IFZ, Friedt, Kogel: Ziele, Tricks & Posten
Hinter dem Kulissen der Uni-Genforschung in Gießen
IFZ ++ Kogel, der Gentechnikfan ++ Versuche ++ Ämter und Seilschaften ++ Stoppt den Versuch(sleiter) ++ Links
Eiskalte Intelligenz in der Knechtschaft des Kapitals.
Kommentar eines Arztes zu Kogel und Wissenschaftlern in seinem Umfeld
- Skandalfeld Gerste: Beschreibung, Hintergründe und die Auszüge aus den Akten zu den Versuchsjahren 2006 und 2007
- Die angebliche Sicherheitsforschung ist frei erfunden: Strafanzeige gegen Kogel wegen Veruntreuung von bzw. Betrug mit Forschungsförderung ... ohne Ermittlungen eingestellt.
- 2009 - Illegales Gengerstenfeld angelegt: Strafanzeige ... ohne Ermittlungen eingestellt!
- Gerstenversuchs 2009: Vorphase, Antrag und Genehmigung, Klagen, Aussaat und Feldbefreiungen, illegales Zweitfeld und Strafanzeige, Vertuschung und das Wirken der Gentechnik-Seilschaften ...
IFZ - HighTech für Profite unter der Flagge der Umweltsicherung
Durch das Gießener Interdisziplinäre Forschungszentrum für Umweltsicherung (IFZ) zu gehen, ist beeindruckend. Was hier der Umweltsicherung dienen soll, sind vor allem aneinandergereihte Gentechniklabore. Und auf den Gängen findet sich Gentechnikwerbung pur - oftmals gleich von den Konzernen oder Lobbyverbänden.
Im Original: Entstehung und Geschichte ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Das Foto rechts zeigt Auslagen im Institut von Prof. Kogel: Industriewerbung, Karriereberatung zum Agro-Gentechniker und Hetze gegen GentechnikkritikerInnen.
Aus der Darstellung auf der IFZ-Internetseite
Die Idee für die Errichtung des IFZ wurde bereits vor 15 Jahren vom damaligen Präsidenten Prof. Heinz Bauer geboren. Damit sollte der Stärke der Umweltwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Rechnung getragen werden. Der erste Spatenstich erfolgte im Jahr 1997. Die IFZ-Arbeitsgruppen begannen im Herbst 1999, noch vor der vollständigen Fertigstellung des Gebäudes, mit dem Einzug. Gleichzeitig vereinbarten Mitglieder und Universitätsleitung eine Satzung für das Zentrum, gefolgt von einer Nutzungsordnung. Am 13. Mai 2002 wurde das IFZ offiziell an die Nutzerinnen und Nutzer übergeben.
IFZ-Forschung
IFZ-Forschung ist problemlösungsorientierte Forschung im Bereich der Bio-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften.
Der Mensch nutzt und verändert seine Umwelt nach seinen Bedürfnissen. Aber was er auch tut, der Mensch bleibt eingebunden in das Netzwerk der Biosphäre. Er bleibt abhängig von der Leistungsfähigkeit vor allem biologischer Prozesse, die in ihrer Komplexität noch nicht hinreichend bekannt, geschweige denn zu steuern sind.
Grundlage der menschlichen Ernährung sind Nahrungsnetze, für deren Funktion Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere unentbehrlich sind. Das ständig wachsende Wissen macht die Verletzlichkeit unserer Umweltsysteme zunehmend bewusst, zugleich ermöglicht dieses der Land- und Ernährungswirtschaft, die begrenzten Ressourcen effizienter zu nutzen und so den steigenden Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln zu decken.
Mikroorganismen erweisen sich als Schlüsselfaktor bei der Besiedlung extremer Lebensräume. Neue Erkenntnisse über die Adaptation und Resistenz von Pflanzen und Tieren gegenüber Stress ermöglichen trotz ständig neuer Krankheiten und Schädlinge und unter schwierigsten Umweltbedingungen eine produktive Landwirtschaft. Zugleich wurden mit der Modellierung von Prozessen und Wirkungsketten über den Ökosystemmaßstab hinaus Werkzeuge entwickelt, um den Einfluss der Landnutzung auf die zukünftige Entwicklung zum Beispiel der Artenvielfalt gesamter Landschaften abzuschätzen.
Solche komplexen Aufgabenstellungen erfordern das Zusammenführen von Fachkompetenz aus verschiedenen Disziplinen. Im Interdisziplinären Forschungszentrum für biowissenschaftliche Grundlagen der Umweltsicherung, kurz IFZ, haben sich agrar- und ernährungswissenschaftliche sowie biologische Forschungsgruppen der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammengefunden, um in fachübergreifenden, gemeinsamen Projekten verstärkt die Umwelt zu erforschen. Die neuen Zentrumsgebäude bieten die nötigen Voraussetzungen sowohl für klassische disziplinäre Forschung als auch für Aufgabenstellungen, die in keine Schublade passen und nur fachübergreifend zu lösen sind.
So wird manipuliert ...

Aus der Broschüre "Life sciences" der Uni Gießen. Dargestellt wird die angebliche Fläche, die pro Person für Nahrungsmittelerzeugung bleibt. Der Rechenmodus wird nicht angegeben, ebenso nicht, wieviel dieses Effektes durch Anbau von Energiepflanzen und Viehfutter, Verwüstung aufgrund intensiver Landwirtschaft usw. entsteht. Wer sich die Zahlen anguckt, bemerkt, dass die rechte Zahl ungefähr ein Drittel der linken Zahl ist. Doch die blauen Flächen machen einen ganz anderen Eindruck. Die Fläche ist nur noch ca. ein Zehntel. ++ Seite zu vermeintlichen Vorteilen und was davon zu halten ist!
IFZ-Zukunft in den Köpfen der Gesellschaftsingenieure
Aus einem Bericht über Finanzanträge uniforum (Zeitung der Uni Gießen), 3/2009 (S. 8)
Bei einem der drei Anträge
handelt es sich um ein „Zentrum
für Insektenbiotechnologie“
(Sprecher: Prof. Dr. Andreas Vilcinskas,
Institut für Phytopathologie
und Angewandte Zoologie).
Es zielt auf den Ausbau der Kooperation
bestehender Arbeitsgruppen
und Institutionen zum
Thema „Gelbe Biotechnologie“.
Die Aufforderung zur Vollantragsstellung
spielt vor allem
vor dem Hintergrund der Bemühungen
um die Ansiedlung eines
Fraunhofer-Instituts für Bioressourcen
in Gießen eine große
Rolle. Die Universität Gießen
besetzt damit ein ganz neues Forschungsfeld:
Erstmalig soll eine
operative Einheit aufgebaut werden,
die sich der Entwicklung innovativer
Spitzentechnologien
an den Schnittstellen zwischen
der Roten, Grünen und Weißen
Biotechnologie widmet.
Ende Februar 2009: Genlabore der Uni gehen in Flammen auf
Aus den Polizeipresseinformationen vom 25.2.2009
Brand eines Gewächshauses der Justus-Liebig-Universität
Gießen: Am Mittwoch, dem 25.02.2009, gegen 1.00 Uhr, wurde Rauch aus einem Gewächshaus der Uni im Heinrich-Buff-Ring gemeldet. Bei dem Gewächshauskomplex handelt es sich um einen Bereich, in welchem auch gentechnische Versuche vorgenommen werden. Im direkten Brandbereich fanden keine gentechnischen Versuche statt. Nach ersten Ermittlungen ist der Brand durch einen technischen Defekt entstanden, ein Brandanschlag kann ausgeschlossen werden. Der Sachschaden beträgt ca. 50.000 Euro.
Presseinformation der Uni Gießen am 25.2.2009 - Artikel im Gießener Anzeiger, 26.2.2009
- Text in der Gießener Allgemeìnen, 26.2.2009
- Text in der Gießener Zeitung am 25.2.2009
Zwei Tage später ging ein Brief ein, der doch darauf hindeuten könnte, dass es sich um eine Attacke von GentechnikgegnerInnen gehandelt hat. Wann der Brief eingeworfen wurde, ließ sich nicht feststellen. Scan des kleinen Zettels siehe rechts.
Kogels Einstellung zur Gentechnik
Täuschung: Kogel sei ein Wissenschaftler mit kritischem Blick auf transgene Pflanzen
Wahrheit: Ein glühender Verfechter der Gentechnik
Als es 2006 mit dem Gengerste-Versuch losging, versuchte sich Prof. Kogel (leider zunächst erfolgreich) als differenzierter, kritische und reflektierter Forscher zu inszenieren. Mit besten Kontakten gerade in rot-grüne Kreise und einem bei Umweltverbänden akzeptierten Vokabular gelang es ihm, den für die Weiterentwicklung der Gentechnik sehr bedeutsamen Versuch weitgehend ohne Kritik durchzubringen - wenn da nicht die zunächst sehr kleine, aber entschlossene Gruppe der "FeldbefreierInnen" gewesen wäre, die sofort auch die PR-Tricks von Kogel thematisierte. 2006 stellten sich alle Fraktionen im Stadtparlament und die grüne Umwelt-Bürgermeisterin auf Kogels Seite. Die SPD, der Kogel nahe steht, agierte als Propagandaabteilung.
Aus dem Gießener Anzeiger vom 1.6.2006 (S. 15)
Dabei legte Kogel ... großen Wert auf die Feststellung, dass er nicht als grundsätzlicher Befürworter von Gentechnik verstanden werden wolle.
Im Jahr 2007 setzte die Uni dann einen weiteren Versuch oben drauf. Diesmal war Versuchsleiter der in rotgrünen Kreisen weniger beliebte Prof. Friedt. Die Pflanze stammte vom bösen amerikanischen Konzern Monsanto - während Kogels Versuch u.a. eine Resistenz gegen ein Bayer-Herbizid beinhaltete und auch sonst eher deutsch wirkte. Das machte einigen Unterschied: Der MON810-Versuch führte zu einiger Empörung, während der Gerstenversuch weiter kaum öffentlich attackiert wurde - aber von den "FeldbefreierInnen" und der unbekannt gebliebenen Gruppe, die das Feld 2007 in einer nächtlichen Aktion zerstörte.
Kogels Propaganda hat erhebliche Wirkung gezeigt. Doch bei näherer Betrachtung ist er nur geschickter als Kollege Friedt. Und lügt besser. Denn dort, wo die Gießener Öffentlichkeit nicht hinguckt, redet Kogel Klartext. Und das schon länger ...
Auszüge aus Kogel/Jansen: "Das nationale Verbundprojekt GABI-Agrotec", in: Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 78 ff.)
Sicherung des Ertrags und optimale Qualität von Lebensmitteln – das sind die Kernziele der heutigen Agrar- und Verbraucherschutzpolitik. Doch wie lassen sich diese Ziele unter Einhaltung moderner Umweltschutzbestimmungen und der Prämisse der „Nachhaltigkeit“ erreichen? Die einzig praktikable Lösung scheint in der Entwicklung von Nutzpflanzen zu liegen, die Krankheiten und ungünstigen Umwelteinflüssen trotzen. Die klassische Pflanzenzüchtung stößt hier an ihre Grenzen, da es nicht möglich ist, alle Gene, die an der Ausprägung einer solch komplexen Widerstandsfähigkeit beteiligt sind, durch Kreuzung in einer Sorte zu vereinen. Doch was tun, wenn die klassische Züchtung nicht zum Erfolg führt? Aus Sicht der Wissenschaft liegt die Antwort in der „Grünen Gentechnik“, das heißt in der gezielten Herstellung von Pflanzen, die den modernen Produktionsanforderungen, wie hohe Erträge bei reduziertem Pestizideinsatz und möglichst geringer Belastung des Ernteguts mit toxischen mikrobiellen Stoffwechselprodukten, entsprechen. Die große Herausforderung besteht heute darin, den Verbraucher über die Notwendigkeit dieser Vorgehensweise aufzuklären und so die gesellschaftliche Akzeptanz für eine neue Generation von Nutzpflanzen zu verbessern. ...
