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Rosarot angemalt: Die Mär vom Kampf gegen Hunger und Umweltzerstörung

Allgemeinwohl und Umweltschutz ++ Alles ist sicher ++ Hungerhilfe ++ Konzerne und ihr Einfluss ++ Konzernmethoden ++ Links

Nur eine verschwindend geringe Geldmenge geht an umweltverträgliche oder Biolandwirtschaft. Verglichen mit den Unmengen, die zum Beispiel in die Genforschung gesteckt wird, ist das ein winziger Betrag. Selbst wenn sich niemand in Kansas für Genweizen interessierte, würden in dem Gebäude, in dem ich arbeite, mindestens drei oder vier Leute daran arbeiten - nur weil da das Geld steckt. Irgendjemand in der Regierung glaubt, dass Genforschung wichtig ist, deshalb ist dafür Geld da.
Rhonda Janke, Professorin für umweltverträgliche Landwirtschaft, Universität Kansas (mehr)

Überall die Finger drin haben, aber nicht auffallen: Die Konzerne

Der Text aus der Broschüre "Organisierte Unverantwortlichkeit" (Infoseite ++ PDF):
Es ist das spezifisch Deutsche an der Agrogentechnik im Land, dass sich die großen Konzerne gern ein bisschen verstecken. Es soll nicht auffallen, wie eng Regierungen und Behörden mit ihnen verwoben sind. Doch mit BASF, Bayer und KWS ist es nicht anders wie mit Rüstungs-, Energie- oder Automobilkonzernen, Banken oder Versicherungen. Sie alle sind personell eng verflochten mit Aufsichtsbehörden, nehmen Einfluss über Lobbygruppen und sitzen an den Tischen, wenn Gesetze geschmiedet oder der Kuchen mit den Fördergeldern verteilt wird. Nur wissen die Gentechnikfirmen, dass ihr Geschäft im Land nicht so beliebt ist wie der Bau von CO2-Schleudern auf vier Rädern oder neuen Fabriken. Darum setzen sie auf eine andere Strategie: Tarnung. Statt selbst zu agieren, dulden und fördern sie die Entstehung vieler Kleinstfirmen und regionaler Biotechnologieinitiativen. Hinter diesen stehen dann als Auftrag- und Geldgeber die Konzerne. Wer genau hinguckt, sieht sie auch: Syngenta, BASF und Pioneer kamen auf der 4. EIGMO-Tagung in Rostock mit BVL, JKI und EFSA zusammen. Monsanto sponsorte das Treffen.132 BASF stellte den Wachschutz an den Versuchsfeldern des AgroBioTechnikums. Hartwig Stiebler, Anwalt von Monsanto, vertrat BioTechFarm und biovativ gegenüber KritikerInnen. ForscherInnen wie Broer und Kogel haben Patente mit Bayer und BASF. Was die ,Kleinen' entwickeln oder durchsetzen, wird später den großen Konzernen dienen.
Lokal ist es ähnlich: Wenn in Hannover133 die SchülerInnen frühzeitig selbst gentechnisch manipulieren können, stehen KWS und der Fonds der chemischen Industrie dahinter. Wenn ein teures Propaganda-Fahrzeug mit dem klangvollen Namen „Science Live Mobil“ durchs Land fährt, dann handeln wieder Staat, Konzerne und Lobbygruppen gemeinsam. Die mit Steuergeldern gefütterten regionalen Biotechnologieinitiativen werden von Ex-Konzernmanagern geführt - sei es Ex-KWSler Jens Katzek, jetzt bei BIO Mitteldeutschland, oder der Ex-Bayer-Manager Bernward Garthoff, bei BIO.NRW.134 Hand in Hand - wie bei der Anwendung der Gentechnik auch - versuchen die Minderheiten, ihre Vorstellungen einer biotechnisch designten Gesellschaft in die Köpfe der Mehrheit zu bringen. Dazu gehört immer auch die Diffamierung der Gentechnikkritik, „mit dem Ziel, dass wir die Jugend ein bisschen immunisieren gegen diese merkwürdige Propaganda“.135
1997 berieten Bayer, Monsanto und andere Agromultis in Amsterdam gemeinsam über die Strategie, die genmanipulierte Sojabohne in Europa zu lancieren. Während Monsanto dabei auf die Dienste des berüchtigten PR-Unternehmens Burson-Marsteller zurückgriff, engagiert Bayer in solch kniffligen Fällen gerne die Agentur Genius oder TransGen. Bei den Behörden stoßen die Konzerne in der Regel auf wenig Widerstand. So übernahmen diese unbesehen das von den Multis entwickelte Konzept zur wissenschaftlichen Überwachung ihrer Freilandversuche mit den Laborfrüchten. Begleitend zum dazugehörigen Fragebogen für LandwirtInnen dankten die Autoren ungeniert den Firmen Bayer CropScience, KWS, Monsanto, Pioneer und Syngenta für die Zusammenarbeit und Unterstützung. , denn etliche Fördermittel für die Agro-Gentechnik wandern direkt in ihre Kassen oder die ihrer Tochterfirmen.136
Neben Bayer und KWS engagiert sich BASF in Gentechnik-Lobbygruppen wie dem aggressiv auftretenden Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), aber auch in Kommissionen und Gremien, die eigentlich Gentechnikanwendungen kontrollieren und überwachen sollen. In der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz zur regionalen Wirtschaftsförderung mischte der langjährige Chef und heutige Aufsichtsratvorsitzende des Chemie-Giganten, Jürgen Strube, von 1992 bis 1998 als Vorsitzender mit.137 Zudem übt er Einfluss über die Medienpolitik von Bertelsmann aus, denn er sitzt dort im Aufsichtsrat, im Kuratorium der Stiftung und war stellvertretender Vorsitzender des von Bertelsmann initiierten Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft.138 Die Vorbereitung der Massenaussaat von Amflora-Kartoffeln aus dem Hause BASF wurde ebenso durch Landwirtschaftsministerin Aigner genehmigt wie etliche Einzelfreisetzungen noch neuerer Pflanzenkreationen - die gleiche Ministerin, die den Monsanto-Mais verbot. Sollte damit neben der wählerstimmenschwächelnden CSU auch die Konkurrenzkraft der deutschen Gentechnik gestärkt werden? Warum erschien das Buch „Monsanto. Mit Gift und Genen“, das die Kritik am US-Konzern wirkungsvoll zuspitzte, ausgerechnet in einem Bertelsmann-Verlag?

