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Gentec in GI Gerste: Feld Kritik Akte Maisfeld Stadtpolitik Uni Prof. Kogel
Argumente

IFZ und Kogel: Ziele, Tricks & Posten
Blicke hinter die Kulissen der Uni-Genforschung und des Gerstenfeldes

IFZ ++ Kogel, der Gentechnikfan ++ Ämter und Seilschaften ++ Stoppt den Versuch(sleiter) ++ Links

Eiskalte Intelligenz in der Knechtschaft des Kapitals.
Kommentar eines Arztes zu Kogel und Wissenschaftlern in seinem Umfeld

IFZ - HighTech für Profite
    unter der Flagge der Umweltsicherung

Durch das Gießener Interdisziplinäre Forschungszentrum für Umweltsicherung (IFZ) zu gehen, ist beeindruckend. Was hier der Umweltsicherung dienen soll, sind vor allem aneinandergereihte Gentechniklabore. Und auf den Gängen findet sich Gentechnikwerbung pur - oftmals gleich von den Konzernen oder Lobbyverbänden.

Geschichte und Entstehung

Auszug aus der Darstellung auf der IFZ-Internetseite
Die Idee für die Errichtung des IFZ wurde bereits vor 15 Jahren vom damaligen Präsidenten Prof. Heinz Bauer geboren. Damit sollte der Stärke der Umweltwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Rechnung getragen werden. Der erste Spatenstich erfolgte im Jahr 1997. Die IFZ-Arbeitsgruppen begannen im Herbst 1999, noch vor der vollständigen Fertigstellung des Gebäudes, mit dem Einzug. Gleichzeitig vereinbarten Mitglieder und Universitätsleitung eine Satzung für das Zentrum, gefolgt von einer Nutzungsordnung. Am 13. Mai 2002 wurde das IFZ offiziell an die Nutzerinnen und Nutzer übergeben.

IFZ-Forschung
IFZ-Forschung ist problemlösungsorientierte Forschung im Bereich der Bio-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften.
Der Mensch nutzt und verändert seine Umwelt nach seinen Bedürfnissen. Aber was er auch tut, der Mensch bleibt eingebunden in das Netzwerk der Biosphäre. Er bleibt abhängig von der Leistungsfähigkeit vor allem biologischer Prozesse, die in ihrer Komplexität noch nicht hinreichend bekannt, geschweige denn zu steuern sind.
Grundlage der menschlichen Ernährung sind Nahrungsnetze, für deren Funktion Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere unentbehrlich sind. Das ständig wachsende Wissen macht die Verletzlichkeit unserer Umweltsysteme zunehmend bewusst, zugleich ermöglicht dieses der Land- und Ernährungswirtschaft, die begrenzten Ressourcen effizienter zu nutzen und so den steigenden Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln zu decken.
Mikroorganismen erweisen sich als Schlüsselfaktor bei der Besiedlung extremer Lebensräume. Neue Erkenntnisse über die Adaptation und Resistenz von Pflanzen und Tieren gegenüber Stress ermöglichen trotz ständig neuer Krankheiten und Schädlinge und unter schwierigsten Umweltbedingungen eine produktive Landwirtschaft. Zugleich wurden mit der Modellierung von Prozessen und Wirkungsketten über den Ökosystemmaßstab hinaus Werkzeuge entwickelt, um den Einfluss der Landnutzung auf die zukünftige Entwicklung zum Beispiel der Artenvielfalt gesamter Landschaften abzuschätzen.
Solche komplexen Aufgabenstellungen erfordern das Zusammenführen von Fachkompetenz aus verschiedenen Disziplinen. Im Interdisziplinären Forschungszentrum für biowissenschaftliche Grundlagen der Umweltsicherung, kurz IFZ, haben sich agrar- und ernährungswissenschaftliche sowie biologische Forschungsgruppen der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammengefunden, um in fachübergreifenden, gemeinsamen Projekten verstärkt die Umwelt zu erforschen. Die neuen Zentrumsgebäude bieten die nötigen Voraussetzungen sowohl für klassische disziplinäre Forschung als auch für Aufgabenstellungen, die in keine Schublade passen und nur fachübergreifend zu lösen sind.

DFG bewilligt interdisziplinäre Forschergruppe "Erhöhung des Resistenzpotentials der Gerste"
12.02.1999, Justus-Liebig-Universität Gießen
Das Verbundprojekt muß auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, daß eine Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln ohne die Entwicklung neuer alternativer Methoden der Pflanzenproduktion in Zukunft nicht gewährleistet werden kann. Trotz großartiger Erfolge der Landwirtschaft in unserem Jahrhundert, wie beispielsweise der Verdoppelung der Weizenproduktion seit den sechziger Jahren, hungern heute - nach neuesten Erhebungen der Welternährungsorganisation FAO - weltweit etwa 800 Millionen Menschen. Die Ernährungslage wird sich in Zukunft kaum entschärfen, denn die Bevölkerung wird bis zum Jahre 2050 von heute rund sechs Milliarden auf etwa zehn Milliarden Menschen anwachsen, die verfügbare Anbaufläche aber bei etwa 1,4 Milliarden Hektar konstant bleiben, wenn nicht - etwa durch Bodenerosion - sogar abnehmen. Im Kontext dieser Zahlen muß zudem bedacht werden, daß trotz intensiver Pflanzenschutzmaßnahmen jährlich noch etwa 30 % der Welternte durch Schadorganismen verlorengehen. Nach Einschätzung der meisten Fachleute kann eine ausrei-chende Versorgung mit Nahrungsmitteln nur durch eine weitere Optimierung traditioneller Verfahren des Pflanzenanbaus und die Entwicklung qualitativ neuartiger Prinzipien des Pflanzenschutzes gewährleistet werden. Der Resistenzforschung kommt in diesem Bereich eine wesentliche Bedeutung zu, da die gezielte Nutzung natürlicher Krankheitsresistenzen wesentlich zu einer nachhaltigen, umweltschonenden Landwirtschaft beitragen kann.

Umweltforum der
Justus-Liebig-Universität Gießen
Sprecher: Prof. Dr. Thomas Eikmann

So wird manipuliert ...


Auszug aus der Broschüre "Life sciences" der Uni Gießen. Dargestellt wird die angebliche Fläche, die pro Person für Nahrungsmittelerzeugung bleibt. Der Rechenmodus wird nicht angegeben, ebenso nicht, wieviel dieses Effektes durch Anbau von Energiepflanzen und Viehfutter, Verwüstung aufgrund intensiver Landwirtschaft usw. entsteht. Wer sich die Zahlen anguckt, bemerkt, dass die rechte Zahl ungefähr ein Drittel der linken Zahl ist. Doch die blauen Flächen machen einen ganz anderen Eindruck. Die Fläche ist nur noch ca. ein Zehntel. ++ Seite zu vermeintlichen Vorteilen und was davon zu halten ist!

Prof. Dr. Thomas Eikmann: Dasselbe in Umweltmedizin

Was Kogel & Co. in der Gentechnik sind, stellt Eikmann in der Umweltmedizin dar. Sprüche und Ziele gleichen sich. Eikmann gilt als einer der führenden Umweltmedizin-Gutachter. Dort er findet immer nur heraus: Alles unschädlich. Gesundheitliche Schäden sind stets nur eingebildet. Ob Gifte, Elektrosmog ... alles ist völlig ungefährlich.

Textauszüge aus einem Forum mit gesammelten Informationen zu Eikmann:

Obwohl Eikmann im Bereich Gentechnik gar nicht arbeitet und qualifiziert ist, leitet er trotzdem die Podiumsdiskussion am 21.7.2006 von Stadt Gießen und Universität, die als politisches Hearing von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Dort ist nur eine Gentechnikkritikerin auf dem Podium - und selbst die sollte nach dem Willen der Uni-Wissenschaftler nicht geladen werden. Ab ca. 2000 übernahme er weitere Ämter mit Bezug auf die Gentechnik. Auszüge aus der Biographie:

Auch am IFZ: Prof. Wolfgang Friedt ... der Raps- und Mais-Gentechniker

Als schlechte Verlierer entpuppten sich nach dem Ende des letzten Genversuchs im Jahr 2008 die Zuständigen in der Uni Gießen. Während der Stationsleiter vor Ort seine Ämter in der Kirche niederlegte, nachdem diese sich hinter die BesetzerInnen gestellt hatte, machte Versuchsleiter Prof. Friedt mit einer spektakulären Aussage im RTL auf sich aufmerksam. Er wisse von weiteren Genfeldern in Hessen, sagte er: "Hessen ist glaub ich nicht gentechnikfrei", und fügte dann an: "Es gibt einzelne Landwirte meines Wissens, die solchen Mais anbauen, so dass man in keinem Fall sagen kann, das's gentechnikfrei". Doch angemeldet ist nichts - die Felder wären illegal und Friedt ein Mitwissen von Straftaten. Das wird aufzuklären sein, wie es unter anderem die Grüne Landtagsfraktion auch forderte.
Die FAZ dagegen bot dem dubiosen Versuchsleiter Prof. Friedt Platz zum Jammern - und dazu noch zur Verschleierung seiner Aussage im RTL-Interview, dass er von (dann illegalen) Genfeldern in Hessen wisse ...

