahrhundert das Handeln von uns Europäern nicht bestimmen!
Wolfgang Clement, Festredner auf dem InnoPlanta-Forum am 7.9.2009:
Deutschland wird sich jedenfalls nur dann als eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt behaupten können, wenn wir auf den zukunftsträchtigen Feldern von Wissenschaft und Wirtschaft auch künftig eine international führende Rolle einnehmen.
In der Biotechnologie wie auch auf anderen Feldern von Wissenschaft, Forschung
und Entwicklung - nehmen Sie nur die Atomenergie, die CO2-freie Kohleverbrennung
oder, um eine ganz andere Disziplin anzusprechen, die Stammzellforschung
- ist dies zur Zeit nicht gewährleistet.
So setzen wir die Zukunftsfähigkeit
unseres Landes auf’s Spiel!
Reine Kungelclubs
Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik (WGG)
Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Der WGG arbeitete lange wenig öffentlich, es liegt daher keine aktuelle Mitgliederliste vor. Klar ist: Klaus-Dieter Jany (BfEL/MRI) ist 1. Vorsitzender. 1998 zählten Buhk (BVL), Schiemann (BBA, jetzt JKI), Sinemus (TU Darmstadt, jetzt Genius) und Lobbyzeitschrifts-Autor91 und späterer ZKBS-Experte Gerhard Wenzel zu den Mitgliedern - neben über 20 weiteren aus Universitäten, Forschungsanstalten und dem MPI Köln. Die Zusammensetzung zeigt die immer gleichen Namen der zentralen Gentechnik-Seilschaften um Buhk, Schiemann und andere.92
Überraschend griff der WGG am 4.3.2009 mit einem offenen Brief an die Landwirtschaftsministerin Aigner in die Debatte um ein Verbot der grünen Gentechnik ein. Dabei lobte er die Arbeit von ForscherInnen und Bundesinstitutionen zur Gentechnik und empfahl der Ministerin, sich dort beraten zu lassen. Damit aber lobten sie schlicht sich selbst. Zudem räumten sie öffentlich ein, dass die Bundeskontrollbehörden eine völlig einseitige Position hatten und haben: „Nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik bergen sicherheitsbewertete und zugelassene transgene Pflanzen keine anderen Gefahren, als herkömmlich gezüchtete Pflanzen. Die Ihnen unterstellten Behörden bestätigen dies.“93
Seit einiger Jahr hat der WGG eine umfangreiche Sammlung einseitiger Pro-Gentechnik-Texte im Internet zusammengestellt94. Vor allem von Jany kommen Stellungnahmen, die er über den WGG verbreitet. Was er darin schreibt, ist mehrfach widerlegt. Ein Beispiel für viele: „In ihrer natürlichen Umgebung sammeln Bienen Nektar und Blütenpollen, die zur eigenen Ernährung und der Ernährung der Brut dienen. Maisfelder sind dabei, solange Alternativen vorhanden sind, wenig attraktive Futterquellen (Trachtpflanzen).“95 Tatsächlich ist Mais in seiner Blütephase sogar Lieblingspollenquelle der Bienen.
Gründung August 1998. 2004: Offener Brief an Bundesregierung und Bundestag anlässlich der Neufassung des Gentechnikgesetz, um eine politische Beurteilung des Einsatz von Gentechnik zu verhindern. 2007: Offener Brief an Bundesregierung und Bundestag. Zahlreiche Texte v.a. von Jany zu zahlreichen Themengebietern der Gentechnik.
Die Mitgliederliste stammt aus dem Jahr 1998 - aktuelleres ist nicht öffentlich:
- Behörden: Klaus Jany (BfEL), Vorsitzender; Joachim Schiemann (JKI), Gerhard Wenzel (ZKBS), Hans-Jörg Buhk (BVL), G. Flachowski (FAL)
- Forschung: Andreas Schier (Hochschule Nürtingen); Max-Planck-Institut
- Ca. 25 weitere Mitglieder verschiedener Universitäten, Forschungsanstalten und dem MPI Köln
Frühjahr 2009: Verzweifelte Versuche, die Gentechnik zu retten - offener Brief des WGG und über 1000 MitunterzeichnerInnen an die Landwirtsdchaftsministerin ++ Bericht auf Wissenschaftsportal am 7.4.2009
Jany in O-Tönen
1. Am 11.5.2007 in einem Beitrag des WGG: "In ihrer natürlichen Umgebung sammeln Bienen Nektar und Blütenpollen, die zur eigenen Ernährung und der Ernährung der Brut dienen. Maisfelder sind dabei, solange Alternativen vorhanden sind, wenig attraktive Futterquellen (Trachtpflanzen).
Das ist Blödsinn: Die folgende Statistik zeigt, dass Mais sogar die absolute Lieblingspflanze der Bienen ist - wenn er blüht. Als Erklärung wird der hohe Eiweißgehalt der Pollen angenommen.
2. am 22.5.2007 plädiert er für den Verkauf gv-Pollen verseuchten Honigs

So sieht es wirklich aus: Zea mays ist Mais - also die am häufigsten gesammelte Pollenpflanze!
Gesprächskreis Grüne Gentechnik (GGG)
Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Für den GGG gibt es weder eine Webseite noch eine Mitgliederliste. Er wurde 1997 wohl auf Initiative des Pharmaunternehmens Novartis gegründet, das damals auch noch über eine große Saatgutsparte verfügte, die später unter dem Namen Syngenta abgetrennt wurde. Kristina Sinemus (Genius) fungiert nach außen als Kontakt und organisiert den GGG. Auf der Webseite von Genius finden sich die wenigen verfügbaren Angaben zum GGG. Eine der wenigen weiteren Quellen zum GGG sind Interviews, die 1998 im Rahmen einer Forschungsstudie von den WissenschaftlerInnen Marion Dreyer und Bernhard Gill geführt wurden. Nach diesen Interviews waren auch die Vorläuferorganisationen des BVL (das Robert-Koch-Institut, RKI, und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, BgVV) Mitglied im GGG. Als Kontaktadresse wird Kristina Sinemus genannt. Der GGG forderte ein Zulassungssystem, das „streng nach wissenschaftlichen Kriterien ausgerichtet ist,“ und meldete sich 2004 mit einer Presseerklärung zu Feldzerstörungen zu Wort. Stellvertretend wurde dort Anton F. Böner, Präsident des Bundesverbandes des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) zitiert. 2005 trat der GGG mit Kristina Sinemus als Mitorganisator eines InnoPlanta-Forums in Sachsen-Anhalt auf.97
International: PRRI
Ganz ähnlich dem WGG agiert das PRRI als Lobbyorganisation. Die „Public Research & Regulation Initiative“ wurde 2004 gegründet und vereint nach eigener Darstellung WissenschaftlerInnen, die so eine unabhängige Politikberatung organisieren. Doch die Zusammensetzung wirkt nicht zufällig - es sind genau die Gentechnikbefürworter, die in öffentlichen Stellen mit Genehmigungen und Expertisen die Gentechnik durchsetzen und Gefahren verharmlosen: Joachim Schiemann (BBA/JKI) und Hans-Jörg Buhk (BVL). Auch der Name Marc van Montagu als Präsident des europäischen Biotechnologieverbandes EFB verspricht kaum neutrale oder unabhängige Arbeit. Als Ziel nennt die Lobbygruppe: „PRRI wird weiterhin Regierungen, Organisationen und andere Betroffene über die aktuelle öffentliche Forschung in der modernen Biotechnologie informieren sowie über PRRI's Sorgen bezüglich der Entwicklung von rechtlichen Rahmenbedingungen. Wo nötig, wird PRRI weiterhin Missverständnisse und Fehlinformationen über Wissenschaft ansprechen.”98 Die umfangreichen Seilschaften und die Verankerung solcher Lobbyisten in staatlichen Behörden führen auch hier dazu, dass die gentechnikbefürwortende Politikberatung von denen finanziert wird, die beraten werden - den staatlichen Stellen. Die PRRI wird im Rahmen des EU-Projekts „Global involvement of public research scientists in regulations of biosafety and agricultural biotechnology“ (genannt: Science4BioReg) gefördert, von 2006-09 mit einer Grundfinanzierung von 600.000 €. Hinzu kommen Gelder von Regierungen aus den USA und Kanada, industrienahen Organisationen wie ISAAA99 und nicht zuletzt durch CropLife International und das US Grain Council, die großes wirtschaftliches Interesse an Lockerungen des Biosafety-Protokolls haben. Laut Lorch/Then100 ist das PRRI ein typisches Beispiel für die konsequente Weiterführung der „Tarnkappen-Strategie“ - mit Unterstützung deutscher Regierungsexperten.
