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Gentec in GI Gerste Betrügereien 2009 Maisfeld Stadtpolitik Uni Prof. Kogel&IFZ
Argumente

MON810 (Bt-Mais)
Versuchsfelder der Uni Gießen und Anbau überall

Gießen: Chronologie ++ Orte: Gießen, Groß Gerau ++ Versuchsziele ++ Überall: MON810-Skandale ++ Bergab mit MON810

Gießener Versuchungen: Vertuschen, Streiten, unfreiwilliges Versuchsende

2009: MON810-Mais wird verboten

Durch die Feldbesetzungen und BürgerInnen-Aktionen an verschiedenen Standorten hatte die Uni Gießen ohnehin alle Versuchsfelder für Mais verloren. Es ging also nur noch um Propaganda:

2008: Das Feld wird verlegt, die erste

Im Jahr 2008 wollte die Uni das Maisfeld in Rauischholzhausen anlegen, doch das war ein Fehler. Der Widerstand war schon nach kurzer Zeit beträchtlich: Zum ersten Sonntagsspaziergang erschienen 400 Leute! Mehr ...

Das Feld wird verlegt, die zweite

Das Feld wird aufgegeben ...

2007: Vertuschung, Streit, Zerstörung


Teile des Maisfeldes sind totgespritzt worden - offenbar die Genmaisflächen (Juni 2007)

Bestätigung der Zerstörung durch Bürgermeisterin im Bauausschuss (Gießener Anzeiger, 21.6.2007)

Bestätigung auch im Parlament: Maispflanzen sind zerstört worden - aber wahrscheinlich erst, als die Anträge und Nachfragen dazu gestellt wurden (rechts: Gießener Allgemeine, 21.6.2007, S. 24 ++ größer durch Klick!)


Foto am 22.5.2007: Kaputt ... mehr hier!

Der Standort des MON810-Feldes in Gießen (2007)

X=Treffpunkt Sonntagsspaziergänge (jeden Sonntag ab 14 Uhr!)
Quelle: Linkspartei Gießen

Die Eintragung auf der Gen-Maiskarte und im Standortregister

Aus dem Beschluss zu Gentechnik in Gießen in der Stadtverordnetenversammlung Gießen:
Die Stadtverordnetenversammlung spricht sich jedoch gegen Freilandversuche außerhalb der Sicherheitsforschung mit gentechnisch veränderten nicht-selbstbestäubenden Pflanzen auf dem Gebiet der Universitätsstadt Gießen aus. Die Risiken von Auskreuzungen sind derzeit im Verhältnis zu möglichen Vorteilen zu groß und zum Teil unkalkulierbar.
Der Magistrat wird beauftragt dafür Sorge zu tragen, dass ein Anbau transgener Pflanzen zu kommerziellen Zwecken auf dem Gebiet der Universitätsstadt Gießen nicht stattfindet, da dies aufgrund der Nutzen-Risiko-Abschätzung nicht zu rechtfertigen ist.
Weiterhin wird der Magistrat aufgefordert, in Zusammenarbeit mit der Universität vor Beginn weiterer möglicher Freilandversuche mit transgenen Pflanzen die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die Anwohnerinnen und Anwohner der Versuchsfelder umfassend über die Ziele und Risiken dieser Versuche zu informieren.

Am Alten Steinbacher Weg 44 - direkt auf dem relativ stadtnahem Unigelände führte die Uni Giessen ab Anfang Mai 2006 den ersten Freilandversuch mit transgener Gerste durch. Das Feld war gut sichtbar zwischen Alter Steinbacher Weg, Uni-Parkplätzen und dem Uni-Gebäudetrakt Phil 1 unter einem mit grünem Vogelnetz bespannten Holzgerüst.

Diese Seite informiert und dokumentiert Ansätze und Aktivitäten, die sich kritisch mit dem Freiland-Versuch beschäftigten.

Am 27.2.2007 hat die Uni Gießen endgültig beschlossen, den Genversuch mit Mais durchführen zu wollen. Verkündet hat das der Presse ausgerechnet der Uni-Vizepräsident Kogel - der Mann, der ein Jahre zuvor noch aussagte, gegen Versuche mit Pflanzen wie Mais oder Raps zu sein. Wes Brot ich ess ...

Fotos vom Feld


Blick von der Brücke über den Gießener Ring (siehe Kreuz auf Karte unten) in Richtung Unterer Hardthof/Heuchelheim. Das wahrscheinliche Maisfeld ist in das Quadrat in der Mitte hinten. Alle anderen Flächen auf dem angemeldeten Flurstück sind nämlich schon eingesät mit anderen Getreidesorten. Unten: Gezoomter Ausschnitt der mittleren Fläche. Durch Klick auf die Bilder gibt es noch größere Fotos!

Und noch ein Genfeld der Universität Gießen, diesmal auf dem Gebiet des Hardthofs westlich von Gießen. Es ist folglich auch ein Gentech-Anbau der Uni ... diesmal keine Risikoforschung, sondern Anbau eines kommerziellen Produktes.
Vorteil immerhin: Die Dreistigkeit zeigt, dass die letztes Jahr gelogen haben wie sonst was. Mal sehen, wie Pressesprecherin Lauterbach das neu dreht. 2006er-Versuchschef Kogel ist inzwischen Uni-Vizepräsident, Leiter des internationalen Agrar-Biotechnologie-Studienganges und will aus Gießen eine Elite-Universität machen. Sein Kollege Prof. Friedt, der den Mais-Versuch durchziehen will, fummelt zudem genetisch an Rapspflanzen herum. Er ist sei einem Jahrzehnt Hessens härtester Pro-Gentechnik-Kämpfer in der Wissenschaft.

