Gratiszug zum G8 nach Genua
Ruhrpott - Bonn - Genua ... gescheitert!


Aktuell: Gelungen: Spontaner Gratiszug nach Brüssel. Bericht und mehr bei Indymedia...

Hinweis: Dies ist eine Informationsseite zum Projekt "Gratiszug nach Genua". Sie entsteht unabhängig von den konkret den Gratiszug vorbereitenden Gruppen. Achtung: Mailingliste und demnächst (zur Zeit dort noch die Infos zum letztjährigen Versuch eines Gratiszuges nach Nizza) neue Internetseite zum Gratiszugprojekt ...
Infos zu Genua und Klimakonferenz-Aktionen. Infos zur Mobilisierungszeitung!

Achtung: Diese Internetseite wird polizeilich verfolgt (Verfahren wegen "Aufruf zu strafbaren Handlungen")

(Termine: Terminliste der Projektwerkstatt Saasen, Terminliste Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand, internationale Terminliste von Aktionen ... und immer wichtig: Independent Media Center)

Allgemeines +++ Politische Ziele +++ Inhaltlicher Aufruf +++ Aktionsideen +++ Entwurf Brief an Reisende +++ Orga-Vorschlag aus Mittelhessen +++ Packliste: Was mitgenommen werden sollte auf die Zugreise ...

Die Gratiszugaktion ist gescheitert ... Texte zum Verlauf und einige Auswertungen gibt es auf Indymedia ..., dort bei "Suchen" Gratiszug" eingeben. Oder die folgenden Texte direkt anwählen: Weitere Texte zu Gratisökonomie und Aktionen dazu (unabhängig von Gratiszug Bonn-Genua): hallo an alle ,

im folgenden eine kurze kritik zur gelaufenen aktion und vorschläge für tops beim nexten bundesweiten treffen, das möglichst bald stattfinden sollte.
vorab noch eine dringende bitte: wer weiss genaueres zu den angeblich sieben verhafteten im zug? die betroffenen sollten sich an die gratisliste wenden.  einmal, um ggf. unterstützung für sie zu organisieren und auch, um über den hergang der verhaftung zu berichten. meldet euch!

kritik: 

  • die kommunikation über die gratisliste in der zeit zwischen den treffen in bochum und bonn lief sehr unbefriedigend; trotz mehrmaliger anfragen zu bestimmten punkten kamen kaum rückmeldungen von einzelnen vorbereitenden gruppen.  das führte u.a. dazu, dass eine einschätzung zum vorbereitungsstand nicht möglich war und deshalb konnte die aktion auch nicht rechtzeitig abgesagt werden (auf indymedia war der verständliche vorwurf an die vorbereitenden zu lesen, sie hätten einzelne mitfahrerInnen "in's offene messer" laufen lassen)
  • beim letzten treffen vor der "abfahrt" in bonn erwies sich, dass viel zu wenig leute sich aktiv an den vorbereitungen beteiligt hatten bzw. zugesagte vorbereitung nicht stattfand (z.b. transpis, flugblätter vorbereiten).  auch die unterstützenden aktionen aus dem klimagipfel heraus, die auf dem vorangegangenen treffen (bochum) noch als sicher dargestellt wurden, stellten sich einen tag vor der aktion als unverbindliche eventualität heraus.
  • (aufgrund dieser sachlage entschieden sich noch auf dem treffen drei kasselerInnen, nicht mit zu fahren, vier weitere entschieden sich gegen eine beteiligung, nachdem wir sie telefonisch über den stand der dinge informiert hatten)
  • am aktionstag selbst funktionierte die kommunikation zwischen bonn und ausserhalb agierenden überhapt nicht. letztere hatten bis zum schluss keine ausreichenden informationen darüber, was am hauptbahnhof bzw. in b-godesberg sache war. (es war reines glück, dass hier niemand in ein offenes messer lief)
  • es gab kein konzept für aktionen am bahnhof
tops:
  • rückblick, auswertung
  • kommunikation über liste
  • regelmäßige treffen
  • mobilisierungskonzept ( -> inhalte?)
  • regelmäßige gratisleben-infos, z.b. über indymedia
  • gratis-homepage
  • lokale aktionen
  • Zusammenarbeit mit  Kein Mensch ist illegal, the voice und widerständigen lokalen Gruppen auch ausserhalb germanistans?
  • Überlegungen für den Aufbau eines internationalen Gratisleben-Netzwerkes, das sowohl lokal als auch überregional handlungsfähig ist.


