Aktuell: Gelungen: Spontaner Gratiszug nach
Brüssel. Bericht und mehr
bei Indymedia...
Hinweis: Dies ist eine Informationsseite zum Projekt "Gratiszug nach
Genua". Sie entsteht unabhängig von den konkret den Gratiszug vorbereitenden
Gruppen. Achtung: Mailingliste
und demnächst (zur Zeit dort noch die Infos zum letztjährigen
Versuch eines Gratiszuges nach Nizza) neue
Internetseite zum Gratiszugprojekt ...
Infos zu Genua und Klimakonferenz-Aktionen.
Infos zur Mobilisierungszeitung!
Achtung: Diese Internetseite wird polizeilich verfolgt (Verfahren wegen "Aufruf zu strafbaren Handlungen")
(Termine: Terminliste der Projektwerkstatt Saasen, Terminliste Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand, internationale Terminliste von Aktionen ... und immer wichtig: Independent Media Center)
Allgemeines +++ Politische Ziele +++ Inhaltlicher Aufruf +++ Aktionsideen +++ Entwurf Brief an Reisende +++ Orga-Vorschlag aus Mittelhessen +++ Packliste: Was mitgenommen werden sollte auf die Zugreise ...
Die
Gratiszugaktion ist gescheitert ... Texte zum Verlauf und einige Auswertungen
gibt es auf Indymedia
..., dort bei "Suchen" Gratiszug" eingeben. Oder die folgenden Texte direkt
anwählen:
Weitere Texte zu Gratisökonomie und Aktionen
dazu (unabhängig von Gratiszug Bonn-Genua):
hallo an alle ,
im folgenden eine kurze kritik zur
gelaufenen aktion und vorschläge für tops beim nexten bundesweiten
treffen, das möglichst bald stattfinden sollte.
kritik:
|
Gratiszug von Bonn nach Genau am 19.7.
Am Donnerstag, den 19.7., startet abends aus den Aktionen
gegen die Klimakonferenz heraus der Gratiszug zum G8-Gipfel nach Genua.
Die Planungen stehen, die konkreten Aktionen sind Sache von Basisgruppen
und regionaler Vernetzung. Der Gratiszug soll Klimakonferenz und G8-Gipfel
als Symbole angreifen und selbst Aktionsform gegen die Vermarktwirtschaftlichung
der Welt sein.
Die Planungen stehen. Jetzt kommt es drauf an, daß möglichst viele derer, die nicht schon früher nach Genua für Aktionen bzw. deren Vorbereitung zum G8-Gipfel fahren, die Idee Gratiszug mittragen (oder ... auch nicht schlecht ... noch weitere aus anderen Regionen initiieren).
Der ausgewählte Zug
Er startet am Donnerstag, den 19.7. abends, in Bonn Richtung
Italien. Dieser Tag ist einer der Aktionstage gegen die Klimakonferenz
in Bonn und das dort verhandelte Kyoto-Protokoll, nach dem das Recht auf
Luftverschmutzung auf Staaten und Konzerne verteilt werden soll, diese
dann handelbar sind und sich so bei den reicheren Ländern und Konzernen
sammeln werden - Ungerechtigkeiten und Ausbeutungsverhältnisse steigen.
Kyoto wird zudem den Weg freimachen für eine rechtlich abgesicherte
Form der Umweltverschmutzung (Atomkonsens läßt grüßen
...) und soll neue Atomkraftwerke als Klimaschutzmaßnahme populär
machen. Aus einem druckvollen Aktionstag heraus soll dann der Zug bestiegen
werden.
Wer nicht zu den Aktionen kommt, sollte spätestens
gegen 20 Uhr in Bonn sein.
Politische Ziele
Der Zug soll mindestens zweierlei bewirken: Die Forderung
nach einem Leben ohne den Zwang zur marktwirtschaftlichen Reproduktion,
d.h. freie Befriedigung der Grundbedürfnisse nach Essen, Kultur, Wissen,
Mobilität usw. Und der Protest gegen Kapitalismus und Herrschaft,
symbolisiert durch die Klimakonferenz in Bonn (Abfahrtsort) und den G8-Gipfel
in Genua (Ankunftsort ... hoffentlich ...).
