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Gentec in GI Gerste Betrügereien 2009 Maisfeld Stadtpolitik Uni Prof. Kogel&IFZ
Argumente

Versuchsfeld mit transgener Gerste:
Die Akte beim Regierungspräsidium Gießen (Überwachungsbehörde)

Unsauberes ++ Genehmigungsfilz ++ Pannen im Versuchsverlauf ++ Nichtwissen ++ Ziele ++ Aktionen ++ Links


Grundrisse der Versuchsanlage entsprechend dem Genehmigungsantrag: Oben der gesamte eingesäte Bereich, unten nur die Kern-Versuchsparzelle (Zaun verlief um Mantelsaat) ++ die tatsächliche Aussaat erfolgte leicht modifiziert (drei Reihen mit ja 8 Quadraten)

Widersprüche, Lügen & Co.

Auskreuzung: Gersten-Pollenflug - unmöglich, unwahrscheinlich ... oder vielleicht doch?


Aus der Akte beim RP: Pressetext vom April 2006

Das hatte der Versuchsleiter Prof. Kogel auch gegenüber vielen anderen Medien gesagt. In seinem Antrag für den Versuch klang das aber schon anders. Kogel wusste es besser ...



Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 15)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 41)

Horizontaler Gentransfer: Möglich


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 9)



Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 26)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 45)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 46)


Aus den Akten: Betriebsanweisung für die MitarbeiterInnen (1. Fassung, S. 6)

Die Formulierung sind vorsichtig. Horizontaler Gentransfer ist möglich. Unwahrscheinlich ist er vor allem, weil keine pflanzlichen Bestandteile in die Nahrungskette kommen. Das war so vorgesehen - aber es gelang nicht. Die Versuchsdurchführung war äußerst schlampig, so dass ohne weiteres Bestandteile der Gerstenpflanzen, auch Körner, in die Nahrungskette gelangen konnten.

Erstens: Über Mäuse, die jederzeit in das Versuchsfeld gelangen konnten (siehe unten: "Panne 4")

Zweitens: Über alle Tiere, auch z.B. Vögel, die nach der Ernte auf das Feld konnten. Denn in beiden Versuchsjahren standen Gerstenähren zugänglich ohne Vogelschutznetz im Freien. Anders als im Antrag behauptet, wurden nicht alle Ähren per Hand geerntet, sondern dieses erfolgte schlampig und es blieben viele Ähren stehen. Das war auf einem Pressefoto von 2006 und auf Fotos von einer unangemeldeten Feldbesichtigung am 2.9.2007 (nach der Ernte) gut zu sehen. Überall stand Gerste herum - einen Schutzzaun oder ein Vogelschutznetz aber gibt es nicht mehr (siehe unten: "Panne 3").

Antibiotika in der Gerste?

Offiziell wurden immer vier vermeintlich harmlose gentechnische Veränderungen benannt. Schon das war reichlich unkritisch. Ganz verschwiegen wurde aber, dass gar keine Klarheit bestand, welche weiteren Veränderungen noch unkontrolliert in den Pflanzen waren - darunter auch eine Antibiotika-Resistenz, bei der eine Verbreitung in der Umwelt besonders gefährlich auch direkt für den Menschen werden könnte.


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 39)

Nur dem Regierungspräsidium (Überwachungsbehörde) fällt das auf.


Aus der Akte beim RP: Stellungnahme des RP (2.2.2006, S. 2)

Die Versuchsdauer: Ein, zwei oder drei Jahre?

Alle Antrags- und Genehmigungsunterlagen sagen: Die Freilandphase soll 2006 bis 2008 sein, also drei Vegetationsperioden.


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 7)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 8)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 31)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 33)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 38)


Aus der Akte beim RP: Protokoll einer Besprechung von RP und Versuchsleitung vor Ort (18.4.2006)

Also: Dreimal aussäen, dabei ("randomisierend") die jeweilige Mischung der Parzellen untereinander verändern. Soweit der Plan - enthalten im Entwurf, im Genehmigungsbescheid und auch in allen weiteren Unterlagen. An keiner Stelle taucht irgendein Hinweis auf, dass es weniger als drei Jahre werden könnten.