1997 über Raps: Kreuzt nicht aus!*
Auszug aus einer „Erklärung zum Feldversuch mit gentechnisch gezüchtetem Raps auf dem Gelände des Lehr- und Versuchsbetriebes in Rauischholzhausen“ vom 18.4.1997, Autor: Prof. W. Friedt (Uni Gießen)

Bezüglich gentechnisch übertragener Herbizid-Resistenz hat zudem eine umfangreiche Diskussion zur Technologiefolgeabschätzung stattgefunden, die zu dem Ergebnis gekommen ist, daß keine Gefährdung der Bevölkerung bzw. nachhaltige Beeinträchtigung von Ökosystemen zu erwarten ist. Insbesondere kann eine Ausbreitung der neuen Eigenschaften wegen nicht gegebener Kreuzbarkeit von Raps mit Kruziferen der hiesigen Flora ausgeschlossen werden.
*Inzwischen sind ganze Kontinente durch ausgekreuzten Raps überzogen. Raps gilt als nicht eingrenzbare Pflanze. Das Märchen von der Nicht-Auskreuzung erzählen dieselben Leute heute über Mais und andere Nutzpflanzen!

IFZ-Zukunft in den Köpfen der Gesellschaftsingenieure

Auszug aus einem Bericht über Finanzanträge uniforum (Zeitung der Uni Gießen), 3/2009 (S. 8)
Bei einem der drei Anträge handelt es sich um ein „Zentrum für Insektenbiotechnologie“ (Sprecher: Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie). Es zielt auf den Ausbau der Kooperation bestehender Arbeitsgruppen und Institutionen zum
Thema „Gelbe Biotechnologie“. Die Aufforderung zur Vollantragsstellung spielt vor allem vor dem Hintergrund der Bemühungen um die Ansiedlung eines Fraunhofer-Instituts für Bioressourcen in Gießen eine große Rolle. Die Universität Gießen besetzt damit ein ganz neues Forschungsfeld: Erstmalig soll eine operative Einheit aufgebaut werden, die sich der Entwicklung innovativer Spitzentechnologien
an den Schnittstellen zwischen der Roten, Grünen und Weißen Biotechnologie widmet.

Rosige Zukunft für Technikgläubige: Fraunhofer-Institut am IFZ

Das "Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie" (eigene Seite ++ Wikipedia) will an der Uni Gießen eine neue Sparte eröffnen, die Der Sitz des IME ist Aachen und zwar die dortige Biologie der RWTH Aachen. Das ist eine der großen Schmieden deutscher Gentechnikseilschaften. Sogenannte Wissenschaftler von dort sitzen nicht nur in der Genehmigungsbehörde, sondern sich auch die Führungsetage des Instituts an der Uni Gießen, wo jetzt das Fraunhofer-Institut hinkommt: Kogel und Langen.
Finanzier ist der Steuerzahler, genauer: Das Land Hessen.

Kogels Einstellung zur Gentechnik

Täuschung: Kogel sei ein Wissenschaftler mit kritischem Blick auf transgene Pflanzen
Wahrheit: Ein glühender Verfechter der Gentechnik

Als es 2006 mit dem Gengerste-Versuch losging, versuchte sich Prof. Kogel (leider zunächst erfolgreich) als differenzierter, kritische und reflektierter Forscher zu inszenieren. Mit besten Kontakten gerade in rot-grüne Kreise und einem bei Umweltverbänden akzeptierten Vokabular gelang es ihm, den für die Weiterentwicklung der Gentechnik sehr bedeutsamen Versuch weitgehend ohne Kritik durchzubringen - wenn da nicht die zunächst sehr kleine, aber entschlossene Gruppe der "FeldbefreierInnen" gewesen wäre, die sofort auch die PR-Tricks von Kogel thematisierte. 2006 stellten sich alle Fraktionen im Stadtparlament und die grüne Umwelt-Bürgermeisterin auf Kogels Seite. Die SPD, der Kogel nahe steht, agierte als Propagandaabteilung.

Auszug aus dem Gießener Anzeiger vom 1.6.2006 (S. 15)
Dabei legte Kogel ... großen Wert auf die Feststellung, dass er nicht als grundsätzlicher Befürworter von Gentechnik verstanden werden wolle.

Im Jahr 2007 setzte die Uni dann einen weiteren Versuch oben drauf. Diesmal war Versuchsleiter der in rotgrünen Kreisen weniger beliebte Prof. Friedt. Die Pflanze stammte vom bösen amerikanischen Konzern Monsanto - während Kogels Versuch u.a. eine Resistenz gegen ein Bayer-Herbizid beinhaltete und auch sonst eher deutsch wirkte. Das machte einigen Unterschied: Der Mon810-Versuch führte zu einiger Empörung, während der Gerstenversuch weiter kaum öffentlich attackiert wurde - aber von den "FeldbefreierInnen" und der unbekannt gebliebenen Gruppe, die das Feld 2007 in einer nächtlichen Aktion zerstörte.
Kogels Propaganda hat erhebliche Wirkung gezeigt. Doch bei näherer Betrachtung ist er nur geschickter als Kollege Friedt. Und lügt besser. Denn dort, wo die Gießener Öffentlichkeit nicht hinguckt, redet Kogel Klartext. Und das schon länger ...

Auszüge aus Kogel/Jansen: "Das nationale Verbundprojekt GABI-Agrotec", in: Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 78 ff.)
Sicherung des Ertrags und optimale Qualität von Lebensmitteln – das sind die Kernziele der heutigen Agrar- und Verbraucherschutzpolitik. Doch wie lassen sich diese Ziele unter Einhaltung moderner Umweltschutzbestimmungen und der Prämisse der „Nachhaltigkeit“ erreichen? Die einzig praktikable Lösung scheint in der Entwicklung von Nutzpflanzen zu liegen, die Krankheiten und ungünstigen Umwelteinflüssen trotzen. Die klassische Pflanzenzüchtung stößt hier an ihre Grenzen, da es nicht möglich ist, alle Gene, die an der Ausprägung einer solch komplexen Widerstandsfähigkeit beteiligt sind, durch Kreuzung in einer Sorte zu vereinen. Doch was tun, wenn die klassische Züchtung nicht zum Erfolg führt? Aus Sicht der Wissenschaft liegt die Antwort in der „Grünen Gentechnik“, das heißt in der gezielten Herstellung von Pflanzen, die den modernen Produktionsanforderungen, wie hohe Erträge bei reduziertem Pestizideinsatz und möglichst geringer Belastung des Ernteguts mit toxischen mikrobiellen Stoffwechselprodukten, entsprechen. Die große Herausforderung besteht heute darin, den Verbraucher über die Notwendigkeit dieser Vorgehensweise aufzuklären und so die gesellschaftliche Akzeptanz für eine neue Generation von Nutzpflanzen zu verbessern. ...
Der große Vorteil gegenüber der klassischen Züchtung besteht darin, dass Gene, die an der Ausprägung des gewünschten Merkmals beteiligt sind, gezielt in Pflanzen, z.B. Hochertragssorten, eingebracht werden können. Dabei spielt es im Prinzip keine Rolle, aus welchem Organismus diese Gene stammen. Während man in der klassischen Pflanzenzüchtung darauf angewiesen ist, dass Spender- und Empfängerpflanze sich miteinander kreuzen lassen, können in der Grünen Gentechnik auch Gene aus Bakterien oder artfremden Pflanzen in die gewünschte Zielpflanze eingebracht werden.

