Die Mischung macht's!
Aktionstage gegen Wahl(krampf)
Aktionstag am 14.9.2002 in Gießen ++ Aktionswoche im September 2005 in Berlin ++ Kampagnen
Dokumentiert: Anti-Wahl-Aktionstag und antirassistische Demo am 14.9. in Gießen
Grundidee
Eine druckvolle, lautstarke, inhaltsreiche und bunte Demo am 14.9. ist gut - sie wäre ein Mittelpunkt des Tages, an dem alle gemeinsam wirken. Doch sie muß und sollte nicht alles sein, rundherum können sich weitere Aktionen ranken, die für sich stehen und zudem einen Rahmen für die Demo bilden, der diese noch aufwertet.
Die Demo selbst erweitern
Während des Demozugs können auf dieser oder aus dieser heraus vielfältige Aktivitäten die politischen Anliegen nach außen ermitteln:
- Kleine Theatergruppen, die am Rande agieren, immer wieder Menschen direkt ansprechen, in Nebengassen oder Kaufhäuser, Cafes usw. hineingehen.
- Flugi-Gruppen, Gruppen mit passenden Liedern usw. könnten ebenso agieren ... also eine Demo, die am Rand immer wieder so ausfranst, daß die Menschen, die dort der Demo begegnen, eingebunden, direkt angesprochen, für die Demo gewonnen werden.
- In der Demo selbst über Musik, Slogans, Lieder, Reden usw. an vielen Orten was vermitteln
Vor und nach der Demo
Den ganzen Vormittag bis zum Treffpunkt um 12 Uhr können Aktionsgruppen die Innenstadt und die Straßen "unsicher" machen und so Inhalte vermitteln, aber auch zur Demo aufrufen. Beispiele: - Theatergruppen überall in der Stadt mit eigenen Szenen oder auch verdecktes Theater (siehe als Beispiel den FDP-Stand in Eisenach zu Antisemitismus; andere Ideen: Als Touri-Gruppen verkleidet, die eine Führung macht und damit auf Wahlstände aufmerksam macht, die Absurdität von Wahlen usw.; rassistische Übergriffe oder Ausgrenzungen in Banken, Cafes, Geschäften nachspielen und thematisieren).
- RadfahrerInnen, InlinerInnen mit Slogans, Liedern, Flugis überall ... auch noch Menschen gewinnen für die Demo
- Kunstaktionen
- und vieles mehr (das sind wirklich nur Beispiele für vieles, um deutlich zu machen, was die Idee des Tages ist)
Weitere Elemente, noch davor und danach:
- Pressearbeit
- Kommunikationsguerilla
Es gibt viel mehr Möglichkeiten ... das wichtigste ist die kreative Debatte und gute Vorbereitung in den Basisgruppen. Zudem wollen wir die Vorbereitung noch unterstützen durch:
- Direct-Action-Workshops (zu Theater, Kommunikationsguerilla) am Vorbereitungssonntag (18. August) vor dem Treffen. Zeitplan: 13 Uhr Direct-Action-Workshop, 15.30 Uhr Vorbereitungstreffen (alles im Infoladen "AK 44" in Gießen, Alter Wetzlarer Weg 44).
- Vorbereitungstag (Trainieren, Üben, Basteln usw.) am Freitag, den 13. September, in der Projektwerkstatt Saasen (per Bahn von Gießen aus gut erreichbar, auch morgens zum Aktionstag kein Problem ... Übernachtung in der Projektwerkstatt möglich)
Infomaterial:
- Es wird neben den Aufrufen zum 14.9. eine bundesweite Anti-Wahl-Zeitung geben. Dort wird auch auf den 14.9. nach Gießen eingeladen. Wer die Antiwahlzeitung haben will, kann sich melden (möglichst 20 Cent/Zeitung!). Näheres auf der Anti-Wahl-Seite.
- Direct-Action-Fibel und mehr über http://www.projektwerkstatt.de/materialien
Im Internet:
- Infoseite zum 14.9. in Gießen
- Info zu Direct-Action
- Anti-Wahl-Seiten mit Aktionsbeschreibungen, Links & inhaltlichen Texten
- Projektwerkstatt Saasen (Anfahrtsbeschreibung, Ausstattung usw.)