2008 wäre das dritte Jahr gewesen. Doch in der Nacht zum 31.3.2008 wird das Gengerstenfeld besetzt - vor der Aussaat. Am Tag darauf erscheint ein Pressebericht, in dem Prof. Kogel verkündet, es sei ohnehin keine Aussaat geplant gewesen. Weder die Akten zum Gerstenversuch der Universität noch die bei der Überwachungsbehörde weisen bis zu diesem Datum irgendeinen Hinweis auf, dass der Versuch 2008 nicht stattfinden sollte. Geplant und in der finanziellen Förderung vorgesehen war er. Die Überwachungsbehörde erfährt sichtbar aus der Zeitung von der vermeintlichen Aufgabe des Versuchs.

Am 1.4.2008 fragt Dr. Lühs (Uni) bei Frau Kraus (Uni) an, dass Dr. Gerlach (RP) wissen will, was es mit der Behauptung, es würde dieses Jahr nicht ausgesät werden, auf sich hat. Der RP hätte das aus der Presse erfahren.

Zwei Tage später geht ein Fax von Lühs an das BVL (3.4.2008):

"hiermit teile ich Ihnen im Rahmen ob. Freisetzungsvorhabens mit, dass seit dem 31.03.2008 eine Besetzung der Versuchsfeldfläche der JLU ... erfolgt ist. Im Übrigen teile ich Ihnen gemäß Nebenbestimmung II.3 des Genehmigungsbescheids (Az. ...) vom 03.04.2006 mit, dass die Universität in diesem Anbaujahr (Vegetationsperiode) nicht beabsichtigt, von der Freisetzungsgenehmigung Gebrauch zu machen."

Forschungsfreiheit? Wer behinderte wen?

Haben die FeldbefreierInnen die Forschungsfreiheit verletzt? Oder hat vielmehr der Gengerstenversuch die Forschungsfreiheit behindert - in dem er nämlich eine Vielzahl anderer Versuche unmöglich machte?


Aus der Akte beim RP: Betriebsanweisung (S. 2)


Das Feld am Alten Steinbacher Weg in den Jahren vorher (Archivfoto, größer durch Klick!)

Genehmigungskungel und Rechtsfehler

Verfilzte Genehmigungsstellen

Bemerkenswert ist auch die Fachberatungsstelle des BVL, die ZKBS. Deren Stellungnahme fällt eindeutig aus:


Aus der Akte beim RP: Stellungnahme der ZKBS (S. 1)

Da lohnt es sich, einen Blick auf die Personen zu machen, die im Dezember 2005, dem Monat nach Eingang des Antrags in der Kommission sitzen. Zum Thema Gentechnik sind das vier Personen, der Bereich Umweltschutz ist mit zwei Personen vertreten:



Aus dem Tätigkeitsbericht des ZKBS 2005 (Stand: Dezember 2005)

Zweimal also ist die Uni Gießen bei den relevanten Personen vertreten. Prof. Friedt gilt als uneingeschränkter Befürworter der Agro-Gentechnik und betrieb die Maisversuche der Uni. Prof. Eikmann aber ist auch kein Unbekannter. Er arbeitet im IFZ eng mit Prof. Kogel zusammen und war Moderator eines skandalösen, sogenannten Hearings zum Thema "Grüne Gentechnik" am 21. Juli 2006 an der Uni Gießen. Wäre es nach ihm und den Organisatoren der Uni Gießen gegangen, wären nur Befürworter der Gentechnik als RednerInnen zugelassen worden.
Die dritte befangene Person ist Prof. Sonnewald. Er ist am Gengersteversuch direkt beteiligt - als Projektpartner an der Uni Erlangen.