Zitat vom Versuchsleiter Prof. Dr. Kogel im Interview auf www.biosicherheit.de am 29.5.2006
Ich bin sicher, dass sich künftige pilzresistente Pflanzen am Markt behaupten könnten. Insbesondere bin ich davon überzeugt, dass in den nächsten Jahren ein Fokus der Biotechnologie auf Getreide liegen wird. Gerade unter den Aspekten der biologischen Sicherheit eignet sich Getreide besonders dazu, die Qualität der Ernteprodukte durch Einsatz der Biotechnologie zu verbessern.

Zitat von Kogel in einem Interview auf www.biosicherheit.de
... ob man will oder nicht, Biotechnologie ist weltweit gesehen bereits eine neue Schlüsseltechnologie auch im Bereich der modernen Landwirtschaft.

Zitat von Kogel in noch einem Interview auf www.biosicherheit.de
Frage: Wo sehen Sie denn den Nutzen der Pflanzenbiotechnologie, der in der Gesellschaft überzeugend vermittelt werden kann?
Karl-Heinz Kogel: Aus meiner Sicht ist es immer noch ein wesentliches Ziel, den chronischen Hunger zu überwinden und Pflanzen mit einer besseren Qualität zu entwickeln. Gerade unter der Anforderung der Nachhaltigkeit wird Gentechnik hier zukünftig einen Beitrag leisten. Ein noch größeres Potenzial sehe ich, wenn es darum geht, die Folgen des Klimawandels zu mindern, gerade im Bereich erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Wenn man sich die aktuelle Grundlagenforschung anschaut, sind viele Ansätze zu überzeugenden Lösungen zu erkennen.
Wir müssen auch die möglichen Konsequenzen und Gefahren deutlich machen, die darin liegen, wenn wir nicht handeln. In unseren Breiten ist zum Beispiel die Ökobilanz nachwachsender Rohstoffe nicht gut - hier sind neben anderen auch biotechnische Verfahren geeignet, um an das Produktionsverfahren angepasste, effizientere Pflanzen zu entwickeln. Heute glaubt man, ohne Einschränkungen auf diese Technologie verzichten zu können. Doch wenn, wie heute schon in der Medizin, auch bei der Grünen Gentechnik deutlich wird, welche Nachteile die Nicht-Anwendung hat, wird sich die öffentliche Meinung ändern.

Gastkommentar in "Das Parlament" Nr. 43 / 22.10.2007
Karl-Heinz Kogel
PRO: GENTECHNIK
Durchaus sinnvoll

Gentechnik zur Produktion gesünderer Pflanzen und damit gesünderer Lebensmittel zu nutzen, ist ein vernünftiges Ziel. Eine gute Sicherheitsforschung ist gleichzeitig ein Muss. Argumente für Gentechnik sind etwa der Klimawandel, Rohstoffverknappung und chronische Unterernährung in weiten Teilen der Welt. Während sich die großen Wissenschaftsorganisationen klar zur Nutzung der neuen Potenziale bekennen, lehnen Verbraucherschützer und Naturschutzverbände sie strikt ab.
Bei der Frage, ob Gentechnik zu gesünderen Lebensmitteln führt, sollte ein Blick auf deren Einsatz in der Medizin zumindest hilfreich sein. Dort zählen gentechnische Verfahren etwa bei der Herstellung von Insulin oder von Faktor VIII für Hämophilie-Patienten inzwischen zur Normalität und helfen bei der Behandlung von Tausenden Patienten.
Auch Gentechnik in Lebensmitteln hat sich, wo sie zu sichereren und hygienischeren Produkten führt, durchgesetzt: Bei der Käseherstellung etwa wird das Labferment weitgehend aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen statt aus Rinderpansen gewonnen - ein durchaus humaner Ansatz. Eine andere Grundlage für gesunde Lebensmittel wird bereits auf dem Feld gelegt: Hier geht es auch um natürliche Gifte, die pilzliche Schaderreger an kranken Pflanzen bilden.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der bei uns so umstrittene gentechnisch produzierte Bt-Mais bei Schädlingsbefall weniger Pilztoxine aufweist als ein entsprechend unbehandelter Mais. Dies zeigt zumindest: Das Potenzial für eine Produktion von gesünderen Lebensmitteln ist vorhanden. Das aber muss wissenschaftlich überprüft werden. Das Gleiche gilt auch für mögliche Gefahren. Hierbei betone ich: Deutschland leistet sich eine Biosicherheitsforschung, die weltweit mit am höchsten entwickelt ist. Und das ist gut so.

Profitzwang erzwingt ungünstige Fruchtfolgen - und das soll Gentechnik ausgleichen!
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel
Im konventionellen Anbau finden wir im Grunde keine Lösung des Problems, da Fungizide nicht optimal wirken und Fruchtfolgen aus ökonomischen Gründen falsch gestellt werden.

Ökologischer Landbau könnte auch helfen - aber Kogel will Gentechnik
Auszug aus Kogel/Jansen: "Das nationale Verbundprojekt GABI-Agrotec", in: Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 81)
Die Ursachenforschung nach toxinfördernden Produktionsfaktoren führt allerdings noch zu einer weiteren wichtigen Erkenntnis. Bei einer intensiven Bestandesführung (dichte Fruchtfolgen, Einsatz von Wachstumsregulatoren, hohe Stickstoffdüngung) ist das Risiko des Auftretens von Mykotoxinen höher als unter den Produktionsstrategien im Öko-Landbau, denn Ährenfusariosen entwickeln sich besonders stark unter hohen Stickstoffkonzentrationen, und die Reduktion der Halmlänge durch Wachstumsregulatoren führt im gesamten Bestand zu einem feuchteren Mikroklima, das das Wachstum der Pilze ebenfalls erheblich fördert.

Das Ganze nur, weil Gentechnik nicht mehr aufzuhalten sein soll
... ob man will oder nicht, Biotechnologie ist weltweit gesehen bereits eine neue Schlüsseltechnologie auch im Bereich der modernen Landwirtschaft.

Auszug aus der Akte der Versuchsleitung zum Gengerstenfeld bei der Uni Gießen (IPAZ)
Protokoll über das Fachgespräch "Schwellenwerte für Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen" der DFG (30.+31. August in Bonn)
Handschriftliche Vermerke von Prof. Kogel auf Konferenzunterlagen: "Sehr niedrige Schwellenwerte würden Forschung behindern", "Steht Aufwand für Kennzeichnung in vernünftiger Relation zum Nutzen".

Auszüge aus "Was der Bauer nicht kennt" von Sebastian Beck in der Süddeutschen Zeitung am 30.6.2009
"Wenn wir nicht alle Wissenschaftsorganisationen hinter uns hätten, dann wären wir absolut frustriert", beschreibt Kogel die Lage. So aber ist er trotz aller Anfeindungen optimistisch: "Die Wahrheit setzt sich immer durch." ... Die wissenschaftliche Literatur jedoch, die spreche "überwältigend eindeutig" für die Gentechnik und die Unbedenklichkeit der bisher zugelassenen Pflanzen. Das gilt nach Ansicht von Kogel auch für den BT-Mais Mon810, dessen Anbau in Deutschland jetzt untersagt wurde. Kogel hat sich die Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich durchgelesen, auf die sich Landwirtschaftsministerin Aigner bei ihrem Verbot berief: "Für das normale Ökosystem sind die Ergebnisse völlig irrelevant", fasst er sie zusammen. ... Auch Kogel sieht die gravierenden Folgen der weltweiten Landwirtschaft. Deshalb habe er schon immer für eine Synthese aus Biolandbau und Gentechnik plädiert. Das wäre ein echter Sprung nach vorne, glaubt er.

Täuschung: Kogel kritisch gegenüber fremdbestäubenden Pflanzen wie Mais und Raps
Wahrheit: Kogel auch für Anbau von Mon810

2006 heuchelte Kogel noch eine kritische Einstellung zum Mais
Auszug aus der Gießener Allgemeine vom 17.6.2006 (S. 28)
Die Bestäubung findet zudem bei geschlossenen Blüten statt, so dass die Gefahr von Kreuzungen mit "normaler" Gerste kein Risiko darstelle. Dies sei z.B. bei transgenem Mais und Raps anders.