Dokumentiert: Anti-Wahl-Woche vom 28. August bis 3. September in Berlin
- Bericht auf Indymedia
Diskussionen und Direkte Aktionen gegen die „Einheitspartei Arbeit“
Mit ziemlicher Sicherheit dürfen die Menschen am 18. September wieder ihre Zustimmung zur eigenen Ohnmacht ausdrücken – sprich: es wird gewählt. Zur Zeit bestimmt der Hype um die Linkpartei und deren populistischen Köpfe fast jede Debatte – von eine kritischen Auseinandersetzung mit der Wahl und den dahinter stehenden Logiken ist wenig zu spüren. In der Hoffnung auf einen Gegenimpuls organisieren ein paar Menschen vom 28. August bis zum 3. September Direct Action Days zu Wahlen, Demokratie und Arbeit in Berlin. Ein inhaltlicher Schwerpunkt dabei soll der Angriff auf die „Einheitspartei Arbeit“ sein – egal ob SPD, CDU oder Linkspartei ... alle werben mit Arbeit als Selbstzweck und versprechen mehr von dem, was eine selbstbestimmte Lebensgestaltung verhindert.
Grundidee
Grundidee ist eine Mischung aus Workshops, Diskussions-Veranstaltungen zu Wahlen und Demokratie – und natürlich viele bunte Aktionen. Als Treffpunkt dient die Offene Uni Berlins (OUBS), für die eine während der Tage nutzbare Direct Action Plattform mit Materialien für Aktionen eingerichtet wird. Dort wird es auch Einführungs-Workshops zu Aktionskunst und kreativem Widerstand geben, um Know-How weiter zu geben und die gleichberechtigte Organisierung von Aktionen zu fördern. Aber auch spontane Verabredungen oder spezielle Trainings zu Aktionsformen sind möglich.
Treffpunkt
Als Treffpunkt während der Woche dient die Offene Uni BerlinS (OUBS, www.offeneuni.tk), HU-Campus-Nord, Philippstr. 13 (Nähe U-Bhf Oranienburger Tor). Dort sollten immer ein paar Leute sein, die ansprechbar sind.
Vorbereitung
Die Organisierung der Tage läuft über Treffen in Berlin und ein offenes Wiki, auf denen alle Interessierten eintragen können, was sie z.B. vorbereiten, welche Materialien noch gesucht werden usw.
Mobilisierung
Kontakt
Wenn du einen Schlafplatz in Berlin während der Aktionstage suchst oder sonstige Anfragen hast - einfach Kontakt aufnehmen:
- Kontakt-Anrufbeantworter für Schlafplatzanfragen: (030) 86 87 01 519.
- E-Mail: piratenutopie (ätt) web.de
- Kontakt-Handy während der Aktionswoche: 0171-8348430
Termine zu den Aktionstagen
Direct Action Workshops
- So, 28. August ab 20 Uhr in der OUBS: Einführung in Direct Action (mit Schwerpunkt Wahl-Aktionen)
- Mo., 29. August ab 12 Uhr in der OUBS: Offenes Frühstück (als Anlaufpunkt zur Tagesplanung usw.)
- Mo., 29. August ab 16 Uhr in der OUBS: Workshop zu Kommunikationsguerilla
- Mo., 29. August ab 18 Uhr in der OUBS: Workshop zu kreativer Antirepression (offensiver Umgang mit Repression)
Inhaltliche Veranstaltungen
- Di., 30. August ab 14 Uhr in der OUBS: Perspektiven gegen die Arbeit und die Einheitspartei für Arbeit (offene Diskussionsrunde vom Anti-Arbeits-Kreis)
- Di., 30. August, 19.30 Uhr in der OUBS: Die Demokratie und ihre Idealisten
Ende August entscheidet das Bundesverfassungsgericht darüber, ob dieses oder nächstes Jahr Wahlen zum deutschen Bundestag stattfinden. Die Parteien gehen offenbar davon aus, dass der Urnengang am 18.09.2005 angesagt ist und kleistern die ganze Stadt zu mit knackigen Sprüchen und Porträtfotos ihrer Kandidaten voll. Daraus kann man einiges entnehmen. Wenn man eine Herrschaft wählt, dann steht das Verhältnis Herrscher-Untertanen erst einmal überhaupt nicht zur Debatte bzw. zur Wahl. Dass es Knechte und Herren, Unterordnung und Herrschaft gibt, daran ändern Kreuze gar nichts. Weitergedacht: Wenn Personen (Erststimme) oder