Redebeitrag zur Demo am 31.1.

von Reh-zi (Carnevalistin und Organisierung-von-unten-Debatte)

Tot oder lebendig - ein herrschaftsfeindlicher Redebeitrag am Donnerstag, 31.01.02 in München

Schoen, dass ihr alle da seid. Ich bin eine von denen, die den Carneval against NATO vorbereitet haben. Unsere Aktion war gedacht als kreativer, phantasievoller Widerstand, als Ausdruck von Lebendigkeit, bei der für alle Menschen Raum ist, um sich auszudrücken und ihren Protest und Unmut kundzutun. Sie sollte bunt und vielfältig sein.
Für mich verläuft die Grenze nicht zwischen gut und böse, friedlich und militant, sondern zwischen tot und lebendig, Herrschaft und Freiheit. Da der Carneval auch verboten wurde, zeigt sich, dass in dieser Stadt Leben und Lebendigkeit weder erlaubt noch erwünscht sind.
Wir, das sind Menschen aus Gruppen und Zusammenhängen, die hierarchiefeindlich sind und jede Form von Herrschaft ablehnen.

Wir sind hier, um unseren Protest und Widerstand auszudrücken.


In diesem Sinne:
Weg mit der NATO und aller Herrschaft!

[Gegen Ende dieser Rede wurden noch auf der Demo als "Klischee-Autonome" verkleidete Zivilbullen enttarnt. Das war mit AktivistInnen und Fernsehteams abgesprochen. Die Rednerin wies auf die Provokateure hin und erklärte ihren Zweck, in dem Moment Randale anzuzetteln, in dem diese für den Staat und die Diffamierung der ganzen Bewegung nützlich wären. Im Verlauf der Aktionstage gab es mehrere solche Enttarnaktionen...vielleicht hat das dazu beigetragen, dass sich die Zivilbullen mit ihren Provokationen, was Randale betrifft, zurückgehalten haben]

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