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Stellungnahme der AntiFa-Gruppe des Infoladens zu Vorwürfen durch sog. Antideutsche
In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Vorwürfen von Seiten des sog. AK Antifa (zum besseren Verständnis in Folge AK Antideutsch) der JLU Giessen gegenüber dem Infoladen. Merkwürdige Dinge waren da zu lesen, die oft äußerst polemisch, populistisch und dazu faktisch falsch oder völlig undifferenziert waren. Begonnen hat die ganze Geschichte mit einer Veranstaltung des AK Antifa im Infoladen mit Vertretern der Zeitung Bahamas (Flaggschiff der dogmatischen Antideutschen). Im folgenden werden wir diese Aussagen dokumentieren und kommentieren. Kursiv gedruckte Aussagen sind stets Zitate des AK Antideutsch!

Folgende Zitate stammen aus dem Flugblatt „Ehrbarer Antisemitismus: Linkes Bündnis mit dem Spießerstammtisch“ das vor dem Infoladen Giessen von Mitgliedern des AK Antideutsch während einer Veranstaltung mit Peter Gingold verteilt wurde.
“Auch  dass der Giessener Infoladen der einzige Ort an dem das Giessener Echo regelmässig erhältlich ist, es bis heute nicht fertig brachte, sich zu den antisemitischen Positionen seiner Bündnispartner von der DKP zu äußern, sagt alles.“    
1. Der Infoladen ist nicht der einzige Ort an dem das Giessener Echo erhältlich ist. Es ist weiterhin regelmässig in der Uni und diversen Kneipen erhältlich (das sollten auch ehemalige DKP‘ler und „Echo“Redakteure des AK Antideutsch wissen). Zudem ist zu sagen dass die Mai-Ausgabe aufgrund eines Artikels nicht ausgelegt wurde und weitere Zusammenarbeit nur nach Distanzierung des Artikels für möglich gehalten wurde.
2. Die Antifa-Gruppe des Infoladens traf sich mit Mitgliedern der DKP, um über den auch
aus unserer Sicht Antisemitismus legitimierenden Text zu diskutieren. Zu unserer Freude konnten wir feststellen, dass das Problem auch von Seite der DKP erkannt worden war und es bereits Diskussionen innerhalb der Partei gab, deren Ergebnis wir als positiv bewerteten. Die Redaktionsmitglieder des Giessener Echo erklärten sich im Anschluss der Diskussion im Infoladen bereit, in der nächsten Ausgabe einen Text zu veröffentlichen, der die Ergebnisse der beiden Diskussionen beinhalten sollte. Dies geschah auch. Wir denken, dass die kritisch-solidarische Strategie der Antifa-Gruppe das Gespräch zu suchen wesentlich effektiver war, als die populistische Weise in der das AK Antideutsch, in der ihr  typischen Art und Weise, öffentlich hetzte. Die Redaktionsmitglieder des Giessener Echos sind  mitnichten notorische Antisemiten,  sondern Menschen denen der Antisemitismus, den sie mit diesem (übernom-menen) Text  verbreiteten nicht bewusst war und nach Erkennen der Problematik, sich von diesem Text distanzierten. Ob diese Distanzierung nun weit genug ging ist eine andere Frage, die wir aber weiterhin persönlich und intern regeln werden, da uns nicht so viel an Selbst- darstellung liegt  wie es offensichtlich  bei einigen Mitgliedern des AK Antideutsch der Fall ist.
„Aber vielleicht herrscht in diesem Falle auch Sprachlosigkeit weil die Positionen des Infoladens und der DKP identisch sind?“
Es war Mitgliedern des AK Antideutsch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Flugblattes bereits bekannt das diese Positionen nicht identisch waren, sondern dass der Text überwiegend stark kritisiert und abgelehnt wurde. Warum wird hier eine Frage aufgeworfen, auf die man die Antwort schon kennt?
„Dass Scharon Politik mit Nazipraktiken verglichen und aus Flüchtlingslagern KZs wurden, konnte man in der Vergangenheit auch aus dem Umfeld des Infoladens vernehmen, ohne dass sich davon distanziert wurde“
Vergleiche der Politik Scharons mit den Nazi-Verbrechen sind gefährlich, dumm und werden von den Beteiligten dieser Diskussion im Infoladen weder hingenommen noch verbreitet. Dennoch: Der Infoladen ist eine offenes, anti-hierarchisches und undogmatisches Forum für alle Menschen die sich als ‚Linke‘ bezeichnen. In solchen Strukturen darf keine Atmosphäre der Meinungsdiktatur herrschen in der nur eine geistige Elite freigibt  was der Rest sagen darf. Dass Menschen unter solchen Umständen auch mal Aussagen machen die problematisch sind, soll und kann nicht verhindert werden. Wir ziehen es vor unsere Meinung in konstruktiven Diskussionen zu vertreten und dadurch auch Einfluss auf die Meinungsbildung anderer auszuüben. Wir lehnen den destruktiven, autoritären und respektlosen Diskussionsstil der Mitglieder des AK Antideutsch entschieden ab.