Der große Vorteil gegenüber der klassischen Züchtung besteht darin, dass Gene, die an der Ausprägung des gewünschten Merkmals beteiligt sind, gezielt in Pflanzen, z.B. Hochertragssorten, eingebracht werden können. Dabei spielt es im Prinzip keine Rolle, aus welchem Organismus diese Gene stammen. Während man in der klassischen Pflanzenzüchtung darauf angewiesen ist, dass Spender- und Empfängerpflanze sich miteinander kreuzen lassen, können in der Grünen Gentechnik auch Gene aus Bakterien oder artfremden Pflanzen in die gewünschte Zielpflanze eingebracht werden.
Zitat vom Versuchsleiter Prof. Dr. Kogel im Interview auf www.biosicherheit.de am 29.5.2006
Ich bin sicher, dass sich künftige pilzresistente Pflanzen am Markt behaupten könnten. Insbesondere bin ich davon überzeugt, dass in den nächsten Jahren ein Fokus der Biotechnologie auf Getreide liegen wird. Gerade unter den Aspekten der biologischen Sicherheit eignet sich Getreide besonders dazu, die Qualität der Ernteprodukte durch Einsatz der Biotechnologie zu verbessern.
Zitat von Kogel in noch einem Interview auf www.biosicherheit.de
Frage: Wo sehen Sie denn den Nutzen der Pflanzenbiotechnologie, der in der Gesellschaft überzeugend vermittelt werden kann?
Karl-Heinz Kogel: Aus meiner Sicht ist es immer noch ein wesentliches Ziel, den chronischen Hunger zu überwinden und Pflanzen mit einer besseren Qualität zu entwickeln. Gerade unter der Anforderung der Nachhaltigkeit wird Gentechnik hier zukünftig einen Beitrag leisten. Ein noch größeres Potenzial sehe ich, wenn es darum geht, die Folgen des Klimawandels zu mindern, gerade im Bereich erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Wenn man sich die aktuelle Grundlagenforschung anschaut, sind viele Ansätze zu überzeugenden Lösungen zu erkennen.
Wir müssen auch die möglichen Konsequenzen und Gefahren deutlich machen, die darin liegen, wenn wir nicht handeln. In unseren Breiten ist zum Beispiel die Ökobilanz nachwachsender Rohstoffe nicht gut - hier sind neben anderen auch biotechnische Verfahren geeignet, um an das Produktionsverfahren angepasste, effizientere Pflanzen zu entwickeln. Heute glaubt man, ohne Einschränkungen auf diese Technologie verzichten zu können. Doch wenn, wie heute schon in der Medizin, auch bei der Grünen Gentechnik deutlich wird, welche Nachteile die Nicht-Anwendung hat, wird sich die öffentliche Meinung ändern.
Gastkommentar in "Das Parlament" Nr. 43 / 22.10.2007
Karl-Heinz Kogel
PRO: GENTECHNIK
Durchaus sinnvoll
Gentechnik zur Produktion gesünderer Pflanzen und damit gesünderer Lebensmittel zu nutzen, ist ein vernünftiges Ziel. Eine gute Sicherheitsforschung ist gleichzeitig ein Muss. Argumente für Gentechnik sind etwa der Klimawandel, Rohstoffverknappung und chronische Unterernährung in weiten Teilen der Welt. Während sich die großen Wissenschaftsorganisationen klar zur Nutzung der neuen Potenziale bekennen, lehnen Verbraucherschützer und Naturschutzverbände sie strikt ab.
Bei der Frage, ob Gentechnik zu gesünderen Lebensmitteln führt, sollte ein Blick auf deren Einsatz in der Medizin zumindest hilfreich sein. Dort zählen gentechnische Verfahren etwa bei der Herstellung von Insulin oder von Faktor VIII für Hämophilie-Patienten inzwischen zur Normalität und helfen bei der Behandlung von Tausenden Patienten.
Auch Gentechnik in Lebensmitteln hat sich, wo sie zu sichereren und hygienischeren Produkten führt, durchgesetzt: Bei der Käseherstellung etwa wird das Labferment weitgehend aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen statt aus Rinderpansen gewonnen - ein durchaus humaner Ansatz. Eine andere Grundlage für gesunde Lebensmittel wird bereits auf dem Feld gelegt: Hier geht es auch um natürliche Gifte, die pilzliche Schaderreger an kranken Pflanzen bilden.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der bei uns so umstrittene gentechnisch produzierte Bt-Mais bei Schädlingsbefall weniger Pilztoxine aufweist als ein entsprechend unbehandelter Mais. Dies zeigt zumindest: Das Potenzial für eine Produktion von gesünderen Lebensmitteln ist vorhanden. Das aber muss wissenschaftlich überprüft werden. Das Gleiche gilt auch für mögliche Gefahren. Hierbei betone ich: Deutschland leistet sich eine Biosicherheitsforschung, die weltweit mit am höchsten entwickelt ist. Und das ist gut so.
Profitzwang erzwingt ungünstige Fruchtfolgen - und das soll Gentechnik ausgleichen!
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel
Im konventionellen Anbau finden wir im Grunde keine Lösung des Problems, da Fungizide nicht optimal wirken und Fruchtfolgen aus ökonomischen Gründen falsch gestellt werden.
Ökologischer Landbau könnte auch helfen - aber Kogel will Gentechnik
Aus Kogel/Jansen: "Das nationale Verbundprojekt GABI-Agrotec", in: Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 81)
Die Ursachenforschung nach toxinfördernden Produktionsfaktoren führt allerdings noch zu einer weiteren wichtigen Erkenntnis. Bei einer intensiven Bestandesführung (dichte Fruchtfolgen, Einsatz von Wachstumsregulatoren, hohe Stickstoffdüngung) ist das Risiko des Auftretens von Mykotoxinen höher als unter den Produktionsstrategien im Öko-Landbau, denn Ährenfusariosen entwickeln sich besonders stark unter hohen Stickstoffkonzentrationen, und die Reduktion der Halmlänge durch Wachstumsregulatoren führt im gesamten Bestand zu einem feuchteren Mikroklima, das das Wachstum der Pilze ebenfalls erheblich fördert.
Das Ganze nur, weil Gentechnik nicht mehr aufzuhalten sein soll
Zitat von Kogel in einem Interview auf www.biosicherheit.de
... ob man will oder nicht, Biotechnologie ist weltweit gesehen bereits eine neue Schlüsseltechnologie auch im Bereich der modernen Landwirtschaft.
Aus der Akte der Versuchsleitung zum Gengerstenfeld bei der Uni Gießen (IPAZ)
Protokoll über ein Fachgespräch "Schwellenwerte für Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen" der DFG (30.+31. 8.2006 in Bonn)
Handschriftliche Vermerke von Prof. Kogel auf Konferenzunterlagen: "Sehr niedrige Schwellenwerte würden Forschung behindern", "Steht Aufwand für Kennzeichnung in vernünftiger Relation zum Nutzen".
Auszüge aus "Was der Bauer nicht kennt" von Sebastian Beck in der Süddeutschen Zeitung am 30.6.2009
"Wenn wir nicht alle Wissenschaftsorganisationen hinter uns hätten, dann wären wir absolut frustriert", beschreibt Kogel die Lage. So aber ist er trotz aller Anfeindungen optimistisch: "Die Wahrheit setzt sich immer durch." ... Die wissenschaftliche Literatur jedoch, die spreche "überwältigend eindeutig" für die Gentechnik und die Unbedenklichkeit der bisher zugelassenen Pflanzen. Das gilt nach Ansicht von Kogel auch für den BT-Mais MON810, dessen Anbau in Deutschland jetzt untersagt wurde. Kogel hat sich die Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich durchgelesen, auf die sich Landwirtschaftsministerin Aigner bei ihrem Verbot berief: "Für das normale Ökosystem sind die Ergebnisse völlig irrelevant", fasst er sie zusammen. ... Auch Kogel sieht die gravierenden Folgen der weltweiten Landwirtschaft. Deshalb habe er schon immer für eine Synthese aus Biolandbau und Gentechnik plädiert. Das wäre ein echter Sprung nach vorne, glaubt er.
Täuschung: Kogel kritisch gegenüber fremdbestäubenden Pflanzen wie Mais und Raps
Wahrheit: Kogel auch für Anbau von MON810
2006 heuchelte Kogel noch eine kritische Einstellung zum Mais
Aus der Gießener Allgemeine vom 17.6.2006 (S. 28)
Die Bestäubung findet zudem bei geschlossenen Blüten statt, so dass die Gefahr von Kreuzungen mit "normaler" Gerste kein Risiko darstelle. Dies sei z.B. bei transgenem Mais und Raps anders.
2007 hetzt er dann gegen MON810-KritikerInnen
Aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Ein aktuelles Beispiel ist der Bescheid des BVL mit dem vorläufigen Vertriebsverbot von Bt-Mais MON810. Faktisch ist es eine politische Entscheidung, die man als Staatsbürger akzeptieren muss. Entsetzlich finde ich aber die Begründung, die von einer Gefahr für die Umwelt spricht. Aus wissenschaftlicher Sicht hält sie einer substantiellen Analyse nicht stand. Wenn Sie die entsprechenden Publikationen bis 2007 sorgfältig analysieren, wird deutlich: Es haben sich keine Risiken für Mensch, Tier und Pflanzen gezeigt, ganz sicher keine, die über das normale Niveau von gezüchteten Pflanzen hinaus gehen. Es gibt weltweit keine Pflanzen, kaum eine Chemikalie, die besser untersucht worden ist als Bt-Mais oder Bt-Toxin. Die biologische Sicherheitsforschung, die das BMBF seit Jahren mit vielen Millionen fördert, hat auf die meisten Risikofragen Antworten geliefert. Aber genau die werden nicht berücksichtigt. Das ist ein schwerer handwerklicher Fehler.
Einschließlich der Verbreitung von Lügen (gleiche Quelle)
Als Fachmann für biologischen Pflanzenschutz - wir haben in dieser Richtung viel publiziert - muss ich auch sagen, dass die Konsequenzen der Argumentation kaum bis zu Ende gedacht werden. Wenn das Bt-Toxin wirklich eine Gefahr darstellt – wie Anreicherung im Boden oder eine Aktivität auf Nicht-Zielorganismen - , dann müssten doch die klassischen Bt-Präparate schnellstens überprüft werden.
Seit Jahrzehnten werden diese in der organischen Landwirtschaft als biologische Pflanzenschutzmittel verwendet. Sie gelten völlig zu Recht als umweltverträglich und förderlich für ein nachhaltiges Wirtschaften. Der Wirkungsmechanismus von Bt-Toxin ist bis in die molekularen Details aufgeklärt. Man muss schon fragen: Ist der mode of action eines Wirkstoffs abhängig von der herrschenden politischen Weltanschauung in der Landwirtschaft?
Anmerkung: Das vom Mais produzierte BT und das versprühte sind nicht identisch. Das weiß auch Kogel. Er lügt, bewusst!
In einem Extra-Kasten auf der Seite:
Heftige Auseinandersetzung vor Ort gab es auch um Anbauversuche mit gv-Mais, die im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Sortenzulassung vom Institut für Pflanzenzüchtung der Universität Giessen zusammen mit dem Bundessortenamt durchgeführt wurden. Trotz einer mehrheitlichen Ablehnung des Projekts durch den Giessener Stadtrat sah die Universität keine wissenschaftlichen Anhaltspunkte für den Abbruch des Versuchs. Als Vizepräsident der Universität trägt Kogel diese Entscheidung mit.
Fraglich: Kogel sei unabhängig
Verdachtsmomente: Verbindungen zu Industrie erkennbar
Auszugs aus Kogels selbsterstellten Lebenslaufs: Er arbeitete als Patentanwalt für eine Kanzlei ... für wen wohl?
