Presseerklärung:
Ude flüchtet vor Diskussion mit Jugendlichen

Das Ganze auf Indymedia

Am 14. Februar wollten Christian Ude (SPD), Hep Monatzeder (B90/Grüne) und Gabriele Neff (FDP) mit JungwählerInnen im Jugendtreff am Biederstein diskutieren. Nach einer Performance, die die KandidatInnen auf sarkastische Weise mit den Geschehnissen während der NATO-Sicherheitskonferenz konfrontierte, verließen sie die Veranstaltung und entzogen sich somit der Diskussion.
Etwa 100 Jugendliche hatten sich gestern auf der Veranstaltung vom Kreisjugendring eingefunden. Vor allem um ihren Unmut über das Verhalten der Stadtspitze im Umgang mit dem Demonstrationsrecht kund zu tun.  Nach der Anmoderation ergriff der "Verein der Münchner Kriegsfreunde e.V." unangekündigt das Wort und verlas eine polemische Dankesrede, die von Jubel und Beifall begleitet wurde. Die wichtigsten Inhalte waren die Kriegspolitik Deutschlands und der NATO, die Aussetzung der Grundrechte in München und die Rolle die der Stadtrat und die Stadtspitze dabei gespielt hatten. Nach der abschließenden Aufforderung: "Und wer nicht in den Krieg ziehen will, geht jetzt auch nach Hause.", erhob sich ca. ein Drittel und ging.  Ohne sich die Kritik anzuhören und ohne einen Kommentar verließen Herr Ude, Herr Monatzeder und Frau Neff, nach zwei Minuten Rede und nicht einmal 10 Minuten nach Beginn der Veranstaltung den Saal.
Nach dem Entschluss die Veranstaltung auch ohne die PolitikerInnen fort zu führen, diskutierten die Jugendlichen fast zwei Stunden lang konstruktiv. Zunächst wurde die mangelnde Kritikfähigkeit und Souveränität von Herrn Ude angesprochen: "Ein Berufspolitiker sollte doch fähig sein mit Kritik um zu gehen."
Lange war das Demonstrationsverbot ein Thema. Einige Jugendliche berichteten über ihre Erlebnisse auf der Demonstration. Die Erzählungen reichten von brutalen Schlägen bis zu sexueller Belästigung durch Polizeibeamte. Die Jugendlichen können nicht verstehen warum in der "Stadt mit Herz" plötzlich die Grundrechte mit Füßen getreten werden. Eine 17jährige Schülerin: "Dieses Wochenende hab´ ich mein Vertrauen in den Staat verloren!", eine andere fügt hinzu: "Ich bin noch nie in meinem Leben so gedemütigt worden!" Andere Themen, wie zu hohe ÖPNV-Preise und die horrenden Mieten in München, wurden wegen der knappen Zeit nur kurz angeschnitten.
Abschließend stellt sich die Frage ob die PolitikerInnen wirklich an einer Diskussion mit der Jugend interessiert waren, wenn sie nach der ersten ungeplanten Kritik das Weite suchen. (Herr Podiuk hatte die Einladung übrigens abgelehnt.)
Die VeranstaltungsteilnehmerInnen forderten eine Stellungnahme, manche auch eine klare Entschuldigung der OB-KandidatInnen.
Mit freundlichen Grüßen, einige TeilnehmerInnen.
 
 