findet das nexte treffen in bochum statt? wenn ja, wann?  wenn nein: wir können uns auch in kassel treffen...
bis bald,
AK Gratisleben Kassel
www.wurfsache.de/gratis
 



Inzwischen ist ein Zug ausgewählt ... hier die wenigen Fakten in Kurzform:

Inhaltlicher Aufruf:

Es fahren viele Züge ... doch nur einer mit UNS in diesem Sommer nach Genua - !!!

"Die Ihr kein Geld und keine Papiere habt, kommt trotzdem mit; denn den Hungrigen soll zu essen, den Durstenden zu trinken und die Starren wieder flüssig werden! Und die Scheinheiligen werden erlöst von ihren Scheinen, auf dass niemand mehr predigen muss, sondern wir alle den köstlichen Wein der Freundschaft geniessen koennen!" (frei nach: Jesaja 55,1)

WIDERSTAND - das grosze Wort - ist derzeit in aller Munde, unter anderem in Zusammenhang mit den geplanten Protesten im sommerlichen Genua. Doch was bedeutet das "grosze Wort"?
Wir sind der Ansicht, dasz es breiten alltaeglichen, individuellen Ungehorsams und Widerstandes bedarf, um die herrschende Ordnung aufzuheben. Punktuelle Demonstrationen, die (noch) zur Spielwiese der "Demokratie" gehören - auch wenn es Großdemonstrationen und Massenproteste sind - bringen uns nicht weiter.  Sie sind sogar kontraproduktiv, wenn sie herrschende Autoritaeten anerkennen, indem sie sich an sie wenden.  Das kann also weder unser Inhalt noch unsere alleinige Aktionsform sein und bleiben. Habt Mut zur Zivilcourage des Alltags!  Wir wollen in Freiheit und Wuerde leben und Aktionsformen ausprobieren, die uns diesem Ziel heute schon naeher bringen.
Deshalb wollen wir auf der Fahrt nach Genua einen anderen Ton an den Tag legen und uns zusammen via eines Gratis-Zuges dorthin begeben.  Das bedeutet auch oekologischer und kommunikativer zu reisen als in einem Bus.
Eine hohe Wahrscheinlichkeit, in Genua anzukommen kann niemnand garantieren, da die Grenzen ab dem 18.7. für nicht etablierte Organisationen dicht sein sollen.
Wir wollen dauerhaft und konsequent aufzeigen, daß wir nicht bloß 8 alte Herren nerven, sondern daß wir eine Gesellschaft umfassender Kooperation und Solidaritaet wollen.
Die ACHT sind schließlich nur Figuren in dem System, das es aufzuheben gilt: naemlich das Prinzip des Kapitalismus, welches durch die Vernutzung von Menschen und nicht zuletzt durch Eigentums-, Machtinteressen und Gewalt gekennzeichnet ist.
Die Aufhebung der Ware-Geld-Beziehung kann jedes einzelne Individuum in seinem Alltag praktizieren, aber nur gemeinsam mit vielen anderen Individuen als gesellschaftliche Perspektive verwirklichen.  Dazu muessen wir uns zusammenschliessen und uns mit allen organisieren, die das "ewige" Martyrium der Unterordnung nicht mehr ertragen wollen.