Kogel hält Patente mit der BASF
Nach einer Internet-Recherche bei der WIPO (world intellectual property organisation) steht jetzt fest, dass die gemeinsamen Gentech-Erfindungen des Versuchsleiters Karl-Heinz Kogel mit anderen weiteren WissenschaftlerInnen (u.a. der Justus-Liebig-Universität in Gießen) umgehend weltweit von BASF Plant Science patentiert werden. Nur für den US-Markt patentieren sich Kogel und Co ihre Erfindungen offenbar selbst! Bin ja mal gespannt, ob Kogels Liebe für die Freiheit der Forschung auch die uneingeschränkte, weil kostenlose Nutzung dieser Patente beinhaltet. Diese könnte er allerdings nur noch in den USA selbst durchsetzen!!!
- Die gewünschten Seiten sind zu finden über die Seite www.wipo.int/pctdb/en/ ++ unter Inventorname "Karl Heinz Kogel" eingeben!
Gehirnwäsche mit Kogel
Ziel ist nicht die Risikoforschung, sondern die Gentechnik in den Köpfen durchzusetzen
Aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Die Skepsis, auf die wir treffen, ist Ausdruck eines erklärbaren, ja notwendigen Schutzmechanismus, der ja auch aus evolutionsbiologischer Sicht sinnvoll ist. Für uns Wissenschaftler heißt das: Wir müssen zeigen, dass diese Technik, die wir einführen wollen, große Vorteile hat – und dass diese Vorteile begreifbar werden. Erst dann, glaube ich, kann man die Bevölkerung wirklich überzeugen. Unsere Aufgabe ist es, stetig und mit viel Geduld Überzeugungsarbeit zu leisten.
Je nachdem, wo er auftritt, wechselt Kogel sein Verhalten - wie ein Chamäleon. Viele, die seine PR-orientierten Auftritte erleben, halten ihn für einen netten, aufrichtigen Wissenschaftler. So verkaufte er den Gengersteversuch als wichtige Sicherheitsforschung und sich selbst als Gentechnikkritiker. Doch das war alles gelogen. Kogel tritt andersorts mit den plattesten Pro-Gentechnik-Argumenten auf - selbst die Behauptung, die Gentechnik können den Hunger besiegen, hat er mündlich (z.B. 2006 auf einer Friedrich-Ebert-Stiftungstagung im Dachcafe in Gießen) und schriftlich verbreitet.
Wirre Behauptung: Gentechnik könne Hunger und Klimawandel bekämpfen
Aus einem Text von Kogel aus dem Jahr 1999 (Quelle)
Ein verstärkter Forschungsaufwand zur Entwicklung neuer biotechnologischer Konzepte für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft ist angesichts einer schnell wachsenden Weltbevölkerung von heute sechs Milliarden auf über zehn Milliarden im Jahre 2050, begrenzter Anbauflächen und nicht auszuschließender Produktionsverluste durch globale Klimaveränderungen zwingend erforderlich.
Kogel behauptet: Gentechnik ist notwendig!
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Im konventionellen Anbau finden wir im Grunde keine Lösung des Problems, da Fungizide nicht optimal wirken und Fruchtfolgen aus ökonomischen Gründen falsch gestellt werden.
Kogel behauptet, dass Gentechnik notwendig ist, weil "Fruchtfolgen aus ökonomischen Gründen falsch gestellt werden". Das bedeutet also, dass das ewige Ringen um Profit selbst den Sachzwang schafft. Es gäbe also andere Möglichkeiten, aber die werden aus Profitgier und Verwertungszwang nicht genutzt. Die Gentechnik ist überflüssig, ihre Notwendigkeit wird geschaffen.
Kogel behauptet: Gentechnik ist die beste Lösung
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Es ist evident, dass das vielschichtige Problem der Fusariumtoxine am besten durch moderne Pflanzenzucht zu lösen ist. Biotechnologie ist gerade bei diesem Beispiel eine Schlüsseltechnologie, da in Getreide bis heute keine natürlichen hochwirksamen Resistenzen identifiziert werden konnten.
Typischer Wortschatz: "Es ist evident". Statt Begründungen liefert Kogel immer wieder Zirkelschlüssel und macht Behauptungen zu Argumenten. Das wirkt stark unwissenschaftlich.
Kogel sieht als Vorteil, dass Artgrenzen überschritten werden
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Da haben wir bei der gentechnischen Methode natürlich den Vorteil, dass wir Artgrenzen überschreiten können und nicht darauf angewiesen sind, aus Weizen oder Gerste ein Gen zu nehmen, um Fusariumresistenz zu bekommen. Wir können hier auf alle möglichen Spezies ausweichen, um auf der Grundlage unseres heutigen Wissens Gene zu finden, von denen erwartet werden kann, dass sie einen Effekt gegen Fusarium haben. Hier besteht also die Hoffnung, dass man mit einzelnen gezielt einsetzbaren Genen Resistenzen erzeugen, und damit der wirklich problematischen, ja gefährlichen Fusariumkrankheit zu Leibe rücken kann.
Kogel bezeichnet das Überschreiten der Artgrenzen als "Vorteil". Damit zeigt er sich als kompromissloser Anhänger der Gentechnik, denn gerade das wird von KritikerInnen als hohes Risiko betrachtet.
Kogel behauptet: Neue Produkte werden entwickelt
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Wir haben auch Gene gefunden, die den pflanzlichen Zelltod hemmen und damit eingreifen in das, was Fusarium versucht, nämlich Pflanzenzellen abzutöten. ...
Wir haben ganz eindeutige Wirkungen von Genen gegen Fusarien und wir und andere Arbeitsgruppen haben auch schon transgene Pflanzen in den Labors, die gute Wirkung gegen die Fusariumerkrankung zeigen. Aber eh das wirklich in die agronomische Produktion geht, werden noch einige Jahre vergehen. In diesem Zusammenhang ist es für mich wichtig nochmals zu betonen, dass Biotechnologie in der Landwirtschaft natürlich nur eine Option unter mehreren anderen ist, die jede Art von landwirtschaftlicher Produktion, sei sie konventionell oder ökologisch-dynamisch unterstützen könnte. Ich möchte auch insofern richtig verstanden werden, dass der letzte Beweis, dass durch biotechnologische Veränderungen am Getreide Pflanzenschutzmittel auf Dauer eingespart werden können, noch aussteht. Aber es ist ja gerade die Aufgabe der Wissenschaft "vor" zudenken und sich stattdessen nicht von Entwicklungen überrollen zu lassen.
Bei der Biosicherheitsforschung müsste es um Überprüfungen der Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen gehen. Hier stellt Kogel aber klar, dass neue Produkte entwickelt werden sollen.
Kogel behauptet: Biotechnologie ist Schlüsseltechnologie, das Wollen der Menschen spielt keine Rolle!
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
In diesem Sinn will ich auch unsere Sicherheitsforschung am Getreide als vorsorgenden Verbraucherschutz verstanden wissen, denn ob man will oder nicht, Biotechnologie ist weltweit gesehen bereits eine neue Schlüsseltechnologie auch im Bereich der modernen Landwirtschaft.
Auch hier tritt Kogel als Exekutor einer längst gefallenen Entscheidung pro Gentechnik auf. Die Behauptung, dass die Gefährlichkeit der Gentechnik noch untersucht werden müsse, ist reine Propaganda. Sie kommt auf jeden Fall - ob man will oder nicht. Politische Entscheidungsprozesse spielen keine Rolle. Der Sofortvollzug beim Gießener Gerstenfeld passt dazu.
Interview mit Prof. Kogel im Deutschlandfunk am 24.6.2009 auf die Frage "Kann es eine Koexistenz geben?"
Das ist ja politisch entschieden worden durch Abstandsregelungen im Gentechnikgesetz und aufgrund dieser Abstandsregelungen, was eine politische Entscheidung ist, ist Koexistenz formal natürlich möglich. Ich meine aber, das ist auch zu kurz gedacht. Ich habe da eine etwas radikalere Position, dass ich sage: Diese Auskreuzungen haben keine biologische Wirksamkeit, d.h. dieser Pollenflug, der ist absurd gering und hat im Grunde keine Wirkung auf den Naturhaushalt. Bereits 10m von einem transgenen Feld entfernt ist die Pollenkonzentration minimal, vielleicht 10 Pollen pro Quadratzentimeter. ...
Ein Insekt würde bei 1000facher Pollenkonzentration vielleicht beeinträchtigt werden, wir haben also keinen faktischen, wissenschaftlichen Beleg für einen Einfluss, das ist eine politische Entscheidung. ...
Wir als Wissenschaftler sehen, dass diese Technik positive Umweltwirkung hat ... Alle Studien zeigen, wenn wir vergleichen: Gentechnik mit konventionellem Anbau, also Einsatz von Herbiziden, von Pflanzenschutzstoffen, ist diese Technik umweltfreundlicher. Und deshalb läuft auch die Diskussion um die Auskreuzung ein bisschen ins Leere. ... ich sage nur, es gibt halt diese vermuteten Umweltwirkungen nicht.
Auf die Frage: "Sehen Sie auch Gefahren?"
Ich hab ein großes Problem in der Diskussion hier, dass es den Hörern erscheinen könnte, dass naturwissenschaftliche Ergebnisse beliebig produziert werden. Das ist nicht der Fall. Es gibt einen begutachteten Reviewprozess in naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen - und da kommt die Wahrheit zutage in der wissenschaftlichen Community. Natürlich muss man gucken, wer die Untersuchungen macht. Kommen die Untersuchungen aus bestimmten Industriebetrieben, dann ist klar, dass man die anders einschätzen muss als sonst. Aber es gibt Hochschulforschung weltweit, die ist normalerweise nicht abhängig. Und das geht in Begutachtungsprozesse rein, die dann sozusagen die Wahrheit an den Tag bringen.
Kogel im Interview bei HR-Info am 23.4.2009
Wir haben wie fast alle Kollegen in diesem Bereich tatsächlich keine Risiken gesehen, die über Risiken des normalen Anbaus und des Einsatzes von Pestiziden hinausgehen. ...
Gerade bei Amflora geht es ja um ein deutsches High-Tech-Produkt, da spielen ja ausländische Firmen keine Rolle mehr. Und gerade auf diesem Gebiet, da geht es um eine Leitwissenschaft Biotechnologie, da geht es um Versuche nicht nur in der Industrie, sondern auch an den Hochschulen. Hier jetzt ein Verbot auszusprechen, das halt ich für sehr problematisch, da ist auch eigentlich ein Konflikt der gesamten Wissenschaft mit bestimmten politischen Kreisen, insbesondere natürlich der CSU, zu sehen. ...
Wir haben eine klare Pestizidreduktion im Anbau bei gentechnischen Pflanzen ... die sind dadurch, dass weniger Pestizide eingesetzt werden müssen, im Grunde risikoärmer und sauberer für die Umwelt. Das ist unbestritten, so argumentieren ja auch im Grunde alle Wissenschaftsorganisation in Deutschland im Moment.
- Flugblatt mit Auszügen aus den Kogel-Interviews (PDF)
Schönreden mit Kogel
Am 19.5.2008 strahlte der WDR auf 3sat in der Sendung "Nano" Interviews mit Kogel aus und berichtete über seine Arbeit. Darin schwärmt Kogel nicht nur von der Gentechnik, sondern macht absurde Behauptungen über die völlig sichere Gentechnik und maßgeschneiderte gentechnische Experimente. Bemerkenswert ist dabei, dass er sich auf einen Versuch stützt, der in den ersten beiden Jahren zerstört wurde und im dritte gar nicht mehr stattfand. Für "Wissenschaftler" Kogel reichte das aber ...
Auszüge aus der Sendung (kursiv: Zitate von Kogel):
Auch im letzten und vorletzten Jahr hatten Gentechgegner dieses Feld besetzt. Sie wollten hier die Aussat gentechnisch veränderter Organismen verhindern. Mit Erfolg. Dieses Jahr mussten die Forscher ihren Versuch abbrechen.
