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Gender wissenschaftlich auf wackeligen Beinen

Ironischerweise wächst nicht zuletzt infolge der fortschreitenden Verfeinerung der biologischen, physiologischen, endokrinologischen etc. Forschungsmethoden die Erkenntnis, daß weder unter genetischen noch unter hormonellen Gesichtspunkten von einer derartigen klaren und eindeutigen Unterscheidung zwischen ausschließlich zwei Geschlechtern die Rede sein kann. Vielmehr kommen ständig neue Hinweise ans Licht, daß bereits auf biologischer Ebene tatsächlich eine Vielfalt von Geschlechtern existiert bzw. daß die Grenzen zwischen den klassischen Geschlechterkategorien durchaus fließend sind. Entgegen dieser Erkenntnis, daß schon im biologischen Bereich viele Zwischenstufen zwischen "eindeutiger" Männlichkeit und "eindeutiger" Weiblichkeit existieren, wird an der Idee von der polaren Zweigeschlechtlichkeit festgehalten.

Gitta Mühlen Achs (1998): Geschlecht bewußt gemacht. München: Frauenoffensive (S.26)