Plants for the Future
Arbeitet seit 2003 an Vorbereitung und Entwurf eines Visionspapiers. Ab 2006 Durchführung der EU Technology Platform ,Plants for the Future' als Stakeholder-Forum. Mit dabei:
- Behörden: Schiemann (JKI) als Mitglied des Steering Committee, Co-Autor des Visionspapiers (2003) und Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Horizontal Issues, Konstantin Freiherr von Teuffel (Forstl. Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg).
- Konzerne: Ralf-Michael Schmidt (BASF Plant Science), Markwart Kunz (Südzucker), Reinhard Nehls (Planta, Tochter von KWS).
- Lobbyverbände: Katzek (BIO Mitteldeutschland), Ferdinand Schmitz (BDP).
- Geldgeber: Ulrich Schurr (Forschungszentrum Jülich), Frank-Peter Wolter (Patent- und Lizenzagentur für GABI).
- Zu Fußnoten und weiteren Quellen
Und immer mehr davon ...
Das Geflecht dehnt sich ständig aus - oftmals unter schönen Decknamen wie der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. (FNL), unter derem Dach sich die landwirtschaftlichen Versuchsanstalten von Bund und Ländern mit der Agrarindustrie, darunter den Gentechnikkonzernen versammeln.
Lobbyisten in Dachverbänden
Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Ein besonderes Problem stellen Dachverbände dar. Vielfach decken ihre Mitglieder das gesamte Spektrum landwirtschaftlicher Tätigkeiten ab. Aber in den Verbandsspitzen dominieren die BefürworterInnen von Gentechnik und industrialisierter Landwirtschaft. Das gilt unter anderem für die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Dort sitzen auch Ökolandbau-Verbände, auf der eigenen Internetseite wird die DLG als „neutrales, offenes Forum“ beworben. Doch die Praxis ist auch hier eine andere. Der Spitzenfunktionär gehört zur Pro-Gentechnik-Clique. DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer befürwortete auf dem Unternehmertag am 3.9.2008 in Leipzig „die Ausschöpfung aller mobilisierbaren Potenziale auf fruchtbaren Ackerflächen.“ In der Pressemitteilung zu seiner Rede heißt es weiter: „Die Grüne Gentechnik werde vermutlich eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts sein. Sie ermögliche einen schnellen Zuchtfortschritt und sei deshalb in der Lage, die Ertragsfähigkeit von Pflanzen an die dynamisch steigende Nachfrage anzupassen, auch und gerade, wenn sich das Klima ändert.“108
Ganz ähnlich zeigt sich das Bild beim Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL). Er vereinigt Firmen der Lebensmittelverarbeitung, darunter die Bio-Kette Basic und der Gentechnikfreiheit garantierende Hersteller Milupa. Bei vielen Mitgliedsfirmen109 und -verbänden wird Gentechnik also abgelehnt, doch der Spitzenverband tritt ein für „verlässliche Rahmenbedingungen, die die Rechte auf Forschungsfreiheit in der Pflanzenzüchtung wahren, eine verantwortungsbewusste Weiterentwicklung und Anwendung der Grünen Gentechnik ermöglichen, die Rohstoffversorgung für die deutsche und europäische Veredlungs- und Ernährungswirtschaft sicherstellen und eine lückenlose Verbraucherinformation gewährleisten.“ So steht es in einem Positionspapier vom 18.5.2009 mit Forderungen an den Runden Tisch Gentechnik im Bundesforschungsministerium. Das Papier hatte auch die DLG unterzeichnet - von Neutralität also keine Spur. Vielmehr zeigt sich hier das Muster, das die ganze Gesellschaft durchzieht: 80 Prozent lehnen Gentechnik ab, aber die übrigen 20 Prozent besetzen alle wichtigen Schaltstellen in Forschung, Politik, Behörden, Interessenverbänden und Medien.
Eigentlich ein Dachverband - aber der Spitzenfunktionär gehört wieder zur Pro-Gentechnik-Clique
Aus der Presseinfo zur Rede des DLG-Präsidenten Bartmer auf dem Unternehmertag am 3.9.2008 in Leipzig:
Für Bartmer liegt die Ursache für die große Ernte 2008 vor allem in den im Vergleich zum letzten Wirtschaftsjahr wesentlich besseren Witterungs- und Wachstumsbedingungen in allen bedeutenden Anbauregionen der Welt. Mit Blick auf die begrenzte Verfügbarkeit von fossilen Energieträgern und dem gleichzeitigen Anwachsen der Nachfrage nach Lebensmitteln hält er die Ausschöpfung aller mobilisierbaren Potenziale auf fruchtbaren Ackerflächen für weiterhin zwingend erforderlich. ...
Landwirtschaft braucht innovationsfreundliche Rahmenbedingungen
Die Grüne Gentechnik werde vermutlich eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts sein. Sie ermögliche einen schnellen Zuchtfortschritt und sei deshalb in der Lage, die Ertragsfähigkeit von Pflanzen an die dynamisch steigende Nachfrage anzupassen, auch und gerade, wenn sich das Klima ändert.
Pro-Gentechnik-Forderungen zum Runden Tisch Gentechnik (20.5.2009 beim Bundesforschungsministerium)
Auszug aus einer gemeinsamen Presseinfo der DLG mit anderen Gentechnik-Lobbyverbänden am 18.5.2009
Die Mitglieder der Warenkette zeigen sich in dem gemeinsamen Papier besorgt über die aktuelle Entwicklung der Gentechnik-Diskussion in Deutschland und wollen Rechtssicherheit auf allen Stufen der Wertschöpfung, um den Innovationsstandort Deutschland durch eine unsachgerechte Diskussion nicht länger zu gefährden. Im Mittelpunkt der Forderungen an die Politik stehen verlässliche Rahmenbedingungen, die die Rechte auf Forschungsfreiheit in der Pflanzenzüchtung wahren, eine verantwortungsbewusste Weiterentwicklung und Anwendung der Grünen Gentechnik ermöglichen, die Rohstoffversorgung für die deutsche und europäische Veredlungs- und Ernährungswirtschaft sicherstellen und eine lückenlose Verbraucherinformation gewährleisten. ...
Der Runde Tisch muss Ausgangspunkt für eine an der Zukunft und den Potenzialen moderner Methoden ausgerichteten Debatte werden. Die Ergebnisse des Runden Tisches werden nach Ansicht der Unterzeichner Maßstab für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland sein.Auszug aus dem Positionspapier zum Runden Tisch
Deutschland ist Standort für Spitzenforschung in Wissenschaft und Praxis. Pflanzenforschung, auch die Grüne Gentechnik, muss für Labor, Gewächshaus und Freiland ermöglicht und gefördert werden. Die Ergebnisse der langjährigen Sicherheitsforschung müssen bei der politischen Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. Die mutwillige und rechtswidrige Behinderung der Forschung durch kriminelle Feldzerstörungen darf nicht länger hingenommen werden. ...