Der Zug ist Aktion an sich, also nicht nur Transportvehikel. Diese Aktion gelingt, wenn sich nicht nur viele beteiligen, sondern auch vorbereiten - Blockaden, inhaltliche Beiträge, Transparente, Flugblätter, Pressearbeit, Gespräche mit den Fahrgästen im Zug und auf den Bahnsteigen, Aktionen an den weiteren Zustiegsorten Koblenz, Mainz, Frankfurt-Flughafen (Abschiebe-Flughafen!!!), Mannheim und Karlsruhe. Und vieles mehr. Je bunter, desto besser. Und druckvoll!
Es fahren viele Züge ... doch nur einer mit UNS in diesem Sommer nach Genua - !!!
"Die Ihr kein Geld und keine Papiere habt, kommt trotzdem mit; denn den Hungrigen soll zu essen, den Durstenden zu trinken und die Starren wieder flüssig werden! Und die Scheinheiligen werden erlöst von ihren Scheinen, auf dass niemand mehr predigen muss, sondern wir alle den köstlichen Wein der Freundschaft geniessen koennen!" (frei nach: Jesaja 55,1)WIDERSTAND - das grosze Wort - ist derzeit in aller Munde, unter anderem in Zusammenhang mit den geplanten Protesten im sommerlichen Genua. Doch was bedeutet das "grosze Wort"?
Wir sind der Ansicht, dasz es breiten alltaeglichen, individuellen Ungehorsams und Widerstandes bedarf, um die herrschende Ordnung aufzuheben. Punktuelle Demonstrationen, die (noch) zur Spielwiese der "Demokratie" gehören - auch wenn es Großdemonstrationen und Massenproteste sind - bringen uns nicht weiter. Sie sind sogar kontraproduktiv, wenn sie herrschende Autoritaeten anerkennen, indem sie sich an sie wenden. Das kann also weder unser Inhalt noch unsere alleinige Aktionsform sein und bleiben. Habt Mut zur Zivilcourage des Alltags! Wir wollen in Freiheit und Wuerde leben und Aktionsformen ausprobieren, die uns diesem Ziel heute schon naeher bringen.
Deshalb wollen wir auf der Fahrt nach Genua einen anderen Ton an den Tag legen und uns zusammen via eines Gratis-Zuges dorthin begeben. Das bedeutet auch oekologischer und kommunikativer zu reisen als in einem Bus.
Eine hohe Wahrscheinlichkeit, in Genua anzukommen kann niemnand garantieren, da die Grenzen ab dem 18.7. für nicht etablierte Organisationen dicht sein sollen.
Wir wollen dauerhaft und konsequent aufzeigen, daß wir nicht bloß 8 alte Herren nerven, sondern daß wir eine Gesellschaft umfassender Kooperation und Solidaritaet wollen.
Die ACHT sind schließlich nur Figuren in dem System, das es aufzuheben gilt: naemlich das Prinzip des Kapitalismus, welches durch die Vernutzung von Menschen und nicht zuletzt durch Eigentums-, Machtinteressen und Gewalt gekennzeichnet ist.
Die Aufhebung der Ware-Geld-Beziehung kann jedes einzelne Individuum in seinem Alltag praktizieren, aber nur gemeinsam mit vielen anderen Individuen als gesellschaftliche Perspektive verwirklichen. Dazu muessen wir uns zusammenschliessen und uns mit allen organisieren, die das "ewige" Martyrium der Unterordnung nicht mehr ertragen wollen.
Kostenlos ins sonnige Italien zu fahren wird bei weitem nicht reichen, aber so koennen wir uns, den Menschen in den Staedten, die wir passieren werden, und denen im Zug aufzeigen, dasz es auch anders geht, dasz nicht jeder Regeluebertretung ein toedlicher Blitzschlag folgt.
Wir werden uns im Zug verteilen und den unorganisierten Fahrgaesten selbstgemachte Tickets schenken und uns mit ihnen unterhalten. Wir werden auch den geknechteten der DB/AG freund(schaft)lich begegnen und für uns alle diese Fahrt zu einem unvergeßlich Erlebenis machen.