Kostenlos ins sonnige Italien zu fahren wird bei weitem nicht reichen, aber so koennen wir uns, den Menschen in den Staedten, die wir passieren werden, und denen im Zug aufzeigen, dasz es auch anders geht, dasz nicht jeder Regeluebertretung ein toedlicher Blitzschlag folgt.
Wir werden uns im Zug verteilen und den unorganisierten Fahrgaesten selbstgemachte Tickets schenken und uns mit ihnen unterhalten. Wir werden auch den geknechteten der DB/AG freund(schaft)lich begegnen und für uns alle diese Fahrt zu einem unvergeßlich Erlebenis machen.
Bewegung, Aktionen, Kommunikation und Diskussion sind angesagt !
Unser Ziel in bezug auf Genua und den G8-Gipfel ist konkrete Herrschafts- (inklusive Kapitalismus-)Kritik, und nicht "Schiffe versenken" in Genova. Auszerdem zeigt diese Aktion uns, den Arbeitenden in den Bahngesellschaften und den unzufriedenen in aller Welt, dasz es Menschen gibt, die "Privateigentum" woertlich, d.h. der Oeffentlichkeit eraubtes Eigentum praktisch hinterfragen und dementsprechend handlungsfähig sind.
Die Aktion des Gratiszuges koennte also sowohl einen gesellschaftlichen Diskurs anstoszen als auch Katalysatorfunktion uebernehmen und viele Menschen zum zivilen Ungehorsam animieren. Wie die Fahrt sich konkreten gestalten wird, liegt an uns und denen, die sich dafür engagieren und was wir/sie innerhalb der Vorbereitung ab heute dafür tun. Desweiteren bringt die kolllektive Interaktion ja auch immer wieder spontane Eigendynamiken hervor, die der Situation und unserem Vertrauen zueinander ueberlassen bleiben muessen.
Faktisch ist das Besteigen des Zuges der kritischste Moment der Gesamtenaktion:
deshalb ist es ratsam, sich in Bezugsgruppen zusammenzufinden und die eigene Einsatz- bzw. Risikobereitschaft VOR der Abfahrt zu klaeren sowie schon im eigenen Ort kleine Aktionen dazu durchzufuehren. Erfahrungen austauschen und uns gemeinsam organisieren koennen wir via der Gratis-Mailingliste als auch auf den dafuer vorgesehenen Treffen/Terminen.
Dasz die oben skizzierte Handlungsoption besteht, zeigten 1997 1500 Menschen aus Italia, die einen Gratis-Zug zum Eu-Gipfel nach Amsterdam durchsetzten.  Oder 60 Menschen aus den Netherlands (Niederlande), die 1999 von Amsterdam nach Koeln wollten, allerdings in Emmerich (BRD) gestoppt wurden.  Gleichzeitig konnten 1200 aus verschiedenen Orten in France (Frankreich) gratis auf der Schiene nach Koeln reisen.
Die Erfahrung zeigt also, dasz nicht allen Versuchen Erfolg beschert war.  Wir wollen diese Misserfolge in unser Neuorganisierung des zivilen Ungehorsams für freie Bewegung und Selbstentfaltung gegen die HERRschende politische Oekonomie aufarbeiten und uns langfristig und nachhaltig fuer soziale Verkehrsverhältnisse und selbstbestimmtem menschlichem LEBEN organisieren.
Termine:

kontakt: gratis@lists.knup.de
ALLES VER-AENDERT SICH, WENN WIR UNS AENDERN !


Zu den politischen Zielen des Gratiszuges
Am 19.07. startet von Bonn aus der Gratiszug nach Genua zum Weltwirtschaftsgipfel (G8)

Durch die Verbindung der beiden Großevents - von der Klimakonferenz  in Bonn zum G8-Gipfel in Genua - bestehen sehr gute Voraussetzungen dafür, erstmals auch in Deutschland einen Gratiszug durchzusetzen:
Zum Zeitpunkt der Abfahrt ( am Abend des 19.07.) wird der Protest gegen die Klimakonferenz seinen Höhepunkt erreichen. Aus den laufenden Protesten heraus werden unterstützende Aktionen für den Gratiszug gestartet:
Zum einen in Form von Blockaden und Demonstrationen und zum anderen werden von dort natürlich auch Leute nach Genua mitfahren.

Die Gipfel sind die Repräsentations-Höhepunkte der G7 Staaten. Sie stehen für Sozialabbau und wirtschaftliche Liberalisierung, Abschottung gegenüber MigrantInnen, die wirtschaftliche, politische oder miltärische Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen gegenüber Ländern in Osteuropa und im Trikont, die Verwertung der Natur (Kyotoprotokoll) und anderes mehr.  Als Kristallisationspunkt für eine übergreifende internationale Zusammenarbeit bietet sich der Widerstand gegen die G7-Gipfel an.
Unser Vorschlag ist, das Gratiszug-Konzept aufzugreifen, das in Frankreich und Italien erfolgreich praktiziert wird. So wollen wir an die Bewegungen in diesen Ländern anknüpfen und die Mobilisierung in Deutschland intensivieren und verbreitern.
Gratiszug fahren bedeutet, ohne Fahrschein den Zug zu benutzen und ohne jegliche  Ausweispapiere vorzuzeigen, die jeweiligen Staatsgrenzen zu überqueren. Die Gratisnutzung der vorhandenen Infrastruktur verstehen wir als Angriff auf Profit und Eigentum. Die Verweigerung, sich beim Überschreiten der Staatsgrenzen auszuweisen, richtet sich gegen nationale Zugehörigkeit und rassistische Kontrollen.

Die Geschichte der Gratiszüge
Folgende Beispiele sollen zeigen, was wir an diesem Konzept interessant finden:
1500 Menschen aus Italien fuhren 1997 zum EU-Gipfel nach Amsterdam, ohne zu bezahlen, ohne Kontrollen, ohne Papiere. Der Zug wurde allerdings in Deutschland und in Amsterdam gestoppt. Bezahlt wurde nicht, ob Papiere gezeigt wurden wissen wir nicht.
Im März 1999 wurde in Frankreich und Italien zu einer europaweiten antirassistischen Demo anlässlich des dritten Jahrestages der Besetzung der St.  Bernard-Kirche durch die Sans Papiers mobilisiert. Auch hier wurde der Versuch unternommen, aus Italien mit Gratiszügen ­ ohne zu bezahlen, ohne Kontrollen, ohne Papiere ­ nach Paris zu fahren. An der Aktion nahmen auch illegal eingereiste albanische Oppositionelle teil. 3000 Menschen aus Italien und Albanien wurden an der französisch-italienischen Grenze von 2000 CRS-Bereitschaftspolizisten gestoppt und an der Einreise gehindert.  Zur Euromarschdemo gegen den EU-Gipfel in Köln reisten 1200 Menschen aus Frankreich in einem Gratiszug an ­ ohne Kontrollen, ohne zu bezahlen, ohne Papiere, mit Erfolg. Für diesen Gratiszug wurde in Frankreich ein Jahr lang öffentlich mobilisiert.
Darüber hinaus wurde das Konzept auch in den Niederlanden und Grossbritannien aufgegriffen, dort wurde für Gratiszüge nach Köln mobilisiert.

An die Gratiszug-Idee wollen wir jetzt anknüpfen:
Das Gratiszugkonzept beachtet die Ausgrenzung von Menschen aufgrund nationaler Zugehörigkeit nicht. Gratiszüge sind ein Teil antirassistischer Praxis.  Weil sie das Prinzip von Markt, Preis und Eigentum praktisch in Frage stellt.  Damit wird das Prinzip des freien Zugangs zum gesellschaftlichen Reichtum für alle über das Prinzip des kapitalistischen Profits gesetzt.  Weiter ist das Konzept international ausgerichtet, es wird in anderen Ländern schon praktiziert und wir können Verbindungen schaffen.
Wichtig ist uns eine öffentliche Mobilisierung. Wir wollen die Forderung nach einem Gratiszug durch eine Kampagne verbreiten und so auch das Bewusstsein für die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und den Widerstand in Europa schärfen.