Konzerne als selbsternannte Diener des Allgemeinwohls und des Umweltschutzes

Auszug aus der Information „Das Unternehmen Monsanto“ der Firma Monsanto, August 1997
Bereits Anfang der achtziger Jahre erkannte Monsanto die zukünftige Bedeutung der BiotechnoIogie als wichtiges Element einer modernen, umweltgerechten Landwirtschaft. Heute ist Monsanto ein führendes Unternehmen im Bereich der Biotechnologie in der Landwirtschaft.
Ziel aller Entwicklungen ist es, einen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Produktion von qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Rohstoffen zu leisten.


Briefkopf zum folgenden Textauszug

Auszug aus der Information „Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Winterraps“ der Firma Monsanto, August 1997
Monsanto wird im Zeitraum von 1997 bis 1999 Feldversuche mit gentechnisch verändertem Winterraps an 19 Standorten in Deutschland durchführen. Die Rapspflanzen sind mit Hilfe der Gentechnik gegen das Pflanzenschutzmittel Roundup Ultra widerstandsfähig gemacht worden. Der Anbau solcher Rapspflanzen in Kombination mit dem umweltverträglichen Mittel Roundup Ultra verbessert auf umweltfreundliche Art die Ertragssicherheit der Rapsernte und die Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus. ...
Das Pflanzenschutzmittel Roundup Ultra bildet zusammen mit dem Roundup ReadyTM-Winterraps ein umweltverträgliches System für den Rapsanbau. Das Mittel wirkt zuverlässig gegen viele Unkrautarten und ersetzt traditionelle Mischungen aus mehreren Herbiziden. Es gewährleistet eine effektive Unkrautkontrolle nach dem Schadschwellen-Prinzip und damit eine hohe Ertragssicherheit für den Landwirt.

Auszug aus dem Unternehmergespräch „Mit Gen-Pflanzen fördern wir die nachhaltige Entwicklung“ mit Bob Shapiro, Monsanto-Chef, in: FAZ, 21.9.1997
Für Shapiro sind all dies Produkte, die dem umweltpolitischen Ziel der "nachhaltigen Entwicklung" entsprechen: Sie ermöglichen eine Steigerung der Produktion bei gleichzeitiger Entlastung der Umwelt. Skeptiker könnten sich oft nicht vorstellen, Fährt Shapiro fort, daß ein gewinnorientiertes Unternehmen wie Monsanto diesem "altruistischen" Ziel diene. Doch könne ein Unternehmen langfristig eben nur dann Gewinne erzielen, wenn es Güter und Dienste anbiete, die für die Gesellschaft von Wert seien. ...
Solch ein Unternehmen lasse sich nur führen, wenn die Mitarbeiter stolz auf ihr Unternehmen seien, sich um dessen Wohlergehen kümmerten, meint Shapiro. Bei Monsanto trage dazu bei, daß die Mitarbeiter davon überzeugt seien, einer wichtigen Aufgabe eben der „nachhaltigen Entwicklung" - zu dienen.

Auszug aus der Information „Glossar“ der Firma Monsanto, August 1997
Roundup, Roundup Ultra
Handelsnamen von umweltverträglichen Herbiziden der Firma Monsanto mit dem Wirkstoff Glyphosat. Roundup und Roundup Ultra kontrollieren sicher ein breites Spektrum an Unkräutern und zeichnen sich durch ihre Anwenderfreundlichkeit aus.

Buchtipp Marie-Monique Robin: Mit Gift und Genen
(200, DVA in München, 463 S.)
Das Buch hat inzwischen einige Berühmtheit erlangt - zusammen mit dem gleichnamigen Film. Beides geschieht zurecht angesichts der hohen Qualität beider Recherchen und Darstellungen. Brillant stellt die Autorin dar, wie der große Konzern Monsanto seine Macht aufgebaut und dann gnadenlos ausgenutzt hat. PCB, Agent Orange und Roundup Ready ziehen sich als Produktbezeichnungen durch die Geschichten rücksichtloser Profitmache. Das Buch ist es wert, wegen seines Inhalts gelesen zu werden. Jedoch: Es bestehen Zweifel, ob es deshalb so gut geht. Einiges spricht dafür, dass in Europa der Voyeurismus über skandalöse US-Firmen weit verbreitet ist, während über die Machenschaften deutscher Firmen gerne großzügig hinweggesehen wird. Das ist nicht die Schuld von Robin und ihrer Recherche, sondern einer politischen Oberflächlichkeit, die BASF, Bayer & Co. bisher nützen.

Es geht um Propaganda ...

Auszug aus einer Stellenausschreibung bei der Firma Syngenta Seeds GmbH
Projektleiter Gentechnik Freiland ... Ihre Aufgaben: Sie verantworten die Freiland-Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in Deutschland. ... Sie arbeiten aktiv bei der Entwicklung der GVO-Strategie in Europa mit und sorgen für die erfolgreiche Umsetzung in Deutschland. ... lokal sind Sie dem Marketing NK zugeordnet.

Die Macht der Konzerne ist hoch

Auszug aus Gregor Samsa, "Über die Notwendigkeit einer Wiederentdeckung", in: analyse&kritik, 20.1.2006
Die Konsequenzen agrarpolitischer Beschlüsse durch die WTO und anderer, gleichfalls auf Liberalisierung, Privatisierung und Deregulierung abzielender Vertragswerke betreffen also unmittelbar Hunderte Millionen Menschen, womöglich mehr. Dem entspricht in Europa, dass zwar die Produktion landwirtschaftlicher Rohstoffe eine ökonomisch nur noch untergeordnete Rolle spielt, dass jedoch die weiterverarbeitende Ernährungs- und Getränkeindustrie (als eine zentrale Säule des Agrobusiness) mit einem Umsatz von rund 800 Mrd. Euro und ca. vier Mio. Beschäftigten weiterhin der größte verarbeitende Sektor in der EU ist - noch vor der Automobil- und Chemieindustrie. ...
Sämtliche Phasen der Agrar-Wertschöpfungskette sind von jeweils wenigen transnationalen Konzernen bestimmt - mit katastrophalen Auswirkungen für die kleinbäuerlichen ProduzentInnen: Die Saatgutkonzerne nutzen ihre Marktmacht, um immer höhere Preise für Saatgut durchzusetzen, so wie es das ebenfalls im WTO-Rahmen abgeschlossene TRIPS-Abkommen den Saatgut-Konzernen zusätzlich ermöglicht, qua Patentrecht die Saatgut-Abhängigkeit der ProduzentInnen permanent zu vergrößern - einschließlich Biopiraterie und weiteren, meist gentechnologisch fundierten Schikanen. (vgl. ak 499) Die großen Zwischenhändler kaufen aus Kosten- und anderen Gründen (Verpackungsstandards etc.) ihre Produkte überwiegend bei GroßproduzentInnen; Kleinbauern und -bäuerinnen haben demgegenüber immer weniger Möglichkeiten, ihre Produkte überhaupt zu vermarkten. Am Ende der Wertschöpfungskette sitzen die Supermarktketten, sie zahlen den Zwischenhändlern immer weniger, was diese wiederum den ProduzentInnen vom Preis abziehen. Konsequenz hiervon ist, dass es zu einer immer stärkeren Umverteilung zwischen ProduzentInnen und den nachgelagerten Instanzen in der Agrar-Wertschöpfungskette kommt: So hat sich zwar der Kaffee-Umsatz im weltweiten Einzelhandel zwischen 1990 und 2003 verdoppelt, die Einnahmen der kaffeeproduzierenden Länder hingegen halbiert.