Dankesrede des Vereins Münchner Kriegsfreunde e.V.
Liebe Anwesenden, liebe Freundinnen und Freunde, lieber verehrter Herr Ude,
Es ist für uns eine besondere Genugtuung und ein Zeichen für die globale Bedeutung Münchens, dass unsere geliebte Heimatstadt wieder einmal der ort für das Treffen der höchsten und berühmtesten Militärstrategen war. Unser verehrter Oberbürgermeister hat daher auch vollkommen Recht, wenn er sagt: "München kann stolz sein auf eine solche Tagung! Jawoll!"
++Jubel++
Für uns gibt es -gerade nach dem 11. September- viele Gründe optimistisch in die Zukunft zu blicken . Erst im Oktober versprach unser Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Die Nachkriegszeit ist unweigerlich vorbei!!!"
++Jubel++
die Entwicklungen der letzten Monate geben uns Anlass zu der Hoffnung, dass damit eine neue, militärische Ära für Deutschland und für uns alle, für jeden Einzelnen von uns, begonnen hat. Lord Robertson, der Generalsekretär der Nato, versprach in einer Rede in Brüssel: "This war is far from over". Wir können also ganz beruhigt sein, dass dieser Krieg so schnell nicht vorbei sein wird.
++Jubel++
Ich rufe euch zu: Die Zeit der militärischen Enthaltsamkeit ist vorbei !!! Deutschland ist endlich wieder vorbei.
++Jubel++
Wir blicken in eine rosige Zukunft, sage ich euch: Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping will - teilweise am Haushalt vorbei - fast 9 Milliarden Euro für das größte europäische Rüstungsprojekt ausgeben, an dem Deutschland je beteiligt war !!! Endlich ist es so weit: Deutschland rüstet auf !!!
++Jubel++
Wir kommen nun zum Schluß und möchten uns ganz herzlich bedanken bei all jenen, ohne die das alles nicht möglich wäre:
Zuerst natürlich einen großen Dank an Oberbürgermeister Ude für seine großartige Unterstützung und die Behinderung der Kriegsgegner und Pazifisten, die sich immer und überall einmischen. Ganz herzlichen Dank für das totale Versammlungsverbot. Denn- das leuchtet doch jedem ein- in diesen Zeiten kann auf Grundrechte selbstverständlich keine Rücksicht mehr genommen werden!
++Jubel++
Horst Teltschik, zusammen mit der Herbert Quandt Stiftung der offizielle Veranstalter der Sicherheitskonferenz, klagte, dass es unerträglich sei, dass es in einer Demokratie nicht möglich ist, eine solche Tagung ungestört durchzuführen. Und das ist genau der Punkt: Wozu brauchen wir in einer Demokratie denn noch Demonstrationen, abweichende Meinungen und diese ganzen Kritiker. Das ist doch ein freies Land!!
++Jubel++
Wir danken Herrn Ude dafür, dass er den städtischen Initiativen endlich klar gemacht hat, woher der Wind weht und dass wer zahlt, auch anschafft. Mit anderen Worten: "Solange ihr eure Füße unter meinen Tisch- das heisst meine Stadt- streckt, macht ihr, was ich sage!"
++Jubel++
Wir danken auch der Münchner Polizei, die uns so vortrefflich beschützt vor allem Bösen dieser Welt, selbst die DemonstrantInnen wurden durch massenweise Gewahrsamnahme davor geschützt, zu demonstrieren.
++Jubel++
Und -last but not least- Danke an die Münchner Stadtsparkasse, die sich als unbeteiligte Einrichtung so neutral verhält, und ganz spontan die Konten des Bündnis gegen Rassismus sperrt.
++Jubel++
Wir danken Herrn Ude dafür, dass er sich zuletzt doch noch dazu durchgerungen hat, das Schlafplatzproblem der KriegsgegnerInnen konstruktiv zu lösen, indem er nahezu 1000 vergitterte Schlafplätze in der Ettstrasse und in Stadelheim zur Verfügung gestellt hat-
++Jubel++
Wir danken Herrn Ude dafür, dass er der münchner Jugend und den angereisten Jugendlichen ein anschauliches Beispiel bayerischer Lebensart gab: Die münchner Kesselspezialitäten, das härtere Hinlangen, sowie die Umstellung des Gewerkschaftshauses in guter alter Tradition à la 1933!
++Jubel++
Und schliesslich danken wir Herrn Ude dafür, dass er unserer Jugend endlich wieder Werte vermittelt, wie Vaterlandstreue, Kriegsbereitschaft und Schnauze halten!!
Wer nicht in den Krieg zieht, bleibt gefälligst zu Hause!!
++Jubel++
Lieber Herr Ude, weiter so!!
++Jubel++

Zum Anfang. Zur Startseite von Hoppetosse- Netzwerk für kreativen Widerstand. Zur projektwerkstatt.de.