2007 hetzt er dann gegen Mon810-KritikerInnen
Auszug aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Ein aktuelles Beispiel ist der Bescheid des BVL mit dem vorläufigen Vertriebsverbot von Bt-Mais MON810. Faktisch ist es eine politische Entscheidung, die man als Staatsbürger akzeptieren muss. Entsetzlich finde ich aber die Begründung, die von einer Gefahr für die Umwelt spricht. Aus wissenschaftlicher Sicht hält sie einer substantiellen Analyse nicht stand. Wenn Sie die entsprechenden Publikationen bis 2007 sorgfältig analysieren, wird deutlich: Es haben sich keine Risiken für Mensch, Tier und Pflanzen gezeigt, ganz sicher keine, die über das normale Niveau von gezüchteten Pflanzen hinaus gehen. Es gibt weltweit keine Pflanzen, kaum eine Chemikalie, die besser untersucht worden ist als Bt-Mais oder Bt-Toxin. Die biologische Sicherheitsforschung, die das BMBF seit Jahren mit vielen Millionen fördert, hat auf die meisten Risikofragen Antworten geliefert. Aber genau die werden nicht berücksichtigt. Das ist ein schwerer handwerklicher Fehler.

Einschließlich der Verbreitung von Lügen (gleiche Quelle)
Als Fachmann für biologischen Pflanzenschutz - wir haben in dieser Richtung viel publiziert - muss ich auch sagen, dass die Konsequenzen der Argumentation kaum bis zu Ende gedacht werden. Wenn das Bt-Toxin wirklich eine Gefahr darstellt – wie Anreicherung im Boden oder eine Aktivität auf Nicht-Zielorganismen - , dann müssten doch die klassischen Bt-Präparate schnellstens überprüft werden.
Seit Jahrzehnten werden diese in der organischen Landwirtschaft als biologische Pflanzenschutzmittel verwendet. Sie gelten völlig zu Recht als umweltverträglich und förderlich für ein nachhaltiges Wirtschaften. Der Wirkungsmechanismus von Bt-Toxin ist bis in die molekularen Details aufgeklärt. Man muss schon fragen: Ist der mode of action eines Wirkstoffs abhängig von der herrschenden politischen Weltanschauung in der Landwirtschaft?
Anmerkung: Das vom Mais produzierte BT und das versprühte sind nicht identisch. Das weiß auch Kogel. Er lügt, bewusst!

In einem Extra-Kasten auf der Seite:
Heftige Auseinandersetzung vor Ort gab es auch um Anbauversuche mit gv-Mais, die im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Sortenzulassung vom Institut für Pflanzenzüchtung der Universität Giessen zusammen mit dem Bundessortenamt durchgeführt wurden. Trotz einer mehrheitlichen Ablehnung des Projekts durch den Giessener Stadtrat sah die Universität keine wissenschaftlichen Anhaltspunkte für den Abbruch des Versuchs. Als Vizepräsident der Universität trägt Kogel diese Entscheidung mit.

Fraglich: Kogel sei unabhängig
Verdachtsmomente: Verbindungen zu Industrie erkennbar


Auszugs aus Kogels selbsterstellten Lebenslaufs: Er arbeitete als Patentanwalt für eine Kanzlei ... für wen wohl?

Kogel hält Patente mit der BASF!!!
Nach einer Internet-Recherche bei der WIPO (world intellectual property organisation) steht jetzt fest, dass die gemeinsamen Gentech-Erfindungen des Versuchsleiters Karl-Heinz Kogel mit anderen weiteren WissenschaftlerInnen (u.a. der Justus-Liebig-Universität in Gießen) umgehend weltweit von BASF Plant Science patentiert werden. Nur für den US-Markt patentieren sich Kogel und Co ihre Erfindungen offenbar selbst! Bin ja mal gespannt, ob Kogels Liebe für die Freiheit der Forschung auch die uneingeschränkte, weil kostenlose Nutzung dieser Patente beinhaltet. Diese könnte er allerdings nur noch in den USA selbst durchsetzen!!!

Gehirnwäsche mit Kogel

Ziel ist nicht die Risikoforschung, sondern die Gentechnik in den Köpfen durchzusetzen
Auszug aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Die Skepsis, auf die wir treffen, ist Ausdruck eines erklärbaren, ja notwendigen Schutzmechanismus, der ja auch aus evolutionsbiologischer Sicht sinnvoll ist. Für uns Wissenschaftler heißt das: Wir müssen zeigen, dass diese Technik, die wir einführen wollen, große Vorteile hat – und dass diese Vorteile begreifbar werden. Erst dann, glaube ich, kann man die Bevölkerung wirklich überzeugen. Unsere Aufgabe ist es, stetig und mit viel Geduld Überzeugungsarbeit zu leisten.

Je nachdem, wo er auftritt, wechselt Kogel sein Verhalten - wie ein Chamäleon. Viele, die seine PR-orientierten Auftritte erleben, halten ihn für einen netten, aufrichtigen Wissenschaftler. So verkaufte er den Gengersteversuch als wichtige Sicherheitsforschung und sich selbst als Gentechnikkritiker. Doch das war alles gelogen. Kogel tritt andersorts mit den plattesten Pro-Gentechnik-Argumenten auf - selbst die Behauptung, die Gentechnik können den Hunger besiegen, hat er mündlich (z.B. 2006 auf einer Friedrich-Ebert-Stiftungstagung im Dachcafe in Gießen) und schriftlich verbreitet.

Wirre Behauptung: Gentechnik könne Hunger und Klimawandel bekämpfen
Auszug aus einem Text von Kogel aus dem Jahr 1999 (Quelle)

Ein verstärkter Forschungsaufwand zur Entwicklung neuer biotechnologischer Konzepte für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft ist angesichts einer schnell wachsenden Weltbevölkerung von heute sechs Milliarden auf über zehn Milliarden im Jahre 2050, begrenzter Anbauflächen und nicht auszuschließender Produktionsverluste durch globale Klimaveränderungen zwingend erforderlich.

Kogel behauptet: Gentechnik ist notwendig!
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Im konventionellen Anbau finden wir im Grunde keine Lösung des Problems, da Fungizide nicht optimal wirken und Fruchtfolgen aus ökonomischen Gründen falsch gestellt werden. ...

Widersprüche
Kogel behauptet, dass Gentechnik notwendig ist, weil "Fruchtfolgen aus ökonomischen Gründen falsch gestellt werden". Das bedeutet also, dass das ewige Ringen um Profit selbst den Sachzwang schafft. Es gäbe also andere Möglichkeiten, aber die werden aus Profitgier und Verwertungszwang nicht genutzt. Die Gentechnik ist überflüssig, ihre Notwendigkeit wird geschaffen.

Kogel behauptet: Gentechnik ist die beste Lösung
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Es ist evident, dass das vielschichtige Problem der Fusariumtoxine am besten durch moderne Pflanzenzucht zu lösen ist. Biotechnologie ist gerade bei diesem Beispiel eine Schlüsseltechnologie, da in Getreide bis heute keine natürlichen hochwirksamen Resistenzen identifiziert werden konnten. ...

Widersprüche
Typischer Wortschatz: "Es ist evident". Statt Begründungen liefert Kogel immer wieder Zirkelschlüssel und macht Behauptungen zu Argumenten. Das wirkt stark unwissenschaftlich.

Kogel sieht als Vorteil, dass Artgrenzen überschritten werden
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Da haben wir bei der gentechnischen Methode natürlich den Vorteil, dass wir Artgrenzen überschreiten können und nicht darauf angewiesen sind, aus Weizen oder Gerste ein Gen zu nehmen, um Fusariumresistenz zu bekommen. Wir können hier auf alle möglichen Spezies ausweichen, um auf der Grundlage unseres heutigen Wissens Gene zu finden, von denen erwartet werden kann, dass sie einen Effekt gegen Fusarium haben. Hier besteht also die Hoffnung, dass man mit einzelnen gezielt einsetzbaren Genen Resistenzen erzeugen, und damit der wirklich problematischen, ja gefährlichen Fusariumkrankheit zu Leibe rücken kann. ...

Widersprüche
Kogel bezeichnet das Überschreiten der Artgrenzen als "Vorteil". Damit zeigt er sich als kompromissloser Anhänger der Gentechnik, denn gerade das wird von KritikerInnen als hohes Risiko betrachtet.