Unbedenklichkeit der Gentec-Pflanzen

NUR 10 UNTERNEHMEN KONTROLLIEREN FAST DIE HÄLFTE DES WELTSAATGUTMARKTES Monsanto ist kürzliche das weltgrößte Saatgutunternehmen geworden, dicht gefolgt von DuPont. Mitter der 1970er Jahre gab es circa 7.000 Saatgutfirmen, und keine von ihnen hatte auch nur einen Weltmarktanteil von 0,5 %. Heutzutage kontrollieren nur 10 Unternehmen 49 % des Weltsaatgutmarktes. Quelle und mehr ...

Monsanto

Ist der Lieblingsfeind vieler Gentec-KritikerInnen - und fraglos: Monsanto ist eine Profit- und Monopolwalze, die über Leichen geht. Gefährlich ist die Anti-Monsanto-Welle aber dennoch. So regten sich in Gießen mehr Leute und Gruppen über den Mon810-Versuch auf, während eher unkritisiert auf dem Gerstenfeld eine völlig neue Pflanze erstmals in Umlauf gebracht wurde. Als 2008 nur noch das "deutsche" Gerstenfeld übrig bleibt und Ende März besetzt wurde, zeigten andere Monsanto-kritische Filme oder brachten monsantokritische Flugblätter heraus. Obwohl der Konzern in Gießen gar keine Rolle spielte ...

Auszug aus einem Interview mit Dr. Gerhard Waitz von der Firma AgrEvo, in: Stern Nr. 37/1996 (S. 164)
Frage: Ist der Genuß genmanipulierter Lebensmittel gesundheitlich unbedenklich?
Völlig unbedenklich, denn außer den sowieso für Lebensmittel geltenden Vorschriften sind für gentechnisch veränderte Produkte zusätzliche Prüfverfahren festgeschrieben.
Sollen gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet werden?
Nicht grundsätzlich, sondern nur dann, wenn sich ihre Zusammensetzung deutlich von den traditionellen Lebensmitteln unterscheidet, wie etwa bei der haltbaren Tomate.
Besteht die Gefahr, daß sich genmanipuliertes Erbmaterial unkontrolliert ausbreitet?
Genmaterial kann sich immer ausbreiten, es bleibt aber in der eigenen Pflanzenart. Die Risiken sind bei gentechnisch veränderten Pflanzen nicht höher als bei herkömmlich gezüchteten Arten.
Ist der Einzug der Gentechnologie in der Landwirtschaft noch aufzuhalten?
Nein. In den USA werden schon jetzt auf über zwei Millionen Hektargentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Voraussichtlich 1998 wird auch in Deutschland genveränderter Mais als Nutzpflanze ausgesät.

Einige Jahre später ist geklärt, dass alles falsch war. Auch Monsanto räumt das nun in der Werbung ein - und beginnt eine neue Propagandaschlacht: Raps kann auskreuzen, aber das sei erstens kontrollierbar und würde zweitens keinen Schaden anrichten ...

Aus dem Faltblatt „Raps“ der Firma Monsanto (Ganz angucken: Seite 1 ++ Seite 2)
Roundup Ready-Rapssaatgut ist ebenfalls ein Ergebnis intensiver Forschung von weit über 100 Feldversuchen und 1.800 Tests auf Inhaltsstoffe. Was wurde gentechnisch bei der neuen Pflanze verändert? Die Roundup Ready-Rapssorten wurden so entwickelt, daß sie zwei zusätzliche Proteine, Eiweißbausteine, enthalten. Diese Proteine sind Bestandteile natürlicher, im Boden vorkommender Mikroorganismen und verstärken die Widerstandskraft der Pflanze gegenüber dem Pflanzenschutzmittel Roundup Ultra.
Roundup Ready-Rapssorten unterscheiden sich hinsichtlich Qualität und Inhaltsstoffen in keiner Weise von Ölen aus herkömmlichen Rapssorten. ...
Raps ist eine Nutzpflanze, die natürlich auskreuzen kann. Der biotechnologisch veränderte Winterraps, der jetzt in den Feldversuchen angepflanzt wird, könnte sich entsprechend mit anderen Rapssorten kreuzen. Da der biotechnologisch veränderte Raps die gleiche Zusammensetzung an Inhaltsstoffen hat wie herkömmlicher Raps, gehen von eventuellen Kreuzungen jedoch keinerlei Gefährdung aus. Um während der Freilandversuche Auskreuzungen in anliegende herkömmliche Rapssorten zu vermeiden, wird um die Versuchsfläche ein sechs Meter breiter Mantel von herkömmlichem Raps angepflanzt. In dieser Zone werden Samen möglicher Auskreuzungen aufgefangen. Nach diesem sechs Meter breiten Rapsstreifen wird ein weiterer Streifen von 50 Metern Breite ohne Rapsanbau angelegt. Untersuchungen haben gezeigt, daß eine Auskreuzung auf andere Rapspflanzen äußerst unwahrscheinlich ist: Schon bei einer Entfernung von 20 Metern beträgt die Auskreuzungsrate weniger als 0,2 Prozent.