- Initiative Grüne Biotechnologie e.V. (vormals: Grüne Biotechnologie Rheinland-Pfalz e.V.), gefördert von der Landesregierung Hessen (Artikel über die Förderung und Pro-Gentechnikpolitik des Landes Hessen)
- Tiefer Einblick in die Strukturen der Lobbyverbände und des Filzes mit Konzernen und Behörden in der Studie "Kontrolle oder Kollaboration" von Christoph Then und Antje Lorch
- Datenbank der Bauernverbandsfunktionäre und ihrer Verflechtungen mit Industrie und Lobbyisten
Gesammelte Lobby:

Sammlung auf einer Presseinfo zur gemeinsamen Resolution von Industrie- und Lobbyverbänden zu mehr Gentechnik (Mai 2009)
- Der Überblick: Tabelle zu den Verflechtungen konkreter Personen in der Gentechnik auf der Eingangsseite, als PDF und GIF
Januskopf Bauernverband
Die Chefs wissen, das an der Basis wenig Zustimmung zur Agro-Gentechnik existiert. Tatsächlich sind Präsident Sonnleitner und sein Umfeld aber den großen Chemiemulties, Saatgutkonzernen usw. näher als den LandwirtInnen vor Ort. So widersprechen sie sich ständig selbst - je nachdem, wo sie agieren.
Bericht über die Forderung vom Bauernverbandschef Sonnleitner, sich bei der Gentechnik so oder so zu entscheiden (Agrarportal 2010)
"Diese jahrzehntelange unsägliche Debatte über die Gentechnik muss endlich zu Ende geführt werden. Wenn sich die Gesellschaft schließlich gegen die Grüne Gentechnik entscheide, stellen wir uns diesem Votum“. Politisch müsse man dringend zu einem Ende der Diskussionen kommen. In diesem Zusammenhang forderte Sonnleitner, dass dann in aller Konsequenz an den Grenzen Europas diese Entscheidung vollzogen werde und Lebensmittel von mit GVO gefütterten Tieren an den Grenzen zurückgewiesen würden.
- Verfilzung der BauernfunktionärInnen (Datenbank beim NABU)
Seilschaften rund um Gentechnik-Farmen und -zentren
- Extra-Abschnitt zum IPK auf der Eingangsseite von www.biotech-seilschaften.de.vu
- Extra-Seite zum Filz um das AgroBioTechnikum
- Der Filz rund um das AgroBioTechnikum, die dortigen Tarnvereine und Firmen (FINAB, biovativ usw.) und die zentralen Personen Prof. Inge Broer, K. ZENSIERT! und andere: Schaubild ++ Liste "Who is who"
- Extra-Seite zur BioTechFarm
- Neben der BioTechFarm gibt es noch das. Rundherum hat sich ein guter Filz entwickelt - auch hier geht es um viel staatliche Förderung, die über riskante Experimente ausgeschüttet wird und über viele Wege Privatkonten füllt. Mehr dazu: Filz in Sachen-Anhalt: Schaubild ++ Who-is-who-Liste ++ IPK in Gatersleben: Selbstdarstellung und Organisationsstruktur
Seltsame Organisationen im Geflecht der Gentechnik
Die Durchlässigkeit der Grenze zwischen NGOs und Gentech-Konzernen
Der BUND musste den "Verlust" eines Experten beklagen: Jens Katzek wechselte vom BUND zur "KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG". Beim BUND Bundesverband hatte sich der studierte Biochemiker Katzek als Kritiker der Gentechnologie einen Namen gemacht. Bei KWS, einem der größten deutschen Saatguthersteller, ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Unternehmen will gentechnisch veränderte Nutzpflanzen vermarkten. Danach war Katzek Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) in Frankfurt/Main - eine berufliche Veränderung aus Überzeugung? So hätte es die Gen-Lobby gerne und so stellte die Industrie den Seitenwechsel gerne dar. War Katzek bereits gezielt beim BUND eingesetzt und sein späterer Wechsel zur Industrie lange geplant? Ging es bei seinem Seitenwechsel gar nur ums Geld? Fragen, die nur Herr Katzek beantworten kann.
Weitere Beispiele vom freundlichen Wechselspiel:
- Inge Broer, Vorsitzende des Gentec-Lobby- und Verschleierungsvereins FINAB und Hauptmacherin des AgroBioTechnikums in Groß Lüsewitz, behauptet, vorher selbst aktive Gentechnikgegnerin gewesen zu sein. Allerdings lässt sich davon nirgends etwas nachweisen. Die Tatsache, dass mit der ex-kritischen Position Politik zu machen ist, spricht aber für sich. Die modernen Eliten der Gesellschaft stammen zu großen Teilen aus den gesellschaftskritischen Kreisen ...
- Extra-Seite zum Filz von NGOs und Gentechnik
Tarn- und Schein-Verbände
Als Tarnorganisation treten verschiedene Verbände mit klangvollen Namen auf, z.B.
- Fördergemeinschaft nachhaltige Landwirtschaft (FNL): Deren eigene Internetseite ++ Gelungen: Peinlich unkritischer Eintrag bei Wikipedia ++ Liste derer, die hinter der FNL stehen: Die ganze Gentec-Industrie (PDF) ++ Chef: Bauernverbandspräsident Sonnleitner

Mit dabei in der Tarnorganisation FNL: Prof. Schmitz von der Uni Gießen (Quelle)
FINAB - Filz in Rostock und Groß Lüsewitz mit der Gentech-Ikone Inge Broer. Auszug aus einer Presseinfo des Umweltinstituts München
In Mecklenburg-Vorpommern existieren im Bereich der Agro-Gentechnik enge Verflechtungen zwischen öffentlich finanzierter Forschung, Lobbygruppen und kommerziellen Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die das Umweltinstitut München veröffentlicht hat. Das Institut untersucht darin unter anderem die Rolle von Prof. Inge Broer von der Universität Rostock. ...
Dass Gen-Experimente und öffentliche Forschungsgelder auch dazu dienen, befreundete Lobbyisten zu versorgen, zeigt aktuell ein von Broer beantragter Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen. Der Versuchsstandort auf dem Gut der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz in Üplingen (Sachsen-Anhalt) soll in einen „Gentechnik-Schaugarten“ eingegliedert werden. Dieser Schaugarten soll die Akzeptanz für genmanipulierte Pflanzen in der Bevölkerung verbessern. Den Versuch will das Unternehmen Biotech Farm durchführen.
Geschäftsführerin von Biotech Farm ist K. ZENSIERT!, die Schatzmeisterin von FINAB und Geschäftsführerin von biovativ.
Ausbilder
MitarbeiterInnen von Genversuchen müssen eine Zusatzausbildung machen. Einer der Ausbilder ist DECHEMA. Ein neutraler oder gar kritischer Ort ist das nicht ...
Kritik an Gentechnik "nicht tolerabel"
Auszug aus der Rede des DECHEMA-Vorsitzenden Dr. Alfred Oberholz am 25.11.2005
Wenn sich Politiker zu nachwachsenden Rohstoffen bekennen und gleichzeitig die Anwendung der Grünen Gentechnik blockieren, dann ist das entweder Dummheit oder Verantwortungslosigkeit. Beides ist nicht tolerabel.
Zwei Überlegungen müssen wir der Politik nahebringen. Da wird mit Recht immer wieder auf die angespannte Haushaltslage hingewiesen. Wir leisten es uns aber, mit Steuergeldern die Forschung auf dem Gebiet der Grünen Gentechnik zu fördern, doch auf die aus der Anwendung resultierenden Zuwächse des Bruttosozialproduktes, die schließlich auch zusätzliche Steuereinnahmen bewirken, verzichten wir. Schuld an dieser Misere ist auch die Zersplitterung der Zuständigkeiten auf verschiedene Ministerien, die nicht miteinander kooperieren, sondern gegeneinander konkurrieren. Wir hoffen, daß es der neuen Bundesregierung gelingt, die Kohärenz und Konsistenz politischen Handelns deutlich zu verbessern. Ein weiterer Punkt ist die abenteuerliche deutsche Selbstüberschätzung, die sich hinter der Blockade der Grünen Gentechnik verbirgt. Länder wie China und Indien, die zusammen die halbe Weltbevölkerung stellen und diese ernähren müssen, können und werden es sich nicht leisten, fahrlässig auf die Chancen der Grünen Gentechnik zu verzichten. Verantwortung wahrnehmen hieße deshalb für uns, in der Entwicklung und Anwendung einer sicheren Grünen Gentechnik eine Vorreiterrolle zu besetzen und dieses Wissen anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. ...