Am Dienstag, 24. April 2007, wurde der Mais ausgesät - und wie das Gengerstefeld aufwändig gesichert. Das sah dann mit der Gießener Weststadt im Hintergrund so aus (15.5.2007, größer durch Anklicken):

Blicke in die Akten

Einzelergebnisse der Akteneinsicht (nach Hessischen Umweltinformationsgesetz) bei der Überwachungsbehörde (RP Gießen):

MON810-Feld der Uni Gießen bei Groß Gerau

Weiter im Süden betreibt die Uni Gießen noch ein Feld - 2007 mit absurder Bewachung. Im Jahr 2008 sollte diese Fläche sehr wichtig werden, denn die Uni Gießen ist von allen anderen Standorten verjagt worden. Die Versuchsstation nördlich Groß Gerau wäre die einzige Gentechnikfläche in Hessen gewesen! Doch: Besetzt! Aus für das letzte Genfeld in Hessen!? Erster Bericht ++ Rückblick 2008


Luftbild und Karte (oben) ++ Flutlicht und Beobachtungssitz im Jahr 2007 (unten)

Infos zur Versuchsstation in Groß-Gerau

Die Versuchsziele

Die Gründe in den Köpfen der Machtmenschen

Uni-Patriach Hormuth
Die Prüfung erfolge im Auftrag des Bundessortenamtes, mit dem die Universität seit mehr als 50 Jahren zusammenarbeite. Um diese "verlässliche Partnerschaft" nicht zu gefährden, könne die Hochschule nicht aus Gründen, "die nicht in Zusammenhang mit der Zulassung der Prüfung stehen", die Aussaat ablehnen. "Es ist wichtig, dass wir als einer der bedeutendsten Uni-Agrarstandorte ein verlässlicher Partner des Bundessortenamtes sind und auch bleiben", unterstrich Hormuth.

CDU-Fraktionschef und Kneipenschläger Möller
Weiter gibt der CDU-Politiker zu bedenken: "Wenn wir uns in Deutschland nicht beteiligen, geht die Forschung ins Ausland."
Angstkampagne ... Wenn es ein Forschungsprojekt ist, ist es wichtig, da es dem Hochschulstandort Gießen zugute kommt.
Die CDU stehe auch vor dem Hintergrund der »erwartungsgemäß unsachlicher werdenden Debatte« auf der Seite der JLU. »Wer in einer Universitätsstadt der Hochschule vorschreiben möchte, was erforscht werden darf und was nicht, greift in die Freiheit von Forschung und Lehre ein«, schreibt Möller. Genau dies hätte demnach die Stadtverordnetenversammlung im vergangenen November – damals mit Zustimmung der von Möller geführten CDU-Fraktion – getan

Alle Zitate aus der Presse entnommen - Mensch und Natur kommen in den Überlegungen der Kämpfer für Konkurrenz und Standort gar nicht mehr vor!

Informationen zum MON810-Mais

Rechtsgutachten zu MON810

Aus dem Rechtsgutachten (Download des gesamten Gutachtens als PDF):


Aktionsidee: Strafanzeige zu jedem Feld stellen

Für Felder in Oberboihingen wurde die Anzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft lehnte die Ermittlungen ab. In der Begründung aber lässt sie offen, ob der Mais ordnungsgemäß zugelassen wurde. Sie behauptet nur, dass für die Betreiber des Versuchs eine ordnungsgemäße Genehmigung vorlag, während die Frage, ob der Mais überhaupt legal sei, in diesem Verfahren nicht geklärt werden musste ...
Aus der Begründung des Schreibens vom 16.8.2007 (Az.: 5 Js 73026/07):

Mit Zustimmung vom 03.08.1998 ließ das Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei der Republik Frankreich das Inverkehrbringen des gentechnisch veränderten Maises MON810 zu. Die gem äß der Richtlinie 90/220/EWG in Verkehr gebrachten Erzeugnisse können gemäß Art. 8, 20 VO 1829/2003 weiterhin in Verkehr gebracht werden, wobei die Kommission im Registereintrag zu MON810 vermerkte, dass dies sowohl für Saatgut als auch für Saatgut, das Verwendung als Lebens- oder Futtermittel findet, gilt, vgl. http://ec.europa.eu/food/dyna/gm_register/gm_register_auth.cfm?pr_id=11 (nachgeschlagen am 13.08.2007). Ob diese Genehmigung in einem ordnungsgemäßen Verfahren zustande kam und ob sie materiell rechtmäßig ist, kann für die Frage der Strafbarkeit der Angezeigten dahingestellt bleiben, da es hierfür allein auf die formelle verwaltungsrechtliche Wirksamkeit der Genehmigung ankommt, vgl. Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch 54. Auflage vor § 324 StGB Rn. 6.

Immer neue Skandale ...

MON810-Gefahren ... die Unkontrollierbarkeit der Gentechnik

Studie in England bescheinigt Gefährlichkeit von MON810-Mais durch hohe Auskreuzung (Telepolis am 2.6.2007)
Während die "Koexistenzfähigkeit" von gentechnisch verändertem und konventionellem Mais bei Versuchen in Groß Lüsewitz, Wendhausen, Mariensee, Braunschweig und Forchheim bis 2009 getestet werden soll (vgl. Rückschlag für Genmais-Anbau in Deutschland (1)), haben Wissenschaftler der englischen Universität Exeter bereits herausgefunden (2), dass das Mischpotential, das sogenannte "Auskreuzungsrisiko", in Versuchsfeldern meist deutlich unterschätzt wird.

GENMAIS KÖNNTE GEWÄSSERÖKOSYSTEME BEEINTRÄCHTIGEN
Eine sehr wichtige neue Forschungsarbeit zeigt, dass Nebenprodukte von Bt Genmais Gewässerlebewesen gefährden könnten. Die Studie stellt auch Fragen nach der Zulassung des Bt Genmais durch amerikanische und andere Behörden ohne zureichende Tests, die Auswirkungen auf Gewässerökosysteme untersuchen. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität Indiana durchgeführt und online durch das Magazin Proceedings of the National Academies of Sciences herausgegeben. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern hat Todd V. Royer, der Assistenzprofessor an der IU School of Public and Environmental Affairs ist, herausgefunden, dass Pollen und andere Pflanzenteile, die toxische Stoffe des Bt Genmais enthalten, in Bäche in der Nähe der Bt Genmaisfelder gespült wurden. Die Wissenschaftler unternahmen auch Laborversuche, in denen sie eine erhöhte Mortalität und reduziertes Wachstum bei Köcherfliegen feststellten, die den toxischen Nebenprokukten des Bt Genmais ausgesetzt waren. Köcherfliegen sind Wasserinsekten und nahe Verwandte der Schädlinge, für die das Toxin im Bt Genmais gedacht ist. Royer sagte, dass Köcherfliegen eine Nahrungsquelle für höhere Organismen wie Fische und Amphibien sind. Und, so Royers weiter, 'wenn unser Ziel ein gesundes, funktionierendes Ökosystem ist, müssen wir alle Teile dieses Systems schützen. Wir sind alle auf Wasserresourcen angewiesen.' Der Wissenschaftler fügte hinzu, dass die Risiken im Zusammenhang mit ausgedehnten Bt Genmais-Pflanzungen seiner Ansicht nach nicht ausreichend abgeschätzt worden sind. Die Studie wirft auch Fragen nach anderen Bt Pflanzen auf. Zum Beispiel könnten Bt Bäume sogar noch mehr Biomasse in Bäche einbringen als Bt Mais. Mehr ...

