11.-13.5. in Dresden
Vernetzungstreffen "Menschen statt Profite!"
Bildet Widerstands-Kollektive! Bewegung von unten aufbauen! (Bericht davon ...)

Organisationsvorschlag für das Menschenstattprofite-Vernetzungstreffen in Dresden ... und weitere Treffen darüber hinaus (Anfahrtbeschreibung ...)


In einem Satz (Kurzgefaßt): Das Treffen in Dresden soll vor allem von einem neuen Organisationsansatz leben - statt unvorbereiteter TeilnehmerInnen, die in AGs den vorüberlegten Themen und Ideen weniger "CheckerInnen" lauschen, soll es in möglichst vielen Basisgruppen zu Vorbereitungen und Vorüberlegungen kommen, die dann am Freitagabend in gleichberechtigter Diskussion zu einem gemeinsam entwickelten Ablauf für das Treffen sowie zur Vereinbarung direkten Austauschs kommen.

Genauer:
 

1. Der Zustand politischer "Bewegung" einschließlich bisheriger Treffen ist unbefriedigend

Zur Zeit existiert keine Bewegung von unten - weder "Bewegung" als Bezeichnung einer breiten, miteinander wirkenden Vielfalt von Gruppen unterschiedlicher Themenschwerpunkte mit gemeinsamen Zielen und Aktionsformen noch als Organisationsmodell, wie die Kontakte laufen, nämlich als selbstorganisierter Austausch von Erfahrungen und Ideen, Diskussion, Streit und Weiterentwicklung. Vielmehr gibt es ein Nebeneinander bis hin zur Ausgrenzung, eine Organisation in Cliquen, intransparenten Handlungsformen usw. Die Versuche von Vernetzungstreffen (Expo-Widerstand, Januartreffen usw.) haben diese Probleme nicht überwinden können, vielmehr spiegelten sich die Probleme vorhandener, z.T. intransparenter Runden darin wieder, daß immer dieselben Kreise tendenziell die gleichen Themen anboten, für sich nach weiteren Aktiven suchten und kaum irgendein gemeinsamer Prozeß entstand.
 

2. Notwendig ist ein neues Organisationsmodell, das der Idee von "Bewegung von unten" entspricht

Nicht neue Themen (z.B. eine irgendwie noch kraftvollere Mobilisierung für Genua) sind der entscheidende Punkt, sondern die Frage der Organisation des Treffens. Daher halte ich für notwendig, daß wir ab dem Treffen in Dresden eine andere "Logik" der Vernetzung verwirklichen, die sich auch insgesamt in der Form der Zusammenarbeit von politischen Gruppen widerspiegelt. "Bewegung von unten" ist gleichsam sinnvoll und wirksam bei direkten Aktionen wie bei Veranstaltungen, Projekten oder eben Vernetzungstreffen. Die Situation, daß alles oder vieles von wenigen abhängt, deren Ideen dann die Masse unvorbereiteter Menschen "konsumiert", muß überwunden werden - egal ob beim Castor, bei Naziaufmärschen, bei gemeinsamen Veröffentlichungen oder beim Treffen in Dresden. Ein wichtiger Faktor ist die Vorbereitung. Nicht irgendwelche wenigen und oft intransparenten Wichtig-Leute bereiten das Treffen vor, sondern möglichst viele (am besten alle) der TeilnehmerInnen - in Diskussionen in ihren Basisgruppen und -zusammenhängen. Ideen für das Treffen, für Workshops, Vorschläge für gemeinsame Aktionen und Projekte, für den Ablauf des Treffens sowie Anfragen nach Unterstützung und Kooperation an andere Gruppen werden vorher entwickelt und dann zu Beginn des Treffens zusammengetragen.
Das Treffen selbst muß so organisiert sein, daß es diese Selbstorganisation ermöglicht, in dem es zum einen von den Räumen und Arbeitsmitteln flexibel ist (verschiedene Räume verschiedener Größe, technische Infrastruktur für alle, die Ideen auch gleich umsetzen wollen usw.) und zum anderen dafür gesorgt wird, daß eine ständige Transparenz und ein Infoaustausch möglich ist (z.B. durch Wandzeitungen, einen Infopoint für den kontinuierlichen Austausch, Austauschplena usw.).
 

3. "Bewegung von unten" beruht auf handlungsfähigen, selbstorganisierten Gruppen, die ihre Kommunikation, ihre Vernetzung und deshalb auch ein Vernetzungstreffen selbst entwickeln

Ich schlage vor, daß wir als grundlegendes Ziel insgesamt und für das Treffen in Dresden (sowie folgende Treffen) definieren, ein kooperatives Verhältnis selbstorganisierter, handlungsfähiger Basisgruppen (örtliche Gruppen, überregionale Projektgruppen usw.) sowie deren selbstorganisierter Vernetzungen (Widerstands-Kollektive u.ä.) anzustreben. Alle gemeinsamen Treffen, Diskussionen, Aktionen usw. entspringen der Debatte in solchen Basisgruppen. Damit wird die bisherige Logik, daß vor allem eine recht kleine, z.T. untereinander zerstrittene Runde von "CheckerInnen" alle Treffen und Themen dominieren, abgelöst durch eine Form, bei der Vordiskussionen laufen. Das hindert niemanden, sich einzubringen - allerdings bedeutet es die Notwendigkeit von Diskussionen im Vorwege. Vernetzungstreffen können nicht mehr von Einzelnen als ihre Basisgruppen und Rekrutierungsebene "mißbraucht" werden.
 