Zwei besondere Stichworte habe ich erwähnt, die Weiße Biotechnologie und neue Batteriespeicher auf Basis der Nanotechnologie. In den letzten Jahren haben wir zwei Wissenschaftler mit dem DECHEMA-Preis ausgezeichnet, die genau auf diesen Gebieten tätig sind und Hervorragendes geleistet haben. Dies belegt sehr eindrucksvoll meine eingangs getroffene Feststellung, daß die DECHEMA-Preise wie Leuchttürme in der von uns mitgestalteten Forschungslandschaft stehen.
Zur Struktur und Verflechtung der DECHEMA im Bereich Biotechnologie:
- Alle in der Biotechnologie der DECHEMA aktiven Gremien sind seit dem 31. Mai 2007 in der Fachgemeinschaft Biotechnologie zusammengeführt, der heute rund 1.800 Mitglieder angehören.
- Trotz der Orientierung auf Lobbyarbeit ist die DECHEMA als gemeinnützig anerkannt.
- Das Mitteilungsorgan der Fachgemeinschaft Biotechnologie und der Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen ist die Zeitschrift "transkript" aus dem BIOCOM Verlag. Das heißt: DECHEMA und Konzerne geben zusammen ihre Fach- und Mitgliederzeitung heraus.
Beschreibung der Ziele und Tätigkeiten auf Wikipedia:
Die Fachgemeinschaft Biotechnologie widmet sich der Förderung von Wissenschaft und Technik auf allen Teilgebieten der Biotechnologie. Sie bietet sich als internationale Anlaufstelle für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an und verfolgt folgende Aufgaben und Ziele:
- Förderung des Ansehens der Biotechnologie in der Öffentlichkeit durch Erarbeitung und Veröffentlichung von Positionen und Stellungnahmen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse
- Erstellung fachspezifischer Positionspapiere mit dem Ziel der Gestaltung nationaler und europäischer Forschungsförderungsprogramme
- Innovationsförderung und Technologietransfer mit dem Ziel der Entwicklung und der Realisierung industriell nutzbarer biotechnologischer Produkte, Prozesse und Dienstleistungen
- Durchführung öffentlicher Veranstaltungen
- Etablierung einer Plattform zur Information der Fachgemeinschaftsmitglieder
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
PR-Maschinerie: Dubiose Publizisten pro Gentechnik
Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Die Gentechnikseilschaften kümmern sich nicht nur um Anwendung, Kontrolle und Förderung, sondern auch um die Propaganda. Neben der üblichen Pressearbeit, Publikationen und getarnten Auftritten als scheinbar ökologisch orientierte Gruppen sind wichtige Informationsplattformen im Internet geschaffen worden. Hier arbeiten die üblichen Seilschaften zusammen.
Unmittelbar an die Öffentlichkeit wendet sich der GMO Kompass, der 2005-07 als EU-Projekt, dann von EuropaBio (2007) und dann vom BMELV (2007-08) finanziert wurde. Hauptträger des Projektes ist die Darmstädter Gentechnik-PR-Agentur Genius, die laut eigener Referenzenliste für verschiedene Ministerien, Behörden, Lobbyverbände und Firmen wie BASF, Bayer und Syngenta sowie die Gentechnik-Industrieverbände DIB und EuropaBio arbeitet.101 Weiterer Träger sind die Organisatoren der Webseite transgen.de, die ursprünglich von der VerbraucherInitiative gestartet wurde, aber inzwischen vor allem von Gentechnikfirmen finanziert wird. Die ursprüngliche und weiter behauptete Nähe zu Verbraucherorganisationen gibt GMO Kompass den Anschein von Neutralität. Das redaktionelle Team ist identisch mit dem von biosicherheit.de: Kristina Sinemus und Klaus Minol von Genius sowie Gerd Spelsberg von TransGen, früher VerbraucherInitiative. Sie beschreiben sich selbst als „independent science journalists“, unabhängige Wissenschaftsjournalisten. Eingebunden, wie üblich, sind Behörden und Konzerne: Joachim Schiemann sitzt ebenso im Beirat wie der Industrieverband EuropaBio.102 Für die PR-Arbeit zum BioSicherheitsprogramm kassiert Genius 1,23 Mio. der 1,86 Mio. Euro Gesamt-Werbekosten. Begründet wird diese hohe Summe von Seiten der Bundesregierung damit, „dass eine unabhängige Berichterstattung über die Ergebnisse der Biologischen Sicherheitsforschung gewährleistet, dass sich die Menschen in Deutschland unvoreingenommen über Chancen und Risiken der Gentechnik informieren können“.103 Ausgerechnet die, deren Behörden die rechtlich vorgeschriebene Akteneinsicht verweigern, spielen sich als Garanten unabhängiger Informationsweitergabe auf ...
Hauptträger des Projektes ist die Darmstädter Gentechnikagentur Genius. Deren MitarbeiterInnen finden sich in fast allen einschlägigen Zirkeln und Gremien, in denen Industrie und Behörden zusammenkommen. Genius ist für die Politik und die Industrie zu einem gemeinsamen Scharnier geworden. Genius wird von beiden Seiten finanziell gefördert und übernimmt für Industrie und Regierung gleichermaßen Aufgaben der Kommunikation. Wichtigste Vertreter der Firma Genius sind Sinemus und Minol, die beide auch zusammen mit Prof. Hans Günter Gassen als Buchautoren tätig sind. Eine weitere Firma, aus dem Umfeld der TU Darmstadt und des Lehrstuhls von Professor Gassen ist die Firma BioAlliance, unter Leitung von Gabriele Sachse, die schon bei der Einführung der gentechnisch veränderten Sojabohne von Monsanto mitgearbeitet hatte - damals (und auch an anderer Stelle) in Kooperation wiederum mit einem Behördenvertreter: Klaus-Dieter Jany. Der war selbst von 1986-89 in Darmstadt tätig und veröffentlichte zusammen mit Gassen wissenschaftliche Publikationen. Anschließend wechselte er an die Bundesforschungsanstalt (BfEL) in Karlsruhe.104
Das Internetprojekt TransGen war nicht von Beginn an als Propaganda für die Gentechnik gedacht, sondern ist vielmehr ein Beispiel für die Käuflichkeit und Anpassungsfähigkeit von Umwelt- und Verbraucherverbänden. Die Verbraucherinitiative hatte irgendwann die Idee, zusammen mit Gentechnikkonzernen eine Internetplattform zu gründen. Neutral sollte sie sein. Eine Propagandaplattform verschleierter Form ist sie geworden. Ein wichtiger Grund für den Wandel von einer kritischen Stimme zum Propagandaarm der Agrokonzerne war das Geld - im Rahmen von Gentechnik gibt es (neben der Pro-Gentechnik-Forschungsförderung) kaum finanzielle Quellen jenseits Konzernen und Lobbygruppen.105
Dankbar bejubeln inzwischen die Gentechnikeliten das Projekt TransGen, wie die Internetseite zeigt. Unter der Überschrift „Ich nutze transgen.de, weil ...“ äußern sie sich107 - die Liste liest sich wie ein Who-is-who der Seilschaften in Deutschland, u.a. mit den Versuchsbetreibern Broer, Karl-Heinz Kogel, ZENSIERT!, Ingolf Schuphan, Bartsch (BVL/EFSA) und Schiemann (JKI, EFSA) aus Bundesbehörden und den Lobbyisten Zensiert! (InnoPlanta), Schmitz (BDP) sowie Jens Katzek (BIO), der selbst einmal als Gentechnikkritiker startete.106 InnoPlanta-Lobbyist IPK-Macher und BioTechFarmer Zensiert! formuliert sein Lob eindeutig: „transgen.de kann ich nur jedem empfehlen - vor allem den Kritikern der Grünen Gentechnik.“107 Deutlicher lässt sich wohl kaum formulieren, wem TransGen nach dem Mund redet. Die TransGen-Macher verfassten die Gentechnikbroschüre des vom BMELV geförderten Informationsdienstes AID.