B.t. - das unheimliche Gift

Aus Marcus Lemke (2002): "Gentechnik - Naturschutz - Ökolandbau", Nomos in Baden-Baden (S. 30)
Beide Bedingungen sind jedoch im Fall des Anbaus von B.t.-Pflanzen nicht mehr gegeben, da lediglich jeweils eine Toxinvariante in die Sorten eingebaut und das Toxin - wie gesagt - konstitutiv gebildet wird, was zu einem permanenten Resistenzdruck führt. Teilweise wird eine allgemeine Resistenzbildung bereits innerhalb von 3-4 Jahren erwartet. Für die ökologische Landwirtschaft hätte eine ausgedehnte Resistenzentwicklung im Bereich der Schadinsekten gegen das B.t.-Toxin zur Folge, dass das derzeit einzige im Ökolandbau zugelassene Insektizid für künftige Anwendungen fortfallen würde. Ein Ersatzmittel ist nicht in Sicht.

Molekularbiologen sehen Anzeichen für Giftigkeit gentechnisch veränderter Maissorten
Aus www.biotechnologie.de (BMBF) am 14.12.2009

Unterdessen haben französische Molekularbiologen eine Fütterungsstudie zu gentechnisch veränderten Maissorten überprüft und melden Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Produkte an. In ihrer im International Journal of Biological Sciences (2009, Bd. 5, S. 706) veröffentlichten Studie kommen Forscher um Gilles-Eric Séralini von der Universität Cean zum Schluss, dass das Verfüttern dreier gv-Maissorten des Saatgutkonzerns Monsanto bei Ratten offensichtlich zu gesundheitlichen Problemen bei den Tieren geführt habe.
D ie Franzosen hatten Daten einer Fütterungsstudie aus den Jahren 2000 und 2001 genauer unter die Lupe genommen. Die Studien entstanden damals im Auftrag von Monsanto: Ratten wurden hierin drei Monate lang mit drei verschiedenen gv-Maissorten(MON810, MON863, NK603) gefüttert. Bei einigen der Tiere änderten sich daraufhin die Blutwerte, was Seralini nun auf eine beeinträchtigte Funktion von Leber und Niere zurückführt.

Die Pflanzen machen, was vorher als unmöglich galt

Kuhsterben bei erstem hessischen Gentech-Bauern
Aus der FR, 13.3.2007 (S. 23)

Gottfried Glöckner, Landwirt aus Wölfersheim in der Wetterau, hat den Ruf, eine Art Pionier zu sein: 1995 war er der erste hessische Landwirt, der auf seinen Äckern gentechnisch veränderten Raps und Mais anbaute. Das brachte dem Bauern nicht nur viel Kritik, besetzte Felder und den wenig schmeichelhaften Beinamen "der Gen-Bauer" ein. Sondern womöglich auch ein Dutzend toter Milchkühe. Diesen Zusammenhang jedenfalls stellte Glöckner her, nachdem er zwischen 1997 und Anfang 2002 bei Anbauversuchen den Gen-Mais angesät hatte und als Teil eines Praxisversuchs seinen Tieren die Ernte zum Fressen gegeben hatte. 2001 starben fünf Tiere, bis Oktober 2002 weitere sieben.
Glöckner hatte das Toxin im Verdacht, das der Mais vom Typ "Bt-176" aufgrund seiner gentechnischen Veränderung in der Pflanze fortwährend produziert und das den Schädling Maiszünsler tötet. Könnte dieser Wirkstoff auch seine Milchkühe krank gemacht und schließlich getötet haben, zumal Reste des Giftes auch in Pansen, Kot und sogar Milch nachweisbar waren? Zwar wird das Toxin durch Speichel und Verdauungsenzyme im Körper rasch abgebaut, ist aber während des gesamten Verdauungsprozesses nachweisbar.

Kommentar dazu in der FR am gleichen Tag:
Merkwürdig
VON STEPHAN BÖRNECKE
Vermutlich wird der Tod der zwölf Kühe von Wölfersheim ein Mysterium bleiben. Es wird offen bleiben müssen, ob Infektionen, falsche Fütterung, Pilzgifte zum Verenden der Tiere führten - oder am Ende doch die Gentechnik.
Gegen die gentechnisch veränderten Pflanzen im Futtertrog als Ursache für die Erkrankungen spricht, dass der Wetterauer Vorfall einzigartig blieb. Weder in Spanien, wo die aus in Wölfersheim verwendete Mais-Spielart sehr viel länger und vor allem auf weit größerer Fläche angebaut und die Ernte ebenfalls ans Vieh verfüttert wurde, noch andernorts sind derartige Fälle öffentlich bekannt geworden.
Dennoch ist die Affäre von Merkwürdigkeiten begleitet. So war bei den Untersuchungen der Milch offenbar wissenschaftlich nicht sauber vorgegangen worden. Und der Landwirt selbst fühlte sich, das hatte er erklärt, von den Fachleuten der Genehmigungsbehörde nie ganz ernst genommen. Klar, welcher Bauer lässt auch schon auf sich sitzen, dass er angeblich fachlich nicht ordentlich arbeitet.
Dass das Gießener Landgericht den Fall, bei dem es um einen sechsstelligen Schadensersatzanspruch ging, nun ebenfalls nicht vertiefend beleuchten ließ, mag aus Sicht der Zivilrichter vielleicht formal korrekt sein. Aus Sicht der Öffentlichkeit allerdings wäre eine systematische Aufarbeitung wünschenswert. Mögen die Firmen und EU-Behörden der Gentechnik auch die Unbedenklichkeit erklären: Restzweifel sind angebracht.

Beispiel: Mais ist nur einjährig und überlebt den Winter nicht. Also keine Folgegefahr ... sagen Monsanto und Unterstützer. Doch 2007 passiert das Unerwartete - der Mais fängt im Frühjahr wieder an zu wachsen. Die Gentech-FreundInnen überschlagen sich mit Bekundungen ihrer Blödheit: Der Winter war zu milde (ja sowas aber auch, das war ja unmöglich, mit so etwas mal zu rechnen ...) oder die Zerstörung von Feldern ist Schuld, dass Mais den Winter übersteht (so saublöd argumentierte Monsanto selbst). Mehr zum ganzen Ablauf ...