Briefkopf zum folgenden Textauszug

Auszug aus der Information „Neue Wege gehen: Gentechnisch veränderter Winterraps ist ebenso sicher wie herkömmlich gezüchteter Raps“ der Firma Monsanto, August 1997
Umfangreiche Analysen und strikte Kontrolluntersuchungen durch die Behörden in mehreren Ländern bestätigen die Sicherheit der neuen Rapspflanze für Mensch, Tier und Umwelt. Aufgrund des positiven Sicherheitsprofils wurde der gentechnisch veränderte Raps in Kanada bereits 1996 auf rund 30.000 Hektar kommerziell angebaut. ...
Raps ist eine weit verbreitete Kulturpflanze, die keine Tendenz zur Invasion in Ökosystemen außerhalb landwirtschaftlich genutzter Flächen aufweist. Durch die eingefügten Proteine wird der neue Raps in der freien Natur nicht konkurrenzfähiger gegenüber anderen Pflanzen. Daher besitzt er keinen Selektionsvorteil, so daß das Ökosystem nicht beeinträchtigt werden kann.
Experten bewerten das Risiko einer Auskreuzung - d.h. einer Übertragung der Herbizid-Resistenz auf andere Arten - als äußerst gering. Bei Raps gibt es wildwachsende verwandte Arten, eine Auskreuzung durch Pollenflug ist daher theoretisch möglich. Dies wurde aber bisher in der freien Natur nicht beobachtet. Nach jüngsten großflächigen Versuchen in Frankreich kamen Experten zu dem Ergebnis, daß die Wahrscheinlichkeit einer Auskreuzung im Abstand von bis zu 500 Metern bei maximal 0,0 1 bis 0,03 Prozent liegen. Die gekreuzten Pflanzen wären zudem nicht weiter vermehrungsfähig. Auskreuzungen zu konventionellen Raps-Pflanzen könnten zwar stattfinden, Untersuchungen haben jedoch ergeben, daß die Wahrscheinlichkeit einer solchen Merkmalsübertragung bei einer Entfernung von 20 Metern bereits weniger als 0,2 Prozent beträgt. Nachkommen dieser Kreuzungen sind nicht oder nur sehr eingeschränkt vermehrungsfähig. Selbst wenn eine Auskreuzung stattfände, würde dies das positive Sicherheitsprofil nicht einschränken, weil von diesen Pflanzen keine Gefährdung für Mensch, Tier und Umwelt ausgeht. Um im Rahmen der Freilandversuche zu gewährleisten, daß eine Auskreuzung nicht stattfindet, umgibt das Versuchsfeld eine sechs Meter breite Mantelsaat mit herkömmlichem Raps als „Pollenfänger". Darauf folgt ein 50 Meter breiter Streifen, auf dem kein Raps angebaut wird.

Gleiche Inhaltsstoffe
Auszug aus der Information „Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Winterraps“ der Firma Monsanto, August 1997

Der herbizid-tolerante Raps verursacht weder toxische noch allergische Effekte. Er enthält die gleiche Zusammensetzung an Inhaltsstoffen wie herkömmlicher Raps.

Monsanto weiß alles vorher ...
Am 6.12.2007 veröffentlichte die Genehmigungsbehörde BVL die Wiederzulassung von Mon810. Auszug:
Saatgut der gentechnisch veränderten Maissorte MON810 darf in Deutschland wieder zu kommerziellen Zwecken abgegeben werden. Dies entschied das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute in Berlin, nachdem die Firma Monsanto als Inhaber der Inverkehrbringensgenehmigung einen vollständigen Plan zur Beobachtung der Umweltauswirkungen des Genmais-Anbaus vorgelegt hat.
Die Veröffentlichung erfolgte am 6.12. - das "heute" in dem Text ist also der 6.12.2007. An diesem Tag wurde das beschlossen. Seltsam, dass Monsanto schon am 5.12.2007 in einer Pressemitteilung das Ergebnis veröffentlichte. Auszug:
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 05.12.2007 die volle Vertriebsfähigkeit des gentechnisch veränderten (gv) Bt-Mais MON810 von Monsanto erteilt. Die Sicherheit des Produktes ist damit erneut bekräftigt.

EHEMALIGES MONSANTO-VORSTANDSMITGLIED BERÄT OBAMA
Das Obama-Kampagnenteam hat die Namen seiner fünf führenden wissenschaftlichen Berater bekannt gegeben. Zwei von ihnen sind eng mit der Biotech-Industrie verbunden: Sharon Long, Mitglied im Vorstand von Monsanto von 2002 bis 2007 und Gilbert Omenn, Vorstandsmitglied des Biotech-Unternehmens Amgen von 1987 bis heute. Mehr ... ++ Mehr über Obama, GVO und Ethanol ++ noch mehr ...

Philip Angell, Monsantos Firmensprecher, wurde in einem Artikel ("Playing God in the Garden") des New York Times Magazins vom 25. Oktober 1998 zitiert:
"Monsanto sollte nicht verpflichtet sein, die Sicherheit von Biotechniknahrung zu garantieren. Unser Interesse liegt darin, soviel wie möglich davon zu verkaufen. Die Gewährleistung der Sicherheit ist Sache der FDA."

Aus "Die Bauern und die Detektive" in: FAZ am 12.2.2009 (die deutsche Gentechnik wird von der gleichen Zeitung ständig gelobt!)
Monsanto verändert nicht nur die Gene des Saatguts. Es verändert das Erbgut der Landwirtschaft. Die Bauern fühlen sich von Knebelverträgen unterdrückt, mit denen Monsanto die Einhaltung von Patenten auf sein Saatgut sicherstellen will. Sie werfen dem Unternehmen vor, eherne Traditionen auszuhebeln, weil ihnen in den Verträgen verboten wird, geerntetes Saatgut für die nächste Saison aufzubewahren, so wie dies seit Urzeiten in der Landwirtschaft üblich ist. Und sie klagen darüber, dass der Agrokonzern zu ruppigen Methoden greift, um vermeintliche Verletzungen seiner Patentrechte zu verfolgen ...
Monsanto gibt auch zu, Detektive anzuheuern und Videokameras einzusetzen, um Felder von Landwirten zu überwachen und unerlaubten Einsatz von Saatgut zu dokumentieren. ... David Runyon hat die Kontroverse über den Monsanto-Genmais in Deutschland von Indiana aus mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. „Lasst Monsanto am besten gar nicht erst nach Deutschland! Man kann bei uns sehen, dass die nur Schwierigkeiten machen.“ Nach seiner Meinung sollten die Deutschen nicht nur wegen der Geschäftspraktiken von Monsanto misstrauisch sein, sondern sich fragen, ob sie überhaupt Gentechnik wollen: „Wo ist die Notwendigkeit, an eurer Landwirtschaft etwas zu ändern?“