Bewegung, Aktionen, Kommunikation und Diskussion sind angesagt !
Unser Ziel in bezug auf Genua und den G8-Gipfel ist konkrete Herrschafts- (inklusive Kapitalismus-)Kritik, und nicht "Schiffe versenken" in Genova. Auszerdem zeigt diese Aktion uns, den Arbeitenden in den Bahngesellschaften und den unzufriedenen in aller Welt, dasz es Menschen gibt, die "Privateigentum" woertlich, d.h. der Oeffentlichkeit eraubtes Eigentum praktisch hinterfragen und dementsprechend handlungsfähig sind.
Die Aktion des Gratiszuges koennte also sowohl einen gesellschaftlichen Diskurs anstoszen als auch Katalysatorfunktion uebernehmen und viele Menschen zum zivilen Ungehorsam animieren. Wie die Fahrt sich konkreten gestalten wird, liegt an uns und denen, die sich dafür engagieren und was wir/sie innerhalb der Vorbereitung ab heute dafür tun. Desweiteren bringt die kolllektive Interaktion ja auch immer wieder spontane Eigendynamiken hervor, die der Situation und unserem Vertrauen zueinander ueberlassen bleiben muessen.
Faktisch ist das Besteigen des Zuges der kritischste Moment der Gesamtenaktion:
deshalb ist es ratsam, sich in Bezugsgruppen zusammenzufinden und die eigene Einsatz- bzw. Risikobereitschaft VOR der Abfahrt zu klaeren sowie schon im eigenen Ort kleine Aktionen dazu durchzufuehren. Erfahrungen austauschen und uns gemeinsam organisieren koennen wir via der Gratis-Mailingliste als auch auf den dafuer vorgesehenen Treffen/Terminen.
Dasz die oben skizzierte Handlungsoption besteht, zeigten 1997 1500 Menschen aus Italia, die einen Gratis-Zug zum Eu-Gipfel nach Amsterdam durchsetzten. Oder 60 Menschen aus den Netherlands (Niederlande), die 1999 von Amsterdam nach Koeln wollten, allerdings in Emmerich (BRD) gestoppt wurden. Gleichzeitig konnten 1200 aus verschiedenen Orten in France (Frankreich) gratis auf der Schiene nach Koeln reisen.
Die Erfahrung zeigt also, dasz nicht allen Versuchen Erfolg beschert war. Wir wollen diese Misserfolge in unser Neuorganisierung des zivilen Ungehorsams für freie Bewegung und Selbstentfaltung gegen die HERRschende politische Oekonomie aufarbeiten und uns langfristig und nachhaltig fuer soziale Verkehrsverhältnisse und selbstbestimmtem menschlichem LEBEN organisieren.
Termine:kontakt: gratis@lists.knup.de
- 7./8. Juli 01 Koordinierungstreffen in Bochum
- 19. Juli 01 Zugfahrt ueber Bonn HBF. (20:00)
- 20. Juli 01 Ankunft in Genova
ALLES VER-AENDERT SICH, WENN WIR UNS AENDERN !
Durch die Verbindung der beiden Großevents - von der Klimakonferenz
in Bonn zum G8-Gipfel in Genua - bestehen sehr gute Voraussetzungen dafür,
erstmals auch in Deutschland einen Gratiszug durchzusetzen:
Zum Zeitpunkt der Abfahrt ( am Abend des 19.07.) wird der Protest gegen
die Klimakonferenz seinen Höhepunkt erreichen. Aus den laufenden Protesten
heraus werden unterstützende Aktionen für den Gratiszug gestartet:
Zum einen in Form von Blockaden und Demonstrationen und zum anderen
werden von dort natürlich auch Leute nach Genua mitfahren.
Die Gipfel sind die Repräsentations-Höhepunkte der G7 Staaten.