Die hier beschriebenen Umstände innerhalb des Infoladens sind den meisten Mitgliedern des AK Antideutsch bekannt. Außerdem war einigen dieser Personen bekannt, dass sich innerhalb des Infoladens die überwiegende Mehrheit der Menschen sehr wohl von solchen Aussagen distanziert.
.„Da wundert das Hausverbot für zwei Mitglieder des AK Antifa. das für politische Veranstaltungen gilt, nicht. Sah es doch der AK Antifa seit seiner Gründung als seine Hauptaufgabe an, radikale Aufklärung gegen jede Form von Antisemitismus zu betreiben“
Es war Mitgliedern des AK Antideutsch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Flugblattes bekannt, dass diese Hausverbote (bezieht sich lediglich auf die Öffnungszeiten des AntiFa-Cafés!!! nicht auf den Infoladen selber) nicht aufgrund der politischen Einstellung gegen jede Form von Antisemitismus vorzugehen, sondern aufgrund deren bewusst falschen Unterstel-lungen gegenüber dem Infoladen und ihrem dogmatischen, beleidigendem und destruktiven Diskussionsstil erfolgte. Besonders sei hier ein Kommentar auf der Hessen-HC-Seite erwähnt in dem der Infoladen aufgrund angeblicher völkischer Denkweise mit der Politik der Nazis verglichen wird. Wir denken außerdem, dass es der AK Antideutsch in erster Linie als seine Hauptaufgabe ansieht radikale Selbstdarstellung zu betreiben, statt wie wir es uns wünschen würden, wirklich konstruktiv für die Bekämpfung des weltweiten Antisemitismus einzutreten.
Folgende Zitate aus dem Text „Neues von der verfolgten Unschuld“ des AK Antideutsch, gepostet im Forum Hessen-Hardcore am 24.06.02 um 16.09
„Bekannt ist aber, dass man sich auch dort die Kritik an Israel nicht von „Antideutschen“ verbieten lassen wollte.“
Stimmt. Kritisiert wird von uns aber auch das Handeln vieler PalästinenserInnen bes. das von Selbstmordattentätern, FundamentalistInnen und völkischem Denken.
„Dass von eben diesem Antifa-Café  vor kurzem bei einer antifaschistischen Vortrags-veranstaltung im Gießener Infoladen ein Hausverbot gegen all jene ausgesprochen wurde, die , die wie die anwesenden Mitglieder des AK Antideutsch und anderer Antifaschisten der Meinung waren, dass die antisemitische Hetze der örtlichen DKP bei einer solchen Diskussion Thema sein müsse, lässt Schlimmes befürchten: Versucht man etwa in diesem autonomen  und selbstverwaltetem Freiraum“eine zionistenfreie Zone zu schaffen, wie es Berliner  Autonome -Kreise in Analogie zum Neonazi-Konzept von der national befreiten Zonen  im Osten bereits mehrfach propagiert wurde?“
Zu den Hausverboten wurde oben bereits nötiges gesagt und wird mit diesem Zitat unter-mauert. Tatsächlich aber wurde dennoch ohne „die unerschrockenen Chefaufklärer“ des AK Antideutsch über dieses Thema diskutiert! Allerdings vor dem Infoladen, denn wir lassen uns Zeitpunkt und Ort nicht von diesen aufzwängen. Vortragsthema war an diesem Abend „Anti-faschismus gestern und Heute“ von Peter Gingold und fand auch als solches statt. Im übrigen halten wir die  Mitglieder des AK Antideutsch weniger für Zionisten, als vielmehr für typisch deutsche verbale Klugscheisser, die auch mal durch Taten (z.B. Vorgehen gegen antisemi-tische Sprühereien in Giessen)  glänzen könnten. Zu dem Vergleich des Infoladen mit den national befreiten Zonen erübrigt sich jeglicher Kommentar.
Hier zur Vorbeugung von Missverständnissen einige Positionen zum Nahost-Konflikt:
Kein Angriff auf das Existensrecht Israels! Bekämpfung jeglicher antisemitischen Tendenzen in allen Bereichen der Gesellschaft und überall auf der Welt! Kein Schulterschluss mit völkischem, nationalistischem oder religiös verblendetem Denken! Stärkung der jeweiligen  friedensfördernden ‚linken‘ Gruppen in Israel und Palästina!!!