Noch ein Bericht dazu: MON810 hält sich nicht an Geschwalle der Wissenschaftler und Konzerne - und überlebt den Winter im Boden. Mehr im taz-Blog ...

Leerer Genmais
Aus "Neue Pleite für Genlobby" in: Junge Welt, 25.4.2009 (S. 9)
In Südafrika schauen in diesem Jahr die Maisfarmer in die Röhre. Zumindest jene, die den Fehler gemacht haben, beim US-Konzern Monsanto einzukaufen. Nach einem Bericht der Internetausgabe der südafrikanischen Sonntagszeitung Rapport hat die gentechnisch veränderte Maissaat Monsantos auf 82000 Hektar nahezu sterile Pflanzen hervorgebracht. Das Getreide sei normal gewachsen, zeige auch keinerlei Schädlings- oder Pilzbefall, hieß es. Nur die Kolben enthielten sehr wenige oder gar keine Körner. 280 von 1000 Bauern, die drei gentechnisch veränderte Monsanto-Sorten ausgesät hatten, seien betroffen.

Genkonstrukte im Bodenleben nachgewiesen!
Auszug Wolfgang Weitlaner, "Spuren von Gentech-Mais beständiger als bisher angenommen", in: Das Journal am 10.12.2009
"Über den Abbau der Pflanzenreste von transgenen Organismen gelangt transgene DNA in die Bodenorganismen", so der Gentechnik-Experte Werner Müller von GLOBAL 2000 gegenüber pressetext. Wie sehr diese transgene DNA die Bodentiere beeinflusse, sei noch weitgehend unerforscht. "Überraschend ist, dass die transgene DNA offenbar sehr viel stabiler ist als bisher angenommen und leicht in Bodenorganismen nachgewiesen werden kann." ...
"Die Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die transgene DNA in der Nahrungskette der Bodenorganismen nicht signifikant abgebaut werden", so Müller. Problematisch daran sei, dass in diesen Bodenorganismen Rezeptoren für DNA-Moleküle ebenfalls vorkommen. "Daraus ergibt sich die Frage, ob diese transgene DNA der gentechnisch veränderten Pflanzen, die bisher in keinem Lebewesen der Welt vorkommt, das Immunsystem dieser Bodentiere und somit die Bodenfruchtbarkeit nachteilig beeinflussen kann", erklärt Müller.

Mehr Studien zum Genmais

Aus "Der Standard" (Wissenschaftsmagazin aus Österreich) am 11.11.2008
Gentechnisch veränderter Mais senkt die Fruchtbarkeit von Mäusen und das Geburtsgewicht der Nachkommen. So lautet das Ergebnis einer an der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführten Langzeitstudie, die von der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, am Dienstag präsentiert wurde. Umweltorganisationen und Politiker forderten daraufhin ein Verbot von Genmais, warfen der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit Inkompetenz vor drängten auf die Forcierung kritischer Forschung.

GENTECH-KONTAMINATION VON MEXIKANISCHEM MAIS BESTÄTIGT (mehr)
Das amerikanische Fachjournal Nature hat einen Bericht über eine neue Untersuchung publiziert, die bestätigt, dass das mexikanische Verbot von Gentech Mais nicht verhindert hat, dass Transgene traditionelle Landsorten von Mais in Mexikos Zentrum kontaminiert haben. Die neue Studie wurde von der National Autonomous University of Mexico (UNAM) in Mexiko City durchgeführt und wird demnächst im Journal „Molecular Ecology“ veröffentlicht werden.GENTECH Bt MAIS STÖRT

Der neue Trend: Agrar-Sprit - gentechnisch aufgemotzt

Aus der Zeitung "Regenwald-Report 3/07" (S. 4 f.)
Die großen Gewinner des landwirtschaftlichen Jahrhundertbluffs „Bioenergie“ sind die Gentech-Konzerne. Während Genfood bis heute von den meisten Verbrauchern abgelehnt wird, können sich Automotoren nicht wehren. Mit genmanipulierten Rohstoffen zur Agrarenergiegewinnung versucht die Branche hoffähig zu werden. Unter Beteiligung von BASF Plant Science experimentieren Forscher beispielsweise mit genmanipulierten Manioksorten, die höhere Stärkeanteile produzieren. Die Zulassung der Gensorten wird die industrielle Maniokproduktion zur Energieerzeugung in vielen tropischen Regionen forcieren. Dem traditionellen Anbau dieses Grundnahrungsmittels hingegen droht die Verdrängung.

Bergab mit MON810? Nein ... Regierungen und Propaganda retten die Profitpflanze

2007: Woanders wird inzwischen verboten, was in Gießen gehypt wird

Die Ex-Umweltministerin Nordrhein-Westfalens und jetige grüne Bundestagsabgeordneter Bärbel Höhn sagte nach dem MON810-Verbot mit Trickeinlage: "Mir kann niemand erklären, warum die jetzt vom Ministerium geäußerten Risiken und Bedenken erst im nächsten Jahr Konsequenzen haben sollen. Wenn man den Mais für bedenklich hält, dann muss jetzt gehandelt und der Genmais von den Feldern geholt werden." Das tun FeldbefreierInnen!

Aus der Frankfurter Rundschau vom 10.5.2007 (S. 1)
Erstmals rückt ein Bescheid des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), der den Länderbehörden gestern zugestellt wurde, Mon 810 in die Nähe einer Risikokultur: So sei "mit jüngeren Untersuchungen deutlich" geworden, in welchem Ausmaß das von der Pflanze selbst produzierte Insektengift nicht nur gegen den Falter Maiszünsler wirkt, sondern auch Insekten schädigt, die gar nicht getroffen werden sollten. Dazu zählen mit Fliegen, Wespen, Ameisen oder Spinnen solche Tiere, die als räuberische Insekten "eine große Rolle bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung spielen". Das Bundesamt weist auf Studien hin, wonach das Toxin zudem eine "eindeutig schädliche Wirkung" auf Schmetterlinge habe.
Die Erkenntnisse der Gentechnikexperten des Bundesamtes mündeten in einem vorläufigen Handelsverbot für Mon 810: Der künftige Anbau, bestätigt Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU), "ist nur dann zu verantworten", wenn Monsanto ein neun Punkte umfassendes, den Anbau begleitendes Monitoring beachte. Dass der Bescheid mit Datum vom 27. April erst rund zwei Wochen nach der Aussaat zugestellt wurde, verwundert die Kritiker der Gentechnik: Denn die Studie, auf die sich das Amt bezieht, stammen zum Teil schon aus dem Jahr 2000, andere, wie die eines dänisch-italienischen Wissenschaftlerteams, sind von 2005. Seehofer, so die Gentechnik-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND, Heike Moldenhauer, "hätte längst handeln können".