Konzept zur Gehirnwäsche: Burson-Marsteller und die Nachfolger
1997 erarbeitete die PR-Agentur Burson-Marsteller ein Konzept, mit dem im gentechnikkritischen Europa die Gentechnik propagandistisch und tatsächlich durchgesetzt werden sollte. Das Papier wimmelt von Vorschlägen zur Lüge, Verdrehung und Täuschung - ein beeindruckendes Beispiel für die Strategien der Gentechnik-Seilschaften. Die deutsche PR-Agentur Genius beruft sich auch heute noch auf das Konzept bei ihren eigenen Aktivitäten. Das ist unfassbar, denn Genius macht im Auftrag und mit Millionen der Bundesregierung die Propaganda für die staatliche und staatsgeförderte sogenannte Sicherheitsforschung! (Quelle der folgenden Zitate und mehr ...)
Strategie: Staatliche Behörden nicht direkt loben, wenn sie sich pro Gentechnik verhalten
- In Sicherheitsfragen [gibt es] keinen Ersatz für glaubwürdige Aufsichtsbehörden. Eine strategische Zielsetzung dieser Kampagne muß es daher sein, ihre Glaubwürdigkeit mit aufzubauen. ... Positive aussagen ... [sollten] von Akteuen stammen, die nicht von den Entscheidungen dieser Aufsichtsbehörden abhängig sind. ... Positive Aussagen über Aufsichtsbehörden, die vom unteren Ende stammen (= Bioindustrien), tragen zu der glaubwürdigkeitsvernichtenden Wahrnehmung bei, diejenigen mit den größten eigenen Interessen hätten die Kontrolle über die Aufsichtsbehörden. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
- :Auch auf dem letztjährigen Innoplanta Forum in Sachsen-Anhalt wurde betont, dass das Vertrauen in die kontrollierenden Behörden gestärkt werden müsse. (Innoplanta: Biotechnologie Umsetzungsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt. Presseerklärung 15.8.03)
Strategie: Konfliktthemen einfach meiden
- Öffentliche Fragen der Risiken für die Umwelt und Gesundheit des Menschen sind Kommunikations-Schlachtfelder für die Biotechnologie-Industrien in Europa. Als allgemeine Regel kann nicht erwartet werden, daß es der Industrie gelingt, in diesen Fragen eine erfolgreiche öffentliche Verteidigungsstellung den Kritikerstimmen gegenüber zu beziehen. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
Strategie: Plattitüden und Emotionen ansprechen
- Geschichten und keine Sachfragen: Wenn es Europa-Bio gelingen soll, den Übergang zu einer effektiven öffentlichen Stimme zu vollziehen, muß eine Verlagerung von einer sachfragenorientierten Kommunikation hin zu einer auf „Geschichten“ gestützten Kommunikation stattfinden. ...
Die Gegner der Biotechnologie sind ausserordentlich geschickt in der Kultivierung von Symbolen welche angetan sind, unmittelbare Gefühle von Furcht, Wut und Ressentiments zu schüren. Die Bioindustrien müssen in ähnlicher Weise antworten – mit Symbolen, die Gefühle wie Hoffnung, Befriedigung, Fürsorge und Selbstwert erwecken. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
Strategie: Bio- und Öko-Etiketten klauen, Umweltvorteile behaupten
- Ein wirklich aggressives Kommunikationskonzept versucht selber Begriffe zu setzen und immer wieder dem Gegner Begriffe streitig zu machen und umzudeuten.
Aus einem „Risiko für Mensch und Umwelt“ wird so z.B. ein „Risiko des Nicht-Handelns“ und bei dem aktuellen Erprobungsanbau von gentechnisch veränderten Pflanzen geht es nicht um deren Durchsetzung, sondern um die friedliche „KOEXISTENZ“ verschiedener Anbauformen.
Besonders stolz sind wir in diesem Zusammenhang darauf, die mit der Ökologiebewegung assozierte Vorsilbe „Bio“ erfolgreich gehijackt zu haben. Die verschiedenen BIO-TECH-REGIONEN Deutschlands sind also BioRegionen, und dementsprechen heißt es eben BioMitteldeutschland und nicht BioTechMitteldeutschland. (EuropaBio) - Mit der Klugheit der Natur (Slogan von InnoPlanta, die ansonsten ja die offenbar unzulängliche Natur korrigieren wollen ...)
- ... zeigen sich viele Europäer im allgemeinen aufgeschlossen, wenn sie darüber informiert werden, daß die neuen Sorten den Einsatz von chemischen Spritzmitteln in der Landwirtschaft verringern können. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
- Agrar-, Ernährungs- und Lebensmittelsektoren sind Schlüsselbereiche der Wirtschaft. Bei Genius konzentrieren wir uns vor allem auf Aspekte einer nachhaltigen Nutzung von Biomasse einer integrierten Landwirtschaft. Durch diese sehen wir ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen im Einklang. (Genius)
- Die weltweiten Erfahrungen aber auch die im Lande angestoßenen Projekte von Forschungseinrichtungen und Unternehmen zeigen, dass die Pflanzenbiotechnologie erhebliche Potentiale für die Landwirtschaft, die Umwelt und den Endverbraucher bietet. Ein Weg zu finden, diese Potentiale auch für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes zu nutzen, in dem ein handhabbares Nebeneinander verschiedener landwirtschaftlicher Anbauformen möglich wird, ist eines der Ziele des Erprobungsanbaus. (Kommunikationskonzept der Landesregierung Sachsen-Anhalt, Entwurf 4.2.2004)
Strategie: Spektakel und Show statt Inhalte
- Eine der großen Tendenzen in Museen ist, dem ausgestellten Objekt einen Kontext zu geben. So können wir diese Schranken zwischen Wissenschaft und Kunst überwinden und viel häufiger Ausstellungen besuchen, so wie wir Kunstausstellungen wahrnehmen oder Konzerte. Wir gehen zu einer neuen Show, einer Science-Show. (Lawrence Sinbai, Wellcome Trust zit. n. Sadr-Haghighian, Natascha: „Science for Life“ – Wellcome Trust in: bürobert u.a.: geldbeatsynthetik copyshop 2 1996)
Strategie: Pro- und Contra-Debatten selbst inszenieren - als eigene Gegenseite kontrolliert auftreten
- Die interessierte Öffentlichkeit steht jeder Information, die als offensichtlich einseitige „Industriepropaganda“ daher kommt, skeptisch gegenüber. Foren, in denen die verschiedenen pro und contra Argumente scheinbar neutral verhandelt werden, können insofern sie redaktionell im Sinne der BioTech-Befürworter gelenkt werden, ein wirksames Tool im Kampf um die öffentliche Meinung darstellen.
Beispielhaft ist hier der Webauftritt www.transgen.de, der den Erprobungsanbau von genetisch veränderten Pflanzen begleitet. - EuropaBio muß sich in die beste und zuverlässigste, langfristige Quelle von Inspiration und Informationen über Biotechnologien/Bioindustrien für Journalisten verwandeln. Mit anderen Worten, der erste, hilfreichste, prompteste Ansprechpartner für die praktische Hinführung zu interessanten Geschichten und Persönlichkeiten - ruhig mit kontroversen Elementen vermischt - ein Lieferant von Material, das Redakteure und die Leserschaft gleichermaßen zufriedenstellt und keinesfalls als Industriepropaganda angesehen wird. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
Strategie: Events mit phantasievoller Pressearbeit
- Die meisten Reporter und Redakteure haben keine persönliche Agenda wenn es um die Berichterstattung über Biotechnologien und die Bioindustrien geht. Wie in allen anderen Bereichen, sind sie vornehmlich damit beschäftigt, verkaufbares Material unter einem extremen Termindruck zu produzieren. Die Faktoren Termindruck und Redaktionsschluß dominieren den Journalismus und haben einen weitreichenden Einfluß auf den tatsächlichen Inhalt der Berichterstattung.