Kogel behauptet: Neue Produkte werden entwickelt
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
Wir haben auch Gene gefunden, die den pflanzlichen Zelltod hemmen und damit eingreifen in das, was Fusarium versucht, nämlich Pflanzenzellen abzutöten. ...
Wir haben ganz eindeutige Wirkungen von Genen gegen Fusarien und wir und andere Arbeitsgruppen haben auch schon transgene Pflanzen in den Labors, die gute Wirkung gegen die Fusariumerkrankung zeigen. Aber eh das wirklich in die agronomische Produktion geht, werden noch einige Jahre vergehen. In diesem Zusammenhang ist es für mich wichtig nochmals zu betonen, dass Biotechnologie in der Landwirtschaft natürlich nur eine Option unter mehreren anderen ist, die jede Art von landwirtschaftlicher Produktion, sei sie konventionell oder ökologisch-dynamisch unterstützen könnte. Ich möchte auch insofern richtig verstanden werden, dass der letzte Beweis, dass durch biotechnologische Veränderungen am Getreide Pflanzenschutzmittel auf Dauer eingespart werden können, noch aussteht. Aber es ist ja gerade die Aufgabe der Wissenschaft "vor" zudenken und sich stattdessen nicht von Entwicklungen überrollen zu lassen.

Widersprüche:
Bei der Biosicherheitsforschung müsste es um Überprüfungen der Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen gehen. Hier stellt Kogel aber klar, dass neue Produkte entwickelt werden sollen.

Kogel behauptet: Biotechnologie ist Schlüsseltechnologie, das Wollen der Menschen spielt keine Rolle!
Auszüge aus einem Interview mit Prof. Kogel von der Internetseite zu Biosicherheit
In diesem Sinn will ich auch unsere Sicherheitsforschung am Getreide als vorsorgenden Verbraucherschutz verstanden wissen, denn ob man will oder nicht, Biotechnologie ist weltweit gesehen bereits eine neue Schlüsseltechnologie auch im Bereich der modernen Landwirtschaft.

Widersprüche:
Auch hier tritt Kogel als Exekutor einer längst gefallenen Entscheidung pro Gentechnik auf. Die Behauptung, dass die Gefährlichkeit der Gentechnik noch untersucht werden müsse, ist reine Propaganda. Sie kommt auf jeden Fall - ob man will oder nicht. Politische Entscheidungsprozesse spielen keine Rolle. Der Sofortvollzug beim Gießener Gerstenfeld passt dazu.

Interview mit Prof. Kogel im Deutschlandfunk am 24.6.2009 auf die Frage "Kann es eine Koexistenz geben?"
Das ist ja politisch entschieden worden durch Abstandsregelungen im Gentechnikgesetz und aufgrund dieser Abstandsregelungen, was eine politische Entscheidung ist, ist Koexistenz formal natürlich möglich. Ich meine aber, das ist auch zu kurz gedacht. Ich habe da eine etwas radikalere Position, dass ich sage: Diese Auskreuzungen haben keine biologische Wirksamkeit, d.h. dieser Pollenflug, der ist absurd gering und hat im Grunde keine Wirkung auf den Naturhaushalt. Bereits 10m von einem transgenen Feld entfernt ist die Pollenkonzentration minimal, vielleicht 10 Pollen pro Quadratzentimeter. ...
Ein Insekt würde bei 1000facher Pollenkonzentration vielleicht beeinträchtigt werden, wir haben also keinen faktischen, wissenschaftlichen Beleg für einen Einfluss, das ist eine politische Entscheidung. ...
Wir als Wissenschaftler sehen, dass diese Technik positive Umweltwirkung hat ... Alle Studien zeigen, wenn wir vergleichen: Gentechnik mit konventionellem Anbau, also Einsatz von Herbiziden, von Pflanzenschutzstoffen, ist diese Technik umweltfreundlicher. Und deshalb läuft auch die Diskussion um die Auskreuzung ein bisschen ins Leere. ... ich sage nur, es gibt halt diese vermuteten Umweltwirkungen nicht.

Auf die Frage: "Sehen Sie auch Gefahren?"
Ich hab ein großes Problem in der Diskussion hier, dass es den Hörern erscheinen könnte, dass naturwissenschaftliche Ergebnisse beliebig produziert werden. Das ist nicht der Fall. Es gibt einen begutachteten Reviewprozess in naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen - und da kommt die Wahrheit zutage in der wissenschaftlichen Community. Natürlich muss man gucken, wer die Untersuchungen macht. Kommen die Untersuchungen aus bestimmten Industriebetrieben, dann ist klar, dass man die anders einschätzen muss als sonst. Aber es gibt Hochschulforschung weltweit, die ist normalerweise nicht abhängig. Und das geht in Begutachtungsprozesse rein, die dann sozusagen die Wahrheit an den Tag bringen.

Kogel im Interview bei HR-Info am 23.4.2009
Wir haben wie fast alle Kollegen in diesem Bereich tatsächlich keine Risiken gesehen, die über Risiken des normalen Anbaus und des Einsatzes von Pestiziden hinausgehen. ...
Gerade bei Amflora geht es ja um ein deutsches High-Tech-Produkt, da spielen ja ausländische Firmen keine Rolle mehr. Und gerade auf diesem Gebiet, da geht es um eine Leitwissenschaft Biotechnologie, da geht es um Versuche nicht nur in der Industrie, sondern auch an den Hochschulen. Hier jetzt ein Verbot auszusprechen, das halt ich für sehr problematisch, da ist auch eigentlich ein Konflikt der gesamten Wissenschaft mit bestimmten politischen Kreisen, insbesondere natürlich der CSU, zu sehen. ...
Wir haben eine klare Pestizidreduktion im Anbau bei gentechnischen Pflanzen ... die sind dadurch, dass weniger Pestizide eingesetzt werden müssen, im Grunde risikoärmer und sauberer für die Umwelt. Das ist unbestritten, so argumentieren ja auch im Grunde alle Wissenschaftsorganisation in Deutschland im Moment.

Versuchsdurchführung

Auszug aus dem Giessener Anzeiger vom 25.04.2006
Es werden zwei gentechnisch veränderte Gerstenlinien auf negative Effekte gegenüber nützlichen Bodenpilzen untersucht. Eine der beiden Gerstenlinien enthalte zusätzlich zu ihren natürlichen Genen ein eingebautes Gen, welches die Information für eine so genannte Endochitinase trage. Dabei handele es sich um ein chitin-abbauendes Enzym. Chitin ist Bestandteil von Pilzen, welche die Gerstenpflanze befallen können. Die Gerste soll dementsprechend widerstandsfähiger gegen Pilzbefall sein. Eine Wirkung gegenüber Insekten, deren Außenhaut ebenfalls teilweise aus Chitin besteht, werde ausgeschlossen, weil diese chemisch verschieden seien. Die Wirkung der Pflanzen auf nützliche Bodenpilze, wie den Mykorrhiza, die in Symbiose mit den Pflanzen leben, soll in diesem Freilandversuch untersucht werden, schilderten die beiden Wissenschaftler.
Die zweite transgene Gerstenlinie enthalte ein bakterielles Kohlenhydratabbauendes Enzym, die so genannte Beta-Glucanase. Diese Gerste besitze keine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger, sondern sei wegen ihrer positiven Eigenschaften als Futtermittel für Hühner erzeugt worden, die normale Gerste nur schwer verdauen könnten. Der Einsatz der gentechnisch veränderten Pflanzen bewirke eine Reduzierung von Pestiziden und Arbeitskosten, sagte Kogel. Die transgenen Pflanzen würden nach Abschluss der Forschungen auf jeden Fall vernichtet werden, versicherte er.

Schönreden mit Kogel

Am 19.5.2008 strahlte der WDR auf 3sat in der Sendung "Nano" Interviews mit Kogel aus und berichtete über seine Arbeit. Darin schwärmt Kogel nicht nur von der Gentechnik, sondern macht absurde Behauptungen über die völlig sichere Gentechnik und maßgeschneiderte gentechnische Experimente. Bemerkenswert ist dabei, dass er sich auf einen Versuch stützt, der in den ersten beiden Jahren zerstört wurde und im dritte gar nicht mehr stattfand. Für "Wissenschaftler" Kogel reichte das aber ...
Auszüge aus der Sendung (nicht kursiv: Zitate von Kogel):

Auch im letzten und vorletzten Jahr hatten Gentechgegner dieses Feld besetzt. Sie wollten hier die Aussat gentechnisch veränderter Organismen verhindern. Mit Erfolg. Dieses Jahr mussten die Forscher ihren Versuch abbrechen.
Kogel: Dass wir das nicht machen konnten, ärgert einen Wissenschaftler schon.
Wir wollten die Risiken der Gentechnik hier weiter untersuchen und das müsste im Interesse der Verbraucher sein und letztendlich auch im Interesse derjenigen, die hier gegen Gentechnik protestiert haben.
... die Pflanzen haben die Forscher aus den USA eingeführt und mit den Organismen verändert, die im Boden vorkommen
Kogel: Es hat sich gezeigt, dass die Pflanzen keine negativen Effekte haben auf das Bodenleben haben, die Mikroorganisemen im Boden wurden nicht beeinträchtigt. Und das ist natürlich eine positive Nachricht, da sie zeigt, wie maßgeschneidert Gentechnik sein kann.
(Kritik von Feldbesetzer an Behauptung von 100%iger Sicherheit) ... Karl Heinz Kogel bleibt dabei. Er findet seine Forschung sicher. ... schon arbeitet er an gentechnisch veränderten Karotten.

