Aber warum?
Begründungen von drei der FeldbefreierInnen
"Pourquoi je l'ai fait ?"
Noch ist es nicht zu spät.
Die Genmultis wollen gentechnisch veränderte Organismen durchsetzen, um Profite zu machen.
Die Bevölkerung will diese Gen-Pflanzen nicht.
Die Politik hat längst versagt.
Sie unterstützt sogar die Gentec-Mafia mit öffentlichen Geldern.
Dies lasse ich mir nicht gefallen.
Noch ist es nicht zu spät. Es ist höchste Zeit zu Handeln!
Feldbefreiungen sind keine unüberlegten Handlungen.
Sondern ein bewuster gewaltfreier Verstoß gegen Gesetze.
Ich setze mich schon seit Jahren zu Wehr als Faucheuse Volontaire (Französische FeldbefreierInnen)
Internationaler Widerstand ist notwendig, sonst wird alles verseucht.
Es handelt sich um Notwehr. Darum direct action !
Ich will das Problem an die richtigen Wurzeln packen - nicht nur die Pflanzlichen.
Das kapitalistische System fördert menschenverachtende Technologien wie Gentec oder Atomkraft
Kapitalismus entsprechend soll bekämpft werden.
Résistance!
C., Feldbefreierin aus Frankreich"Ich tat es",
weil publik werden muss, dass die von Profitgier getriebene Agro-Industrie im Verbund mit willfährigen Politikern und skrupellosen Wissenschaftlern, ohne Rücksicht auf den Mehrheitswillen der Bevölkerung und bei Hinnahme irreparabler Folgeschäden an Gottes Schöpfung, ihre ureigensten Interessen durchsetzen will.
K., Feldbefreier aus Baden-WürttembergGentechnik ist eine Technologie, die aus dem Interesse an Profit und Kontrolle heraus vorangetrieben wird. Geforscht wird an Kombinationsmöglichkeiten mit profitablen Spritzmitteln oder am sog. Terminator-Gen, das verhindert, dass LandwirtInnen das Saatgut selbst weitervermehren können. Solche Techniken dienen nicht den Menschen, sondern Konzerninteressen. Es gibt keinen Grund, die „Biosicherheit“ solcher Genmanipulationen zu erforschen, weil die ganze Technologie bei solchem Vorzeichen dem Leben und den Menschen nicht hilft. Doch obwohl das so ist, wird sie mit den Mitteln des autoritären Staats durchgesetzt: Sofortvollzug und Polizeibewachung. Wo aber das Leben und die Selbstbestimmung der Menschen unter die Interessen von Profit und Macht gestellt werden, da ist es wichtig, aufzustehen und „Nein“ zu sagen! Und nicht nur das: Auch das „Nein!“ zu einer Praxis des Lebens zu machen – einem Leben jenseits von Anpassung, Ducken und Gleichgültigkeit. Meinen Kopf und meine Hände habt Ihr noch nicht unter Kontrolle – Ihr könnt ihn nur einsperren!
J., Feldbefreier aus Hessen
Das war die Feldbefreiung Pfingsten 2006
- Die Ankündigung
- Extra-Seite zu Pfingsten 2006
T-Shirt Vorlagen
Selber machen per Schablone oder per Druck im Copyshop ... (siehe: Bild rechts!)