Vertuschung?
Aus dem SPIEGEL ONLINE - 10. Mai 2007, 19:04

Dabei ist die Richtlinie sowieso überflüssig, wenn man Gentechnik-Experte Then glaubt: "Die Saat für dieses Jahr ist draußen und damit kommt der Erlass von Seehofer zu spät." Dass das ein Zufall ist, daran glaubt Then nicht: Seehofer habe einen Zeitpunkt gewählt, von dem er genau gewusst habe, dass er zu spät sei - er könne sich damit aber trotzdem als Verbraucherschützer geben. "Er tut damit so als ob er was tut."
"Ich bin insgesamt über Zeitpunkt und Inhalt der Auflagen für den MON 810 stark irritiert", sagt auch Höhn. "Mir kann niemand erklären, warum die jetzt vom Ministerium geäußerten Risiken und Bedenken erst im nächsten Jahr Konsequenzen haben sollen. Wenn man den Mais für bedenklich hält, dann muss jetzt gehandelt und der Genmais von den Feldern geholt werden."
Warum der Bescheid erst jetzt verschickt wurde, obwohl schon 2006 eine Studie empfohlen hat, den Anbau zu beaufsichtigen, weiß man auch im Verbraucherministerium nicht. Dies sei ein interner Vorgang, zu dessen zeitlichen Ablauf man nichts sagen könne, heißt es von einem Sprecher. Dass es Gespräche zwischen dem Kanzleramt und dem Konzern sowie dem Kanzleramt und der US-Botschaft gegeben habe, bestätigt ein Regierungssprecher. Das Ministerium habe sich aber bei seiner Entscheidung "ausschließlich auf vorliegende Risikoeinschätzungen gestützt" und sei "nicht von Dritten" beeinflusst worden.

Wunsch nach MON810-Verbot in der Landesregierung Brandenburg (aus dem taz-blog)
MON 810 - Das Ende einer Dienstfahrt
"Ich wäre froh, wenn wir ein Gentechnik freies Brandenburg hätten" sagt Landwirtschaftsminister Woidke (SPD), in dessen Land 1770 der etwa 3000 ha Gentechnikmaises MON810 stehen sollte. Sein Kollege Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern, wo weitere 690 ha angemeldet wurden, verweist auf seine gemeinsame Erklärung mit dem Bauernverband, die dringend vom Anbau abrät. Beide fordern Horst Seehofer auf, die Gentechnikbauern zu entschädigen, die Monsantos Gentechnikmais vor 2 Wochen in die Erde brachten und jetzt Saatgut im Boden haben, dessen weiterer Verkauf vom Bundesamt für Verbraucherschutz verboten wurde. "Wir können derzeit einfach keinem Landwirt empfehlen, solche Pflanzen anzubauen. Nach der Entscheidung des BVL, die für diese Vegetationsperiode viel zu spät kam, sind es nun nicht mehr nur Haftungsrisiken und fehlende Anbauregeln, die Grund zur Sorge geben. Die zuständige Bundesbehörde begründet ihre Versagung schließlich mit schädlichen Umweltwirkungen dieser Maissorte! Wenn das so ist muss sich die die zuständige Bundesbehörde die Frage gefallen lassen, seit wann ihr diese Erkenntnisse vorlagen und warum sie dann nicht konsequenter Weise den Anbau in Deutschland untersagt hat," sagte Backhaus zu MV-Regio. http://www.mvregio.de/mvr/35899.html
"Der Zeitpunkt ist eine Riesensauerei", sagte Woidke in den Potsdamer Neuesten Nachrichten, "Vor acht Wochen hätte die gesamte Aussaat noch verhindert werden können," und auf die Frage ob die Bauern den Gentechnikmais jetzt unterpflügen sollten "Das muss Seehofer selbst wissen." Der Minister weiter: "Man muss sich das doch nur mal vorstellen: Da wachsen dann ganze Felder mit Gen-Mais heran, der amtlich im Verdacht steht, gesundheits- und umweltgefährdend zu sein - ein Horrorszenario ..." http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/10.05.2007/3254620.pnn#art
"Wir hatten von Anfang an Zweifel an der Gesundheits- und Umweltverträglichkeit von gentechnisch veränderten Pflanzen," meinte Woidke weiter. Die ganze Zulassung von MON 810 vor zehn Jahren, die jetzt erneut überprüft werden muss, sei "voreilig und hat der so genannten grünen Gentechnik mehr geschadet als genützt". Diese deutliche Absatzbewegung in den beiden wichtigsten Gentechnik-Ländern ist möglicherweise nur der Anfang. Michael Lohse, Sprecher des Deutschen Bauernverbandes beklagt "dass es in der Grünen Gentechnik keine Rechts- und Prüfsicherheit gibt. Bauern und Öffentlichkeit werden verunsichert." Nur Monsanto gibt sich von keinerlei Zweifeln geplagt: "Wir sind froh, dass der Bescheid den Anbau und die Verwertung in diesem Jahr nicht betrifft. Kein Landwirt muss sich Sorgen machen." sagte Monsanto-Sprecher Thierfelder der Neuen Osnabrücker Zeitung noch am Donnerstag. Da schien er die Lage noch nicht ganz zu überblicken. Wenn nun auch im EU-Präsidentschaftsland Deutschland (nach Österreich, Ungarn, Polen, Griechenland und de facto auch Italien) MON 810 verboten wird, ist dies kein gutes Omen für die in diesem Jahr anstehende Erneuerung der Zulassung für den einzigen Gentechnikmais, der gegenwärtig in der EU zum Anbau zugelassen ist. http://www.keine-gentechnik.de/bibliothek/zulassungen/dossier-mon-810-mais.html
Horst Seehofer wird wohl nicht umhin können, nach dem Stottern seiner intern zerstrittenen Behörde ein Machtwort zu sprechen. Schwer vorstellbar, dass der Minister, der gleichzeitig auch noch vor der Sommerpause die Novelle des Gentechnikgesetzes im Kabinett einbringen will, Durchhalteparolen für MON810 ausgeben wird. Seiner Behörde bleibt woihl nur, sich auf den Klimawandel zu berufen: Dass die Maisaussaat dieses Jahr zwei Wochen früher als sonst stattfand, war in ihrem Dienstplan nicht vorgesehen. http://www.keine-gentechnik.de/dossiers/gentechnikgesetz-iv/countdownzumgesetz100.html
Im Zweifelsfall wird der Landwirtschaftsminister das Ende einer Dienstfahrt wohl doch lieber für MON 810 als für das eigene politische Fortkommen markieren. Wie heißt es doch so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

