kein support für nationalstaaten !


Im Infoladen/AK44 besteht die Möglichkeit sich die Fußball EM 2004 in einer Atmosphäre ohne Rassismus, Sexismus, Homophobie und Nationalstaatenfetischismus anzuschauen. Wir dulden in unserem Zentrum keine Nationalstaatensymbole. Es geht uns ganz einfach um den Sport und nicht um den Wettkampf zwischen Nationalstaaten und der Identifikation mit Nationen.


football is not unpolitical

Dass die Fankurve ein Spiegelbild der Gesellschaft ist, zeigt sich Woche für Woche auf den Rängen in den Stadien und Sportplätzen. So kommt es nicht selten vor, dass der besonders in der deutschen Gesellschaft weit verbreitete Hass gegenüber Menschen anderer Herkunft, Juden, Homosexuelle, sog. Asoziale etc. im Kollektiv ungestört geäußert wird. Anstatt nur die „eigene“ Mannschaft zu supporten, findet über die Konstruktion eines Gemeinschaftsgefühls auch stets eine Abgrenzung und Abwertung des Gegners statt. Insbesondere beim Wettkampf zwischen Nationalstaaten zeigt sich in weiten Teilen der Gesellschaften eine Identifikation mit den jeweiligen Nationen. Dies wird ganz besonders dadurch deutlich, dass viele Menschen ihr Interesse für den jeweiligen Sport erst oder ganz besonders bei Spielen der Nationalmannschaften entdecken. Für uns gibt es keinen ‚gesunden’ Nationalismus, wie er gern im Fußball verortet wird. Nationalismus funktioniert immer mit Vergleichen und Erhebungen über andere Nationen. „Nationalismus ist eine institutionalisierte Spielart von Rassismus“ (Gerd Dembowski).

Die Identifikation mit dem Nationalstaat und die Überbewertung der „eigenen“ Identität gegenüber anderen, sowie die Abwertung von Menschen, die von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden, drückt sich bspw. rassistisch in „Uh-Uh“-Rufen gegen Schwarze, in Antisympathien gegenüber anderen Nationalstaatshymnen durch Pfiffe oder ganz extrem durch antisemitische Transparente aus. So waren in der Vergangenheit Aufschriften wie „Auschwitz euer Vaterland, die Öfen eure Häuser“ (Rom) zu lesen oder man imitierte das Geräusch von ausströmenden Gas, wie das die Fans von Feyenoord Rotterdam gerne gegen den „Juden Verein“ Ajax Amsterdam machen. Auch in Deutschland kennt die Perversität keine Grenzen. So wurde 1996 beim Länderspiel Polen gegen Deutschland von deutschen Fans ein Transparent mit der Aufschrift „Schindler Juden wir grüßen euch!“ entrollt.


no love for the nation

Dass ganz besonders Fußball in Deutschland eine politische Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart hatte und hat zeigt sich beim Betrachten der Geschichte des DFB, insbesondere in der NS-Zeit, und im Wiedererweckten Nationalstolz durch das sog. „Wunder von Bern“. Das entscheidende Tor und der dadurch errungene Gewinn der Weltmeisterschaft ließ die Gräueltaten des NS-Regimes und seiner willigen Vollstrecker vergessen und nur 9 Jahre nach Ende des Krieges den deutschen Nationalstolz wieder gedeihen.

Auch heute sind politische Vertreter bei bedeutenden Spielen der Nationalmannschaften anwesend und gratulieren bei Erfolgen als Erste - ganz so, als hätten diese einen Anteil am Erfolg. Offensichtlich sollen die Erfolge der Nationalmannschaften als Errungenschaften einer ganzen Nation verkauft werden, die hier die Früchte ihrer engen Gemeinschaft einfahren. Diese Brot-und-Spiele-Mentalität, die Klassenunterschiede bewusst ausklammert, dient schlicht und einfach dem Zusammenrücken einer konstruierten Gemeinschaft, die ihre Gegner stets außerhalb dieser verortet.


Wir wollen die Spiele der EM aufgrund unserer Lust am Fußball und der spielerischen Genialität einzelner Spieler oder der Mannschaftsleistung, egal auf welcher Seite, verfolgen! Wir wollen die Spiele frei von oben erwähnten Diskriminierungen und nationalen Identitätsbildungen verfolgen!


FÜR EINE WELT OHNE NATIONALSTAATEN !

AntifaR4.refuse.resist.revolt.join the revolution

watch out: www.ak44.de.vu






no border, no nation

Das Konstrukt Nation vermittelt Menschen aufgrund ihrer Geburt innerhalb gezogener Nationalstaatsgrenzen, dass zum Teil der Nation sein - egal, ob sie sich dieser zugehörig fühlen oder nicht.

Wer nicht in den Grenzen eines Landes lebt wo er geboren ist hat es schwer in diesem Land, da er/sie kein Teil der Nation ist. Kein Mensch ist von Natur aus Teil einer Nation. Es sind Konstrukte, mit denen Menschen unterdrückt werden.







Genauso wenig man “stolz” auf solche Fans sein kann, kann man auf dieses Land „stolz“ sein. Ebenso wie die über 40 Millionen Opfer des NS-Regimes eine deutliche Sprache sprechen, welche den Nationalstolz in seiner .

Trotz allem hat der Staat in der heutigen Zeit nichts aus seiner Vergangenheit gelernt. So beteiligt man sich an Kriegseinsätzen in Ex-Jugoslawien um ein „zweites Auschwitz“ zu verhindern, was eher zur „Vergangenheitsbewältigung“ dienen sollte. Das „bessere Deutschland“ sorgt dafür das etwa 50.000 Menschen, jährlich, die nicht in die kapitalistische Verwertungslogik passen wieder in Hunger und Folter durch den Bundesgrenzschutz abgeschoben werden.

Das aktuelle Kollektiv firmiert sich unter dem neuen Namen „Standort Deutschland“, und ganz kollektiv sollen alle mit „neuem deutschen Selbstbewusstsein“ zusammenarbeiten und diejenigen abstrafen, die es wagen auf die ein oder andere Art aus der Reihe zu tanzen.