 

4. Konkrete Vorschläge für das Treffen in Dresden

4.1 Vorbereitung in Basisgruppen und Kollektiven
Auch wenn es zeitlich eng geworden ist ... es wäre super, wenn möglichst viele noch die Zeit dafür finden, ganz konkrete Überlegungen für das Treffen in Dresden zu entwickeln, diese sowie dafür nötiges Material u.ä. mitzubringen und am Freitagabend einzubringen, also z.B. ...


4.2 Start am Freitagabend
Alle Basisgruppen bringen ihre Vorschläge ein, Diskussion darum, Festlegung der Phasen und der konkreten Themen der Startphase. Zudem werden die Zettel ausgetauscht und eine Form der ständigen Informationstransparenz vereinbart: Vorschlag (wenn machbar) ist ein Infopoint mit Wandzeitungen sowie einige Austauschplena, auf denen keine Entscheidungen gefällt werden, aber aus denen neue AGs usw. entstehen können.

4.3 Wechsel von Kleingruppen und Informations-Plena
Das Ganze orientiert sich am Open Space, d.h. es können ständig neue Gruppen entstehen dadurch, daß die Idee dazu entsteht/Menschen es wollen. Jede neue Gruppe muß transparent werden, damit alle Interessierten auch dorthin kommen können (siehe 4.4). Typische Entstehungswege sind Gruppen, die sich von bestehenden abspalten, weil dort eine neue Idee oder ein neues Thema geboren wurde, oder aus einem Austauschplenum als neue Fragestellung u.ä. entstehen.

4.4 Schaffung von Transparenz
Um die Teilnahme aller Interessierten an einem Thema oder Projekt zu ermöglichen und die Kooperation zwischen Gruppen zu ermöglichen, sollte eine hohe Transparenz bezogen auf die beteiligten Aks, Basisgruppen, Projekte und AkteurInnen erreicht werden. Mein konkreter Vorschlag ist, daß alle Gruppen sich nicht passiv verhalten ("wir reden mal da und da drüber und mal sehen") sondern (orientiert an der Idee von Planspiel) ihr Thema offensiv angehen, d.h. aus der Debatte heraus auch gleich gucken, wo sich Berühungspunkte mit anderen AGs (die ja transparent sind) oder auch Basisgruppen (deren Ideen usw. ja bekannt sind über die Zettel) ergeben und selbst Kontakt mit diesen aufnehmen (z.B. in irgendeiner AG entsteht die Idee für eine Aktion, zwei Basisgruppen, die dort nicht vertreten sind, haben aber ähnliche Interessen - dann Kontakt mit denen aufnehmen). Der Infopoint, die Austauschplena und die Wandzeitungen sollen vor allem zwei Zielen dienen: Wo paßt was zusammen (mit Verabredung, wenn es zu einem direkten Treffen kommt)? Welche neuen Ideen ergeben sich und wie werden die angangen (Verabredung neuer AGs u.ä.)?

4.5 Streitkultur
Unterschiedliche Positionen sind bislang oft Ausgangspunkt von Streit mit der Folge von Ausgrenzung. Manchmal scheint es so, daß es nur noch Freund/FreundIn oder Rauswurf gibt. Ich möchte für eine andere, offensive, Streit positiv begreifende Vorgehensweise plädieren. Unterschiede werden transparent gemacht, Streit eher noch herausgearbeitet und ausgetragen. Prozeß und Weiterentwicklung lebt sehr stark von Widersprüchen (Dialektik). Streitpunkte sollten wie neue Ideen und Projekte offengelegt und zum Austragen des Streit eingeladen werden - also z.B. über die Wandzeitung, das Austauschplena (dort nicht Streit austragen, sondern transparent machen und sich auf eine Vorgehensweise verständigen.

4.6 Keine CheckerInnen
Alle Vorschläge gehen von Basisgruppen, sich bildenden Projekten und AKs aus, d.h. sie werden zunächst dort eingebracht bzw. einen AK gebildet.
 