MON810-Verbot in Frankreich
Das Verbot von Monsantos MON 810 in Frankreich- die einzige gentechnisch veränderte Maissorte, die im Land zugelassen ist - löste bei der Biotech-Industrie große Empörung aus. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte, dass er die Genehmigung so lange aussetzen lassen werde, bis die Sicherheitsprüfung des insektenresistenten Maises dieses Jahr oder Anfang 2008 abgeschlossen ist. Er bezweifelt, dass ein Anbau von Gentech-Mais tatsächlich Vorteile brächte. Adrian Bebb von Friends of The Earth Europe glaubt, dass Sarzkozys Meinungsumschwung ein Erdbeben auslösen könnte. Die Neuausrichtung der französischen Gentech-Politik werde sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf andere Länder der Europäischen Union auswirken. Mehr ...
Verwaltungsgericht verbietet MON810-Maisblüte

Aus einer Presseinformation des Verwaltungsgerichts Augsburg:
Verwaltungsgericht verbietet Blüte von gentechnisch verändertem Mais
Ein Imker aus dem Landkreis Donau-Ries erzeugt Honig zum Eigenverbrauch und zum Verkauf. Im Jahr 2005 stellte er in dem von seinen Bienen gesammelten Pollen Erbgut von gentechnisch verändertem Mais fest. Für das Jahr 2007 wurden in einer Entfernung von 1500 bis 2200 m vom Bienenhaus des Imkers entfernt Anbauflächen für gentechnisch veränderten Mais der Linie MON 810 gemeldet.
Der Imker rief daraufhin das Verwaltungsgericht Augsburg an und beantragte, die Landwirtschaftsverwaltung des Freistaates Bayern als Betreiberin des Maisanbaus zu verpflichten, für das Anbaujahr 2007 geeignete Maßnahmen zu treffen, damit der vom Antragsteller produzierte Honig nicht infolge des Anbaus von gentechnisch verändertem Mais seine Verkehrs- und Verbrauchsfähigkeit verliert.
Das Verwaltungsgericht Augsburg verpflichtete mit Beschluss vom 4. Mai 2007 die Landwirtschaftsverwaltung, den gentechnisch veränderten Mais vor der Blüte zu ernten oder die Pollenfahnen der Maispflanzen während der Blütezeit abzuschneiden. Durch den Maisanbau der Landwirtschaftsverwaltung gelangten Pollen von Maispflanzen der Linie MON 810 in den Honig des Antragstellers. Honig, der Pollen von gentechnisch veränderten Organismen enthalte, sei ein gentechnisch verändertes Lebensmittel im Sinne der einschlägigen Verordnung der Europäischen Gemeinschaft. Damit sei er weder verkehrsfähig noch verbrauchsfähig. Dadurch werde der Antragsteller in seinen Rechten auf Schutz seiner Gesundheit und in seinem Recht auf gentechnikfreie Wirtschaftsweise verletzt. Demgemäß sei die Landwirtschaftsverwaltung zu verpflichten, Schutzmaßnahmen gegen eine Beeinträchtigung der Imkereiprodukte des Antragstellers zu treffen.
Beschluss des Verwaltungsgerichts Augsburg vom 4.5.2007, Az. Au 7 E 07.259

Presseinformation der Imkervereinigung Mellifera vom 9.5.2007 (als PDF im Original)
Verwaltungsgericht Augsburg: Honig muss vor Pollen von Gen-Mais geschützt werden
Das Augsburger Verwaltungsgericht verpflichtet mit einem Eilentscheid den Freistaat Bayern, Honig vor Pollen von genmanipulierten Mais MON 810 zu schützen. Geklagt hatte ein Imker in dessen Nähe auf einem staatlichen Versuchgut der umstrittenen Mais angebaut werden soll.
Das Gericht sieht erhebliche Defizite bei der Zulassung und in der Sicherheit des genmanipulierten Maises. Es stellt auch fest, dass Imker und Verbraucher das Recht auf Honig ohne das Gen-Konstrukt haben. Aus diesem Grund soll der bereits ausgesäte Mais umgepflügt oder aber der Pollen in der Blüte unschädliche gemacht werden. In einem ähnlichen Prozess in Brandenburg lehnte ein Gericht den Schutz des Honigs ab. Auch in anderen Bundesländern sind Klagen von Imkern und Speisemaisanbauern anhängig. „Das Augsburger Gericht bricht mit dem Entscheid eine Lanze für die Rechte von Imkern, Verbrauchern und Landwirten die keine Gentechnik haben wollen“ so Thomas Radetzki vom Imkerverein Mellifera e.V. der die Klagen initiierte. „Allerdings müssen und können die Imker nun auch Andernorts aktiv werden, da das Gericht Honig mit Pollen von MON 810 als unverkäuflich eingestuft hat.“
Peter Röhrig, Gentechnikexperte beim BÖLW: „Es ist ein Unding, dass Imker sich an die Gerichte wenden müssen um sich vor der Gentechnik zu wehren. Auch das neue Gentechnikgesetz von Horst Seehofer wird den Problemen der Koexistenz nicht gerecht, die Imker werden darin einfach ignoriert. Verbraucher und Landwirte sollen nach dem Gesetz eine Verunreinigung des Essens mit bis zu 0,9 % Gentechnik hinnehmen müssen, ohne sich wehren zu können. Und das obwohl das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit vor wenigen Tagen feststellte, das nach neusten Forschungen „berechtigter Grund zu der Annahme besteht, dass der gentechnisch veränderte Mais eine Gefahr für die menschliche Gesundheit und Umwelt darstellt“.
Die klagenden Imker und Maisanbauer werden von einem Bündnis aus Privatpersonen, dem Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Assoziation ökologischer Lebensmittel Hersteller (AÖL) und dem Demeter-Bund e.V. unterstützt. Das Bündnis wird von Mellifera e.V. organisiert.