Kogel: Wenn sie gerade sehen, dass weltweit seit 12 Jahren weit über 100 Mio Hektor gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden und es ist noch kein belegbarer Unfall bekannt. Daran sehen sie, wie sicher die Gentechnik ist.
Auf ihren Versuchsfeld mussten die Forscher zwar dieses Jahr eine Niederlage einstecken, doch lassen sich die Forscher nicht einschüchtern. Ihre Forschung geht weiter.

Dann folgt ein Live-Interview mit einer Wissenschaftlerin aus der Schweiz, die im Weltagrarrat mitarbeitet. Auszüge:

Hilbeck: Ob es belegbare Unfälle gegeben hat oder nicht, und die Sicherheit bestätigt wird, wird die Geschichte zeigen. Und die Biosicherheitsforschung und die Belege können nur so gut sein, wie rigoros die Forschung ist ~. Und da habe ich hin und wieder meine Zweifel.
Was heißt, ob es Unfälle gab. Kann ...

Nein, das kann man nicht. Wir sind zu früh machen und vor allem müssen wir die entsprechende Forschung machen und nachschauen. Und ob die Nahrung negative Auswirkungen auf den Menschen haben, können wir nicht sagen, weil wir keine US-Amerikanische Bevölkerung haben, die nicht gentechnisch veränderte Nahrung zu sich genommen hat.
... wenn Biosicherheitsforschung eingebettet in eine Produktentwicklung stattfindet büßt sie an Glaubwürdigkeit ein ... sie wird nicht rigoros in alle Ecken leuchten, mögliche Risiken zu finden.

Schon 2006 log Kogel ganz platt. Er behauptete wahrheitswidrig, Gerste würde gar nicht auskreuzen können. Am 25.4.2006 stellt er öffenltich seinen Versuch vor mit den Worten. Die Abschrift des Audiomitschnitts: "Dieser Versuch ist explizit ein sehr sicherer Versuch. Das ist auch beim Bescheid des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmitteltechnik ganz klar erläutert worden. Sicher ist dieser Versuch, weil die Gerste nicht auskreuzen kann. Es ist ein Selbstbefruchter. Die Pollenfreisetzung erfolgt bei geschlossenen Blüten, nur die eigene Pflanze wird befruchtet. Das heißt, es gibt keinen Pollenflug auf fremde Pflanzen und damit auch keine Auskreuzung. Gerste ist damit eine optimale Pflanze für die Freisetzung und biologische Sicherheitsforschung."

Bei dem Gengerstenversuch handelt es sich nicht um Biosicherheitsforschung. Die entsprechenden Fördergelder wurden folglich veruntreut.

In der Propaganda seitens der Universität Gießen und des Versuchsleiters Prof. Kogel wurde bereits der Versuch mit transgener Gerste am Alten Steinbacher Weg in Gießen (2006 bis, geplant, 2008) als Biosicherheitsforschung dargestellt. Da der jetzt beantragte Versuch identisch ist, gelten diese Aussagen auch weiterhin für den jetzt beantragten Versuch.

Auszug aus dem Giessener Anzeiger vom 25.04.2006
Dieser erste Freilandanbau, der am 3. April von der zuständigen Behörde genehmigt wurde, soll die Frage klären, ob sich die gentechnisch veränderten Pflanzen negativ auf die für die Pflanzen wichtigen Bodenpilze, die Mykorrhiza auswirken, die ein essentieller Bestandteil in Ökosystemen darstellen und in beträchtlicher Weise zur Förderung der Pflanzengesundheit beitragen.

Auszug aus dem Stern, 28.5.2006
Kogel will mit dem auf drei Jahre angelegten Versuch herausfinden, ob die gentechnisch veränderten Pflanzen schädliche Auswirkungen auf das Bodenleben haben. Vor allem interessiert die Forscher, ob nützliche Bodenpilze wie die praktisch überall vorkommenden Mykorrhiza verändert oder zerstört werden."

Die Version von der angeblichen Biosicherheitsforschung wurde auch durch das Bundesministerium verbreitet:

Auszug aus einer Presseinformation des Bundesforschungsministeriums zum Versuch in Gießen (auch: Gießener Allgemeine, 2.6.2006, S. 23)
"Die Arbeit der Forscher dient einzig und allein dazu, sicherheitsrelevante Fragen zu beantworten", sagte Thielen.

Unter diesem Deckmantel der Biosicherheitsforschung beantragte die Universität Gießen Fördermittel aus dem Biosicherheitsprogramm der Bundesregierung (BMBF). Die tatsächlich verwendeten Mittel ergeben einerseits sich aus dem Zuwendungsbescheid des für die Vergabe der BMBF-Mittel zuständigen Forschungszentrums Jülich vom 21.3.2005 (zum Antrag om 26.2.2004 der JLU):

Zu anderen zeigt der Gesamtfinanzierungsplan vom 1.4.2005 bis 31.3.2008, dass überwiegend universitäre Personalkosten auf diese Weise gedeckt wurden. Es besteht somit der weitere Verdacht, dass hier Fördermittel zweckentfremdet wurden, um den Haushalt der Universität Gießen zu entlasten. Zusammenfassung des Gesamtfinanzierungsplans:

Diese Summen steigen noch, wenn einberechnet wird, dass es sich um ein Verbundprojekt mit der Uni Erlangen handelt. Beiden zusammen sind deutlich höhere Gelder ausgezahlt worden. Da jedoch an beiden Standorten gleiche Ziele verfolgt wurden, müssen auch die in Erlangen ausgegebenen Gelder als veruntreut gewertet werden.


Auszug aus einer Übersicht zu den Fördermitteln des BMBF

Angesichts dessen, dass der Versuch zu 100% aus dem Biosicherheitsprogramm gefördert wurde, hätte auch der Versuchszweck dem entsprechen müssen. Allerdings wurde schon in der Beantragung eine Zweiteilung des Versuches deutlich. Die Hälfte der Freisetzung diente der Untersuchung veränderter Brau- und Futtereigenschaften, d.h. für 50% des Versuches ist im Antrag an das BVL nicht einmal behauptet worden, dass er Sicherheitsfragen dienen würde. Insofern sind geldgebende Bundesstelle und Genehmigungsbehörde bereits unterschiedlich informiert worden.

Die Praxis sah allerdings schlimmer aus. Die aus Propaganda- und Finanzierungsgründen im Förderantrag und in der Medienarbeit behaupteten alleinigen Ziele der Sicherheitsforschung waren frei erfunden. Tatsächlich diente das Feld mit transgener Gerste am Alten Steinbacher Weg der Entwicklung neuer Produkte und neuer Methoden.
Der Methodenentwicklung diente der Versuch insoweit, als neue gentechnische Verfahren an der Gerste entwickelt werden sollten, die dann für alle oder zumindest viele Pflanzen anwendbar wären. Der Versuch diente also im allgemeinen dem Vorantreiben der Gentechnik. Die Gerste war nur eine Trägerpflanze, die ausgewählt wurde, weil Versuchsleiter Prof. Kogel mit ihr seit Jahren forscht und entsprechende Forschungsgelder durch die Vortäuschung von Sicherheitsforschung an Getreide passend zu erreichen waren.

Des weiteren verstieß der Versuch gegen die Förderrichtlinien, nach denen das Geld ausgeschüttet wurde. Dort ist als Fördervoraussetzung benannt: "Die Forschungsansätze sollen sich auf gentechnisch veränderte Pflanzen beziehen, deren Anwendung in Deutschland erwartet wird bzw. deren Freisetzung bereits erfolgt." (BMBF-Bekanntmachung der Förderrichtlinien "Biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen" im Rahmenprogramm "Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten" am 1.12.2003)
Die trangene Gerste diente nicht der späteren Markteinführungen, sondern allein als Trägerpflanze für gentechnische Experimente. Für die veränderten Brau- und Futtermitteleigenschaften ist kein Markt erkennbar, eine Markteinführung auch nicht geplant. Daher verstieß der Versuch gegen die Förderbestimmungen.