Bayer

Die transgene Gerste in Gießen enthält eine Genveränderung, die sie resistenz gegen das Bayer-Gift "Basta" macht. Verbindungen mit dem Konzern Bayer wurden von der Uni und der Versuchsleitung bislang stets dementiert. Das aber heißt in dieser Branche nicht. Wessen Geninformation da enthalten ist, sollte bekannt sein. Denn Bayer CropScience ist eine Konzernsparte mit illustrer Vergangenheit. Der Produktionsbereich wurde immer wieder ge- und verkauft - von einem dubiosen Chemiemulti zum anderen. Und in der Hand eines der Vor-Vor-Besitzer war CropScience schon einmal in Mittelhessen aktiv. Damals hieß das Ganze noch AgrEvo, gehörte Schering und Hoechst. Sie säten gentechnisch veränderten Mais in Melbach in der Wetterau. Später, als der Gentechnikbereich zu Aventis gehörte und dort Crop Science hieß, produzierte er eine der größen Pannen der bisherigen Agro-Gentechnik - den StarLink-Mais. Der tauchte, obwohl nur als Futtermittel zugelassen, plötzlich in Backwaren auf. Die Rückrufaktion war teuer - Zeit für einen Verkauf der Sparte. An Bayer.

Syngenta

Glatte Lügen in der Propaganda
Auszug aus dem Sendeprotokoll von Report Mainz, gesendet im SWR am 8.12.2003

Bei Syngenta behauptet man dennoch, dass es kein Risiko gäbe. Man verweist auf jahrelangen Anbau in den USA und die dortigen Erfahrungen. Syngenta wirbt sogar in einem Info Blatt mit angeblichen Langzeitversuchen, die es nach unseren Recherchen nicht gab. Wir fragen nach wo und wann denn die langjährigen Fütterungsversuche stattgefunden haben sollen.
Frage: Sie wissen genauso gut wie ich, dass es gar keine langjährigen Fütterungsversuche gegeben hat. Wie kann man denn so was behaupten?
O-Ton, Rainer Linneweber, Syngenta Deutschland: »Ja, denn es ist eben die langjährige Verfütterung in der Praxis gemeint.«
Unglaublich. Der Anbau selbst wird einfach zum Sicherheitstest erklärt. Nach dem Motto: Wird schon schief gehen. Die ent-scheidende Frage: Wie gefährlich ist Gen Mais, wie reagieren Kühe auf jahrelanges Verfüttern von BT-Mais, bleibt unbeantwortet.

Alle zusammen?

Oft wird es so dargestellt, als wäre Monsanto was Böses und die deutsche bzw. europäische Gentechnik besser. Das ist in der Sache ohnehin Blödsinn - alle streben nach Macht und Profit. Auch die Vergangenheit ist bei vielen sehr, sehr dunkel. Ständig auf das Agent Orange von Monsanto hinzuweisen und Zyklon B der deutschen Chemiegiganten zu vergessen, ist auch eine Art von Geschichtsverzerrung.

Aber ohnehin: In vielen Bereichen prägen ohnehin Joint Ventures das Geschehen. Außerdem hocken die Konzernleute in etlichen Gremien zusammen und kungeln mit Behörden und Forschung.

Namenssalat???

Übernahmeschlachten

Seit den 90er Jahren kaufen sich die Gentechnikkonzerne groß - die vielen Kleinfirmen, oft aufgepäppelt mit Steuermillionen, sind die Beute der Großen. Am "erfolgreichsten" konnte sich Monsanto großkaufen. Das Gezeter über den Weltmarktführer ist aber oft blanker Neid - denn deutsche und europäische Firmen pokern überall mit. Seit langem ...

Aus einem Artikel im Manager-Magazin 4/1999
Agrevo-Chef Prante erwarb seit 1994 sieben Saatgutfirmen. Der neueste Coup war Ende Februar der Kauf der Biogentic Technologies B. V., zu der Proagro gehört, Indiens Nummer eins bei Mais und Hirse.
Das vier- oder sogar zehnfache des Umsatzes müssen die Konzerne für eine innovative Saatgutfirma ausgeben. Strategisch wichtige Betriebe sind noch teurer. Der US-Konzern Monsanto, der innerhalb von drei Jahren 8 Milliarden Dollar in Saatgut investierte, zahlte sogar das 20fache des Umsatzes, 525 Millionen Dollar, für den Getreidespezialisten PBIC und das 22,7fache, 1,02 Milliarden Dollar, für den Maisexperten Holden. Agrevo hatte für die beiden Betriebe nur 350 beziehungsweise 700 Millionen Dollar geboten - und prompt verloren.

Gentechnik gegen Hunger?

Patente: Medizin und Nahrung nur noch mit großen Scheinen
In einer Gesellschaft, in der es vor allem um Profite geht, folgt auch die Gentechnik diesem Ziel. Die Technologie ist nicht nur ein unkalkulierbares Risiko, sondern wird immer öfter gezielt gegen Menschen eingesetzt. Dazu gehört die Anmeldung von Genen als Patente. Große Firmen sichern sich den Zugriff auf Tier- und Pflanzenarten, aber auch auf menschliche Gene. Gelingt es ihnen, ein Patent zu erwerben, so kontrollieren sie alle Anwendungen mit diesen Lebensformen. Patentiert werden inzwischen nicht nur gentechnische Veränderungen, sondern auch von Natur aus vorkommende Gene. Der Trick der Konzerne: Sie entwickeln Methoden, mit denen diese Gene untersucht werden könnten - und lassen sich dann alles patentieren, was dann untersucht wurde. Das aber ist dann das unveränderte Gen selbst bzw. das damit lebende Wesen. Die Folgen: Mehr Profit für den Konzern, weniger Lebensqualität für Mensch, Tier oder Pflanze. Ein Beispiel sind Gensequenzen, die Brustkrebs fördern. Die Firma Myriad Genetics hat die Untersuchungsmethode patentieren lassen. Nun verbietet die US-Firma per Gesetz allen andern For­schungslabors, solche oder ähnliche Brustkrebs-Gentests zu entwickeln. Infolge der marktbeherr­schenden Stellung durch den Patent­schutz hat Myriad Genetics die Preise von Tests für BRCA1- und BRCA-2-Gene erhöht, in manchen Ländern sogar um das Zwei- bis Dreifache. Das können sich viele Menschen nicht mehr leisten und es zeigt sich, was es bedeutet, wenn eine Firma im medizinischen Bereich Genpatente erhält. Den Patienten hilft das nicht, sondern schadet ihm.