Sie stehen für Sozialabbau und wirtschaftliche Liberalisierung, Abschottung
gegenüber MigrantInnen, die wirtschaftliche, politische oder miltärische
Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen gegenüber Ländern
in Osteuropa und im Trikont, die Verwertung der Natur (Kyotoprotokoll)
und anderes mehr. Als Kristallisationspunkt für eine übergreifende
internationale Zusammenarbeit bietet sich der Widerstand gegen die G7-Gipfel
an.
Unser Vorschlag ist, das Gratiszug-Konzept aufzugreifen, das in Frankreich
und Italien erfolgreich praktiziert wird. So wollen wir an die Bewegungen
in diesen Ländern anknüpfen und die Mobilisierung in Deutschland
intensivieren und verbreitern.
Gratiszug fahren bedeutet, ohne Fahrschein den Zug zu benutzen und
ohne jegliche Ausweispapiere vorzuzeigen, die jeweiligen Staatsgrenzen
zu überqueren. Die Gratisnutzung der vorhandenen Infrastruktur verstehen
wir als Angriff auf Profit und Eigentum. Die Verweigerung, sich beim Überschreiten
der Staatsgrenzen auszuweisen, richtet sich gegen nationale Zugehörigkeit
und rassistische Kontrollen.
Die Geschichte der Gratiszüge
Folgende Beispiele sollen zeigen, was wir an diesem Konzept interessant
finden:
1500 Menschen aus Italien fuhren 1997 zum EU-Gipfel nach Amsterdam,
ohne zu bezahlen, ohne Kontrollen, ohne Papiere. Der Zug wurde allerdings
in Deutschland und in Amsterdam gestoppt. Bezahlt wurde nicht, ob Papiere
gezeigt wurden wissen wir nicht.
Im März 1999 wurde in Frankreich und Italien zu einer europaweiten
antirassistischen Demo anlässlich des dritten Jahrestages der Besetzung
der St. Bernard-Kirche durch die Sans Papiers mobilisiert. Auch hier
wurde der Versuch unternommen, aus Italien mit Gratiszügen ohne
zu bezahlen, ohne Kontrollen, ohne Papiere nach Paris zu fahren.
An der Aktion nahmen auch illegal eingereiste albanische Oppositionelle
teil. 3000 Menschen aus Italien und Albanien wurden an der französisch-italienischen
Grenze von 2000 CRS-Bereitschaftspolizisten gestoppt und an der Einreise
gehindert. Zur Euromarschdemo gegen den EU-Gipfel in Köln reisten
1200 Menschen aus Frankreich in einem Gratiszug an ohne Kontrollen,
ohne zu bezahlen, ohne Papiere, mit Erfolg. Für diesen Gratiszug wurde
in Frankreich ein Jahr lang öffentlich mobilisiert.
Darüber hinaus wurde das Konzept auch in den Niederlanden und
Grossbritannien aufgegriffen, dort wurde für Gratiszüge nach
Köln mobilisiert.
An die Gratiszug-Idee wollen wir jetzt anknüpfen:
Das Gratiszugkonzept beachtet die Ausgrenzung von Menschen aufgrund
nationaler Zugehörigkeit nicht. Gratiszüge sind ein Teil antirassistischer
Praxis. Weil sie das Prinzip von Markt, Preis und Eigentum praktisch
in Frage stellt. Damit wird das Prinzip des freien Zugangs zum gesellschaftlichen
Reichtum für alle über das Prinzip des kapitalistischen Profits
gesetzt. Weiter ist das Konzept international ausgerichtet, es wird
in anderen Ländern schon praktiziert und wir können Verbindungen
schaffen.
Wichtig ist uns eine öffentliche Mobilisierung. Wir wollen die
Forderung nach einem Gratiszug durch eine Kampagne verbreiten und so auch
das Bewusstsein für die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen
und den Widerstand in Europa schärfen.
Die Praxis...
...kann jedes einzelne Individuum in seinem Alltag praktizieren, aber
nur gemeinsam mit vielen anderen als gesellschaftliche Perspektive verwirklichen:
Geplant sind Blockaden, inhaltliche Beiträge, Transparente, Flugblätter
[Entwurf eines Briefs an die Mitreisenden (http://www.wurfsache/gratis/mitfahra-info.htm)],
Pressearbeit, Gespräche mit den Fahrgästen im Zug und auf den
Bahnsteigen,es werden den unorganisierten Fahrgästen Gratisickets
geschenkt, Aktionen an den weiteren Zustiegsorten Koblenz, Mainz, Frankfurt-Flughafen
(Abschiebe-Flughafen!!!), Mannheim und Karlsruhe.