Einseitig wie ZKBS und BVL: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG
Aus der Akte der Versuchsleitung zum Gengerstenfeld bei der Uni Gießen (IPAZ)
Protokoll über das Fachgespräch "Schwellenwerte für Produkte aus gentechnisch veränderten Pflanzen" der DFG (30.+31. August in Bonn)
Mitglieder und ständige Gäste der Senatskommission: 4 Leute, davon 2 aus GI: Prof. H.G. Frede (Vors.), Prof. Kogel, 1 aus Kiel: Prof. C. Jung
Weitere Gäste: Mehrere, u.a. Buhk, Bartsch, Jany, Schiemann. Kommissionssekretariat: Dr. L. Breuer, GI.
Handschriftliche Vermerke von Prof. Kogel auf Konferenzunterlagen: "Sehr niedrige Schwellenwerte würden Forschung behindern", "Steht Aufwand für Kennzeichnung in vernünftiger Relation zum Nutzen".

Keine wirksame Genehmigung nach Naturschutzrecht


Aus der Akte beim RP: Stellungnahme der ONB (24.1.2006, S. 1)

Diese Rechtauffassung der Oberen Naturschutzbehörde aber muss bezweifelt werden. Denn das Gesetz weist zwar keine Besonderheiten für gentechnisch veränderte Organismen mehr auf, aber darauf folgt nicht, dass diese nicht mehr nach § 25 HNatG einer besonderen Genehmigung bedürfen. Richtig ist das nur für Pflanzen in der Land- und Forstwirtschaft. Hierzu gehören Freisetzungsversuch aber nicht, denn diese sind gerade keine Land- und Forstwirtschaft, sondern wissenschaftliches Experiment. Daher hätte der Versuch doch einer Genehmigung bedurft. Der Rechtsfehler ist kein Verschulden der Versuchsdurchführenden, sondern der zuständigen Behörde. Das aber ändert nichts an der Rechtswidrigkeit.

Antrag auf sofortige Vollziehung

Dieser Antrag wurde nicht mit dem Antrag für das Versuchsfeld gestellt, sondern erst später.


Aus dem Brief der Universität Gießen vom 15.12.2005 an das BVL

Pannen und Fehler: Den Versuch nicht im Griff haben

Panne 1: Gerstendurchwuchs 2006

Durch die Schäden, die bei der Feldbefreiung am 2.6.2006 entstanden, waren einige Teilversuche nicht mehr auswertbar. Die Uni brach den Versuch deshalb vorzeitig ab. Statt der vorgesehenen Ernte aller Ähren wurden diese zerkleinert und in den Boden eingearbeitet, weil die "Fachleute" der Meinung waren, die Körner seien noch nicht reif und könnten daher nicht keimen.


Aus der Akte beim RP: Jahresbericht an die EU-Behörden mit Meldung des Zerkleinerns statt Handernte (Auszug S. 26)

Doch auch hier stellte sich wieder heraus: Die "Experten" irrten. Die Gerste wuchs wieder an - plötzlich stand ungesichert neue Gengerste auf dem Feld. Verklausuliert wird dass am Ende des Berichts an die EU auch erwähnt.


Aus der Akte beim RP: Jahresbericht an die EU-Behörden (Schlussfolgerung, S. 28)

Deutlicher wird alles in einem Vermerk der Überwachungsbehörde beschrieben. Zwischen Ernte (5. Juli) und Bekämpfung des Durchwuchses (erster Vermerkt 2. August) war die Fläche völlig ungeschützt ohne Vogelnetz und Wildschutzzaun.


Aus der Akte beim RP: Vermerke der Überwachungsbehörde zur Ernte (oben, 5.7.2006) und zum Durchwuchs (unten, 2.8.2006)

Neben der Tatsache, dass hier eine verheerende Fehleinschätzung der sogenannten Wissenschaftler vorlag, stellt sich die Frage, warum erst die Überwachungsbehörde feststellte, dass Gerstensaat keimte. Denn der Uni sollte eine mindestens wöchentliche Kontrolle vorgeschrieben werden.


