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Queer ist hip, queer ist cool - Dogmen in der queeren Szene
Queere Räume sind wichtige Freiräume, um anerzogene, restriktive, sexuelle und körperliche Verhaltenscodes abzubauen. Aber der Enthusiasmus, freie Sexualität, freie Liebe und körperliche Offenheit zu leben, hat sich zu einer Art queeren Norm entwickelt, einem Verhaltenscode, einer Erwartungshaltung, von der angenommen wird, daß alle sie teilen. Queeruption und andere queere Orte sind geprägt von einer übermäßig sexualen Atmosphäre und engem körperlichem Kontakt, und Leute, die dort nicht reinpassen, werden ausgegrenzt, ignoriert, oder, noch schlimmer, ohne ihre Zustimmung in diese Situation hineingedrängt. Es scheint, daß das Thema körperlicher Grenzen nur oberflächlich besprochen wird, und Berlin Queeruption und andere queere Orte/ Ereignisse sind angefüllt mit Erfahrungen von Respektlosigkeit gegenüber körperlicher Grenzen. Leute wurden bedrängt, oder es entstand körperlicher Kontakt ohne ihre Zustimmung, es gab sexuelle Belästigungen, die Genitalien von Leuten wurden begrabscht, um zu sehen, ob es sich dabei um Schwanz, Vagina, oder was auch immer handelt, und andere Übergriffe, etc.
Unsere Überlegungen
- Wir haben nicht alle das gleiche Ziel vor Augen, wenn es darum geht, körperliche Grenzen abzubauen
- Durch eine übermäßig sexuelle Atmosphäre kann Druck auf jene entstehen, die sich über ihre Grenzen nicht sicher sind, oder diese gar nicht ändern wollen
- Einem entspannten Umgang mit den eigenen Grenzen steht eine solche erwartungsvolle Atmosphäre entgegen
- Grenzen zu ziehen und mitzuteilen wird schwieriger, wenn sie dieser Norm widersprechen
- Daher fällt es schwerer, Nein zu sagen (ein körperliches oder gesprochenes Nein wird leider nicht immer respektiert)
- Und auch ein Ja zu körperlicher Nähe oder Zärtlichkeit kann wiederum Grenzen haben, für die mensch empfindsam sein sollte
Forderungen
- Im Zweifel nachfragen
- Freiraum heißt offen sein und Offenheit bedeutet Verantwortung, Respekt und Sensibilität -> wenn Menschen sich unwohl/ ausgegrenzt fühlen ist das das Gegenteil von offenen Freiräumen
- Wir wollen Sensibilität, Respekt, Mit-/Auseinandersetzung in queeren Räumen (und mehr davon!)
- Wir alle müssen diese Themen bei der Vorbereitung und Durchführung queerer Veranstaltungen einbeziehen (davor/ dabei/ danach -> z.B. Flyer machen, eine Performance zum Thema machen,...).
- Wir brauchen mehr sichere Räume auf queeren Treffen, wo Leute über ihre Situation sprechen können, wie Rassismus, Sexismus, Transphobia, Grenzüberschreitung, etc. Diese Räume sollten gleichwertig sein und keine Abstellräume. Unsere Strukturen müssen bei einer Sexparty auch gleichwertige nicht sexualisierte Alternativen möglich machen. -Letztendlich geht es darum, daß sich alle zusammen gut fühlen und respektiert werden; und sichere Räume können ein Weg sein, dorthin zu gelangen.
- Queere Räume sind nicht perfekt! Queer ist nicht nur hip und cool, wir brauchen dauernde Auseinandersetzung.
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