Die Praxis...
...kann jedes einzelne Individuum in seinem Alltag praktizieren, aber nur gemeinsam mit vielen anderen als gesellschaftliche Perspektive verwirklichen:
Geplant sind Blockaden, inhaltliche Beiträge, Transparente, Flugblätter [Entwurf eines Briefs an die Mitreisenden (http://www.wurfsache/gratis/mitfahra-info.htm)], Pressearbeit, Gespräche mit den Fahrgästen im Zug und auf den Bahnsteigen,es werden den unorganisierten Fahrgästen Gratisickets geschenkt, Aktionen an den weiteren Zustiegsorten Koblenz, Mainz, Frankfurt-Flughafen (Abschiebe-Flughafen!!!), Mannheim und Karlsruhe.
Es soll auch den Arbeitenden in den Bahngesellschaften und den Unzufriedenen gezeigt werden, dass es Menschen gibt, die "Privateigentum" praktisch hinterfragen und handlungsfähig sind. und "dass nicht jeder Regelübertretung ein tödlicher Blitzschlag folgt."
In Genua anzukommen kann niemand garantieren.
Dass jedoch die skizzierte Handlungsoption besteht, zeigen die Erfahrungen mit dem Gratiszugkonzept der vergangenen Jahre in Frankreich und Italien.
Durch die Verbindung der beiden Großevents - von der Klimakonferenz  in Bonn zum G8-Gipfel in Genua - bestehen sehr gute Voraussetzungen dafür, erstmals auch in Deutschland einen Gratiszug durchzusetzen:
Zum Zeitpunkt der Abfahrt ( am Abend des 19.07.) wird der Protest gegen die Klimakonferenz seinen Höhepunkt erreichen. Aus den laufenden Protesten heraus werden unterstützende Aktionen für den Gratiszug gestartet:
Zum einen in Form von Blockaden und Demonstrationen und zum anderen werden von dort natürlich auch Leute nach Genua mitfahren.
Faktisch ist das Besteigen des Zuges der kritischste Moment der gesamten Aktion: deshalb ist es ratsam, sich in Bezugsgruppen zusammenzufinden und die eigene Einsatz- bzw. Risikobereitschaft schon vor der Abfahrt zu klären. Sich gemeinsam organisieren und  Erfahrungen austauschen geschieht via Gratis-Mailingliste (http://lists.knup.de/gratis).

Ökologie
Im (nicht nur zeitlichen) Zusammenhang mit Genua steht die Klimakonferenz in Bonn: Sie soll die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls erreichen, das der Durchsetzung einer Vermarktung von Luftverschmutzungsrechten und der Konzentration dieser Rechte auf Staaten und Konzerne dient. Geplant ist eine massive Umverteilung von Produktionsmöglichkeiten zugunsten der reichen Industrienationen, zur Ausdehnung von Industrieansiedlungen in ärmeren Ländern.  Es wird der Weg frei gemacht für eine rechtlich abgesicherte Form der Umweltverschmutzung. Atomkonsens läßt grüßen...

Wer nicht zu den Aktionen kommt, sollte spätestens um 20 Uhr am Bonner Hauptbahnhof sein.
Kassel im Juli 2001, AK Gratisleben