Auszug aus einem Interview mit Dr. Gerhard Waitz von der Firma AgrEvo, in: Stern Nr. 37/1996 (S. 164)
Frage: Läßt sich die Weltbevölkerung In zehn Jahren noch ohne Gentechnik ernähren?
Sicherlich. Aber die Gentechnik wird Menge und Qualität der Nahrungsmittel verbessern.

Alternativen

Unternehmen und ihr Einfluss


Ein Film des Bayrischen Rundfunks, wie er auch über andere gv-Pflanzen und Freisetzungsversuche gedreht werden könnte ...

BASF

Einfluss auf Bertelsmann und die Folgen
Auszug aus einem Text auf Indymedia
Nach der Familie Mohn kommt bei Bertelsmann an erster Stelle Jürgen Strube, Aufsichtsratschef von BASF, dem größten Chemieunternehmen der Welt (Umsatz: ca. 58 Mrd. Euro). Strube ist einer der mächtigsten deutschen Wirtschaftslobbyisten. Ab 1995 war er Vorsitzender des Transatlantic Business Dialogue (TBAD), ab 1998 Vorsitzender des Mercosur-EU Business Forum (MEBF), 2003 wurde er für zwei Jahre Präsident der Europäischen Arbeitgebervereinigung UNICE. Neben Bertelsmann und BASF sitzt Strube gegenwärtig in weiteren Aufsichtsräten: Allianz Deutschland AG, BMW AG, Hapag-Lloyd AG, Fuchs Petrolub AG. Bereits 1998 gründete er gemeinsam mit Reinhard Mohn und Hubertus Schmoldt (IG Bergbau, Chemie, Energie) die "Initiative für Beschäftigung". Von 1998 bis 2004 fungierte der Konzernchef als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, der Bertelsmann intensiv bei der Durchsetzung konzernkonformer Umstrukturierung im Hochschulwesen unterstützt. Ab 2000 wurde Strube von den Mohns in Aufsichtsrat der Bertelsmann AG und Kuratorium der Stiftung berufen. Wenn die Bertelsmann Stiftung die Mächtigen der Welt an den Tisch holt, etwa auf dem „International Bertelsmann Forum“ oder zum „Salzburger Trilog“, dann ist Strube dabei. Er ist Kurator der Haniel-Stiftung und stellt damit eine Verbindung zu einer weiteren großen deutschen Eigentümerfamilie her, die u. a. Miteigentümerin des Handelsriesen Metro AG ist.

Monsanto und BASF - Kooperation oder Konkurrenz? Oder beides?
Film und Buch „Monsanto: Mit Gift und Genen“ werfen ein seltsames Licht auf die Konkurrenzkämpfe. Ist es Zufall, dass das kritische Werk über den US-Gentechnikkonzern genau von einem Verlag herausgegeben und beworben wird, in dem der wichtigste Konkurrent, BASF hohen Einfluss hat? Jedenfalls wird das Buch zum Film von Random-House/Bertelsmann herausgegeben. Fraglos: Die Praktiken von Monsanto sind tatsächlich kriminell und kritisierenswert. Nur ist Monsanto ein direkter Konkurrent von BASF, welche auch im Bereich Gentechnik aktiv sind. Im Aufsichtsrat der Bertelsmann AG sitzt wiederum der BASF-Chef Jürgen Strube.
Andererseits arbeiten BASF und Monsanto schon seit einigen Jahren eng zusammen und betreiben mehrere Versuchsprojekte zu Gentechnik in Deutschland: "Nach Angaben des Chemiekonzerns betrifft die Vereinbarung die weltweit wichtigsten Nutzpflanzen: Mais, Soja, Baumwolle und Raps. ...Die ersten gentechnisch veränderten Produkte aus der gemeinsamen Entwicklung sollen in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts auf dem Markt eingeführt werden." (Quelle ++ Presseinfo BASF)

Arend Oetker

Wie üblich alles in einem: Hauptanteilseigner an der Gentechnikfirma KWS Saat AG, gleichzeitig in wichtigen Funktionen bei Geldgebern (DFG, Stifterverband), BeraterInnen und ForscherInnen (Max-Planck-Gesellschaft) und Lobbyverbänden.

Biografische Daten zu Arend Oetker bei: Wikipedia ++ INSM ++ Presseinfo zur Verleihung der Leibniz-Medaille ++ Konrad-Adenauer-Stiftung. Er erhielt 2007 das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland - üblich in den Eliten.

Filz mit Behörden und Regierungen

BERATUNGSGREMIEN DER EU-KOMMISSION BEVORZUGEN UNTERNEHMEN
Gremien die eingerichtet wurden, um die Europäische Kommission bei kontroversen Themen zu beraten, sind unausgewogen, undemokratisch und orientieren sich an Geschäftsinteressen, sagt ein neuer Bericht.

EHEMALIGES MONSANTO-VORSTANDSMITGLIED BERÄT OBAMA
Das Obama-Kampagnenteam hat die Namen seiner fünf führenden wissenschaftlichen Berater bekannt gegeben. Zwei von ihnen sind eng mit der Biotech-Industrie verbunden: Sharon Long, Mitglied im Vorstand von Monsanto von 2002 bis 2007 und Gilbert Omenn, Vorstandsmitglied des Biotech-Unternehmens Amgen von 1987 bis heute. Mehr ... ++ Mehr über Obama, GVO und Ethanol ++ noch mehr ...

Monsanto empört: Politiker hören aufs "Volk" (was auch immer das ist)
Aus einem Interview mit der Nordeuropachefin Ursula Lüttmer-Ouazane, in: Süddeutsche Zeitung, 10.6.2009
Das politische Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren radikal geändert. Noch vor kurzem erlebten wir eine CSU, die stark hinter der grünen Gentechnik stand. Aber das hat sich zuletzt leider komplett gedreht.
Warum?
Man sieht doch, wie ein Herr Seehofer gestrickt ist. Er schaut auf die Stimmung im Volk.