Kogel: Dass wir das nicht machen konnten, ärgert einen Wissenschaftler schon.
Wir wollten die Risiken der Gentechnik hier weiter untersuchen und das müsste im Interesse der Verbraucher sein und letztendlich auch im Interesse derjenigen, die hier gegen Gentechnik protestiert haben.
... die Pflanzen haben die Forscher aus den USA eingeführt und mit den Organismen verändert, die im Boden vorkommen
Kogel: Es hat sich gezeigt, dass die Pflanzen keine negativen Effekte haben auf das Bodenleben haben, die Mikroorganisemen im Boden wurden nicht beeinträchtigt. Und das ist natürlich eine positive Nachricht, da sie zeigt, wie maßgeschneidert Gentechnik sein kann.
(Kritik von Feldbesetzer an Behauptung von 100%iger Sicherheit) ... Karl Heinz Kogel bleibt dabei. Er findet seine Forschung sicher. ... schon arbeitet er an gentechnisch veränderten Karotten.
Kogel: Wenn sie gerade sehen, dass weltweit seit 12 Jahren weit über 100 Mio Hektor gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden und es ist noch kein belegbarer Unfall bekannt. Daran sehen sie, wie sicher die Gentechnik ist.
Auf ihren Versuchsfeld mussten die Forscher zwar dieses Jahr eine Niederlage einstecken, doch lassen sich die Forscher nicht einschüchtern. Ihre Forschung geht weiter.
Dann folgt ein Live-Interview mit einer Wissenschaftlerin aus der Schweiz, die im Weltagrarrat mitarbeitet. Auszüge:
Hilbeck: Ob es belegbare Unfälle gegeben hat oder nicht, und die Sicherheit bestätigt wird, wird die Geschichte zeigen. Und die Biosicherheitsforschung und die Belege können nur so gut sein, wie rigoros die Forschung ist ~. Und da habe ich hin und wieder meine Zweifel.
Was heißt, ob es Unfälle gab. Kann ...
Nein, das kann man nicht. Wir sind zu früh machen und vor allem müssen wir die entsprechende Forschung machen und nachschauen. Und ob die Nahrung negative Auswirkungen auf den Menschen haben, können wir nicht sagen, weil wir keine US-Amerikanische Bevölkerung haben, die nicht gentechnisch veränderte Nahrung zu sich genommen hat.
... wenn Biosicherheitsforschung eingebettet in eine Produktentwicklung stattfindet büßt sie an Glaubwürdigkeit ein ... sie wird nicht rigoros in alle Ecken leuchten, mögliche Risiken zu finden.
Schon 2006 log Kogel ganz platt. Er behauptete wahrheitswidrig, Gerste würde gar nicht auskreuzen können. Am 25.4.2006 stellt er öffenltich seinen Versuch vor mit den Worten. Die Abschrift des Audiomitschnitts: "Dieser Versuch ist explizit ein sehr sicherer Versuch. Das ist auch beim Bescheid des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmitteltechnik ganz klar erläutert worden. Sicher ist dieser Versuch, weil die Gerste nicht auskreuzen kann. Es ist ein Selbstbefruchter. Die Pollenfreisetzung erfolgt bei geschlossenen Blüten, nur die eigene Pflanze wird befruchtet. Das heißt, es gibt keinen Pollenflug auf fremde Pflanzen und damit auch keine Auskreuzung. Gerste ist damit eine optimale Pflanze für die Freisetzung und biologische Sicherheitsforschung."
Bei dem Gengerstenversuch handelt es sich nicht um Biosicherheitsforschung. Die entsprechenden Fördergelder wurden folglich veruntreut.
In der Propaganda seitens der Universität Gießen und des Versuchsleiters Prof. Kogel wurde bereits der Versuch mit transgener Gerste am Alten Steinbacher Weg in Gießen (2006 bis, geplant, 2008) als Biosicherheitsforschung dargestellt. Da der jetzt beantragte Versuch identisch ist, gelten diese Aussagen auch weiterhin für den jetzt beantragten Versuch.
Aus dem Giessener Anzeiger vom 25.04.2006
Dieser erste Freilandanbau, der am 3. April von der zuständigen Behörde genehmigt wurde, soll die Frage klären, ob sich die gentechnisch veränderten Pflanzen negativ auf die für die Pflanzen wichtigen Bodenpilze, die Mykorrhiza auswirken, die ein essentieller Bestandteil in Ökosystemen darstellen und in beträchtlicher Weise zur Förderung der Pflanzengesundheit beitragen.
Aus dem Stern, 28.5.2006
Kogel will mit dem auf drei Jahre angelegten Versuch herausfinden, ob die gentechnisch veränderten Pflanzen schädliche Auswirkungen auf das Bodenleben haben. Vor allem interessiert die Forscher, ob nützliche Bodenpilze wie die praktisch überall vorkommenden Mykorrhiza verändert oder zerstört werden."
Die Version von der angeblichen Biosicherheitsforschung wurde auch durch das Bundesministerium verbreitet:
Aus einer Presseinformation des Bundesforschungsministeriums zum Versuch in Gießen (auch: Gießener Allgemeine, 2.6.2006, S. 23)
"Die Arbeit der Forscher dient einzig und allein dazu, sicherheitsrelevante Fragen zu beantworten", sagte Thielen.
Unter diesem Deckmantel der Biosicherheitsforschung beantragte die Universität Gießen Fördermittel aus dem Biosicherheitsprogramm der Bundesregierung (BMBF). Die tatsächlich verwendeten Mittel ergeben einerseits sich aus dem Zuwendungsbescheid des für die Vergabe der BMBF-Mittel zuständigen Forschungszentrums Jülich vom 21.3.2005 (zum Antrag om 26.2.2004 der JLU):
- S. 2: "wir bewilligen Ihnen aus Mitteln des BMBF als Projektförderung eine nicht rückzahlbare Zuwendung bis zu 352.301,44 Euro ... 100.000 Euro im Haushaltsjahr 2005, 106.068,00 ... 2006, 104.972,00 ... 2007, 41.261 ...2008"
- S. 3: "Sie sind verpflichtet, eine gute wissenschaftliche Praxis sicherzustellen"
- S. 5: "Ausgaben bis zum Höchstwert von jeweils 7.500 Euro (ohne USt) dürfen in Anwendung von ... generell freihändig vergeben werden. Dabei sind für Vergaben mit einem Auftragswert von
- 500 bis 1000 Euro (ohne USt) nachvollziehbare Preisermittlungen bei mindestens 3 Anbietern anzustellen,
- über 1000 Euro bis 7500 Euro (ohne USt) mindestens 3 schriftliche Angebote einzuholen." - Unterzeichnet von Dr. R. Straub und Dr. P.-F. Langenbruch
Zu anderen zeigt der Gesamtfinanzierungsplan vom 1.4.2005 bis 31.3.2008, dass überwiegend universitäre Personalkosten auf diese Weise gedeckt wurden. Es besteht somit der weitere Verdacht, dass hier Fördermittel zweckentfremdet wurden, um den Haushalt der Universität Gießen zu entlasten. Zusammenfassung des Gesamtfinanzierungsplans:
- Ausgaben:
- Personalausgaben: 283.812 Euro
- Sonstige allgemeine Verwaltungsausgaben: 30.000 Euro
- Dienstreisen: 5.680 Euro
- Gegenstände: 32.809,44 Euro
- Einnahmen:
- Nur die Fördermittel des BMBF: 352.301,44 Euro
Diese Summen steigen noch, wenn einberechnet wird, dass es sich um ein Verbundprojekt mit der Uni Erlangen handelt. Beiden zusammen sind deutlich höhere Gelder ausgezahlt worden. Da jedoch an beiden Standorten gleiche Ziele verfolgt wurden, müssen auch die in Erlangen ausgegebenen Gelder als veruntreut gewertet werden.
Aus einer Übersicht zu den Fördermitteln des BMBF
Angesichts dessen, dass der Versuch zu 100% aus dem Biosicherheitsprogramm gefördert wurde, hätte auch der Versuchszweck dem entsprechen müssen. Allerdings wurde schon in der Beantragung eine Zweiteilung des Versuches deutlich. Die Hälfte der Freisetzung diente der Untersuchung veränderter Brau- und Futtereigenschaften, d.h. für 50% des Versuches ist im Antrag an das BVL nicht einmal behauptet worden, dass er Sicherheitsfragen dienen würde. Insofern sind geldgebende Bundesstelle und Genehmigungsbehörde bereits unterschiedlich informiert worden.
Die Praxis sah allerdings schlimmer aus. Die aus Propaganda- und Finanzierungsgründen im Förderantrag und in der Medienarbeit behaupteten alleinigen Ziele der Sicherheitsforschung waren frei erfunden. Tatsächlich diente das Feld mit transgener Gerste am Alten Steinbacher Weg der Entwicklung neuer Produkte und neuer Methoden.
Der Methodenentwicklung diente der Versuch insoweit, als neue gentechnische Verfahren an der Gerste entwickelt werden sollten, die dann für alle oder zumindest viele Pflanzen anwendbar wären. Der Versuch diente also im allgemeinen dem Vorantreiben der Gentechnik. Die Gerste war nur eine Trägerpflanze, die ausgewählt wurde, weil Versuchsleiter Prof. Kogel mit ihr seit Jahren forscht und entsprechende Forschungsgelder durch die Vortäuschung von Sicherheitsforschung an Getreide passend zu erreichen waren.
Des weiteren verstieß der Versuch gegen die Förderrichtlinien, nach denen das Geld ausgeschüttet wurde. Dort ist als Fördervoraussetzung benannt: "Die Forschungsansätze sollen sich auf gentechnisch veränderte Pflanzen beziehen, deren Anwendung in Deutschland erwartet wird bzw. deren Freisetzung bereits erfolgt." (BMBF-Bekanntmachung der Förderrichtlinien "Biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen" im Rahmenprogramm "Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten" am 1.12.2003)
Die trangene Gerste diente nicht der späteren Markteinführungen, sondern allein als Trägerpflanze für gentechnische Experimente. Für die veränderten Brau- und Futtermitteleigenschaften ist kein Markt erkennbar, eine Markteinführung auch nicht geplant. Daher verstieß der Versuch gegen die Förderbestimmungen.
- Extra-Seite zum Versuchsfeld mit transgener Gerste
Völlig sinnlos: Strafanzeigen von Edlen und Reichen anzeigen ...
Gegen die Versuchsleitung und weitere eventeuell beteiligte Personen wurde am 8.2.2009 Strafanzeige eingereicht worden bei der Staatsanwaltschaft Berlin (Sitz des Fördereres BMBF). Denn es war offensichtlich, dass der Versuch mit transgener Gerste nichts als Betrug mit Steuergeldern war:
- Der im Förderantrag angegebene Versuch mit Mykorrhiza fand nicht statt ... siehe hier
- Es ging stattdessen um Methodenforschung (Entwicklung gentechnischer Verfahren) ... siehe hier
- Die Mittel wurden nicht so ausgegeben wie vorgeschrieben (siehe Absatz hier drüber)
- Die Fördervergabestelle (PtJ am Forschungszentrum Jülich) beriet die Uni Gießen sogar noch bei der Fälschung des Förderantrages
Dennoch hatte die Strafanzeige keine Chance. Das Verfahren wurde ohne Ermittlungen eingestellt. ...