Links: Text zum MON810-Verbot in Gießener Allgemeine vom 11.5.2007 (S. 26) ++ ganzer Artikel: Auf Bild klicken

Die MON810-Verbote wurden der Gießener Presse wie üblich durch die "FeldbefreierInnen" mitgeteilt. Diese aber gab vor allem dem Versuchsleiter und der Uni breiten Raum, ihre Desinformation zu verbreiten.

Lokal kommt das Aus ...
Mai 2007: MON810-Skandal enthüllt - der Bt-Mais ist seit Oktober 2006 illegal

Für den MON810 gab es eine befristete Zulassung. Die galt bis Oktober 2006. Doch die Anbauer machten einfach weiter und auch die Behörden werteten alles so, als sei eine Verlängerung nicht nötig. Er nach der Aussaat im Folgejahr wurde angeordnet, nicht mehr auszusäen. Da war es aber vorbei, weil alles ausgesät. Ein schmutziger Trick ...

Aus Marcus Lemke (2002): "Gentechnik - Naturschutz - Ökolandbau", Nomos in Baden-Baden (S. 157)
Unter einer Befristung (§ 36 Abs. 2 Nr. 1 VwVfG) ist eine Nebenbestimmung zu verstehen, die eine Genehmigung nach Ablauf einer gesetzten Frist eo ipso ohne weitere behördliche Anordnung unwirksam werden lässt.

Immer mehr Enthüllungen zur Gefährlichkeit von MON810 und den Zulassungstricks
Was wussten Kogel/Friedt?

Presseinformation der "FeldbefreierInnen" am 12.5.2007
Gentechnik-Skandale am laufenden Band: Was wussten die Gießener Versuchsleiter?
Eher unfreiwillig sickert seit einigen Tagen durch, dass der in Deutschland schon vielfach angebaute und am 23. April auch in Gießen ausgebrachte MON810-Mais der Firma Monsanto seit dem 17. Oktober letzten Jahres nicht mehr legal ist. An diesem Datum lief die vorläufige Genehmigung für den Agro-Weltkonzern aus, verbunden mit der Auflage, bis zu diesem Zeitpunkt ein Konzept über die Überwachung der Umweltauswirkungen vorzulegen. Monsanto kam dieser Auflage nicht nach. Die Genehmigungsstellen im Bundesministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft verschwiegen die ausgelaufene Zulassung und setzten auf Verzögern und Vertuschen. Alt-Genehmigungen würden weiter gelten, war eine ihrer skandalösen Festsetzungen, obwohl nun klar war, dass das Ausbringen von MON810-Mais ein unkalkulierbares und ungeprüftes Risiko darstellte. Am 27.4.2007, also über ein halbes Jahr später, teilte das BVL der Firma Monsanto endlich mit, dass die Genehmigung nicht mehr gelte. Zu diesem Zeitpunkt war die Aussaatphase gerade beendet – Zufall? Wohl kaum, argwöhnen viele GentechnikkritikerInnen und fühlen sich bestätigt in ihrer Annahme, dass mit der Risikotechnologie gemauschelt und betrogen werde. Der ganze Ablauf wird die Frage nach der Unabhängigkeit und Seriösität der Fachbehörden in Sachen Gentechnik auf.

Was geschah in Gießen?
Noch mehr fragen stellen sich nun für den MON810-Mais-Versuch in Gießen, denn dieser fällt nicht unter die Altgenehmigungen. Er wurde erst geplant, als der Mais bereits nicht mehr zugelassen war. „Entweder haben die Herren Friedt und Kogel das gewusst – dann sollen sie schnellstens abdanken, weil sie Lügner und Trickser sind. Oder sie haben es nicht gewusst, sich aber auch nicht gekümmert. Dann haben sie ihren Ruf als seriöse Wissenschaftler weiter verspielt“, schimpft Jörg Bergstedt von der Aktivistengruppe „FeldbefreierInnen“ über den neuesten Gentechnik-Skandal und seine Bedeutung für die Versuche der Universität Gießen. Die neuerlichen Vorgänge sind Wasser auf die Mühlen der „FeldbefreierInnen“. Sie hatten bereits im Jahr 2006 deutliche Zweifel an der Seriösität des Gengersteversuchs angemeldet, der von der jetzt im Rampenlicht der Kritik stehenden Genehmigungsbehörde mit Sofortvollzug gegen viele Bedenken von BürgerInnen durchgeboxt wurde. Auch im konkreten Versuchsablauf meinten die „FeldbefreierInnen“ immer wieder Unregelmäßigkeiten und Vertuschungen entdecken zu können, die sie auf ihrer Internetseite und auf Ausstellungen und Flugblätter anprangerten. „Bislang gab es eine seltsame Cliquenbildung zwischen Versuchsleiter, Umweltbürgermeisterin, SPD- und CDU-Führern, Unileitung, Genehmigungsbehörden und etlichen Medienvertretern. Es wird Zeit, dass das Kartell des Schweigens durchbrochen wird. Hier in Gießen wird betrogen, die wichtigen Details der Versuche werden verschwiegen und nur Beruhigungspillen verteilen“, setzt der militante Gentechnikgegner seinen Protest fort. Nach seiner Auffassung ist der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht nur ein ökologisches und gesundheitliches Risiko, eine Zuspitzung der Abhängigkeitsverhältnisse in der Landwirtschaft und eine gefährliche Einengung der Sortenvielfalt im Saatgut, sondern auch rechtswidrig. „Die Koexistenz von Gentechnik mit nicht-gentechnischer Landwirtschaft und Imkerei ist technisch nicht möglich“, sagt Bergstedt. Da sie aber vom Gesetz her vorgeschrieben sei, sind alle aktuellen Gentechnikpflanzungen illegal. Das hätte am 9.5.2007 auch das Verwaltungsgericht Augsburg festgestellt, als es einem klagenden Imker Recht gab. Trotzdem werde nicht den LandwirtInnen, Konzernen und Versuchsleitungen der Prozess gemacht, sondern immer häufiger denen, die solchen Pflanzenbau verhindern wollen. Für den auch in Gießen bevorstehenden Prozess kündigt Bergstedt daher eine offensive Prozessführung an: „Wir haben nichts zu verlieren. Die Gesetzesbrecher laufen auf den Fluren der Universität herum – gedeckt von den Organen des Staates, der halt Konzerne mehr mag als die Menschen. Es ist aber unsere Chance der Anklage gegen uns, zu beweisen, dass Kogel, Friedt und andere die Gesetze brechen.“