- Pressemitteilung herausgeben mit Tenor "gewaltige Resonanz auf Kongreß", ... "Kongreß verweist auf gigantisches Wachstumpotential der Biotechnologien in unserer Region" sagt Bürgermeister So-und-So, etc. (Burson-Marsteller Papier von 1997)
Transgen
Irgendwann kam die Verbraucherinitiative auf die Idee, zusammen mit Gentechnikkonzernen eine Internetplattform zu gründen. Neutral sollte sie sein. Eine Propagandaplattform verschleierter Form ist sie geworden. Beispiel: Links unter einem Text zur Feldbesetzung in Groß Gerau - ausschließlich die Links der Gentechnikseite.

Auszüge aus Antje Lorch und Christoph Then (2008): "Kontrolle oder Kollaboration? Agro-Gentechnik und die Rolle der Behörden"
TransGen Wissenschaftskommunikation
Beschreibung: Transgen wurde 1997 durch die Verbraucher Initiative gegründet. Verantwortlicher Redakteur und Projektleiter ist Gerd Spelsberg. Z.Z. tritt TransGen als Redakteur der Webseiten/Projekte biosicherheit.de und GMO-Compass auf.
Finanzierung: Trotz scheinbarer Nähe zu Verbraucherorganisationen wird Transgen wechselnd durch eine Vielzahl von Quellen finanziert: Umwelt- und Verbraucherministerium NRW (1997), Fernuni Hagen (1997/98), Gewerkschaft NGG (1998/99), BLL (1998-2000, 2002/03, 2007), BMVEL (1999/200, 2002), UBA (2000, 2002), Industrie (Bayer CropScience, BASF, Dow Agro Sciences, Monsanto Agrar, Du Pont/Pioneer Hi-Bred, Syngenta Agro; seit 2001), FibL (2004), DIALOGIK (2004), Innoplanta (Portal Erprobungsanbau, 2004/05), EU (GMO Compass, 2005/06), EuropaBio (GMO Compass, 2007), BMELV (GMO Compass, 2007/08).
Auf der eigenen Internetseite www.transgen.de lässt sich TransGen abfeiern von lauter Leuten, die überwiegend der Elite der Gentechnik und der mafiosen Gentechnikstrukturen in Deutschland angehören. Allein das spricht für sich. Auszug aus der Seite:


Auch vor platten Lügen schrecken die MacherInnen von TransGen nicht zurück. So fand sich lange Zeit auf der Eingangsseite von www.transgen.de als erster Eintrag: "Deutschland: 2008 wurde eine Fläche von 3180 Hektar mit Bt-Mais bewirtschaftet, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr." Das war falsch. Die Zahl stammte aus dem Standortregister, d.h. es handelte sich um die angemeldete Fläche. Die tatsächlich bewirtschaftete Fläche war deutlich niedriger. Fast die Hälfte aller Flächen wurden nicht ausgesät. Das aber hätte sich dann schlechter angehört - und so log TransGen einfach den Erfolg der Gentechnik herbei!
TransGen wurde 2004 zur Informationsplattform für die Biotechnologieoffensive der Landesregierung Sachsen-Anhalt ausgewählt. Auszug aus einem Kommunikationskonzept der Landesregierung Sachsen-Anhalt, Entwurf 4.2.2004:
Die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellten Informationen werden auf der Internet-Seite
TransGen.de veröffentlicht.
2009 ... neuer Träger von TransGen: Der neu gegründete Lobbyverband "Forum Bio- und Gentechnologie"
Aus den Seiten des Forums (Vereinsname: "Verein zur Förderung der gesellschaftlichen Diskussionskultur e. V." heißt es:
Sind Sie auch der Meinung, ...
- dass die öffentliche Diskussion um die Grüne Gentechnik sich mehr an Sachinformationen orientieren sollte?
- dass eine kritische, differenzierte Auseinandersetzung die pauschale, emotional aufgeladene Ja/Nein-Diskussion ablösen sollte?
- dass wissenschaftliche Erkenntnisse und Sichtweisen mehr Gewicht erhalten sollten?
- dass es möglich sein muss, auch die potenziellen Nutzen der Grünen Gentechnik in Betracht zu ziehen und zu erforschen, ohne moralisch diskreditiert zu werden?
Wir wollen
- Kompaktinformationen z. B. als Präsentationsvorlagen für den Schulunterricht anbieten,
- durch Anzeigenkampagnen, Flyer o. ä. Werbemittel wissenschaftlich fundierte Informationen zur Grünen Gentechnik in der öffentlichen Diskussion nach vorne bringen,
- das Informationsangebot des Internetportals transgen.de ausbauen und verbessern, die Inhalte vor allem ansprechender mit neuen visuellen Darstellungsformen präsentieren,
- Kontakte zwischen Wissenschaftlern aus den Bereichen Bio- und Gentechnologie und Multiplikatoren wie Journalisten oder Lehrer vermitteln,
- Dialog- und Diskussionsforen im Internet einrichten bzw. ausbauen, z. B. in einem Blog unmittelbar auf Medienberichte reagieren, die Positionen der Gentechnikgegner unhinterfragt übernehmen ...

Zufall? Ausschnitte aus den Internetseiten des Forums (links) und des Lobbyverbandes InnoPlanta - das gleiche Foto!

GMO Kompass und www.biosicherheit de
Die Internetseiten www.biosicherheit.de, www.transgen.de und der GMO Kompass werden von derselben Person programmiert (Seite seiner Referenzen). Biosicherheit und GMO Kompass gehören Genius in Darmstadt. Deren Referenzenliste zeigt: Die arbeiten für alle - Behörden, Regierungen, Konzerne, Lobbyverbände ...

Domainabfrage bei www.denic.de
Genius über sich selbst:
Genius ist als Spezialagentur für Kommunikation und Wissenschaft in den Bereichen Strategieberatung, wissenschaftliche Beratung, Kommunikation und Marketing tätig. Ein besonderer fachlicher Schwerpunkt liegt in den Themenfeldern Pflanzenbiotechnologie, Agrarwirtschaft und Lebensmittelsicherheit. ...
Agrar-, Ernährungs- und Lebensmittelsektoren sind Schlüsselbereiche der Wirtschaft. Bei Genius konzentrieren wir uns vor allem auf Aspekte einer nachhaltigen Nutzung von Biomasse einer integrierten Landwirtschaft. Durch diese sehen wir ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen im Einklang.
Die Bundesregierung hält Genius für eine seriöse und neutrale Organisation: "Die Bundesregierung ist aber auch der Auffassung, dass eine unabhängige Berichterstattung über die Ergebnisse der Biologischen Sicherheitsforschung gewährleistet, dass sich die Menschen in Deutschland unvoreingenommen über Chancen und Risiken der Gentechnik informieren können und damit in eigener Verantwortung über ihre Akzeptanz entscheiden können." (Quelle: Bundestagsdrucksache 16/6208, S. 23)

Richtig viel Kohle für die Internetangebote in die Gentechnik-Seilschaften: Bundestagsdrucksache 16/6208 (S. 22)
Bundesregierung: Alles toll ...
Auszüge aus der Bundestagsdrucksache 16/10751 vom 3.11.2008
Mit der Internetplattform www.biosicherheit.de und der englischen Fassung www.gmo-safety.eu verbindet die Bundesregierung das Ziel, eine professio- nelle, unabhängige Kommunikation von Ergebnissen und Hintergrundinformationen zur biologischen Sicherheitsforschung im Bereich „Grüne Gentechnik“ zu gewährleisten. Das Internetportal soll insbesondere die wissenschaftlichen Ergebnisse der vom BMBF geförderten Projekte zur biologischen Sicherheitsforschung der interessierten Öffentlichkeit in angemessener Weise zugänglich und transparent machen und damit u. a. auch zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion auf diesem Gebiet beitragen. ...