5. Nach dem Treffen ist vor den nächsten ... Aktionen, Treffen usw.

Das Treffen in Dresden ist nur ein Baustein auf dem Weg hin zu etwas, was es im deutschsprachigen Raum nicht gibt - eben "Bewegung von unten". Dazu gehören viele weitere. Das Wichtigste ist, daß handlungsfähige Gruppen entstehen - Handlungsfähigkeit entsteht aus der Aneignung von Möglichkeiten: Organisierung (ohne Hierarchien!), Aktionstrainings, politische Debatte (da auch Vermittlung von Positionen und Visionen zu den Möglichkeiten politischer Arbeit gehört), Aufbau selbstverwalteter Infrastruktur (Räume, Geräte usw.) und Arbeitsmittel (eigene Medien usw.). Sinnvoll wäre eine von unten entwickelte freie Kooperation zwischen den Gruppen in Städten und Regionen (siehe Vorschlag "Bildet Widerstandskollektive!"). Zudem und aufbauend auf diesen handlungsfähigen Gruppen können (und sollten?) Kooperationen überregional entstehen, z.B.


Kurz angefügt einige weitere Bausteine:
 

Seminar "Entscheidungsfindung von unten" (18.-20.5. in der Projektwerkstatt Saasen)
Es geht um die Entwicklung von Formen, wie Gruppen und Vernetzungstreffen hierarchieärmer, kreativer und auch effizienter gestaltet werden können - also statt Dominanzgruppen und Laberplena lieber kreative Formen wie Planspiel, Open Space, Selbstmoderation oder ganz neue Formen, die wir entwickeln und ausprobieren. Info und Reader über thofo@aol.com.

Direct-Action-Gathering (1.-4.6. im AJZ Bielefeld)
Eine ganze Stadt für Trainings nutzen, über Organisationsmodelle für konkrete Aktionen reden usw. - und die UN-Konferenz zum "Klimaschutz" (in Wirklichkeit geht es ja darum, die Luft zu kauf- und verkaufbaren Ware zu machen, mehr Atomkraftwerke zu bauen usw.) als ersten großen realen Fall einer gemeinsamen Aktion vorzubereiten /einzuüben. Mehr über www.aktionsinfo.de/dan.

Selbstorganisation in Alltag und Politik (15.-17.5 in Stuttgart)
Welche Alternativen gibt es für Einzelpersonen oder Gruppen, das eigene Leben und politische Aktivitäten ohne Abhängigkeiten vom Markt (Verkauf der Arbeitskraft, Einkauf von Waren aus Ausbeutungsverhältnissen) und Staat zu organisieren?

Klimakonferenz (16.-26.7. in Bonn, wichtigste Aktionsphase vom 16.-19.7., dann eventuell Gratiszug-Aktion nach Genua)
Direkte Aktionen und kreativer Widerstand gegen die Ausweitung von Macht und Markt, hier die Verkaufbarkeit von Luftverschmutzungsrechten, getarnt als Klimaschutz. Mehr über www.risingtide.de und in den aktuellen Ö-Punkten. Wichtig: Vorbereitungstreffen für Direkte Aktionen: 18.-20.5. in Bonn.
 
 

Wie komme ich zum AZ Conni?

1. Mit dem Zug
Alle Züge aus den Richtungen Leipzig, Berlin und Görlitz halten in Dresden Neustadt. Dort raus, durch die Bahnhofshalle und beim Überqueren des Parkplatzes (Schlesischer Platz) die linke Richtung wählen. Dann parallel zu den Gleisen laufen, bis die zweite Eisenbahnbrücke kommt. Diese Straße wählen, unter den Gleisen durch auf eine Straßenbahnhaltestelle (Linie 13, Bischofsweg) zu, dort die Straßenbahngleise überqueren und geradewegs in die Rudolf-Leonhard-Straße laufen. Leicht bergauf noch einmal ca. 500 m und dann findet Ihr auf der linken Seite oberhalb eines Spielplatzes das AZ Conni.  (insgesamt ca. 15 min)
Züge aus Richtung Chemnitz, München fahren nur bis Dresden Hauptbahnhof. Also entweder in den nächsten Zug Richtung Dresden Neustadt springen (z.B. S-Bahnen Richtung Meißen, Kamenz, Flughafen, Züge Rcitung Bautzen, Görlitz, Cottbus, Berlin, Leipzig...) oder in die Straßenbahn umsteigen. Linie 8 (Richtung Hellerau) oder Linie 7 (Weixdorf) nehmen und bis Haltestelle Tannenstraße fahren. Die Tannenstraße liegt knapp hinter der Haltestelle. Dort die Straßenbahngleise überqueren und in die Tannenstraße mit Blick auf die Sankt-Pauli-Kirchruine gehen bis die Tannenstraße fertig ist. An der Kneipe Sankt-Pauli-Eck nach rechts auf die Rudolf-Leonhard-Straße und noch ca. 150 m leicht bergauf. Dort ist auf der linken Seite das AZ Conni.
2. Mit dem Auto
Autobahnen A4 und A 13 bis zur Abfahrt Dresden-Hellerau. Dort runter und rechts Richtung Zentrum. Hinter der BP-Tankstelle an der Ampel nach links in die Stauffenbergallee. Ca. 1 km gradeaus bis Ihr rechts ein Hotel seht, dahinter rechts in die Rudolf-Leonhard-Straße einbiegen, eine Kreuzung überqueren und gleich bremsen, denn auf der rechten Seite seht Ihr das AZ Conni.