Aus dem Schreiben des BVL zur Forderung des Bundesamtes für Naturschutz, mindestens 1x wöchentlich zu kontrollieren. Die "Auflage wird übernommen", also tatsächlich der Uni zur Vorschrift gemacht (Bl. 814 Akte beim BVL).

Panne 2: Die Abstände


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 8)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 32)

Doch das war schlicht gelogen.


Aus der Akte beim RP: Stellungnahme des RP (2.2.2006, S. 2)


Aus der Akte beim RP: Stellungnahme des Amt für ländlichen Raum (2.2.2006, S. 1)

Panne 3: Ernte aller Ähren


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 8)


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 33)



Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 36)

Aus den Betriebsanweisungen (wurden mehrfach geändert):

Wie Frage- und Ausrufezeichen zeigen, hatte die Überwachungsbehörde Unklarheiten erkannt. Es musste zusätzlich festgelegt werden, wie die Mantelsaat geerntet werden soll. Denn einerseits sollte die Gerste dort "nach Ende des Feldversuchs als GVP behandelt", andererseits aber nicht wie die anderen GVP (gentechnisch veränderten Pflanzen) per Hand geerntet wreden. Die Klärung ergab: Alles wird von Hand geerntet.

Das galt später aber nur für das Jahr 2007. Denn im Jahr 2006 aber fiel eine andere Entscheidung, nachdem der Versuch wegen der Feldbefreiungsaktion am 2.6.2006 vorzeitig abgebrochen wurde. Die Gerste sei noch nicht reif und keimfähig, urteilen die "Experten" und frästen die Pflanzen unter. Jedoch: Sie wuchsen wieder an (siehe Panne 1).

2007 aber hätte nun die Ernte per Hand und vollständig erfolgen müssen - dem Antrag und den Auflagen des Genehigungsbescheids entsprechend. Doch wie schon 2006 blieb es bei Absichtserklärung - tatsächlich standen damit in beiden Jahren nach der Ernte Gerstenähren zugänglich ohne Vogelschutznetz im Freien. Denn anders als im Antrag behauptet, wurden nicht alle Ähren per Hand geerntet, sondern dieses erfolgte schlampig und es blieben viele Ähren stehen. Das war auf einem Pressefoto von 2006 und auf Fotos von einer unangemeldeten Feldbesichtigung am 2.9.2007 (nach der Ernte) gut zu sehen. Überall stand Gerste herum - einen Schutzzaun oder ein Vogelschutznetz aber gibt es nicht mehr.


Aus der Akte beim RP: Pressefoto in der Gießener Allgemeinen nach der Ernte 2006


Bilder vom 2.9.2007 mit sichtbaren Gerstenähren auf der Fläche und gepflückt (Feldlage im Kreis; größer durch Klick!)

Panne 4: Kein Schutz gegen Kleinsäuger


Aus der Akte beim RP: Stellungnahme der Stadt Gießen (24.1.2006, mehr hatte die Stadt auch nicht zu sagen!)

Diese Forderung kommt auch so in den Genehmigungsbescheid. Die Formulierung ist klar: Es geht um die "Abhaltung von Kleinsäugern", also vor allem Mäusen. Der Zaun soll diese abhalten können. Dazu ist er da.


Aus der Akte beim RP: Genehmigungsbescheid vom 3.3.2006 (S. 6 und S. 20)

Doch das kann der Zaun nicht. Kleinlaut muss eingeräumt werden, dass ein Schutz gegen Mäusefraß nicht besteht. Das absurde aber: Danach wird festgestellt, dass die Auflage, dass Mäuse abzuhalten sind, trotzdem erfüllt sei.


