Zu erst wollte ich in aller Öffentlichkeit meinen Wahlzettel mit einem großen Kreuz (kann mensch auch mit einem netten A im Kreis machen) verschönern. Leider war mir dies nicht erlaubt - Wahlen müssen geheim sein und wir müssen uns daher in einer Kabine verstecken, um dort unsere Entscheidung zu treffen. Um also den Formalien zu entsprechen, habe ich mich versteckt und mein Kreuz gemacht. Als ich hinaus kam, bemerkte ich offensiv, daß Wahlen doch nix ändern und fragte laut, wo ich den meine Stimme beerdigen kann. Die WahlhelferInnen wirkten leicht genervt von meiner Art. Eine Wahlhelferin stimmte mit mir bis zu einem gewissen Grad überein, daß Wahlen nichts bzw. nicht viel ändern. Und machte eine Äußerung in diese Richtung. Diesen Ansatzpunkt nutzte ich aus, um mit ihr eine Diskussion über (Un-)Sinn von Wahlen zu führen. Die Reaktion war, daß unsere Diskussion noch andere Leute anzog. Ich hatte so die Möglichkeit, meine Position zu propagandieren und zur Diskussion zu stellen. Die Reaktionen der Leute waren zwar größtenteils sehr verhalten, aber immerhin reagierten sie auf uns. Für die Hochrechnungen wurden wir dann auch noch gebeten, unser Wahlverhalten im Rahmen einer Umfrage offen zu legen. Das Ausfüllen des Fragebogens nutzten wir, um daraus eine weitere Antiwahltheateraktion zu machen. Insgesamt läßt sich mitteilen, daß die Aktion schön verlaufen ist und relativ große Wirkung hatte. Leider waren zu der Zeit nur wenig Menschen in meinem Wahllokal.
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