Die Internetplattformen www.biosicherheit.de/www.gmo-safety.eu werden zu 100 Prozent aus Finanzmitteln des BMBF finanziert und von einem professio- nellen, unabhängigen Redaktionsteam betrieben. Die primär zu vermittelnden wissenschaftlichen Ergebnisse der biologischen Sicherheitsforschung werden in Abstimmung und nur mit Zustimmung der Wissenschaftler freigeschaltet. Die Neutralität und Sachlichkeit der Informationen ist damit gewährleistet.
Thomas Deichmann und NOVO
Thomas Deichmann (Wikipedia) war im marxistischen Lager unterwegs (Linkswende Frankfurt), sein heutiges anarchokapitalistisches Blatt "Novo" war auch damals schon die Postille der von manch anderen "Linken" als Sekte eingestuften Gruppe. Inzwischen versucht er sich mit immer neuen Büchern als Sprachrohr und Kämpfer für uneingeschränkten und unreflektierten Fortschrittsglauben. Wenn alles nur den ForscherInnen und dem freien Markt überlassen wird, wird alles gut - so sein Credo. Gründe dafür nennt er nicht. Bedenken und Hinweise auf Pannen, Pech und Pleiten des Extrem-Liberalismus weist er meist einfach als Unsinn weg. Seine Texte haben regelmäßig gar keine Quellenangaben - manchmal steht vielsagend "eigene Recherchen" unter den Texten. Als publizistische Plattformen nutzt Deichmann neben seinem eigenem Blatt NOVO (Wikipedia) nebst dazugehöriger Internetseite die für ihre platte Fortschrittsgläubigkeit bekannten Zeitungen "Die Welt", "FAZ" und "Fokus" sowie zum Beispiel immer wiede die Gentechnikwerbeplattform www.gruene-biotechnologie.de. Träger: Hessen-Media, eine Einrichtung der CDU-Landesregierung von Hessen. In einem seiner Texte kritisierte Deichmann die Fernsehsendung Report für ihre Enthüllungen über die Konzernkontakte des BVL-Gentechnikchefs Buhk. In dem Text benannte er als wichtigstes Beispiel für eine seriöse Gentechnikforschung ausgerechnet das AgroBioTechnikum - den dubiosestes Gentechnik-Versuchsstandort ...
An Informationen interessiert ist Deichmann nicht. Den GentechnikkritikerInnen aus dem Umfeld der Projektwerkstatt schrieb er, dass sie ihn bitte aus dem Presseverteiler nehmen mögen. Offenbar lebt es sich besser, wenn Gegenmeinungen vor der Tür bleiben ...
- Das passende Buch von Thomas Deichmann (2009): "Warum Angst vor der Grünen Gentechnik?" (Projekte-Verlag Cornelius in Halle)
Wer so zur Gentechnik denkt, sagt auch zur Atomkraft: "Eine richtige Antwort auf die Klimadebatte wäre ein massiver Ausbau der Kernenergieversorgung." - so stand es in der Novo86 (1–2 2007), S. 11. Oder ähnlich: "Wir können unseren Kindern gerne Windräder vorenthalten, aber auf keinen Fall Kernkraftwerke." (Novo40, 5-6/1999) und "Die Kernenergie ist die sicherste und effektivste Form der
Energiegewinnung und vor allem dann empfehlenswert, wenn man natürliche Ressourcen schonen will." (Novo73/74, 11 2004 – 2 2005)
Zum Klimaschutz lassen sich die Fortschrittsgläubigen so aus: "Die Menschheit hat kein Recht auf einen konstanten Meeresspiegel“, in: Novo96 (9–10 2008)
- Textübersicht zur Atomkraft und zum Klimaschutz bei Novo
- Infoblatt und viele Zitate zu Thomas Deichmann
Dirk Maxeiner, der Werdegang der Zeitschrift "natur" und frohe Botschaften
Maxeiner kommt aus Ecken, die Ökos eher ein Graus waren. Noch heute feiert er sich als Narr starker Autos - und begann seine journalistische Laufbahn bei der Motorpresse. Im Zuge der Entpolitisierung der Umweltbewegung und einer Orientierung auf Geld, reiche Klientel und profitträchtige Anlagewerte wurde Maxeiner auf wichtige Posten gespült - über die Zeitung Chancen auf den Chefredakteursposten der "natur". Die Zeitung verkam damals endgültig zum Lifestylemagazin. Werbeanzeigen für Atomkraft sind schon lange Alltag des Magazins. Für Maxeiner war das alles aber nur ein Durchgangsstadium. Seine platten Inhalte, unbegründete, aber spektakuläre Polemiken passten besser in Fokus, Welt und Bildzeitung, dazu Manager Magazin, Playboy und andere. Dort ist er heute zuhause. Seine Bücher, die von Vorneherein weitgehend auf Quellenangaben verzichten, verlegt er in renommierten Verlagen. Ebenso wurde er überschüttet mit Preisen. Die gesellschaftlichen Eliten hatten ihren Vorzeige-Öko gefunden und machten Maxeiner (zusammen mit seinem Dauerpartner Miersch) zur Speerspitze eines modernen Umweltschutzes, der die Zukunft vollständig in die Hände eines entfesselten Marktradikalismus und einer profitorientierten Forschung um jeden Preis und ohne jeden Skrupel legt.
Einen Preis für hervorragende Umweltkommunikation des Kommunikationsverbandes Bayern erhielt Maxeiner (im Team mit Michael Gleich (HR-Umweltredakteur), M. Miersch und anderen - ausgerechnet für das Umweltmagazin Change der Firma Hoechst. Seine Leistung war in der Tat vorbildlich - ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zum Greenwashing, den modernen PR-Strategien der Konzerne, die sich selbst als Vorreiter für eine ökologische Zukunft inszenierten.
Gentechnik ist super
Auszug aus "Neue Lust auf Zukunft", in: Die Welt vom 11.11.2005
Technologien, die von grünen Aktivisten abgelehnt werden, tragen Immer häufiger zur Lösung von Umweltproblemen bei. ...
So ist es jetzt zehn Jahre her, dass Bauern erstmals gentechnisch verändertes Saatgut ausbrachten. Heute wachsen diese verbesserten Nutzpflanzen auf riesige Flächen von Indien bis Argentinien, von Kanada bis Südafrika. Eine britische Studie nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Bilanz. Ergebnis: Es wurden über 170 000 Tonnen Pestizide eingespart, weil die Pflanzen gegenüber Schädlingen robuster sind. Außerdem fallen in der landwirtschaftlichen Produktionskette weniger Treibhausgase an. Der Effekt über zehn Jahre ist so groß als hätte man fünf Millionen Autos still gelegt. ...
Die ideologisch geprägte Umweltpolitik läuft erkennbar auf ein Dilemma zu: Die eigenen semi-religiösen Überzeugungen stehen der praktischen Lösung der beklagten Probleme immer häufiger im Wege. Die kompromisslose Ablehnung der grünen Gentechnik und der Atomenergie sind nur die auffälligsten Beispiele. Und die Verrenkungen die unternommen werden, um das eigene Weltbild zu retten, werden immer verrückter. ...
Der von den Gewerkschaften IG Bergbau, Chemie und Energie formulierten Positionen zur Grünen Gentechnik, sowie der auch von "Verdi" mitgetragene Vorstoß zur Verlängerung der Restlaufzeiten der Atomkraftwerke zeigen, dass die weltanschaulichen Fronten ins Wanken geraten. Dem Stand der Dinge nach übernimmt eine Physikerin das Kanzleramt und ein Elektrotechniker wird an der Spitze der SPD stehen. Gemeinsam haben sie die Chance die Ressorts Umwelt und Forschung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft ideologisch zu entrümpeln und das Land wieder mit Wissenschaft und technischem Fortschritt zu versöhnen. Auch dies wäre ein Schritt um das ökonomische Jammertal zu verlassen.Auszug aus "Die Revolte der Realisten", in: Die Welt vom 27.05.02
Während Naturschützer und Grüne in der Bundesrepublik die Gentechnik in der Landwirtschaft verteufeln und den Ökolandbau als alleinseligmachend propagieren, fordern prominente internationale Naturschützer einen intensiveren Landbau mit Hilfe der Gentechnik. Nur so könne verhindert werden, dass künftig weitere Wildnisgebiete in Ackerflächen verwandelt werden.