Aus einem Aktenvermerk der Universität Gießen

Panne 5: Überwachung und Kontrollgänge


Aus der Akte beim RP: Antrag der Uni an das BVL (18.10.2005, S. 37)


Aus der Akte beim RP: Stellungnahme des RP (2.2.2006, S. 4)

Abschrift der Protokolle der Kontrollgänge
Wochenprotokolle zu Durchwuchs (versch. Personen als ausführend, Unterschriften aber gleich)


Hier sind deutlich sehr lange Pausen zwischen den Kontrollgängen zu erkennen. Der Freisetzungszeitraum aber ist 2006 bis 2008. Die zu großen Abstände im Juli 2006 hatten Folgen - Gerstendurchwuchs überall (siehe oben)

Panne 6: Nichteinhaltung der Fördermittel-Vergabekriterien

Zuwendungsbescheid von Forschungszentrum Jülich am 21.3.2005 zum Antrag vom 26.2.2004 der JLU

Jedoch: Die landwirtschaftlichen Geräte wurden ohne Einholung mehrerer Angebote einfach gekauft, obwohl der Preis deutlich höher als diese Grenzen lag.

Aus dem Gesamtfinanzierungsplan 1.4.2005 bis 31.3.2008

Panne 7: Falscher Aussaatzeitpunkt

Am 26.3.2007 teilte Dr. Lühs in einer Mail an die Überwachungsbehörde den genauen Aussaattermin 28.3.2007 um 11 Uhr mit. Als der Mitarbeiter des RP dann auch selbst zu diesem Zeitpunkt erscheint, hatte die Uni aber einfach schon ausgesät.


Vermerk des RP-Mitarbeiters vom Aussaattag am 28.3.2007

Nichts sehen. Nichts hören. Nichts wissen ...

Versuchsbetreiber kennen sich mit Gerste nicht aus: Das Tal der Ahnunglosen?


Aus der Akte beim RP: Gießener Anzeiger, 9.2.2006

Die Angabe ist Blödsinn. Sommergerste wird Ende Februar oder im März ausgesät. Das bewies die Uni im Folgejahr auch selbst, als sie Ende März aussäte. Wenn nun schon der Versuchsleiter Prof. Kogel solche Ahnungslosigkeit zeigt, überrascht der Auftritt des Beauftragten für Biologische Sicherheit bei dem Versuch, Dr. Gregor Langen, vor Gericht weniger: Er musste nämlich auf die Frage des Richters Oehm passen, wann Gerste blüht. Das wusste er gar nicht. Ein Genexperiment mit Gerste - durchgeführt von Ahnungslosen ... Richter Oehm zog damals die einzig mögliche Konsequenz, um ein Desaster für die Uni-Eliten zu verhindern: Er verbot weitere Fragen zum Thema an die Zeugen.

Desinteresse an der Frage der Bodeneigenschaften am Versuchsstandort

Nach Aktenlage sind Bodenqualität und eingebrachte Zusatzstoffe für den Versuch von zentraler Bedeutung.


Aus den Akten: Betriebsanweisung für die MitarbeiterInnen (1. Fassung, S. 3 und S. 4)

Doch als kurz vor der Aussaat im zweiten Jahr dem Versuchsleiter und der Presse mitgeteilt wird, dass der Aussaatstandort nicht mehr brauchbar sei, reagiert Versuchsleiter Prof. Kogel gar nicht: Keine Bodenuntersuchung, keine Meldung an die Überwachungsbehörden, kein Eintrag in die Versuchsakten. Und der Bogen von der entsprechenden Wochenbegehung fehlte in Kogels Akte. Der BekennerInnenbrief auch ...

Andere sollen auch nichts wissen

28.7.2007: Mail Leggewie (BVL) an Kogel, Lühs mit Kopie an BVL und RP
Kogel scheint eine Anfrage an Buhk über die Rechtmäßigkeit eines Genehmigungsbescheids im Internet gestellt zu haben. Leggewie erklärt ihm, dass der Bescheid an alle Einwender geht, und auch im RP einsehbar ist. Es ist die Rede von handschr. Eintragungen, die Leggewie als irrelevant bezeichnet, „da sie von jedermann nach Erhalt des Bescheides nachträglich aufgebracht sein können“.