- Feldbefreiung - Ich war dabei ++ I did it (www-Adresse auf Rücken)
- Feldbefreiung - Ich fand's cool
- Feldbefreiung - Ich würde's tun
Flugblätter, Plakate
- Flugblatt zur freiwilligen Feldbefreiung in Giessen (2. Version, 9. Mai 2006) als .pdf (470kb)
- Plakat "Ich glaub' es hackt" zur Pfingsten-Feldbefreiung als .pdf (150kb)
- Plakatreihe mit inhaltichen Aspekten zum Genversuchsfeld: 7 Plakate, A4 quer ... hochkopierbar, als .pdf (1,2 MB) ++ 9 Plakate mit Argumenten gegen das konkrete Genversuchsfeld: 9 Plakate, A4 hoch ... hochkopierbar, als .pdf (7,2 MB)
- Ausstellung zur Dokumentation des Feldbefreiungs-Versuch über Pfingsten als .pdf (6MB)
- Unterschriftensammlung gegen Genversuche in Gießen (von GENug-Gruppe aus Gießen)
Weitere Gedanken zu Feldbefreiungen
Auszüge aus einem Mailwechsel mit einem Wiener Professor nach der Ankündigung 2007:
Sehr geehrter Herr B.,
mit Erstaunen und Verwunderung habe ich Ihre Ankündigungen über sog. Feldbefreiungen in Giessen gelesen. Von der Sache her halte ich diese Aktionen für kontraproduktiv und gegen die Interessen einer verantwortungsvollen Umwelt- und Landwirtschaftspolitik.
Es ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie eine andere Meinung dazu haben, aber dies legitimiert Sie und andere keineswegs zu Aktionen, die eindeutig ausserhalb des Rechtsrahmens stehen. Daher hoffe ich, dass alle, die sich an diesen und vergleichbaren kriminellen Aktionen beteiligen, die rechtlichen Konsequenzen persönlich zu tragen haben werden.
Mit freundlichen Grüßen, Josef G.
Hallo und guten Tag,
vielen Dank für Ihre Mail. Ich finde es enttäuschend, wenn Menschen ihre gesamte Denkkraft abschalten und sich nur noch davon leiten lassen, was - zudem von den Mächtigen definiert - als legal gilt und was nicht. Mit einem solchen Denken würde es kein Fortschreiten in der Menschheit geben, denn das Recht ist prinzipiell konservativ, d.h. es rettet einen Zustand des Gestern ins Morgen.
Aber so philosophisch muss ich noch nicht einmal werden. Ihre Mail ist noch nicht einmal das Bemühen, in der - meines Erachtens nebenrangigen - Sache des Rechtlichen etwas Erhellendes zu bringen. Denn ob die Zerstörung von Feldern oder vielleicht doch eher die Anlage der Feld (Stichwort: Koexistenzrecht) illegal sind, ist noch gar nicht entschieden. Diese Frage stellen Sie sich aber gar nicht. Vielmehr übernehmen Sie gar nicht eine eigene Rechtsposition, sondern die Rechtsauslegung der interessierten Industriezweige.
Insofern habe ich zwei Probleme mit Ihrer reichlich kurzen Sicht auf die Dinge:
In der Sache argumentieren Sie gar nicht, sondern setzen "legal" = "gut". Woher Sie auch immer dieses moralisch Höhere im Recht wittern.
Aber selbst, wenn ich über diese Denkschranke hinwegblicke, fällt aus, dass Sie sich nicht einmal die Rechtslage anschauen, sondern noch die Rechtsauslegung der Industrie und der Gentec-Lobby zum geltenden Recht erklären.
Auf unserer Internetseite haben wir zur Koexistenzfrage und der nach unserer Auffassung bestehenden Illegalität der Genfelder (nicht der Zerstörung derselben, die wäre dann nämlich wieder legal) einiges zusammengestellt.
Ich diskutierte gerne mit Ihnen über abweichende Auffassungen dazu. Aber Sie müssen schon argumentieren, nicht den Kopf ausschalten.
Beste Grüße, Jörg B.
Sehr geehrter Herr B.,
danke für Ihre mail.
Gehen Sie ruhig davon aus, dass ich mein Hirn eingeschalten habe und sehr genau weiss, wovon ich rede. Ihre Unterstellungen sind durchaus verzichtbar! Ihre Ansicht, dass Fortschritt notwendigerweise über illegale Aktionen führen muss halte ich offen gesagt für eine gefährliche und politisch sowie rechtlich nicht akzeptable Position.
Für eine detaillierte Diskussion mit Ihnen fehlt mir leider die Zeit,
mit freundlichen Grüßen, Josef G.