Es wird unmöglich sein, die verbliebenen Wälder und Wildnisgebiete des Planeten zu bewahren, wenn die Menschen bei extensiver oder traditioneller Landwirtschaft bleiben - oder gar zu ihr zurückkehren wollten. Die Experten weisen nachdrücklich darauf hin, dass die Weltproduktion an land- und forstwirtschaftlichen Produkten zur Versorgung der wachsenden Menschheit in den nächsten 50 Jahren schlicht und einfach verdoppelt werden muss. Alle Fortschritte der Biologie, Ökologie, Chemie und Technologie müssten genutzt werden, um den Landwirten, kleinen Bauern und Selbstversorgern der Welt höhere Ernten ohne Umwandlung weiterer Flächen zu ermöglichen. ...
Anstatt die Forschung und Erprobung gentechnisch gezüchteter neuer Pflanzen zu fördern und zu gestalten, versucht man sie hierzulande im angeblichen Interesse der Verbraucher unmöglich zu machen. Die Einführung ertragreicherer und schädlingsresistenter neuer Sorten wird durch politische Schikanen und gezielte Angstkampagnen von Umweltorganisationen nicht nur in Europa, sondern auch in den Entwicklungsländern zurückgeworfen.Gentechnikgesetz soll Gentechnik behindern - sagen Maxeiner/Miersch. Die Wirklichkeit hat sie widerlegt ...
Auszug aus "Eiserner Verbraucherschutz", in: Die Welt vom 23.06.2004
Vor längerer Zeit hatten wir mal öffentlich vorgeschlagen, den beiden Gentechnik-Pionieren Ingo Potrykus und Peter Beyer den mit 500.000 Euro dotierten deutschen Umweltpreis zu verleihen. Ihr gentechnisch gezüchteter "Goldener Reis" ist reich an Vitamin-A. Weltweit leiden Millionen Kinder an schwerem Vitamin-A-Mangel, viele sterben daran, noch mehr bekommen massive Sehstörungen. Der Goldene Reis könnte viele von ihnen retten. ...
Mit Täuschen und Tarnen und allen parlamentarischen Tricks hat die Regierung ein Paragraphenwerk durchgepaukt, dass vordergründig den herkömmlichen Anbau schützen, tatsächlich aber die Erforschung und Anwendung der Gentechnik in Deutschland unmöglich machen soll. Was geht in den dafür Verantwortlichen grünen Beamten, Staatssekretären und Ministern vor sich? Sie sind vermutlich gut informiert und wissen ganz genau, was die Sicherheitsforschung nunmehr seit über einem Jahrzehnt zeigt: Von gentechnischen Pflanzen geht keine gesundheitliche Gefahr aus, die das Risiko herkömmlicher Neuzüchtungen übersteigen würde. Sie wissen ebenso: In Entwicklungsländern können verbesserte Pflanzen die Not der Menschen und die Zerstörung der Umwelt in vielfacher Hinsicht lindern. Sie wissen überdies: Länder wie Thailand, die auf Reisexport auch nach Deutschland angewiesen sind, werden aus Angst vor Einbussen die dringend benötigten neuen Pflanzen allenfalls zögernd anbauen.Nicht nur mehr Gentechnik, auch Pestizide sind eine schöne Sache
Auszug aus "Wir sind nicht eine Welt", in: Die Welt vom 27.10.2004
Afrikanische Länder brauchen wirksame und billige Pestizide um Heuschreckenplagen bekämpfen zu können. ...
In der gleichen Woche, in der WWF vor der "globalen Bedrohung" durch Chemikalien warnte, bettelten Regierungen und Hilfsorganisationen aus der afrikanischen Sahelzone um eben solche Chemikalien. Genauer gesagt: um Pestizide.
Dort wütet die größte Heuschreckenplage seit 15 Jahren, die Auswirkungen auf die Ernährung der Menschen sind nach UN-Angaben jetzt schon verheerender als die aller Kriege in Afrika. Die Heuschreckenschwärme sind bis zu 70 Kilometer lang. Millionen von Hektar wurden bereits kahl gefressen. Ein Ende ist nicht absehbar, die Frühjahrsernten in Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Marokko und Algerien gelten aufgrund der ungebremsten Fortpflanzung der Tiere bereits als verloren.
Inzwischen hat die FAO 1,2 Millionen Liter Pestizide bestellt und etwa eine Million Hektar mit Flugzeugen besprüht. Doch das ist teuer und schwierig. Am effektivsten sind die Insekten auszurotten, solange sie noch nicht fliegen können. Das wirksamste und billigste Mittel dagegen wäre das Insektizid Dieldrin gewesen.
Was sich bei der Gentechnik abzeichnet, gilt auch für andere Themen. Da dürfen für den Fortschritt schon mal Bomben fallen: "Doch wer Freiheit und Wandel mehr
fürchtet als alles andere, dem hilft auch keine Lichterkette." (Miersch und Maxeiner in: Literarische Welt vom 26.04.2003)
Dass sich verarmte Schichten und Wohngebieten der Welt vor ihren autoritären Regierungen fürchten und zwangsweise ihre Phantasie einsetzen müssen, um mit alltäglichen Geschäften irgendwie das Überleben zu sichern, nennen Miersch und Maxeiner einfach mal "Kapitalismus von unten". Fazit dort: "Das Motto der
kapitalistischen Gradwurzel-Revolution in den Schwellen- und Entwicklungsländern könnte daher lauten: 'Freiheit kann man essen'." (Die Weltwoche Nr. 43 vom 23.10.2003)
Auf jeden Fall bleibt festzustellen: Bei Maxeiner und Miersch kann mensch Bücherberge durchlesen und Internetseiten in Massen konsumieren, ohne auf eine einzige Quellenangabe oder Begründung für die Behauptungen zu stoßen. Auch das ist ein typisches Kennzeichen. So wie etliche GentechnikforscherInnen mit ideologisiertem neu=gut und technisch=fortschrittlich ihren KritikerInnen die Wissenschaftlichkeit absprechen, so hauen Maxeiner und Miersch gen GentechnikkritikerInnen ständig die Ideologiekeule um die Ohren - und sind doch die Prototypen solchen Denkens.
- Achse des Guten - Internetseite von Maxeiner, Miersch und Broder. Die Betreiber stellen sich damit auf die Seite der US-Außenpolitik nach den Anschlägen vom 11. September 2001, um damit eine ihrer Meinung nach gegebene "deutsche und europäische Mentalität der Zurückhaltung" anzuprangern, die sie als „Gutmenschentum“ oder „Appeasement“ bezeichnen. (Wikipedia)
Maxeiners Partner und Ex-HR-Umweltredakteur: Michael Miersch
Miersch startete eher von sogenannt "links", über die taz und den Hessischen Rundfunk zu Chancen und natur, wo er dann zu einem unzertrennlichen Paar der Technik-ist-immer-gut-Gläubigkeit mit Maxeiner wurde (Wikipediaeintrag zu Miersch)
Auszug aus "Hurra, wir werden die Welt retten", in: NOVO 88, Mai/Juni 2007
Ein permanenter Wettbewerb um effizientere Technik wäre die beste Antwort auf Ressourcenabhängigkeit und Klimawandel. Die Chancen dafür stünden am besten, wenn nicht nach deutscher Art von vornherein einige Technologien ideologisch ausgeschlossen würden. Atomtechnologie und Gentechnik könnten wichtige Komponenten einer grünen Zukunft sein.
Links
Zu Seilschaften und Filz in der Gentechnik
- Konzerne ++ Forschung ++ NGOs, Verbände usw.
- Artikel in der Neuen Rheinischen Zeitung, online am 4.2.2009
- Fernsehbeitrag zum Filz zwischen Monsanto, anderen Firmen und Behörden (BR)
Weitere Links
- Emanzipatorische Gentechnikkritik: Gentechnik folgt den Logiken von Macht und Profit!