Nicht die einzige unseriöse Vergehensweise
Die Liste an Vertuschungen, Abweichungen von den Genehmigungsauflagen und Irreführung der Öffentlichkeit ist inzwischen lang. Der inzwischen über ein Jahr alte Gengersteversuch am Steinbacher Weg weist dank fortgeschrittenen Alters eine längere Liste von Verfehlungen auf. Unterlassene Bodenuntersuchungen nach möglichen Verseuchungen, fehlende Wildschutzgitter, falsche Versuchsausführung – der Versuch hätte auch nach dem Genehmigungsbescheid längst untersagt werden müssen.
Aufklärung tut daher not. Doch die wird behindert. Einerseits von der Universität, ihrem Präsidenten und der Pressestelle sowie den Versuchsleitungen um die offensichtlich unseriösen sogenannten Wissenschaftler Kogel und Friedt. Andererseits aber auch von denen, die Aufklärung eigentlich zu ihrer eigenen Sache machen müssten. Während die größte Fraktion in der Gießener Stadtregierung inzwischen mit den typisch markigen Stammtischsprüchen ihres Fraktionschef selbst gemeinsame Beschlüsse aller Ratsfraktionen für irrelevant erklären, sind die Grünen und ihre Umweltbürgermeisterin erneut auf Tauchstation gegangen. Schon zur Gerstenaussaat 2006 hatten sie komplett geschwiegen. Als 2007 die Informationen zum MON810-Mais durchsickerten, wusste Weigel-Greilich schon bescheid, schwieg aber. So ist es auch jetzt wieder. Alle Informationen, sei es zum Gerstenfeld 2006 oder die unfrohe Kunde vom Maisacker 2007 bzw. jetzt den Skandalen um die dort ausgesäte Sorte stammen von unabhängigen Gruppen im Raum Gießen, die nicht müde werden zu recherchieren, zu veröffentlichen und Anträge auf Abbruch der Versuche an die zuständigen Stellen zu schicken. Zu letzteren gibt es inzwischen mehrere, seitenlang voller Fakten. Antworten bleiben völlig aus. Auch die hiesigen Medien haben bislang solche Informationen verschwiegen oder, wenn ihnen Informationen aus unabhängigen Gruppen von GentechnikgegnerInnen übermittelt wurden, immer nur Versuchsleitung oder gleich die Staatsanwaltschaft zu Wort kommen lassen. Auch darüber regen sich die FeldbefreierInnen auf: „Das ist ein typischer provinzieller Filz. Offene Kritik und Aufklärung sind gar nicht möglich. Medien und Politik sind Teil des Desasters um die Gießener Gentechnikfelder.“

Und doch: MON810 wird wieder zugelassen

2007: Bundespolitik schwankt ...

... aber beugt sich schließlich dem Druck der Konzerne:

Im Spätherbst 2007 wird der Anbau von MON810 wieder zugelassen - Monsantos Wille war Befehl. Doch ...

Bundesamt für Naturschutz nicht ausreichend beteiligt!
Aus: Frankfurter Rundschau vom 31.12.2007

In der Stellungnahme des Naturschutzbundesamtes liest sich das jedoch völlig anders: Die Experten bemängeln, dass "keine systematischen Erhebungen zu ökologischen Effekten" vorgesehen seien und Methoden angewendet werden, die zwar für die Landwirtschaft von Interesse seien, mögliche negative Auswirkungen auf Insekten und Schmetterlinge aber außen vor ließen. Eine besondere Beobachtung von Arten, die durch das im Mais produzierte Gift eigentlich nicht getroffen werden sollten, sei "unabdingbar", heißt es in der Stellungnahme. Auch seltene und geschützte Tierarten seien möglicherweise gefährdet. Die Darstellung von Monsanto, "Nichtziel-Schmetterlinge" seien nicht gefährdet, stuft das Bundesamt für Naturschutz als "nicht gerechtfertigt" ein.

Stellungnahmen

Neue Kritik und neue Skandale

Aus Frankfurter Rundschau am 28.12.2008
Der derzeit auf dem EU-Markt befindliche Gen-Mais produziert fortwährend Insektizide gegen Schädlinge wie Maiszünsler und Maiswurzelbohrer, so die Professorin. Diese ließen sich aber auch mit der Einhaltung von Fruchtfolgen und einer mechanischen Bodenbearbeitung - also ohne Spritzmittel - unter Kontrolle halten. Jessel wies zudem darauf hin, dass es für den erst vor kurzem in einige Teile Deutschlands eingewanderten Maiswurzelbohrer auf konventionellem Weg gezüchtete widerstandsfähige Sorten gebe. Jessel: "Die Gentechnik hat kein Monopol auf resistente Pflanzen."
Demgegenüber gebe es Untersuchungen über die Umweltauswirkungen von Genpflanzen, "die in der Tat bedenklich stimmen". Pollen, der von Gen-Mais-Feldern in die Nachbarschaft geweht werde, könne seltene Schmetterlinge schädigen. Die Präsidentin verweist auf US-Studien, wonach sich Köcherfliegenlarven früher sterben und ein geringeres Wachstum hätten. Jessel: "Das hauptsächliche Risiko beim Anbau von Genpflanzen liegt darin, dass wir über die tatsächlichen Auswirkungen auf die Natur noch zu wenig wissen."
Auch neue toxikologischen Studien aus Österreich und Italien, zeigten, dass "bei mit Genmais gefütterten Mäusen Fortpflanzungsfähigkeit und Immunabwehr geschädigt werden können". Derartige Versuche "unterstreichen, dass längerfristige Untersuchungen, wie Mehrgenerationen-Tests notwendig sind, um die Sicherheit von transgenen Pflanzen zu überprüfen."
Jessel ist Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz

Dann das vorläufige Ende im Jahr 2009 ...

14. April: MON810 wird auch in Deutschland verboten!

MON810 bringt "keinen erkennbaren Nutzen" (Ilse Aigner, Bundeslandwirtschaftsministerin)

Danach: Gentechnik-Seilschaften wollen Mais wiederhaben ...