Parteien mit Personenlisten (Zweitstimme) zur Wahl stehen, dann steht das, was diese Personen dann vorhaben in der Periode ihrer Amtszeit, der Inhalt ihrer Entscheidungen, auch nicht zur Wahl. Darüber wird auch im Grundgesetz reflektiert, wenn es heißt, dass die Abgeordneten nur ihrem Gewissen unterworfen sind. Eigentlich ist das Wählen also eine recht bescheidene Angelegenheit. Neben einer etwas ausführlicheren Wahlkritik, als die hier im Ankündigungstext angerissene, wollen wir auf dem Workshop anhand von Thesen besprechen, was Demokratie noch beinhaltet, warum sie so gelobt wird und wieso Linkspartei oder ungültig wählen auch keinen vollen Bauch und eine schöne Wohnung garantieren. Desweiteren wollen wir ein paar kritische Anmerkungen zu Vorstellungen machen, die meinen, die Demokratie wäre noch nicht "richtig verwirklicht". (Veranstaltung von junge linke)
- Mi., 31. August, ab 12 Uhr in der OUBS: Workshop zur situationistischen Theorie und Praxis
- Mi., 31. August, 19.30 Uhr in der OUBS: Schaffen oder lähmen Wahlen Bewegung? (Fishbowl-Diskussion)
- Fr., 02. September, 16 Uhr in der OUBS: Sozialproteste 2002 bis 2005 in Berlin. Wie kann die außerparlamentarische Bewegung gegen Sozialabbau gestärkt werden? Wie weiter mit den Protesten?
Termine zur Vorbereitung
- 23.08.2005 wieder von 12 bis 14 Uhr an der Offenen Uni - Treffen der Anti-Arbeits-Gruppe ... Vorbereitungskreis der Aktions-Tage
Wahlkampagne:„Wenn NIEMAND an der Macht ist, geht es allen besser.“
Ziele einer Wahlkampagne sollten sein:
- Wahl- und Herrschaftskritik
- Aufzeigen von Alternativen
- Stärkung lokaler Strukturen
Auch Emma Normalbürgerin ist genervt von ständiger Wahlwerbung. Deshalb sollte eine Wahlkampagne hier ansetzen, Wahlwerbung und ihre leeren Sprüche und Versprechungen zu persiflieren. (Denkbar ist so zum Beispiel die seriös aufgemachte flächendeckende Werbung für einen Kandidaten „Norbert Niemand“. Entsprechende Plakate, die nur die Silhoutte eines Kopfes zeigen mit Slogans wie „NIEMAND hält, was alle versprechen.“ etc.. können die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. )
Günstig wäre eine zentrale leicht zu merkende Internetseite als offene Plattform für diese Kampagne.
Sie sollte bieten ...
für Interessierte:
- kurze Einführungstexte zu Wahl- und Staatskritik, sowie Alternativen
- Termine für lokale Veranstaltungen zum Thema
- Kontakt zu lokal aktiven Gruppen
für Presse:
- Kontakt zu Aktiven (offene Presseplattform)
für Aktive
- Aktionsideen, Berichte, Flugis, Plakate anderer Gruppen zum Download
Es wäre schön, wenn es gelänge, solch eine Internetplattform einerseits thematisch, andererseits lokal zu gliedern. Jede interessierte Gruppe sollte hier entsprechendes Material hineinsetzen und bekommen können.
Auf diese Weise wäre es möglich, zweierlei zu verbinden:
lokal unabhängige Aktionen mit gemeinsamen Inhalten, die so auch in der Öffentlichkeit wahrnehmbar würden.
Wichtig ist, daß die propagierten Alternativen auch konkret werden.
Vorträge und Texte reichen dazu nicht aus.
Vielleicht gelingt es, einen Aktions- und Informationstag am Wahlsonntag auf die Beine stellen.
(vielleicht unter einem Motto wie „Wer NIEMAND wählt, kann alles ändern“) Neben dezentralen kreativen Aktionen sollte es jeweils einen zentralen Veranstaltungsort geben, wo lokale Initiativen und Gruppen gemeinsam ihre Alternativen und Utopien darstellen.
Ein Ort, wo mensch miteinander und mit „Normalos“ ins Gespräch kommt.
Schön wäre es, wenn wir diese Kampagne mit Prozessen wie der „Europäischen Consulta“ oder „Sozialen Foren“ verbinden können..