- Text der Strafanzeige vom 8.2.2009
- Einstellung des Verfahrens mit der absurden Begründung, dass die am Betrug beteiligte PtJ gesagt hätte, alles sei okay

Aus der Einstellung durch die Staatsanwaltschaft Gießen
- Die rechtlich vorgeschriebene Akteneinsicht wurde Außenstehenden verweigert
Weitere Personen in um die Gentechnikforschung
Auch am IFZ: Prof. Wolfgang Friedt ... der Raps- und Mais-Gentechniker
Als schlechte Verlierer entpuppten sich nach dem Ende des letzten Genversuchs im Jahr 2008 die Zuständigen in der Uni Gießen. Während der Stationsleiter vor Ort seine Ämter in der Kirche niederlegte, nachdem diese sich hinter die BesetzerInnen gestellt hatte, machte Versuchsleiter Prof. Friedt mit einer spektakulären Aussage im RTL auf sich aufmerksam. Er wisse von weiteren Genfeldern in Hessen, sagte er: "Hessen ist glaub ich nicht gentechnikfrei", und fügte dann an: "Es gibt einzelne Landwirte meines Wissens, die solchen Mais anbauen, so dass man in keinem Fall sagen kann, das's gentechnikfrei". Doch angemeldet ist nichts - die Felder wären illegal und Friedt ein Mitwissen von Straftaten. Das wird aufzuklären sein, wie es unter anderem die Grüne Landtagsfraktion auch forderte.
Die FAZ dagegen bot dem dubiosen Versuchsleiter Prof. Friedt Platz zum Jammern - und dazu noch zur Verschleierung seiner Aussage im RTL-Interview, dass er von (dann illegalen) Genfeldern in Hessen wisse ...
1997 über Raps: Kann gar nicht auskreuzen!*
Aus einer „Erklärung zum Feldversuch mit gentechnisch gezüchtetem Raps auf dem Gelände des Lehr- und Versuchsbetriebes in Rauischholzhausen“ vom 18.4.1997, Autor: Prof. W. Friedt (Uni Gießen): "Bezüglich gentechnisch übertragener Herbizid-Resistenz hat zudem eine umfangreiche Diskussion zur Technologiefolgeabschätzung stattgefunden, die zu dem Ergebnis gekommen ist, daß keine Gefährdung der Bevölkerung bzw. nachhaltige Beeinträchtigung von Ökosystemen zu erwarten ist. Insbesondere kann eine Ausbreitung der neuen Eigenschaften wegen nicht gegebener Kreuzbarkeit von Raps mit Kruziferen der hiesigen Flora ausgeschlossen werden." *Inzwischen sind ganze Kontinente durch ausgekreuzten Raps überzogen. Raps gilt als nicht eingrenzbare Pflanze. Das Märchen von der Nicht-Auskreuzung erzählen dieselben Leute heute über Mais und andere Nutzpflanzen!
Und auch in den Jahren zwischen diesen beiden bemerkenswerten Aussagen war Friedt immer ein flammender Anhänger der Agro-Gentechnik. 2003 nahm er an einer einseitigen Diskussionsrunde an der Forschungsanstalt Geisenheim teil und sagte: "Die Biotechnologie erweitert die Methoden der Pflanzenzüchtung und schafft damit die Voraussetzungen für weitere Fortschritte."
Im Original: Friedts nichtsauskreuzender Raps ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus „Gen-Rapsfeld der Universtität mutwillig zerstört“, in: Gießener Allgemeine, 29.4.1997 (? Datum unleserlich)
In Rauischholzhausen hätte gentechnisch verändertes Saatgut im Vergleich zu anderen Sorten unter verschiedenen „Krankheitsüberwachungs-Regimen“ getestet werden sollen, sagte Friedt gestern. Die gentechnisch gezüchteten Hybride – die Ergebnisse von Kreuzungen – seien bereits einem Freisetzungsverfahren unterzogen worden, in dem die „Unbedenklichkeit“ gegenüber der Aussaat und dem Anbau des Materials „bereits hinreichend nachgewiesen“ worden sei. Dem von der EU genehmigten „Inverkehrbringen“ sei der Versuchsstandort gleichwohl so gewählt worden, dass ein Kontakt zu anderen Rapsfeldern „nach allgemein anerkannten Kriterien“ habe „ausgeschlossen“ werden können: als Abstand seien 1000 Meter gewählt worden, die auch für die Saatgutproduktion bei Fremdbefruchtern herangezogen werden. ...
Friedt betonte gestern noch einmal, daß aufgrund der technischen Möglichkeiten des Versuchsfeldes ein Verlust an Samenkörnern praktisch auszuschließen sei.
Aus der "Erklärung zum Feldversuch mit gentechnisch gezüchtetem Raps auf dem Gelände des Lehr- und Versuchsbetriebes in Rauischholzhausen" von Prof. Wolfgang Friedt (Uni Gießen) am 18.4.1997
... wurde der Versuchsstandort so gewählt, daß ein Kontakt zu anderen RapsfeIdem nach allgemein anerkannten Kriterien ausgeschlossen werden kann. Hierbei handelt es sich um die Entfernungen, welche für die Saatgutproduktion bei Fremdbefruchtern herangezogen werden. Diese Entfernung (1000 m) ist so weit, daß eine Befruchtung mit Pollen fremder Felder und umgekehrt als ausgeschlossen gelten kann. ...
Aufgrund der technischen Möglichkeiten eines Versuchsfeldes ist es ohne weiteres möglich, einen Verlust an Samenkörnern praktisch auszuschließen. Ebenso ist die Möglichkeit gegeben, das anfallende Samenmaterial der Versuchsernte entsprechend zu entsorgen. Bezüglich gentechnisch übertragener Herbizid-Resistenz hat zudem eine umfangreiche Diskussion zur Technologiefolgeabschätzung stattgefunden, die zu dem Ergebnis gekommen ist, daß keine Gefährdung der Bevölkerung bzw. nachhaltige Beeinträchtigung von Ökosystemen zu erwarten ist. Insbesondere kann eine Ausbreitung der neuen Eigenschaften wegen nicht gegebener Kreuzbarkeit von Raps mit Kruziferen der hiesigen Flora ausgeschlossen werden. Diese Diskussion wurde unter Einbeziehung relevanter Umweltgruppen bereits geführt. ...
Wir sind der Meinung, daß die Durchführung eines Versuches zunächst nur von wissensorientierten Überlegungen bestimmt werden kann.
Prof. Dr. Thomas Eikmann: Dasselbe in Umweltmedizin
Was Kogel & Co. in der Gentechnik sind, stellt Eikmann in der Umweltmedizin dar. Sprüche und Ziele gleichen sich. Eikmann gilt als einer der führenden Umweltmedizin-Gutachter. Dort er findet immer nur heraus: Alles unschädlich. Gesundheitliche Schäden sind stets nur eingebildet. Ob Gifte, Elektrosmog ... alles ist völlig ungefährlich.
Textauszüge aus einem Forum mit gesammelten Informationen zu Eikmann:
- Macht der geplante Müllofen auf Mönkeloh die Menschen krank? Für die "KMG Kraftwerksgesellschaft Mönkeloh GmbH & Co. KG" und deren Gutachter, den Umwelt-und Hygienemediziner Prof. Dr. Thomas Eikmann von der Universität Gießen, sind die Schadstoffe aus dem MVA-Schornstein irrelevant und unbedenklich. (Wochenspiegel Paderborn)
- Prof. Thomas Eikmann, Direktor Justus-Liebig-Universität Gießen, hat an einer großen deutschen Studie zu MCS mitgearbeitet: "Die Patienten sind schwer erkrankt und haben einen hohen Leidensdruck. Doch die genauen Ursachen von MCS sind noch ungeklärt". Um der zunehmenden Bedeutung des Human-Biomonitorings auf nationaler wie internationaler Ebene Rechnung zu tragen, hat das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit die Informationsstelle Human-Biomonitoring eingerichtet. Das Projekt wird aus Mitteln des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. gefördert. (Scienzz. Berlin, den 19.01.2008)
- Die Autoren des oben genannten Artikels (Eikmann und Herr) kommen zum Schluss, dass Elektromagnetische Felder (EMF) innerhalb der derzeitig gültigen Grenzen keine gesundheitlichen Auswirkungen - so wie im Freiburger Appell geschildert – haben können. Wörtlich: „Es gibt nach allen vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen keine Hinweise darauf, dass EMF diese angegebenen Symptomatiken oder Erkrankungen hervorrufen.“ (Bürgerwelle)
- Dazu Prof. Dr. med. Thomas Eikmann, Direktor des Instituts für Umweltmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen: "Angesichts der geringen gemessenen Feldstärken unterhalb der gültigen Grenzwerte besteht kein wissenschaftlich begründeter Verdacht auf Gesundheitsrisiken." (Quelle)
- Prof. Eikmann zeigte insbesondere auf, dass die Emissionen von Kraftwerken an der vorhandenen Immissionsbelastung kaum etwas ändern. Mit moderner Filtertechnik werden die geltenden Grenzwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung deutlich unterschritten. (Quelle: 21.11.2007, RWE Power; gemeint sind Kohlekraftwerke)
- Bei der Wahrnehmung von Alltagsrisiken werde der Mobilfunk weit überschätzt, während das Passivrauchen weit unterschätzt werde, zitierte Wiebusch eine Studie. "Deshalb ist jede Art der Aufklärung ganz extrem wichtig", meinte auch Thomas Eikmann, Direktor des Institutes für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Gießen. (Quelle vom 13.5.2004)
- Der von RWE eingeladene Gießener Umweltmediziner Professor Thomas Eikmann legte den besorgten Ärzten eine Prognose über die voraussichtliche Schadstoff-Belastung vor. Ob bei Feinstaub, Schwefeldioxid oder Dioxinen - "die Belastung bleibt praktisch gleich", so sein Fazit. Die Anlage werde überall deutlich unter den zulässigen Grenzwerten bleiben. Auch für eine Zunahme von Erkrankungen durch ein neues Kraftwerk gebe es keine Hinweise. (Ärzte Zeitung, 23.11.2007)
- Prof. Eikmann: „Moderne Müllverbrennung ist humantoxikologisch irrelevant!“
Timmendorfer Strand, den 21. Januar 2008 ... „Wird eine Gesamtbelastung aus umweltmedizinischer Sicht als zu hoch eingestuft und sollten deswegen notwendige Minderungsmaßnahmen durchgeführt werden, so ist der Beitrag einer Müllverbrennungsanlage an diesen Maßnahmen als bedeutungslos einzustufen.Ob die Anlage betrieben wird oder nicht,ändert praktisch nichts an dem vorhandenen Immissionskonzentrationsniveau. Auch die Einführung von so genannten Vorsorgewerten ist im Zusammenhang mit der Bewertung von Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen als nicht notwendig einzustufen“. (Quelle) - Dass Prof. Thomas Eikmann in seiner Klinik in Gießen bisher keinen einzigen MCS-Fall diagnostiziert, aber maßgeblich an der groß angelegten MCS-Studie des RKI beteiligt war, empfinde ich als MCS-Patient als Schlag ins Gesicht und untragbar. (Quelle)
- Gutachter spricht sich in Artikel für Kohlekraftwerke aus ... Die Debatte um das Kohlekraftwerk hat neuen Zündstoff erhalten. Geliefert hat ihn der Umweltmediziner Thomas Eikmann. In einem Beitrag für das Hessische Ärzteblatt hat er geschrieben, der Bau von 26 Kohlekraftwerken in Deutschland würde die vorhandene Immissionskonzentration "praktisch nicht ändern". Das Prekäre daran: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) hat Eikmann als unabhängigen Gutachter im Mainzer Genehmigungsverfahren bestellt. (FR am 1.9.2008)
- Professor Dr. med. Thomas Eickmann von der Justus-Liebig-Universität in Gießen ergänzte angesichts der Vorstellung der Messergebnisse, dass unter Zugrundelegung der geringen gemessenen Feldstärken unterhalb der gültigen Grenzwerte kein wissenschaftlich begründeter Verdacht auf Gesundheitsrisiken bestehe. (Quelle: TÜV Hessen)
- Dabei gebe es, so Eikmann weiter, für eine umweltmedizinische Bewertung der zusätzlichen Schadstoff-Emissionen durch die Errichtung eines Steinkohle-Kraftwerks objektive Daten, gewonnen aus den Genehmigungsverfahren zum Bau von Müllverbrennungsanlagen. Durch Einsatz modernen Technik könne man davon ausgehen, "dass die schon vorhandenen Immissionskonzentrationen von Luftschadstoffen sich durch die Errichtung der geplanten Kraftwerke praktisch nicht ändern".