Es soll auch den Arbeitenden in den Bahngesellschaften und den Unzufriedenen
gezeigt werden, dass es Menschen gibt, die "Privateigentum" praktisch hinterfragen
und handlungsfähig sind. und "dass nicht jeder Regelübertretung
ein tödlicher Blitzschlag folgt."
In Genua anzukommen kann niemand garantieren.
Dass jedoch die skizzierte Handlungsoption besteht, zeigen die Erfahrungen
mit dem Gratiszugkonzept der vergangenen Jahre in Frankreich und Italien.
Durch die Verbindung der beiden Großevents - von der Klimakonferenz
in Bonn zum G8-Gipfel in Genua - bestehen sehr gute Voraussetzungen dafür,
erstmals auch in Deutschland einen Gratiszug durchzusetzen:
Zum Zeitpunkt der Abfahrt ( am Abend des 19.07.) wird der Protest gegen
die Klimakonferenz seinen Höhepunkt erreichen. Aus den laufenden Protesten
heraus werden unterstützende Aktionen für den Gratiszug gestartet:
Zum einen in Form von Blockaden und Demonstrationen und zum anderen
werden von dort natürlich auch Leute nach Genua mitfahren.
Faktisch ist das Besteigen des Zuges der kritischste Moment der gesamten
Aktion: deshalb ist es ratsam, sich in Bezugsgruppen zusammenzufinden und
die eigene Einsatz- bzw. Risikobereitschaft schon vor der Abfahrt zu klären.
Sich gemeinsam organisieren und Erfahrungen austauschen geschieht
via Gratis-Mailingliste (http://lists.knup.de/gratis).
Ökologie
Im (nicht nur zeitlichen) Zusammenhang mit Genua steht die Klimakonferenz
in Bonn: Sie soll die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls erreichen, das
der Durchsetzung einer Vermarktung von Luftverschmutzungsrechten und der
Konzentration dieser Rechte auf Staaten und Konzerne dient. Geplant ist
eine massive Umverteilung von Produktionsmöglichkeiten zugunsten der
reichen Industrienationen, zur Ausdehnung von Industrieansiedlungen in
ärmeren Ländern. Es wird der Weg frei gemacht für
eine rechtlich abgesicherte Form der Umweltverschmutzung. Atomkonsens läßt
grüßen...
Wer nicht zu den Aktionen kommt, sollte spätestens um 20 Uhr am
Bonner Hauptbahnhof sein.
Kassel im Juli 2001, AK Gratisleben
koennt ihr mal beschreiben, welche stationen der zug kreuzt?
wer von euch macht die medienarbeit? wer schreibt die medienerklaerung und wie bekommen wir eine tolle sogenannte "pressekonferenz" hin? (schoen waere es ja auch, wenn journalist/innen mitfahren wuerden)
im uebrigen sollten wir schon verbindlich-gut miteinander planen, damit uns niemand unterwegs verlorengeht, gelle?
vorbereitend fuer die fahrt sollte noch daran gedacht werden, dass wir moeglichst emanzipatorisch vorgehen, d.h. dass wir tatsaechlich die fahrgaeste und die im zug arbeitenden moeglichst mit einbeziehen und selbst bei der auswahl von transparenten (die wir vielleicht aus dem zug heraushaengen) mit entscheiden lassen.
und: sammelt bitte schoene postkarten. damit kann man wirklich schoene schenkspielchen machen. ich mache das oft, dass ich mit menschen zur begruessung oder auch zum abschied unserer ersten begegnung ein "kartenspiel" mache: ich lasse sie dann eine von vielen karten "ziehen". insgesamt duerfen sie drei mal ziehen und duerfen dann die karte, die ihnen am besten gefallen hat, behalten. dies gefaellt bestimmt auch den fahrgaesten und wir koennen dies vielleicht zusaetzlich zur ticket-schenkaktion (bei den ganz netten) als begruessung praktizieren.