Mails mit Aktionsideen für den Zug:
koennt ihr mal beschreiben, welche stationen der zug kreuzt?
wer von euch macht die medienarbeit? wer schreibt die medienerklaerung und wie bekommen wir eine tolle sogenannte "pressekonferenz" hin?  (schoen waere es ja auch, wenn journalist/innen mitfahren wuerden)
im uebrigen sollten wir schon verbindlich-gut miteinander planen, damit uns niemand unterwegs verlorengeht, gelle?
vorbereitend fuer die fahrt sollte noch daran gedacht werden, dass wir moeglichst emanzipatorisch vorgehen, d.h. dass wir tatsaechlich die fahrgaeste und die im zug arbeitenden moeglichst mit einbeziehen und selbst bei der auswahl von transparenten (die wir vielleicht aus dem zug heraushaengen) mit entscheiden lassen.
und: sammelt bitte schoene postkarten. damit kann man wirklich schoene schenkspielchen machen. ich mache das oft, dass ich mit menschen zur begruessung oder auch zum abschied unserer ersten begegnung ein "kartenspiel" mache: ich lasse sie dann eine von vielen karten "ziehen". insgesamt duerfen sie drei mal ziehen und duerfen dann die karte, die ihnen am besten gefallen hat, behalten. dies gefaellt bestimmt auch den fahrgaesten und wir koennen dies vielleicht zusaetzlich zur ticket-schenkaktion (bei den ganz netten) als begruessung praktizieren.
und theatermoeglichkeiten gibt es auch genug: z.b. koennte jemand als "(s)checkcardsteward" mitfahren, der seine spaesschen mit plasteships macht...
ebenso koennte jemand als kontrolleurin/schaffnerin auftauchen, der/die aber auf die fahrkarten lustige stempel macht (schaut mal in den spielzeugabteilungen nach stempeln fuer kinder...:-)) und dann sagen, dass er sie nicht "entwerten" sondern aufwerten will. zusaetzlich kann den fahrgaesten noch ein netter sticker fuer auf die karte angeboten werden und dass sie zusammen mit dem stempel damit jetzt seltenen sammlerwert haetten...;-)
...und alle koennen dann ohne zu luegen behaupten, dass sie bereits kontrolliert worden seien und die karten abgestempelt worden seien....;-)...
. wird "unsere" ,Schaffner/in" dann von den DB-Knechten zur rede gestellt, dann kann sie sagen, dass sie ihnen arbeit abnehmen wollte und dass sie aufzeigen wollte, dass es viel schoenere stempel gibt als die der DB-AG. ihr kann jemand beipflichten und auf die Schaffner/innen zugehen und ihr viele nette und niedliche stempel zeigen....<smile> - jemand anderer kann mit verweis auf die demokratie vorschlagen, dass man nun eine umfrage unter den fahrgaesten machen soll, welche stempel sie schoener finden und ihnen die entscheidung ueberlassen soll, welchen stempel (und fahrkarten) sie haben wollen....<grins>
andere wieder "verkleiden" sich als journalist/innen und machen intervíews mit den fahrgaesten.
ferner sollten natuerlich auch ruhig leute von uns sich als ganz normale fahrgaeste tarnen, die sogar ihr wort gegen den gratiszug erheben und mit den bekannten argumenten kommen: "wenn das alle machen..." (siehe dazu a. boal: "theater der unterdrueckten")
und natuerlich sollten wir fuer die fahrt ein nettes plakat entwerfen.
vieles von diesen vorschlaegen kann jeweils vor ort von den konkreten "bezugsgruppen" via rollenspiel geuebt werden...
was habt ihr eigentlich so im kopf fuer den fall, dass wir aus dem zug herausgeraeumt werden?
dazu sollten wir natuerlich saemtliche szenarien, die moeglich sind durchdacht haben und uns dementsprechend einrichten. aber selbst bei und nach ,ner zugraeumung koennen wir viel spass haben....<smile>
be well and good night, angelika
 
> wir verbrennen und vernichten zu vielen
> auf der demonstration in genua unsere papiere.
> die papiere zeigen wir aber nicht vor, sondern
> verstecken die in unseren ruecksaecken
> und sagen den deutschen autoritaeten, dass
> wir keine nationalen paeSSe sondern nur den
> weltpass haben...

Ich fände es insgesamt sehr gut und wichtig, die Gratiszug"reise"wo immer möglich zu einer Reise gegen Konstruktionen und Kategorien aller Art zu machen. Eigentlich eine lustige, kreative und provozierende Idee, die Widerstand und Vision schön vereint, sich für die Fahrt der nationalen Identität zu entledigen und sich auch so zu verhalten (einzig stellt sich mir die Frage, ob der Weltpass so gut ist - ist wieder ein Dokument, das verliehen würde ... was soll das sagen? Sinnvoll wäre der Nicht-Paß, also Nichts, was wir aber als Pass vorzeigen - auch wenn wir dann vielleicht doch alle zwangspsychiatrisiert werden, weil die GrenzerInnen irgendwie meinen, den Paß, den wir zeigen, würde es gar nicht geben ... womit sie ja recht hätten).
Jedenfalls: Solche Aktionsformen sind wichtig - und es wäre schön, wenn tatsächlich alle das mitmachen würden.