Bei Müllverbrennungsanlagen sei die "behauptete Verschlechterung des Gesundheitsstatus der betroffenen Bevölkerung" bislang "in keinem einzigen Fall bewiesen" worden.
Letzten Endes schadeten Ärzteinitiativen sich selbst am meisten, "wenn die beschworenen Horrorszenarien einer kritischen Prüfung durch ausgewiesene Spezialisten nicht standhalten", unterstreicht Eikmann. (Quelle: Presseartikel vom 9.8.2008) - Auch der Arzt und Biologe Dr. Thomas Eikmann von der Universität Gießen hatte im Auftrag der Firmen die Auswirkungen des EBS-Kraftwerks untersucht. Eikmann verwendete dazu als Referenz Daten aus Ulm - was ihm bei der anschließenden Diskussion von den Kraftwerks-Gegnern vorgeworfen wurde. "Irgendwo muss ich die Daten ja hernehmen", rechtfertigte sich Eikmann. Für Schelklingen gebe es noch kein entsprechendes Datenmaterial. Fazit des Wissenschaftlers: "Durch das Kraftwerk ändert sich nichts." Die Luftbelastung in Schelklingen sei mit oder ohne Kraftwerk nahezu gleich hoch. "Eine Reduzierung des Straßenverkehrs bringt da viel mehr", sagte er. Auch ein erhöhtes Risiko, durch das Kraftwerk an Krebs zu erkranken, konnte Eikmann nicht erkennen. (Südwestpresse, 11.09.2008)
- Herr Professor Eikmann war nach eigenen Angaben bis 1994 bei der Gesellschaft füt Untersuchungen und Krankenhaushygiene (GUK) beschäftigt. Diese Firma ist heute in Wetzlar unter der Privatadresse von Herrn Eikmann beim Handelsregister eingetragen. Geschäftsführerin ist seine Frau Sabine Eikmann. Die Firma hat in den vergangenen Jahren vorwiegend für die Antragsteller, unter anderem Vattenfall, E.O.N., Thyssen usw. in immissionsschutzrechtlichen Verfahren gearbeitet. Zudem hat Prof. Eikmann mindestens mit seiner Begründung der Unbedenklichkeit der noch nicht gebauten Anlage mittels aktuellen Krebsregisters die wissenschaftliche Methode verlassen. (Grüne Mainz, 26.09.2008)
Obwohl Eikmann im Bereich Gentechnik gar nicht arbeitet und qualifiziert ist, leitet er trotzdem die Podiumsdiskussion am 21.7.2006 von Stadt Gießen und Universität, die als politisches Hearing von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Dort ist nur eine Gentechnikkritikerin auf dem Podium - und selbst die sollte nach dem Willen der Uni-Wissenschaftler nicht geladen werden. Ab ca. 2000 übernahme er weitere Ämter mit Bezug auf die Gentechnik. Auszüge aus der Biographie:
- Eikmann studierte Biologie und Medizin u.a. an der RWTH Aachen - dort kommen wichtige Teile der Gentechnikseilschaften her, u.a. Kogel und Langen von der Uni Gießen, Gathmann und Bartsch aus dem BVL
- Eikmann ist seit 2001 Mitglied in der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS), die unter anderem die Fachgutachten zu Freisetzungsversuchen nach dem Gentechnikgesetz erstellt - also auch die aus dem IFZ der Uni Gießen, wo Eikmann selbst arbeitet - zusammen mit Prof. Kogel
- Seit 1994 ist Eikmann Vorsitzender des Ausschusses "Umwelt und Medizin" der Landesärztekammer Hessen, der beim sogenannten Bürgerdialog zum Flughafen Frankfurt teilnahm.
- 2000-2004 Mitglied im Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung
- seit 2000 Vorsitzender des Fachbereichs III "Umweltqualität" der Kommission Reinhaltung der Luft
- Seit 2002 Vorsitzender des VDI-DIN-Hauptausschusses "Monitoring der Wirkung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)", d.h. er entwickelt die Überwachungsmethoden für die Anwendungen seiner Kollegen vom IFZ.
Die Versuchsfelder und -aktivitäten am und um das IFZ
Wer betreibt den Gengerstenversuch?
Aus dem Giessener Anzeiger vom 25.04.2006
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "zur biologischen Sicherheit gentechnisch veränderten Getreides" (Biosafety), das rein universitären Charakter habe und nicht von der Wirtschaft unterstützt werde, wird ebenfalls im Rahmen des Biosicherheitsprogramms der Bundesregierung "Biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen" gefördert. Neben dem Institut für Phytopathologie und angewandter Zoologie der Universität Gießen, ist an diesem Projekt der Lehrstuhl für Biochemie an der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt.
Die Wahrheit ist anders. Die Sache mit der Biosicherheitsforschung war vorgeschoben, um Akzeptanz und Fördermittel zu ergaunern. Tatsächlich kündigte Kogel 2004 "Freilandversuche" zur Methoden- und Produktentwicklung an, und zwar "in Kooperation mit nationalen Saatgutfirmen" an.
Gen-Gerste-Versuchsfeld im Jahr 2006, 2007 und 2009
- Infos zum Versuch ++ Kritische Stellungnahmen ++ Blick in die Akten ++ Feldbefreiung 2006 ++ Kritische Ausstellung usw.
- Feldbefreiung 2007 ++ Feldbesetzung 2008 stoppt den Versuch
- 2009 in Mecklenburg-Vorpommern: Wiederholung des Versuchs am AgroBioTechnikum in Groß Lüsewitz ++ Einwendungen
- 2010: Eigentlich als Versuchsjahr geplant, gefördert und genehmigt - aber nicht mehr durchgeführt
Beschwerden über den Gengersteversuch
- Beschwerde beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
- Beschwerde bei der Überwachungsstelle (RP Gießen, Umweltamt Marburg)
Genmaisanbau 2007 und 2008
In Gießen am Oberen Hardthof 2007 (Versuchsstation Weilburger Grenze)
- Bilder, Lage usw. (auch Streit um MON810-Verbot)
- Pressespiegel rund um das Maisfeld
- Zerstörung des Feldes und Reaktionen der Uni
In Groß Gerau auf dem Versuchsgut der Uni Gießen 2007 und (geplant) 2008
- Internetseite der Versuchsstation Groß Gerau (gehört zu Professor Friedt)
- Aggressive Bewacher und Polizei gegen SpaziergängerInnen am Feld (31. Juli 2007)
- Mehr Infos, Bilder, Karten usw.
- Feldbesetzung in 2008 stoppt den Versuch
Für 2008 auch in Rauischholzhausen geplant
- BürgerInnenproteste stoppten das Vorhaben
Raps-Versuche seit 2001
- Übersicht Gentechnik-Versuche des Instituts für Pflanzenzüchtung
- Beschreibung der Versuche seit 2001 auf einer Seite der Uni Gießen
- Start eines neues Versuchsprogramms (Presseinfo der Uni Gießen am 13.6.2006)
Noch älter ...
- Polemik gegen Friedts Genversuche im Jahr 1997
- Siehe auch die Extra-Seite zur Geschichte ...
... und noch mehr!
- DFG-Forschungsprojekts 666: "Zur Krankheitsanfälligkeit von Kulturpflanzen". Mehr auf der Uni-Seite selbst ...
- Welch Geistes Kind die Uni-"Wissenschaftler" da sind, zeigt die Gehirnwäscheveranstaltung für jobsuchende Studies: Nur die Hardcore-TechnokratInnen der großen Firmen kommen hier zu Wort. Das ist die Welt der Friedts, Kogels & Co. (Ankündigungsflyer der Uni als PDF)
Versuche der Uni Gießen
Auszüge aus der Liste der vom Bund geförderten Gentechnikprojekte: Download als Antwort auf Grünen-Anfrage ++ Download vom BMBF-Server (PDF):


Eintragung zum bekannten Gengerste-Versuch (oben), dann Weizen (unten)!

Feldbefreiung am 21. April 2008: Der Weizenversuch ist gestopp!
Im gleichen Forschungsförderungsplan stehen auch konventionelle Züchtungsversuche der Uni zu Wein und Raps:


Lügen da alle?
Kogel
Wollte sich zunächst als kritischer Wissenschaftler inszenieren (mit Erfolg - Medien, Parteien ... fielen zunächst auf ihn rein). Seine Gengerste wollte er auf ihre Umweltauswirkungen untersuchen, Versuche mit Mais und Raps fand er falsch. Doch ein Jahr und ein hohes Amt (Uni-Vizepräsident) später war alles anders. Dafür bekommt Kogel einen besonderen Preis: Eine Extra-Seite über seine Lügen, Projekte und Aussagen.
Lauterbach
Im Zusammenhang mit der Kritik am Gen-Gerste-Feld behauptete Uni-Pressesprecherin Lauterbach, dass sie gegen Gentechnik sei - und deshalb für den Genversuch mit Gerste. Am 13.6.2006 dann veröffentlichte sie diese Presseinfo zur knallharten Gentechnik-Forschung des Instituts von Prof. Friedt an der Uni. Wes (Gentec-)Brot ich ess, des Lied ich sing ...

Propagandaschau der Uni Gießen am 17.2.2008 in Rauischholzhausen: Lauterbach (links) und Friedt einträchtig für Gen-Mais
Hormuth
Uni-Präsident Hormuth leugnet im Gießener Anzeiger vom 16.6.2006 die Genversuche von Prof. Friedt sogar noch nach der Presseinformation. Auszug: "Die JLU erforsche Umweltsicherheit und Biosicherheit mit den verschiedensten Methoden. Weitere Projekte mit gentechnisch veränderten Pflanzen seien ihm derzeit nicht bekannt, so Hormuth." (Hormuth ist 2010 verstorben)
Friedt
Über jeden Zweifel erhaben: Er war immer für Gentechnik und ist es heute noch. Platt, alle Kritiken ignorierend. Feuer und Flamme für diese Technologie. Leitet die Maisversuche der Uni und den Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung.
Am 29.4.2008, nachdem auch sein letztes Feld (in Groß Gerau) durch eine Feldbesetzung verloren ging, leistete er sich einen bösen Schnitzer. Im Interview des RTL formulierter er trocken: "Hessen ist glaub ich nicht gentechnikfrei", und fügte dann an: "Es gibt einzelne Landwirte meines Wissens, die solchen Mais anbauen, so dass man in keinem Fall sagen kann, das's gentechnikfrei". So simpel die Aussage klingt - sie beinhaltet einen Hammer, denn alle Genfelder müssen angemeldet werden und für Hessen ist keines mehr angemeldet außer den durch Proteste verhinderten Versuchsfeldern (die ja auch nicht von Landwirten angelegt werden sollten). Gibt es illegale Genfelder in Hessen? Und ist ein wichtiger Uni-Professor Mitwisser von Straftaten??? Die Besetzung könnte noch einige weitere Folgen haben ... die Grüne Landtagsfraktion griff den Vorgang auf, ließ sich aber schnell wieder beruhigen.
Im Original: Friedts böser Schnitzer ... Diese Zitate ausblenden ++ Alle Zitate aus / einblenden
Aus einem Brief der Grünen-Landtagsabgeordneten Ursula Hammann an Umweltminister Dietzel (5.5.2008)
Sehr geehrter Herr Minister Dieztel,
anlässlich der Äußerungen von Prof. Friedt, Uni Giessen, im Fernsehsender RTL Hessen am 29. April 2008 (www.rtl-hessen.de) zum Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf hessischen Feldern, möchten wir Sie dringend um Aufklärung bitten.