und theatermoeglichkeiten gibt es auch genug: z.b. koennte jemand als "(s)checkcardsteward" mitfahren, der seine spaesschen mit plasteships macht...
ebenso koennte jemand als kontrolleurin/schaffnerin auftauchen, der/die aber auf die fahrkarten lustige stempel macht (schaut mal in den spielzeugabteilungen nach stempeln fuer kinder...:-)) und dann sagen, dass er sie nicht "entwerten" sondern aufwerten will. zusaetzlich kann den fahrgaesten noch ein netter sticker fuer auf die karte angeboten werden und dass sie zusammen mit dem stempel damit jetzt seltenen sammlerwert haetten...;-)
...und alle koennen dann ohne zu luegen behaupten, dass sie bereits kontrolliert worden seien und die karten abgestempelt worden seien....;-)...
. wird "unsere" ,Schaffner/in" dann von den DB-Knechten zur rede gestellt, dann kann sie sagen, dass sie ihnen arbeit abnehmen wollte und dass sie aufzeigen wollte, dass es viel schoenere stempel gibt als die der DB-AG. ihr kann jemand beipflichten und auf die Schaffner/innen zugehen und ihr viele nette und niedliche stempel zeigen....<smile> - jemand anderer kann mit verweis auf die demokratie vorschlagen, dass man nun eine umfrage unter den fahrgaesten machen soll, welche stempel sie schoener finden und ihnen die entscheidung ueberlassen soll, welchen stempel (und fahrkarten) sie haben wollen....<grins>
andere wieder "verkleiden" sich als journalist/innen und machen intervíews mit den fahrgaesten.
ferner sollten natuerlich auch ruhig leute von uns sich als ganz normale fahrgaeste tarnen, die sogar ihr wort gegen den gratiszug erheben und mit den bekannten argumenten kommen: "wenn das alle machen..." (siehe dazu a. boal: "theater der unterdrueckten")
und natuerlich sollten wir fuer die fahrt ein nettes plakat entwerfen.
vieles von diesen vorschlaegen kann jeweils vor ort von den konkreten "bezugsgruppen" via rollenspiel geuebt werden...
was habt ihr eigentlich so im kopf fuer den fall, dass wir aus dem zug herausgeraeumt werden?
dazu sollten wir natuerlich saemtliche szenarien, die moeglich sind durchdacht haben und uns dementsprechend einrichten. aber selbst bei und nach ,ner zugraeumung koennen wir viel spass haben....<smile>
be well and good night, angelika
> wir verbrennen und vernichten zu vielen
> auf der demonstration in genua unsere papiere.
> die papiere zeigen wir aber nicht vor, sondern
> verstecken die in unseren ruecksaecken
> und sagen den deutschen autoritaeten, dass
> wir keine nationalen paeSSe sondern nur den
> weltpass haben...Ich fände es insgesamt sehr gut und wichtig, die Gratiszug"reise"wo immer möglich zu einer Reise gegen Konstruktionen und Kategorien aller Art zu machen. Eigentlich eine lustige, kreative und provozierende Idee, die Widerstand und Vision schön vereint, sich für die Fahrt der nationalen Identität zu entledigen und sich auch so zu verhalten (einzig stellt sich mir die Frage, ob der Weltpass so gut ist - ist wieder ein Dokument, das verliehen würde ... was soll das sagen? Sinnvoll wäre der Nicht-Paß, also Nichts, was wir aber als Pass vorzeigen - auch wenn wir dann vielleicht doch alle zwangspsychiatrisiert werden, weil die GrenzerInnen irgendwie meinen, den Paß, den wir zeigen, würde es gar nicht geben ... womit sie ja recht hätten).
Jedenfalls: Solche Aktionsformen sind wichtig - und es wäre schön, wenn tatsächlich alle das mitmachen würden.Allerdings würde ich keine Zwänge einführen. Es müssen alle Menschen immer die Freiheit zum eigenen Verhalten haben. Ich hoffe und glaube aber, daß gute Idee überzeugen und keines Drucks bedürfen. Ganz im Gegenteil: Wir sollten auch die "normalen" Fahrgäste im Zug dafür gewinnen, mitzumachen, d.h. sich für ein paar Stunden von der Nation zu dekonstruieren ...