Da passt die folgende Information dazu: In den ersten Tagen der Feldbesetzung 2008 waren an den Universitätsrechnern die kritischen Internetseiten zum Genversuchs gesperrt - jugendgefährdend und extremistisch hieß es in der Begründung, die stattdessen auf dem Bildschirm erschien. Sehr wissenschaftlich ...

Die Ziele des Versuches

Mail von D. Grün an die Überwachungsbehörde RP mit von Prof. Kogel angekündigter Beschreibung:

Verbundprojekt der JLU mit IPK Gatersleben (jetzt Friedrich-Alexander-Uni Erlangen-Nürnberg, Inst. f. Biologie, Lehrstuhl für Biochemie, Prof. Dr. U Sonnewald)

Im Text wird nur von Pilzresistenz und verbesserten Futtereigenschaften gesprochen.
Versch. Transgene: 1. das thermostabile (1,3-1,4)-ß-Glucanase-Gen wird seit 96 an der Washington State University evaluiert, 2. das Rpg1Gen aus der Sorte Morex schützt gegen Schwarzrost, und neue transgene, resistente Linien wurden 2003 an der Uni of Minnesota, St. Pauls, MN getestet, 3. Gen für Endochitinase-Aktivität.

Der künftige Markt für diese und weitere erst zu erstellende verbesserte Pflanzen mit der transgenen Eigenschaft „Pilzresistenz“ ist deshalb so groß, weil insbesondere die Kontrolle von Wurzel- und Ährenpathogenen unter heutigen Produktionsbedingungen augrund fehlender oder unzureichender chemischer Wirkstoffe und nicht existierenden Resistenz „germplasms“ problematisch ist. Zudem werden diese Krankheiten in teilweise massivem Ausmaß durch moderne low input (Direktsaat, reduzierte Bodenbearbeitung) gefördert. Ganz gezielt könnte damit ein Einsatz der hier unter Sicherheitsaspekten bearbeiteten transgenen Pflanzen oder Pflanzen mit ähnlichen „traits“ zu einers substanziellen Lsung von schwerwiegenden Problemen des weltweiten Pflanzenschutzes auf Basis biotechnologischer Strategien beitragen.“
„Eine Evaluation der Effekte des Transgens auf die substanzielle Äquivalenz sowie auf Inhaltsstoffe und Kornqualität unter den Bedingungen des Feld- und Gewächshausanbaus (Pathogendruck und Mykorrhizierung). Dieser Teil wird in Erlangen bearbeitet.

Aus der Kooperationsvereinbarung zwischen Uni Gießen und Erlangen, benannt im Vertrag noch als Partner:

Zu den Aktionen gegen das Gengerstefeld

Feldbefreiung 2006

Handschriftlicher Vermerk Dr. Kammer (RP) vom 10.5.2006: "Freisetzung transgener Gerste am Standort Gießen. Vorhaben der Universität Gießen. Hr. Prof. Kogel teilte mit, daß der Versuch bisher wie erwartet verlaufe. Allerdings habe er bei 2 Internetadressen ... Aufrufe gefunden, die ihn beunruhigen. Es wird befürchtet, daß es bis Pfingsten zu größeren Aktionen gegen die Freisetzung kommen kann. Er wollte die Überwachungsbehörde darüber informieren."


Aus der Akte beim RP: Brief Prof. Kogel an Dr. Lohs, Rechtsabteilung beim Uni-Präsidium (9.6.2006)


Aus der Akte beim RP: Protokoll der Ortsbesichtigung am 9.6.2006 zum Schaden und zu zukünftiger Sicherung

Feldbefreiung 2007


Aus der Akte beim RP: Protokoll der Ortsbesichtigung am 28.3.2007 und Foto des Aufbaus, u.a. der Rolle Natodraht

Und dennoch: Die Zerstörung des Feldes kam ... am 13. Juni 2007.


Aus der Akte beim RP: Vermerk des RP am 14.6.2007

Feldbesetzung 2008

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