Prof. Friedt hat im Fernsehen während eines Interviews geäußert, dass Hessens Felder in 2008 nicht frei von Gentechnik seien, da hiesige Landwirte GVO-Mais anbauen würden. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre das ein klarer Verstoß gegen das geltende Gentechnikgesetz, der strafrechtlich geahndet werden muss. Der Anbau und die Freisetzung von GVO-Pflanzen müssen rechtzeitig im Standortregister angemeldet werden. Für 2008 sind außer den jetzt von der Uni Giessen zurückgezogenen Flächen keine weiteren Standorte in Hessen gemeldet. Von daher gehen wir GRÜNE weiterhin davon aus, dass Hessens Felder in 2008 frei von Gentechnik sind.
Ich möchte Sie dennoch dringend bitten die Aussagen von Prof. Friedt zu überprüfen und zu klären, ob, wo und von wem gegebenenfalls GVO-Pflanzen illegal angebaut und damit Verstöße gegen das Gentechnikgesetz vorgenommen wurden.
Bitte unterrichten Sie mich umgehend über die Ergebnisse Ihrer Recherchen und die getroffenen Konsequenzen.
Strafanzeige gegen Friedt wegen der Aussage (Presseinformation am 17.5.2008)
Gibt es illegale Gentechnikfelder?
Feldbesetzer aus Hessen kritisieren mangelnde Aufklärung – Strafanzeige erstattet
Als Ende April auch das letzte angemeldete Genversuchsfeld in Hessen durch eine Feldbesetzung gestoppt wurde, verlor einer der Versuchsleiter die Beherrschung. Am 29.4. behauptete der Gießener Universitätsprofessor Friedt, dass es „seines Wissens“ nach Landwirte gibt, „die solchen Mais anbauen“. Gemeint war der gentechnisch manipulierte MON810-Mais. Der Satz erregte Aufsehen, denn solche Felder wären (da nicht angemeldet) illegal. Doch aufgeklärt wurde der Fall nicht. Darum haben Feldbesetzer jetzt Anzeige erstattet – gegen unbekannte Genmais-Landwirte oder gegen den Prof. Friedt. Hätte der nämlich gelogen, könnte das die Vortäuschung einer Straftat sein. Nun liegt die Angelegenheit bei der Gießener Staatsanwaltschaft.
Hintergrund der Auseinandersetzung war die Besetzung des Genmais-Versuchsfeldes der Universität Gießen in Groß Gerau (siehe www.gentech-weg.de.vu). Es war zu diesem Zeitpunkt bereits das letzte verbliebene Areal in Hessen, auf dem noch legal gentechnisch veränderte Pflanzen hätten angebaut werden können. Drei andere Flächen waren durch BürgerInnenproteste und eine Feldbesetzung bereits ausgefallen. Nun musste sich die Uni auch aus Groß Gerau zurückziehen, denn die FeldbesetzerInnen wurden schnell durch viele Menschen, Gruppen und auch Parteien aus der Region unterstützt. In dieser Situation gab der zuständige und offensichtlich enttäuschte Prof. Friedt dem RTL-Fernsehen ein Interview, in dem er wörtlich sagte: "Hessen ist glaub ich nicht gentechnikfrei". Dann fügte er an: "Es gibt einzelne Landwirte meines Wissens, die solchen Mais anbauen, so dass man in keinem Fall sagen kann, das's gentechnikfrei".
Der Satz beinhaltete einen Skandal – oder war reine Erfindung. Doch die Reaktion fiel äußerst träge aus. Außer einer Anfrage der Grünen Landtagsfraktion an den Umweltminister geschah nichts. Dieser wiederum fragte den Täter. Das ist den FeldbesetzerInnen zu wenig: „Es besteht der Verdacht, dass illegal Gentechnik auf Feldern ausgebracht wurde. Offenbar haben hier viele Angst, dass das auch herauskommt – oder dass bekannt wird, dass Gießener Professoren lügen“. Inzwischen haben sie Strafanzeige gestellt, denn der Verdacht von Straftaten bestünde unabhängig davon, ob Friedts Aussage auf Fakten basiert: „Wenn sie stimmt, so hat Prof. Friedt Wissen über Gefahren, die zudem Ordnungswidrigkeiten oder eventuell sogar Straftaten sind. Dem wäre sofort nachzugehen. Wenn sie nicht stimmt, so hat sich Prof. Friedt der Vortäuschung von Straftaten verdächtig gemacht“, steht in der Strafanzeige, die am Samstag der Staatsanwaltschaft zuging. Hoffnung auf Aufklärung von offizieller Seite aber haben die FeldbesetzerInnen kaum: „Bislang haben Justiz und andere Obrigkeiten immer zusammengehalten. Wirkungsvoll ist hingegen der Protest durch die Menschen selbst.“ Deshalb freuten sich die FeldbesetzerInnen auch über die Nachrichten aus Groß Gerau, wo sind inzwischen ein Bürgerbündnis gegen Gentechnik zusammengefunden habe.
„Aufmerksame, aktive und mutige Menschen braucht es überall!“ So rufen die FeldbesetzerInnen zu weiteren Aktionen und dazu dazu auf, Wissen über illegale Genfelder zu melden. Auf ihrer Seite www.gendreck-giessen.de.vu finden sich Kontaktadressen und ein Email-Formular.
- Presseinfo und Strafanzeige als PDF
- Im Radio: Prof. Friedt im Streitgespräch mit Christof Potthof vom GeN (mp3 auf HR 2)
- Extra-Seite zu Propaganda, Lügen und Manipulation
Geht doch ... Uni Gießen ohne Gentechnik erfolgreicher
Aus "Konventionell schlägt Gentechnik", in: Innovationsreport am 7.4.2010
In manchen Fällen hat die konventionelle Züchtung durchaus die Nase vorn: an der Universität Gießen wurde eine neue salzresistente Maishybridsorte gezüchtet - mit konventionellen Methoden und ohne Gentechnik.
Hessen
Gießen und die Genbastler an den Agrar-Instituten sind Hessens Agro-Gentechnik-Hauptstadt . Das zeigt eine Karte, die das Regierungspräsidium in Gießen (zuständig für alle Genversuche in Hessen) auf der Internetseite bereithält. Doch dort ist auch zu sehen, dass es weitere Orte gibt. Die Größe der Kreise bedeutet die Zahl der Versuche. Der große Kreis steht für "über 50":
Marburg
In der Liste geförderter Gentechnikforschung der Bundesregierung (Download als PDF) taucht auch Marburg einmal auf:

IFZ: Labore, Netzwerke und Geldgräber
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Seit Anfang 2007 ist Kogel Chef einer Koordinierungsgruppe zu gentechnischen Experimenten bei Getreide. Anders ausgedrückt: Kogel ist der oberste Getreide-Gentechniker der Republik. Hochgefördert auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) - wo die großen Konzerne dominieren.
Text zur Einrichtung der Gruppe durch die DFG auf deren Internetseite
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Neueinrichtung der Forschergruppe "Mechanismen der Kompatibilität" (FOR 666) an der Justus-Liebig-Universität Gießen bewilligt, die im März 2006 ihre Arbeit aufnimmt. Initiiert wurde die FOR 666 von Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Interdisziplinäres Forschungszentrum (IFZ) für Umweltsicherung an der Universität Gießen, der auch Sprecher der neuen Forschergruppe ist. Beteiligt sind von Gießener Seite zudem eine Arbeitsgruppe "Biostatistik" (Prof. Dr. Wolfgang Köhler) sowie das Institut für Allgemeine Botanik (Prof. Dr. Art van Bel, Prof. Dr. Hubert Felle). Weitere Kooperationspartner sind das Max-Planck-Institut für Terrestrische Mikrobiologie in Marburg (Prof. Dr. Regine Kahmann) und Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz der Universität Halle, des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben sowie Biologen der Universität Erlangen-Nürnberg. Zudem ist ein intensiver Austausch mit französischen Partnern des Institut National de la Recherche Agronomique (INRA) in Antibes, Toulouse und Montpellier vorgesehen. ...
Mit der FOR 666 wird am Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Justus-Liebig-Universität Gießen bereits die zweite DFG-Forschergruppe eingerichtet. Insgesamt arbeiten dann an der Universität Gießen fünf DFG-Forschergruppen, davon zwei in Zusammenarbeit mit Marburg und eine Klinische Forschergruppe:
- Erhöhung des Resistenzpotentials der Gerste (FOR 343, Sprecher: Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie)
- Mechanismen der Kompatibilität (FOR 666, Sprecher: Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie)
- Chromatin-mediated Biological Decisions (FOR 531, Gießen-Marburg, Sprecher: Prof. Dr. Rainer Renkawitz, Institut für Genetik)
- Wahrnehmung und Handlung (FOR 560, Gießen-Marburg, Sprecher: Prof. Dr. Karl R. Gegenfurtner, Ph.D., Allgemeine Psychologie)
- Klinische Forschergruppe "Pathomechanismen und Therapie der Lungenfibrose" (Sprecher: Priv.-Doz. Dr. Andreas Günther, Medizinische Klinik II)
Gießener Filz in der DFG
Aus der Akte der Versuchsleitung zum Gengerstenfeld bei der Uni Gießen (IPAZ)
Protokoll über das Fachgespräch "Schwellenwerte für Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen" der DFG (30.+31. August in Bonn)
Mitglieder und ständige Gäste der Senatskommission: 4 Leute, davon 2 aus GI: Prof. H.G. Frede (Vors.), Prof. Kogel, 1 aus Kiel: Prof. C. Jung
Weitere Gäste: Mehrere, u.a. Buhk, Bartsch, Jany, Schiemann. Kommissionssekretariat: Dr. L. Breuer, GI.
- Früheres DFG-Forschungsprojekt zu Gentechnik unter Leitung von Kogel: "Resistenzaktivierung im Getreide"
Denkmuster der DFG
Interview mit dem langjährigen DFG-Präsidenten, Ernst-Ludwig Winnacker, in: Süddeutsche Zeitung, 18.7.2009
SZ: Zerstört Seehofer Vertrauen, das seine Vorgänger aufgebaut haben?
Winnacker: Ich habe ihm geschrieben, dass ich seine Äußerungen als forschungsfeindlich empfinde und enttäuscht bin, dass er als Ministerpräsident eine solch extreme Haltung einnimmt. Sie verschreckt Forscher und Investoren. Als Franz Josef Strauß vor 40 Jahren auf einer Versammlung von einem Bauern wegen der Flurbereinigung attackiert wurde, sagte er: "Gustl, ich mache nicht, was das Volk will, sondern was gut für das Volk ist!" Zu einer solchen Politik muss die CSU zurückfinden. ...
Heute zerstören Gegner die Felder, damals stand ich als Forscher auf der Abschussliste der RAF ...
Wichtig ist, den Verbrauchern klar zu sagen, wo heute schon die Gentechnik steht und dass es keinen Zurück mehr gibt. Absurd sind auch die Abstandsregelungen für Versuchsfelder etwa von MON810, denn der Maispollen fliegt kilometerweit. ...
Die hohen Hürden, die aufgrund des Protests nun aufgebaut werden, führen lediglich dazu, dass nur noch einige wenige Firmen in der Lage sind, den Mais herzustellen. Am Ende bleibt nur Monsanto übrig und dann beschwert man sich, es gäbe ein Monopol. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Mal ehrlich: Die Landwirtschaft wird durch die Gentechnik nachhaltiger. Sie produziert derzeit mehr CO 2 als der ganze Verkehr. Das muss sich ändern. Und warum bauen die Bauern in Kanada gentechnisch veränderte Pflanzen an? Die sind doch auch nicht dumm. Sie haben damit 350 000 Tonnen weniger Herbizid gebraucht.
Kogel, Friedt und die DFG
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist ein Vergabegremium für ungeheure Geldmengen. Im Jahresbericht der DFG finden sich Gentechnik-Hardliner Friedt und Gentechnik-Softie Kogel gleichermaßen ...
Auszüge aus dem DFG-Jahresbericht 2006 (oben).