JörgP.S. Wenn es weitere kreative Ideen gibt zu anderen Kategorien (Geschlecht, Alter, ...), sollten wir noch mehr umsetzen. Wir haben wahrscheinlich viele Stunden Zeit - und der Zug ist nicht nur Transportmittel, sondern Aktion an sich.
Liebe Mitreisende!
Wir möchten mit diesem Zug nach Italien fahren und haben keine
Fahrscheine. Wir wollen erreichen, dass wir trotzdem mitfahren und in Genua
gegen den G8-Gipfel demonstrieren können. Uns geht es genau wie Ihnen
darum, in Italien anzukommen und wir möchten dieses Ziel zusammen
mit Ihnen erreichen. Unsere Aktion ist nicht gegen Sie gerichtet; wenn
es ein Problem gibt, sprechen Sie uns bitte an. Mit dieser Fahrt
wollen wir auf einiges aufmerksam machen, was wir wichtig finden:
Warum für's Zugfahren bezahlen?
Wir fahren ohne Fahrkarte, weil viele von uns nicht genug Geld haben,
um sich diese Fahrt leisten zu können. Wenn wir aber akzeptieren würden,
dass wir nur dann mitfahren dürfen, wenn wir das Ticket bezahlen,
dann wären viele von den Demonstrationen ausgeschlossen.
Wir sagen, dass jede/r das Recht hat, sich frei zu bewegen - unabhängig
vom Geld. Wir stellen uns und Ihnen die Fragen:
Warum Pässe vorzeigen?
Ausweise teilen die Menschen in verschiedene Gruppen:
Hast Du die "richtigen" Papiere, z.B. einen deutschen Pass, dann kannst
Du Dich ziemlich frei bewegen. Hast Du die falschen oder keine, dann darfst
Du kaum bis gar nicht reisen.
Diese Einteilung geht davon aus, dass Menschen unterschiedlich zu behandeln
sind, weil sie zu unterschiedlichen "Nationen" gehören, sie entscheiden
das nicht selbst, sondern werden zu Angehörigen bestimmter Nationen
gemacht. Nationen sind künstliche Gebilde, die Menschen gegeneinander
ausspielen. Sie stützen die äusserst fragwürdige "Logik
des Geldes" und sind Machtapparate, die die Menschen gängeln. Wir
wollen uns nicht einteilen und gängeln lassen, darum wollen wir unsere
Pässe nicht vorzeigen.
Warum fahren wir nach Genua?
Dort treffen sich zurzeit die Chefs der acht "mächtigsten" Staaten.
Dieses Treffen ist hauptsächlich Repräsentations-Show: Es symbolisiert
die Zusammenarbeit zwischen diesen Ländern, die dazu führt, dass
die mächtigen den schwächeren Staaten ihre Bedingungen u.A. für
Handel und soziale Standards diktieren können. Für den größten
Teil der Menschheit bedeutet dies, dass der tägliche Kampf ums Überleben
noch härter wird." Dem treten wir entgegen. Wir tragen den Widerstand
auf Strassen und Schienen und machen damit unsere eigenen Vorstellungen
von weltweiter Zusammenarbeit deutlich: Gemeinsam mit Menschen aus allen
möglichen Ländern.
Warum mit diesem Zug?
Wir wollen uns nicht darauf beschränken, mit symbolischen Aktionen
(Demonstration) auf symbolischen Ereignissen (G8-Gipfel) unseren Protest
vorzutragen, denn würden wir etwas von den Regierungen fordern, dann
hieße das ja, sie seien die Richtigen, um es uns zu geben. Die ungleiche
Machtverteilung, die zu Armut und Hunger weltweit führt, ist aber
nicht Folge der Politik einer einzelnen Regierung allein, sondern
Folge der Wirtschaftsordnung, in der wir leben und an der wir - z.B. wenn
wir bezahlen - auch selbst mitwirken. Vielmehr wollen wir alltäglichen
individuellen Ungehorsam üben, um unmissverständlich klarzumachen:
"Mit uns nicht!"