Gegen die Versuchsleitung und weitere eventeuell beteiligte Personen ist am 8.2.2009 Strafanzeige eingereicht worden bei der Staatsanwaltschaft Berlin (Sitz des Fördereres BMBF).

Es ist Aufgabe von Behörden Straftaten aufzuklären und weitere zu verhindern. Da für die Versuchsphase 2009 und 2010 ein weitgehend identischer Antrag von den gleichen Personen, gefördert aus dem selben Sicherheitsprogramm beantragt wurde, ist Aufklärung geboten. Zwar gilt seit dem 4.7.2007 ein leicht veränderter Text für die Förderrichtlinien, es ist aber auch jetzt nur in begründeten Ausnahmefällen möglich, Sicherheitsforschung an nicht für die Marktzulassung vorgesehenen Pflanzen zu betreiben.

Kogel, seine Ämter und Kontakte

Wer betreibt den Gengerstenversuch?

Auszug aus dem Giessener Anzeiger vom 25.04.2006
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "zur biologischen Sicherheit gentechnisch veränderten Getreides" (Biosafety), das rein universitären Charakter habe und nicht von der Wirtschaft unterstützt werde, wird ebenfalls im Rahmen des Biosicherheitsprogramms der Bundesregierung "Biologische Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen" gefördert. Neben dem Institut für Phytopathologie und angewandter Zoologie der Universität Gießen, ist an diesem Projekt der Lehrstuhl für Biochemie an der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt.

Das war anders geplant: Kogel kündigte 2004 "Freilandversuche in Kooperation mit nationalen Saatgutfirmen" an.
(siehe Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 85)

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Seit Anfang 2007 ist Kogel Chef einer Koordinierungsgruppe zu gentechnischen Experimenten bei Getreide. Anders ausgedrückt: Kogel ist der oberste Getreide-Gentechniker der Republik. Hochgefördert auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) - wo die großen Konzerne dominieren.

Text zur Einrichtung der Gruppe durch die DFG auf deren Internetseite
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Neueinrichtung der Forschergruppe "Mechanismen der Kompatibilität" (FOR 666) an der Justus-Liebig-Universität Gießen bewilligt, die im März 2006 ihre Arbeit aufnimmt. Initiiert wurde die FOR 666 von Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Interdisziplinäres Forschungszentrum (IFZ) für Umweltsicherung an der Universität Gießen, der auch Sprecher der neuen Forschergruppe ist. Beteiligt sind von Gießener Seite zudem eine Arbeitsgruppe "Biostatistik" (Prof. Dr. Wolfgang Köhler) sowie das Institut für Allgemeine Botanik (Prof. Dr. Art van Bel, Prof. Dr. Hubert Felle). Weitere Kooperationspartner sind das Max-Planck-Institut für Terrestrische Mikrobiologie in Marburg (Prof. Dr. Regine Kahmann) und Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz der Universität Halle, des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben sowie Biologen der Universität Erlangen-Nürnberg. Zudem ist ein intensiver Austausch mit französischen Partnern des Institut National de la Recherche Agronomique (INRA) in Antibes, Toulouse und Montpellier vorgesehen. ...
Mit der FOR 666 wird am Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie der Justus-Liebig-Universität Gießen bereits die zweite DFG-Forschergruppe eingerichtet. Insgesamt arbeiten dann an der Universität Gießen fünf DFG-Forschergruppen, davon zwei in Zusammenarbeit mit Marburg und eine Klinische Forschergruppe:
- Erhöhung des Resistenzpotentials der Gerste (FOR 343, Sprecher: Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie)
- Mechanismen der Kompatibilität (FOR 666, Sprecher: Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie)
- Chromatin-mediated Biological Decisions (FOR 531, Gießen-Marburg, Sprecher: Prof. Dr. Rainer Renkawitz, Institut für Genetik)
- Wahrnehmung und Handlung (FOR 560, Gießen-Marburg, Sprecher: Prof. Dr. Karl R. Gegenfurtner, Ph.D., Allgemeine Psychologie)
- Klinische Forschergruppe "Pathomechanismen und Therapie der Lungenfibrose" (Sprecher: Priv.-Doz. Dr. Andreas Günther, Medizinische Klinik II)

Gießener Filz in der DFG
Auszug aus der Akte der Versuchsleitung zum Gengerstenfeld bei der Uni Gießen (IPAZ)

Protokoll über das Fachgespräch "Schwellenwerte für Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen" der DFG (30.+31. August in Bonn)
Mitglieder und ständige Gäste der Senatskommission: 4 Leute, davon 2 aus GI: Prof. H.G. Frede (Vors.), Prof. Kogel, 1 aus Kiel: Prof. C. Jung
Weitere Gäste: Mehrere, u.a. Buhk, Bartsch, Jany, Schiemann. Kommissionssekretariat: Dr. L. Breuer, GI.

Denkmuster der DFG
Interview mit dem langjährigen DFG-Präsidenten, Ernst-Ludwig Winnacker, in: Süddeutsche Zeitung, 18.7.2009

SZ: Zerstört Seehofer Vertrauen, das seine Vorgänger aufgebaut haben?
Winnacker: Ich habe ihm geschrieben, dass ich seine Äußerungen als forschungsfeindlich empfinde und enttäuscht bin, dass er als Ministerpräsident eine solch extreme Haltung einnimmt. Sie verschreckt Forscher und Investoren. Als Franz Josef Strauß vor 40 Jahren auf einer Versammlung von einem Bauern wegen der Flurbereinigung attackiert wurde, sagte er: "Gustl, ich mache nicht, was das Volk will, sondern was gut für das Volk ist!" Zu einer solchen Politik muss die CSU zurückfinden. ...
Heute zerstören Gegner die Felder, damals stand ich als Forscher auf der Abschussliste der RAF ...
Wichtig ist, den Verbrauchern klar zu sagen, wo heute schon die Gentechnik steht und dass es keinen Zurück mehr gibt. Absurd sind auch die Abstandsregelungen für Versuchsfelder etwa von Mon810, denn der Maispollen fliegt kilometerweit. ...
Die hohen Hürden, die aufgrund des Protests nun aufgebaut werden, führen lediglich dazu, dass nur noch einige wenige Firmen in der Lage sind, den Mais herzustellen. Am Ende bleibt nur Monsanto übrig und dann beschwert man sich, es gäbe ein Monopol. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Mal ehrlich: Die Landwirtschaft wird durch die Gentechnik nachhaltiger. Sie produziert derzeit mehr CO 2 als der ganze Verkehr. Das muss sich ändern. Und warum bauen die Bauern in Kanada gentechnisch veränderte Pflanzen an? Die sind doch auch nicht dumm. Sie haben damit 350 000 Tonnen weniger Herbizid gebraucht.

Kogel, Friedt und die DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist ein Vergabegremium für ungeheure Geldmengen. Im Jahresbericht der DFG finden sich Gentechnik-Hardliner Friedt und Gentechnik-Softie Kogel gleichermaßen ...



Auszüge aus dem DFG-Jahresbericht 2006 (oben).
Prof. Kogel ist Sprecher der Forschergruppe 666 bei der DFG, eine Übersicht über die dortigen Projekte findet sich hier:

Kogel im Sumpf der Stadt Gießen

Wohlgesonnene Medien und Pro-Gentechnik-Fraktionen im Stadtparlament
Auszug aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Die Regionalpresse hat sehr objektiv berichtet und auch aus der Regionalpolitik haben wir positive Reaktionen erfahren. Der Magistrat der Stadt Gießen hat sich sogar einstimmig für unsere Versuche zur Biologischen Sicherheitsforschung ausgesprochen.

Zusammenhalten an der Uni und in der Gentech-Lobby
Auszug aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Als dann radikale Gentechnik-Gegner die Zerstörung unseres Versuchs ankündigten, führte das zu einem starken Solidarisierungseffekt, insbesondere an der Universität. Es gab aber auch eine deutliche Unterstützung aus den Wissenschaftsorganisationen, etwa der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft), und auch von vielen Wissenschaftlern aus dem Ausland.