Prof. Kogel ist Sprecher der Forschergruppe 666 bei der DFG, eine Übersicht über die dortigen Projekte findet sich hier:
Kogel im Sumpf der Stadt Gießen
Wohlgesonnene Medien und Pro-Gentechnik-Fraktionen im Stadtparlament
Aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Die Regionalpresse hat sehr objektiv berichtet und auch aus der Regionalpolitik haben wir positive Reaktionen erfahren. Der Magistrat der Stadt Gießen hat sich sogar einstimmig für unsere Versuche zur Biologischen Sicherheitsforschung ausgesprochen.
Zusammenhalten an der Uni und in der Gentech-Lobby
Aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Als dann radikale Gentechnik-Gegner die Zerstörung unseres Versuchs ankündigten, führte das zu einem starken Solidarisierungseffekt, insbesondere an der Universität. Es gab aber auch eine deutliche Unterstützung aus den Wissenschaftsorganisationen, etwa der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft), und auch von vielen Wissenschaftlern aus dem Ausland.
Kogel und seine Kontakte: Genweizen-Versuch in Gatersleben


Auszüge aus dem Jahresbericht 2006 des IPK in Gatersleben mit (rechtes Bild) Liste der Kooperationspartner außerhalb (S. 121 f.)
- Infoseite zu Gatersleben bei der Regierungsseite zu Biosicherheitsforschung
Kogels Partner an der Uni Erlangen: Prof. Uwe Sonnewald (Ex-IPK Gatersleben)
Aus "Genbank Gatersleben: Gentechnik oder genetische Ressourcen?" von Andreas Bauer, Umweltinstitut München (Mai 2007, S. 8)
1998 wird mit SunGene die erste Firma aus dem IPK ausgegründet. SunGene ist zunächst ein Joint Venture zwischen BASF und IPK und heute eine hundertprozentige Tochter der „BASF Plant Science“ mit 63 Mitarbeitern. Gegründet wurde die Firma vom ehemaligen Leiter der Abteilung Molekulare Zellbiologie des IPK, Prof. Dr. Uwe Sonnewald, der heute an der Universität Erlangen lehrt, sowie von Dr. Karin Herbers, ebenfalls vom IPK. Einer Pressemitteilung des IPK zufolge ist das Institut an dem Unternehmen beteiligt und unterstützt(e) es finanziell. Heute wird SunGene von Heinz Emrich und Dr. Hans Kast von BASF Plant Science geleitet. SunGene beschäftigt sich mit der Transformation von Kulturpflanzen, der Steuerung der Gen-Expression und der Manipulation der Biochemie der Pflanzen.
Das Unternehmen ist dabei im Wesentlichen Dienstleister für bestimmte Projekte der BASF Plant Science. Die BASF gibt dabei vor, welches Projekt oder welches Thema für sie interessant ist. SunGene führt dann auf diesem Gebiet gentechnische Experimente durch.
- Seite der Uni Erlangen zu Prof. Sonnewald
Die Verbindungslinie zum IPK Gatersleben
Aus Kogel/Jansen: "Das nationale Verbundprojekt GABI-Agrotec", in: Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 84)
Das Verbundprojekt GABI-Agrotec wurde im April 2002 am Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie (IPAZ, Prof. Karl-Heinz Kogel) der JLU Gießen in Kooperation mit dem Institut für Allgemeine Botanik der Universität Hamburg (AMPIII, Prof. Wilhelm Schäfer) und dem Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK, Prof. Uwe Sonnewald) gestartet.
RWTH Aachen: Kontakte, Kungel und gute Beziehungen zu den Genehmigungsstellen
Aus Kogels Lebenslauf (Quelle)
Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Jahrgang 1956, studierte an der RWTH Aachen Biologie und Sozialwissenschaften. Nach seiner Diplomarbeit in Biologie über ein Thema zum biologischen Pflanzenschutz arbeitete er dort von 1981 bis 1984 am Institut für physikalische Biologie, wo er auf dem Gebiet der Pflanzenphysiologie promoviert wurde. Es schloss sich ein einjähriger Post-Doc-Aufenthalt am Weizman Institute of Science in Rehovot in Israel an. Von 1984 bis 1988 war Kogel wissenschaftlicher Angestellter am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln. Im Anschluss folgte eine Anstellung in einer Patentanwaltskanzlei, bei der er verantwortlich für die Bearbeitung von Biotechnologie-Patenten war. Von 1990 bis 1995 leitete er am Institut für Pflanzenphysiologie der RWTH Aachen eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Charakterisierung der Funktion von Mehltau-Resistenzgenen in der Gerste beschäftigte und habilitierte sich 1995 mit einer Arbeit zum Thema Molekulare Erkennungssysteme in Getreidepflanzen.
Das bedeutet, dass Kogel bis 1984 und 1990-1995 an der RWTH tätig war. In dieser Zeit (1992-2003) agierte dort ebenfalls im Gentechniksektor Bartsch (jetzt BVL). Sein Forschungsprojekte waren: "1992-2000: Freilandversuche mit gv-Zuckerrüben an der RWTH Aachen. 1999-2004: AIGM - Assessment of the impacts of genetically modified plants. 2001-04: VRTP-IMPACT - Virus-resistant transgenic plants: ecological impact of gene flow." (aus der Studie "Kontrolle oder Kollaboration" von Christoph Then und Antje Lorch)
Immer in ähnlichen Zusammensetzungen: Ein Forschungsprojekt nach dem anderen
Seit mindestens 1999 lässt sich das Interesse von Prof. Kogel und Umfeld an den gentechnischen Experimenten nachweisen. Projektnamen und -ziele werden je nach erreichbaren Fördertöpfen alle 2-3 Jahre leicht variiert. Als Hauptpflanze taucht immer wieder Gerste auf, rundherum aber auch andere Arten. Im Kern geht es um die Entwicklung von Methoden gentechnischer Manipulationen, weniger um die jeweiligen Pflanzen, denen diese Methoden entwickelt werden.
Aus der Presseinformation der Uni Gießen zum neuen DFG-Projekt FOR 666 am 7.2.2006
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Neueinrichtung der Forschergruppe "Mechanismen der Kompatibilität" (FOR 666) an der Justus-Liebig-Universität Gießen bewilligt, die im März 2006 ihre Arbeit aufnimmt. Initiiert wurde die FOR 666 von Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Interdisziplinäres Forschungszentrum (IFZ) für Umweltsicherung an der Universität Gießen, der auch Sprecher der neuen Forschergruppe ist. Beteiligt sind von Gießener Seite zudem eine Arbeitsgruppe "Biostatistik" (Prof. Dr. Wolfgang Köhler) sowie das Institut für Allgemeine Botanik (Prof. Dr. Art van Bel, Prof. Dr. Hubert Felle). Weitere Kooperationspartner sind das Max-Planck-Institut für Terrestrische Mikrobiologie in Marburg (Prof. Dr. Regine Kahmann) und Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz der Universität Halle, des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben sowie Biologen der Universität Erlangen-Nürnberg.
Rosige Zukunft für Technikgläubige: Fraunhofer-Institut am IFZ
Das "Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie" (eigene Seite ++ Wikipedia) will an der Uni Gießen eine neue Sparte eröffnen, die Der Sitz des IME ist Aachen und zwar die dortige Biologie der RWTH Aachen. Das ist eine der großen Schmieden deutscher Gentechnikseilschaften. Sogenannte Wissenschaftler von dort sitzen nicht nur in der Genehmigungsbehörde, sondern sich auch die Führungsetage des Instituts an der Uni Gießen, wo jetzt das Fraunhofer-Institut hinkommt: Kogel und Langen.
Finanzier ist der Steuerzahler, genauer: Das Land Hessen.
- Presseinfo von Uni Gießen und Land Hessen am 30.7.2009
- LOEWE: Noch mehr Landesregierungs-Kohle für die Gentechnik, u.a. zwecks Fraunhofer-Ansiedlung (Gießener Allgemeine, 26.6.10)
Firmen?
- Kogel kündigte 2004 "Freilandversuche in Kooperation mit nationalen Saatgutfirmen" (Quelle: Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 85)
- Kogel hält Patente an Gentechnik, die von BASF angemeldet wurden
Die Konsequenz: Versuch stoppen, da Versuchsleiter unseriös ist!
FeldfreierInnen beantragen Verbot des Gengerstefeldes in Gießen
Fachliche Qualifikation des Versuchsleiters entspricht nicht dem Gesetz
Wird das umstrittene Feld der Universität Gießen mit transgener Gerste verboten? Einige der FeldbefreierInnen, aus deren Kreis 2006 Teile des Feldes angegriffen wurden, haben jetzt das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft angeschrieben und das Verbot des Versuches verlangt. Als Begründung führen sie Äußerungen und Verhaltensweisen des verantwortlichen Leiters der gentechnischen Anlage, Prof. Karl-Heinz Kogel, an. Dieser hätte zum einen gegenüber der örtlichen Presse am 27. März ausgesagt, die Ergebnisse des noch zwei Jahre laufenden Versuches ständen bereits fest. Zum anderen hätte er auf eine anonyme Mitteilung, der Versuchsstandort sei unbrauchbar gemacht worden, nicht reagiert, sondern einen Tag später die gentechnisch veränderte Gerstensaat ausgebracht. „Wer so handelt, interessiert sich gar nicht für die wissenschaftlichen Ziele des des Versuches, sondern betreibt billige Lobbyarbeit für die riskante Technik“, werfen die Absender des Antrags dem inzwischen zum Uni-Vizepräsidenten aufgestiegenen Kogel vor. Sie fordern aufgrund erwiesener fachlicher Inkompetenz und fehlendem Willen zu einer seriösen Versuchsdurchführung das sofortige Verbot der Anlagen. Zudem wollen sie geprüft haben, wieweit auch die von der Uni betriebenen gentechnischen Maisfelder von Kogel beeinflusst wurden und daher aus gleichen Gründen zu untersagen sind. Da Prof. Kogel bewusst gehandelt habe, seien auch strafrechtliche Konsequenzen naheliegend.
- Der Text ...
- Extra-Seite zum Gengerstefeld und Kritiken am Versuch
Gepöbel gegen KritikerInnen
Aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Aber wenn dieser politische Wille biologisch untermauert werden soll, kommt es zu haarsträubenden Aussagen: Da kreuzen plötzlich alle Pflanzen aus, die Bienen sterben wegen der Gentechnik und hier in der Wetterau gehen Kühe ein, weil sie Bt-Mais gefressen haben. Es ist eine Art Politbiologie entstanden.
- Hintergründe zu den Genehmigungsbehörden
Links zum Gengersten-Versuch
- Lebenslauf von Kogel in Presseinformation zur Übernahme des Vize-Präsidentenamtes der Uni Gießen
Die Seiten zum Feld
- Beschreibung des Gengerstenfeldes
- Stellungnahmen, Kritiken und Hintergründiges zum Feld
- Die Motive der GegnerInnen
Externe Seiten mit Informationen
- Projektbeschreibung zum Versuch von den MacherInnen selbst ++ und noch eine
- Homepage des Versuchsleiters Prof. Dr. Kogel
- Gegenübergestellte Positionen von Kogel, Bauernverband, Brauereiwirtschaft und Greenpeace im Deutschlandfunk (2.5.2006)
- Noch dubioser als die Gießener sog. Wissenschaftler-Clique um Versuchsleiter Kogel: Der Unterzeichner des Genehmigungsbescheids vom Bundesministerium, Dr. Buhk. Früher enthusiastischer Mitstreiter der großen Gentechnik-Firmen ... (mehr in der Dienstaufsichtsbeschwerde des Umweltinstituts München, PDF)
- Trouble um einen ähnlichen Versuch in Gatersleben (mit Weizen) ++ Genehmigungsbehörde forderte hier Verlegung der nicht gentechnischen Anbauflächen, um eine Gefährdung zu vermeiden!

Das Foto rechts zeigt Auslagen im Institut von Prof. Kogel: Industriewerbung, Karriereberatung zum Agro-Gentechniker und Hetze gegen GentechnikkritikerInnen. 