Allerdings würde ich keine Zwänge einführen. Es müssen alle Menschen immer die Freiheit zum eigenen Verhalten haben. Ich hoffe und glaube aber, daß gute Idee überzeugen und keines Drucks bedürfen. Ganz im Gegenteil: Wir sollten auch die "normalen" Fahrgäste im Zug dafür gewinnen, mitzumachen, d.h. sich für ein paar Stunden von der Nation zu dekonstruieren ...
Jörg

P.S. Wenn es weitere kreative Ideen gibt zu anderen Kategorien (Geschlecht, Alter, ...), sollten wir noch mehr umsetzen. Wir haben wahrscheinlich viele Stunden Zeit - und der Zug ist nicht nur Transportmittel, sondern Aktion an sich.


Entwurf für einen Brief an die Fahrgäste im Gratiszug


Liebe Mitreisende!
Wir möchten mit diesem Zug nach Italien fahren und haben keine Fahrscheine. Wir wollen erreichen, dass wir trotzdem mitfahren und in Genua gegen den G8-Gipfel demonstrieren können. Uns geht es genau wie Ihnen darum, in Italien anzukommen und  wir möchten dieses Ziel zusammen mit Ihnen erreichen. Unsere Aktion ist nicht gegen Sie gerichtet; wenn es ein Problem gibt, sprechen Sie uns bitte an.  Mit dieser Fahrt wollen wir auf einiges aufmerksam machen, was wir wichtig finden:

Warum für's Zugfahren  bezahlen?
Wir fahren ohne Fahrkarte, weil viele von uns nicht genug Geld haben, um sich diese Fahrt leisten zu können. Wenn wir aber akzeptieren würden, dass wir nur dann mitfahren dürfen, wenn wir das Ticket bezahlen, dann wären viele von den Demonstrationen ausgeschlossen.
Wir sagen, dass jede/r das Recht hat, sich frei zu bewegen - unabhängig vom Geld. Wir stellen uns und Ihnen die Fragen:


Warum Pässe vorzeigen?
Ausweise teilen die Menschen in verschiedene Gruppen:
Hast Du die "richtigen" Papiere, z.B. einen deutschen Pass, dann kannst Du Dich ziemlich frei bewegen. Hast Du die falschen oder keine, dann darfst Du kaum bis gar nicht reisen.
Diese Einteilung geht davon aus, dass Menschen unterschiedlich zu behandeln sind, weil sie zu unterschiedlichen "Nationen" gehören, sie entscheiden das nicht selbst, sondern werden zu Angehörigen bestimmter Nationen gemacht.  Nationen sind künstliche Gebilde, die Menschen gegeneinander ausspielen. Sie stützen die äusserst fragwürdige "Logik des Geldes" und sind Machtapparate, die die Menschen gängeln. Wir wollen uns nicht einteilen und gängeln lassen, darum wollen wir unsere Pässe nicht vorzeigen.

Warum fahren wir nach Genua?
Dort treffen sich zurzeit die Chefs der acht "mächtigsten" Staaten.  Dieses Treffen ist hauptsächlich Repräsentations-Show: Es symbolisiert die Zusammenarbeit zwischen diesen Ländern, die dazu führt, dass die mächtigen den schwächeren Staaten ihre Bedingungen u.A. für Handel und soziale Standards diktieren können. Für den größten Teil der Menschheit bedeutet dies, dass der tägliche Kampf ums Überleben noch härter wird." Dem treten wir entgegen. Wir tragen den Widerstand auf Strassen und Schienen und machen damit unsere eigenen Vorstellungen von weltweiter Zusammenarbeit deutlich: Gemeinsam mit Menschen aus allen möglichen Ländern.

Warum mit diesem Zug?
Wir wollen uns nicht darauf beschränken, mit symbolischen Aktionen (Demonstration) auf symbolischen Ereignissen (G8-Gipfel) unseren Protest vorzutragen, denn würden wir etwas von den Regierungen fordern, dann hieße das ja, sie seien die Richtigen, um es uns zu geben. Die ungleiche Machtverteilung, die zu Armut und Hunger weltweit führt, ist aber nicht  Folge der Politik einer einzelnen Regierung allein, sondern Folge der Wirtschaftsordnung, in der wir leben und an der wir - z.B. wenn wir bezahlen - auch selbst mitwirken. Vielmehr wollen wir alltäglichen individuellen Ungehorsam üben, um unmissverständlich klarzumachen:

"Mit uns nicht!"
Wir wenden uns an Sie, weil die Themen, über die auf dem Gipfel entschieden wird, alle Menschen angehen, weil wir möchten, dass Sie unsere Kritik und unser Handeln verstehen und wir uns darüber freuen würden, mit Ihnen gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir dazu beitragen können, eine freie Gesellschaft zu schaffen. Es wäre super, wenn Sie sich unseren Ideen und unserer Aktion anschliessen, indem auch Sie ihre Pässe nicht zeigen und/oder mit allen im Zug das Essen teilen, als gemeinsamem Reichtum für ein gleichberechtigteres Leben.
Gute Fahrt,

Ihre GratisfahrerInnen


Gratiszug Bonn - Genua

Aktionsgruppe "Gratiszug" im Direct-Action-Netzwerk Mittelhessen

Wir haben auf unserem Treffen folgende Überlegungen getroffen und würden uns freuen, wenn ...


1. Wir übernehmen einen Waggon
Entsprechend dem vereinbarten Konzept würden wir daran mitwirken, die Aktionen in einem Waggon vorzubereiten und zu koordinieren. Allerdings sind wir noch zu wenig, daher suchen wir eine zweite Gruppe, die mit uns zusammen einen Waggon übernimmt. Wir kümmern uns um die im weiteren benannten Dinge. Wir suchen eine Gruppe, die u.a. Aktionen, vor allem Blockadetechniken, vorbereitet.

2. Gratisökonomie und politische Projekte im Waggon
Wir möchten in unserem Waggon eine Gratisökonomie umsetzen auch über die Gratismobilität hinaus. Eine Idee ist, daß alles Essen allen gehört. Wir suchen eine Vokü-, Food-not-Bombs- oder ähnliche Gruppe, die mit in unserem Waggon aktiv ist (vielleicht auch im Durchgang zu einem anderen Waggon und dann in Kooperation mit dem). Es soll Gratisessen angeboten werden. Dieses wird auch den Fahrgästen angeboten und sie dazu ermuntert, auch ihre Verpflegung mit zum Gratis-Eßtisch hinzuzustellen.
Zudem suchen wir Ideen für eine symbolische Dekonstruktion von Kategorien. Es gibt keine Nationalitäten - Pässe bleiben stecken. Ideen für symbolische Aktionen gegen Geschlechter-, Alters-, Sozialkategorien sind noch gesucht.

3. Flugblatt mit Vorschlägen
Wir wollen ein Flugblatt machen mit Vorschlägen, was in welchem Fall (Entscheidungsfindung, Ansprache der Fahrgäste, Streitfall, Räumungsgefahr usw.) sinnvoll ist. Dieses wird dann im Zug verteilt, kann aber beraten und geändert werden. Ein Vorschlag wird sein, auf Sachbeschädigung am Zug zu verzichten.

4. Flugblatt für Presse und Fahrgäste
Die Aktion und die Idee, im Zug visionäre Gesellschaftsverhältnisse herzustellen, sollen in einem Flugblatt gegenüber AktivistInnen, Fahrgästen und Öffentlichkeit erklärt werden.

5. Pressearbeit
Wir möchten folgende Pressearbeit vorbereiten: Es soll zwei Kontakttelefonnummern für die Presse im Waggon geben. Wir möchten Fernseh- und Radioteams einladen, bei uns mitzufahren. All das machen wir gern in Kooperation mit anderen Gruppen in anderen Waggons oder in "unserem".

6. Offene Fragen für das Vorbereitungstreffen am 7./8. Juli in Bochum (Bhf. Langendreer)


7. Ausstattung
Uns fehlt jegliches Know-How bei CB-Funk, wir haben bislang auch keines auftreiben können.

8. Aktionen dezentral
Wir möchten den Vorschlag machen, Telefonnummern aus Städten und Regionen zu sammeln von Gruppen, die dort im Fall einer Attacke auf den Gratiszug Soli-Aktionen, Blockaden u.ä. durchführen würden.


Info zur ... Klimakonferenz in Bonn (16.-27. Juli)

Infos zum ... G8-Gipfel in Genua


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