Kogel und seine Kontakte: Genweizen-Versuch in Gatersleben


Auszüge aus dem Jahresbericht 2006 des IPK in Gatersleben mit (rechtes Bild) Liste der Kooperationspartner außerhalb (S. 121 f.)

Kogels Partner an der Uni Erlangen: Prof. Uwe Sonnewald (Ex-IPK Gatersleben)

Auszug aus "Genbank Gatersleben: Gentechnik oder genetische Ressourcen?" von Andreas Bauer, Umweltinstitut München (Mai 2007, S. 8)
1998 wird mit SunGene die erste Firma aus dem IPK ausgegründet. SunGene ist zunächst ein Joint Venture zwischen BASF und IPK und heute eine hundertprozentige Tochter der „BASF Plant Science“ mit 63 Mitarbeitern. Gegründet wurde die Firma vom ehemaligen Leiter der Abteilung Molekulare Zellbiologie des IPK, Prof. Dr. Uwe Sonnewald, der heute an der Universität Erlangen lehrt, sowie von Dr. Karin Herbers, ebenfalls vom IPK. Einer Pressemitteilung des IPK zufolge ist das Institut an dem Unternehmen beteiligt und unterstützt(e) es finanziell. Heute wird SunGene von Heinz Emrich und Dr. Hans Kast von BASF Plant Science geleitet. SunGene beschäftigt sich mit der Transformation von Kulturpflanzen, der Steuerung der Gen-Expression und der Manipulation der Biochemie der Pflanzen.
Das Unternehmen ist dabei im Wesentlichen Dienstleister für bestimmte Projekte der BASF Plant Science. Die BASF gibt dabei vor, welches Projekt oder welches Thema für sie interessant ist. SunGene führt dann auf diesem Gebiet gentechnische Experimente durch.

Die Verbindungslinie zum IPK Gatersleben

Auszug aus Kogel/Jansen: "Das nationale Verbundprojekt GABI-Agrotec", in: Spiegel der Forschung Nov. 2004 (S. 84)
Das Verbundprojekt GABI-Agrotec wurde im April 2002 am Institut für Phytopathologie und Angewandte Zoologie (IPAZ, Prof. Karl-Heinz Kogel) der JLU Gießen in Kooperation mit dem Institut für Allgemeine Botanik der Universität Hamburg (AMPIII, Prof. Wilhelm Schäfer) und dem Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK, Prof. Uwe Sonnewald) gestartet.

RWTH Aachen: Kontakte, Kungel und gute Beziehungen zu den Genehmigungsstellen

Auszug aus Kogels Lebenslauf (Quelle)
Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Jahrgang 1956, studierte an der RWTH Aachen Biologie und Sozialwissenschaften. Nach seiner Diplomarbeit in Biologie über ein Thema zum biologischen Pflanzenschutz arbeitete er dort von 1981 bis 1984 am Institut für physikalische Biologie, wo er auf dem Gebiet der Pflanzenphysiologie promoviert wurde. Es schloss sich ein einjähriger Post-Doc-Aufenthalt am Weizman Institute of Science in Rehovot in Israel an. Von 1984 bis 1988 war Kogel wissenschaftlicher Angestellter am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln. Im Anschluss folgte eine Anstellung in einer Patentanwaltskanzlei, bei der er verantwortlich für die Bearbeitung von Biotechnologie-Patenten war. Von 1990 bis 1995 leitete er am Institut für Pflanzenphysiologie der RWTH Aachen eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Charakterisierung der Funktion von Mehltau-Resistenzgenen in der Gerste beschäftigte und habilitierte sich 1995 mit einer Arbeit zum Thema Molekulare Erkennungssysteme in Getreidepflanzen.

Das bedeutet, dass Kogel bis 1984 und 1990-1995 an der RWTH tätig war. In dieser Zeit (1992-2003) agierte dort ebenfalls im Gentechniksektor Bartsch (jetzt BVL). Sein Forschungsprojekte waren: "1992-2000: Freilandversuche mit gv-Zuckerrüben an der RWTH Aachen. 1999-2004: AIGM - Assessment of the impacts of genetically modified plants. 2001-04: VRTP-IMPACT - Virus-resistant transgenic plants: ecological impact of gene flow." (aus der Studie "Kontrolle oder Kollaboration" von Christoph Then und Antje Lorch)

Immer in ähnlichen Zusammensetzungen: Ein Forschungsprojekt nach dem anderen

Seit mindestens 1999 lässt sich das Interesse von Prof. Kogel und Umfeld an den gentechnischen Experimenten nachweisen. Projektnamen und -ziele werden je nach erreichbaren Fördertöpfen alle 2-3 Jahre leicht variiert. Als Hauptpflanze taucht immer wieder Gerste auf, rundherum aber auch andere Arten. Im Kern geht es um die Entwicklung von Methoden gentechnischer Manipulationen, weniger um die jeweiligen Pflanzen, denen diese Methoden entwickelt werden.

Auszug aus der Presseinformation der Uni Gießen zum neuen DFG-Projekt FOR 666 am 7.2.2006
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Neueinrichtung der Forschergruppe "Mechanismen der Kompatibilität" (FOR 666) an der Justus-Liebig-Universität Gießen bewilligt, die im März 2006 ihre Arbeit aufnimmt. Initiiert wurde die FOR 666 von Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel, Interdisziplinäres Forschungszentrum (IFZ) für Umweltsicherung an der Universität Gießen, der auch Sprecher der neuen Forschergruppe ist. Beteiligt sind von Gießener Seite zudem eine Arbeitsgruppe "Biostatistik" (Prof. Dr. Wolfgang Köhler) sowie das Institut für Allgemeine Botanik (Prof. Dr. Art van Bel, Prof. Dr. Hubert Felle). Weitere Kooperationspartner sind das Max-Planck-Institut für Terrestrische Mikrobiologie in Marburg (Prof. Dr. Regine Kahmann) und Wissenschaftler des Instituts für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz der Universität Halle, des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben sowie Biologen der Universität Erlangen-Nürnberg.

Firmen?

Die Konsequenz: Versuch stoppen, da Versuchsleiter unseriös ist!

FeldfreierInnen beantragen Verbot des Gengerstefeldes in Gießen
Fachliche Qualifikation des Versuchsleiters entspricht nicht dem Gesetz

Wird das umstrittene Feld der Universität Gießen mit transgener Gerste verboten? Einige der FeldbefreierInnen, aus deren Kreis 2006 Teile des Feldes angegriffen wurden, haben jetzt das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft angeschrieben und das Verbot des Versuches verlangt. Als Begründung führen sie Äußerungen und Verhaltensweisen des verantwortlichen Leiters der gentechnischen Anlage, Prof. Karl-Heinz Kogel, an. Dieser hätte zum einen gegenüber der örtlichen Presse am 27. März ausgesagt, die Ergebnisse des noch zwei Jahre laufenden Versuches ständen bereits fest. Zum anderen hätte er auf eine anonyme Mitteilung, der Versuchsstandort sei unbrauchbar gemacht worden, nicht reagiert, sondern einen Tag später die gentechnisch veränderte Gerstensaat ausgebracht. „Wer so handelt, interessiert sich gar nicht für die wissenschaftlichen Ziele des des Versuches, sondern betreibt billige Lobbyarbeit für die riskante Technik“, werfen die Absender des Antrags dem inzwischen zum Uni-Vizepräsidenten aufgestiegenen Kogel vor. Sie fordern aufgrund erwiesener fachlicher Inkompetenz und fehlendem Willen zu einer seriösen Versuchsdurchführung das sofortige Verbot der Anlagen. Zudem wollen sie geprüft haben, wieweit auch die von der Uni betriebenen gentechnischen Maisfelder von Kogel beeinflusst wurden und daher aus gleichen Gründen zu untersagen sind. Da Prof. Kogel bewusst gehandelt habe, seien auch strafrechtliche Konsequenzen naheliegend.

Gepöbel gegen KritikerInnen

Auszug aus einem Interview mit Prof. Kogel (Quelle: Biosicherheitsforschung)
Aber wenn dieser politische Wille biologisch untermauert werden soll, kommt es zu haarsträubenden Aussagen: Da kreuzen plötzlich alle Pflanzen aus, die Bienen sterben wegen der Gentechnik und hier in der Wetterau gehen Kühe ein, weil sie Bt-Mais gefressen haben. Es ist eine Art Politbiologie entstanden.

Links zum Gengersten-Versuch

Die Seiten zum Feld

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