Geld aus Staatskassen an Konzerne


Steuergelder an Gentechnikfirmen: Bundestagsdrucksache 16/6208 (S. 6)

Medien

Seitenwechsel

Der BUND musste den "Verlust" eines Experten beklagen: Jens Katzek wechselte vom BUND zur "KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG". Beim BUND Bundesverband hatte sich der studierte Biochemiker Katzek als Kritiker der Gentechnologie einen Namen gemacht. Bei KWS, einem der größten deutschen Saatguthersteller, ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Unternehmen will gentechnisch veränderte Nutzpflanzen vermarkten. Danach war Katzek Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) in Frankfurt/Main - eine berufliche Veränderung aus Überzeugung? So hätte es die Gen-Lobby gerne und so stellte die Industrie den Seitenwechsel gerne dar. War Katzek bereits gezielt beim BUND eingesetzt und sein späterer Wechsel zur Industrie lange geplant? Ging es bei seinem Seitenwechsel gar nur ums Geld? Fragen, die nur Herr Katzek beantworten kann.

NGOs

Eines der krassesten Beispiel ist die Internetplattform "TransGen". Irgendwann kam die Verbraucherinitiative auf die Idee, zusammen mit Gentechnikkonzernen eine Internetplattform zu gründen. Neutral sollte sie sein. Eine Propagandaplattform verschleierter Form ist sie geworden.

Schein-Verbände und Tarnorganisationen

FINAB - Filz in Rostock und Groß Lüsewitz mit der Gentech-Ikone Inge Broer. Auszug aus einer Presseinfo des Umweltinstituts München
In Mecklenburg-Vorpommern existieren im Bereich der Agro-Gentechnik enge Verflechtungen zwischen öffentlich finanzierter Forschung, Lobbygruppen und kommerziellen Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die das Umweltinstitut München veröffentlicht hat. Das Institut untersucht darin unter anderem die Rolle von Prof. Inge Broer von der Universität Rostock. ...
Dass Gen-Experimente und öffentliche Forschungsgelder auch dazu dienen, befreundete Lobbyisten zu versorgen, zeigt aktuell ein von Broer beantragter Freisetzungsversuch mit genmanipuliertem Weizen. Der Versuchsstandort auf dem Gut der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz in Üplingen (Sachsen-Anhalt) soll in einen „Gentechnik-Schaugarten“ eingegliedert werden. Dieser Schaugarten soll die Akzeptanz für genmanipulierte Pflanzen in der Bevölkerung verbessern. Den Versuch will das Unternehmen Biotech Farm durchführen. Geschäftsführerin von Biotech Farm ist K. ZENSIERT!, gleichzeitig Schatzmeisterin von FINAB (bis 2009) und Geschäftsführerin von biovativ.