Wir wenden uns an Sie, weil die Themen, über die auf dem Gipfel
entschieden wird, alle Menschen angehen, weil wir möchten, dass Sie
unsere Kritik und unser Handeln verstehen und wir uns darüber freuen
würden, mit Ihnen gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir dazu
beitragen können, eine freie Gesellschaft zu schaffen. Es wäre
super, wenn Sie sich unseren Ideen und unserer Aktion anschliessen, indem
auch Sie ihre Pässe nicht zeigen und/oder mit allen im Zug das Essen
teilen, als gemeinsamem Reichtum für ein gleichberechtigteres Leben.
Gute Fahrt,
Ihre GratisfahrerInnen
Wir haben auf unserem Treffen folgende Überlegungen getroffen und würden uns freuen, wenn ...
1. Wir übernehmen einen Waggon
Entsprechend dem vereinbarten Konzept würden
wir daran mitwirken, die Aktionen in einem Waggon vorzubereiten und zu
koordinieren. Allerdings sind wir noch zu wenig, daher suchen wir eine
zweite Gruppe, die mit uns zusammen einen Waggon übernimmt. Wir kümmern
uns um die im weiteren benannten Dinge. Wir suchen eine Gruppe, die u.a.
Aktionen, vor allem Blockadetechniken, vorbereitet.
2. Gratisökonomie und politische Projekte
im Waggon
Wir möchten in unserem Waggon eine Gratisökonomie
umsetzen auch über die Gratismobilität hinaus. Eine Idee ist,
daß alles Essen allen gehört. Wir suchen eine Vokü-, Food-not-Bombs-
oder ähnliche Gruppe, die mit in unserem Waggon aktiv ist (vielleicht
auch im Durchgang zu einem anderen Waggon und dann in Kooperation mit dem).
Es soll Gratisessen angeboten werden. Dieses wird auch den Fahrgästen
angeboten und sie dazu ermuntert, auch ihre Verpflegung mit zum Gratis-Eßtisch
hinzuzustellen.
Zudem suchen wir Ideen für eine symbolische
Dekonstruktion von Kategorien. Es gibt keine Nationalitäten - Pässe
bleiben stecken. Ideen für symbolische Aktionen gegen Geschlechter-,
Alters-, Sozialkategorien sind noch gesucht.
3. Flugblatt mit Vorschlägen
Wir wollen ein Flugblatt machen mit Vorschlägen,
was in welchem Fall (Entscheidungsfindung, Ansprache der Fahrgäste,
Streitfall, Räumungsgefahr usw.) sinnvoll ist. Dieses wird dann im
Zug verteilt, kann aber beraten und geändert werden. Ein Vorschlag
wird sein, auf Sachbeschädigung am Zug zu verzichten.
4. Flugblatt für Presse und Fahrgäste
Die Aktion und die Idee, im Zug visionäre
Gesellschaftsverhältnisse herzustellen, sollen in einem Flugblatt
gegenüber AktivistInnen, Fahrgästen und Öffentlichkeit erklärt
werden.
5. Pressearbeit
Wir möchten folgende Pressearbeit vorbereiten:
Es soll zwei Kontakttelefonnummern für die Presse im Waggon geben.
Wir möchten Fernseh- und Radioteams einladen, bei uns mitzufahren.
All das machen wir gern in Kooperation mit anderen Gruppen in anderen Waggons
oder in "unserem".
6. Offene Fragen für das Vorbereitungstreffen am 7./8. Juli in Bochum (Bhf. Langendreer)
7. Ausstattung
Uns fehlt jegliches Know-How bei CB-Funk, wir
haben bislang auch keines auftreiben können.
8. Aktionen dezentral
Wir möchten den Vorschlag machen, Telefonnummern
aus Städten und Regionen zu sammeln von Gruppen, die dort im Fall
einer Attacke auf den Gratiszug Soli-Aktionen, Blockaden u.ä. durchführen
würden.
Zum Anfang.