Das ständige Gründen neuer Tarnorganisationen hat System ... und ist nicht nur zufällig. Auszug zur Entwicklung dieser Strategie in der Studie "Kontrolle oder Kollaboration" von Christoph Then und Antje Lorch
Burson-Marsteller legte im Januar 1997 ein umfangreiches Strategiepapier vor und beteiligte sich auch an der Durchführung des Treffens von EuropaBio in Amsterdam. Die Spuren dieses Strategiepapiers lassen sich bis heute verfolgen. So empfahl Burson-Marsteller damals, nicht so sehr über die Risiken der Gentechnik zu sprechen, sondern vielmehr Geschichten zu erzählen, in denen die möglichen Erfolge vorkommen sollten. Im Kern der Analyse von Burson-Marsteller aber stand die Aussage, dass die Industrie ihr gesamtes Auftreten verändern müsse. Nicht mehr die Industrie selbst, sondern scheinbar neutralere Institutionen sollten die Diskussion um die gv-Saaten voran tragen. Davon hinge letztlich der Erfolg der gesamten Branche ab:„Nach unserer Erfahrung liegt der Schlüssel zum Erfolg in dem Tempo und dem Maß, mit dem Mitglieder von EuropaBio die Notwendigkeit für einen neuen Ansatz akzeptieren und diesen konsequent umsetzen. Diese fundamentale Änderung besteht, darüber hinaus gehend, genau in diesem einem Punkt: Um die gewünschten Änderungen in den öffentlichen Wahrnehmungen und Meinungen zu erreichen, müssen die Biotech-Industrie aufhören zu versuchen, ihre eigener Fürsprecher zu sein (...)“ ...
Die von Burson-Marsteller vorgeschlagene Strategie war von der Biotechnologie bereits wenige Jahre später mit Erfolg umgesetzt. So beschreibt der PR-Experte Stefan Bottler die Strategie 1998 in einem Artikel der Fachzeitschrift Werben & Verkaufen wie folgt: „Die sublime Kommunikationstaktik vieler Chemie-, Biotechnik-, Nahrungsmittel- und Saatgutfirmen, alle sind in das Thema Gentechnik involviert, scheint aufzugehen. 10 Jahre lang hatten die Unternehmen auf spektakuläre Kampagnen verzichtet und statt dessen in gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Below-The-Line Maßnahmen investiert. (...) Federführend in der PR ist eine Flut von Arbeitskreisen, Initiativen und Aktionsgruppen, die einzelne Unternehmen und Verbände gegründet haben. Auch Branchenkenner haben Mühe, die Übersicht zu bewahren. So schlossen sich innerhalb des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) rund 100 Medizin- und Biotech-Unternehmen zur deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) zusammen. Diese positioniert Bio- und Gentechnik als Zukunftswissenschaften, die am krisengebeutelten Standort Deutschland für Aufbruchstimmung sorgen (...) Unilever, Nestlé und Spar praktizieren seit 1996 einen „Gen-Dialog“ mit Hausfrauenbund und Verbraucherinitiativen. Mit Gen- Kritikern in Verbraucherverbänden und Medien kommuniziert auch der Arbeitskreis Grüne Gentechnik, dem Biotechnologie-Unternehmen und Saatguthersteller angehören. Aus der Politik kommt massive Unterstützung (...)“
Es entsteht ein Netzwerk aus Industrieverbänden wie der deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) und EuropaBio, von Lobbyverbänden wie dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde6 (BLL) und dem EFB7 (dem europäischen Biotechnologie-Verband, in dem verschiedene Wissenschaftler, Gentechnikfirmen und Lobbyorganisationen Mitglied sind), von Arbeitskreisen und Consulting-Firmen. In diesem Netzwerk finden sich auch schon früh Vertreter von Behörden und Wissenschaftler vonöffentlichen und staatlichen Forschungsinstituten. Einer von ihnen ist der langjährige Leiter des Molekularbiologischen Zentrum (MBZ) der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL, jetzt MRI) 8 in Karlsruhe, Professor Klaus Dieter Jany. Jany ist bereits seit 1989 beim MBZ tätig ist und tritt seitdem immer wieder direkt oder indirekt für den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung ein. Ebenso wie Gabriele Sachse vom PR-Büros BioAlliance verfasste er z.B. 1997 einen Beitrag auf der Webseite der durch Monsanto getragenen „Initiative Information Sojabohne“ und wandte sich u.a. gegen eine „übertriebene Kennzeichnungspflicht, etwa, wenn Gensojaerzeugnisse in anderen Lebensmitteln verarbeitet werden.“ (Anmerkung der AutorInnen: Eine Kennzeichnungspflicht, die inzwischen geltendes EU-Recht ist.) Im Zuge einer aktuellen Umstrukturierung, bei der das Bundesamt für Ernährung und Lebensmittel dem neuen Max- Rubner-Institut (MRI) zugeordnet wurde, veränderten sich auch die Zuständigkeiten für Klaus-Dieter Jany, der nach Auskunft der Pressestelle des MRI im Juni 2008 in den Ruhestand treten wird. Die Zusammenarbeit zwischen Behördenvertretern wie Jany und der Industrie wurde unter anderem für die Öffentlichkeit schon vor Jahren in Form von kleinen Publikationen sichtbar, so genannten Beiheftern, die von Consulting Firmen im Auftrag der Industrie erstellt und in den deutschen Medien breit gestreut wurden. Vor allem Personen, die auch im Umfeld des Wissenschaftlerkreises Grüne Gentechnik (WGG, s.u.) genannt werden, wie Klaus-Dieter Jany, Wolfgang Schumann, Beda Stadler und Klaus Ammann (weitere Angaben zu den genannten Personen siehe im folgenden Text) gaben in diesen Beiheftern Statements ab. Gemeinsame Herausgeber dieser Publikationen waren vor allem die Firmen Agrevo, Monsanto, Novartis, der BLL und Shandwick Deutschland GmbH. Organisiert wurden die Publikationen unter anderem von der PR-Agentur Shandwick International in Bonn. In diesen Beiheftern wurden Wissenschaftler genau so
eingesetzt, wie von Burson-Marsteller empfohlen: Scheinbar unabhängige Forscher machen sich zu Advokaten der gv-Saaten.
Zu Werbebroschüren mit den Titeln „Gentechnik - was ist dran“, „Info-Spezial Grüne Gentechnik“ und „Zeitbild Medical: Gentechnik verstehen - Essen ohne Angst“ schreibt Stefan Bottler in der Fachzeitschrift Werben & Verkaufen: „Ganz pointierte Aktionen fahren Novartis, Monsanto Deutschland, die Hoechst-Tochter Agrevo und der von der Industrie getragene Bonner Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL). Sie begnügen sich nicht mit konventioneller Öffentlichkeitsarbeit, sondern nehmen einzelne Zielgruppen wie junge Frauen, Ärzte oder Lehrer ins Visier. Der August-Ausgabe von Bravo Girl lag ein Genfood-Beihefter der Vierer-Gruppe mit Preisausschreiben bei. 'Frauen sind eine ganz wichtige Entscheidergruppe beim Lebensmitteleinkauf,' sagt Helmut Wagner, Kommunikationsdirektor von Monsanto Deutschland. 'Allerdings ist ihre Skepsis gegenüber der Gentechnik besonders groß.' Weitere Beihefter für das SZ-Magazin und diverse Special interests sind in Vorbereitung. Außerdem geplant: ein Gentechnik Unterrichtsheft für Lehrer, konzipiert vom Bonner Zeitbild-Verlag.“
Ein typisches Produkt dieser Zusammenarbeit ist beispielsweise eine Broschüre mit dem Titel „Gentechnik verstehen: Essen ohne Angst“. Sie wurde vom Verlag Zeitbild in Zusammenarbeit mit der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE bzw BfEL, heute MRI) im September 1998 herausgegeben. Wissenschaftliche Berater waren Klaus- Dieter Jany und Gabriele Sachse, Gründerin der Industrie-Consulting-Firma BioAlliance, die bei der Zulassung der gv-Soja auch für Monsanto tätig war. In der Broschüre tauchen mit Klaus Ammann, Beda Stadler und Wolfgang Schuhmann auch wieder die bereits oben genannten Experten auf, die im gleichen Jahr in Zusammenhang mit der Gründung des „Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik“ (WGG) genannt wurden. Exemplarisch wird hier ein Zitat von Jany angeführt, das auf den ersten Blick Aufklärung suggeriert, aber letztlich die Darstellung der Vorteile von Gen-Food zum Ziel hat: „In der Pflanzenzüchtung versucht man, ganz gezielt Eigenschaften in unsere Nutzpflanzen einzubringen, die mit herkömmlicher Züchtung bisher nicht oder nur schwer erreicht werden: z.B. im Kampf gegen Schädlinge, zur Qualitätsverbesserung oder zur Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Trotzdem, viele Menschen stehen dieser Züchtungsmethode noch skeptisch gegenüber – nach dem Motto „Wer weiß, was da drin steckt?“ Dabei kann die Gentechnik auch im Lebensmittelbereich viele Vorteile bieten. In diesem Magazin wollen wir mit Fakten Antworten auf viele Fragen geben.“
Noch fragwürdiger im Hinblick auf seine Rolle als unabhängiger Vertreter einer Bundesforschungsanstalt ist eine achtseitige Anzeige in der bundesweiten Universitätszeitschrift UNICUM aus dem Jahr 1998, die unter anderem von Monsanto und dem BLL bezahlt wurde. Darin spricht sich Jany – inzwischen Vorsitzender des WGG – u.a. erneut gegen eine umfassende Kennzeichnung aus.

Lobbyisten

Konzerne und ihre Methoden

GOLDEN RICE VORSTAND GIBT LEBENSMITTELTESTS AN MENSCHEN ZU
Das Golden Rice Project hat auf seiner Webseite zugegeben, dass es an einer Reihe von Projekten beteiligt gewesen ist, bei denen es darum ging nicht zugelassenen Gentechreis sowohl Erwachsenen als auch Kindern in China und den USA zu essen zu geben. Das Eingeständnis erfolgte nach einem formellen Protest gegen die Tests von einer Gruppe von Wissenschaftlern.

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Zu Seilschaften und Filz in der Gentechnik

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